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Junge Freiheit Interview

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Junge Freiheit

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55 - Was die Zahlen nicht sagen: Philosoph Sebastian Ostritsch über 15 Jahre Einwanderung und ihre Folgen
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  • 55 - Was die Zahlen nicht sagen: Philosoph Sebastian Ostritsch über 15 Jahre Einwanderung und ihre Folgen

    Fast 26 Millionen Migranten: Philosoph Sebastian Ostritsch über die Folgen für Deutschland. Seit 2011 ist die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland von knapp 15 auf fast 26 Millionen gestiegen – ein Plus von 71,6 Prozent, der Anteil an der Bevölkerung von etwa 19 auf 31 Prozent. Im Osten fiel der Anstieg des Anteils weit stärker aus als im Westen: In Thüringen hat er sich fast vervierfacht, in Niedersachsen wuchs er um 63 Prozent. Das sind die Zahlen einer Recherche der JUNGEN FREIHEIT. Mike Siemens, der die Recherche geschrieben hat, spricht darüber mit dem Philosophen Sebastian Ostritsch. Sein erster Einwand: „Die reine Zahl sagt noch gar nicht so viel darüber aus, wie problematisch ein solcher Zuwachs ist." Entscheidend sei, wer kommt, woher – und ob ein Gemeinwesen den gemeinsamen Geist behält, der seine Institutionen trägt. Wo Menschen die Sprachen um sich herum nicht mehr verstehen und fremde Sitten dominanter werden, sinke das Vertrauen in die Institutionen – und mit ihm das Vertrauen der Menschen untereinander. Dass Vielfalt Vertrauen kostet, sei soziologisch belegt. Den Ostdeutschen, denen man vorhalte, sie hätten doch kaum Ausländer, gibt Ostritsch recht: Es sei völlig berechtigt zu sagen, man wolle es erst gar nicht so weit kommen lassen. Und auf die Frage, was bei 40, 50 oder 60 Prozent geschähe: Ein Land ohne kollektives Bewusstsein könne eines Tages „als Minderheit im eigenen Land" aufwachen – und dann sei es schwer, das rückgängig zu machen. Sebastian Ostritsch ist promovierter und habilitierter Philosoph, Privatdozent an der Universität Heidelberg und Chef vom Dienst der Tagespost. Sein Vortrag in der Bibliothek des Konservatismus ist als Buch erschienen: „Ethik der Migration – Naturrechtliche Überlegungen zur Begrenzung der Zuwanderung".

    Sat, 19 Sep 2026
  • 54 - Tochter durch Asylbewerber ermordet: Michael Kyrath über die Trauerwache und die Absagen aus Berlin

    Am 25. Januar 2023 tötete ein staatenloser Palästinenser, dessen Asylantrag abgelehnt worden war, im Regionalzug bei Brokstedt Ann-Marie Kyrath (17) und ihren Freund Danny (19). Er war vorbestraft und kurz zuvor aus der Untersuchungshaft entlassen worden; das Landgericht Itzehoe verurteilte ihn 2024 zu lebenslanger Haft. Seitdem spricht Michael Kyrath für die Familien, die niemand fragt. Morgen, am 19. September, gedenkt die Trauerwache Deutschland auf dem Römerberg in Frankfurt der Opfer migrantischer Gewalt seit 2015 – von 14 bis 19 Uhr, mit Trauerzug und Porträts der Toten. Über 1.000 Opferfamilien stehen mit ihr in Kontakt, „und es kommen tagtäglich neue dazu". Bundespräsident, Kanzler und Ministerpräsidenten waren eingeladen: „Reagiert haben alle, aber es hat keiner zugesagt." Kyrath berichtet, wie man ihm riet, „besser den Mund zu halten" – wären die Nationalitäten von Opfer und Täter umgekehrt, könne man darüber reden, „diese Konstellation ist nicht gewünscht". Unter den Toten sind nach seinen Worten mehr als 500 Kinder. Als Redner sprechen Manuel Ostermann von der DPolG Bundespolizeigewerkschaft und die Journalistin Julia Ruhs.

    Fri, 18 Sep 2026
  • 53 - Was droht Berlin nach der Wahl? FDP-Spitzenkandidat warnt vor der Linken | Christoph Meyer

