Filtrar por género
Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor. Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge. Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten. Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.
- 655 - Lynyrd Skynyrd – "One More From The Road"
Am 13. September 1976 erschien "One More From The Road" als Doppel-Livealbum. Bereits Ende desselben Jahres erreichte es in den USA seine erste Platin-Auszeichnung. Bis 1987 verkaufte es sich mehr als 1,5 Millionen Mal. Das Album zeigt Lynyrd Skynyrd auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs und ist gleichzeitig das Vermächtnis der ursprünglichen Besetzung rund um Sänger Ronnie Van Zant. Nur ein Jahr später kamen er, Gitarrist Steve Gaines und dessen Schwester Cassie Gaines bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Cassie Gaines ist auf "One More From The Road" als Background-Sängerin zu hören.
Lynyrd Skynyrd: Vom kleinen Plattendeal zum großen Erfolg
Die Geschichte von Lynyrd Skynyrd begann bereits Mitte der 1960er-Jahre in Jacksonville, Florida. Nach einigen Jahren als lokale Band sammelten sie 1971 erste richtige Studioerfahrungen, bevor sie 1973 von Produzent Al Kooper unter Vertrag genommen wurden. Der Plattenvertrag brachte ihnen einen Vorschuss von gerade einmal 9.000 Dollar ein. Mangels anderer Angebote nahm die Band den Deal trotzdem an. Den bescheidenen Plattendeal verarbeitete die Band später im Song "Workin’ For MCA". Auf "One More From The Road" eröffnet der Song das Livealbum."Sweet Home Alabama": Ein kontroverser Hit
"Sweet Home Alabama" erschien bereits 1974 auf "Second Helping" und wurde zu einem der größten Hits von Lynyrd Skynyrd. Allein das markante Gitarrenriff zu Beginn hat einen enormen Wiedererkennungswert. Der Text des Songs sorgt allerdings bis heute für Diskussionen. "Sweet Home Alabama" entstand unter anderem als Antwort auf Neil Youngs Songs "Southern Man" und "Alabama". In diesen kritisierte Young den Rassismus und das Erbe der Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten. Lynyrd Skynyrd empfanden Youngs Darstellung als zu pauschal und wollten sich dagegen wehren, alle Menschen aus dem Süden über einen Kamm zu scheren. Kontrovers diskutiert wird vor allem eine Textstelle über Alabamas damaligen Gouverneur George Wallace, einen entschiedenen Verfechter der Rassentrennung. Lynyrd Skynyrd distanzierten sich jedoch von dessen rassistischer Politik. Direkt nach der Erwähnung des Gouverneurs sind im Song beispielsweise ablehnende "Boo"-Rufe zu hören. Trotzdem wird die politische Aussage von "Sweet Home Alabama" bis heute unterschiedlich interpretiert."Free Bird" live auf "One More From The Road"
"Free Bird", das Liebeslied über das Verlassenwerden, ist bis heute eine der größten Rock-Hymnen. Kaum ein anderer Song steht so sehr für Freiheit und Rebellion wie der Lynyrd Skynyrd Hit aus dem Jahr 1974.(Das ist) eine der großen Rockhymnen. [...] Bringt alles auf den Punkt, worum es in Rockmusik eigentlich geht.
Auf dem Livealbum "One More From The Road" ist "Free Bird" mit einem ikonischen Moment verbunden: Bevor die Band loslegt, fragt Sänger Ronnie Van Zant das Publikum, welchen Song sie hören wollen. Die Antwort kommt lautstark: "Free Bird!". Dieser Moment entwickelte sich daraufhin zu einem echten Running Gag bei Konzerten.Quelle: Meilensteine-Gast Marc Hofmann über "Free Bird"
"One More From The Road" ist wie ein Konzertbesuch
"One More From The Road" zeigt, wie mitreißend und voller Energie ein gut produziertes Livealbum sein kann. Es bringt das Gefühl, live dabei zu sein, zu den Fans nach Hause. Zusätzlich lässt es erahnen, wie die Stimmung bei den drei Konzerten im Juli 1976 im Fox Theatre in Atlanta gewesen sein musste, bei denen die Aufnahmen für das Album entstanden.Sie wollen den Leuten nochmal zeigen, wo ihr Kerngeschäft liegt, nämlich, eine mitreißende Live-Band zu sein.
Quelle: Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig über Lynyrd Skynyrd
Shownotes
"Sweet Home Alabama" Live 1976 in KnebworthFür Gitarristen, die etwas über das "Free Bird" Solo lernen wollenDoku über Lynyrd SkynyrdHintergrundinformationen zu "One More From The Road" von Cameron CroweSWR Regiotour 2026: ARD-Musikpodcast "Meilensteine – Alben, die Geschichte machten"ARD-Podcast-Tipp: "Amerika, wir müssen reden!"Über diese Songs vom Album "One More From The Road" sprechen wir im Podcast
(11:03) – "Workin' For MCA"(18:32) – "Saturday Night Special"(23:45) – "Whiskey Rock-a-Roller"(31:32) – "Sweet Home Alabama"(44:13) – "T For Texas"(47:30) – "Crossroads"(49:03) – "Call Me The Breeze"(50:23) – "Free Bird" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (35:00) – "Southern Man" von Neil Young(43:20) – "Blue Yodel No 1 (T For Texas)" von Jimmie Rodgers(46:35) – "Crossroad Blues" von Robert Johnson(48:28) – "Call Me The Breeze" von J.J. CaleSun, 6 Sep 2026 - 1h 11min - 654 - R.E.M. – "New Adventures In Hi-Fi"
Wie R.E.M. "New Adventures In Hi-Fi" auf Tour entwickelten
Entstanden ist ein vielseitiges Rockalbum, das R.E.M. mitten auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zeigt. Die US-amerikanische Band um Michael Stipe, Bill Berry, Peter Buck und Mike Mills hatte kurz zuvor einen neuen Plattenvertrag abgeschlossen, der ihr für die nächsten fünf Alben rund 80 Millionen Dollar einbringen sollte. Das war eine Risikoinvestition, aber nach vorherigen Erfolgsalben wie "Out Of Time" (1991) mit dem Megahit "Losing My Religion” oder dem Album "Monster" (1994) gehörten R.E.M. zu den größten Rockbands der Welt. Die Band war also in einer komfortablen Position und nutzte diese Freiheit, ohne sich dem Massengeschmack anzupassen. Auch auf "New Adventures In Hi-Fi" finden sich außergewöhnliche Songs, die nicht unbedingt nach den Regeln des Musikmarkts funktionieren. Viele davon entstanden bereits unterwegs während ihrer großen "Monster"-Tour.Ich denke, dass das Album alle Stärken der Band vereint. Für mich ist es sowas wie eine Synthese aus den Vorgänger-Alben.
Quelle: Meilensteine-Gast Stefan Pitterling über "New Adventures In Hi-Fi"
Michael Stipe und die kryptischen Songtexte von R.E.M.
Zu den Besonderheiten von R.E.M. gehören die Songtexte von Sänger und Songschreiber Michael Stipe, auf die er sehr großen Wert legt. Er hat mal erzählt, dass er immer ein kleines Buch bei sich trägt, in dem er einzelne Wörter sammelt und sich sogar selbst welche ausdenkt. In seinen Songs erzählt Stipe meistens keine zusammenhängende Geschichte. Stattdessen setzt er einzelne Gedanken zusammen. Wie Pinselstriche auf einem Gemälde ergeben sie erst nach und nach ein Gesamtbild."E-Bow the Letter": R.E.M. treffen auf Patti Smith
"E-Bow The Letter" war die erste Singleauskopplung von "New Adventures in Hi-Fi". Die Backing Vocals wurden von Patti Smith, der "Godmother of Punk", beigesteuert. Smith war immer ein Idol und eine wichtige Inspirationsquelle für R.E.M. Der Titel des Songs setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Ein E-Bow ist ein kleines Hilfsmittel für E-Gitarren. R.E.M.-Gitarrist Peter Buck setzt ihn auch in dem Song für seine speziellen Riffs ein. "The Letter" wiederum verweist auf einen Brief, den Michael Stipe an seinen Freund River Phoenix schrieb. Der Schauspieler war 1993 im Alter von nur 23 Jahren gestorben. Stipe schickte den Brief nie ab, griff Gedanken daraus aber später für den Songtext auf. Gemeinsam mit Patti Smith entstand daraus einer der eindringlichsten Songs des Albums.R.E.M. sorgen mit "Leave" für innere Unruhe
Ein weiterer eindringlicher Song ist "Leave". Er ist sieben Minuten lang und beginnt zunächst ganz ruhig. Doch dann setzt plötzlich eine beängstigend kreischende Sirene ein, die sich fast durch den gesamten Song zieht. Sie stammt nicht etwa aus einem Sample, sondern wurde mit einem Synthesizer erzeugt und über einen Schieberegler von Hand eingespielt. Wie der Titel und die Atmosphäre schon verraten, geht es in "Leave" um Aufbruch, Loslassen und den Übergang zu etwas Neuem. Die schrillen Alarmtöne verstärken dabei das Gefühl von innerer Unruhe und kreisenden Gedanken."New Adventures In Hi-Fi": R.E.M. bleiben sich treu
"New Adventures In Hi-Fi" blieb in den USA zwar etwas hinter dem Erfolg des Vorgängers "Monster" zurück, stürmte in Europa aber an die Spitze der Albumcharts. Trotz des enormen Erfolgs und eines millionenschweren Plattenvertrags bewahrte sich die Band ihre künstlerische Freiheit. R.E.M. machten weiterhin authentische und eigenwillige Musik - so wie sie es wollten. Darauf konnten sich die Fans auch bei "New Adventures in Hi-Fi" verlassen.Für mich fängt dieses Album die Seele von Musik ein, nämlich den Moment.
