Podcasts by Category

Wirklich wahr! - Wissen für Kinder

Wirklich wahr! - Wissen für Kinder

KB&B - Family Marketing Experts

Stimmt das WIRKLICH? Wirklich wahr! ist der dreimal-pro-Woche Wissenspodcast für neugierige Kinder ab 6 Jahren – und für alle Eltern, Großeltern und Lehrkräfte, die gerne mithören und mitlernen. Robin und Lou nehmen euch mit in die Welt der Wissenschaft, Forschung und großen Fragen des Alltags – mit echten Quellen, spannenden Geschichten und drei festen Formaten: 🟡 MONTAG – Wow! Wir entlarven einen großen Wissenschafts-Mythos. Stimmt das mit den 10 % Gehirn? Schmecken Schmetterlinge wirklich mit den Füßen? Sind wir alle Sternenstaub? Hier kriegst du die Antwort, die viele Erwachsene nicht kennen. 🟢 MITTWOCH – Was ist da los? Wir erklären eine aktuelle Nachricht aus Wissenschaft, Forschung oder Welt-Geschehen kindgerecht, einordnend und sicher. Erdbeben, neue Tier-Arten, Medizin für Babys, Marsmissionen – wir machen Nachrichten verständlich, ohne Angst zu machen. 🔵 FREITAG – Frag nach! Wir beantworten eine echte Frage aus unserer Hörerschaft. Können Tiere lügen? Warum müssen wir schlafen? Können Pflanzen sich erinnern? Warum ist Gähnen ansteckend? Mit dabei: Forschende, die genau das untersuchen. Was Wirklich wahr! einzigartig macht: ✓ Jede Folge wird VOR der Produktion durch unser 3-stufiges Editorial Board geprüft – entwicklungspsychologisch (Pädagogik), fachlich-redaktionell (Sachbuch-Standard) und auf Kinderschutz. ✓ Alle Quellen sind in den Show-Notes verlinkt: NASA, ESA, WHO, Max-Planck-Institute, Naturkundemuseen, Fachjournale. ✓ Klare Sprache, kurze Folgen (10 bis 12 Minuten), Kapitel-Marken zum schnellen Wiederfinden. Perfekt für: Schulweg, Frühstück, Auto-Fahrt, Zähneputzen, Hausaufgaben-Pause und „Erzähl mir noch eine Geschichte"-Momente. Schick uns deine Frage an post@hearooz.de – vielleicht ist sie nächsten Freitag die Folge. Eine Produktion von KB&B – Family Marketing Experts für das Podcastlabel HEAROOZ. Mehr Kinderpodcasts auf hearooz.de.

46 - Frag nach! Warum ist Wasser eigentlich nass?
0:00 / 0:00
1x
  • 46 - Frag nach! Warum ist Wasser eigentlich nass?

