Podcasts by Category

Aus dem Leben

Aus dem Leben

SR

Für SR 3 Saarlandwelle unterhält sich Uwe Jäger mit spannenden Gästen über alles, was direkt "Aus dem Leben" kommt. Das Besondere dabei ist, dass er Zeit für das Gespräch mit seinen Gästen hat und in die Tiefe gehen kann.

560 - mit dem Historiker Oliver Siebisch
0:00 / 0:00
1x
  • 560 - mit dem Historiker Oliver Siebisch

    Bis Mitte der 1950er-Jahre war in vielen saarländischen Kinos vor dem eigentlichen Hauptfilm eine saarländische Wochenschau zu sehen. Gezeigt wurden kurze Filme über die Politik im damals teilautonomen Saarland unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann, über die Rückkehr der letzten Kriegsheimkehrer aus Russland bis hin zu Besuchen von Filmstars wie Hans Albers oder Fußballspielen des 1. FC Saarbrücken. Doch unabhängig des jeweiligen Themas diente die Wochenschau stets als Sprachrohr der saarländischen Regierung auf ihrem Weg zur Anerkennung als autonomer Saarstaat und zur Förderung dessen europäischen Integration. Heute befindet sich ein Teil der Filme, die damals mithilfe der französischen Produktionsfirma Gaumont-Actualités für die Vorführung in den saarländischen Kinos produziert wurden, digitalisiert im Archiv des Saarländischen Rundfunks. Dieses Archivmaterial sowie vereinzelte Produktionsunterlagen im Saarländischen Landesarchiv hat der Historiker und Referent bei der Union Stiftung, Dr. Oliver Siebisch, erstmals umfassend wissenschaftlich untersucht. Daraus ist sein Buch "Die saarländische Kinowochenschau. Ein Medium der Regierung des Saarlandes 1949–1956" entstanden. Als Historiker und Referent der Union Stiftung beschäftigt sich Oliver Siebisch unter anderem mit erinnerungskulturellen und identitätsstiftenden Themen des Saarlandes. In SR 3 "Aus dem Leben" unterhält sich der Historiker mit Gastgeber Uwe Jäger über die Besonderheiten der saarländischen Kinowochenschau und darüber, warum sie für ihn ein "einzigartiges Bewegtbildgedächtnis des teilautonomen Saarstaates" ist.