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "New Adventures In Hi-Fi"
Shownotes
Der ARP ODYSSEY Synthesizer, mit dem die Sirene in "Leave" gestaltet wurdeVideo zu "E-Bow The Letter"Pittis Popcast, der Podcast unseres Gastes Stefan (Pitti) PitterlingArtikel zum 25. Jubiläum von "New Adventures In Hi-Fi" auf "The Circle"Buchtipp: "R.E.M. – Life And How To Live It”Meilensteine On Tour bei der SWR Regiotour 2026ARD-Podcast-Tipp: "Philipps Playlist"Über diese Songs vom Album "New Adventures In Hi-Fi" sprechen wir im Podcast:
(11:45) – "Zither"(17:44) – "How The West Was Won And Where It Got Us"(32:44) – "E-Bow The Letter"(48:35) – "Leave"(01:04:45) – "Be Mine"(01:09:45) – "Electrolite"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(07:09) – "The One I Love" von R.E.M.(07:31) – "It’s The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine) von R.E.M.(08:08) – "Losing My Religion" von R.E.M.(08:27) – "Shiny Happy People" von R.E.M.(08:46) – "Drive" von R.E.M.(08:56) – "Man On The Moon" von R.E.M.(09:09) – "Everybody Hurts" von R.E.M.(20:27) – "Man With A Harmonica" von Ennio Morricone(22:14) – "Thelonious" von Thelonious Monk (23:20) – "Aladdin Sane" von David Bowie(54:50) – "Ionisation" von Edgar Varese(56:20) – "House Burning Down" von Jimi Hendrix(56:39) – "War Pigs" von lack Sabbath(57:06) – "Blockbuster" von The Sweet(57:49) – "Rebel Without A Pause" von Public EnemyMon, 31 Aug 2026 - 1h 17min - 653 - Paul Simon – "Graceland"
In den 80ern haben sich einige Musiker für die Menschen in Afrika und gegen die Apartheidpolitik dort eingesetzt. Das bekannteste Projekt davon dürfte wohl das weltweit ausgestrahlte Live-Aid-Konzert gewesen sein, das die beiden Musiker Bob Geldof und Midge Ure initiiert haben. Paul Simon hat sein Album "Graceland" zusammen mit afrikanischen Musikern aufgenommen – unter anderem in Johannesburg.
Für "Graceland" wird Paul Simon teils stark kritisiert
"Graceland" gilt als Meisterwerk der Fusion von südafrikanischer Straßenmusik mit westlicher Popmusik. Schwarze und weiße Musiker bringen ihr Können, ihre Inspiration, ihre musikalische Sozialisation ein und daraus entsteht ein ganz neuer Sound", sagt Meilensteine-Host Frank König. Neben der reinen Musik wird "Graceland" aber auch kritisiert, weil die Menschen dort eben nicht frei gewesen sind, sondern durch das Apartheidsregime massiv unterdrückt worden sind. Die Vereinten Nationen riefen zum Kulturboykott auf, der besagte, dass niemand mit den Künstlerinnen und Künstlern eines Staates zusammenarbeiten sollte, der die Mehrheit seiner Bevölkerung aus rassistischen Gründen unterdrückt. Ob die gemeinsame, gleichberechtigte Zusammenarbeit ein Statement gegen Rassismus ist, wenn Musiker unterschiedlicher Herkunft gemeinsam etwas Berührendes schaffen, oder ob es kulturelle Aneignung ist, auch darüber wurde öffentlich gestritten. Paul Simon selbst hat sein Album und die Arbeit mit den südafrikanischen Musikern so betrachtet, dass er den dort arbeitenden Musikern helfen und sie unterstützen wollte, erklärt Benjamin Brendebach im Podcast zu "Graceland".Es ist schon problematisch, denn er sammelt hier Kulturgut ein. Er beutet es nicht aus, […] aber er sammelt es ein, um es nachher für sich zu gebrauchen.
Der politische Diskurs sei hier somit erwähnt worden. Wir sprechen im Podcast über die Musik von "Graceland" und die ist einfach nur schön und berührend.Quelle: Stephan Fahrig, SWR1-Musikredakteur über Paul Simon und "Graceland"
Für mich eines der schönsten Alben meines Lebens!
Quelle: Meilensteine-Host Frank König über "Graceland"
Vor "Graceland" brauchte Paul Simon eine Veränderung
Bevor Paul Simon sich an die Arbeit zum Album "Graceland" gemacht hat, ist er bereits längst ein erfolgreicher und weltbekannter Popstar gewesen – nicht nur durch seine Arbeiten mit Art Garfunkel. Aber sein letztes Album vor "Graceland" war kein großer kommerzieller Erfolg geworden, die Zusammenarbeit mit der Plattenfirma war ihm ein Dorn im Auge, und auch privat kriselte es. Dann soll ihm eine Kassette in die Hände gefallen sein, mit Akkordeonmusik und Rhythmen, die ihn zu dieser Musik inspiriert hat. Allerdings ist die Existenz dieser Kassette nicht offiziell belegt, erklärt Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast. Daraufhin ist Paul Simon nach Johannesburg geflogen, hat sich viele verschiedene Musiker aus der Region zusammengesucht, mit ihnen gejammt und schlussendlich in den "Ovation Studios" Songs aufgenommen. In der Dokumentation "Under African Skies" sieht man immer wieder, wie Paul Simon selbst sehr beeindruckt ist von der Musik und dem Können der Musiker, erklärt Stephan Fahrig im Podcast.Der Aufnahmeprozess von "Graceland" ist etwas Besonderes
Die Songs für "Graceland" sind auf eine nicht ganz typische Weise entstanden. Paul Simon hat sich die Musiker ins Studio geholt und ganz viel mit ihnen gejammt, also im Grunde genommen einfach darauf losgespielt – gleichberechtigt und auf Augenhöhe, wie Benjamin Brendebach im Podcast erklärt. Und auch wenn die Kommunikation nicht immer einfach gewesen ist, weil es zwischen den Musikern sprachliche Barrieren gegeben hat, haben sie sich eben über die Musik gut verstanden. So gut, dass die Aufnahmesessions teilweise richtige "Happenings" geworden sind. Oft haben die Musiker dann sogar ihre Familien und ihre Kinder zu den Sessions mitgebracht. Dabei sind meistens keine fertigen Songs entstanden, sondern tatsächlich nur einzelne verschiedene Songteile – davon aber eben unheimlich viele. Mit diesen Songteilen ist Paul Simon dann in unterschiedliche Studios gegangen und hat diese unzusammenhängenden Teile zu fertigen Songs sozusagen "zusammengepuzzelt".Paul Simon und Chevy Chase – Das Musikvideo zu "You Can Call Me Al” wird zum Hit
Einer der großen Hits des Albums ist neben dem Titelsong auch der Song "You Can Call Me Al". Der Song war vor allem beim Musiksender MTV ein großer Hit, wegen des durchaus unterhaltsamen Musikvideos mit Hollywoodstar Chevy Chase.Dieses Musikvideo hat (...) dem Album einen riesen Push gegeben!
Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über "You Can Call Me Al"
Darum ist "Graceland" von Paul Simon ein Meilenstein
Für SWR1-Musikredakteur Benjamin Brendebach ist "Graceland" ein Album, auf dem kein schlechter Song zu finden ist, und ein Album, das Paul Simon auf dem Höhepunkt seines Schaffens zeigt.Das Album präsentiert Paul Simon (...) in seiner Bestform, mit allem was er kann: Er kann grooven, er hat eine wunderbare Stimme und das Ganze wird dann verbunden mit diesen typischen Melodien, die er auch schon bei Simon & Garfunkel geliefert hat!
