Podcasts by Category
Wahlkreis Ost - Der Politik-Podcast aus Leipzig

Was bewegt den Osten und was sagt das über Deutschland aus? Warum tickt er anders, warum wählt er anders? Was bedeutet es wiederum für die Menschen zwischen Rügen und Erzgebirge, was in der Hauptstadt ausgehandelt und beschlossen wird. Dieser Podcast erklärt politische und gesellschaftliche Ereignisse, ordnet Debatten ein und sucht nach den Geschichten hinter den Schlagzeilen. Mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft werden Zusammenhänge verständlich gemacht und Perspektiven eröffnet, die im täglichen Nachrichtenstrom oft zu kurz kommen. Alle 14 Tage neu, immer freitags.
- 138 - AfD-Wahlsieg: Ist die Brandmauer ein Fehler?
Kompliziert, unübersichtlich, noch nie dagewesen – so könnte man die aktuelle politische Lage in Sachsen-Anhalt beschreiben. Die AfD hat haushoch gewonnen, braucht aber einen Partner. Es gibt Gespräche mit dem BSW und noch nichts Konkretes. Die CDU, der krachende Verlierer der Wahl, sortiert sich neu und versucht, nicht im Chaos zu versinken. Wie also geht es weiter in Sachsen-Anhalt? Darüber spricht Host Malte Pieper in dieser Folge von "Wahlkreis Ost" mit dem Politikwissenschaftler Christian Stecker. Er ist gespannt, wie eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt, wenn es sie geben wird, aussieht. Stecker vermutet, dass die Bundesführung um Alice Weidel deutlichen Einfluss nehmen wird, um bundespolitische Ambitionen der Partei nicht zu gefährden. Vor allem aber geht es Stecker um die Brandmauer zur AfD. Die habe am Wahlsonntag auch zur Wahl gestanden und sei abgewählt worden. Stecker glaubt, dass die "Brandmauer-Ultras" für den Aufstieg der AfD mitverantwortlich sind. Die anderen Parteien müssten einen neuen Umgang mit der AfD finden, bei allen Gefahren, die das möglicherweise mit sich bringt. Podcast-Tipp: 11KM: der tagesschau-Podcast - CDU nach Sachsen-Anhalt: Was nun, Herr Merz? Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 11 Sep 2026 - 50min - 137 - Das AfD-Beben von Sachsen-Anhalt: Wer regiert jetzt?
Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat ein politisches Beben erzeugt, das Deutschland nachhaltig verändern könnte. Aber wer wird nun regieren? Das ist am Tag nach der Wahl völlig unklar. "Es wird verdammt kompliziert", sagt die MDR-Korrespondentin für Sachsen-Anhalt, Doreen Jonas. Dem Land stehe ein harter Ritt bevor. Denn noch ist völlig unklar, wie bei einer Ministerpräsidentenwahl im Landtag eine Mehrheit zustande kommen soll. Ulrich Siegmund will regieren und hat mit diesem fulminanten Ergebnis den ersten Zugriff. Er will es aber nur versuchen, wenn er eine klare Mehrheit hinter sich hat. Wie die zustande kommen soll, bleibt offen. Siegmund scheint auf Abweichler bei der CDU zu hoffen. Und auch beim BSW können sich einige eine Zusammenarbeit offenbar vorstellen. Fest steht bereits jetzt: Sachsen-Anhalt hat Geschichte geschrieben. Das Land ist politisch gespalten. Viele Menschen gibt der AfD-Sieg Hoffnung. Andere trifft das blanke Entsetzen. Und: Der tragische Held dieser Geschichte heißt Sven Schulze. Wird er zurücktreten? Im zweiten Teil des Podcasts spricht Host Malte Pieper mit dem Satiriker Ingmar Stadelmann und dem Politikwissenschaftler Christoph Meißelbach über die Wahl und die Folgen. Stadelmann sagt mit ironischem Unterton: "Die gute Nachricht ist: Die Menschen glauben an die Demokratie. 80 Prozent gehen wählen." Die Wahl sei vielleicht eine Art Brexit- oder MAGA-Moment für Deutschland. Der Ball liege nun bei Herrn Siegmund. Dessen Partei sei präsent und modern, wie keine andere. Meißelbach kann nicht nachvollziehen, wie ratlos die anderen Parteien nach der Wahl wirken. Die Situation, die nun eingetreten sei, habe sich seit Jahren abgezeichnet. Und trotzdem habe niemand ein Mittel. Das müsse sich ändern. Jeder von uns müsse seine Haltung hinterfragen. Dabei geht es in dieser Folge auch um die Frage, ob Deutschland eine Paartherapie braucht. Podcast-Tipp: 0630 - der News-Podcast *Hinweis der Redaktion: Wir hatten im zweiten Teil der Aufzeichnung technische Probleme mit der Leitung zu Ingmar Stadelmann. Wir bitten das zu entschuldigen. Wie es nach der Wahl in Sachsen-Anhalt weitergeht, das verfolgen wir weiter. Die nächste Folge von Wahlkreis Ost wird es deswegen schon am Freitag, dem 11. September, geben. Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Mon, 07 Sep 2026 - 48min - 136 - Sachsen-Anhalt: Das war der Wahlabend
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD hat einen Rekordsieg eingefahren. Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden. Wir bieten Zahlen, Einordnungen und Reaktionen.
Sun, 06 Sep 2026 - 56min - 135 - Showdown in Sachsen-Anhalt
Viel wurde in den vergangenen Wochen und Monaten berichtet, nun ist es so weit: Sachsen-Anhalt wählt. Am Sonntag sind 1,7 Millionen Menschen aufgerufen, abzustimmen. Das Wahlergebnis wird bundesweit verfolgt und dürfte Auswirkungen über die Landesgrenzen hinaus haben. Grund genug, die Ausgangslage noch einmal abzubilden. Host Malte Pieper macht Euch in dieser Folge von "Wahlkreis Ost" fit für den Wahltag. Mit dabei ist Doreen Jonas, die MDR-Landeskorrespondentin für Sachsen-Anhalt. Sie kennt das Land, die Menschen und vor allem die wichtigsten Akteure bei dieser Wahl sehr gut und berichtet aus einem Bundesland, in dem es derzeit so politisch und emotional zugeht, wie sonst kaum. Diese Wahl bringt buchstäblich die Massen auf die Straße, vor allem bei der AfD, aber beispielsweise auch bei den Linken. Über allem steht die Frage, wie stark die AfD am Ende sein wird. Die hat laut Jonas einen Wahlkampf nach US-Vorbild hingelegt. Der CDU droht ein historisch schlechtes Ergebnis. Dabei spielt auch der Kanzler Friedrich Merz eine Rolle. Und entscheidend ist auch die Frage, wer es über die 5-Prozent-Hürde schafft – und wer nicht. Podcast-Tipp: 15 Minuten. Der tagesschau-Podcast am Morgen Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 04 Sep 2026 - 51min - 134 - Demokratie unter Druck: Was die Politik aus dem AfD-Boom lernen muss
Im Osten spielt die AfD in einer eigenen Liga. Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht sogar eine absolute Mehrheit für sie im Raum. Wie konnte es so weit kommen? Darüber spricht Host Malte Pieper in dieser Folge des Podcasts "Wahlkreis Ost" mit Raj Kollmorgen. Er ist Soziologe an der Hochschule Zittau/Görlitz und einer der profundesten Kenner der ostdeutschen Seele. Kollmorgen warnt davor, die Partei als rein ostdeutsches Phänomen zu betrachten. Auch im Westen gebe es breite Strömungen, die mit unserer Demokratie in ihrer jetzigen Form nicht mehr zufrieden sind. "Viele Menschen sind es so satt, dass es ihnen bis zu einem gewissen Grade wirklich egal ist, was die AfD verspricht. Sie wollen den Bruch, sie wollen die tatsächliche radikale Alternative", so Kollmorgen. Mit den aktuellen Wahlergebnissen komme die Demokratie an ihre Grenzen. Kollmorgen plädiert deswegen für einen radikalen Neustart. Es gehe darum, systematisch mit dem Volk ins Gespräch zu kommen, auch mit den AfD-Sympathisanten. Es müssten neue Wege der politischen Zusammenarbeit gefunden werden, selbst mit der AfD. Wie er sich das genau vorstellt, erklärt Kollmorgen im Podcast. Podcast-Tipp: Der verbotene Vater Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Mon, 31 Aug 2026 - 55min - 133 - AfD will Staatsverträge kündigen: Was wird aus MDR und ARD?
Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist der Mitteldeutsche Rundfunk selbst zum Thema geworden. Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat angekündigt, im Falle einer Regierungsübernahme die Rundfunkstaatsverträge sofort zu kündigen. In dieser Folge des Podcasts "Wahlkreis Ost" spricht Host Malte Pieper darüber mit Boris Lochthofen, dem Programmdirektor des MDR. Lochthofen erklärt, welche Folgen eine Kündigung des Staatsvertrags konkret hätte und welche Einschnitte dem MDR und Sachsen-Anhalt dann drohen. "Netflix wird nicht morgen aus Stendal berichten", sagt er beispielsweise. Außerdem geht es um Versäumnisse des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, um Skandale und Vertrauensverlust, um das kontroverse Gebührenthema, um Reichweiten, Regionalität, Sparsamkeit, die Zukunft der Medien und letztlich um die Demokratie. Podcast-Tipp: Ungebremst – Der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt – Bonusfolge "Nach dem Urteil" Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 28 Aug 2026 - 31min - 132 - Die Wirtschaftspläne der AfD: "Ein Luftschloss" | Mit Reint Gropp
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist nicht gut. Das spielt auch im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt eine Rolle. Doch welche Partei hat die richtigen Ideen, um die Wirtschaft zu stärken? Darüber spricht Host Malte Pieper in dieser Folge des Podcast "Wahlkreis Ost" mit jemandem, der es wissen muss: Zu Gast ist Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle. Gropp sagt, Sachsen-Anhalt könne wirtschaftlich durchaus punkten. Es habe gute Universitäten und locke Unternehmensansiedlungen mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien. Die Stimmung sei dennoch miserabel und das habe viel mit Bundeskanzler Merz und der Lage in Berlin zu tun. Und mit einem mangelnden Selbstbewusstsein. Vom sachsen-anhaltischen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) würde er sich eine Vision für die Zukunft wünschen. Der trete aber im Wahlkampf viel zu defensiv auf. Die AfD biete dagegen zumindest eine Zukunftsperspektive, auch wenn die wirtschaftlich wenig Sinn mache. "Ein Luftschloss", so Gropp zu den zahlreichen Maßnahmen, die die AfD plant. Die kosteten viel, brächten aber wenig. Zudem sei unter der AfD mit einem noch massiveren Fachkräftemangel zu rechnen, weil Menschen mit Migrationshintergrund wegziehen würden. Die Leidtragenden seien paradoxerweise vor allem jene Menschen, die die AfD wählten. Podcast-Tipp: "Marinics Freiheit" Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Sun, 23 Aug 2026 - 38min - 131 - Siegmund, Schulze und das BSW | Mit Cornelius Pollmer
In Sachsen-Anhalt führt die AfD drei Wochen vor der Landtagswahl in den Umfragen deutlich. Doch was erklärt diesen Erfolg? Und warum tut sich die CDU so schwer, dagegenzuhalten? Malte Pieper spricht mit Cornelius Pollmer, Leiter von ZEIT im Osten, über die politischen Kräfteverhältnisse im Land. Es geht um den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund, den Pollmer als „Selfie-König“ beschreibt. Um Ministerpräsident Sven Schulze im schwierigen Wahlkampf, mit dem Pollmer mitgeradelt ist. Und um die Frage, ob und wie das BSW nach der Wahl zum entscheidenden Faktor werden könnte. Außerdem diskutieren sie die Zukunft der Brandmauer, mögliche Regierungsbündnisse und die Frage, warum sich viele Menschen von der Politik nicht mehr vertreten fühlen. Noch mehr Informationen bekommen Sie in unserem Newsletter zur Wahl in Sachsen-Anhalt. Newsletter Unser Podcast-Tipp: Vor 33 Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 14 Aug 2026 - 48min - 130 - Schulze: Das Hauptthema sind Jobs und Arbeitsplätze
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Im Deep Talk zu Gast ist CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze. Was ist seine Vision für das Land, was treibt ihn an, was will er verändern?
Tue, 11 Aug 2026 - 30min - 129 - Siegmund: Wir müssen es aus eigener Kraft schaffen
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Im Deep Talk zu Gast ist AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Was ist seine Vision für das Land, was treibt ihn an, was will er verändern?
Mon, 10 Aug 2026 - 30min - 128 - Das Phänomen Schwesig - Warum MV anders wählt
In Mecklenburg-Vorpommern scheint die politische Lage völlig anders zu sein als in Sachsen-Anhalt. Während die AfD vielerorts den Ton angibt, kann die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig laut aktuellen Umfragen weiterhin auf starke Unterstützung bauen. Warum gelingt Schwesig, was vielen Sozialdemokraten in Ostdeutschland nicht gelingt? Welche Rolle spielen Amtsbonus, kostenlose Kita und die lange SPD-Regierungstradition im Nordosten? Und warum könnte für die AfD trotz hoher Zustimmungswerte eine Regierungsbeteiligung außer Reichweite bleiben? Malte Pieper spricht in "Wahlkreis Ost" mit Stefan Ludmann vom NDR Podcast "MV im Fokus" über die politische Ausgangslage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, über die besondere Stärke der SPD, die Strategie der AfD und mögliche Koalitionen nach dem Wahltag. Außerdem geht es um die Frage, warum die CDU zwischen SPD und AfD zunehmend aufgerieben wird und welche Folgen die Wahl auch für den Osten insgesamt haben könnte. Noch mehr Informationen bekommen Sie in unserem Newsletter zur Wahl in Sachsen-Anhalt. Newsletter Unser Podcast-Tipp: Oma, lass reden Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 07 Aug 2026 - 37min - 127 - Von Angern: Ich will ein Land ohne Armut
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Im Deep Talk zu Gast ist die Spitzenkandidatin der Linken, Eva von Angern. Was ist ihre Vision für das Land, was treibt sie an, was will sie verändern?
Thu, 06 Aug 2026 - 30min - 126 - Willingmann: Forschung schafft Zukunft für Sachsen-Anhalt
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Im Deep Talk zu Gast ist SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann. Was ist seine Vision für das Land, was treibt ihn an, was will er verändern?
Wed, 05 Aug 2026 - 29min - 125 - Sziborra-Seidlitz: Wir können von Erneuerbaren leben
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Im Deep Talk zu Gast ist die Spitzenkandidatin der Grünen, Susan Sziborra-Seidlitz. Was ist ihre Vision für das Land, was treibt sie an, was will sie verändern?
Tue, 04 Aug 2026 - 30min - 124 - Die Minderheitsregierung: Rettung für die Demokratie oder Dauerkrise?
Auch die neuen Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigen: Klare Mehrheiten sind derzeit nicht in Sicht. Damit rückt ein Modell in den Fokus, das lange als Ausnahme galt: die Minderheitsregierung. Doch wie regiert man eigentlich, wenn die eigene Mehrheit fehlt? Zu Gast bei Julia Kastein sind Politikwissenschaftler Oliver Lemke und Uta Deckow, Host von "Sachsen-Politik-Podcast". Sie sprechen über Erfahrungen aus Sachsen und Thüringen, das historische Magdeburger Modell in Sachsen-Anhalt und die Frage, warum Minderheitsregierungen heute häufiger sind als früher. Geht es dabei um pragmatische Lösungen für eine zersplitterte Parteienlandschaft oder um ein Symptom einer tiefergehenden politischen Krise? Und stärkt das Regieren ohne feste Mehrheiten am Ende die politische Mitte oder die Ränder? Unser Podcast-Tipp: Warum gibt es in Deutschland eine Schulpflicht und was würde ihre Abschaffung bedeuten? Im Podcast: Die großen Fragen in 10 Minuten Noch mehr Informationen bekommen Sie in unserem Newsletter zur Wahl in Sachsen-Anhalt. Newsletter Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 31 Jul 2026 - 53min - 123 - Vom Osten lernen? Nora Seitz über Merz und die Regierungsbilanz
In dieser Folge geht es um die Wurst und um Politik. Das politische Berlin hat sich in die Sommerpause verabschiedet und vorher noch einige Reformen auf den Weg gebracht. Die Beliebtheitswerte der Bundesregierung sind derweil ausbaufähig. Ein guter Zeitpunkt für eine spezielle Sommerbilanz. Die ziehen wir mit Nora Seitz, Fleischermeisterin aus Chemnitz und CDU-Bundestagsabgeordnete. Host Julia Kastein spricht mit ihr darüber, wie sie erst Fleischermeisterin und dann Politikerin wurde. Seitz erzählt auch, wie man dem Handwerk eine Stimme gibt in der Politik und in welchem kritischen Moment ihr Kanzler Friedrich Merz zugehört hat. Seitz sagt, welche Probleme sie mit der Renten- und mit der Gesundheitsreform hat, die sie im Bundestag mitgetragen hat. Die Gesundheitsreform sei ehrlicherweise keine echte Reform, sondern ein Sparplan. Und sie erklärt, warum sie von folgendem Satz überzeugt ist: "Vom Osten lernen, heißt siegen lernen." Zu Beginn des Podcasts spricht Host Julia Kastein mit Jens Hänisch über die Wahl in Sachsen-Anhalt. Er koordiniert für den MDR die Berichterstattung zur Wahl und bringt dazu einen sehr lesenswerten Newsletter heraus. Abo-Empfehlung! Hier geht es zum Newsletter! Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 17 Jul 2026 - 48min - 122 - Claus Weselskys Generalabrechnung mit der Politik
Die deutsche Politik steckt in einer Vertrauenskrise. Viele Menschen wenden sich von den Parteien der Mitte ab und wählen die AfD. Was also läuft falsch in unserem Land? Claus Weselsky hat dazu eine klare Meinung. Der Ehrenvorsitzende der Gewerkschaft der Lokführer ist CDU-Mitglied und bekannt für schonungslose Analysen, klare Kante und ein hartes Urteil. Mit ihm sprechen Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier in dieser Folge des Podcasts Wahlkreis Ost. Weselsky arbeitet sich an vielen Bereichen der Politik ab. Er findet, der Lobbyismus habe zu viel Einfluss. Die Politikschaffenden würden vor Wahlen Dinge versprechen, die sie danach nicht einlösten. Es gebe viele Berufspolitiker ohne Rückgrat und keine gute Diskussionskultur. Skandale würden einfach nur ausgesessen, anstatt dass es mal einen Rücktritt gebe. Aus all diesen Gründen, so Weselsky, ziehe es die Menschen zur AfD. Seine Partei, die CDU, mache im Umgang mit der AfD den gleichen Fehler wie schon nach der Wiedervereinigung mit den Linken. Und Kanzler Merz: "Er hat mich maximal enttäuscht." Was tun? Kopf in den Sand stecken? Auch keine gute Lösung, sagt Weselsky. Ins Machen kommen wäre besser. Podcast-Tipp: MDR Investigativ zu den Vulkangruppen Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 03 Jul 2026 - 50min - 121 - Pleite, Protest, Politik-Frust: Kommunen schlagen Alarm
Die Kommunen in Deutschland darben seit Jahren. Stephan Meyer, Landrat von Görlitz, kann davon ein (Klage)Lied singen. Der CDU-Politiker sagt, sein Landkreis müsse Jahr für Jahr neue Schulden aufnehmen, um überhaupt seine Pflichtaufgaben zu leisten. Selbst, wenn er alle freiwilligen Ausgaben – beispielsweise für Musikschulen, Sportförderung und Kultur – streichen würde, stände noch ein dickes Minus. Da laufe etwas gewaltig falsch. Und das habe Folgen: Die schlechte finanzielle Ausstattung der Kommunen gefährde die Demokratie und treibe die Menschen in die Arme der AfD. Es brauche mehr Gelder von Bund und Ländern. Außerdem müssten Leistungen gekürzt werden, auch wenn das unpopulär sei. "Dieses gesamtgesellschaftliche Verständnis, das wir jetzt über die Verhältnisse leben und damit dann aber auch unsere Gemeinschaft sehr gefährden, das macht mir Sorge", so Meyer. Es brauche "fundamentale Reformen". Zum Beginn des Podcasts "Wahlkreis Ost" sprechen Host Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier aber zunächst über ein umstrittenes Foto. Es zeigt den sachsen-anhaltischen CDU-Fraktionschef Guido Heuer scheinbar kumpelhaft mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Das sorgt für Diskussionen. Podcast-Tipp: Plusminus Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 19 Jun 2026 - 44min - 120 - Jakob Springfeld: Jeder darf aus AfD-Hochburgen flüchten
Der vielfach ausgezeichnete Autor Jakob Springfeld kann Leute verstehen, die aus AfD-Hochburgen wegziehen. Er selbst hat seiner Heimat Zwickau den Rücken gekehrt und studiert jetzt in Halle. In dieser Podcast-Folge erklärt er den beiden Hosts Malte Pieper und Maja Fiedler, wie er aus der Ferne seine Heimat unterstützt. Außerdem gesteht er, dass er vor den Ergebnissen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September Angst hat. Aus seiner Sicht hätte eine AfD-Regierung keine heilsame Wirkung. Hoffnung schöpft er aus vielen Demokratie-Projekten. Dabei hat ihn ein Jugendzentrum in Halberstadt besonders beeindruckt. Podcast-Tipp "Kaffee, extra schwarz. Der Podcast mit Mansour und Mayer-Rüth": https://1.ard.de/Kaffee_extra_schwarz Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de
Fri, 05 Jun 2026 - 47min - 119 - Rente, Respekt, Repräsentanz: Was im Osten wirklich fehlt
Die AfD legt in Umfragen weiter zu. Das wird bei den anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zur Herausforderung für die anderen Parteien. Die Menschen sind offensichtlich unzufrieden mit ihrer politischen Arbeit. Was sollte sich ändern, gerade mit Blick auf den Osten? Darüber sprechen Host Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier in dieser Folge von „Wahlkreis Ost“ mit Elisabeth Kaiser. Die SPD-Politikerin aus Gera ist Ostbeauftragte der Bundesregierung. Kaiser sagt, dass es auch mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung weiter strukturelle Unterschiede zwischen Ost und West gibt. Die Menschen im Osten fühlten sich nicht gesehen und wünschten sich gerade jetzt in Krisenzeiten politische Führung. Was der Osten brauche, sei Repräsentanz, Investitionen in Zukunftstechnologien – und ja, auch eine oder einen Ostbeauftragten. Ein wichtiges Thema sei außerdem die Rente. Kaiser ist der Meinung, dass das Rentenniveau bei der anstehenden Rentenreform nicht abgesenkt werden dürfe. Gerade im Osten seien viele Menschen auf die gesetzliche Rente angewiesen. Grund seien die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach der Wende, die Brüche in den Erwerbsbiografien und die Zeiten der Arbeitslosigkeit. Für Kaiser ist mit Blick auf den Osten außerdem wichtig: Trotz all der Probleme und Unzufriedenheit, es brauche engagierte Menschen vor Ort, die für die Demokratie kämpften. Podcast-Tipp: Politikum – Der Meinungspodcast - https://1.ard.de/politikum-der-meinungspodcast Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 22 May 2026 - 49min - 118 - Vertrauenskrise im Osten: Warum die AfD so stark ist
Das Misstrauen wächst - vor allem im Osten. Das könnte der Kernsatz dieser Podcast-Folge sein, in der zwei Themen besprochen werden: Ein Jahr Friedrich Merz als Bundeskanzler und eine neue Umfrage von Infratest Dimap vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Malte Pieper und Anja Maier haben sich Prof. Marcel Lewandowsky, Politikwissenschaftler in Halle, eingeladen. Wie bewertet er, dass die AfD in der Wählergunst weiter gewinnt? Lewandowsky erklärt, warum es sich nicht um kurzfristigen Protest handelt und welche Rolle Wahrnehmung, Medien und Migration spielen. In Sachsen‑Anhalt wird deutlich, wie sehr Unsicherheit, Krisenwahrnehmung und politische Zerstrittenheit die AfD stärken. Dabei spielt die Bundespolitik in Berlin eine Rolle, die Schwäche der Regierungskoalition. Die Bilanz nach einem Jahr Schwarz-Rot fällt im "Wahlkreis Ost" ernüchternd aus. Im Gespräch geht es um ein sinkendes Vertrauen in Staat und Regierung, um die enttäuschten Erwartungen an Kanzler Friedrich Merz und die Folgen für die politische Stimmung – besonders im Osten. Podcast-Tipp: Berlin Code - mit Linda Zervakis https://kurz.ard.de/berlincode Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 08 May 2026 - 46min - 117 - Wie wollen Sie die AfD schlagen, Herr Schulze?
