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historycast -  Was war, was wird?

historycast - Was war, was wird?

Dr. Almut Finck und Dr. Heiner Wember

Was war, was wird? Der historycast des Verbandes der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e. V. In diesem Podcast werden Diskussionen der Geschichtswissenschaft spannend und anspruchsvoll aufbereitet. Die beiden radioerfahrenen Autor*innen des WDR-Geschichtsformats ZeitZeichen, Dr. Almut Finck und Dr. Heiner Wember, interviewen bekannte Wissenschaftler*innen, die ein Buch zu einem historischen Thema geschrieben haben, das aktuell diskutiert wird. Die Themen bilden zudem die Schulcurricula ab und berühren die großen Fragen unserer Zeit, um dem omnipräsenten Mediengewusel und Fakenews eine seriöse Perspektive gegenüberzustellen. Zu allen Podcasts wurden Unterrichtsmaterialien entwickelt. Diese stehen Ihnen hier kostenfrei zu Verfügung: www.historycast.de Das Projekt wird durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (1. und 2. Staffel), das Ministerium des Inneren (3. Staffel) und die Stiftung Orte der Demokratiegeschichte (4. Staffel) gefördert.

51 - Pacific Palisades: Thomas Manns BBC-Reden aus dem Exil und der Rundfunk der Nachkriegszeit
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  • 51 - Pacific Palisades: Thomas Manns BBC-Reden aus dem Exil und der Rundfunk der Nachkriegszeit

    Die 55 Reden "Deutsche Hörer" von Thomas Mann, aufgenommen in Pacific Palisades bei Los Angeles, waren "Steine in Hitlers Fenster". Ausgestrahlt über den Auslandsdienst der BBC, waren sie eine wiederkehrende Anklage gegen den Hitlerismus. "Hier ist England, hier ist England", mit diesen Worten begannen die Sendungen der BBC. Sie zeichneten ein ungeschöntes Bild der Kriegslage und wurden damit bei den deutschen Hörer*innen glaubwürdig. Der Auslandsdienst wurde geleitet von Hugh Carleton Greene, der nach dem Krieg maßgeblich den Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Bundesrepublik beeinflusste. Ziel war ein staatsfernes, aber gesellschaftlich kontrolliertes Modell nach BBC-Vorbild – als Alternative zu einem Staatsrundfunk und einem rein privatwirtschaftlichem US-System.

    Fri, 25 Sep 2026
  • 50 - Philadelphia 1776: Liberty? Deutschlands Blick auf Amerikas Versprechen

    Am 4. Juli 1776 erklären die Vereinigten Staaten ihre Unabhängigkeit – und machen Freiheit, individuelle Rechte und die Zustimmung der Regierten zum Maßstab legitimer Politik. Mit diesem Anspruch beginnt ein politisches Experiment, das die moderne Demokratie bis heute prägt. Von Anfang an aber ist es voller Widersprüche: Die Erklärung galt keineswegs allen; versklavte Menschen, Indigene und Frauen blieben lange ausgeschlossen. In der ersten Folge der neuen, fünften historycast-Staffel „Über Grenzen. Transnationale Orte und Momente der Demokratiegeschichte“ spricht Almut Finck mit dem Historiker Volker Depkat über die revolutionären Ideen von Philadelphia, ihre Ambivalenzen und ihre Wirkung – auch in Deutschland. Die USA waren und sind, so Depkat, Projektionsfläche großer Hoffnungen und ebenso großer Enttäuschungen. Benjamin Franklin und George Washington galten früh als aufgeklärte, tatkräftige Musterbürger. Viele deutsche Reisende waren dann ernüchtert: Statt eines Volkes von Philosophen trafen sie auf eine Gesellschaft, die ihnen hemdsärmelig, großsprecherisch und materialistisch erschien. Für die 1848er Revolutionärin Mathilde Franziska Anneke wurde das Land der Freiheit zudem zum Ort bitterer Erfahrung: Sklaverei bestand fort, Frauen blieben von politischer Teilhabe ausgeschlossen. Zugleich konnte die Begeisterung für Amerika aber gerade in Deutschland außergewöhnliche Formen annehmen – etwa als Barack Obama hier in seiner zweiten Amtszeit weit populärer war als in den USA.