Quelle: Benjamin Brendebach über die Qualität von "Graceland"
Shownotes
"Paul Simon – The Story of Graceland"Das legendäre Video zu "You Can Call Me Al"Die Hommage von George EzraDer Film zum Album "Under African Skies"Interview mit Paul Simon im Spiegel zu 25 Jahre GracelandAnmeldung für die Liveshow der Meilensteine am 24.09. in SinsheimARD-Podcast-Tipp: "Kontinental-Platten – Podcast für Weltmusik und globale Sounds"Über diese Songs vom Album "Graceland" sprechen wir im Podcast
(15:47) – "The Boy In The Bubble"(33:26) – "Graceland”(47:40) – "Homeless”(52:16) – "Diamonds On The Soles Of Her Shoes”(55:43) – "You Can Call Me Al”Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(01:01) – "Biko" von Peter Gabriel(01:59) – "In Your Eyes" von Peter Gabriel und Youssou N’Dour(02:47) – "Double Dutch" von Malcolm McLaren(07:13) – "Hearts And Bones” von Paul Simon(43:15) – "Folsom Prison Blues” von Johnny CashMon, 24 Aug 2026 - 1h 09min - 652 - Madonna – "True Blue"
Mit "True Blue" übernimmt Madonna die Kontrolle
Das Besondere an "True Blue" ist, dass Madonna erstmals als Co-Autorin und Co-Produzentin an einem ihrer Alben beteiligt war und damit mehr Einfluss auf ihre Musik nahm als zuvor. Das Ergebnis ist eine Platte, die sich nicht nur mit Liebe, Romantik und Ehe beschäftigt, sondern auch mit ernsteren Themen wie den Traumata ihrer Kindheit und der Kritik an patriarchalen und konservativen Strukturen. Mit "True Blue" entwickelte sich Madonna so zu einer ernstzunehmenden Künstlerin und erreichte gleichzeitig ein breiteres und reiferes Publikum.Madonna wird auf dem Album von der Pop-Prinzessin zur Pop-Königin.
Quelle: Musikredakteurin Katharina Heinius über "True Blue"
Madonna rebelliert gegen Autoritäten
Madonna wurde am 16. August 1958 in Bay City im US-Bundesstaat Michigan geboren und wuchs in einem streng katholischen und konservativen Elternhaus auf. Als sie fünf Jahre alt war, starb ihre Mutter. Ihr Vater vertrat konservative und patriarchale Ansichten und war nicht begeistert von Madonnas späterem Lebensstil und ihrer Karriere. Diese Erfahrungen und Konflikte finden sich auch auf "True Blue" wieder. Der Album-Opener und Welthit "Papa Don’t Preach" handelt vom Widerstand gegen männliche Autoritäten, die sich sowohl im Vater als auch in der katholischen Kirche zeigen. Im Song erzählt Madonna aus der Perspektive einer schwangeren Jugendlichen, die sich mit der Frage auseinandersetzt, ob sie ihr Kind bekommen soll."Live To Tell" zeigt Madonnas ernste Seite
Auch "Live To Tell" schlägt ernstere Töne an. Der Song handelt von Betrug, Misstrauen und Trauma sowie von einem Geheimnis, das die Erzählerin nicht länger für sich behalten kann. Immer wieder wurde "Live To Tell" autobiografisch gelesen und mit Madonnas eigenen Kindheitserfahrungen in Verbindung gebracht. Auch musikalisch hebt sich die Ballade durch ihre komplexe Komposition und die zurückhaltende, düstere Atmosphäre hervor. Von Kritikern wurde sie als eine von Madonnas stärksten Balladen gelobt. Jahre später sorgte "Live To Tell" auch abseits des Albums für Aufsehen. Während ihrer "Confessions Tour" sang Madonna 2006 den Song mit einer Dornenkrone auf dem Kopf und an einem verspiegelten Kreuz hängend. Im Hintergrund erschienen Zahlen zu Kindern in Afrika, die von AIDS betroffen waren. Die Inszenierung löste heftige Kritik von Kirchenvertretern aus und beschäftigte in Deutschland sogar die Staatsanwaltschaft. Madonna verteidigte den Auftritt und erklärte, sie habe damit auf das Schicksal von Kindern in Afrika aufmerksam machen wollen, die an AIDS leiden.Provokation als Teil von Madonnas Karriere
Die Kontroverse um "Live to Tell" ist nur ein Beispiel für die Provokationen, die Madonnas Karriere bis heute begleiten. Immer wieder überschreitet sie bewusst gesellschaftliche und religiöse Grenzen und muss sich dafür rechtfertigen. Auffällig ist dabei, dass ihre Provokationen häufig anders bewertet werden als vergleichbare Grenzüberschreitungen männlicher Künstler. Als Frau musste Madonna immer wieder stärker um ihre künstlerische Freiheit und darum kämpfen, selbst zu bestimmen, wie sie ihren Körper, ihre Sexualität und ihre Kunst inszeniert.Für mich war Madonna immer eine sehr selbstbestimmte Frau, die einfach auch mal sagt: 'Hallo, so kann's auch gehen'.
Quelle: Musikredakteurin Katharina Heinius über Madonna
"True Blue" ist eine Liebeserklärung
Romantik und Liebe kommen auf "True Blue" aber auch nicht zu kurz. Der gleichnamige Titelsong ist Madonnas damaligem Ehemann, dem Schauspieler Sean Penn, gewidmet. Der unbeschwerte, fröhliche Popsong greift Elemente der Girlgroup-Musik der 1950er- und 1960er-Jahre auf und erinnert an Gruppen wie die Ronettes oder an den Sound von "Grease". Mit "True Blue" ließ Madonna den Bubblegum-Pop ihrer Anfangsjahre hinter sich und zeigte mehr Selbstbewusstsein als Sängerin, Songwriterin und Produzentin. Das Album machte deutlich, dass Madonna längst mehr war als nur ein Popstar. Sie inszenierte sich als selbstbestimmte Künstlerin, die selbst festlegt, wie sie klingen, aussehen und wahrgenommen werden will. "True Blue" zeigt damit das Gesamtkunstwerk Madonna, wie wir es bis heute kennen.Über diese Songs vom Album "True Blue" sprechen wir im Podcast
(14:12) – "Papa Don’t Preach"(27:08) – "Open Your Heart"(37:50) – "Live To Tell"(56:25) – "True Blue"(01:02:20) – "La Isla Bonita"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(18:43) – "Die vier Jahreszeiten – Der Winter" von Antonio Vivaldi (19:00) – "Concerto Grosso Op.6 Nr. 1 G-Dur" von Georg Friedrich Händel(19:27) – "God Only Knows" von den Beach Boys(19:46) – "Eleanor Rigby" von den Beatles(19:54) – "Cloudbusting" von Kate Bush(28:41) – "Girls Just Want to Have Fun" von Cyndi Lauper(29:35) – "I Feel Love" von Donna Summer(59:10) – "Beauty School Dropout" von Frankie Avalon aus Grease(01:00:50) – "Be My Baby" von den Ronettes(01:01:45) – "Chapel Of Love" von den Dixie Cups(01:06:05) – "Who's That Girl" von Madonna(01:06:32) – "Alejandro" von Lady GagaShownotes
Website von Herb Ritts, dem Fotografen des Cover ArtworksWebsite von der Firma SMOG, in der die Grafikerin Jeri Heiden arbeitet, die für die Gestaltung des Artworks zuständig warInterview mit Margot Käßmann in der WELT zur Confessions Tour 2006"Live To Tell" bei der Confessions Tour. Der Skandal im Video"Open Your Heart" im Video"Papa Don’t Preach" im VideoARD-Podcast-Tipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie PodcastMon, 17 Aug 2026 - 1h 10min - 651 - Bon Jovi – "Slippery When Wet"
Bevor die Band 1986 mit "Slippery When Wet" und den Hits des Albums "Livin‘ On A Prayer", "Wanted Dead Or Alive" und "You Give Love A Bad Name" ihr erfolgreichstes Album veröffentlichte, war ihr Plattenlabel nicht gut auf die Band zu sprechen. Nach einem ersten Achtungserfolg mit ihrer Single "Runaway" und dem dazugehörigen Debütalbum hatte man große Hoffnungen in Jon Bon Jovi und die Gruppe gesetzt.
"Slippery When Wet" ist das wichtigste Album für Bon Jovi
Das zweite Album "7800° Fahrenheit" blieb bei der Veröffentlichung jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Für die Band hieß es bei Album Nummer drei also: "Make it or break it". Derek Shulman, der später zu einem der wichtigsten A&R-Manager der Rockgeschichte werden sollte, hatte der Band geraten, sich mit dem Songwriter Desmond Child zusammenzutun. Dieser damals noch junge Mann sollte zu einem sehr bedeutenden Songwriter in der Rockgeschichte werden. (Später arbeitete er mit Künstlern wie Aerosmith, Kiss, Jennifer Rush, INXS, Katy Perry und auch mit der deutschen Band Tokio Hotel zusammen.)Für "Slippery When Wet" bekommen Bon Jovi Unterstützung
Jon Bon Jovi, Gitarrist Richie Sambora und Songwriter Desmond Child setzten sich im Keller der Familie Sambora in der Heimatstadt von Bon Jovi, New Jersey, zusammen und schrieben während ihrer Sessions mehr als dreißig Songs für "Slippery When Wet". Dabei entstanden auch Songs wie "Livin‘ On A Prayer" und "You Give Love A Bad Name"."Slippery When Wet" ist meiner Meinung nach wirklich das ultimative Hair-Metal-Album der 80er!
Besonders bemerkenswert ist die Arbeit von Gitarrist Richie Sambora, der sich mit dem Album sehr stark weiterentwickelt und seinen Stil gefestigt hat.Quelle: Musikredakteur Dave Jörg über "Slippery When Wet" von Bon Jovi
Sie haben ihren Sweet Spot gefunden zwischen Hair-Metal und Stadionrock!