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat eine schwere Aufgabe: Die AfD steht in seiner Heimat laut Umfragen kurz vor der Machtübernahme. Und er soll das bei der Landtagswahl im September verhindern. Manche sagen gar, Schulze müsse die Demokratie retten. Es gibt leichtere Aufgaben. Schulze hat auch damit zu kämpfen, dass er erst seit Kurzem Ministerpräsident ist. Damit ist er nicht annähernd so bekannt und profiliert, wie es sein Vorgänger Reiner Haseloff war. Wie also will er im Wahlkampf bestehen und das Ruder herumreißen? Das fragen ihn Malte Pieper und Anja Maier in dieser Folge. Es geht um die Bundespolitik, die Schulze gerade wenig Rückenwind verleiht, um Sinn und Unsinn von Hilfsmaßnahmen in der Energiekrise, um Ehrlichkeit, die AfD und Trump. Und es geht darum, was Schulze laut Schulze dazu qualifiziert, auch nach der Landtagswahl das Amt des Ministerpräsidenten auszufüllen. Podcast-Tipp: Im Osten geht die Sonne auf - https://1.ard.de/Im_Osten_Fussballpodcast Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 24 Apr 2026 - 53min - 116 - Ist die SPD noch zu retten, Herr Willingmann?
Wenn in Deutschland Wahlen stattfinden, dann zählt die SPD regelmäßig zu den Verlierern. Das war bei der Bundestagswahl so, das war in diesem Jahr in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz der Fall. Die Genossen und Genossinnen sind im Sinkflug, wenn nicht gar im freien Fall. Gut möglich, dass sie in Sachsen-Anhalt im September gar an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Das wäre eine historische Niederlage. In dieser Folge sprechen Malte Pieper und Julia Kastein mit dem Mann, der das verhindern will. Zu Gast ist Armin Willingmann, SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, außerdem stellvertretender Ministerpräsident sowie Umwelt- und Wissenschaftsminister. Willingmann sagt, die Sozialdemokratie habe sich ihrer Kernthemen in den vergangenen Jahren nicht genug angenommen. „Wir haben möglichweise den Blick für die Themen mancher Menschen tatsächlich verloren“, so Willingmann. Selbstkritik sei durchaus angebracht. Trotzdem brauche es die SPD auch künftig, als soziales Element, als Partei des Ausgleichs und der Kompromissfähigkeit. Außerdem geht es um diese Fragen: Wie kommt die SPD zurück in die Spur? Wie positioniert sie sich zur AfD? Und wie könnte eine Regierung nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt aussehen? Podcast-Tipp: Die Entscheidung - https://1.ard.de/die_entscheidung_kohl Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 10 Apr 2026 - 56min - 115 - Spritpreise: Soll es der Markt richten, Frau Ministerin?
Auch in der Politik gibt es ungewöhnliche Karrieren. Colette Boos-John stammt aus Hessen und hat sich als Bauunternehmerin in Thüringen einen Namen gemacht. Dann wechselte sie in die Politik und wurde Thüringer Wirtschaftsministerin. Nun sind hohe Spritpreise, der Fachkräftemangel und die Zukunft unserer Demokratie die Themen der CDU-Politikerin. All das verhandelt sie in einer Brombeer-Koalition, die keine eigene Mehrheit im Landtag hat. In dieser Folge sprechen Julia Kastein und Ralf Geißler mit Boos-John über ihr Leben als Unternehmerin, die Niederungen der Landespolitik und Wege aus der Energiekrise. Podcast-Tipp: Tschüss Kohle, Hallo Zukunft - https://1.ard.de/tschuess-kohle Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 27 Mar 2026 - 48min - 114 - Neun Lehren aus der Wahl in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg hat gewählt. Die Grünen haben gewonnen, die CDU liegt knapp dahinter. Die AfD jubelt und die SPD schrammt nur knapp an der kompletten Bedeutungslosigkeit vorbei. Aus dieser Wahl kann man einiges ableiten für die Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, die im September anstehen: Im Westen wählt man anders. Die Kandidatenfrage ist zentral. Umfragen sind nur Umfragen. Die kleinen Parteien fallen im Zweifel hinten runter. Die SPD zeigt Auflösungserscheinungen. Auch das BSW ist fast tot. Die Abgrenzung von Berlin kommt gut an. Die AfD punktet auch im wirtschaftlich besser gestellten westdeutschen Ländle. Und Vetternwirtschaft-Vorwürfe schaden dabei nicht. Darüber sprechen Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier mit ihren Gästen: der SWR-Redakteurin Marie Gediehn und Doreen Jonas, MDR-Korrespondentin für Sachsen-Anhalt. Podcast-Tipp: Ab in den Urlaub – Der Crash des Internet-Imperiums Unister - https://1.ard.de/unistercrash Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Mon, 09 Mar 2026 - 53min - 113 - AfD: Ist die Brandmauer gescheitert?
Wie umgehen mit der AfD, deren Wahlergebnisse immer höher ausfallen? Darüber zerbrechen sich die anderen Parteien seit Jahren die Köpfe. Und: Sie finden keine Lösungen. Am deutlichsten wird das bei der Union, die aufgrund der Brandmauer zu AfD und Linken gerade im Osten in eine Zwickmühle geraten ist. Der Politikwissenschaftler Christian Stecker schlägt einen komplett anderen Ansatz vor. Er sagt, Deutschland müsse sein politisches System verändern: "Die Mehrheitskoalition ist totgeritten." Er spricht sich für flexible Mehrheiten aus. Das würde Minderheitsregierungen und auch das Ende der Brandmauer zur AfD bedeuten. Es ist eine Idee mit Zündstoff, die Stecker in dieser Folge mit Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier diskutiert. Im Podcast erklärt der Politikwissenschaftler, warum ihm bei dem Gedanken an Mehrheiten mit der AfD auch nicht wohl ist – und warum er trotzdem keine Alternativen mehr sieht. Außerdem geht es um die Vetternwirtschaft-Vorwürfe bei der AfD, speziell in Sachsen-Anhalt. "Für die AfD ist es insofern besonders problematisch, weil sie sich ja immer als der große Saubermann geriert", sagt Christian Stecker dazu. Inwiefern das die Wahlergebnisse der Partei schmälern könnte, sei aber noch nicht ausgemacht. Podcast-Tipp: Was tun, Herr General? - https://1.ard.de/general Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 20 Feb 2026 - 56min - 112 - Wie man Wahlen gegen die AfD gewinnt
Die AfD liegt in Umfragen im Osten überall auf Platz 1, zwischen 34 und 40 Prozent. Auch im Westen steht sie gut da, in Baden-Württemberg in Umfragen beispielsweise aktuell bei 20 Prozent. Die anderen Parteien verzweifeln an der Frage, wie man der AfD und ihrem Erfolg begegnen kann. Frank Stauss hätte Ideen. Er ist einer der erfahrensten Wahlkampfstrategen in Deutschland, half unter anderem Klaus Wowereit ins Rote Rathaus in Berlin und Gerhard Schröder ins Kanzleramt. Er ist in diesem Podcast unser Gast. Stauss sagt, es gebe kein schnelles Mittel, um die AfD zurückdrängen. Nahezu alle demokratischen Parteien im Osten hätten seit vielen Jahren die gleichen Fehler gemacht im Umgang mit der Partei: Sie hätten die AfD einerseits zu Recht verteufelt, andererseits aber ihre Themen und Positionen teilweise übernommen. Sie hätten die ostdeutsche Opferrolle genährt, anstatt positive Geschichten zu erzählen, die es zuhauf gebe. "Der Opfermythos ist die Basis von Populismus, (…) auch von Faschismus", sagt Stauss dazu. Wer die AfD bekämpfen wolle, müsse eine positive Zukunftserzählung bieten. Die Lage vor den fünf Landtagswahlen in diesem Jahr sei noch offen, so Stauss: "Alle Umfragen, die wir jetzt sehen, für eine Landtagswahl im September, (…) können sie im Prinzip alle in die Tonne kloppen." Außerdem sprechen wir im Podcast über Sachsen-Anhalt und die "politische Sturzgeburt" des Wechsels von Reiner Haseloff zu Sven Schulze als Ministerpräsident, über die Rolle der SPD im Bund und über die Schwächen von Bundeskanzler Merz (CDU). Podcast-Tipp: MV IM FOKUS – Darüber spricht Mecklenburg-Vorpommern! - https://1.ard.de/mvimfokus Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 06 Feb 2026 - 57min - 111 - Was würde ein AfD-Ministerpräsident ändern, Herr Siegmund?
Im September steht Sachsen-Anhalt vor einer Richtungswahl. Ulrich Siegmund ist Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl und möchte Ministerpräsident werden. In dieser Folge ist er zu Gast im Podcast. Malte Pieper spricht mit ihm zunächst über den geplanten Wechsel in der Landesregierung. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will sein Amt an den Wirtschaftsminister Sven Schulze abgeben, der CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl ist. Siegmund wirft Haseloff vor, damit ein Versprechen zu brechen. Außerdem geht es um die berufliche und politische Laufbahn von Ulrich Siegmund, sein Wirken als Unternehmer, um Düfte und die politische Ausrichtung der AfD, die vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird. Siegmund kritisiert das und wirft dem Verfassungsschutz vor, eine politisch gesteuerte Behörde zu sein. Hinweis: Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wollen wir mit den beiden aussichtsreichsten Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten sprechen. In dieser Ausgabe ist Ulrich Siegmund von der AfD zu Gast. Außerdem haben wir Sven Schulze von der CDU angefragt. Podcast-Tipp: MDR Investigativ – Hinter der Recherche https://1.ard.de/mdrinvestigativ_hinterderrecherche Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Thu, 22 Jan 2026 - 43min - 110 - Der "dunkle Parabelritter" über Haseloff, die AfD und dunkle Zeiten
Es ist ein riskantes Manöver und ein politisches Beben: Reiner Haseloff will sich nun doch noch schon vor der Landtagswahl als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt zurückziehen. Sven Schulze - CDU-Landeschef, Wirtschaftsminister und Spitzenkandidat für die Wahl - soll ihm nachfolgen und so eine bessere Ausgangsposition bekommen. Kann das aufgehen? Darüber spricht Malte Pieper in dieser Folge mit Focus-Chefreporterin Anja Maier und mit Alexander Prinz. Er erklärt als "dunkler Parabelritter" jede Woche bei Youtube jungen Menschen Politik und Gesellschaft. Und das sehr erfolgreich mit jeweils Hunderttausenden Zugriffen. Der 31-Jährige sieht Haseloffs Vorgehen kritisch, vor allem den späten Wechsel von Haseloff zu Schulz. Das sei "ein wahnsinniger Fehler, den ich nicht nachvollziehen kann." Schulze habe einige Schwierigkeiten, zum Beispiel: "Niemand kennt diesen Mann", so Prinz. Damit sei er unter den Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt aber auch nicht alleine. Im Weiteren geht es um die Stärke der AfD, die Schwäche der anderen Parteien, dunkle Zeiten und etwas Zuversicht. Podcast-Tipp: 15 Minuten - der tagesschau-Podcast https://1.ard.de/15Minuten Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 09 Jan 2026 - 53min - 109 - Kanzler Merz: Zwischen Fettnäpfchen und Krisendiplomatie
Wer hat in diesem Jahr politisch geliefert und wer nicht? Wer darf sich als Gewinner fühlen und wer steht schlechter da? Darüber diskutieren Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier mit dem Politikwissenschaftler Oliver Lembke. Es geht um Kanzler Merz, den Fettnäpfchenfinder des Jahres, und um das Hoch der AfD. Außerdem sprechen wir kurz über Parteien und Politiker, die quasi erledigt sind. Andere sind noch in Amt und Würden und man fragt sich: Warum eigentlich? Eines ist klar: Die Welt ist im Wandel, die Aussichten düster. Nur in der deutschen Politik scheint das noch nicht so richtig angekommen zu sein. Da wird weiter gewerkelt wie bisher. Zum Schluss des Podcasts gehen wir der Frage nach, was 2026 besser werden wird. Podcast-Tipp: Ungebremst – Der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt - https://1.ard.de/ungebremst Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 19 Dec 2025 - 55min - 108 - Podcast-Tipp: Ungebremst – Der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt
Am 20. Dezember 2024 rast Taleb A. mit einem Auto über den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Er tötet sechs Menschen: fünf Frauen und einen 9-jährigen Jungen. Fast 350 Menschen werden verletzt, zum Teil extrem schwer. Dazu kommen unfassbar viele seelisch Verletzte. Traumatisierte. Eine einzelne Gewalttat mit so vielen Betroffenen hat es in Deutschland noch nicht gegeben: Es sind mehr als 1.600 Menschen. Sie sind Augenzeugen, Ersthelfer, Verletzte und Hinterbliebene. Die Zahl der Opfer ist so groß, dass ein neuer Gerichtssaal gebaut werden muss. Der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt hat ganz Deutschland erschüttert. Wie konnte es dazu kommen, dass der Täter so ungebremst über den Markt fahren konnte? Hätte der Anschlag verhindert werden können? Und warum übernimmt niemand Verantwortung? Und vor allem: Wie geht es den Opfern heute? Diesen Fragen gehen wir im fünfteiligen MDR-Podcast “Ungebremst – Der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt” nach. Im Podcast erzählt unter anderem ein Elternpaar davon, wie sie mit ihrem Kind von dem Auto erfasst und schwer verletzt wurden. Wir haben den Polizisten interviewt, der Taleb A. alleine gestoppt hat. Außerdem kommt eine Notärztin zu Wort, die zu den Ersthelfern gehörte und an der Triage vor Ort beteiligt war. Und viele Menschen mehr, für die seit dem 20. Dezember 2024 nichts mehr ist wie zuvor. Den Podcast gibt es in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt. Hier gelangt Ihr direkt dorthin: https://1.ard.de/ungebremst
Thu, 18 Dec 2025 - 03min - 107 - Die zwei Gesichter des BSW
Vor einem Jahr sind drei neue Landesregierungen in Ostdeutschland an den Start gegangen: in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Zweimal ging das BSW in Regierungsverantwortung. Die Bilanz nach einem Jahr könnte aber unterschiedlicher kaum sein. Darüber sprechen Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier in dieser Folge mit zwei Menschen, die es wissen müssen. Der MDR-Reporter Ulli Sondermann-Becker berichtet aus Thüringen, Thomas Bittner für den rbb aus Brandenburg. Gerade in Brandenburg ist die Lage derzeit angespannt, denn die SPD hat es laut Bittner nicht mit einem, sondern mit drei BSWs zu tun. Und Ministerpräsident Dietmar Woidke schaue nur zu. Es könne gut sein, dass es bald eine andere Landesregierung in Brandenburg gebe. Was er damit meint, erklärt Bittner im Podcast. In Thüringen regiert das BSW laut Sondermann-Becker geradezu pragmatisch und mit Freude am Mitregieren. Die Verhältnisse seien gefühlt stabiler als in Brandenburg und das obwohl die Landesregierung in Thüringen keine eigene Mehrheit habe. Das liege auch daran, dass der Ministerpräsident Mario Voigt von der CDU hier ganz anders vorgehe als Woidke in Brandenburg. Podcast-Tipp: Sachsen-Politik-Podcast - https://www.ardaudiothek.de/sendung/sachsen-politik-podcast/urn:ard:show:82e44354dca7f04e/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 05 Dec 2025 - 54min - 106 - Wie Merz als Kanzler an sich selbst scheitert
Die Bundesregierung wandelt in diesen Tagen auf den Spuren der Ampel. Die Parteien scheinen sich wenig bis nichts zu gönnen. Der Kanzler macht keine gute Figur, poltert immer wieder und stößt viele vor den Kopf. Zuletzt ein ganzes Land, Brasilien. Und die Probleme hierzulande werden scheinbar nicht angegangen. Wenn Focus-Chefreporterin Anja Maier auf den Zustand der Bundesregierung schaut, bekommt sie Bauchschmerzen. "Ich wünsche mir mehr Ernsthaftigkeit", sagt sie. Wie es um die Koalition steht, darüber sprechen Malte Pieper und Anja Maier mit zwei Menschen, die in der Koalition zu Hause sind. Zu Gast sind Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) und die Bundestagsabgeordnete Kathrin Michel (SPD), die in Sachsen Landesvorsitzende ihrer Partei ist. Michel sieht das Agieren von Merz kritisch. Und sie sieht negative Parallelen zu seinem Vorgänger Scholz. In der aktuellen Koalition zwischen CDU, CSU und SPD gehe es vielen zuerst um sich und nicht um das Verbindende. Und so sei die Kritik vieler Menschen an der Politik insgesamt durchaus gerechtfertigt: "Wir haben viele Sachen auf den Weg gebracht, aber sie kommen bei den Menschen nicht an […], weil wir halt uns auf allerhöchster Ebene ein Psychodrama liefern." Michel sagt auch, bei dem aktuellen Rentenstreit stehe enorm viel auf dem Spiel. Auch der Unionspolitiker Sepp Müller kann die Kritik an der Bundesregierung verstehen. Es gehe zu langsam mit Reformen und die Wirtschaft sei in Schwierigkeiten. Trotzdem sieht er die Arbeit der Bundesregierung etwas positiver als Michel. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 21 Nov 2025 - 50min - 105 - BSW und Wagenknecht am Ende?