    Fri, 11 Sep 2026
  • 49 - Im Revier. Von Ruhrpolen, Gastarbeitern und Kriegsflüchtlingen

    Migration gehört im Ruhrgebiet seit 150 Jahren zum Alltag. In der neuen Folge des historycast spricht Almut Finck mit dem Historiker Christoph Nonn darüber, wie Nahwanderer, Ruhrpolen, Zwangsarbeiter, Flüchtlinge und sogenannte Gastarbeiter das Revier geprägt haben – und warum der Mythos vom harmonischen Schmelztiegel viele Konflikte, Brüche und Aushandlungsprozesse eher überdeckt als erklärt. Das Gespräch beleuchtet, wie aus Dörfern mit Kühen auf der Weide eine der größten Industrieregionen Europas wurde, wie Zwangsarbeit und Vertreibung das Gesicht der Region veränderten und weshalb sich seit den 1950er Jahren mit italienischen, spanischen, jugoslawischen und vor allem türkischen Arbeitskräften neue Formen von Gemeinschaft, aber auch Parallelwelten herausbildeten. Christoph Nonn beschreibt das Ruhrgebiet als Labor der modernen Migrationsgesellschaft, in dem sich aktuelle Debatten über Integration, Identität, Strukturwandel und rechtspopulistische Deutungen vor einem langen historischen Horizont lesen lassen.

    Sat, 13 Dec 2025
  • 48 - Wer darf rein? Asyl und Grundgesetz

    Ein Asylrecht entstand in Westdeutschland bereits vor dem Grundgesetz. Es war in der amerikanischen und britischen Zone geschaffen worden, um den massenhaft Zustrom von Flüchtlingen aus Ostdeutschland zu begenzen. Mit solchen Erkenntnissen überrascht der Historiker Michael Mayer im historycast. Er hat sich für seine Habilitationsschrift zehn Jahre lang mit dem Thema Asyl und Grundgesetz beschäftigt. Und betont, dass mit dem Asylrecht der Staat Rechtsmittel in die Hand bekommt: "Mit der Formulierung `Politisch Verfolgte genießen Asylrecht´ habe ich ein Mittel, um zu entscheiden: Wer darf bleiben und wer darf nicht bleiben". Mayer relativiert die Bedeutung des Asylrechts für die Migration nach Deutschland, da ein Großteil der Migranten in Deutschland nur geduldet seien und damit jederzeit abgeschoben werden könnten oder rechtlich unter die Genfer Flüchtlingskonvention fielen. Mayer sieht nationale Alleingänge in der Asylpolitik kritisch und betont, dass es nur europäische Lösungen geben könne. Die EU habe ihre Außengrenzen bereits massiv verschärft, und mit dem europäischen Asylsystem würden Schnellverfahren für Menschen aus sogenannten sicheren Drittstaaten eingeführt. "Die EU ist auf dem richtigen Weg und hat die richtigen Lösungen."

    Fri, 28 Nov 2025
  • 47 - Wurzeln schlagen? Jüdisches Leben in Deutschland von 1945 bis heute

    Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945 – wer blieb nach der Shoah im Land der Täter, wer kehrte aus dem Exil zurück, und wie gelang der Aufbau neuer Gemeinden? In der neuen Folge des historycast spricht Almut Finck mit der Soziologin Karen Körber vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. Das Gespräch beleuchtet, welche Überlebensstrategien jüdische Familien nach 1945 fanden, wie sie Isolation und Antisemitismus erfuhren und überwanden und was sie überhaupt zum Dableiben oder Rückkehren bewegte. Karen Körber schildert, wie jüdisches Leben in den Nachkriegsjahren zwischen provisorischer Gemeinschaft und Emigrationsdruck nach Israel aussah und wie Migrationen aus Osteuropa und sogar dem Iran seit den 1950er Jahren das Gemeindeleben prägten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Zuwanderung sogenannter Kontingentflüchtlinge aus der Sowjetunion in den 1990er Jahren, die das jüdische Leben in Deutschland grundlegend veränderte. Schließlich geht es um die heutige Vielgestaltigkeit jüdischer Identität und um aktuelle Erfahrungen neuer Migration – etwa junger Israelis seit den 2010er Jahren – im Spannungsfeld von Chancen, Selbstbehauptung und aktuellen Bedrohungen.

    Fri, 14 Nov 2025
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