Quelle: Musikredakteur Patrick Schütz über "Slippery When Wet" und Bon Jovi
Richie Sambora findet auf "Slippery When Wet" seinen Stil für Bon Jovi
Während die 80er-Jahre viele große Gitarrenhelden wie Eddie Van Halen, Yngwie Malmsteen oder Gary Moore hervorgebracht haben, die vor allem sich selbst und ihre technische Virtuosität in den Vordergrund stellten, hatte Sambora einen anderen Ansatz. Seine Gitarrenparts sollten vor allem den Song unterstützen und "eine Art Geschichte" erzählen. Deshalb sind seine Soli, wie zum Beispiel beim Song "You Give Love A Bad Name", dramaturgisch aufgebaut und folgen fast schon dem Prinzip eines Hollywoodfilms – Exposition und Einstieg, Konflikt und Höhepunkt sowie Auflösung.Auf "Slippery When Wet" beginnt Sambora, seine Gitarre "singen" zu lassen
Außerdem spielt Sambora, seine Gitarre nicht einfach nur, sondern lässt sie auf viele verschiedene Arten "singen". Dies gelingt ihm durch den Einsatz unterschiedlicher Spieltechniken wie Pinch Harmonics, Bendings, Oktavierungen und Vibrato – letzteres kennen wir zum Beispiel auch aus den Arien in der Oper – sowie durch den Einsatz eines Gitarreneffekts, der Talkbox. Hierbei läuft das Gitarrensignal in die Talkbox ein und wird über einen Schlauch im Mund des Gitarristen geleitet, der den Sound durch die Artikulation von Vokalen moduliert. Dieser Effekt wurde mit "Slippery When Wet" zum Erkennungsmerkmal von Bon Jovi. Richie Sambora hat ihn immer wieder eingesetzt, zum Beispiel bei den Songs "Livin‘ On A Prayer" oder dem späteren Hit der Band "It’s My Life"."Slippery When Wet" definiert die Karriere von Bon Jovi
Mit "Slippery When Wet" haben Bon Jovi ihren Platz in der Musiklandschaft gefunden. Sie konnten sich von härteren Bands abgrenzen und haben sich mehr in Richtung Stadionrock entwickelt.Bon Jovi haben mit diesem Album nicht nur ihre eigene Karriere gerettet, sondern sie sind auf der Platte da angekommen, wo sie hinwollten.
Außerdem haben sie ihren eigenen, unverwechselbaren Sound geschaffen, für den Millionen Fans auf der Welt sie lieben. Ihre Musik wurde noch klarer und ausgereifter als auf ihren Vorgängeralben. Über diese Songs vom Album "Slippery When Wet" sprechen wir im Podcast (11:33) – "You Give Love A Bad Name”(27:53 ) – "Livin’ On A Prayer”(40:03) – "Social Disease”(44:54 ) – "Wanted Dead Or Alive”(52:30) – "Never Say Goodbye” Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (14:02) – "If You Were A Woman And I Was A Man” von Bonnie Tyler (32:38) – "Goldfinger” von John Barry(43:34) – "Dancing In The Dark” von Bruce Springsteen Shownotes Interview mit Cover-Photograph Mark WeissRick Beato zu "Livin' On A Prayer"Peter Frampton erklärt die Talk BoxSo funktioniert die TalkboxMusikvideo zu "Livin On A Prayer"Musikvideo zu "You Give Love A Bad Name"Bon Jovis Auftritt bei den VMA's 1989ARD-Podcast-Tipp: Berlin Sounds Inside (Staffel 3)Quelle: Patrick Schütz über "Slippery When Wet" von Bon Jovi
Mon, 10 Aug 2026 - 59min - 650 - Loreley Open Air – Neue Stars: Die Zukunft der Loreley | Special (5/5)
Die Folge erzählt von den Umbrüchen der 1990er- und 2000er-Jahre: vom Kelly-Family-Hype, der Veranstalter und Behörden vor ungeahnte Herausforderungen stellte, von außergewöhnlichen Begegnungen mit Künstlern wie Nina Hagen und Ted Nugent sowie von einer neuen Generation von Konzertbesuchern. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Rolle die Loreley künftig spielen kann. Marillion-Gitarrist Steve Rothery und Status Quo-Gründer Francis Rossi sprechen darüber, warum nicht Größe allein über den Erfolg eines Konzertortes entscheidet – und weshalb die besondere Atmosphäre der Loreley auch in Zukunft Menschen anziehen wird. Ein Blick zurück auf bewegte Jahrzehnte und nach vorn auf die Zukunft einer der berühmtesten Freilichtbühnen Europas.
Kapitel
(03:09) – Fotografensicht auf die Loreley(05:13) – Unordnung, Reggaevibes und Motorradgangs(15:18) – Die Festival-Hochzeit in den 80ern(20:55) – Neustart auf der Loreley?(25:34) – Keine Stars mehr auf dem Rockfelsen?(30:55) – Überlebensperspektive für die Loreley(38:20) – Die Lösung heißt: VielfaltShownotes
ARD Podcast-Tipp: InterpretationssacheMon, 3 Aug 2026 - 44min - 649 - Loreley Open Air – Flirt mit den Red Hot Chili Peppers | Special (4/5)
Millionen Zuschauer verfolgten die Live-Konzerte vor den Fernsehbildschirmen, während auf der Bühne internationale Stars auftreten und Musikgeschichte schreiben. Diese Folge blickt zurück auf die großen "Rockpalast"-Jahre: auf frühe Auftritte von U2, auf die Steve Miller Band, auf George Clintons Funkadelic und viele weitere Künstler, die die Loreley zu einer internationalen Bühne machten. Besonders in Erinnerung geblieben ist jedoch ein Auftritt der damals noch weitgehend unbekannten Red Hot Chili Peppers. Nur mit einer Socke bekleidet sorgen sie live im Fernsehen für einen der größten Skandale der Geschichte des "Rockpalast". Außerdem erinnern sich Beteiligte an die Begegnung zwischen Sänger Anthony Kiedis und Moderatorin Evi Seibert, die hinter den Kulissen für Gesprächsstoff sorgte. Eine Folge über Live-Fernsehen, Rockgeschichte und Momente, die bis heute Kultstatus genießen.
Kapitel
(02:18) – Ein kleines Zwischenresümee(05:25) – Das erste Rockpalast-Open-Air(14:10) – Steve Miller und der Löwenkäfig(19:14) – Die Architektur der Loreley(21:19) – Der Blick hinter die Kulissen mit Evi Seibert(31:52) – Loreley-Proteste 1978(37:30) – Thomas D erinnert sich an die LoreleyShownotes
ARD Podcast-Tipp: Too Many TabsMon, 27 Jul 2026 - 49min - 648 - Loreley Open Air – Deutschrock und Heimatgefühle | Special (3/5)
In dieser Folge steht die deutschsprachige Musik im Mittelpunkt. Künstler wie BAP, Peter Maffay, Udo Lindenberg und Die Fantastischen Vier prägen eine neue Generation von Konzerten auf der Loreley. Für BAP wird ein Auftritt im Sommer 1982 zum Wendepunkt ihrer Karriere – obwohl die Band das Angebot zunächst fast ausgeschlagen hätte. Peter Maffay erinnert sich an besondere Momente in seinem "Wohnzimmer" Loreley, an außergewöhnliche Begegnungen mit Fans und an Abenteuer abseits der Bühne. Außerdem geht es um das politische Engagement der Rockszene: Mit "Rock gegen Atom" wird die Loreley zur Plattform gesellschaftlicher Debatten – inklusive eines Besuchs des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt.
Kapitel
• (02:41) – Der Durchbruch von BAP auf der Loreley
• (09:50) – Die legendäre Jam-Session mit Rory Gallagher
• (16:55) – Peter Maffays zweites Zuhause
• (23:04) – Hinter den Kulissen der Loreley
• (33:12) – "Rock gegen Atom" 1986
• (35:10) – Udo Lindenberg gibt dem Deutschrock Haltung
• (37:40) – Deutsche Festivals im WandelShownotes
ARD Podcast-Tipp: "Wem gehört Wacken? Metal, Mythos, Millionen"Mon, 20 Jul 2026 - 47min - 647 - Loreley Open Air – Der Fels rockt – Dire Straits | Special (2/5)
Die Bühne wird größer, die Produktionen spektakulärer und die Liste der auftretenden Bands immer prominenter. Gemeinsam mit Dire Straits-Bassist John Illsley und Wishbone Ash-Gitarrist Andy Powell reisen wir in ein Jahrzehnt voller musikalischer Veränderungen. Härtere Gitarrenklänge, gigantische Open Air-Shows und eine Atmosphäre, die bis heute unvergessen ist. Barclay James Harvest-Sänger John Lees erinnert sich an die Magie eines Publikums, das seine Begeisterung noch mit Feuerzeugen statt Smartphone-Lichtern ausdrückte. Die Folge erzählt, wie aus einem Festival eine Institution wurde – und warum manche Konzerte nicht nur musikalisch, sondern auch hinter den Kulissen für spektakuläre Geschichten sorgten.
Kapitel
• (01:05) – Auf in die 80er!