Das BSW durchlebt schwierige Zeiten. In bundesweiten Umfragen liegt es verlässlich unter fünf Prozent und die Strahlkraft der Parteigründerin Sahra Wagenknecht hat nachgelassen. Braucht es das BSW noch? Und wenn ja, warum? Darüber sprechen Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier mit Katja Wolf. Sie ist Co-Vorsitzende des BSW in Thüringen, Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin. "Das BSW ist im Moment in einer schwierigen Situation", gibt Wolf zu. Für die Zukunft sei sie dennoch optimistisch, denn die Partei habe ein gutes Programm und fülle eine Lücke. Ausführlich geht es auch um konkrete BSW-Politik in Thüringen, wo das Bündnis mitregiert. Wir sprechen mit Wolf über Investitionen in Krisenzeiten. Die BSW-Politikerin erklärt, warum aus ihrer Sicht selbst bei einem Landeshaushalt von 14 Milliarden Euro wenig Spielraum zum Sparen und Investieren bleibt. Und warum sie neue Schulden durchaus für gerechtfertigt hält, auch mit Blick auf jüngere Generationen, die sie irgendwann zurückzahlen müssen. Außerdem geht es um das Verhältnis des BSW zur AfD. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Thu, 30 Oct 2025 - 53min - 104 - Merz, das Stadtbild und die AfD
Man kann den Eindruck gewinnen, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kein Fettnäpfchen scheut. Mit seiner migrationskritischen "Stadtbild"-Aussage hat er viele Menschen gegen sich aufgebracht. Die Kritik daran konterte er mit einer weiteren umstrittenen Aussage darüber, wie die Töchter in diesem Land denken. Darüber sprechen Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier in dieser Folge mit Götz Ulrich (CDU). Ulrich ist Landrat des Burgenlandkreises und Vizepräsident des Deutschen Landkreistages. Ihn stört an der aktuellen Debatte, dass im ganzen Land Tage und Wochen über einige wenige Sätze debattiert werde. Hinter alldem steht aber eine wichtige Frage: Wie verhält sich die Union zur AfD? Abgrenzung, partielle Zusammenarbeit, irgendwann gar eine gemeinsame Regierungsbildung? Das alles kann man zusammenfassen unter dem Schlagwort Brandmauer-Debatte. Außerdem geht es um das Vertrauen in die Politik, die Kompliziertheit demokratischer Prozesse und die vermeintlich einfachen Antworten der AfD. Podcast-Tipp: Hateland - https://www.ardaudiothek.de/sendung/hateland/urn:ard:show:7ae4f72cbe4a75e2/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 24 Oct 2025 - 1h 13min - 103 - Warum Hendrik Bolz die Einheit auf gutem Wege sieht
35 Jahre ist Deutschland wiedervereinigt, der Weg zur echten Einheit gleicht einer langen und anstrengenden Paartherapie, findet Hendrik Bolz. Und es gebe Fortschritte. Mit dem Musiker, Autor und Podcaster sprechen wir darüber, wo wir stehen. Es geht zunächst um die 90er und die Nullerjahre und den grassierenden Extremismus damals. Wie es erst cool war, ein Neonazi zu sein und dann irgendwann nicht mehr. Und wie vergleichbar das mit der heutigen Zeit ist, in der Rechtspopulisten und -extremisten auf dem Vormarsch sind. Bolz will die Demokratie nicht abschreiben. Und auch seine Bilanz zur Einheit fällt nicht so schlecht aus. Bei der „Paartherapie“ von Ost und West habe es zunächst viel Streit und Ablehnung gegeben. Inzwischen gebe es ruhigere Töne und mehr gegenseitiges Interesse. „Wir sind ein Land und gerade in den letzten Jahren sehr viel weitergekommen, habe ich das Gefühl.“, so Bolz. Der Blick auf die jeweils andere Seite sei liebenswerter geworden. Anja Maier sieht es etwas anders. Und Malte Pieper kommt aus westsozialisierter Perspektive nicht um einen kritischen Blick herum. Und am Ende geht es darum, was Friedrich Merz mal über den Osten sagen sollte. Podcast-Tipps: - Springerstiefel mit Hendrik Bolz - https://www.ardaudiothek.de/sendung/springerstiefel-die-90er-sind-zurueck/urn:ard:show:378e808e3974be65/ - DNA des Ostens mit Anna Thalbach - https://1.ard.de/dna-des-ostens Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 03 Oct 2025 - 54min - 102 - Wo der Westen ziemlich ostig ist
In dieser Folge sprechen wir über Wut. Die Wut vieler Menschen, wenn es um Politiker, Politik und gefühltes Regierungsversagen geht. Mit wem ginge das besser als mit Matthias Schmidt? Der Grimme-Preis-prämierte Filmautor hat die "Wut-Trilogie" gemacht, er hat Menschen in Ost und West zugehört, die mit der aktuellen Lage in Deutschland ziemlich unzufrieden sind. Gerade erscheint die dritte Dokumentation der Reihe. Sie blickt auf Orte im Westen, die von Strukturwandel und Landflucht gezeichnet sind. Die Menschen fühlen sich abgehängt. Sie sind damit vielen Landsleuten im Osten ziemlich ähnlich. Schmidt findet es bemerkenswert, dass die Reaktionen darauf oft ähnlich sind, in einem entscheidenden Punkt aber nicht. Und Schmidt sagt: "Ich glaube, dass wir uns in vielen Dingen viel näher sind, als man gemeinhin denkt." Links: - Reportage: Wut. Jetzt fahren wir in den Westen - https://www.ardmediathek.de/film/wut-jetzt-fahren-wir-in-den-westen/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kZXJlaWhlbi8wYWRhOGZmYy1mMjMyLTQxZTAtYmJhMy1jMDA0YjNmMzdhMTcvcHJvZ3JhbS01MzIwODgtNTExOTk2 - Beitrag über die Debatte um Schulassistenten: https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/interview/audio-schulassistenten-sachsen-100.html Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de
Sun, 28 Sep 2025 - 35min - 101 - AfD-Knall in Sachsen-Anhalt
In einem Jahr wird in Sachsen-Anhalt gewählt – das Ergebnis könnte eine politische Zeitenwende für Deutschland insgesamt werden. Denn die AfD liegt laut dem aktuellen Sachsen-Anhalt Trend von Infratest Dimap für MDR, Mitteldeutsche Zeitung und Volksstimme klar vorn. Und zwar so eindeutig, dass selbst eine AfD-Alleinregierung nicht ausgeschlossen scheint. Laut der Umfrage käme die AfD aktuell auf 39 Prozent der Stimmen, vor der CDU mit 27 Prozent, der Linken mit 13 Prozent, der SPD mit sieben Prozent und dem BSW mit sechs Prozent. Die Grünen, die FDP und andere Parteien wären aktuell nicht im neuen Landtag vertreten, weil sie unter fünf Prozent liegen. Was ist von diesen Zahlen zu halten, welche Perspektiven ergeben sich daraus? Darüber spricht Malte Pieper in dieser Folge mit einem ausgewiesenen Kenner der Politik in Sachsen-Anhalt – mit Marc Rath, Chefredakteur von Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme. Rath erklärt, wie die AfD zu der Partei werden konnte, für die eine absolute Mehrheit in den Bereich des Möglichen rückt und welche Rolle Ulrich Siegmund dabei spielt, den die AfD als Spitzenkandidaten ins Rennen schickt. Es geht außerdem um die Chancen von Sven Schulze (CDU), der Reiner Haseloff als Ministerpräsident beerben will. Rath sagt, die Wahl könnte Sachsen-Anhalt grundlegend verändern, die Regierbarkeit in Frage stellen und völlig neue politische Wege nötig machen. Am Ende des Podcasts gehen wir noch einmal auf die vorherige Folge mit Burkhard Jung und den kommunalen Finanzen ein, zu der uns Kritik erreicht hat. Die nächste Folge gibt es am 3. Oktober, zum Tag der Deutschen Einheit. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Thu, 04 Sep 2025 - 39min - 100 - Kommunen pleite, Vertrauen dahin
In diesem Podcast geht es zunächst um das Hick-Hack in der schwarz-roten Koalition im Bund. Dort gibt es viele Misstöne bei Debatten um Wehrpflicht, Sozialkürzungen und Co. Die schwarz-rote Politik im Bund hat weitreichende Auswirkungen, bis in die einzelnen Kommunen. Die klagen seit Jahren über Finanzprobleme. Darüber sprechen Malte Pieper und Anja Maier mit Burkhard Jung, dem Oberbürgermeister von Leipzig und dem Präsidenten des Deutschen Städtetages. Jung spürt ein Momentum bei der neuen Bundesregierung, dass sie wirklich etwas anpacken und verändern wolle. Aber: "Die konkreten Ergebnisse innenpolitisch, auch wirtschaftspolitisch, sind nicht spürbar und auch nicht greifbar. Stattdessen sind wir in einer tiefen Wirtschafts- und Finanzkrise, die insbesondere auch bei uns in den Kommunen angekommen ist." Die Bundesregierung habe zwei Jahre Zeit, zu liefern. Jung sagt, er sei noch immer hoffnungsvoll, dass es Entlastungen für Kommunen geben werde. Man müsse dabei auch über die Höhe der Sozialausgaben sprechen. Außerdem geht es darum, wie der Rechtsruck in der Gesellschaft sich in der Kommunalpolitik niederschlägt. Jung sagt, die Kommunen müssten finanziell gestärkt werden. Und das Ehrenamt müsse attraktiver werden. Podcast-Tipp: Sachsen-Politik-Podcast - https://www.ardaudiothek.de/sendung/sachsen-politik-podcast/urn:ard:show:82e44354dca7f04e/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 29 Aug 2025 - 48min - 99 - Der Osten – verloren für die Grünen?
Der Osten ist ein schwieriges Pflaster für die Grünen. Vielerorts erfahren sie pure Ablehnung bei Wählerinnen und Wählern. Einige Kommunalpolitiker berichten von Bedrohungen und einem Klima der Angst. In dieser Folge sprechen Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier mit Grünen-Chef Felix Banaszak darüber, wie es dazu kommen konnte. Er war jüngst viel in Ostdeutschland unterwegs. Banaszak sagt, in der Zeit, als Fridays for Future in Deutschland groß gewesen sei, hätten die Grünen ein Hoch erlebt. In den nachfolgenden Jahren sei seine Partei wieder zunehmend als alltagsfern, ideologisch und von oben herab wahrgenommen worden. Seit Jahren hätten sie jede Wahl verloren. Nun gehe es darum, sich damit auseinanderzusetzen, warum den Grünen so viele Vorbehalte entgegengebracht würden. Und daraus die Schlüsse zu ziehen. Banaszak erklärt auch, warum der Aufbau Ost nach der Wende für ihn vielerorts nur Kosmetik gewesen sei. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Sun, 10 Aug 2025 - 50min - 98 - Kommt die AfD 2026 in Sachsen-Anhalt an die Macht?
Seit Mai ist Friedrich Merz (CDU) Kanzler. Wie hat sich die neue Bundesregierung bisher geschlagen? Bei der Einordnung hilft uns ein prägender Kopf der Politikwissenschaft in Sachsen. Einer der gerne kontrovers diskutiert und auch um steile Thesen nicht verlegen ist: Werner Patzelt. Er sagt, Merz sei nicht aus einer Position der Stärke in die neue Regierung gekommen und habe zahlreiche große Probleme zu lösen. Davon, ob das gelinge, werde die künftige Stärke der AfD abhängen. Und ob sie beispielsweise im Landtag von Sachsen-Anhalt 2026 die absolute Mehrheit holt und regieren kann. Patzelt sagt, die Union habe sich mit Blick auf die AfD in eine ausweglose Lage manövriert. Deswegen sind seiner Meinung nach absolute Mehrheiten für die AfD durchaus möglich. Insgesamt sei die politische Lage düster und übel – und das sei absehbar gewesen. Der Union werde es nur helfen, die zentralen Probleme zu lösen. Eines der wichtigsten laut Patzelt: die Migration. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 27 Jun 2025 - 43min - 97 - Queer. Sichtbar. Angefeindet?
Sophie Koch (SPD) ist Queer-Beauftragte der Bundesregierung. In dieser Folge sprechen wir mit der 31-Jährigen über Genderfragen, queere Rechte und Queerfeindlichkeit. Das Thema polarisiert derzeit. Aber warum eigentlich? Die LGBTQ+-Community sei eine Minderheit, so Koch, aber keine kleine. Die Menschen, die sich dieser Community zugehörig fühlten, hätten bisher nicht in allen Bereichen die gleichen Rechte. Das wolle sie ändern. Als Beispiel nennt sie das Adoptionsrecht von lesbischen Paaren. Und sie setzt sich dafür ein, dass queere Rechte ins Grundgesetz aufgenommen werden. Ausführlich sprechen wir auch über die Anfeindungen, die queere Menschen erleben. Das liegt laut Koch auch daran, dass Rechtsextreme Kampagnen gegen die Community fahren. Die Queerfeindlichkeit komme aber nicht nur von Rechts. Welchen Umgang braucht es also mit dem Thema? Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 13 Jun 2025 - 41min - 96 - Steinmeiers (letzte) Hoffnung heißt Merz
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seinen Dienstsitz für drei Tage ins sächsiche Delitzsch verlegt. Er hat dort regiert, zugehört und das Gespräch gesucht. Und er hat mit Malte Pieper von Wahlkreis Ost gesprochen. In dieser Folge geht es um die wachsende Politikverdrossenheit auf dem Land, die Angst vor dem Erstarken der AfD und über die Fehler der Ampelkoaltion. Steinmeier forderte gleichzeitig die neue Bundesregierung auf, besser zu regieren als die Ampel. Es dürfe nicht jeder Streit öffentlich inszeniert werden. Der Fokus müsse auf der Lösung von Problemen und dem Finden möglicher Kompromisse liegen. Die Leute erwarteten Antworten, beispielweise beim Thema Energiepreise. Es brauche Anstöße, die zur Verbesserung von Lebens- und Wirtschaftsbedingungen führten. Mit Blick auf die Wahlergebnisse ist Steinmeier dagegen, die AfD und Ostdeutschland gleichzusetzen. "Es ist ja kein spezifisch ostdeutsches Phänomen, dass sich Menschen, auch aus Protest, anderen Parteien anschließen." Allerdings seien die Gründe möglicherweise unterschiedlich. Podcast-Tipp: Der Schacht - Fussball. Kultur. Erzgebirge. - https://www.ardaudiothek.de/sendung/der-schacht-fussball-kultur-erzgebirge/14544157/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Sun, 25 May 2025 - 37min - 95 - Merz und die FDP auf der Suche nach sich selbst
In dieser Folge sprechen wir zunächst über den Holperstart des neuen Kanzlers Friedrich Merz. Nach dem Debakel bei seiner Wahl ist er sofort auf Reisen gegangen, knüpft Bande nach Paris, nach Kiew und in viele andere Hauptstädte des Kontinents. Noch ist die große Frage, was für ein Kanzler Merz sein möchte und sein wird. Außerdem geht es um Lars Klingbeil. Der SPD-Chef ist mitverantwortlich ist für das schwächste SPD-Wahlergebnis seit 1887. Und als wäre nichts gewesen, reißt er gefühlt alle Macht in der Partei an sich. Focus-Chefreporterin Anja Maier findet das nachvollziehbar, weil der SPD schlicht die Alternativen fehlen. Als unfair empfindet sie den Umgang mit der scheidenden Parteichefin Saskia Esken. Im Fokus steht in dieser Folge eine Partei, die über Jahrzehnte diese Republik mitgeprägt hat – die FDP. Im neuen Bundestag ist sie nicht mehr vertreten, der langjährige Parteichef Christian Lindner tritt ab. Nun müssen die Liberalen eine Antwort auf die Frage finden, wer sie sind und wo sie hinwollen. Gar nicht so einfach. Darüber sprechen wir mit einem, der gerade in Sachsen-Anhalt eine kleine Revolte in der FDP angezettelt hat: Moritz Eichelmann, Vorsitzender der Jungliberalen in Sachsen-Anhalt. Podcast-Tipp: 7 Tage wach https://www.ardaudiothek.de/sendung/7-tage-wach/79674976/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 16 May 2025 - 47min - 94 - Warum ich aus dem Osten abhaue
Er ist Ossi, aber er hält es hier nicht mehr aus. Der Künstler und Fotograf Sebastian Weise erzählt uns, warum er dem Osten den Rücken kehrt. Rassismus, Antisemitismus, Verschwörungstheorien – all das werde salonfähig. Für ihn sei es an der Zeit, zu gehen. Leicht falle ihm das nicht, denn er liebe seine Heimat und die Menschen hier, "seine Leute", wie er sagt. Weise ist auch auf dem Land aufgewachsen und wohnt derzeit noch in Halle. Er hat den Wandel im Osten als Fotograf begleitet, analysiert und künstlerisch verarbeitet. Nun sagt er, sei er ernüchtert und enttäuscht von den Menschen. Viele seien "geistig vergiftet". Die AfD werde immer stärker, ihre Anhänger immer mehr. Wer bunter denke, gehe weg oder ziehe sich ins Private zurück. Der Rest "hält die Fresse". Das alles diskutieren Weise, Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier auch anhand eines aktuellen Vorfalles im sächsischen Sebnitz. Dort hatte eine rassistische Anzeige eines Dachdeckermeisters für Aufsehen gesorgt. Wohin Weise auswandern will, auch das erzählt er uns im Podcast. Außerdem: Warum der Osten nach rechts rückt – wie sich unsere Hörer das erklären. Podcast-Tipp: Was tun, Herr General? - https://1.ard.de/general Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 02 May 2025 - 46min - 93 - Migration und Wirtschaft: Schafft Merz die Wende?
Bei der SPD läuft die Mitgliederbefragung über den Koalitionsvertrag. Und in der CDU fragen sich viele, ob sie der SPD bei den Inhalten und den Posten nicht zu sehr entgegengekommen sind. Darüber sprechen wir mit dem CDU-Politiker Claus Junghanns. Er ist 1. Beigeordneter und Bürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder). Er kennt die Bundespolitik und ist inzwischen in der Kommunalpolitik zu Hause, wo es vielerorts rumort in der CDU. Mit ihm sprechen wir darüber, was bei den schwarz-roten Plänen für die Kommunen rumkommt. Was er sich beim Thema Migration und Grenzkontrollen verspricht. Und ob sich die Union von der SPD über den Tisch hat ziehen lassen. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de. Und ein wichtiger Hinweis: In unserer Ausgabe am 2. Mai wollen wir mit Hörerinnen und Hörern ins Gespräch kommen. Alle Infos dazu gibt es am Beginn dieses Podcasts.