    Christoph Meyer, FDP-Spitzenkandidat in Berlin, über Kubicki, Brandmauer, Linke und Rot-Rot-Grün. Vier Tage vor der Abgeordnetenhauswahl steht die Berliner FDP in den Umfragen bei drei Prozent. Ihr Spitzenkandidat Christoph Meyer setzt auf den Neustart unter Wolfgang Kubicki – „wir müssen mehr Kubicki wagen, nicht weniger" – und auf die acht Prozent der Berliner, die nach seinen Worten die FDP wählen würden, wenn sie sicher ins Parlament käme: „Das sind 20.000, 25.000 Stimmen." Zur Brandmauer sagt Meyer, was Kubicki sagt: Es brauche keine. Inhaltliche Auseinandersetzung mit allen Parteien, parlamentarischer Umgang – er habe 2017 im Bundestag für die Ausschussvorsitzenden der AfD gestimmt. Eine Zusammenarbeit könne er sich dennoch nicht vorstellen, solange die AfD ihre offenen Fragen nicht kläre, allen voran ihr Verhältnis zu Russland. Mit den Grünen: „Ich bin von den Grünen geheilt." Mit der Linken: gar nicht – „zumindest das, was ich in Berlin und im Wahlprogramm lese, ist es eine extremistische Partei", die der Verfassungsschutz beobachten müsste. Warum Meyer Rot-Rot-Grün für „ausgemachte Sache" hält, wenn die FDP es nicht verhindert, warum er den Berliner Haushalt für „mit Vollgas gegen die Wand gefahren" hält – und was er mit seinem Auftritt bei der Wahlveranstaltung eines Berliner Moscheevereins erreichen wollte. Christoph Meyer ist Jurist, seit 2018 Landesvorsitzender der Berliner FDP und war von 2017 bis 2025 Mitglied des Bundestages, zuletzt stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Das Gespräch führte Moritz Schwarz.

    Fri, 18 Sep 2026
  • 52 - Peter Hahne über Merz, Amthor und den freien Fall der CDU

    Peter Hahne über Friedrich Merz, Philipp Amthor und die CDU vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Peter Hahne kommt von den Kundgebungen in Mecklenburg-Vorpommern – Ueckermünde, Güstrow, Waren an der Müritz – und beschreibt eine Stimmung, die er in über fünfzig Jahren an vorderster Front so nicht erlebt hat: Entsetzen über CDU und Bundesregierung, überlagert von der Hoffnung, mit der Wahl etwas ändern zu können. Seit Sachsen-Anhalt, sagt er, sei die alte Losung „eine Stimme für die AfD ist verloren" vorbei. Die Regierungserklärung im Bundestag nennt Hahne „ein Waterloo für den Merz": Der Kanzler beende seine Rede mit dem Brief eines Theologen und lobe Tafeln und Suppenküchen als Leistung – während sich die eigenen Leute für das Spitzenpersonal schämten. In Sachsen-Anhalt reiße der Wahlverlierer Sven Schulze den Fraktionsvorsitz an sich und spalte die geschrumpfte Fraktion; in Mecklenburg-Vorpommern stehe mit Philipp Amthor „das Aushängeschild der CDU und gleichzeitig der wichtigste Mann im Kanzleramt" an der Spitze. Hahnes Prognose für Sonntag: Die CDU könne unter die Fünf-Prozent-Hürde fallen – „Sie wird auch niemand retten." Was Ulrich Siegmund anders gemacht hat als alle vor ihm, warum die politische Sprache verroht – und was Hahne nach all dem bleibt: „Mir reicht es schon, wenn wir endlich wieder normal werden." Peter Hahne war mehr als drei Jahrzehnte beim ZDF, zuletzt als Moderator von „Berlin direkt" und der Sendung „Peter Hahne". Heute ist er Publizist und Buchautor. Das Gespräch führte Vadim Derksen. Peter Hahne können Sie persönlich treffen am 8. Oktober in Bünde (Westfalen) bei einer Kundgebung mit dem Lebensrechtler Prof. Dr.Paul Cullen.

    Thu, 17 Sep 2026
  • 51 - Acht Skandale in einer Woche: Gerald Grosz über den Zustand der Union

    Der österreichische Publizist Gerald Grosz über Friedrich Merz, die Brandmauer und das Ende der Union. Eine Woche nach Sachsen-Anhalt, nach den Kommunalwahlen in Niedersachsen und vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sieht Gerald Grosz den Kanzler am Ende: „Das Vertrauen der deutschen Wähler ist gebrochen. Unwiederbringlich." Merz sei mit einem Bauchladen konservativer Versprechen angetreten – Migrationswende, Asyl-Obergrenze, bürgerliche Wirtschaftspolitik – und an ihnen selbst gescheitert. Die Brandmauer hält Grosz nicht für einen Schutzwall gegen die AfD, sondern für den bequemen Weg, die eigenen Versprechen nie einlösen zu müssen: Merz habe gewusst, dass er sie nur mit den Stimmen der AfD hätte umsetzen können. Sein Urteil über die Wahlabende: „Er wollte immer eine Partei halbieren. Das ist ihm gelungen, nämlich die eigene." Auch die SPD sieht Grosz am Ende – in Niedersachsen wurde die AfD sogar in Munster stärkste Kraft, der Heimatstadt des Vizekanzlers Lars Klingbeil. Die neue Volkspartei sei, ob sie es wolle oder nicht, die AfD. Für die Union sei die Lage aussichtslos: Bleibe Merz, setze sich der Abwärtstrend fort; gehe er, folge mit Wüst oder Söder die Fortsetzung der Merkel-Politik. Zum Schluss, mit Schiller: „Geben Sie Demokratie" – und Neuwahlen, die die neuen Mehrheiten abbilden. Gerald Grosz war Abgeordneter im österreichischen Nationalrat und Gemeinderat in Graz. Sein Buch „Ausgemerzt" ist seit zwei Wochen im Handel.

    Thu, 17 Sep 2026
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