• (05:11) – Heavy Metal auf der Loreley
• (07:45) – Dire Straits werden auf den Rockfelsen eingeladen
• (20:46) – Staus und Verkehrschaos beim Festival
• (24:53) – Booking für die Loreley
• (26:22) – Bootlegs und Konzertmitschnitte
• (28:21) – John Lees erinnert sich an die Loreley
• (32:20) – Ausblick auf Folge 3Shownotes
ARD-Podcast-Tipp: "Der verbotene Vater" im Podcast "Alles Geschichte – Der History-Podcast"Fri, 10 Jul 2026 - 37min - 646 - Trailer: Open Air – Rock unter freiem Himmel – 50 Jahre Loreley
Im Podcast "Open Air – 50 Jahre Loreley" geht es auf eine Zeitreise durch unglaubliche, coole fünf Jahrzehnte voller legendärer Momente. Hört die Geschichten von Stars wie Genesis-Gitarrist Steve Hackett, Dire Straits-Bassist John Illsley, Wolfgang Niedecken und Al Di Meola. Erlebt, wie The Police oder U2 ihre Karrieren auf der Open-Air-Bühne gestartet haben. Von den Anfängen bis heute – erlebt das Lebensgefühl, die Musik und die unvergesslichen Highlights von fünf Jahrzehnten Loreley. Lasst euch dieses "Meilensteine"-Special nicht entgehen – hört jetzt rein in "Open Air – 50 Jahre Loreley"! Ab dem 6. Juli erscheint wöchentlich eine von fünf neuen Folgen.
Fri, 3 Jul 2026 - 02min - 645 - Loreley Open Air – Die Geburt eines Mythos: Genesis | Special (1/5)
Doch wie begann die Erfolgsgeschichte der Loreley als Rockbühne überhaupt? Die erste Folge führt zurück zu den Anfängen des Amphitheaters, das nur wenige Jahre zuvor eher zufällig als Konzertort wiederentdeckt wurde. Zeitzeugen und Musiker erinnern sich an eine Aufbruchsstimmung, die viele später als das "Woodstock Deutschlands" bezeichnen sollten. Genesis-Gitarrist Steve Hackett und weitere Wegbegleiter erzählen von den ersten großen Konzerten, von improvisierten Strukturen, einer einzigartigen Atmosphäre – und davon, warum das legendäre Genesis-Konzert beinahe in Flammen aufgegangen wäre.
Kapitel
(02:33) – Zeitmaschine an!(05:18) – Die ersten Konzerte auf der Loreley(15:05) – Phil Collins wird zum Genesis-Frontmann(24:03) – Drogen, Polizei und Rock 'n' Roll(32:43) – Freundschaft mit Genesis-Gitarrist Steve Hackett(35:31) – Genesis und der Progressive RockMon, 6 Jul 2026 - 43min - 643 - Foreigner – "4"
Der Titel "4" passte gleich doppelt. Es war nicht nur das vierte Studioalbum der Band, sondern auch das erste, an dem nur noch vier Musiker beteiligt waren. Die ursprüngliche sechsköpfige Besetzung hatte sich nach internen Konflikten verkleinert. Auf "4" sind nur noch Sänger Lou Gramm, Gitarrist und Mastermind Mick Jones, Bassist Rick Wills und Schlagzeuger Dennis Elliott zu hören.
Wie Foreigner mit "4" ihren Sound veränderten
Aufgenommen wurde das Album in den Electric Lady Studios in New York, die Jimi Hendrix 1970 gegründet hatte. Für den damals ungewöhnlichen Sound waren neben der Band vor allem Produzent Robert "Mutt" Lange und Toningenieur und Keyboarder Thomas Dolby verantwortlich. Lange trieb Foreigner während der aufwendigen Aufnahmen zu Höchstleistungen und anschließend ergänzte Dolby seine markanten Synthesizer-Klänge. Die waren Anfang der 80er Jahre nicht nur für Rock noch eine echte Neuheit. Insgesamt dauerte die Produktion stolze elf Monate. Aber all die harte Arbeit zahlte sich aus. Mit "Urgent", "Waiting For A Girl Like You" oder "Juke Box Hero" sind auf "4" gleich mehrere Hits, die bis heute zu den Rock-Klassikern gehören."Urgent": Saxofon, Synthesizer und Rock
"Urgent" zählt zu den bekanntesten Songs der Foreigner. Prägend sind seine enorme Energie und das ikonische Saxofon-Solo, das der US-amerikanische Tenorsaxofonist Jr. Walker einspielte. Mick Jones und "Mutt" Lange hatten Walker in einem New Yorker Club entdeckt. Gerade "Urgent" zeigt den musikalischen Wandel der Foreigner besonders gut. Thomas Dolby prägte den Song mit seinen markanten Synthesizer-Klängen, die ihm diesen unverwechselbaren Charakter verleihen.Die Geschichte hinter "Waiting For A Girl Like You"
Auch in der Power-Ballade "Waiting For A Girl Like You" zeigt Dolby sein Können. Schon das Intro mit seinen sphärischen Synthesizer-Klängen war für Foreigner und den Hard Rock der damaligen Zeit eher ungewöhnlich. Lou Gramms markante Stimme verleiht dem Song die emotionale Tiefe, die den Text trägt. Der Sänger ist dafür bekannt, den Lyrics mit seinem ausdrucksstarken Gesang besondere Intensität zu verleihen. Inhaltlich erzählt "Waiting For A Girl Like You" von Sehnsucht und Liebe – auch von körperlicher Liebe. Gleichzeitig steckt darin eine sehr persönliche Geschichte von Mick Jones. Als er den Song schrieb, erwarteten er und seine Frau ihr erstes Kind und gingen zunächst davon aus, eine Tochter zu bekommen. Auch wenn sich das später nicht bestätigte, erzählte Jones der Meilensteine-Redakteurin Katharina Heinius einmal in einem Interview, dass ihn der Song bis heute tief berührt.Ich bin ein riesen Fan von Lou Gramm. Für mich ist er vielleicht der beste Rock-Sänger aus der Zeit.
Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über Foreigner-Sänger Lou Gramm
"Juke Box Hero" und der Traum vom Rockstar-Leben
"Juke Box Hero" schlägt im Vergleich zu "Waiting For A Girl Like You" wieder deutlich rockigere Töne an. Der Song lebt von einem Wechsel von eher ruhigeren und kraftvollen Passagen und erzählt die Geschichte eines Fans, der im Regen vor einer ausverkauften Konzerthalle steht und davon träumt, eines Tages selbst ein Rockstar zu werden. Schließlich kauft er sich eine Gitarre, bringt sich das Spielen bei und erfüllt sich diesen Traum.Foreigner spielen live mit voller Energie
Mit dem perfekt produzierten Studiosound von "4" bewegten sich Foreigner musikalisch stärker in Richtung Mainstream. Live bewies die Band jedoch, dass sie mit der rohen Rock-'n'-Roll-Energie, die Foreigner auf der Bühne entfalteten, eine echte Rockband war. Foreigner stehen übrigens auch heute noch auf der Bühne. In diesem Jahr feiert die Band ihr 50-jähriges Jubiläum. Aus der Originalbesetzung ist allerdings niemand mehr dabei. Auch Mick Jones hat sich inzwischen aufgrund seiner Alzheimererkrankung komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.Man kann dieses Album immer noch auflegen und bekommt einhundert Prozent Rock um die Ohren geblasen.
Quelle: Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius über "4"
Shownotes
Singen wie Lou Gramm? Probier es aus!Interview mit Lou GrammInfos über Foreigner "4" als Deluxe EditionVideo "Juke Box Hero"Über diese Songs vom Album "4" sprechen wir im Podcast
(18:48) – "Night Life"(30:40) – "Urgent"(49:18) – "Waiting For A Girl Like You"(01:07:00) – "Juke Box Hero"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(06:42) – "Feels Like The First Time" von Foreigner(06:55) – "Cold As Ice" von Foreigner(36:39) – "Shotgun" von Jr. Walker (37:01) – "(I'm A) Road Runner" von Jr. Walker (51:59) – "Dream On" von Aerosmith(52:37) – "Always" von Bon JoviMon, 29 Jun 2026 - 1h 24min - 642 - Buena Vista Social Club – "Buena Vista Social Club"
Die Musik, die wir vom Buena Vista Social Club kennen, die uns an Palmen, Drinks in der Abendsonne und Sommerurlaub erinnert und so leicht klingt, hat einen düsteren Ursprung. Sie ist sehr eng mit der Geschichte des Landes Kuba und der Hauptstadt Havanna verknüpft.