    „Wasser ist doch einfach nass." Genau das hat Lou gesagt - und Robin lässt es ihr nicht durchgehen. In dem Satz stecken zwei Fehler. Der erste liegt beim Wasser. Der zweite steckt in dir, und in jedem Menschen. Nass ist nichts, was das Wasser hat. Wasser wird von allem angezogen, was es berührt - und gleichzeitig hält es sich selbst fest. Welche der beiden Kräfte gewinnt, entscheidet, was passiert. Auf deiner Haut gewinnt die erste: das Wasser bleibt lieber bei dir, läuft auseinander und legt sich flach hin. Genau das nennst du nass. Bei der Ente gewinnt die andere: das Wasser bleibt lieber bei sich, macht eine Kugel und rollt weg. Gleiches Wasser, anderes Ergebnis. Und nein, es liegt nicht am Öl. Enten fetten ihre Federn zwar jeden Tag ein. Aber das ist Pflege. Lange dachten alle, davon perle das Wasser ab - eine Übersichtsarbeit von zweitausendvierundzwanzig hält fest: es perlt auch ohne das Öl. Der Grund ist die Feder selbst, wie sie gebaut ist. Dasselbe siehst du an einer Regenjacke. Der Weltmeister im Abperlen ist eine Pflanze. Auf einem Lotusblatt bleibt ein Tropfen fast gar nicht liegen - unter ihm ist fast nur Luft, er liegt nur ganz oben auf. Und wenn er wegrollt, nimmt er den Dreck mit. Ein Botaniker hat in den siebziger Jahren unter dem Mikroskop nachgeschaut, warum das Blatt sauber bleibt: es ist gar nicht glatt, sondern voller winziger Hügel mit Wachs darauf. Aus dieser einen Beobachtung sind selbstreinigende Farben und Stoffe geworden. Und dann kommt die zweite Hälfte, und die ist die verrücktere. Frag dich mal, womit du eigentlich merkst, dass etwas nass ist. Mit der Haut? Ja. Aber womit genau? Nass-Fühler gibt es nicht. Kein einziger. In deiner ganzen Haut ist keine Stelle, die nur für nass zuständig ist. Dein Gehirn rechnet: es nimmt Kälte und Berührung, und macht daraus blitzschnell ein Gefühl. So schnell, dass es sich wie Fühlen anfühlt. Deshalb fühlt sich kaltes Wasser nasser an als warmes - bei genau gleich viel Wasser. Das wurde an dreizehn Menschen gemessen. Bei Kindern hatte das lange keiner nachgemessen. Bis vor kurzem: vierundsiebzig Menschen, von sieben Jahren bis über fünfzig, vier Stellen am Körper. Ergebnis: Kinder fühlen es im Großen und Ganzen genauso wie Erwachsene. Überraschend war etwas anderes - kaltes Wasser hat der Fußrücken stärker gespürt als der Nacken. Das hörst du in dieser Folge Warum „nass" nichts ist, was das Wasser hat Die zwei Richtungen: Wasser wird von allem angezogen - und von sich selbst Warum eine Ente trocken bleibt, und warum das Öl nicht der Grund ist Das Lotusblatt: ein Tropfen, der fast schwebt, und ein Blatt, das sich selbst putzt Wie aus einem Blick durchs Mikroskop selbstreinigende Farben wurden Der große Aha: du hast gar keine Nass-Fühler in der Haut Wie dein Gehirn aus Kälte und Berührung ein Gefühl zusammenrechnet Die neue Messung an vierundsiebzig Menschen ab sieben Jahren Der Gleich-viel-Test: zwei Becher, gleich viele Tropfen, ein überraschendes Ergebnis Für wen ist diese Folge? Für neugierige Kinder ab 6 Jahren. Die Folge stellt eine Frage, die zuerst albern klingt, und macht daraus einen echten Aha-Moment - mit einem Selbstversuch, den jedes Kind zu Hause machen kann. Für Eltern, die beim Mithören selbst etwas lernen. Für Lehrkräfte in Sachunterricht Klasse 1 bis 6: Wahrnehmung, Oberflächen, Bionik. Spielzeit rund 12 Minuten. Der Gleich-viel-Test - die Mitmach-Aufgabe Du brauchst zwei Becher und einen Erwachsenen, der dir das Wasser einlässt - in den einen handwarmes, in den anderen kühles. Das Einlassen macht jemand, der das kennt, weil aus dem Hahn ohne Vorwarnung richtig heißes Wasser kommen kann. Den Versuch machst du. Ein paar Tropfen aus dem handwarmen Becher auf den einen Unterarm, genau so viele aus dem kühlen auf den anderen. Gleich viel - das ist der ganze Trick. Dann warte einen Moment und spür nach: welches fühlt sich nasser an? Du kannst auch den Handrücken nehmen oder den Fußrücken, such dir aus, wo du gut hinkommst. Wisch die Tropfen danach weg, damit keiner ausrutscht. Und wenn du keine Lust hast oder gerade keiner Zeit hat: denk es dir einfach, das geht auch. Kapitel 00:00 Kurz vorweg00:10 „Wasser ist halt nass" - Jontes Frage00:45 Wirklich wahr! Begrüßung01:07 Was heißt „nass" überhaupt?02:27 Bleiben oder