    Wed, 23 Sep 2026
  • 559 - mit Marianne Koch

    Mut, Zuversicht und Selbstvertrauen zeichnen Marianne Koch bis heute aus. Am. 19 August 2026 ist die erfolgreiche Schauspielerin, leidenschaftliche Internistin, gefragte Medizinjournalistin und Buchautorin 95 Jahre geworden. In ihrem Buch "Mutig sein!" blickt sie auf ihr abenteuerliches Leben zurück. Ein Leben, das von vielen Zufällen, aber auch von ihrem Wunsch geprägt ist, Ärztin zu werden. 1931 im Süden Münchens geboren, wächst Marianne Koch in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs auf. Keine einfache Zeit. Doch dank der Zuversicht ihrer Mutter erlebt Marianne Koch gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder eine gute Kindheit. Bereits mit 17 Jahren macht sie Abitur und erhält dank ihrer guten Noten ein Stipendium, mit dem sie Medizin studiert. Neben dem Studium jobbt sie bei den Bavaria Filmstudios. Dort wird sie 1950 per Zufall für den Film "Der Mann, der zweimal leben wollte" entdeckt. Als der Film im Kino läuft, sitzt Marianne Koch wieder im Hörsaal und büffelt Anatomie und Biochemie. Doch es folgen schnell weitere Rollenangebote, auch für größere Rollen. Als die sich nicht mehr mit ihrem Medizinstudium verbinden lassen, legt sie an der Uni eine kleine Pause ein. Daraus werden 20 Jahre und eine Filmkarriere, die sie bis nach Hollywood führt. Neben großen Stars der damaligen Zeit, wie Curt Jürgens in "Des Teufels General" gelingt ihr neben Clint Eastwood in dem Italo-Western "Für eine Handvoll Dollar" von Regisseur Sergio Leone ein Welterfolg. Neben ihrer Arbeit beim Film trifft Marianne Koch in Hollywood als erwachsene Frau mit Anfang 30 zum ersten Mal bewusst ihren leiblichen Vater Rudolf Schindler. Ein weltweit renommierter Gastroenterologe, der 1934 vor den Nazis in die USA emigriert war. Auch Marianne Koch kehrt trotz ihrer erfolgreichen Filmkarriere Anfang der 70ziger Jahre zur Medizin zurück und beendet ihr Studium. Nach der Arbeit als Internistin in einer Klinik, eröffnet sie mit drei Kollegen eine Praxis am Münchner Ostbahnhof. Der Kontakt zu ihren Patienten war ihr dabei immer wichtig. Umso schwerer fällt es ihr, als sie mit 68 ihre Praxis unfreiwillig aufgeben muss. Doch Marianne Koch findet einen Weg auch ohne eigene Praxis, Ärztin zu bleiben. Sie schreibt Medizinbücher, wie "Mein Gesundheitsbuch" und übernimmt für 25 Jahre die Moderation der Sendung "Gesundheitsgespräch" beim Bayerischen Rundfunk. Neben ihrer Arbeit als Ärztin war sie viele Jahre weiter im Fernsehen zu sehen. Unter anderem in der Rateshow "Was bin ich?" mit Robert Lembke und der Talkshow "3 nach 9". In SR 3 "Aus dem Leben" unterhält sich Marianne Koch mit Gastgeber Uwe Jäger über ihr abenteuerliches Leben und wie man mit Verstand altern kann. Außerdem verrät sie, warum sie dem Nebel in Saarbrücken ihr privates Glück verdankt und wieso sie auch mit 95 noch Freude daran hat, immer wieder Neues auszuprobieren.

    Wed, 16 Sep 2026
  • 558 - mit der Krimiautorin Nele Neuhaus

    Nele Neuhaus ist eine der erfolgreichsten und beliebtesten Krimiautorinnen Deutschlands. Ihre Taunuskrimis wurden weltweit millionenfach verkauft und mehrfach verfilmt. "Alles wird Asche" ist bereits der 12. Fall für ihr Ermittlerduo Pia Sander und Oliver von Bodenstein und ist direkt wieder auf Platz 1 der Bestsellerlisten gelandet. Ihr neuer Taunuskrimi spielt in der KI-Branche im Umkreis eines tödlich verunglückten Tech-Milliardärs, der einen bahnbrechenden KI-Chatbot entwickelt hat. Die Bestsellerautorin ist bekannt dafür, in ihren Krimis immer wieder aktuelle Themen aufzugreifen. Schon als Kind hat Nele Neuhaus angefangen mit Füller in Schulhefte Geschichten zu schreiben. Teilweise im Auftrag ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Oft waren das Pferdegeschichten. Die schreibt die Pferdeliebhaberin neben ihren Taunuskrimis bis heute sehr erfolgreich für Jugendliche. Ihr Weg zur Bestsellerautorin klingt selbst wie die Geschichte eines Romans. Neben der Arbeit in der Fleischfabrik ihres damaligen Mannes und der Versorgung der gemeinsamen Pferde, schreibt sie ihren ersten Roman "Unter Haien", der unter Investmentbankern in New York spielt. Als sie dafür keinen Verlag findet, druckt sie das Buch selbst. Die erste Auflage von 500 Exemplaren bezahlt sie mit Geld von ihrem Sparbuch, krempelt die Ärmel hoch, klappert Buchhandlungen ab, organisiert selbst ihre erste Lesung und verkauft ihren Roman neben der Arbeit an der Kasse in der Metzgerei ihres Ex-Manns. Durch ihre Entschlossenheit verkauft sie im Selbstverlag 45.000 Bücher. Das Geld investiert sie immer wieder in den Druck ihres nächsten Buchs. Irgendwann meldet sich aufgrund ihres Erfolges doch ein Verlag, und ihre Erfolgsgeschichte dauert bis heute an. Inzwischen wurden auch alle ihre bisherigen Taunuskrimis erfolgreich verfilmt, unter anderem für das ZDF. Aus ihrem großen Erfolg "Schneewittchen muss sterben" wurde eine K-Drama-Serie in Südkorea, wo ihre Kriminalgeschichten ebenfalls sehr erfolgreich sind. Ihr Taunuskrimi "Monster" ist demnächst als sechsteilige Miniserie in Deutschland zu sehen. Darin steht Nele Neuhaus als Apothekerin mit ihrer ersten Sprechrolle auch selbst vor der Kamera. 1967 in Münster geboren, wächst Nele Neuhaus zunächst in Paderborn auf, bevor sie ab ihrem 11. Lebensjahr mit ihrer Familie im Taunus lebt, der bis heute ihr Zuhause ist. In ihrem Leben hatte Nele Neuhaus immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Unter anderem hat sie vor einigen Jahren eine neue Herzklappe bekommen und hatte mit starke Wirbelsäulenprobleme zu kämpfen. Doch sie lässt sich von den gesundheitlichen Rückschlägen nicht unterkriegen. Dabei hat ihr auch immer wieder das Schreiben geholfen. In SR 3 "Aus dem Leben" unterhält sich Nele Neuhaus mit Gastgeber Uwe Jäger über ihren neuen Taunuskrimi, ihren außergewöhnlichen Weg zur Bestsellerautorin und darüber, wie sie sich trotz vieler Rückschläge nicht hat entmutigen lassen.