Die Geschichte des Nährbodens für den "Buena Vista Social Club"
Der für diesen Aspekt prägende Teil von Kubas Geschichte beginnt als spanische Kolonie mit westafrikanischen Sklaven, die dorthin zum Zuckerrohranbau verschleppt wurden. Mitte des 19. Jahrhunderts begannen kubanische Rebellen, mit Unterstützung durch die US-Amerikaner, sich gegen die Kolonialherrschaft Spaniens aufzulehnen. Das verschärfte die Spannungen zwischen den USA und Spanien und prägte die Insel. Die Spannungen gipfelten im Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898, aus dem Amerika als Sieger hervorging. Formal unabhängig wurde die Republik Kuba im Jahr 1902. Später, während der Prohibitionszeit in den 1920er- und 1930er-Jahren, wurde Kuba zur Vergnügungsinsel reicher Amerikaner. Die wollten während ihrer Urlaube natürlich unterhalten werden – durch Musik. Das Zusammenspiel all dieser Faktoren hat für die unglaublich gute Qualität an Musikern und den lateinamerikanischen Vibe auf Kuba gesorgt.Die Clubkultur Kubas bringt den "Buena Vista Social Club" hervor
In den 40er- und 50er-Jahren haben sich in den Stadtvierteln Havannas viele "Clubs" gegründet, die aber mehr als Vereine zu sehen sind und weniger als Musikclubs, wie wir sie heute aus unserer Gesellschaft kennen, erklärt Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast. In den Clubs haben sich unterschiedliche soziale Gruppen zusammengefunden, zum Beispiel aus verschiedenen Berufsgruppen. Musik war dabei oft ein elementarer Teil des Zusammenseins. Einer dieser Clubs ist eben der Grundstein für dieses Album geworden, der "Club Social" im Stadtviertel "Buena Vista" in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Und eben in diesem Club sind zu der Zeit neue Rhythmen entstanden und geprägt worden, die wir heute – vor allem auch aus der Tanzschule – kennen.Da entstand dann eben auch diese neue Musik. Da ist der Mambo, die Rumba, der Cha-Cha-Cha – all das ist dort entstanden und von da aus in die Welt gegangen und vor allem auch in die Tanzschulen.
Quelle: Musikredakteur Benjamin Brendebach im Meilensteine Podcast
Ry Cooder kommt nach Kuba und gründet quasi das Projekt "Buena Vista Social Club"
Gitarrist und Produzent Ry Cooder war in den 90ern bei einem kleinen amerikanischen Label unter Vertrag und hatte schon einen Grammy gewonnen, was ihm bei seiner Plattenfirma sozusagen Narrenfreiheit bescherte, erklärt Brendebach. Er ging in den 90ern nach Kuba, um mit kubanischen und afrikanischen Musikern ein neues Album aufzunehmen. Weil einige Musiker aber kein Visum bekommen hatten, scheiterte dieser Plan. Daraufhin hat Ry Cooder sich mit kubanischen Musikern zusammengetan und die Supergroup der Altmeister sozusagen zusammengetrommelt für "Buena Vista Social Club".Der größte Hit auf "Buena Vista Social Club" ist "Chan Chan"
Der bekannteste Song auf dem Album "Buena Vista Social Club" ist unbestritten der Song "Chan Chan" – dazu reicht ein Blick auf die Streamingzahlen. Geschrieben hatte den Song der kubanische Musiker Compay Segundo bereits Mitte der 80er-Jahre. In der Zusammenarbeit mit Ry Cooder hat sich der Song nochmal deutlich verändert, aber es ist in den Grundzügen derselbe Song geblieben. Es gibt jedoch eine große Veränderung: Erst mit dem "Buena Vista Social Club" wurde der Song zum Welterfolg für den damals bereits 90-jährigen Musiker. "Chan Chan" ist dabei exemplarisch zu sehen, denn viele Songs auf dem Album waren in ihrer Urform schon Jahre vorher entstanden.Die Aufnahmen zu "Buena Vista Social Club" waren "eine riesen Party"
Heutzutage ist es üblich, dass Musiker, wenn sie ins Studio gehen, um Songs aufzunehmen, nicht gemeinsam im Tonstudio stehen, sondern jede Instrumenten- und Gesangsspur einzeln und nacheinander aufzeichnen. So wird unter anderem sichergestellt, dass jede Spur perfekt eingespielt worden ist – perfekt im Rhythmus und ohne störende Nebengeräusche. Beim "Buena Vista Social Club" war das ganz anders, erzählt Benjamin Brendebach. Die Musiker haben sich gemeinsam ins Studio gesetzt und zusammen "gejammed", also teilweise auch improvisiert.Das war im Endeffekt eine riesen Party mit Musikern, die da zusammengekommen sind.
Quelle: Benjamin Brendebach über den Aufnahmeprozess von "Buena Vista Social Club"
Das musikalische Kollektiv macht "Buena Vista Social Club" aus
Das Besondere daran ist auch, dass es eben keine fest bestehende Gruppe war und alles sehr organisiert war, sondern dass es eine Art musikalisches Kollektiv aus dieser Stadt bzw. dem Viertel gewesen ist. Wenn für einen Song noch ein Pianist gebraucht wurde, hat man sich überlegt, wer könnte denn zum Beispiel das Klavier spielen? Dann ist man zu der Wohnung in der Nachbarschaft gegangen und hat diesen Bekannten einfach dazugeholt, so umschreibt es Brendebach und fügt hinzu: "Das macht es eben auch aus".Für mich persönlich ist das [...] mein Sommersoundtrack. Ich muss nur "Chan Chan" hören und schon sitzt man irgendwo an der Strandbar, nippt am Cocktail und freut sich des Lebens.
Quelle: Musikredakteur Benjamin Brendebach über seine persönliche Verbindung zum Album
Der Film von Wim Wenders befeuert den Hype um "Buena Vista Social Club"
1999 hat der deutsche Filmemacher Wim Wenders einen Dokumentarfilm über den "Buena Vista Social Club" herausgebracht und damit den Hype um das Album und die kubanische Musik neu entfacht.Das Vermächtnis von "Buena Vista Social Club"
Für Musikredakteur Benjamin Brendebach signalisiert dieses Album vor allem, dass man als Hörer und Musikfan offen bleiben sollte, was das Musikalische angeht. Und für Musikredakteurin Katharina Heinius zeigt dieses Album, dass wir musikalisch und kulturell verbunden sind.Diese Musik ist wie ein Schmelztigel! […] Dieses Album zeigt einfach, dass Musik verbindet.
Quelle: Katharina Heinius über die Bedeutung von "Buena Vista Social Club“
Shownotes
Webseite von Filmemacher Wim WendersOffizielle Seite des "Buena Vista Social Club"Das Buch zum Film "Buena Vista Social Club"Buchtipp zu kubanischer MusikARD Podcast-Tipp: "Radioreisen"Über diese Songs vom Album "Buena Vista Social Club" sprechen wir im Podcast
(28:07) – "Chan Chan"(37:43) – "El Cuarto de Tula"(44:21) – "Pueblo Nuevo"(48:49) – "¿Y Tú Qué Has Hecho? "(53:24) – "Veinte años"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(22:50) – "Shape Of You" von Ed Sheeran(54:19) – "Como Un Milagro" von Omara PortuondoMon, 22 Jun 2026 - 59min - 641 - The Smiths – "The Queen Is Dead"
"The Queen Is Dead" von The Smiths ist Morrisseys Abrechnung mit dem britischen Königshaus, erklärt Frank König im Meilensteine Podcast. Und es ist gleichzeitig Wegbereiter für den Britpop, der Mitte der 90er die Charts erobern sollte. Das Album "The Queen Is Dead" ist auch der direkte Nachfolger ihres Meilenstein-Albums "Meat Is Murder" aus dem Jahr 1985, von dem wir unter anderem den Hit "How Soon Is Now?" kennen.
Das Plattencover zum The Smith Album"The Queen Is Dead"
Das Plattencover vom Album "The Queen Is Dead" zeigt uns, dass The-Smiths-Sänger Morrissey ein riesiger Kino- und Buchfan ist. Letzteres hat er wohl von seiner Mutter, erzählt Katharina Heinius im Podcast. Diese hat als Bibliothekarin gearbeitet, und den jungen Morrissey immer mit Literatur versorgt. Seine Leidenschaft spiegelt sich gleich an mehreren Stellen auf dem Album wider – klanglich und optisch. Der Titel des Albums "The Queen Is Dead" ist auch der Titel eines Kapitels in dem Buch "Last Exit To Brooklyn", einem Buch über die Unterschicht im New York der 50er-Jahre, das später auch verfilmt worden ist. Und auf dem Plattencover sehen wir den Schauspieler Alain Delon in einer Szene aus dem Film "Die Hölle von Algier" vom französischen Filmemacher Alain Cavalier.Im Vordergrund von The Smiths‘ Album"The Queen Is Dead"steht Sänger Morrissey
Neben der genialen Gitarrenarbeit von Johnny Marr, steht auch bei diesem Album die polarisierende Figur Morrissey im Vordergrund. Zum einen mit seinem besonderen Stil und seinen außergewöhnlichen Gesangsmelodien, vor allem aber auch wegen seiner Texte und seinem öffentlichen Auftreten, das oft von Provokation geprägt ist. Was davon ernst gemeint ist und was nicht, ist oft nur sehr schwer auseinanderzuhalten.Es zieht sich auch durch dieses Album. Auf der einen Seite dieses "Ihr könnt uns alle mal" und auf der anderen, dieses Trotzdem-geliebt-werden-wollen, scheint so immanent zu sein bei ihm.