abperlen - die erste Hälfte03:56 Der Weltmeister im Abperlen: das Lotusblatt05:29 Der Fehler in dir: keine Nass-Fühler07:22 Der Gleich-viel-Test zum Mitmachen09:02 Wirklich-wahr-Stempel: unsere Quellen09:37 Schreib uns10:10 Outro und Cliffhanger zur Montags-Folge Häufige Fragen zu dieser Folge Ist Wasser selbst nass? Das ist eine Wortspielfrage, keine Sachfrage - sie führt in eine Definition statt in die Physik. Deshalb stellen wir sie in der Folge nicht. Die Sachfrage lautet: Was passiert, wenn Wasser auf etwas trifft? Und die hat eine Antwort. Warum wird eine Ente nicht nass - liegt das nicht am Öl? So stand es jahrzehntelang in Büchern, und es stimmt nicht. Eine systematische Übersichtsarbeit von zweitausendvierundzwanzig fasst den Stand zusammen: die Federstruktur stößt Wasser ab, mit oder ohne Öl. Bei Vögeln, denen die Drüse fehlte, änderte sich weder Federstruktur noch Benetzbarkeit. Das Öl hält die Federn geschmeidig - es ist Pflege, nicht Regenschutz. Wir haben wirklich keinen Nass-Sinn? Wirklich nicht. Die Arbeit von zweitausendvierzehn schreibt wörtlich, dass Menschen keine eigenen Hautrezeptoren für Nässe haben. Das Gefühl entsteht im Kopf, aus Temperatur und Berührung zusammen. Blockiert man die Nervenfasern, die beides tragen, sinkt das Nässe-Empfinden deutlich. Ist der Versuch für Kinder sicher? Ja, so wie er in der Folge steht. Das Wasser lässt ein Erwachsener ein, das Kind arbeitet danach mit zwei Bechern - nicht am Hahn. Der Grund dafür wird im Text ausgesprochen, weil Kinder eine Regel mit Grund zuverlässiger befolgen. Die Folge sagt außerdem, dass der Versuch freiwillig ist und als Gedankenversuch genauso funktioniert. Stimmt es, dass der Fußrücken empfindlicher ist als die Hand? Das behaupten wir nicht. Gemessen wurden vier Stellen: Stirn, Nacken, Unterarm, Fußrücken. Kaltes Wasser wurde am Fußrücken stärker gespürt als im Nacken. Über die Hand sagt die Messung nichts, und die Folge deshalb auch nicht. Wer ist Jonte? Ein achtjähriger Hörer, der uns diese Frage geschrieben hat. Er ist ein echtes Kind, seine Frage ist echt, und seine Eltern haben uns erlaubt, seinen Vornamen zu nennen. Mehr als Vorname und Alter wollen wir von keinem Kind wissen. Wenn dir diese Folge gefällt, hör auch Folge 045 - Was ist da los? Warum dein Gehirn nachts aufräumt Folge 044 - Wow! Warum klingt deine Stimme in einer Aufnahme so fremd? Folge 043 - Frag nach! Warum können wir unsere eigene Nase nicht sehen? Quellen und Belege Valenza, Blount, Ward u. a., Experimental Physiology - Nässe-Wahrnehmung an vier Körperstellen bei 7- bis 16-Jährigen, 74 Personen insgesamt Filingeri, Fournet, Hodder & Havenith (2014), Journal of Neurophysiology 112:1457-1469 - der Mensch hat keine eigenen Rezeptoren für Nässe Muzio & Rubega (2024), Journal of Avian Biology - was wir über das Abperlen an Federn wirklich wissen: die Struktur stößt ab, mit oder ohne Öl (Open Access) Barthlott & Neinhuis (1997), Planta 202:1-8 - der Lotus-Effekt; Einordnung und Person über die Universität Bonn Ensikat, Ditsche-Kuru, Neinhuis & Barthlott (2011), Beilstein Journal of Nanotechnology 2:152-161 - die Struktur der Lotus-Oberfläche und ihre Grenzen (Open Access) Spektrum, Lexikon der Physik: Benetzung - warum eine Flüssigkeit sich ausbreitet oder abperlt Wer steckt hinter Wirklich wahr!? Wirklich wahr! ist der Wissenspodcast für Kinder ab 6 Jahren. Robin und Lou nehmen euch dreimal pro Woche mit auf Neugier-Reisen - montags Wow!, mittwochs Was ist da los?, freitags Frag nach!. Staffel 4 heißt „Dein Körper weiß mehr als du denkst" und läuft vom 7. September bis 2. Oktober 2026. Wir sagen dir bei jedem Fakt, woher er kommt. In dieser Folge haben wir dabei eine Erklärung aussortiert, die in vielen Büchern steht - die Sache mit dem Entenöl. Schreib uns! Du hast auch eine Frage? Schick sie an post@hearooz.de. Am besten zusammen mit einem Erwachsenen, und mehr als dein Vorname und wie alt du bist muss nicht dabeistehen. Vielleicht wird daraus eine ganze Folge - bei Jonte war es genau so. Eine Produktion von KB&B - Family Marketing Experts für das Podcastlabel HEAROOZ. Mehr auf hearooz.de. Die Stimmen in diesem Podcast sind KI-generiert. Alle Inhalte werden vor der Produktion von Menschen recherchiert und geprüft. Mehr dazu auf hearooz.de.