Thu, 17 Apr 2025 - 47min - 92 - Koalitionsvertrag: Viele Versprechen, wenig Osten
Union und SPD sind sich handelseinig geworden. Der mutmaßlich künftige Kanzler Friedrich Merz (CDU) verspricht nichts weniger als einen Neuanfang. Stärkung der Wirtschaft, Entlastungen für Firmen und Bürger, eine härtere Migrationspolitik, Änderungen beim Bürgergeld. Soweit einige der Pläne. Wir schauen ins Detail. Focus-Chefreporterin Anja Maier hält den Koalitionsvertrag für überschaubar ambitioniert. Es gebe viel "wir wollen" und wenig "wir werden". Und trotzdem müsse man nach dreieinhalb Jahren Ampel sagen: "Es kann echt nur besser werden." Auffällig sei, dass die SPD sehr viel herausgeholt habe. Das habe sich die CDU selbst zuzuschreiben. Friedrich Merz gehe mit großen Hypotheken in dieses Bündnis und ins Kanzleramt. Weil er viele Fehler gemacht habe. Wie geht es nun weiter? Kann klappen, was zum Wohle unserer Demokratie klappen muss? Und wo findet sich der Osten im Koalitionsvertrag wieder? Wer aus dem Osten könnte ins Kabinett einziehen? All das besprechen wir in dieser Folge. Podcast-Tipp: Fragen an den Autor - https://www.ardaudiothek.de/sendung/fragen-an-den-autor/1122/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Thu, 10 Apr 2025 - 28min - 91 - Buchenwald-Gedenken in Zeiten des Rechtsrucks
80 Jahre Befreiung des KZ Buchenwald – das ist ein Anlass zum Gedenken, aber auch für eine Bilanz. Welchen Platz hat das Gedenken an die Nazi-Verbrechen in einer Zeit, in der die Gesellschaft auseinander driftet? Diese Folge von "Wahlkreis Ost" kommt aus Weimar. Jan Bräuer spricht mit Jens-Christian Wagner. Er ist Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wagner erklärt zunächst, wie Buchenwald 1945 von den Amerikanern befreit wurde. Wie Häftlinge des Lagers daran mitgewirkt haben. Und wie noch Hunderte Häftlinge nach der Befreiung starben, an den Folgen der Haft. Im Lager waren Menschen aus vielen Ländern eingesperrt. Ihr Schicksal nach dem Krieg war laut Wagner sehr unterschiedlich. Das deutsche Gedenken an die deutschen Verbrechen setzte laut dem Historiker spät ein. Wagner erklärt, wie das Erinnern heute wachgehalten werden kann. Wie junge Menschen, die in die Gedenkstätte kommen, sich für die Geschichte des Ortes gewinnen lassen. Und vor welchen Herausforderungen wir als Gesellschaft stehen in Zeiten des Erstarkens von Rechtspopulisten und Rechtsextremen. "Ich glaube tatsächlich, dass die Social Media die Pest des 21. Jahrhunderts sind und ganz maßgeblich weltweit dafür verantwortlich sind, dass die Gesellschaft wegrutscht. Wegrutscht von der liberalen Demokratie, die wirklich weltweit unter Druck steht", sagt Wagner. Es brauche Strategien, um in den sozialen Medien seriöse Informationen nach vorne zu bringen. Und die Gesellschaft brauche das soziale Engagement vieler. Podcast-Tipp: Kemferts Klima-Podcast - https://1.ard.de/kemferts_klima_podcast Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 04 Apr 2025 - 48min - 90 - Bundestag: Abschied mit hohen Schulden
In nicht mal vier Wochen nach der Bundestagswahl ist viel passiert. Union und SPD habe sich schnell zu Sondierungen zusammengefunden und führen jetzt Koalitionsverhandlungen. Und der alte Bundestag kam diese Woche nochmal zusammen, um einem von ihnen vorgeschlagenen Schuldenpaket zuzustimmen. Der Beschluss erlaubt es der voraussichtlich künftigen Bundesregierung, die Verteidigungsausgaben deutlich zu steigern und verstärkt in Infrastruktur und Klimaschutz zu investieren. Auch der Bundesrat hat mittlerweile zugestimmt. Im Gespräch mit Host Astrid Wulf schildert die Focus-Chefreporterin Anja Maier, wie sie die Zeit nach der Bundestagswahl erlebt hat. Sie war auch bei der außerplanmäßigen Sitzung am Dienstag im Bundestag dabei und erzählt, wie die Stimmung im Parlament war. Außerdem erklärt Maier, warum sie das Vorgehen von Union und SPD durchaus kritisch sieht, aber auch nachvollziehen kann. Im zweiten Teil des Podcast ist Stefanie Franzl Gast. Die sächsische CDU-Politikerin ist im Bundesvorstand der Jungen Union und arbeitet im Büro des Bundestagsabgeordneten Florian Müller. Er ist auch bei Koalitionsgesprächen zwischen Union und SPD dabei. Franzl berichtet, wieviel sie davon mitbekommt. Sie erzählt auch, dass viele Menschen in ihrem Umfeld von der CDU enttäuscht sind und wie sie damit umgeht. Franzl selbst findet vor allem die Kommunikation ihrer Partei problematisch. Außerdem erklärt sie, warum ein oder zwei Minister aus dem Osten in einer neuen Bundesregierung zu wenig wären. Podcast-Hörtipp: Tschüss Kohle, hallo Zukunft!https://1.ard.de/tschuess-kohle Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 21 Mar 2025 - 53min - 89 - Milliarden-Entscheidungen ohne Frauen?
Knapp zwei Wochen sind seit der Bundestagswahl vergangen. Friedrich Merz und seine Union stecken schon tief in den Sondierungen mit der SPD. Union und SPD wollen Hunderte Milliarden Euro ausgeben für Verteidigung und Infrastruktur. Merz rückt also von der Schuldenbremse in ihrer jetzigen Form ab. Bricht die Union da ihr Wahlversprechen? Darüber spricht Astrid Wulf in dieser Woche mit der Hauptstadtkorrespondentin Sarah Frühauf. Sie erklärt, wie es zum Kursschwenk bei Merz kam. Auf jeden Fall gibt es nun einiges an Grummeln in der Union. Wenn es um wichtige Entscheidungen geht, sitzen derzeit oft wenige oder gar keine Frauen am Tisch. Entsprechende Fotos gehen schnell viral. Im zweiten Teil des Podcasts geht es um die Rolle der Frauen im neuen Bundestag. Denn es sind noch einmal weniger geworden als davor. Darüber sprechen wir mit der Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt, die die Entwicklung mit Sorge verfolgt. Sie spricht darüber, welche Qualitäten Frauen in den Bundestag einbringen und warum es mehr Frauen im Bundestag bräuchte. "Auf die Expertise von Frauen zu verzichten, ist nicht klug", sagt sie. Podcast-Tipp: Wut. Die Reise geht weiter - https://1.ard.de/wut-osten?pod=ost Wenn Sie Fragen und Anregungen haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 07 Mar 2025 - 50min - 88 - (Ost)Deutschland erlebt sein blaues Wunder
Deutschland hat gewählt. Friedrich Merz ist Kanzler in spe und darf nun mit der verbitterten SPD eine Koalition schmieden. Ein strahlender Sieger ist Friedrich Merz nicht. Und nun muss er sich auf ein Terrain begeben, das ihm bisher nicht lag – dort geht es um das Finden von Kompromissen. Christian Lindner von der FDP hat künftig mehr Zeit. Sahra Wagenknecht hatte sich den Wahlabend auch anders vorgestellt. Und die AfD triumphiert – in ganz Deutschland, aber vor allem im Osten. Focus-Chefreporterin Anja Maier fasst es so zusammen "Ich hab das Gefühl, dass ist jetzt das neue Normal. Die neue Volkspartei in Ostdeutschland." Im Gespräch dazu: Ulrich Siegmund, Fraktionschef der AfD in Sachsen-Anhalt und einer der Social-Media-Stars seiner Partei. Ein guter Tag für Deutschland sei das gewesen, sagt er. Die Menschen wollten eine grundlegende politische Wende und dafür stehe nur seine Partei. Außerdem dabei: Jonas Greiner, Kabarettist aus Lauscha in Thüringen. Er muss das Wahlergebnis schon aus beruflichen Gründen mit Humor nehmen, gibt aber zu, dass ihm das nicht einfach fällt. Die AfD sei in seiner Heimat so stark, dass sie auch eine Waffel oder ein Toastbrot als Direktkandidaten aufstellen könnte und trotzdem erfolgreich wäre. Man frage sich, was man dem noch entgegenhalten könne. Der Politikwissenschaftler Christoph Meisselbach erklärt, warum er in dem gestrigen Tag einen "Wahlsieg für die Demokratie" sieht. Er gibt Einschätzungen zu den Auswirkungen der Wahlrechtsreform auf das Ergebnis und zur "gläsernen Decke" für die AfD. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Mon, 24 Feb 2025 - 57min - 87 - AfD wählen – Ausdruck gelebter Demokratie?
TV-Duelle und Wahlkampfendspurt laufen. Doch es scheint klar: Der nächste Kanzler heißt Friedrich Merz. Der CDU-Politiker kann sich quasi schon mal die Gardinen fürs Kanzleramt aussuchen. Noch-Kanzler Olaf Scholz (SPD) kämpft munter weiter, obwohl ihm längst klar sein dürfte, dass es wohl nichts mehr wird mit dem Wahlsieg. In dieser Folge sprechen Malter Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier über den Wahlkampf und die gefährdete Demokratie. Als Gast dabei: Christoph Meißelbach, Politikwissenschaftler und Sänger der Dresdner Rockband Pi !. Es geht um den Menschen als politisches Herdentier, das vor allem schlechte Nachrichten bevorzugt. „Unser Bild der Welt ist tendenziell negativ verzerrt“, sagt Meißelbach. Es geht auch darum, wie sich die Menschen im Online-Raum bewegen. Dort seien, etwas vereinfacht, „Aktivisten, Sadisten und Frustrierte“ die lautesten, so Meißelbach. Und wir alle machten den Fehler, jene, die da diskutierten, mit „der Gesellschaft“ gleichzusetzen. Kurzum: Wir hängen den Stellenwert des Online-Diskurses zu hoch. Womit wir beim analogen Austausch zwischen Menschen wären. Daran krankt es oft, weil die Räume dafür fehlen. Der Osten sei, was das betreffe, historisch im Nachteil, sagt Meißelbach. Dafür sei der kritische Geist gegenüber „denen da oben“ hier deutlicher ausgeprägt, mit Vor- und Nachteilen. Das alles bringt uns zu der Frage: AfD-Wählen, ist das auch Ausdruck gelebter Demokratie? Meißelbach sagt: Selbst jene, die AfD wählten, wollten in der Mehrheit in einer Demokratie leben. Sie generell zu Anti-Demokraten abzustempeln, greife zu kurz. Podcast-Tipp: Deutschland 3000 - https://1.ard.de/D3000-Maja_Goepel?cp Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 14 Feb 2025 - 50min - 86 - Woran unsere Demokratie krankt
Der Wahlkampf geht in die spannende Phase. Die Fernsehduelle stehen an, das Land debattiert weiter über den Migrationskurs der Union und die Brandmauer zur AfD. In dieser Folge spricht Malte Pieper mit Focus-Chefreporterin Anja Maier und der Zeithistorikerin Claudia Gatzka über den Zustand unserer Demokratie. Mit Blick auf den Wahlkampf sagt Gatzka, durch die derzeitigen Angriffe auf die Demokratie rutschten viele Menschen in eine Verteidigungshaltung. Sie sähen sich als Beschützer der Demokratie. Das sei nichts Schlechtes, aber: „Wir verteidigen nur noch, wir sind eigentlich wie im Krieg. Und das ist zwar richtig und wichtig. Aber wir sollten nicht vergessen, dennoch darüber zu sprechen, wie wollen wir leben und wie organisieren wir uns.“ Was zu kurz komme, sei das offene Nachdenken darüber, wie unsere Demokratie künftig funktionieren solle. Gazka findet: Die Idee der Demokratie sei nicht in der Krise. In der Krise sei die Demokratie, wie sie derzeit funktioniert. Viele Menschen fühlten sich nicht repräsentiert und wanderten zu autoritären Parteien ab. Die Demokratie lebe davon, dass Bürger selbst aktiv würden und Politik gestalteten. Viele Menschen seien aber nur wie Zuschauer, die dem Staat und bestimmten Eliten dabei zuschauten, wie diese die Politik machten. Sie müssten sich vielmehr selbst engagieren. Vom Elternrat in der Kita bis hin zu Vereinen, Verbänden und Parteien. „Wenn man sich aber nur in den Lehnstuhl setzt zu Hause, Netflix schaut und sich nebenher übers Handy informiert, dann ist das für meine Begriffe vorprogrammiert, dass die Distanzen wachsen zu dem, was man da beobachtet.“ Warum engagieren sich die Menschen nicht mehr, warum erheben sie nicht lauter ihre Stimme – auch und vor allem im Osten dieses Landes? Warum sind bestimmte Schichten an den Schalthebeln der Macht so unterrepräsentiert? Und welche Rolle spielt Social Media für die Zukunft der Demokratie? Die Antworten gibt es in dieser Folge. Podcast-Tipp: Hormongesteuert – Der Wechseljahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig - https://1.ard.de/hormongesteuert Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 07 Feb 2025 - 48min - 85 - Merz und die AfD – Zeitenwende in Berlin
Friedrich Merz, der Kanzlerkandidat der Union, hat mit den Stimmen der AfD einen Antrag zur Migration durch den Bundestag gebracht. Ein Gesetz könnte folgen. Die AfD jubelt, Merz beschwichtigt, Grüne und SPD sind entsetzt. Es war ein historisches Ereignis, sagen viele. Von einem Dammbruch ist die Rede, vom Abschied der Union aus der demokratischen Mitte und von einer politischen Zeitenwende. Kippt die viel beschworene Brandmauer zur AfD? Focus-Chefreporterin Anja Maier spricht von einem "politischen Scherbenhaufen". Das Verhalten von Merz werde Folgen haben, im Bund und in den Ländern. Merz sei nun ein von der AfD Getriebener. Inzwischen hat sich auch Alt-Kanzlerin Angela Merkel von Merz distanziert. Noch ist unklar, wie sich die Vorgänge im Wahlkampf auswirken werden. Folgenlos dürften sie nicht bleiben. Im zweiten Teil des Podcasts spricht Malte Pieper mit Ayman Qasarwa über die aktuellen Entwicklungen. Qasarwa ist Geschäftsführer des "Dachverbandes der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland" (DaMOst). Er sagt, die Vorkommnisse im Bundestag hätten ihn an die Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten von Thüringen erinnert, mit den Stimmen der AfD. In Deutschland würden derzeit vor allem Horrorbilder gezeichnet, wenn es um Migration gehe. Angst werde geschürt. Wann immer ein Anschlag geschehe und der Täter Migrant sei, würden alle Migranten und die Migration als Ganzes in einen Topf geworfen und verurteilt. Die Politik habe keine Antworten auf die Probleme unserer Zeit. Statt Lösungen zu finden, werde die Migration als Ursache für die Probleme hingestellt. Um die vielen Migrantinnen und Migranten, die in Deutschland als Ärzte, im öffentlichen Nahverkehr und anderen Bereichen arbeiteten, gehe es kaum in der Öffentlichkeit. Das müsse sich ändern. Podcast-Tipp: BR-Podcast "Kaffee, extra schwarz" - https://1.ard.de/Kaffee_extra_schwarz Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Thu, 30 Jan 2025 - 49min - 84 - Wie unsere Politiker die Demokratie zerstören
In Deutschland regiert de facto eine Kaste! Das sagen die Schriftsteller Ruth-Maria Thomas und Lukas Rietzschel. Das Volk werde von der Politik immer weniger vertreten. Dadurch hätten Alice Weidel, Sahra Wagenknecht und Co ein leichtes Spiel. Host Malte Pieper lässt sich von beiden Schriftstellern ganz genau erklären, wie sie zu diesen Aussagen kommen. In diesem Zusammenhang sprechen sie auch über die Bundestagswahl und den Wahlkampf. Dabei stellen sie fest, dass die "etablierten" Parteien auf den Plakaten sehr inhaltslose Schlagworte wie "stabil" oder "Zuversicht" verwenden. Für Lukas Rietzschel ist das ein Ausdruck von "Hilfslosigkeit". Natürlich geht es in dieser Folge auch um Lösungen. Ruth-Maria Thomas berichtet von ihren Erfahrungen im Ehrenamt. Dabei stellt sie fest, dass es von seiten der Politik wenig Unterstützung gibt. Da müsse viel mehr Geld, Zeit und Personal bereitgestellt werden. Die Medien schauen sich ihrer Meinung nach ebenfalls viel zu wenig die positiven Dinge in unserer Gesellschaft an. "Ich würde mir wünschen, dass da auch mal die Kamera oder das Mikrofon draufgehalten wird", sagt die Schriftstellerin. Lukas Rietzsch warnt die Politiker außerdem davor, ständig falsche Versprechungen zu machen. Gleichzeitig wünscht er sich von den Ostdeutschen mehr Engagement zum Beispiel durch ein Ehrenamt. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 24 Jan 2025 - 52min - 83 - Ein neuer Umgang mit der AfD?
Fünf Jahre war Christine Lieberknecht Ministerpräsidentin in Thüringen. Seit 2014 ist die Christdemokratin zwar nicht mehr Regierungschefin, aber sie mischt noch immer kräftig mit und findet Gehör, wenn sie möchte. Zuletzt verlangte sie einen anderen Umgang mit der AfD. Im Gespräch mit Host Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier erklärt sie, was sie damit meint. Die CDU, aber auch die anderen Parteien hätten der AfD im Landtag immer wieder die Opferrolle ermöglicht. Trotz Geschäftsordnung hätten sie nicht mit der Partei geredet. Stattdessen habe man gedacht, man könne kühl daran vorbeimarschieren. "Das sind Dinge, die nehmen Menschen im Land übel." Lieberknecht spricht außerdem darüber, warum die AfD gerade in ländlichen Regionen Erfolge hat. Sie kritisiert aber auch eine zunehmende Dienstleistungsmentalität in der Gesellschaft. Und sie bemängelt die Langsamkeit und Ineffizienz von Verwaltungen an. Podcast-Tipp: Sachsen-Politik-Podcast https://1.ard.de/sachsen-politik-podcast Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 10 Jan 2025 - 55min - 82 - Wagenknecht, der Elefant im Raum
Es waren spannende Tage und Wochen. In Sachsen, Thüringen und auch Brandenburg wurden die Ministerpräsidenten neu gewählt. Alle drei mit wackligen oder gar keinen Mehrheiten. Host Malte Pieper hat sich drei profunde Kenner der Landespolitik eingeladen, um über die MP-Wahlen zu diskutieren: die Korrespondenten Daniela Kahls, Uli Sondermann-Becker (beide MDR) und Thomas Bittner (RBB). Sie schauen hinter die Kulissen und wagen auch einen Blick voraus ins kommende Jahr. Wie stabil sind die Regierungen? Und wie stark oder geschwächt treten die Ministerpräsidenten ihr Amt an? An einer Personalie kommen die vier nicht vorbei, BSW-Chefin Sahra Wagenknecht. In Brandenburg und Thüringen ist ihre Partei direkt in die Landesregierung marschiert, in Sachsen ist Ministerpräsident Kretschmer zumindest auf das Wohlwollen der politischen Newcomer angewiesen. Auch gibt es allerlei Spekulationen, warum es in Sachsen nicht für eine Brombeer-Koalition gereicht hat und wer da möglicherweise im Hintergrund die Fäden zog. Und hier noch ein Hörtipp: Warum verbrannte Oury Jalloh? https://1.ard.de/podcast_ouryjalloh?mdrakt=wo Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 20 Dec 2024 - 51min - 81 - Wenn "Silberlocke" Ramelow aus dem Nähkästchen plaudert
Spektakel in Berlin. Die D-Day-FDP kämpft um ihre Reputation. Kanzler Scholz geht darin auf, wieder ein echter Soze sein zu dürfen. Friedrich Merz gibt sich staatstragend. Robert Habeck macht auf nahbarer Kanzlerkandidat. Und selbst Gregor Gysi hat wieder Blut geleckt. Das Finale der Ampel zieht sich derweil. Darüber sprechen wir bei Wahlkreis Ost. Mit dabei ist ein prominentes Mitglied der Mission "Silberlocke" bei den Linken, Bodo Ramelow. Er ist Noch-Ministerpräsident von Thüringen und einer, der für seine Partei in den Bundestag einziehen will. Da es mit der 5-Prozent-Hürde schwierig werden könnte, wollen die Herren Ramelow, Gysi und Bartsch den Verbleib im Bundestag per Direktmandaten sichern. Wie es dazu kam und ob nicht Jüngere die Linke retten könnten, darüber sprechen wir im Podcast. Viel kann Ramelow außerdem erzählen aus seiner Amtszeit als Ministerpräsident. Zum Beispiel, warum rote, schwarze, grüne und tiefrote Ministerpräsidenten der Länder im Bundesrat manchmal besser zusammenarbeiten als die Parteien im Bundestag. Bei welchen Allianzen im Bundesrat Ex-Kanzlerin Angela Merkel die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hat. Wenig gute Worte hat Ramelow darüber hinaus für das BSW und sein Führungspersonal auf Bundesebene übrig. Und mit Blick auf Thüringen legt der Linke-Politiker dar, wie er sich eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der Brombeer-Koalition in Thüringen vorstellt. Und welche Rolle die Höcke-AfD im Freistaat spielen dürfte. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 06 Dec 2024 - 53min - 80 - Zerbricht das Bündnis Sahra Wagenknecht?