    Tue, 08 Sep 2026
  • 557 - mit Zoodirektor Konstantin Ruske

    00 Jahre Neunkircher Zoo SR 3 "Aus dem Leben" am 1. September mit Zoodirektor Konstantin RuskeDer Neunkircher Zoo wird in diesem Jahr 100. Seine Geschichte beginnt 1926 mit den Aquarien- und Terrarien-Freunden Neunkirchen. Die nutzten den Neunkircher "Jedermannsbrunnen" zunächst als Quelle für ihre Aquarien. Dann legten sie rund um den Brunnen mehrere Fischteiche an und veranstalteten dort Ausstellungen. Im Laufe der Zeit kamen vom Marder über Eichhörnchen bis zu Vögeln immer weitere Tiere zur Pflege dazu. Später auch Braunbären, eine Gruppe Rhesusaffen und zwei Löwenbabys. Ein Zoo war zunächst allerdings nicht geplant. Der entwickelte sich dann durch das bürgerschaftliche Engagement erst nach und nach in den 30er-Jahren – inklusive Zoogaststätte. Nachdem der Zoo 1942 wegen des Zweiten Weltkriegs aufgelöst werden musste, eröffnete er 1948 zunächst als städtischer Tiergarten wieder und entwickelte sich über die Jahrzehnte zum heutigen Zoo. Alligatoren, Bären, Elefanten, Giraffen, Löwen, Pumas, Tiger und Affen sorgten in der Zeit bei vielen Saarländern für besondere Zooerinnerungen. Heute leben im Neunkircher Zoo auf 21 Hektar 600 Tiere aus 120 Arten. Der Schwerpunkt des Zoos liegt auf asiatischen Tierarten. Darunter auch noch immer Elefanten und Orang-Utans. Der Zoo spielt im Rahmen von Europäischen Zuchtprogrammen eine wichtige Rolle beim Erhalt von Tierarten, etwa bei Schneeleoparden, selteneren Fanalokas oder der vietnamesischen Langnasennater. Die Quelle des "Jedermannsbrunnen" gibt es noch immer. Sie spendet inzwischen das Wasser für die Pinguineanlage. Direktor des Neunkircher Zoos ist seit fünf Monaten Konstantin Ruske. Für den Ostberliner geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung, sagte er bei seiner Amtseinführung. Den Neunkircher Zoo kennt der Diplom-Biologe schon seit vielen Jahren und entschied sich bewusst für den Job im Saarland, obwohl er über 700 Kilometer von seiner Heimat Berlin entfernt ist. In den letzten Monaten ist er tief in die Geschichte des Neunkircher Zoos eingetaucht. Gemeinsam mit seinem Vorgänger und langjährigen Zoodirektor Dr. Norbert Fritsch und Obertierpfleger Dirk Backes hat er für die Zoochronik alte Anekdoten recherchiert und aufgeschrieben. Als Sammler historischer Zooplakate freute sich Konstantin Ruske besonders darauf, auch das Zooplakat zum 100-jährigen Jubiläum des Neunkircher Zoos zu gestalten. Darauf ist ein Orang-Utan zu sehen, der inzwischen auch das Wappentier des Zoos ist. Neben seiner Begeisterung für Zoo und Tiere liebt es Konstantin Ruske seit seiner Kindheit, Tiere zu zeichnen. Von klein auf war er Dauerbesucher im Berliner Tierpark und ist dort bis heute ehrenamtlich engagiert. Später studierte er an der FU Berlin Biologie. Seit 18 Jahren arbeitet er in Zoos: auf Teneriffa, als Kurator in Leipzig und Magdeburg. Zuletzt war er im Tier-, Freizeit- und Saurierpark Germendorf in Brandenburg tätig.