    Fri, 18 Sep 2026
  • 45 - Was ist da los? Warum dein Gehirn nachts aufräumt

    „Mein Gehirn räumt nachts auf? Muss ich da helfen?" Lou traut sich nicht ins Bett. Robin beruhigt sie in den ersten Sekunden - und dann erzählt er ihr, was da wirklich passiert. Es ist besser als gedacht: Es geht nur, wenn du gar nichts tust. Dein Gehirn arbeitet den ganzen Tag, und beim Arbeiten fällt etwas an. Überall im Körper gibt es feine Röhrchen, die Abfall wegtragen - im Kopf hat man jahrzehntelang keine gefunden. Erst zweitausendfünfzehn hat ein Team welche entdeckt, aber nicht in der Mitte des Gehirns, sondern außen, in der Haut, die es umhüllt. Zwei Jahre später wurden sie beim Menschen sichtbar gemacht. Damit war die eigentliche Frage erst scharf: Wie kommt etwas aus der Mitte bis zum Abfluss? Die Antwort ist Wasser. Dein Gehirn schwebt in klarer Flüssigkeit, in Hirnwasser. Und nachts wird daraus eine Spülung: die Nervenzellen machen langsame Wellen, die Blutgefäße werden abwechselnd ein bisschen weiter und ein bisschen enger - wie eine Pumpe, die keine Eile hat. Zweitausendneunzehn haben dreizehn Freiwillige in einem großen Messgerät geschlafen. Man hat drei Dinge gleichzeitig aufgezeichnet, jedes Mal in derselben Reihenfolge: die Welle im Gehirn, dann das Blut, dann eine Welle Hirnwasser. Etwa alle zwanzig Sekunden eine. Nur im Tiefschlaf. Im Januar zweitausendsechsundzwanzig kam die Nachricht, um die es in dieser Folge geht: Fast vierzig Erwachsene haben je zwei Nächte in einem Messgerät geschlafen - einmal normal, einmal viel zu kurz. Am Morgen wurde Blut abgenommen. Wer nachts mehr Flüssigkeitsbewegung im Kopf hatte, hatte morgens mehr Abfallstoffe im Blut. Was nachts aus dem Kopf hinausgeht, kann man morgens woanders wiederfinden. Und dann kommt der Teil, den wir nicht verschweigen. Ein Labor in London hat zweitausendvierundzwanzig genau das Gegenteil gemessen: im Schlaf werde weniger weggeräumt, nicht mehr. Beide Teams haben mit Mäusen gearbeitet, aber unterschiedlich gemessen - einmal Farbstoff direkt ins Gewebe, einmal ins Hirnwasser. Sie haben es beide aufgeschrieben, in derselben Zeitschrift, nacheinander. Höflich, aber deutlich. Wer recht hat, weiß gerade niemand. Und genau daraus macht diese Folge ihre wichtigste Botschaft: Nachprüfen ist der eigentliche Beruf. Das hörst du in dieser Folge Warum das Aufräumen nur geht, wenn du nichts tust Das Rätsel der fehlenden Röhrchen - und wo sie zweitausendfünfzehn gefunden wurden Hirnwasser: die Spülung, die dein Kopf selbst mitbringt Eine Welle alle zwanzig Sekunden, gemessen bei dreizehn schlafenden Menschen Die Pumpe: Nervenzellen, dann Blutgefäße, dann Wasser - immer in dieser Reihenfolge Die Nachricht vom Januar zweitausendsechsundzwanzig: nachts im Kopf, morgens im Blut Ein echter Forschungsstreit, kindgerecht erzählt - und warum das gut ist Wie viel Schlaf ein Kind braucht, und warum zwei Stunden Abweichung völlig normal sind Das Faul-Spiel: Hand auf die Brust, und du kannst nichts falsch machen Für wen ist diese Folge? Für neugierige Kinder ab 6 Jahren, gern auch zum Einschlafen - die Folge macht keine Angst und verlangt nichts. Für Eltern, die eine gute Antwort auf „warum muss ich ins Bett" suchen, die nicht nach Erziehung klingt. Für Lehrkräfte in Sachunterricht und Biologie Klasse 1 bis 6, und als Beispiel dafür, wie Wissenschaft mit Uneinigkeit umgeht. Spielzeit rund 13 Minuten. Das Faul-Spiel - die Mitmach-Aufgabe Heute Abend, wenn du im Bett liegst: leg eine Hand auf die Brust. Nur auflegen. Dann spürst du dein Herz - das ist die schnelle Welle, die kannst du fühlen. Die langsame kommt erst, wenn du längst schläfst: eine, während dein Herz fünfundzwanzig Mal klopft. Du musst nichts zählen und nichts merken. Wenn du dabei einschläfst, hast du alles richtig gemacht. Dieses Spiel kann man nicht falsch machen. Kapitel 00:00 Kurz vorweg00:09 „Ich trau mich nicht ins Bett"00:48 Wirklich wahr! Begrüßung01:28 Was ist passiert? Die Messung im Januar02:38 Das Rätsel der fehlenden Röhrchen04:00 Warum es nur nachts geht04:35 Die Pumpe und die Welle alle zwanzig Sekunden06:09 Der Streit: zwei Teams, zwei Ergebnisse07:11 Wer gerade nachprüft08:01 Was bedeutet das für dich?09:49 Das Faul-Spiel10:33 Wirklich-Wahr-Stempel: unsere Quellen11:09 Schreib uns11:26 Outro und