Das Bündnis Sahra Wagenknecht agiert längst nicht mehr so geschlossen wie am Anfang. Der BSW-Landesverband Thüringen will regieren und die AfD von der Macht fernhalten. Dafür ist man dort zu Kompromissen bereit. Für den sächsischen Verband steht dagegen Prinzipientreue im Vordergrund. Hinzu kommt der Machtkampf zwischen BSW-Bundeschefin Wagenknecht und Thüringens Landeschefin Katja Wolf. Wird die Partei daran zerbrechen? Oder rauft sie sich zusammen und schafft bei der Bundestagswahl im Februar den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde? Darüber sprechen Host Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier mit Martin Debes. Er war lange Zeit Chefreporter der "Thüringer Allgemeinen". Jetzt hat er für den "Stern" die Entwicklungen im Osten im Blick. Außerdem geht es in dieser Folge auch um die CDU. Martin Debes erklärt, warum sich die Christdemokraten in Sachsen und Thüringen seiner Meinung nach vom BSW demütigen lassen. Und warum die CDU auch die AfD nicht mehr ignorieren könne. Dabei geht er außerdem auf die politische Strategie der AfD ein und erklärt, welche Rolle dabei der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke spielt. Die Strategie sei zwar widersprüchlich, aber sehr erfolgreich. Zum Schluss stellen Pieper, Maier und Debes fest, dass die Politik aggressiver und komplizierter geworden ist. "Wir Deutschen sind empfindlich, weil wir das nicht gewöhnt sind", meint Stern-Redakteur Debes. Dennoch müsse man die neue Realität anerkennen. Podcast-Tipp: Tabubruch - https://www.ardaudiothek.de/sendung/tabubruch/76266936/ "Wahlkreis Ost"-Folge vom 15.3.2024: https://www.ardaudiothek.de/episode/wahlkreis-ost-der-politik-podcast-aus-leipzig/das-linke-dilemma-der-thueringen-cdu/mdr-aktuell/13230573/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 22 Nov 2024 - 49min - 79 - Wie man den Osten anhand von Erotikshops erklären kann
Am 9. November 1989 fiel die Mauer. 35 Jahre ist dieser Tag jetzt her. Über die Veränderung seitdem sprechen Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier mit Uta Bretschneider. Sie ist Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Leiterin des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig. Gemeinsam mit Jens Schöne ist Bretschneider in die ostdeutsche Provinz gefahren und hat sich Erotikshops angeschaut. Diese Läden wurden nach der Wende zuhauf eröffnet. Viele schlossen schnell wieder, einige sind immer noch da - manche sogar inzwischen in zweiter Generation betrieben. Im Buch "Provinzlust" erklären sie anhand dieser Läden die Transformationszeit in Ostdeutschland in den vergangenen 35 Jahren. Pieper, Maier und Bretschneider sprechen aber auch über Unterschiede zwischen Ost und West. Brettschneider erklärt dazu, dass man ungerechte Unterschiede, wie mangelhafte Repräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen, angehen sollte. Kulturelle Unterschiede hingegen solle man feiern und sich weiter darüber unterhalten. Diese Unterschiedlichkeiten würden bleiben. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Sat, 09 Nov 2024 - 41min - 78 - Der Ampel-Crash
Die Ampel ist nicht mehr. Wer trägt die Verantwortung? Kanzler Scholz und Ex-Finanzminister Lindner tun öffentlich kund, wie wenig sie von einander halten. Im Gespräch mit Host Malte Pieper legt sich Focus-Chefreporterin Anja Maier fest: Hauptverantwortlich sind die FDP und ihr Chef Lindner. Außerdem geht es um den Zeitplan von Kanzler Scholz. Neuwahlen soll es erst im März geben. Ist das zu spät? Und wer wird als Gewinner aus der aktuellen Situation hervorgehen? Die CDU steht gut da und flirtet schon mit der FDP. Die AfD gibt sich gelassen und kann bei einer Neuwahl ebenso auf Zugewinne hoffen. Es sind bewegte Zeiten, soviel steht schon mal fest! Podcast-Tipp: Kino.to - Die verbotene Streamingrevolution - https://1.ard.de/kinoto?cp Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 08 Nov 2024 - 29min - 77 - AfD-Verbot – ja oder nein?
Die AfD eilt von Erfolg zu Erfolg. Dabei hat sich die Partei über die Jahre beständig radikalisiert. In mehreren Bundesländern wird sie vom Verfassungsschutz inzwischen als gesichert rechtsextrem eingestuft. Es wird derzeit wieder diskutiert, ob nicht ein Verbot der Partei angebracht wäre. Befürworter sehen darin einen Schritt der Notwehr zum Erhalt unserer Demokratie. Gegner sagen, man dürfe eine Partei, die bei Wahlen teilweise über 30 Prozent der Stimmen bekomme, nicht einfach verbieten. Was für ein Verbot spricht und was dagegen, darüber spricht Malte Pieper einerseits mit Carlos Casper, Bundestagsabgeordneter der SPD aus Sachsen und Befürworter eines Verbotsantrags. Und mit Sepp Müller aus Sachsen-Anhalt, Fraktionsvize der Union im Bundestag und gegen ein AfD-Verbot. Welche Argumente die beiden Politiker haben, hört ihr im Podcast. Doku-Tipp: Es ist kompliziert … – Der Osten in den Medien - https://www.ardmediathek.de/video/mdr-dok/es-ist-kompliziert-der-osten-in-den-medien/mdr/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kdW5nLzI4MjA0MC80NzEyNjItNDUxNTY1 Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 25 Oct 2024 - 34min - 76 - Ärztemangel dank AfD?
Bei den Wahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg hat fast die Hälfte der Menschen für populistische Parteien gestimmt. In Thüringen wurde die AfD stärkste Kraft. In dieser Folge sprechen Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier darüber, was das für Konsequenzen haben könnte. Dazu als Gast im Podcast: Samer Matar, angehender Kardiologe in Leipzig und Vorstandsmitglied beim Verein der syrischen Ärzte in Deutschland. Matar sagt, er fühle im Angesicht der Wahlergebnisse Sorge und Fassungslosigkeit. Und er sowie viele seiner Kollegen beobachteten genau, ob der Osten noch der richtige Ort für sie sei. Eindrücklich schildert er, was passiert, wenn ausländische Ärzte dem Osten und vor allem dem ländlichen Raum den Rücken kehren. Denn die Kliniken kommen ohne Mediziner aus dem Ausland schon lange nicht mehr aus. Matar sagt aber auch, dass er Probleme bei der deutschen Migrationspolitik sieht. Und was er sich stattdessen wünscht. Podcast-Tipp: Wendehausen – Heimat im Todesstreifen https://1.ard.de/wendehausen Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 04 Oct 2024 - 39min - 75 - Thüringen taumelt Richtung Abgrund
Markus Preiß ist in Thüringen aufgewachsen, er hat in Brüssel, Paris und Berlin gearbeitet. Er kennt den Osten und den Westen. Mit Malte Pieper und Anja Maier spricht er über die chaotische Sitzung des neuen Thüringer Landtags. Preiß findet es befremdlich, was sich da abgespielt hat. Er kann nachvollziehen, dass Parteien bei ihren Anhänger punkten wollen, "aber das ist längst kein Spiel mehr". Es sei zu befürchten, dass es in Thüringen so weitergehe, mit allen Konsequenzen. Der Freistaat werde dann Schaden nehmen und nicht vorankommen. Von Thüringen aus schlagen die Journalisten den Bogen in die europäischen Nachbarländer. Auch dort verzeichnen rechte Parteien Wahlerfolge. Insofern ist die AfD kein Einzelfall. Aber, so die These der Beobachter: In Deutschland zeigt sich die Wut besonders krass, es gibt mehr Gewalt und Hass. Das kenne man so weder aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Für Markus Preiß lohnt sich auch ein Blick in die osteuropäischen EU-Länder. Dort hat er vieles beobachtet, was er in Deutschland vermisst: klare Analysen und schnelle Entscheidungen. Die Kommunikation zwischen Politik und Wahlvolk verlaufe direkter, vieles sei weniger verkrustet. Als Beispiel nennt er Polen. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de. Podcast-Hörtipp: Wendehausen – Heimat im Todesstreifen https://www.ardaudiothek.de/sendung/wendehausen-heimat-im-todesstreifen/13704179/
Fri, 27 Sep 2024 - 43min - 74 - Brandenburg: Wagenknecht-Triumph und Merz-Desaster
Nun hat mit Brandenburg auch das dritte ostdeutsche Bundesland in diesem Jahr gewählt. Die Serie der Landtagswahlen 2023 ist damit abgeschlossen. Anders als in Sachsen und Thüringen geht in Brandenburg die SPD als Siegerin aus der Wahl hervor. Das wird vor allem einem Mann zugeschrieben: Dietmar Woidke. Der Ministerpräsident siegte mit seiner SPD knapp vor der AfD. Die Regierungsbildung dürfte allerdings schwierig werden. Ihre bisherigen Partner CDU und Grüne büßten deutlich ein. Die Grünen schaffen es nicht mal mehr in den Landtag. Auch FDP, Linke und Freie Wähler scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde. Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier sprechen in dieser Folge darüber, was die Wahlergebnisse in Brandenburg nun für den Osten bedeuten. Die Verluste der Linken etwa macht Anja Maier am fehlenden Partei-Nachwuchs fest. Zudem hätten sich viele bisherige Linken-Wählen für das neue Modell BSW entschieden. Sahra Wagenknecht ist derweil hektisch bemüht, Personal zu akquirieren. Und hat die Brandenburger SPD nun Olaf Scholz gerettet? Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de. Podcast-Tipp: MDR Investigativ
Mon, 23 Sep 2024 - 23min - 73 - Wer ist Schuld am Hass gegen die Grünen, Frau Göring-Eckardt?
Was läuft schief in unserem Land und wie gefährdet ist die Demokratie? Darüber sprechen Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier mit Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt. Die Grüne ist eine der erfahrensten Politikerinnen Deutschlands. Auch sie blickt mit Sorge auf die aktuellen Entwicklungen und der Ergebnisse bei den jüngsten Landtagswahlen. Göring-Eckardt spricht über die Unzufriedenheit vieler mit der Demokratie und das Erstarken des Populismus. Die aktuelle Lage, auch die Einflussnahme von ausländischen Autokraten über soziale Medien und Co. sei "gruselig". Ausführlich geht es um den Hass, der den Grünen oft entgegenschlägt. "Meine Partei steht für die Veränderungen, die notwendig sind. Viele Leute haben aber das Gefühl, Veränderungen hatten wir jetzt genug", so Göring Eckardt. Die Grünen würden für alles verantwortlich gemacht, was gerade schieflaufe. Neben der AfD betätigten sich auch die Union und das BSW auf diesem Feld. Dabei werde bewusst mit falschen Behauptungen gearbeitet. Dennoch sagt Göring-Eckardt, gehöre sie zum Team "Unverzagt" und bewahre sich einen optimistischen Blick auf die Zukunft. Im Podcast skizziert sie, wie diese aussehen könnte. Außerdem geht es um die Thesen von Dirk Oschmann, den weißen Elefanten im Raum, die AfD, und die weiße Elefäntin im Raum – Sahra Wagenknecht und das BSW. Podcast-Tipp: Amerika, wir müssen reden - https://www.ardaudiothek.de/sendung/amerika-wir-muessen-reden/82222746/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 13 Sep 2024 - 54min - 72 - Nein zur AfD, aber ja zum BSW?
Die politischen Wellen nach den Wahlen in Sachsen und Thüringen haben sich etwas geglättet. Nun gehen die mutmaßlich künftigen Koalitionspartner in die ersten Gespräche und beschnuppern sich. Die AfD befindet sich im Hoch aufgrund ihrer starken Ergebnisse. Gleichzeitig sieht sie sich als Opfer, weil sie weiter nicht an den Regierungen beteiligt werden soll. Die CDU will das Gespräch mit dem BSW suchen. Darüber spricht Malte Pieper mit Anja Maier, Chefreporterin des Focus, und Jens-Christian Wagner, dem Direktor der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wagner sagt mit Blick auf das gesellschaftliche Klima und die Wahlen: „Die Verrohung in der Gesellschaft ist weit fortgeschritten und das hat, wie ich finde, maßgeblich auch mit der Hetze von Rechtsaußen zu tun.“ Verharmlosung des Holocaust und Geschichtsrevisionismus verbreiteten sich über die sozialen Netzwerke ungestörter als früher. Immerhin habe ein Großteil der Thüringerinnen und Thüringer nicht die AfD gewählt. Nun gelte es, einen Teil der AfD-Wähler zurückzuholen. Dafür müssten die demokratischen Parteien Angebote machen. Zu Forderungen, die AfD wegen der Vielzahl ihrer Wähler mehr einzubeziehen, sagt er, die AfD sei in Thüringen als gesichert rechtsextrem eingestuft. Wer eine solche Partei als Partner im demokratischen Spektrum aufnehme, sorge dafür, dass solche Positionen normalisiert würden. Davor könne er nur dringend warnen. Kritisch äußert sich Wagner zum BSW. Er finde es verwunderlich, dass die CDU in Thüringen mit dem BSW über eine Regierungsbildung sprechen will, nicht aber mit der Linken. Mit Blick auf das BSW sagt er: „In dieser Partei, die in meinen Augen eine leninistische Kaderpartei ist, steckt zehn Mal mehr SED als in der heutigen Linken.“ Außerdem geht es darum, wie Populismus funktioniert, wie er Ängste und Emotionen nutzt – und was dagegen helfen könnte. Auch anhand eines aktuellen Beispiels: Solingen. Unser Podcast-Tipp: nah dran – die Geschichte hinter der Nachricht https://www.ardaudiothek.de/sendung/nah-dran-die-geschichte-hinter-der-nachricht/10836217/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 06 Sep 2024 - 51min - 71 - Sachsen und Thüringen: Ein politischer Urknall
Sachsen und Thüringen haben gewählt und senden politische Schockwellen durch die Bundesrepublik. Die AfD ist in Thüringen stärkste Kraft und kann künftig mit einer Sperrminorität das politische Schaffen im Freistaat erschweren. In Sachsen ist die CDU knapp vor der AfD gelandet, eine Regierungsbildung wird für Ministerpräsident Kretschmer und seine Partei dennoch nicht leicht. In beiden Ländern ist mit dem BSW eine Art politischer Königsmacher auf der Bildfläche erschienen. Unklar ist noch, ob das Bündnis und seine Chefin Sahra Wagenknecht auch gestalten können und wollen. SPD, Grüne, Linke und FDP müssen politisch schwer bluten. Die Liberalen fliegen in beiden Ländern aus dem Landtag. „Das ist ein Misstrauensvotum der Bürgerinnen und Bürger gegenüber den regierenden Parteien“, sagt Focus-Chefreporterin Anja Maier und meint die Ampel in Berlin. Die komme demnächst wieder zusammen, müsse sich mit Konfliktthemen wie dem Haushalt und der Migrationspolitik befassen. Es sei die vergangenen Monate schon schlimm gewesen mit dem Streit, aber nun werde es noch schlimmer werden. Maier hält es für möglich, dass das Bündnis nach diesen Landtagswahlen zerbricht. Aber wie konnte es so weit kommen? Wie kann die AfD in Thüringen stärkste Kraft werden und in Sachsen nur knapp hinter der CDU auf Platz 2 landen? Beide Landesverbände werden vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Wie solche Wahlergebnisse zustande kommen, dazu kann Markus Wiesenberg (CDU), Bürgermeister von Altenberg in Sachsen, einiges erzählen. Im Podcast sagt er, das Wahlergebnis zeige, dass die Politik meist am ländlichen Raum vorbei gemacht werde. Ein Beispiel: Das Deutschlandticket sei groß gefeiert worden. Wenn auf dem Land aber gar kein Bus fahre, bringe es den Menschen gar nichts. Politik werde zu häufig für die Städte gemacht, die Menschen auf dem Land fühlten sich abgehängt, so Wiesenberg. Er plädiert dafür, dass die CDU zumindest an gemäßigte Politiker der AfD herantreten sollte. Ebenso zu Gast in diesem Podcast: Knut Kreuch, SPD-Oberbürgermeister von Gotha in Thüringen – dort haben die Sozialdemokraten zum ersten Mal seit Jahren das Direktmandat verloren. Das einzige Direktmandat, das die SPD bei Landtagswahlen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen überhaupt erringen konnte. Kreuch ist frustriert und findet, dass das gesellschaftliche Klima in den vergangenen Jahren viel schlechter geworden sei, unter anderem seit der Corona-Krise. Er habe in diesem Wahlkampf erstmals selbst Anfeindungen und Brutalität erlebt. Eine offene Diskussion unter den Menschen sei nicht mehr möglich. Nun habe es einen politischen Urknall gegeben. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Mon, 02 Sep 2024 - 51min - 70 - Landtagswahlen Teil 2: Wer könnte künftig in Sachsen und Thüringen regieren?
Mit Blick auf die letzten Umfragen wird die Regierungsbildung nach den Landtagswahlen sowohl in Sachsen als auch in Thüringen nicht einfach werden. Was wäre möglich? Welchen Einfluss könnte die AfD haben? Welche Rolle könnten die SPD und das BSW spielen? Und wäre in Sachsen eine Minderheitsregierung von CDU und SPD unter Tolerierung des BSW möglich? Zu Gast sind Daniela Kahls aus der Landespolitikredaktion von MDR Sachsen und Uli Sondermann-Becker, Landespolitikredakteur bei MDR Thüringen. Podcast "Wahlkreis Ost" - "Landtagswahlen Teil 1: Scheitert die AfD an Wagenknecht?" https://www.ardaudiothek.de/episode/wahlkreis-ost-der-politik-podcast-aus-leipzig/landtagswahlen-teil-1-scheitert-die-afd-an-wagenknecht/mdr-aktuell/13662439/ MDR Wahl-Archiv https://wahlarchiv.mdr.de/ Podcast "Wahlprogramme kompakt" https://www.ardaudiothek.de/sendung/wahlprogramme-kompakt-vorgelesen-von-ki/13610097/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 23 Aug 2024 - 27min - 69 - Landtagswahlen Teil 1: Scheitert die AfD an Wagenknecht?
Das "Bündnis Sahra Wagenknecht" kann bei den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen auf zweistellige Ergebnisse hoffen. Verhindert das BSW eine AfD-Regierung? Host Malte Pieper schaut zusammen mit den Landespolitikreportern Daniela Kahls und Uli Sondermann-Becker auf die Stimmungslage in beiden Bundesländern. Was unterscheidet den AfD-Wähler vom BSW-Wähler? Warum liegt die AfD in beiden Ländern bei 30 Prozent Zustimmung, obwohl die Spitzenkandidaten Björn Höcke und Jörg Urban auf völlig unterschiedliche Strategien setzen? Außerdem sind Pieper, Kahls und Sondermann-Becker die extrem polarisierenden BSW-Wahlplakate aufgefallen. Ausführlich beschäftigen sich die drei Journalisten in dieser Folge auch mit der CDU. In den Umfragen schneidet die Thüringen-CDU unter Mario Voigt deutlich schlechter ab als die Sachsen-CDU unter Michael Kretschmer. Was macht Kretschmer besser als Voigt? Außerdem fragen sich Pieper, Kahls und Sondermann-Becker, warum der Amtsbonus von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow die Linke dieses Mal voraussichtlich nicht vor dem Absturz retten wird. Und: Warum steht die SPD in Sachsen trotz der beliebten Spitzenkandidatin Petra Köpping so schlecht da? Haben Grüne und FDP noch Chancen, in die Landtage zu kommen? Podcast "Wahlkreis Ost" - "Landtagswahlen Teil 2: Wer könnte künftig in Sachsen und Thüringen regieren? https://www.ardaudiothek.de/episode/wahlkreis-ost-der-politik-podcast-aus-leipzig/landtagswahlen-teil-2-wer-koennte-kuenftig-in-sachsen-und-thueringen-regieren/mdr-aktuell/13662455/ Podcast "Wahlprogramme kompakt" https://www.ardaudiothek.de/sendung/wahlprogramme-kompakt-vorgelesen-von-ki/13610097/ MDR Wahl-Archiv https://wahlarchiv.mdr.de/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 23 Aug 2024 - 40min - 68 - Populisten immer stärker - wie steht es um die Demokratie?