Auch abseits der Musik hat Morrissey seine Provokationen nach außen getragen und sich und die Band immer so inszeniert, dass sie zu wenig Unterstützung (zum Beispiel durch die Plattenfirma) bekommen hätten und sie eigentlich viel erfolgreicher sein müssten. Zu der Zeit hat die Management-Aufgaben keine Agentur oder ein offizieller Manager übernommen, sondern Gitarrist Johnny Marr zusätzlich zu seiner musikalischen Arbeit. Zum Mangel an öffentlicher Aufmerksamkeit in den 80ern kann noch angefügt werden, dass die Gruppe sich in den 80ern selbst lange dagegen gewehrt hat, Musikvideos zu drehen, was damals das bestimmende Medium gewesen ist, erklärt Podcast Gast und Morrissey-Experte Klaus Biehler. Das erste Musikvideo gab es dann zu dem Song "The Boy With The Thorn In His Side" vom Album "The Queen Is Dead". Für Meilensteine-Gast und Morrissey-Experten Klaus Biehler wirken Textzeilen wie diese gar nicht so drastisch, erzählt er im Podcast.Quelle: Podcast-Host Frank König über die verschiedenen Signale, die Morrissey aussendet
Ich habe das nie so direkt, sondern immer mehr als Symbol verstanden.
Quelle: Klaus Biehler, Podcast-Gast und Morrissey-Experte über die Texte
The Smiths und ihr Album"The Queen Is Dead"sind ein Bindeglied
Für Musikredakteurin Katharina Heinius ist "The Queen Is Dead" ein zeitloses Album, weil es eine Art Bindeglied ist. Die Band ist beeinflusst von der Musik der Rolling Stones, der Beatles, vom Soul der 60er genauso wie von Bands wie den New York Dolls. Diese Einflüsse nimmt die Band, besonders auf diesem Album, verarbeitet sie und wird damit zum Vorläufer des Britpop.Shownotes
Video von Terra Xplore: "Das Milgram-Experiment: Würdest du gehorchen?"Kritischer Spiegel-Artikel zum "Milgram-Experiment"Website von "Bail", der Band unseres Studiogasts Klaus BiehlerMusikvideo zum Song "The Boy With The Thorn In His Side"Buchtipp: "Mozipedia"Buchtipp: "Im Gespräch mit Morrissey"ARD-Podcast-Tipp: "Y-Kollektiv – der Podcast"Das Programm im SWR PopUp Studio in Kaiserslautern Über diese Songs vom Album"The Queen Is Dead"sprechen wir im Podcast (13:24) – "The Queen Is Dead"(25:35) – "I Know It’s Over"(38:30) – "Bigmouth Strikes Again"(49:41) – "The Boy With The Thorn In His Side"(55:51) – "There Is A Light That Never Goes Out" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (05:05) – "Genius Destroys Everything" von Bail(23:44) – "I Can’t Stand It" von The Velvet Underground(25:03) – "Kick Out The Jams" von MC5(28:09) – "Halleluja" von Jeff Buckley(31:29) – "Unchained Melody" von The Righteous Brothers(37:52) – "The Drugs Don’t Work" von The Verve(44:16) – "Jumpin’ Jack Flash" von The Rolling Stones(44:55) – "Spellbound" von Siouxsie And The Banshees(59:40) – "Lonely Planet Boy" von New York Dolls(01:00:17) – "Will You Love Me Tomorrow" von The Shirelles(01:01:41) – "Hitch Hike" von Marvin GayeMon, 15 Jun 2026 - 1h 11min - 640 - Blink-182 – "Take Off Your Pants And Jacket"
Nach ihrem internationalen Durchbruch mit dem Album "Enema Of The State" hatten sich die Möglichkeiten für Mark Hoppus, Tom DeLonge und Travis Barker vervielfacht, was die (finanzielle) Umsetzung ihres nächsten Albums betraf. Über die musikalische Ausrichtung war die Band sich jedoch nicht immer ganz einig.
"Take Off Your Pants And Jacket" ist das Album nach dem Durchbruch von Blink-182
Sänger und Bassist Mark Hoppus wollte im Grunde genommen nochmal ein zweites "Enema Of The State" schreiben, während Tom DeLonge sich zumindest in Teilen eine musikalische Weiterentwicklung erhoffte. Musikalisch durfte es für DeLonge etwas ernsthafter und düsterer werden. Damit wurden die Spannungen innerhalb der Band größer, aber das Album "Take Off Your Pants and Jacket" auch deutlich vielfältiger. Einige Jahre später führten die Spannungen innerhalb der Band auch zum zwischenzeitlichen Ausstieg von Tom DeLonge und sogar zum kurzzeitigen (inoffiziellen) Ende von Blink-182.Auf Blink-182's "Take Off Your Pants…" finden wir Pipi-Kacka-Humor und Jugendprobleme
Inhaltlich beschäftigen sich Blink-182 auf "Take Off Your Pants and Jacket" wie auch schon auf dem Vorgängeralbum hauptsächlich mit pubertärem Humor. Es finden sich aber auch Themen des Erwachsenwerdens auf der Platte. Als Beispiele seien hier Themen wie jugendliche Unsicherheit, Einsamkeit oder eben auch traumatische Erlebnisse genannt, wie die Scheidung der Eltern – zu hören auf einem sehr persönlichen Song von Sänger und Gitarrist Tom DeLonge.Blink-182 definieren den Pop-Punk auch auf "Take Off Your Pants and Jacket"
Blink-182 gelten heute oft als die Band, die wie keine zweite das Genre des Pop-Punk definiert hat. Dabei haben sie mit ihren persönlichen Einflüssen aus legendären Punkbands wie NOFX, The Descendents, Bad Religion sowie Bands wie The Cure ihren Sound geschaffen. Dafür haben sie eben die Energie und das Tempo des Punks mit der Melancholie und Eingängigkeit von Popmusik vereint.Es geht beim Pop-Punk schon auch darum zu rebellieren, aber nicht im politischen Sinne!
Quelle: SWR1 Musikredakteur Patrick Schütz über die Definition von Pop-Punk
Der Blink-182-Baukasten für Erfolg auf "Take Off Your Pants And Jacket"
In einer Art Baukasten haben Blink-182 die für sie typischen Elemente aus einfachen, aber melancholisch-eingängigen Gitarrenmelodien, durchlaufenden Basslines, sogenannten Oktavakkorden und dem unglaublich guten Schlagzeugspiel von Travis Barker verbunden. Mit diesem Rezept können sie ihre Songs nach und nach zusammenbauen. Die einzelnen Teile können aber auch immer wieder alleine funktionieren. Neben der instrumentalen Komposition ist auch der Gesang besonders bei Blink-182. Die Stimmen der beiden Sänger Mark Hoppus und Tom DeLonge ergänzen sich sehr gut. Hoppus eher im tiefen, monotonen Bereich, klingt durch die stimmlichen Dopplungen von DeLonges eher höherer nasaler Stimme deutlich vielfältiger. Auch die bewusst eingebauten "Nanana's" und Passagen dieser Art machen die Songs bunter, sorgen für eine Leichtigkeit und laden zum Mitsingen ein – auch für Fans, die alles andere als textsicher sind.Travis Barker macht den Unterschied für Blink-182
Das Rückgrat der Musik – und wenn man so will auch des Erfolgs – von Blink-182 ist das Schlagzeugspiel von Travis Barker. Der begleitet die Band mit seinem Drumming nicht einfach, sondern er spielt so ausgefeilt und kreativ, dass die Drums nicht nur der Pulsschlag der schnellen Songs sind, sondern auch gleichzeitig Leadinstrument. Im Soundgewand von Blink-182 ist das Drumkit daher auch oft weiter vorne zu hören und hat einen ausgefeilteren Sound als bei anderen Bands. Denn, Barker kann man einen großen Teil des Erfolgs des Trios zuschreiben – erst seitdem er Teil der Band ist, sind sie international erfolgreich."Take Off Your Pants…" und Blink-182 fangen ein Zeitgefühl ein!
Das Timing bei "Take Off Your Pants And Jacket" war perfekt für Blink-182. MTV war groß, Skateboards und Highschool-Komödien hatten ihre Hochzeit, und für all das konnten Blink mit ihrer Musik sozusagen den Soundtrack liefern. Damit konnten sie genau diese Generation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen so stark prägen, denn sie haben mit ihrer Musik ein Lebensgefühl eingefangen.Was ich persönlich mit diesem Album verbinde, ist ein Lebensgefühl. Du hattest einen schlechten Tag, du kommst Heim, machst diese Platte an und du kriegst gute Laune – einfach guter Pop-Punk!