Cliffhanger zur Freitags-Folge Häufige Fragen zu dieser Folge Räumt mein Gehirn wirklich nachts auf? Im Tiefschlaf wird geräumt - darüber sind sich alle Forschenden einig, auch die, die dem Rest widersprechen. Umstritten ist, wie viel dabei rausgeht und wie gut sich Ergebnisse von Mäusen auf Menschen übertragen lassen. Wir sagen das in der Folge auch so. Merkt man das? Nein. Die Welle kommt etwa alle zwanzig Sekunden und ist nicht spürbar. Bei dir persönlich hat es auch niemand gemessen - gemessen wurde bei Erwachsenen. Man nimmt an, dass es bei Kindern gleich läuft, weil Köpfe sich sehr ähnlich sind. Angenommen ist aber nicht dasselbe wie gemessen, und das sagen wir in der Folge ausdrücklich. Wie viel Schlaf braucht mein Kind? Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit gibt für Sechsjährige im Schnitt rund elf Stunden an - mit dem ausdrücklichen Zusatz, dass Abweichungen von bis zu zwei Stunden völlig normal sind, und dass der Bedarf mit dem Alter sinkt. Wir nennen beides immer zusammen. Eine Zahl, die für alle stimmt, gibt es nicht. Wenn mein Kind wach liegt - ist dann Aufräumzeit verloren? Nein, und die Folge sagt das wörtlich: „Dann liegst du wach. Das ist keine verpasste Aufräumzeit. Der Kopf holt sich, was er braucht." Kommt in der Folge eine Krankheit vor? Parkinson wird einmal genannt, weil die Deutsche Parkinson-Gesellschaft im März zweitausendsechsundzwanzig genau dieses Spülsystem als Ansatz für neue Behandlungen benannt hat. Es wird nicht ausgemalt, und die Folge sagt ausdrücklich: Kinder bekommen sie nicht, und mit dem Schlaf des zuhörenden Kindes hat sie nichts zu tun. Was ist das glymphatische System? So nennen Forschende diesen Reinigungsweg - aus „Glia" (bestimmte Zellen im Gehirn) und „lymphatisch". Das Fachwort kommt in der Folge nicht vor, weil es für ein Kind keine Aussage trägt. Wenn dir diese Folge gefällt, hör auch Folge 044 - Wow! Warum klingt deine Stimme in einer Aufnahme so fremd? Folge 033 - Was passiert im Traumschlaf? Folge 006 - Frag nach! Warum müssen wir schlafen? Quellen und Belege Dagum, Elbert, Giovangrandi u. a. (2026), Nature Communications 17:715 - der Abtransport bis ins Blut, gemessen über Nacht bei 39 Menschen (Open Access, 27.01.2026) Fultz u. a. (2019), Science 366:628-631 - die Welle Hirnwasser alle zwanzig Sekunden, gemessen bei 13 schlafenden Menschen Xie u. a. (2013), Science 342:373-377 - die Entdeckung: im Schlaf wird der Platz zwischen den Hirnzellen größer (Maus, Volltext frei) Louveau u. a. (2015), Nature 523:337-341 - die Lymphgefäße in den Hirnhäuten (Maus) Absinta u. a. (2017), eLife 6:e29738 - dieselben Gefäße beim Menschen im Kernspin sichtbar gemacht (Open Access) Jiang-Xie u. a. (2024), Nature 627:157-164 - die Nervenzellen erzeugen die Wellen, die den Fluss antreiben (Maus) Hauglund u. a. (2025), Cell 188:606-622 - die Pumpe: langsames Weiten und Engerwerden der Blutgefäße (Maus) Miao u. a. (2024), Nature Neuroscience 27:1046-1050 - der Gegenbefund aus London: im Schlaf werde weniger geräumt (Maus) Franks & Wisden (2025), Nature Neuroscience 28:734-736 - die Antwort auf die Kritik daran; beide Seiten halten ihre Position European Academy of Neurology (Stand 04.03.2026) - was als gesichert gilt und was offen ist Deutsche Parkinson-Gesellschaft (26.03.2026) - Schlaf und Spülsystem als Therapieziel Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit - Schlafbedarf von Kindern Wer steckt hinter Wirklich wahr!? Wirklich wahr! ist der Wissenspodcast für Kinder ab 6 Jahren. Robin und Lou nehmen euch dreimal pro Woche mit auf Neugier-Reisen - montags Wow!, mittwochs Was ist da los?, freitags Frag nach!. Staffel 4 heißt „Dein Körper weiß mehr als du denkst" und läuft vom 7. September bis 2. Oktober 2026. Wir sagen dir bei jedem Fakt, woher er kommt und wie sicher sich die Forschung schon ist. In dieser Folge sagen wir auch, wo sie sich noch nicht sicher ist - und wer gerade nachprüft. Schreib uns! Du hast auch eine Frage? Schick sie an post@hearooz.de. Vielleicht wird daraus eine ganze Folge. Eine Produktion von KB&B - Family Marketing Experts für das Podcastlabel HEAROOZ. Mehr auf hearooz.de. Die Stimmen in diesem Podcast sind KI-generiert. Alle Inhalte werden vor der Produktion von Menschen recherchiert und geprüft. Mehr dazu auf hearooz.de.