In wenigen Wochen wird in Sachsen, Thüringen und Brandenburg gewählt. Die Nervosität in den Parteizentralen steigt, bestätigt Fokus-Chefreporterin Anja Maier. Vor allem weil die Bundesregierung sich wegen den Haushalts für 2025 gerade mal wieder zerlege. In dieser Folge sprechen sie und Host Malte Pieper mit Hans Vorländer. Er ist Politikwissenschaftler an der TU Dresden, Direktor des Mercator Forum Migration und Demokratie und Vorsitzender des Sachverständigenrates "Integration und Migration" der Bundesregierung. Es geht um die Frage: Angesichts der immer stärkeren Zustimmung für Populisten: Muss man sich langsam Sorgen um die Demokratie machen? Vorländer findet: Ja, erklärt aber auch, warum das im Moment keine Ausnahmesituation ist. Außerdem beantwortet er die Frage, ob es möglich ist, Populisten mit Populismus zu übertrumpfen - so wie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer das stellenweise versucht. Es geht auch um die noch immer groß erscheinenden Unterschiede zwischen Ost und West. Wobei Vorländer auch sagt: "Nicht alles ist ost- und westdeutsch geprägt. Es hat auch mit allgemeinen Entwicklung der Gesellschaft, mit Globalisierung und den Effekten von Globalisierung zu tun." Sonst könnte man nicht erklären, was in anderen Ländern an rechtsextremen Bewegungen und an Rechtspopulismus da sei. Podcast-Tipp: "Mouhamed Dramé – Wenn die Polizei tötet" https://www.ardaudiothek.de/sendung/mouhamed-dram-wenn-die-polizei-toetet-wdr-lokalzeit/13407601/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 09 Aug 2024 - 1h 03min - 67 - Die AfD und die vergiftete deutsche Streitkultur
Die Debattenkultur in Deutschland steckt in der Krise. Ukraine, Israel, Geflüchtete, Corona, Gendern – bei diesen Themen wird es schnell kontrovers bis feindselig. Die Diskussionen verlaufen oft nach dem Schwarz-Weiß-Prinzip. Bist Du dafür oder dagegen? Das darf man sagen und das eher nicht. So kann es nicht weitergehen, finden Host Malte Pieper und Fokus-Chefreporterin Anja Maier. In dieser Folge sprechen sie darüber mit Lars Herrmann, einem bekennenden Konservativen. Herrmann war AfD-Bundestagsabgeordneter, ist inzwischen Mitglied der CDU in Sachsen, im Hauptberuf arbeitet er bei der Bundespolizei. Herrmann findet, in den Debatten in Deutschland fehlten die Grautöne. Es müsse wieder mehr und offen diskutiert werden. Er beklagt auch, dass man zu schnell das Etikett „rechts“ aufgeklebt bekomme. Die mediale Berichterstattung empfindet er oft als einseitig. An Diskussionsstoff mangelt es in dieser Episode also nicht. Los geht’s! Podcast-Tipp: "Mit himmelblauem Herz - der Neustart des Chemnitzer FC" - https://www.ardaudiothek.de/sendung/mit-himmelblauem-herz-der-neustart-des-chemnitzer-fc/13581423/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 02 Aug 2024 - 1h 04min - 66 - Ein Landrat zerbricht an seinem Amt
Diese Woche hat ein Rücktritt für Schlagzeilen gesorgt. Der parteilose Landrat des Landeskreises Mittelsachsen, Dirk Neubauer, gibt sein Amt nach nur zwei Jahren auf. Gründe nennt er mehrere, unter anderem persönliche Anfeindungen und Bedrohungen von Rechtsextremisten gegen ihn aber auch gegen seine Familie. Über die Entscheidung Neubauers sprechen Anja Meier und Malte Pieper mit dem Landrat von Nordhausen, Matthias Jendricke. Der SPD-Politiker hat das Amt seit 2015 inne. Er sagt: Persönliche Angriffe gehen an einem nicht spurlos vorbei. Sie hätten sich, seit es Internet und Soziale Medien gebe, auch verstärkt. Er beschreibt seine Erfahrungen und wie er mit Anfeindungen umgeht. Neubauer kritisierte auch, dass sich die Bürger nicht einbringen wollten. Außerdem mangele es an einem fehlenden politischen Gestaltungswillen in der Region. Jendricke berichtet, wie er die Bürgerbeteiligung in seinem Landkreis erlebt und sagt: Viele interessierten sich nur, wenn sie direkt von etwas betroffen seien. In seinem Kreis könne man außerdem inhaltlich gut über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten. Am Ende des Podcasts geht es noch um überbordende Bürokratie. Und Anja Meier erklärt, warum Neubauers Rücktritt ungewöhnlich ist. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 26 Jul 2024 - 30min - 65 - Warum ist Wagenknechts BSW so erfolgreich, Herr Ostbeauftragter?
Die provokative Frage im letzten Podcast, ob sich der Osten verwählt hat, bewegt die Gemüter. Wie gut, dass der Ostbeauftragte Carsten Schneider dieses Mal zu Gast ist. Wie sieht er es? Schneider ist erst einmal folgendes wichtig: Zunächst funktioniere die Demokratie, die Wahlbeteiligung im Osten sei gestiegen. Der Vorwurf, der Osten sei nicht demokratisch, stimmt aus seiner Sicht nicht. Er wähle nur sehr vielfältig. Interessant dennoch, wie sich Schneider das starke Abschneiden von Wagenknechts BSW erklärt, vor allem wenn man sich auch Umfragen zu den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen anguckt. Schneider meint, dass die Weltsicht des BSW im Osten gut ankomme, die Schneider so definiert: eher sozialistisch, in der Außenpolitik eher nationalistisch und sehr migrationsskeptisch. Der Erfolg sei letztlich auch mit der starken Polarisierung auf die Frage Krieg oder Frieden gekommen. Für den Ostbeauftragten haben die Medien eine entscheidende Rolle gespielt. Er findet, dass besonders die schrillsten Stimmen gehört werden und Differenzierungen nicht stattfinden, er sieht einen medialen Herdentrieb und ein Schielen auf die meisten Klicks. Im zweiten Teil geht es um die Frage, ob es noch einen Ostbeauftragten braucht. Schneider will sich nicht nur in der Rolle des Betroffenheitsbeauftragten sehen, Händchen halten und Temperatur fühlen in Köln und Berlin. Er gestalte Politik mit, indem er den Kanzler bei vielen Entscheidungen berate. Aber wie sieht das ein Ministerpräsident aus Nordrhein-Westfalen? Hendrik Wüst ist zu Gast im Podcast und sagt, dass es starker Stimmen des Ostens in Berlin bedarf. Einen Westbeauftragten sieht er nicht, auch wenn man über eine Art Wiederaufbau diskutieren könne, wenn man sich die Bahn, die Autobahnen und öffentliche Gebäude in manchen Regionen anschaue. Podcast-Tipp: 15 Minuten. Der Tagesschau-Podcast am Morgen https://1.ard.de/15Minuten Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 21 Jun 2024 - 49min - 64 - Wagenknecht und AfD überall: Hat der Osten sich verwählt?
Bei der Europawahl aber auch den Kommunalwahlen im Osten haben die AfD und das BSW ordentlich Stimmen geholt. Was machen die Populisten besser als die etablierten Parteien? Der Frage gehen Host Malte Pieper, Focus-Chefreporterin Anja Maier und der Thüringer Politik-Korrespondent Ulli Sondermann-Becker in dieser Folge nach. Zunächst besprechen sie die Ergebnisse der AfD. Blickt man nur auf Ostdeutschland ist die Partei die stärkste Kraft geworden. Der Präsident des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen, Michael Brychcy (CDU), erklärt, warum er von „Brandmauern“ nichts hält und stattdessen das Gespräch auch mit AfD-Vertretern in den Kommunalparlamenten gesucht werden sollte Im zweiten Teil geht um die Erfolge des Bündnis Sahra Wagenknecht. BSW holte bundesweit bei der Europawahl 6,2 Prozent. In vielen Teilen Ostdeutschlands mehr als doppelt so viel. Anja Maier sagt, gepunktet habe vor allem der Friedensclaim des BSW. Zu Gast ist außerdem Sören Pellmann, Vorsitzender der Gruppe Die Linke im Bundestag. Er spricht von existenzbedrohenden Ergebnissen für seine Partei. Jetzt seien alle gefordert, in der Bundespartei aber auch in den Ländern. Er erklärt, was die Linke seiner Meinung nach falsch gemacht hat und wie sie bis zu den Landtagswahlen im Herbst jetzt vorgehen könnte. Und am Ende geht es noch darum, warum das BSW vor allem der CDU für künftige Mehrheiten nutzen kann. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de. Podcast-Hörtipp: Sahra Wagenknecht – der Podcast https://1.ard.de/wagenknecht-mdr-podcast
Mon, 10 Jun 2024 - 48min - 63 - Was Migranten und Ostdeutsche gemeinsam haben
Unterrepräsentiert und unter Leistungsdruck – zwischen Ostdeutschen und Migranten gibt es mehr Parallelen, als man denkt. Das stellen in dieser Folge Host Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier fest. Sie sprechen mit dem Magdeburger Aram Badr, gebürtiger Kurde, und dem Leipziger Shehzad Shaikh mit Wurzeln in Pakistan. Beide nennen zahlreiche Beispiele aus dem Alltag, die zeigen, dass Migranten und Ostdeutsche benachteiligt werden. Aram Badr und Shehzad Shaikh engagieren sich in der Kommunalpolitik, kommen dadurch mit vielen Menschen ins Gespräch. Beide blicken mit einem unterschiedlichen Gefühl in die Zukunft. Während Shehzad Shaikh optimistisch ist und glaubt, dass Diskriminierung und Rassismus nachlassen, ist Aram Badr kritischer. Beide sind sich aber einig: Für ausländische Fachkräfte und Studierende ist Ostdeutschland nicht unbedingt attraktiv. Auch ein Kritikpunkt: Andere Staaten machen im Vergleich zu Deutschland einiges besser. Sie erklären, was. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 24 May 2024 - 42min - 62 - Ein Jahr AfD-Landrat: Viel versprochen, nichts gehalten?
In dieser Folge schauen Host Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier nach Thüringen, in den Landkreis Sonneberg. Dort ist Deutschlands erster AfD-Landrat, Robert Sesselmann, seit fast einem Jahr im Amt. Im Wahlkampf hatte er viel versprochen: Er wollte unter anderem den "Euro abschaffen" und "Grenzen schließen". Was ist aus diesen und anderen Versprechen geworden? Das lassen sich Pieper und Maier von dem Thüringer Kabarettisten Jonas Greiner erzählen. Er sitzt als Parteiloser im Stadtrat von Lauscha. Greiner erklärt unter anderem, warum Sesselmann seiner Meinung nach an der Realität scheitert. Außerdem nennt der Kabarettist Beispiele, wie Sesselmann versuche, mit Symbolpolitik Eindruck zu machen. Der Gesellschaft bringe das aber nichts. Ein weiteres Thema dieser Folge ist die Gewalt im Wahlkampf. In Dresden wird der SPD-Europaabgeordnete Matthias Ecke brutal angegriffen. In Berlin traf es Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, ebenfalls von der SPD. Auch sie wird verletzt. Und das sind bei weitem nicht die einzigen Vorfälle. Kabarettist Jonas Greiner findet die Situation bedrohlich und meint: "Wir müssen jetzt für die Demokratie kämpfen." Er erklärt auch, wie er sich das vorstellt. Greiner stellt außerdem fest, dass die Parteien insgesamt an Bedeutung verloren hätten. Darin liege aber auch eine Chance. Für die AfD sei es schwerer Parteilose zu diskreditieren. Der Kabarettist führt aus, welche Fehler die etablierten Parteien machen und was sie tun müssen, um das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen. Maier und Pieper blicken auch zurück auf den CDU-Parteitag in Berlin. In diesem Zusammenhang kommen sie auf ein Interview mit Parteichef Friedrich Merz zu sprechen. Dieser hatte gesagt, dass er gerne in die ostdeutschen Bundesländer reise – auch wenn er im Osten mehr erklären müsse als im Westen. Dabei ging es Merz vor allem um die CDU-Position zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Anja Maier und Jonas Greiner erläutern, warum diese Aussagen für sie eine "Frechheit" sind. Und sie bezweifeln, dass sich der CDU-Chef mit diesen Aussagen im Osten Freunde macht. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 10 May 2024 - 39min - 61 - Der Fall Krah: China hört mit
In dieser Folge geht es um die im Juni anstehende Europawahl und die Frage, was die EU jedem einzelnen von uns bringt – oder auch nicht. Und natürlich um den Fall des AfD-Spitzenkandidaten für die Europawahl, Maximilian Krah. Der ist derzeit in Schwierigkeiten, weil einer seiner Mitarbeiter im Verdacht steht, für China spioniert zu haben. Und auch Krah selbst wird nachgesagt, er habe ein auffällig gutes Verhältnis zu Peking. Über all das sprechen Malte Pieper und Focus-Chefreporterin Anja Maier mit zwei erfahrenen EU-Parlamentariern. Zum einen mit der CDU-Politikerin Marion Walsmann. Sie war in Thüringen Landtagsabgeordnete und Ministerin sowie zu DDR-Zeiten Abgeordnete in der Volkskammer, heute sitzt sie für ihre Partei im Europaparlament. Mit dabei ist auch der Europaabgeordnete Moritz Körner, der auch FDP-Generalsekretär in Nordrhein-Westfalen ist. Unter anderem geht es darum, warum die EU für viele Menschen so wenig greifbar ist und warum ihre Skepsis gegenüber dem Staatenbund oft groß ist. Weiter geht es um das schwierige Verhalten der Ampel auf EU-Ebene, das Auftreten der AfD auf europäischer Ebene und – am Ende des Podcasts – um eine persönliche Prognose für die Europawahl. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Thu, 25 Apr 2024 - 40min - 60 - Koalitionskrach im Hause Kretschmer
In dieser Folge schaut Malte Pieper auf die politisch brisante Lage in Sachsen. Der Freistaat spielt für die AfD eine besondere Rolle, nirgendwo sonst ist sie in den Umfragen so stark. Die Partei könnte bei der anstehenden Landtagswahl deutlich mehr als 30 Prozent der Stimmen holen. Dazu kommt, dass die Landesregierung in schwierigem Fahrwasser unterwegs ist. Die CDU mit Ministerpräsident Michael Kretschmer führt die Regierung an, teilt aber innerhalb der Koalition kräftig aus. Immer wieder kommt es zu Brüchen des Koalitionsvertrags. Drei Stichworte reichen, um das deutlich zu machen: Cannabis-Gesetz, Vergabegesetz, geplante Verfassungsänderung. Hauptgegner der CDU sind die Koalitionspartner von den Grünen in der Regierung, der auch die SPD angehört. Pieper spricht über den anhaltenden schwarz-grünen Krach zunächst mit Valentin Lippmann, dem Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen im sächsischen Landtag. Er sagt, die CDU sei oft kein verlässlicher Partner. Das sei eine schwere Hypothek auch für die Zeit nach der Landtagswahl. Warum die Grünen trotzdem in dieser Regierung geblieben sind, erklärt Lippmann im Podcast. Und er hat Forderungen an die CDU mit Blick auf den Umgang mit der AfD. Im zweiten Teil des Podcasts spricht Pieper mit der Gegenseite – verkörpert vom Generalsekretär der CDU in Sachsen, Alexander Dierks. Der ist sich zumindest in der Ablehnung der AfD einig mit den Grünen. Er bekräftigt, seine Partei werde auch nach der Landtagswahl nicht mit der AfD zusammenarbeiten. Und er erklärt, warum er mit Blick auf die Streitpunkte mit den Grünen den Kurs der CDU für gerechtfertigt hält. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 12 Apr 2024 - 35min - 59 - Die SPD, der Kanzler und der Krieg
In dieser Folge sprechen Malte Pieper und Anne-Marie Kriegel mit Armin Willingmann (SPD) über den Ukraine-Krieg, die Ampel, Wissenschaft und ostdeutsche Identität. Willingmann ist Vize-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, außerdem Minister für Wissenschaft, Energie, Klima und Umwelt – ein angesehener Landespolitiker und politischer Strippenzieher im positiven Sinne. Zunächst geht es um das Hick-Hack der Ampel in Berlin. Die Ukraine-Hilfe ist dabei ein stetes Thema. Bundeskanzler Olaf Scholz steht oft im Zentrum. Mal treibt er die Hilfen an, mal zögert er oder schließt aus – Stichwort Taurus. Willingmann verteidigt den Kurs des Kanzlers. Das Mantra, sich nicht in den Krieg hineinziehen zu lassen, der von Russland angegriffenen Ukraine aber die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, sei richtig. Pieper merkt an, dass der Kurs des Kanzlers nicht besonders stringent wirke und viele nicht wüssten, wo Scholz hinwolle. Willingmann entgegnet, es sei besser, einen nachdenklichen Kanzler zu haben, als einen nassforschen. Außerdem geht es um die Bundesregierung im Allgemeinen: Die Performance der Ampel sei besser als ihr Ruf, findet Willingmann, gerade wenn man auf die vielen Krisen schaue, mit denen man in Berlin konfrontiert sei. Im zweiten Teil des Podcasts geht es unter anderem um den Autor Dirk Oschmann und dessen Forderung nach einer Ost-Quote. Willingmann sagt, Quoten seien an sich nichts Falsches. Das Problem sei aber, dass die Debatte zu spät komme. Eine Ost-Quote hätte es direkt nach der Wende gebraucht. Inzwischen sei es dafür zu spät. Eine neue Ost-West-Diskussion halte er nicht für sinnvoll. Auch sei es schwierig, heute zu definieren, wer klar ost- oder westdeutsch sei. Davon kann Willingmann auch anhand seiner eigenen Biografie erzählen. Außerdem geht es um die ostdeutsche Unterrepräsentation in der Wissenschaftslandschaft und anderen Bereichen der Gesellschaft. Weitere Themen: Hoffnungen in Sachsen-Anhalt durch die Intel-Ansiedlung + Die Stärke der AfD und der ungeschickte Umgang damit + Einwanderung als Wirtschaftsfaktor Und hier unser Podcast-Tipp - CUT - Das Silvester, das uns verfolgt: https://1.ard.de/CUT?p=dgg Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Thu, 28 Mar 2024 - 51min - 58 - Das linke Dilemma der Thüringen-CDU
Thüringen ist das politisch vielleicht spannendste Bundesland derzeit. Niemand kann vorhersagen, wie es dort nach der Landtagswahl am 1. September weitergehen könnte. Die AfD von Rechtsaußen Björn Höcke liegt in Umfragen deutlich vorn, die rot-rot-grüne Minderheitsregierung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) scheint keine Chance zu haben, erneut die Regierung zu bilden. Dann kommt das Bündnis Sahra Wagenknecht hinzu. Und die CDU muss ihre Rolle als derzeit zweitstärkste Kraft in den Umfragen finden. Sie kann hoffen, eine neue Landesregierung anzuführen – nur mit wem? Darüber sprechen Malte Pieper und Anja Maier mit Martin Debes, langjähriger Chefreporter der Thüringer Allgemeinen. Er hat ein Buch geschrieben über die schwierigen politischen Verhältnisse im Freistaat. Debes hält den aktuellen Weg der CDU, sich möglichst weitgehend von AfD UND der Linken abzugrenzen für schwierig. Dadurch könnten nach der Wahl Verhältnisse entstehen, in denen eine Regierungsbildung fast unmöglich würde. Es drohten Unregierbarkeit, Stillstand, ja sogar Verfassungskrise. Das gelte besonders, wenn die AfD ein Drittel der Sitze gewänne und damit eine Sperrminorität im Parlament hätte. Debes sagt auch, warum er es für gefährlich hielte, wenn die AfD Gestaltungsmacht bekäme. Und er erklärt, in welcher Mission sich der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke seiner Meinung nach sieht. Außerdem sprechen Pieper, Maier und Debes über Bodo Ramelow, dessen Zeit in der Staatskanzlei bald abgelaufen sein dürfte. Und was ist mit dem BSW, der „Alternative zur Alternative“, wie Debes sagt? Sie könnte am Ende bei der Regierungsbildung wichtig werden. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 15 Mar 2024 - 52min - 57 - Hat der Kanzler in Sachen Ukraine vieles nicht verstanden?