    Wed, 02 Sep 2026
  • 556 - mit dem Geographen Markus Philipp

    Vom Schnaps bis zur Buslinie ist die Geologie laut Markus Philipp im Saarland an allem schuld. Und die ist für den Diplom-Geographen in seiner Heimat mit ihren Gaulandschaften im Saargau und Bliesgau, dem Vulkanismus im Nordsaarland, ihren feingeschwungenen Hügellandschaften, der Kohle und den Erzen sowie ihrer Grenzlage zu Frankreich und Luxemburg geologisch nicht nur abwechslungsreich, sondern immer wieder aufs Neue spannend. Schon als Kind hat sich Markus Philipp für Steine und Erdgeschichte begeistert. Später hat er an der Universität des Saarlandes Geographie, Geologie und Französisch studiert. Seine Diplomarbeit hat er über den Gipsabbau in Lothringen geschrieben und erkundete dafür Steinbrüche in schwindelerregender Höhe. Bis heute fühlt er sich nicht wohl, wenn er irgendwo unterwegs ist und geologisch nicht weiß, auf was er rumläuft. So hat er auch im Urlaub immer eine geologische Karte im Gepäck. Überhaupt besucht der Geograph auf Reisen lieber einen Steinbruch als den Strand. Als Reiserinnerung bringt er dann gerne Steine für seine Sammlung mit. Sein Wissen über die Geologie, Landschaftskunde und Geschichte des Saarlandes und Lothringens teilt er als nebenberuflicher Gästeführer, Exkursionsleiter, Dozent an der Volkshochschule und Autor in Büchern wie: "Saarbrücker Spurensuche", "Lexikon Saarbrücker Straßennamen" oder "Nur ein kleines Stückchen Papier? Die Geschichte des Saarbrücker Fahrscheins". Hauptberuflich arbeitet Markus Philipp als Verkehrsplaner in leitender Funktion im öffentlichen Nahverkehr und besitzt seit fast 20 Jahren den Busführerschein. Immer wieder hat er selbst im Linienverkehr oder bei Sonderfahrten hinter dem Bussteuer gesessen. Damit hat er eine weitere seiner Leidenschaften zum Beruf gemacht. Neben Steinen sammelt er Fahrpläne, Fahrscheine, Postkarten, Alltagsgenstände und Bücher zur Geschichte des Öffentlichen Nahverkehrs, Brauereien, Bergbau und Währungsgeschichte. Er betreibt das ÖPNV- und Regionalarchiv Saarbrücken zum Nahverkehr der Stadt mit Bibliothek zu Geschichte und Entwicklung Saarbrückens und seiner Umgebung. In SR 3 "Aus dem Leben" unterhält sich mit Gastgeber Uwe Jäger darüber, wie sich die Geologie auf die Geschichte, Kultur und die Landschaft des Saarlandes ausgewirkt.

    Wed, 26 Aug 2026
Show More Episodes