    Wed, 16 Sep 2026
  • 44 - Wow! Warum klingt deine Stimme in einer Aufnahme so fremd?

    Nimm dich einmal mit dem Handy auf und hör es dir an. Fast jedes Kind sagt dann dasselbe: Das bin ich nicht. Robin und Lou gehen der Sache nach - und die Antwort ist nicht, dass das Handy schlecht ist. Es ist etwas viel Schöneres. Deine Stimme nimmt zwei Wege zu dir. Einer geht durch die Luft, raus in die Welt und ins Ohr von allen anderen. Der zweite läuft durch deinen Kiefer und deinen Schädel, von innen direkt in dein Ohr. Forschende nennen das Knochenschall. Und dieser zweite Weg geht nie raus - kein Mikrofon draußen kann ihn aufnehmen. Eine Aufnahme ist deshalb nicht falsch. Sie ist nur die eine Hälfte. Der Beweis geht sofort, im Hören: Handflächen auf die Ohren legen - nur auflegen, nicht drücken - und weitersprechen. Es wird lauter und voller. Das ist der Okklusionseffekt: Der Schall, der durch deinen Kopf kommt, kann beim offenen Ohr wieder nach draußen entweichen. Verschließt du das Ohr, bleibt er drin. Deshalb hörst du ihn plötzlich so deutlich. Und dann korrigiert sich Robin selbst. Fast überall steht, die eigene Stimme klinge für einen selbst viel tiefer. Das hatte er auch geglaubt. Eine Messung von 2025 hat zweiundzwanzig Menschen die Tonhöhe ihrer eigenen Stimme schätzen lassen: Der Unterschied war im Schnitt nicht mal ein ganzer Halbton. Es ist also nicht die Höhe. Es ist die Klangfarbe - der Weg durch den Kopf bringt Töne mit, die draußen keiner hört. Am Ende gehört die Folge den Kindern, die das längst kennen: wer ein Hörgerät oder ein Cochlea-Implantat trägt, kennt das Dröhnen der eigenen Stimme aus dem Alltag. Für Forschende ist das eine der schwersten Aufgaben überhaupt - und es gibt sich, anders als oft gesagt wird, bei vielen nicht von selbst. Wer nicht hört, macht denselben Versuch mit der Hand am Hals und fühlt dieselbe Schwingung. Beide Wege sind richtig. Das hörst du in dieser Folge Der Selbsttest, der im Hören funktioniert: Hände auf die Ohren, weitersprechen Warum es dabei lauter wird - und warum „der Luftweg fällt weg" die falsche Erklärung ist Knochenschall: der Weg, den nur du hast Eine Messung im Gehörgang von 2010 - und was sie über die Mitte der Tonlage sagt Robin gibt einen eigenen Irrtum zu: Es ist nicht die Höhe Klangfarbe - warum du deine Oma am Telefon nach einem Wort erkennst Warum viele Menschen keine Sprachnachrichten mögen Kinder mit Hörgerät und Implantat als die Fachleute dieser Folge Und der Satz zum Schluss: die Stimme, die alle kennen, kennst du am wenigsten Für wen ist diese Folge? Für neugierige Kinder ab 6 Jahren, die gern etwas an sich selbst ausprobieren. Für Eltern und Großeltern zum Mitmachen - der Versuch funktioniert bei Erwachsenen genauso. Für Lehrkräfte in Sachunterricht, Musik und Biologie Klasse 1 bis 6 als Einstieg in Schall und Hören. Spielzeit rund 14 Minuten. Probier das mal selbst - die Mitmach-Aufgabe Erstens: Leg beide Handflächen auf die Ohren. Nur auflegen, nicht drücken - und nichts ins Ohr stecken. Dann sag ganz lang „iiiii", danach ganz lang „aaaaa". Achte darauf, welches mehr dröhnt. Zweitens, wenn du magst: Nimm einen Satz von dir auf und hör ihn dir an. Du musst nicht. Und wenn du es machst: Die Aufnahme ist nur für dich, du musst sie niemandem zeigen. Nicht laut aufdrehen. Drittens, und das geht bei jedem: Leg die Hand ganz leicht an den Hals - nur auflegen, nicht drücken - oder oben auf den Kopf, und summe. Hören oder fühlen: beides zeigt dasselbe. Kapitel 00:00 Kurz vorweg00:12 „Das bin ich nicht"00:46 Wirklich wahr! Begrüßung01:04 Ist es das Handy? Der Gegenbeweis02:33 Der Wow-Moment: Hände auf die Ohren04:28 Drei Messungen06:46 Nicht die Höhe - die Klangfarbe07:55 Probier das mal selbst08:51 Wer das längst kennt: Hörgerät und Implantat10:23 Der ehrliche Teil11:11 Zum Weitererzählen11:50 Wirklich-Wahr-Stempel: unsere Quellen12:23 Schreib uns12:45 Outro und Cliffhanger zur Mittwochs-Folge Häufige Fragen zu dieser Folge Warum wird die eigene Stimme lauter, wenn ich die Ohren zuhalte? Weil der knochengeleitete Anteil beim offenen Ohr aus dem Gehörgang wieder entweicht. Ist das Ohr verschlossen, kann er nicht raus, und der Schalldruck im Gehörgang steigt - besonders bei tiefen Anteilen. Das heißt Okklusionseffekt. Die oft gehörte Erklärung „der Luftweg fällt weg, der Knochenweg bleibt übrig" ist falsch: einen Weg wegzunehmen macht nichts lauter. Klingt meine Stimme für mich wirklich tiefer? Kaum. Eine Messung an zweiundzwanzig Menschen (Royal Society Open Science, 2025) fand im Schnitt weniger als einen Halbton Unterschied - und eine große Streuung zwischen Personen. Der Unterschied, den du hörst, ist die Klangfarbe, nicht die Tonhöhe. Um wie viel klingt meine Stimme anders? Das sagen wir bewusst nicht. Gemessen ist die Tonhöhe. Für den Gesamtklang gibt es keine Zahl - die Forschung hält selbst fest, dass der akustische Beitrag der Knochenleitung noch nicht vollständig beschrieben ist. Warum dröhnt die eigene Stimme mit Hörgerät? Weil das Ohrpassstück im Gehörgang etwas Ähnliches macht wie die Hände beim Selbsttest - bei geschlossener Versorgung mehr, bei offener weniger. Eine Untersuchung von 2020 (Trends in Hearing) zeigt außerdem, dass sich das bei vielen Menschen nicht von selbst gibt. Deshalb arbeiten Forschende genau daran. Und beim Cochlea-Implantat? Der Weg durch die Luft kommt über den Prozessor. Die Schwingung im Kopf ist trotzdem da - sie ist fühlbar. Als Hörweg ist die Knochenleitung bei einem Implantat in der Regel nicht erhalten, weil sie eine funktionierende Cochlea braucht. Kann man den Knochenschall aufnehmen? Draußen nicht. Es gibt Mikrofone im Ohr und am Knochen, mit denen Forschende genau das messen - unter anderem in Oldenburg und Aachen. Ein Handy, das vor dir liegt, hat nur den Luftweg. Wenn dir diese Folge gefällt, hör auch Folge 043 - Frag nach! Warum können wir unsere eigene Nase nicht sehen? Folge 042 - Was ist da los? Warum Schleim das Schlauste ist, was dein Körper baut Folge 037 - Frag nach! Deine Nase kann 1 Billion Düfte Quellen und Belege Neamaalkassis, Boubenec, Fiebach, Muralikrishnan & Tavano (2025), Royal Society Open Science - die Tonhöhe der eigenen Stimme, gemessen an 22 Personen (Open Access) Reinfeldt, Östli, Håkansson & Stenfelt (2010), J. Acoust. Soc. Am. - Luft- und Knochenleitung beim eigenen Sprechen, gemessen im Gehörgang (Abstract frei) Blau, Roden, Hauenschild, Kersten, Rehman, Vorländer & Fels (2025), Acta Acustica - der Okklusionseffekt der eigenen Stimme, Jade Hochschule Oldenburg und RWTH Aachen (Open Access) Hengen, Hammarström & Stenfelt (2020), Trends in Hearing - die eigene Stimme mit Hörgerät, und warum sich das nicht von selbst gibt (Open Access) Vera Siegler (2008), Spektrum der Wissenschaft - Luftschall und Knochenschall auf Deutsch erklärt Orepic & Pinheiro (2026), Perspectives on Psychological Science - Übersicht zur Wahrnehmung der eigenen Stimme (Open Access) Wer steckt hinter Wirklich wahr!? Wirklich wahr! ist der Wissenspodcast für Kinder ab 6 Jahren. Robin und Lou nehmen euch dreimal pro Woche mit auf Neugier-Reisen - montags Wow!, mittwochs Was ist da los?, freitags Frag nach!. Staffel 4 heißt „Dein Körper weiß mehr als du denkst" und läuft vom 7. September bis 2. Oktober 2026. Wir sagen dir bei jedem Fakt, woher er kommt und wie sicher sich die Forschung schon ist. Und wenn wir uns geirrt haben, sagen wir das auch - in dieser Folge korrigiert Robin sich mitten im Skript. Schreib uns! Du hast auch eine Frage? Schick sie an post@hearooz.de. Vielleicht wird daraus eine ganze Folge. Eine Produktion von KB&B - Family Marketing Experts für das Podcastlabel HEAROOZ. Mehr auf hearooz.de. Die Stimmen in diesem Podcast sind KI-generiert. Alle Inhalte werden vor der Produktion von Menschen recherchiert und geprüft. Mehr dazu auf hearooz.de.