In dieser Folge ist der FDP-Verteidigungsexperte Marcus Faber zu Gast. Der gebürtige Stendaler sitzt seit 2017 im Bundestag und ist seit 2018 Mitglied des Verteidigungsausschusses. Anja Maier und Malte Pieper sprechen mit ihm über die Diskussion über mögliche Taurus-Lieferungen an die Ukraine und auch das deutliche Nein von Kanzler Olaf Scholz (SPD) dazu. Faber sagt, er wünsche sich bei dem Thema mehr Sachverstand. Scholz habe sich nicht ausreichend informiert. Deutsche Soldaten würden für die Nutzung der Taurus in der Ukraine nicht gebraucht. Man mache sich angreifbar, wenn man mit solchen Falschaussagen um die Ecke komme. Taurus sei keine Wunderwaffe aber hilfreich für die Ukraine. Faber war in den vergangen beiden Jahren mehrfach selbst in der Ukraine. Er spricht von Eindrücken und Begegnungen, die ihn seitdem nicht mehr losgelassen haben. Dazu gehören der Besuch in einem bombardierten Kinderkrankenhaus oder das Gespräch mit einem Mann, der in einem Foltergefängnis inhaftiert war. Der FDP-Politiker spricht außerdem über die Begegnungen, mit den Menschen in seinem Wahlkreis in der Altmark, den dauernden Streit innerhalb der Ampel-Koalition und warum FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai schon jetzt auf die Zeit nach der nächsten Bundestagswahl schaut. Podcast-Tipp: Was tun, Herr General? https://www.ardaudiothek.de/sendung/was-tun-herr-general-der-podcast-zum-ukraine-krieg/10349279/ Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 01 Mar 2024 - 44min - 56 - Hass und Gewalt gegen Politiker – was tun?
In dieser Folge geht es um Bedrohungen und Gewalt gegen Kommunalpolitikerinnen und -politiker. Anja Maier und Malte Pieper sprechen darüber mit dem Oberbürgermeister von Altenburg in Thüringen, André Neumann. Der CDU-Politiker erzählt, wie er mit Hass und Hetze im Netz, aber auch Zurufen auf der Straße umgeht. Er berichtet auch davon, dass während der Corona-Pandemie bei den sogenannten Spaziergängen Klingelstreiche an seiner Wohnung gemacht wurden und seine Familie verängstigten. Neumann sagt, er selbst nehme die Angriffe sportlich. Er sagt aber auch, dass es sich dabei um Selbstschutz handele und das eigentlich nicht der richtige Umgang mit solchen Vorfällen sei. Es handele sich um Straftaten. Neumann wünscht sich, dass unter anderem in der Strafverfolgung solcher Fälle mehr getan werde. Am Ende spricht Malte Pieper noch mit Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD). Er sagt, man sei mittlerweile besser aufgestellt, was das Vorgehen gegen Hass und Hetze angehe. So gebe es eine zentrale Stelle beim Bundeskriminalamt, die sich damit beschäftige. Außerdem müsse man von Seiten der Polizei den Kommunalpolitikern Schutz anbieten. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 16 Feb 2024 - 37min - 55 - Rettet uns Sahra Wagenknecht vor einer AfD-Regierung?
In dieser Folge schauen Anja Maier und Malte Pieper auf die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg in diesem Jahr. In allen drei Ländern liegt die AfD in den Umfragen vorn. Auch die neue Partei von Sahra Wagenknecht kann erstaunliche Werte vorweisen. Hat das "Bündnis Sahra Wagenknecht" ernsthafte Chancen bei den Wahlen? Ist sogar eine Regierungsbeteiligung drin? Darüber sprechen Maier und Pieper auch mit den Landeskorrespondenten Daniela Kahls in Dresden vom MDR und Thomas Bittner vom RBB in Potsdam. Beide sind in Bezug auf eine Regierungsbeteiligung des BSW skeptisch. Sie erklären, warum die Partei im Moment größer erscheint, als sie ist. Und wie stark werden die Freien Wähler? In welchem Bundesland könnten sie eine Rolle spielen? Kahls und Bittner spielen auch durch, was die AfD sofort in den drei ostdeutschen Bundesländern ändern würde, wenn sie an die Macht käme. Die Folgen für die Medienlandschaft und die Wirtschaft wären erheblich, sagen sie. Kahls spricht sogar von "wirtschaftlichen Turbulenzen". Natürlich schauen Maier und Pieper zusammen mit den Landeskorrespondenten auch auf die Regierungsparteien und die amtierenden Ministerpräsidenten. Welche Strategien haben sie, um die AfD von der Macht fernzuhalten? Während Dietmar Woidke in Brandenburg auf seine Erfolge aufmerksam macht, ist Michael Kretschmer in Sachsen vor allem damit beschäftigt, auf die Politik in Berlin zu schimpfen. Welche Strategie funktioniert besser? Ein weiteres Thema in dieser Folge sind die Enthüllungen der Plattform Correktiv über das "Potsdamer Geheimtreffen" und die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus. Werden sie die Landtagswahlen beeinflussen? Podcast-Empfehlung: Politikum - Der Meinungspodcast Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 02 Feb 2024 - 54min - 54 - Trümmerhaufen SPD - Wie weiter mit dem Ampelfrust, Frau Köpping?
Anja Maier und Malte Pieper haben in dieser Folge Petra Köpping zu Gast. Sie ist seit 2019 Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen. Und vor kurzem wurde sie zur Spitzenkandidatin für die SPD bei der Landtagswahl im September gewählt. Maier und Pieper sprecher mit ihr zunächst über eine Ostquote in Führungsetagen. Köpping erklärt, dass es wichtig ist, dass Menschen aus Ostdeutschland an wichtigen Stellen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sitzen. Eine Quote hält sie aber für schwierig. Mit Blick auf die schlechten Umfragewerte der SPD sagt Köpping, man habe ein Problem. Das könne man nicht kleinreden. Die Polarisierung der Sprache habe viele zum Rückzug gedrängt. Sie wolle den Menschen wieder Mut machen, sich in die Gesellschaft einzubringen. Das sei ihr auch wichtig für den Wahlkampf in Sachsen. Sie freue sich außerdem, dass viele derzeit gegen Fremdenfeindlichkeit und Radikalismus demonstrierten. Es geht außerdem um die Diskussion über Ostdeutschland, die laut Köpping viele nervt. Aber für die Menschen, die hier betroffen seien, sei sie wichtig. Viele sagten, einen Umbruch nach der Wende hätten sie geschafft, aber ein zweites Mal schafften sie das nicht. Die Angst müsse ernst genommen werden in Sachsen, aber auch in Deutschland. Weitere Themen sind Anfeindungen von Politikern, die Situation im ländlichen Raum, die Zusammenarbeit mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Köppings Motivation, mit 65 Jahren als Spitzenkandidatin der SPD für die Landtagswahl in Sachsen anzutreten. Podcast-Empfehlung: Rasenball - Red Bull und der moderne Fußball Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 19 Jan 2024 - 47min - 53 - Was hilft gegen die AfD, Dirk Oschmann?
Anja Maier und Malte Pieper haben in dieser Folge Dirk Oschmann zu Gast. Er ist Professor für neuere deutsche Literatur an der Universität Leipzig und Autor des Bestsellers "Der Osten: eine westdeutsche Erfindung". Zusammen mit Pieper und Maier schaut er auf die aktuelle politische Stimmung im Osten Deutschlands. Oschmann erklärt, was die AfD im Moment so stark macht. Das liege auch an den klassischen Parteien, die Probleme lange verschwiegen hätten. Dazu gehöre das Armutsrisiko im Osten und der größere Anteil an Bürgergeld-Empfängern (ehemals Hartz-4-Empfänger). Vorwürfe, er unterstütze mit seinen Thesen populistische Parteien, weist Oschmann entschieden zurück. Ein weiteres Thema ist Oschmanns Forderung nach einer Ostquote in den Führungsetagen. Er meint, wenn den Deutschen die Demokratie etwas wert sei, müssten sie den Osten in die Mitverantwortung bringen. Wenn das nicht passiere, werde die Spaltung weiter voranschreiten. Oschmann räumt ein, dass nach der DDR ein Elitenwechsel notwendig gewesen sei. Dabei sei aber mit einem sehr viel schärferen Besen gekehrt worden als nach 1945 im Westen. Während Anja Maier als Ostdeutsche in weiten Teilen Oschmanns Argumentation folgen kann, stellt Malte Pieper aus westdeutscher Sicht kritische Fragen. Wie soll eine Ostquote organisiert werden? Wer gilt als Ostdeutscher? Sind viele Ostdeutsche zu zaghaft, wenn Stellen besetzt werden? Podcast-Empfehlung: 100. Folge von "Die Spur der Täter" Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 05 Jan 2024 - 51min - 52 - AfD-Mitglieder als Religionslehrer – undenkbar!?
In dieser Folge haben Malte Pieper und Anja Maier den katholischen Bischof von Erfurt, Ulrich Neymeyr, zu Gast. Mit ihm zusammen schauen sie auf die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg im kommenden Jahr. Außerdem fragen sie ihn, wie die Kirche mit Mitgliedern der AfD umgehen sollte. Dabei macht Neymeyr klar, dass es für ihn große Unterschiede zwischen dem katholischen Glauben und dem AfD-Programm gibt. Das betreffe auch den Umgang mit Flüchtlingen und die Klimapolitik. Außerdem zeige sich bei der AfD ein antijüdisches und antisemitisches Bild. Was folgt daraus im Umgang mit den AfD-Mitgliedern? Kann ein AfD-Mitglied katholischer Religionslehrer werden? Nein, findet Neymeyr. Hat die katholische Kirche schon einmal versucht, einem Religionslehrer die Beauftragung zu entziehen? Würde Neymeyr einen Religionslehrer loswerden wollen, wenn er wüsste, dass er AfD-Mitglied ist? Diese heiklen Fragen stellt Malte Pieper dem Bischof und bekommt darauf sehr klare Antworten. Außerdem blicken Pieper und Maier zurück auf das Jahr 2023. Hat die Ampel-Koalition bei den Sparmaßnahmen im Haushalt Augenmaß bewiesen? Warum kann CDU-Chef Friedrich Merz bei den weiblichen Wählern nicht punkten? Warum verliert die FDP mehr an Zustimmung als die Grünen? Und warum droht das Bündnis Sahra Wagenknecht eine Luftnummer zu werden? Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 15 Dec 2023 - 51min - 51 - Wohin steuert die Linke ohne Sahra Wagenknecht?
Sie war über viele Jahre die prominenteste Stimme der Linken – und die streitbarste Politikerin ihrer Partei. Nun geht Sahra Wagenknecht eigene Wege. Die Fraktion der Linken im Bundestag löst sich auf. Was wird nun aus der Partei? Darüber spricht Malte Pieper mit zwei Menschen, die sich auskennen, wenn es um die Linke geht. Für Anja Maier springt in dieser Folge Uwe Jahn ein, der für den MDR aus der Hauptstadt berichtet. Und mit dabei ist auch Petra Sitte, Bundestagsabgeordnete der Linken. Sie ist eine Politikerin, die ihre Partei so gut kennt, wie nur wenige andere. Sitte sagt, sie empfinde die aktuellen Ereignisse als eine bittere Niederlage. Die Linke werde dem Bundestag als Fraktion fehlen. Für die Mitarbeitenden der Fraktion, die nun ihre Jobs verlören, sei es schrecklich. Mit Blick auf das Wagenknecht-Lager sei es schade, dass kein Kompromiss zustande gekommen sei. Nun gehe es darum, die Partei neu aufzustellen mit Blick auf Zukunftsthemen – und dabei die soziale Frage nicht aus dem Blick zu verlieren. Hoffnung mache ihr, dass die Partei viele junge Mitglieder habe. Dass die AfD als Protestpartei, die die Linke einst war, punktet, schmerzt sie. Die AfD spiele die Schwächsten gegeneinander aus, wenn sie sozial Schwache gegen Flüchtlinge aufhetze. Der wahre Konflikt bestehe aber zwischen Unten und Oben. Mit Blick auf die kommenden Wahlkämpfe sagt sie: Gerade in dieser gesellschaftlichen Situation brauche es die Linke. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 01 Dec 2023 - 44min - 50 - Warum ostdeutsche Männer so wütend sind
Wut lässt sich auf dem Land vor allem bei Männern beobachten. Malte Pieper und Anja Maier versuchen zu verstehen, warum das so ist. Dafür treffen sie sich in Bautzen mit den Politikwissenschaftlern Julian Nejkow und Clemens Kießling, die zusammen auch den Podcast "Nach meiner Kenntnis ist das sofort!" moderieren. Außerdem hat Nejkow für die Hochschule Zittau/Görlitz die Stimmungslage in Ostsachsen auf außergewöhnliche Weise untersucht. Er führte in Kneipen viele Interviews. Dabei habe er erkannt, dass hinter der Wut oft eine Angst vor der Zukunft stecke. Die Männer würden nach oben schimpfen und nach unten treten. Gerade in den Kleinstädten hätten es Flüchtlinge und Asylbewerber nicht leicht. In dieser Folge spielt auch das Verhältnis der Ostdeutschen zum Staat eine Rolle. Julian Nejkow erkennt eine Art "Dienstleistungsmentalität". Der Staat werde von den Menschen als Dienstleister wahrgenommen. Er solle das Lebensumfeld möglichst effektiv organisieren und sich ansonsten raushalten. Laut Clemens Kießling wird es immer dann schwierig, wenn sich der Staat nicht daran halte etwa bei Corona oder beim Thema Heizungen. In dieser Gemengelage werde die AfD dann als "Schutzpatron" wahrgenommen. Nejkow und Kießling kritisieren in dieser Folge außerdem eine Aussage der Sprecherin der Ost-Grünen im Bundestag, Paula Piechotta. Sie hatte in diesem Podcast zuletzt gemeint, die Grünen könnten in Ostsachsen wegen des Männerüberschusses keine hohen Wahlergebnisse erzielen. Anja Meier findet diese Ansicht ebenfalls schwierig. Sie erklärt, warum viele Bundestagsabgeordnete in Berlin die Bodenhaftung verlören. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 17 Nov 2023 - 46min - 49 - Die Grünen, der Osten und der Hass
Die Grünen sind inzwischen so etwas wie die Outlaws im Politikbetrieb – die Ausgestoßenen. Es ist nicht lange her, dass sie in den Umfragen weit vorn lagen und von den anderen Parteien als Koalitionspartner umworben wurden. Diese Hochzeiten sind lange vorbei. Gerade im Osten schlägt den Grünen teils regelrechter Hass entgegen. Malte Pieper und Focus-Hauptstadtjournalistin Anja Maier sprechen darüber mit Paula Piechotta. Sie war zur Bundestagswahl Spitzenkandidatin der Grünen in Sachsen und kennt die erschwerten Bedingungen für ihre Partei. Piechotta sagt, die Grünen hatten im Osten schon immer einen schweren Stand. Sie seien in den Städten noch vergleichsweise stark, auf dem Land aber sehr schwach. Für Piechotta steht das sinnbildlich dafür, wie sich die Gesellschaft zwischen Stadt und Land auseinanderdifferenziert. Wer sich auf dem Land für die Grünen engagiere, werde schnell gemieden oder gar bedroht. Nicht wenige zögen lieber weg, als sich offen für die Grünen einzusetzen. Den aktuellen Kurs von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der viel gegen die Grünen austeilt, sieht sie kritisch. Sie vermutet, dass dieses Bashing künftige Koalitionen erschwere und am Ende auch nur wieder bei der AfD einzahle. Überhaupt gebe es bei der CDU viele Politiker, die lieber mit der AfD zusammenarbeiten würden, als sich mit SPD und Grünen zu arrangieren. Piechotta sagt, Ministerpräsident Kretschmer nehme sie die Distanz zur AfD ab. Die Frage sei, was in Sachsen passiere, wenn Kretschmer nicht mehr da sei. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 03 Nov 2023 - 43min - 48 - Wie erfolgreich wird die neue Wagenknecht-Partei?
Nach monatelangen Spekulationen ist jetzt klar, dass die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht eine neue Partei gründet. Der Name des Vorbereitungsvereins lautet wohl "Bündnis Sahra Wagenknecht". Über die geplante Partei und andere Themen sprechen Host Malte Pieper und Focus-Hauptstadtkorrespondentin Anja Maier in dieser Folge mit Onno Eckert. Der SPD-Politiker ist Landrat von Gotha. Er sieht gute Chancen, dass Wagenknecht mit ihrer Partei Erfolg haben wird. Dabei verweist er auf aktuelle Umfragen. Gleichzeitig warnt Eckert vor einer Zersplitterung der Parteienlandschaft. Das Regieren werde mit mehr Parteien schwieriger. Das könne man in Berlin beobachten. Anja Maier sieht die geplante Parteineugründung skeptisch. Natürlich müsse sich die AfD vor der neuen Konkurrenz in Acht nehmen. Auf der anderen Seite habe Wagenknecht aber kein organisatorisches Talent. Viele Parteien seien nach einem Hype wieder in der Versenkung verschwunden wie zum Beispiel die Piraten. Weiteres Thema in dieser Folge ist die Migrationskrise. Landrat Eckert berichtet von großen Problemen in seinem Landkreis. Dabei macht er der Thüringer Landesregierung schwere Vorwürfe, insbesondere der grünen Migrationsministerin Doreen Denstädt. Diese erfülle ihre Aufgaben nicht. Obwohl er die Unterbringungskapaziäten verdoppeln könnte, stelle die Landesregierung nicht genug finanzielle Mittel bereit. Außerdem äußert sich der Landrat zu einem Vorschlag, den unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer befürwortet. Dieser spricht sich dafür aus, Asylbewerbern statt Geld Bezahlkarten auszuhändigen. Landrat Eckert lehnt das nicht ab, sieht aber Gefahren. Asylbewerber könnten die Waren, die sie bekämen auch wieder zu Geld machen. Dieses werde dann wie bisher in die Herkunftsländer überwiesen. Und hier der Podcast-Tipp: Die Fascho-Jägerin?! – Der Fall Lina E. und seine Folgen. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 20 Oct 2023 - 46min - 47 - Merz, Voigt und im Hintergrund immer die AfD
Thüringen, immer wieder Thüringen. Die CDU hat ein Gesetz mit den Stimmen der AfD durchgebracht, daran kommen auch unsere Kollegen im „Wahlkreis Ost“ nicht vorbei. Ebenso wenig wie an Friedrich Merz, zuständig für den Aufreger der Woche. Er findet, dass abgelehnte Asylbewerber zu oft zum Zahnarzt gehen und Termine blockieren. Anja Meier attestiert Merz eine "fehlende Impulskontrolle" und Rechthaberei. Auffällig sei, dass ihn in der CDU kaum jemand unterstütze. In dieser Podcast-Folge ist Martin Debes zu Gast, Chefkorrespondent der Thüringer Allgemeinen. Mit Malte Pieper und Anja Meier diskutiert er über die verfahrene Situation in Thüringen, wo die CDU ein Gesetz zur Senkung der Grunderwerbssteuer im Landtag durchgesetzt hat. Die Mehrheit kam nur zustande, weil die AfD zustimmte. Martin Debes weist darauf hin, dass die sogenannte Brandmauer schon seit langem bröckelt und nennt Beispiele dafür. Für Anja Meier steht fest: Die Thüringer CDU führt ein Eigenleben, die Drähte zur Bundes-CDU sind seit langem gekappt. Und Rot-Rot-Grün hat noch immer nicht verstanden, dass sie keine eigene Mehrheit hat. Die Hauptstadtkorrespondentin des Focus plädiert dafür, sich mit der AfD sachlich auseinanderzusetzen, nicht einfach nur draufzuhauen. Martin Debes ist überzeugt, dass die alten Mechanismen nicht mehr funktionieren. Die AfD sei ein Faktor im politischen Geschehen und werde nicht einfach wieder verschwinden.