    Mon, 14 Sep 2026
  • 43 - Frag nach! Warum können wir unsere eigene Nase nicht sehen?

    Tilda ist acht Jahre alt und hat uns eine Frage geschickt: Warum können wir unsere eigene Nase nicht sehen? Sie sitzt mitten im Gesicht, sie ist immer da - und man guckt sein ganzes Leben lang drüber weg. Robin und Lou beantworten Tildas Frage. Und dabei passiert etwas, mit dem niemand gerechnet hat. Denn die Antwort, die fast überall steht, stimmt nicht. „Das Gehirn blendet die Nase aus, weil sie sich nie verändert" - das hatte Robin auch geglaubt und Tilda sogar so geschrieben. Es gibt diesen Effekt wirklich: Ein Bild, das auf der Netzhaut ganz still steht, verblasst tatsächlich. Nur gilt das für Dinge, die sich mit dem Auge mitbewegen. Die Nase sitzt am Kopf, nicht am Auge - bei jeder Augenbewegung rutscht sie an eine andere Stelle. Für die Nase passt die Erklärung also nicht. Die echte Antwort ist einfacher und schöner: Was das eine Auge hinter der Nase nicht sieht, sieht das andere. Das Gehirn nimmt das Bild, in dem mehr zu sehen ist, und setzt beides zusammen. Dazu kommt: Die Nase ist viel zu nah, um scharf gestellt zu werden. Unscharf und nur von einem Auge gesehen - sie verliert diesen Vergleich immer. Und die Entscheidung fällt nicht im denkenden Teil des Gehirns, sondern ganz hinten im Kopf, lange bevor man etwas merkt. Danach geht es um etwas, das noch verrückter ist: Jedes Auge hat eine blinde Stelle, so breit wie drei Finger bei ausgestrecktem Arm - und man merkt sie nie, weil das Gehirn sie zumalt. Forschende in Osnabrück und Hamburg haben getestet, welchem Bild Menschen mehr glauben: dem echten oder dem selbst ausgemalten. Es war das ausgemalte. Die Folge sagt aber auch klar, dass das keine Panne ist: Genau deshalb siehst du ein ganzes Bild und keine Löcher darin. Das hörst du in dieser Folge Der Selbsttest, der sofort im Hören funktioniert: ein Auge zu - und da ist sie Warum „sehen" und „beachten" zwei verschiedene Sachen sind (Sockengefühl, Brillenrand) Die verbreitete Erklärung - und warum sie für die Nase nicht trägt Die echte Antwort: Was ein Auge nicht sieht, sieht das andere Warum kein Auge die eigene Nase scharf stellen kann Wo im Kopf die Entscheidung fällt - und dass es nicht der denkende Teil ist Die blinde Stelle in jedem Auge und wie das Gehirn sie zumalt Und eine Zahl, die wir bewusst nicht nennen - weil sie die Prüfung nicht bestanden hat Für wen ist diese Folge? Für neugierige Kinder ab 6 Jahren, die gern etwas an sich selbst ausprobieren. Für Eltern und Großeltern zum Mitmachen - der Test funktioniert bei Erwachsenen genauso. Für Lehrkräfte in Sachunterricht und Biologie Klasse 1 bis 6 als Einstieg in Sehen und Wahrnehmung. Spielzeit rund 13 Minuten. Probier das mal selbst - die Mitmach-Aufgabe Mach ein Auge zu. Nur die flache Hand davor, die berührt dein Auge nicht. Und jetzt schau mit dem offenen Auge zu deiner Nase hin, schräg nach unten - nur mit den Augen, ohne den Kopf zu drehen. Damit du nicht enttäuscht bist: Du siehst keine scharfe Nase. Du siehst einen weichen hellen Keil am Rand, wie einen Berg im Nebel. Und jetzt der beste Teil: Mach das andere Auge wieder auf. Sofort ist der Keil weg. Die Regeln dazu: Mach das im Sitzen - nicht beim Laufen, nicht auf dem Rad, nicht draußen an der Straße. Deine Brille bleibt auf. Wenn du Kontaktlinsen hast: Hand nur davor, nie ins Auge fassen. Drück nie auf dein Auge, und schau nicht in die Sonne oder in eine Lampe. Ein paar Sekunden reichen - wenn es zieht oder brennt, sofort aufhören. Und wenn deine Augen unterschiedlich gut sehen: Dann geht der Test bei dir anders. Was du siehst, ist dann genau richtig - nicht falsch. Wer ein Pflaster auf einem Auge trägt, kennt den hellen Keil sowieso längst. Die blinde Stelle selbst finden - Anleitung fürs Papier Das geht nicht im Hören, dafür brauchst du ein Blatt Papier und einen Stift. Mal links ein Kreuz und rechts einen Punkt, etwa 8 Zentimeter auseinander. Der Punkt sollte kleiner als 2 Zentimeter sein. Leg den Stift weg. Halte dein linkes Auge zu und schau mit dem rechten Auge auf das Kreuz. Jetzt bewege das Blatt langsam vor und zurück, etwa im Bereich von 25 bis 35 Zentimetern Abstand. Irgendwann ist der Punkt weg - einfach verschwunden. Bei etwa 29 Zentimetern Abstand trifft es genau. Wenn es unangenehm wird: aufhören, die Stelle läuft dir nicht weg. Kapitel 00:00 Kurz vorweg und Tildas Frage00:52 Wirklich wahr! Begrüßung01:10 Siehst du deine Nase wirklich nicht?02:13 Die Antwort, die alle geben03:57 Die echte Antwort: das andere Auge06:07 Probier das mal selbst07:55 Die blinde Stelle in deinem Auge10:19 Wirklich-Wahr-Stempel: unsere Quellen11:20 Die Antwort in einem Satz11:44 Outro und Cliffhanger zur Montags-Folge Häufige Fragen zu dieser Folge Stimmt es nicht, dass das Gehirn die Nase ausblendet, weil sie immer gleich bleibt? Für das Beachten stimmt es - so wie du deine Socken mittags nicht mehr spürst. Für das Sehen trägt es nicht. Der Effekt, auf den sich diese Erklärung stützt, gilt nur für Bilder, die auf der Netzhaut still stehen. Die Nase sitzt am Kopf und wandert bei jeder Augenbewegung mit. Ausführlich in unseren Quellen. Wie viel Sichtfeld nimmt die Nase weg? Das sagen wir bewusst nicht. Wir hatten eine Zahl gefunden, aber die Messung dahinter hat gar nicht die Nase getestet - dieselbe Forschungsgruppe kam auf derselben Seite ohne Nase zum gleichen Wert. Was sich belegen lässt: Jedes Auge sieht nach außen deutlich weiter als nach innen zur Nase. Liegt die Nase im blinden Fleck? Nein, das ist ein häufiger Denkfehler. Der blinde Fleck liegt etwa 15 Grad nach außen, die Nase jenseits von 60 Grad nach innen - entgegengesetzte Seiten des Blickfelds. Zwei verschiedene Phänomene, die nichts miteinander zu tun haben. Wie groß ist die blinde Stelle wirklich? Etwa 4,8 bis 4,9 Grad im Durchmesser, direkt gemessen an 24 beziehungsweise 27 Personen. Das entspricht drei Fingern nebeneinander bei ausgestrecktem Arm - und zwar bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen, weil kürzere Arme und kleinere Finger sich gegenseitig ausgleichen. Quelle: Ehinger et al., eLife 2017. Hat die Wissenschaft Tildas Frage schon erforscht? Kaum. Es gibt viel Forschung über Augen, aber zur eigenen Nase im Blickfeld fast nichts - genau genommen eine Übersichtsarbeit ohne eigene Daten und eine Erwiderung darauf. Tildas Frage ist eine offene Frage. Wenn dir diese Folge gefällt, hör auch Folge 042 - Was ist da los? Warum Schleim das Schlauste ist, was dein Körper baut Folge 041 - Wow! Warum kannst du dich nicht selbst kitzeln? Folge 037 - Frag nach! Deine Nase kann 1 Billion Düfte Quellen und Belege Ehinger, Häusser, Ossandón & König (2017), eLife - der blinde Fleck, gemessen; und der Befund, dass wir dem ergänzten Bild mehr glauben (Open Access) Spillmann, Otte, Hamburger & Magnussen (2006), Vision Research - wie wenig Rand zum Auffüllen genügt (Universitätsklinik Freiburg) Shimojo & Nakayama (1990), Vision Research - warum das andere Auge übernimmt Leopold & Logothetis (1996), Nature - wo im Gehirn die Entscheidung fällt Tong & Engel (2001), Nature - der blinde Fleck im Sehrindenbild Spector, Visual Fields, Clinical Methods - die Ausdehnung des Gesichtsfelds (frei lesbar) Ovenseri-Ogbomo et al. (2012), Clin Exp Optom - warum die Nase zu nah zum Scharfstellen ist Ditchburn & Ginsborg (1952), Nature - der Effekt, der die Nase eben nicht erklärt Wer steckt hinter Wirklich wahr!? Wirklich wahr! ist der Wissenspodcast für Kinder ab 6 Jahren. Robin und Lou nehmen euch dreimal pro Woche mit auf Neugier-Reisen - montags Wow!, mittwochs Was ist da los?, freitags Frag nach!. Bei „Frag nach!" beantworten wir Fragen, die Kinder uns geschickt haben. Staffel 4 heißt „Dein Körper weiß mehr als du denkst" und läuft vom 7. September bis 2. Oktober 2026. Wir sagen dir bei jedem Fakt, woher er kommt und wie sicher sich die Forschung schon ist. Und wenn wir uns geirrt haben, sagen wir das auch - in dieser Folge sogar mitten im Skript. Schreib uns! Du hast auch eine Frage? Schick sie an post@hearooz.de. Vielleicht wird daraus eine ganze Folge - so wie bei Tilda. Eine Produktion von KB&B - Family Marketing Experts für das Podcastlabel HEAROOZ. Mehr auf hearooz.de. Die Stimmen in diesem Podcast sind KI-generiert. Alle Inhalte werden vor der Produktion von Menschen recherchiert und geprüft. Mehr dazu auf hearooz.de.

    Sun, 13 Sep 2026
  • 42 - Was ist da los? Warum Schleim das Schlauste ist, was dein Körper baut

    Lou findet Rotz einfach nur eklig. Am Ende dieser Folge findet er ihn noch ein bisschen eklig - aber mit Respekt. Denn in deinem Hals läuft gerade ein Förderband. Es fährt den Staub, den du eingeatmet hast, mit ungefähr einem Zentimeter pro Minute nach oben. Es hat nie aufgehört, seit du auf der Welt bist. Das Zeug, um das es geht, besteht zu 97 Prozent aus Wasser. Der Rest sind lange Fadenmoleküle, Mucine, die aus dem Wasser ein Netz machen - wie ein Schwamm, deshalb läuft es nicht einfach weg. Dieses Netz liegt in deiner Nase, in deinen Atemwegen, in deinem Magen und in deinem Darm. Jeder Mensch hat es. „Du hast Rotz" ist also gar kein Spruch, sondern die Beschreibung eines gesunden Menschen. Robin und Lou klären außerdem, warum sich dein Magen nicht selbst verdaut, obwohl darin Säure steht, die dein Mittagessen zerlegt. Und sie räumen einen Mythos ab, den fast alle glauben: Grüner Rotz heißt nicht, dass Bakterien im Spiel sind. Die Farbe kommt von einem Werkzeug deiner eigenen Abwehrzellen, das von Natur aus grün ist. Eine Untersuchung in 42 Düsseldorfer Hausarztpraxen hat gezeigt, dass die Farbe bei einer normalen Erkältung kaum etwas verrät. Der stärkste Teil kommt am Schluss: In einem Labor an einer großen Technik-Universität in Amerika hat sich gezeigt, dass dieses Netz Bakterien gar nicht tötet. Es zähmt sie. Die Zuckerärmchen an den Fäden drehen bestimmten Bakterien die Angriffslust herunter - sie sind noch da, aber viel friedlicher. Forschende versuchen jetzt, so etwas nachzubauen: Medikamente, die nicht töten, sondern entwaffnen. Das ist Forschung und kein fertiges Medikament, und das sagen wir in der Folge auch so. Das hörst du in dieser Folge Woraus Schleim wirklich besteht - 97 Prozent Wasser und ein Netz aus Fäden Das Förderband aus Flimmerhaaren in deinen Atemwegen und wie schnell es läuft Warum du jeden Tag deinen eigenen Staub schluckst, ohne es zu merken Wieso Husten die Notbremse ist, wenn das Band zu viel zu tun hat Warum sich dein Magen nicht selbst verdaut - Schleim, Natron und Zellen, die alle drei bis fünf Tage neu sind Der Grün-Mythos: Die Farbe kommt von dir selbst, nicht von Bakterien Der eigentliche Clou: Schleim tötet Bakterien nicht, er zähmt sie Und eine Zahl, die wir bewusst nicht nennen - weil sie sich nicht belegen lässt Für wen ist diese Folge? Für neugierige Kinder ab 6 Jahren, die etwas über ihren eigenen Körper herausfinden wollen - besonders für die, die Rotz erst mal bäh finden. Für Eltern und Großeltern zum Mithören. Für Lehrkräfte in Sachunterricht und Biologie Klasse 1 bis 6 als Einstieg in Atemwege, Verdauung und Immunabwehr. Spielzeit rund 13 Minuten. Probier das mal selbst - die Mitmach-Aufgabe Heute gibt es zwei Aufgaben, und beide sind gleich gut. Such dir eine aus. Erstens, der Suppen-Test: Warte, bis es bei euch sowieso Suppe gibt. Frag vorher deine Eltern oder eine erwachsene Person, der du vertraust. Warm macht die Suppe ausschließlich die erwachsene Person - kein Herd, keine Mikrowelle, kein Wasserkocher durch dich. Sie soll dampfen, nicht wehtun, und jemand probiert vorher einen Löffel. Dann iss ganz normal und achte auf deine Nase, ob sie anfängt zu laufen. Und wenn es dir trotzdem zu heiß ist: Du hörst sofort auf. Du musst niemanden fragen und dich bei niemandem entschuldigen. Zweitens, der Staub-Test: Stell dich in einen Sonnenstrahl am Fenster und schau dir an, wie viel Staub darin tanzt. Atme einmal tief ein. All das war gerade in deiner Nase - und das Förderband bringt es Stück für Stück wieder hoch. Erzähl uns, was rausgekommen ist: post@hearooz.de Kapitel 00:00 Kurz vorweg und Lous Problem mit Rotz00:58 Wirklich wahr! Begrüßung01:28 Woraus das Zeug besteht02:33 Das Förderband in deinem Hals04:19 Warum sich dein Magen nicht selbst verdaut05:26 Probier das mal selbst07:10 Der Grün-Mythos08:28 Schleim entwaffnet Bakterien09:59 Wirklich-Wahr-Stempel: unsere Quellen11:28 Outro und Cliffhanger zur Freitags-Folge Häufige Fragen zu dieser Folge Wie viel Schleim macht der Körper am Tag? Das weiß niemand genau - und deshalb nennen wir in der Folge keine Zahl. Überall im Netz steht dieselbe runde Angabe, aber es gibt keine Messung, auf die sie sich stützt. Die amerikanischen Gesundheitsinstitute schreiben unter Berufung auf einen der führenden Schleim-Forscher wörtlich: „no one's quite sure how much." Quelle: NIH News in Health. Wie schnell läuft das Förderband wirklich? In der Luftröhre bei gesunden Erwachsenen unter 50 Jahren wurden 10,7 Millimeter pro Minute gemessen, also ungefähr ein Zentimeter. Bei älteren Menschen und bei Lungenerkrankungen ist es langsamer. Quelle: European Respiratory Journal. Heißt grüner Rotz, dass man Antibiotika braucht? Nein. Die Farbe stammt von einem Enzym der eigenen Abwehrzellen, das von Natur aus grün ist. Eine Untersuchung in 42 Düsseldorfer Hausarztpraxen ergab, dass die Farbe bei akutem Husten kaum verrät, ob Bakterien im Spiel sind. Was hilft, entscheiden Eltern gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt - nicht die Farbe und nicht wir. Bei Fieber, deutlichem Krankheitsgefühl oder wenn es nicht besser wird: Bescheid sagen, unabhängig von der Farbe. Tötet Schleim Bakterien? Nein, und genau das ist das Spannende. Im Labor drosseln die Zuckerärmchen der Mucine bei bestimmten Bakterien die Gene für den Angriff. Die Bakterien bleiben am Leben, werden aber friedlicher. Quelle: Nature Microbiology 2019 und 2021. Sagt man Flimmerhaare oder Flimmerhärchen? Beides ist richtig und meint dasselbe. In der Folge sagen wir Flimmerhaare. Wenn dir diese Folge gefällt, hör auch Folge 041 - Wow! Warum kannst du dich nicht selbst kitzeln? (Start von Staffel 4) Folge 039 - Frag nach! Warum niesen wir? (ein Reflex, den du nicht steuern kannst) Folge 037 - Frag nach! Deine Nase kann 1 Billion Düfte Quellen und Belege Lungeninformationsdienst, Helmholtz Munich - Flimmerhaare und Schleimtransport Morgan et al. (2004), European Respiratory Journal - gemessene Transportgeschwindigkeit in der Luftröhre Hill, Button, Rubinstein & Boucher (2022), Physiological Reviews - Übersichtsarbeit Atemwegsschleim Allen & Flemström (2005), Am J Physiol Cell Physiol - Schleim-Bicarbonat-Barriere im Magen Wheeler et al. (2019), Nature Microbiology - Mucin-Zucker drosseln Virulenzgene Werlang et al. (2021), Nature Microbiology - Speichel-Mucin gegen Karies-Bakterien Stockley et al. (2001), Thorax - Schleimfarbe und Immunzell-Enzym Altiner et al. (2009) - Sputumfarbe als Test auf bakterielle Infektion, 42 Düsseldorfer Praxen NIH News in Health (2020) - „no one's quite sure how much" Wer steckt hinter Wirklich wahr!? Wirklich wahr! ist der Wissenspodcast für Kinder ab 6 Jahren. Robin und Lou nehmen euch dreimal pro Woche mit auf Neugier-Reisen - montags Wow!, mittwochs Was ist da los?, freitags Frag nach!. Staffel 4 heißt „Dein Körper weiß mehr als du denkst" und läuft vom 7. September bis 2. Oktober 2026. Wir sagen dir bei jedem Fakt, woher er kommt und wie sicher sich die Forschung schon ist. Und wenn wir etwas nicht sicher wissen, sagen wir das auch - in dieser Folge sogar mitten im Skript. Schreib uns! post@hearooz.de Eine Produktion von KB&B - Family Marketing Experts für das Podcastlabel HEAROOZ. Mehr auf hearooz.de. Die Stimmen in diesem Podcast sind KI-generiert. Alle Inhalte werden vor der Produktion von Menschen recherchiert und geprüft. Mehr dazu auf hearooz.de.

    Sun, 13 Sep 2026
Show More Episodes