Fri, 29 Sep 2023 - 45min - 46 - Knochenjob mit Kindern: Ost-Frauen in der Politik
Politik wird noch immer zum großen Teil von Männern gemacht. Deswegen reden Malte Pieper und Focus-Hauptstadtkorrespondentin Anja Maier in dieser Folge über Frauen in der Politik, die es trotzdem weit nach vorn gebracht haben. Und sie schauen dabei auf ostdeutsche Frauen. Das tun sie zusammen mit Filmemacherin und Grimme-Preisträgerin Sabine Michel. Sie hat den Dokumentarfilm „Frauen in Landschaften“ zum Thema gedreht. Sie hat darin Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) begleitet, Bundestagsvizepräsidentin Yvonne Magwas (CDU), die Digitalexpertin Anke Domscheit-Berg (Linke) und die ehemalige AfD-Chefin Frauke Petry. Michel sagt, was diese Frauen trotz ihrer Unterschiede eine, sei die Transformationserfahrung durch den Mauerfall und die Wende. Alle könnten erzählen, wie das Ostdeutsche in ihren Biografien teilweise herabgewürdigt wurde. Das wirke bis heute nach. Und: Schwesig, Magwas, Domscheit-Berg, Petry – sie sind alle Mütter. Auch das spiele eine wichtige Rolle im Film und im politischen Leben der Protagonistinnen. Daneben gebe es viele Unterschiede. Der Film zeigt auch, was die Politik für ein Knochenjob ist. Wie wenig Zeit für die Selbstfürsorge und die Familie bleibt. Michel sagt außerdem, ihre Filme seien ein Plädoyer dafür, trotz widerstreitender politischer Meinungen in dieser Gesellschaft miteinander im Gespräch zu bleiben. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 08 Sep 2023 - 42min - 45 - Ampel-Zoff und väterliche Belehrung für Kretschmer
Kindergrundsicherung, Wachstumschancengesetz und Co. - nach der Sommerpause scheint alles wie gehabt, zumindest im Berliner Politikbetrieb. Die Ampel zankt trotz aller Besserungsversprechen. Die Union sucht weiter nach ihrem Weg und bis sie den gefunden hat, vermeidet sie es gekonnt, konstruktiv zu sein. Die Linke zerlegt sich weiter und streitet sich ihrer Spaltung entgegen. Und die AfD sonnt sich im Umfragehoch. Focus-Hauptstadtkorrespondentin Anja Maier fühlt sich wie in einem schlechten Theaterstück mit Regisseur Olaf Scholz. Es werde gestritten wie in einer provinziellen Kleingartenkolonie. Und Malte Pieper fragt sich, was die Beteiligten in der Ampel eigentlich so fundamental zu trennen scheint. Oder ist der Streit am Ende nur ein Schauspiel und hinter den Kulissen mag man sich in der Ampel? Auch diese Stimmen gibt es in Berlin. Anja Maier glaubt nicht daran. Parallel scheitert auch die Union bei dem Versuch, eine Alternative zu sein. Maier diagnostiziert bei CDU-Chef Friedrich Merz einen Mangel an Teamfähigkeit. Und er habe mindestens zwei Konkurrenten im Nacken. Das alles führe dazu, dass die Union derzeit den Elfmeter ohne Torwart, den die Ampel mit ihrem Streit bereitlege, nicht verwandle. Pieper und Maier sprechen außerdem wieder einmal über die Rolle von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Der macht gerade mit einem entschiedenen Nein zu Taurus-Marschflugkörpern für die Ukraine von sich reden. Er stellt sich damit wieder einmal gegen die Linie großer Teile seiner CDU. Zum Dank gibt es einen väterlichen Rat aus der eigenen Partei. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 25 Aug 2023 - 42min - 44 - Stecken wir in einer Demokratiekrise?
Auf Anja Maier müssen Hörerinnen und Hörer in diesem Podcast leider verzichten. Sie musste aus Krankheitsgründen passen. Umso mehr freut sich Malte Pieper, dass sein MDR-Kollege Stephan Kloss eingesprungen ist. Er stammt aus Weißwasser im Landkreis Görlitz. Jener Landkreis, in dem AfD-Chef Tino Chrupalla sein Direktmandat für den Bundestag gewonnen hat. Und so geht es im Podcast um die jüngsten Erfolge der AfD: In Sonneberg hat die Partei die Landratswahl gewonnen, in Raguhn-Jeßnitz in Sachsen-Anhalt stellt sie künftig den Bürgermeister. Anhand einer Hörermail diskutieren die beiden, ob die Aufregung um diese Wahlerfolge gerechtfertigt ist. Kloss plädiert durchaus dafür, sich „mal locker zu machen“. Im Podcast dabei ist auch Ralf-Uwe Beck, parteiloser Theologe, einst Pfarrer im Grenzgebiet, Bürgerrechtler und Bundessprecher von Mehr Demokratie e.V. Er sieht es weitaus kritischer, wenn Menschen bei der AfD ihr Kreuz machen. Pieper, Kloss und Beck besprechen außerdem Studien, nach denen die große Mehrheit der Ostdeutschen es für sinnlos halten, sich politisch zu engagieren. Und nach denen sie davon ausgehen, keinen Einfluss darauf zu haben, was die Regierung tut. Beck sagt: Wir müssen die direkte Demokratie stärken. Auch, um den Menschen die Möglichkeit zu nehmen, nur auf „die da oben“ zu zeigen. Er kann auch nicht nachvollziehen, warum ein Vorhaben wie das Heizungsgesetz, das tief in das Leben der Menschen eingreife, ohne Bürgerbeteiligung angegangen werde. Auch hätten die Menschen genug von vielen politischen Ritualen. Oft würde Argumente von politischen Gegnern nicht wegen ihres Inhalts bekämpft, sondern reinweg deswegen, weil sie vom politischen Gegner kämen. Kloss sieht bei den Menschen in seiner Heimat durchaus den Willen, sich zu beteiligen. Pieper, Kloss und Beck arbeiten sich teils kontrovers an einer Analyse der politischen Lage in Deutschland ab und diskutieren, ob wir eine Demokratiekrise oder zumindest eine Parteienkrise haben. Es geht auch um die Frage, ob die Flüchtlingskrise oder die Klimakrise die Mutter aller Krisen ist. Und wie die Menschen im Land, vor allem im Osten, zum Mitmachen zu bewegen sind. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 07 Jul 2023 - 47min - 43 - Sonneberg - die AfD ist angekommen
Das gab es noch nie: Robert Sesselmann, Jurist und noch Landtagsabgeordneter der AfD in Thüringen, wird neuer Landrat von Sonneberg. Er wird damit der erste AfD-Landrat, den es in Deutschland gibt. Von einem Dammbruch ist die Rede, von Alarmzeichen für die Demokratie. Darüber sprechen Malte Pieper und Anja Maier in dieser Folge mit dem Journalisten Sebastian Haak und dem CDU-Politiker Mike Mohring. Haak sagt, in den Reaktionen auf Sonneberg seien viele politische Reflexe und Schnappatmung dabei. Das helfe jetzt aber nicht weiter. Der Erfolg der AfD hat für ihn viele Gründe. Ja, es gebe viele Protestwähler. Aber es gebe auch viele Menschen, die schlicht Demokratiefeinde seien. Die nie im gesamtdeutschen Staat angekommen seien. Es gebe viele Rechtsextremisten. Es gebe außerdem massive Defizite in der politischen Bildung. Das sei ein massives Problem im Osten. Und es vererbe sich. Gesamtgesellschaftlich herrsche eine vergiftete Debattenkultur. Anja Maier sieht nach der Wahl Analogien zu dem ostdeutschen Wahlverhalten in den 1990er Jahren. Was sie damit meint, erklärt sie genauer. Außerdem glaubt sie, dass die Ostdeutschen zu viele grundlegende Transformationen erlebt hätten. Bis auf eine kurze Phase der gefühlten Ruhe hätten sie seit der Wiedervereinigung stetig große Veränderungen erlebt. Das mache etwas mit den Menschen. Im politischen Berlin sieht Maier Ratlosigkeit über den Umgang mit dem Osten und dem Rechtsextremismus. Die Runde schaltet auch ein Thüringer CDU-Urgestein zu, Mike Mohring. Er war lange Zeit Landesvorsitzender seiner Partei in Thüringen. Das Wahlergebnis sei ein Ausdruck von Vertrauensverlust, findet er. Die Menschen wendeten sich von den etablierten Parteien ab. Mit Blick auf die Landtagswahl in Thüringen 2024 könne man Angst bekommen. Die CDU müsse sich von der AfD abgrenzen, genauso aber von der Linkspartei. Sie müsse aber auch so den Menschen viel mehr zuhören und sich um deren Probleme kümmern. Fest stehe auch: Die demonstrative Verbrüderung aller Parteien gegen die AfD stärke die Rechtspopulisten. Malte Pieper puhlt als westdeutscher Teilnehmer des Gesprächs in den ostdeutschen Wunden. Er sieht eine Kultur des Meckerns und Jammerns. Haak entgegnet, es gebe durchaus strukturelle Benachteiligungen der Ostdeutschen. Einig ist sich die Runde in zwei Punkten: Ja, es wird zu viel gemeckert und zu wenig selber gemacht. Und ja, die Debattenkultur in Deutschland ist schlecht. Darüber hinaus analysieren Pieper, Maier, Haak und Mohring im Podcast weitere Aspekte der Wahl. Es geht unter anderem um diese Fragen: Welche Befugnisse wird Sesselmann als Landrat haben? Welche Auswirkungen wird seine Wahl auf Sonneberg haben? Was bedeutet sie für die nächsten Landtagswahlen im Osten? Und kann man die AfD überhaupt noch entzaubern? Oder ist sie schlicht angekommen? Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Mon, 26 Jun 2023 - 56min - 42 - Der Osten - Kampf um die Deutungshoheit
Das deutsch-deutsche Verhältnis ist kompliziert. Und es ist geprägt von sehr unterschiedlichen Arten des Zurückblickens auf die DDR. Derzeit wird wieder heftig debattiert, es gibt einen neuen Streit über die Deutungshoheit beim Blick auf die DDR-Geschichte. Den Anfang machte der Leipziger Germanistikprofessor Dirk Oschmann, der in einem Buch „den Osten“ als westdeutsche Erfindung abtat und eine heftige Diskriminierung der Ostdeutschen anprangerte. Dann legte die Historikerin Katja Hoyer nach, die ebenfalls ein Buch zum Thema geschrieben hat. Sie verweist darin darauf, dass der Alltag der Menschen in der DDR von mehr geprägt war als vom Leben in einer Diktatur. Und dann gibt es die Dramatikerin, Drehbuchautorin und Essayistin Anne Rabe. Sie zeichnet in einem Roman die Lebenswirklichkeit in der DDR kritischer nach als Oschmann und Hoyer. In diesem Podcast sprechen Malte Pieper und die Hauptstadt-Journalistin Anja Maier mit Anne Rabe über die Sicht auf die DDR-Vergangenheit. Rabe sagt, für sie stehe die DDR zunächst vor allem für eine gewalttätige Diktatur, die mit ihren Bürgern schlecht umgegangen sei. Generelle Urteile über „den Osten“ lehne aber auch sie ab. Anja Maier empfindet die Sichtweisen von Rabe als bereichernd, geht aber in vielen Punkten nicht mit. Und so wird debattiert über die Härten der DDR-Erziehung, über den Zwang zum Einreihen ins Kollektiv und über das Jahr 1968 in Ost und West. Es geht auch um langlebige ostdeutsche Eigenheiten nach dem Fall der Mauer. Anne Rabe und Anja Maier diskutieren lebhaft darüber, ob es in Ordnung ist, „schöne“ Erinnerungen an die DDR zu haben. Ober ob selbst solche Erinnerungen immer im Kontext der Diktatur zu sehen sein müssen. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 09 Jun 2023 - 41min - 41 - Chaostage bei der Ampel
Malte Pieper ist sprachlos, wie es derzeit bei der Ampel auf Bundesebene zugeht. Die Regierung zerlege sich beim Streit um Energiewende und Co. auf offener Bühne. Die Hauptstadt-Politik-Auskennerin Anja Maier ist ebenso entsetzt: „Hier herrscht grad Alle gegen Alle, Jeder gegen Jeden.“ Auch als Bürgerin und Steuerzahlerin sei sie nur noch genervt. Pieper und Maier sezieren die Probleme und Antriebe, die jede der drei Ampel-Parteien gerade hat. Die FDP ist einerseits rechthaberisch, andererseits ständig verstimmt. Die Grünen führen sich auf wie Streber. Die SPD dagegen wird von einem Merkel-Wiedergänger im Kanzleramt vertreten. Olaf Scholz hat den Streit um das Heizungsgesetz viel zu lange laufen lassen und sollte endlich ins Handeln kommen, urteilen Maier und Pieper. Die FDP dagegen sollte ihr internes Chaos in den Griff bekommen und verinnerlichen, dass man mit reinem Verhindern nichts verändert und auch keine Wahlen gewinnt. Die Grünen wiederrum haben eine ganze Reihe von Problemen. Das Gesetz, dass ihnen am Herzen liegt, ist schlecht gemacht und schlecht erklärt. Die Partei ist personell miserabel aufgestellt und macht es mit ihrer Schwippschwager-Politik nur noch schlimmer. Und ein wenig Kontakt zur Basis täte den Grünen auch nicht schlecht. Am Ende bleibt eine Frage: Ist diese Regierung überhaupt noch fähig, sich zusammenzureißen und zusammenzuarbeiten? Anja Maier ist verhalten optimistisch – und sie hat einen Grund dafür. Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 26 May 2023 - 33min - 40 - Fehlt der AfD im Westen der Mumm?
In dieser Folge sprechen Malte Pieper und Anja Maier über die Bremen-Wahl. Als Gast haben sie sich Robert Kiendl von Radio Bremen dazugeholt. Zusammen schauen sie unter anderem auf die Protestwähler. Für Kiendl gibt es nicht nur in Ostdeutschland Protestwähler. Auch Bremen habe viel Erfahrung mit Protestparteien. Diesmal könnten die "Bürger in Wut" ein zweistelliges Ergebnis einfahren. Das habe auch damit zu tun, dass die AfD nicht antreten dürfe. Dazu erklärt Kiendl die Hintergründe. Ein weiterer Gast in dieser Folge ist der AfD-Co-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund. Ihn hat Malte Pieper gefragt, warum die Wahlergebnisse der AfD in Ostdeutschland besser sind als im Westen. Siegmund zufolge haben die Menschen im Osten einen "Unrechtsradar". Außerdem würden ostdeutsche AfD-Politiker Probleme klarer ansprechen, auch wenn das politisch unbequem sei. An dieser Stelle hakt Pieper nach und will wissen, ob Siegmund finde, dass die West-Verbände keinen Mumm hätten. Der AfD-Co-Fraktionschef macht auch deutlich, dass seine Partei regieren möchte. Dazu brauche sie "eine Position der Stärke". Die AfD werde sich auf keinen Fall anpassen. "Wenn wir Koalitionspartner langfristig finden, die sich unseren Zielen ergeben und unsere Ziele mitmachen, dann kann man über alles sprechen", führt Siegmund aus. Ein weiteres Thema ist das Verhältnis zwischen der AfD und den Medien. Siegmund führt aus, warum er der Meinung ist, dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk ändern müsse. Wenn Sie Fragen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 12 May 2023 - 51min - 39 - Der Existenzkampf der Berliner SPD
Vermisst haben sie nur wenige, in Berlin ist sie nun wieder da: Die große Koalition erlebt ihre Wiederauferstehung. Kai Wegner von der CDU ist zum Regierenden Bürgermeister gewählt worden, wenn auch erst im 3. Wahlgang. Eine große Koalition ist für viele der Inbegriff des Stillstands. In Berlin wollen nun CDU und SPD die in vielen Bereichen malade Hauptstadt in eine bessere Zukunft führen. Kann das funktionieren? Darüber spricht Malte Pieper mit Sebastian Schöbel vom rbb. Dieser vertritt Anja Maier, die im Urlaub weilt. Schöbel glaubt, dass der chaotische Status quo in Berlin auch unter dem neuen Regierungsbündnis erhalten bleiben wird. Das bleibe „Berliner Stadtkultur“. Und: So viel Rückstand bei Reformen könne niemand in nur einer Legislatur aufholen. Baustellen gibt es viele, Schöbel nennt die dringendsten. Noch interessanter ist, wie es zu diesem Bündnis gekommen ist. Die SPD hätte auch mit Grünen und Linken weitermachen können und so sogar das Rote Rathaus behalten können. Stattdessen rückt die SPD-Chefin Franziska Giffey ins zweite Glied. Künftig wird sie nicht mehr Bürgermeisterin sein, sondern Wirtschaftssenatorin. Dass sich die SPD von Grünen und Linken abgewendet hat, hat eine interessante Vorgeschichte. Laut Schöbel liegt es an einem inzwischen sehr problematischen Verhältnis der SPD zu den Grünen. Wie es dazu kam, erklärt er im Detail. Und wir stellen die Frage: Kann die SPD als Juniorpartner der CDU wirklich besser in die Zukunft gehen und sich für kommende Wahlen empfehlen? Schöbel sieht einen Richtungsstreit bei den Sozialdemokraten. Sie seien gespalten und befänden sich im Existenzkampf. Giffey gehe einen riskanten Weg. Der verdiene Respekt, berge aber auch viele Unsicherheiten. Wer Sebastian Schöbel auch im Politik-Podcast „Spreeblick“ vom rbb lauschen möchte, findet den hier. Wenn Sie Fragen an Anja Maier und Malte Pieper haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
Fri, 28 Apr 2023 - 29min
Podcasts similar to Wahlkreis Ost - Der Politik-Podcast aus Leipzig
Alles Geschichte - Der History-Podcast ARD
Kein Mucks! – Der Krimi-Podcast mit Bastian Pastewka ARD
Mit den Waffeln einer Frau barba radio, Barbara Schöneberger
IQ - Wissenschaft und Forschung Bayerischer Rundfunk
Radiowissen Bayerischer Rundfunk
Easy German: Learn German with native speakers | Deutsch lernen mit Muttersprachlern Cari, Manuel und das Team von Easy German
Verbrechen DIE ZEIT
Psychologie to go! Dipl. Psych. Franca Cerutti
Kriminalhörspiel Hörspiel und Feature
Wissen mit Johnny Johnny
Julia Leischik: Spurlos Julia Leischik, Sylvia Lutz
MORD AUF EX Leonie Bartsch & Linn Schütze
Mordlust Paulina Krasa & Laura Wohlers
Sinnlos Märchen RADIO PSR
Im Visier – Verbrecherjagd in Berlin und Brandenburg rbb
Geschichten aus der Geschichte Richard Hemmer und Daniel Meßner
Verbrechen von nebenan: True Crime aus der Nachbarschaft RTL+ / Philipp Fleiter
Das Wissen | SWR SWR
Aktenzeichen XY… Unvergessene Verbrechen ZDF - Aktenzeichen XY
Lanz + Precht ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht
RONZHEIMER. Paul Ronzheimer
Machtwechsel Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander
Gysi gegen Guttenberg – Der Deutschland Podcast Open Minds Media, Karl-Theodor zu Guttenberg & Gregor Gysi
Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News WELT
Podcasts von Tichys Einblick Tichys Einblick
Apokalypse & Filterkaffee Micky Beisenherz & Studio Bummens
Handelsblatt Morning Briefing - News aus Wirtschaft, Politik und Finanzen Friederike Hofmann, Sven Prange und die Handelsblatt Redaktion, Handelsblatt
KONTRAFUNK aktuell Kontrafunk AG
Der Tag Deutschlandfunk
Streitkräfte und Strategien NDR
Les Grosses Têtes RTL
Politik mit Anne Will Anne Will
Lage der Nation - der Politik-Podcast aus Berlin Philip Banse & Ulf Buermeyer
Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg Mitteldeutscher Rundfunk
C dans l'air France Télévisions
Gość Radia ZET Beata Lubecka
Die Nachrichten Deutschlandfunk
Entrez dans l'Histoire RTL
Deutschlandfunk aktuell Deutschlandfunk