Quelle: SWR1 Musikredakteur Johannes Heuft über das Album "Take Off Your Pants And Jacket"
Shownotes
Infos zum Albumcover und Booklet von "Take Off..."ARD Podcast-Tipp: "Interpretationssache"Das Musikvideo zu "Stay Together For The Kids"Das Musikvideo zu "First Date"Das Musikvideo zu "The Rock Show"The Punkrock MBA – "The Strange History of Blink-182"Wichtige Fakten für alle Blink-182-Fans"The Genius Of Travis Barker" – Was macht Travis Barker so genialDer Programmplan für das SWR PopUp-Studio in KaiserslauternÜber diese Songs vom Album "Take Off Your Pants And Jacket" sprechen wir im Podcast
(11:25) – "Anthem Part Two"(40:03) – "First Date"(42:41) – "The Rock Show"(48:11) – "Stay Together For The Kids"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(06:01) – "Dammit" von Blink-182(06:29) – "All The Small Things" von Blink-182(19:24) – "I'm The One" von The Descendents(19:48) – "American Jesus" von Bad Religion(21:07) – "Linoleum" von NOFX(21:45) – "Just Like Heaven" von The Cure(22:47) – "The Adventure" von Angels & AirwavesMon, 8 Jun 2026 - 59min - 639 - Die Toten Hosen – "Opium fürs Volk"
Als die Toten Hosen im Frühjahr 2026 ihre Tour "Trink aus! Wir müssen gehen" ankündigen, ahnen viele Fans schon, dass es sich um einen Abschied handelt. Das gleichnamige Album soll auch das letzte Studioalbum der Band sein. Für die Meilensteine-Redaktion stand fest: Es wird Zeit, die Jungs rund um Leadsänger Campino zu ehren. Nur mit welchem Album? In unserem Online-Voting habt ihr euch für "Opium fürs Volk" entschieden. Es ist im selben Jahr wie "Le Frisur" von Die Ärzte erschienen – und ebenfalls ein Konzeptalbum. Allerdings war das Album der Hosen zuerst da und es geht nicht um Frisuren und Bärte, sondern um Religion und Philosophie.
Die Freundschaft zwischen den Donots und den Toten Hosen
Einer, der Die Toten Hosen nicht nur kennt, sondern auch gut mit ihnen befreundet ist, ist Ingo Knollmann von den Donots. Als Podcastgast in dieser Folge erzählt er, dass die Hosen sein allererstes Konzert waren und ihn dazu inspiriert haben, eine eigene Band zu gründen. Vier Jahre später gab es die Donots und irgendwann nahm die Freundschaft zwischen den Bands ihren Lauf.So entstand "Opium fürs Volk"
1996 waren Die Toten Hosen auf dem bis dato Höhepunkt ihrer Karriere. Mit dem Album "Kauf mich!" von 1993 erreichten sie Platz eins der deutschen Albumcharts und mussten sich mit der Frage herumschlagen, ob ihre Musik überhaupt noch Punk sei. Sie hatten aber auch ihr eigenes Label gegründet und damit neue Freiheiten gewonnen. Mit "Opium fürs Volk" schlug die Band eine klare Richtung ein: mehr hin zum Stadionrock – und man könnte auch vorsichtig sagen, dass sie dem Mainstream ein Stück näher gekommen sind. Das Konzept fürs Album entwickelte Sänger Campino, nachdem er auf Einladung des Abts Stephan Schröder eine Woche im Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede verbracht hatte. Campino nimmt dort am klösterlichen Leben teil und beschäftigt und sich mit den großen Fragen des Lebens – kein Wunder also, dass der Albumtitel von einem Zitat des Philosophen Karl Marx inspiriert ist.Von Karl Marx zu den Toten Hosen
Marx schreibt in seiner Schrift "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie": "Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks." Beim Album wird aus der Religion die Band selbst – sie sind das Opium fürs Volk. Klar wird der religiöse Bezug direkt auf dem Opener, "Vaterunser", der das wichtigste Gebet der Christen aufgreift und auch wie ein Gebet klingt. Für viele Punk-Fans war das sicherlich ein gewöhnungsbedürftiger Einstieg. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und tiefer ins Album einsteigt, erkennt, dass zwischen der Religions- und Gesellschaftskritik jede Menge Selbstironie steckt.Das [Album] ist genauso diffus wie das Leben selbst, dann da kommt alles vor. Es geht um Missbrauch einerseits, es geht aber auch um Jugendträume, um Jägermeister und es geht um den Sinn des Lebens.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach über das Konzept von "Opium fürs Volk"
Ehrliche Kritik und nicht nur Provokation
"Provozieren und dadurch ins Gespräch kommen, das haben die Hosen schon immer ganz gut gekonnt", sagt SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach. Und das ist ihnen mit "Opium fürs Volk" erneut gelungen. Während in "Und so weiter" deutsche Spießer und ihre Faulheit aufs Korn genommen werden, erlebt das Gangsterpaar in "Bonnie & Clyde" ein Abenteuer nach dem anderen – zumindest stellen sie es sich so vor. Man kann den Song als Hymne für Punks und Gangster interpretieren oder eben daraus schließen, dass alles nur eine Fantasie ist. Genau das zeichnet laut Ingo Knollmann die Toten Hosen aus: "Die Hosen sind in ihrer Art auch Punk, aber eben nicht dieses Brutale, dieses Aggressive. [...] Und das macht es dann auch aus, warum sie wirklich für viele so hörbar sind und auch Campino als Mensch so interessant und sympathisch ist."Das macht "Opium fürs Volk" so erfolgreich
Neben den verschiedenen Themen und Lebensfragen, die auf dem Album behandelt werden, ist auch die Musik, die zu hören ist, "bemerkenswert vielseitig", findet Host Frank König. Gregorianische Gesänge teilen sich auf dem Album einen Platz mit Dudelsack, Flöten, Streicher, Synthesizer, Punk, Folk, Rock und Reggae. Und diese Mischung, die von einem religiösen roten Faden, durchzogen ist, geht auf. "Opium fürs Volk" gehört zu den meistverkauften Alben in Deutschland, erreichte Platz eins der deutschen Charts und wurde noch im Jahr der Veröffentlichung mit einer Goldenen und einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet."Opium fürs Volk" ist ein Album, wo sich die Band wirklich probiert hat, neu zu ordnen, neu zu finden, sich musikalisch auszuprobieren und gleichwohl auch in ein paar Songs zwischendurch selbstreferenziell Fanservice für die alten Oldschool-Fans gemacht hat. Das kriegt dieses Album besser hin, als jedes andere Hosen-Album.
Quelle: Donots-Sänger und Tote Hosen-Freund Ingo Knollmann über "Opium fürs Volk"
Shownotes
Das Programm im PopUp Studio KaiserslauternDoku in der ARD Mediathek: "Die toten Hosen - das letzte Album"Die Donots bei Rock am Ring 2022 mit "Hier kommt Alex" auf YoutubeInterview mit Campino zum 60. Geburtstag bei SRF 3ARD Podcast-Tipp: "1LIVE Ikonen - Die Toten Hosen"Über diese Songs vom Album "Opium fürs Volk" sprechen wir im Podcast
(15:49) – "Vaterunser"(23:44) – "Und so weiter"(26:51) – "Bonnie & Clyde"(36:18) – "Paradies"(43:04) – "Viva la revolution"(47:35) – "10 kleine Jägermeister"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(27:47) – "21 Guns" von Green Day(28:31) – "Don't Call Me White" von NOFX(29:28) – "Raum der Zeit" von WIZO(39:34) – "Denn sie wissen nicht, was sie tun" von ZK(40:11) – "Opel-Gang "von ZKMon, 1 Jun 2026 - 54min - 638 - Die Ärzte – "Le Frisur"
Das Album "Le Frisur" von den Ärzten ist mal wieder ein Beweis dafür, dass die Band sich selbst nicht zu ernst nimmt – als ob der noch nötig gewesen wäre – und der Spaß bei der Band häufig im Vordergrund steht.
Podcastgast George Lindt kennt Die Ärzte
Dass Die Ärzte offen sind für allerhand verrückte Ideen, kann Podcastgast George Lindt selbst belegen. Er hat mehrfach mit den Ärzten gesprochen und mit ihnen in der Vergangenheit ihre eigenen Songs neu aufgenommen – auf Japanisch und Chinesisch. Auch deshalb war er die perfekte Wahl als Gast für diese Podcastfolge zu "Le Frisur". George Lindt spricht in dieser Meilensteine-Folge nicht nur über das Album, sondern erzählt auch jede Menge Anekdoten aus der Geschichte der Band.Die tiefere Bedeutung vom Ärzte-Album "Le Frisur"
Ein Konzeptalbum nur über Haare, Bärte und Co., so etwas Verrücktes fällt wirklich nur den Ärzten ein. Aber wer die Ärzte kennt, weiß, dass es – auch wenn es offenkundig und beim ersten Blick sehr albern und lustig gemeint ist – bei den Ärzten eigentlich immer eine tiefere Bedeutung gibt, auch beim Album "Le Frisur".Es sind die Ärzte und das Ding hat immer einen doppelten und dreifachen Boden!
Ein gutes Beispiel dafür ist der Song und das dazugehörige Musikvideo zu "Mein Baby war beim Frisör", in dem die Ärzte "Femizide" thematisieren. Die Musik und das Video sind dabei typisch lustig dargestellt, die Botschaft des Songs hingegen ist eher erschütternd. Neben dem inhaltlichen doppelten Boden spielen Die Ärzte auf dem Album ganz viel mit der Erwartungshaltung des Hörers. Johannes Heuft erklärt: Wenn wir uns an einen Song gewöhnt und reingehört haben, dann passiert oft eben etwas komplett anderes, und das macht das Album auch spannend.Quelle: Johannes Heuft, SWR1 Musikredakteur über die tiefere Bedeutung auf "Le Frisur"
Auf "Le Frisur" von den Ärzten hören wir (fast) alles!
Auf "Le Frisur" gibt es auch ganz viele Dinge, bei denen wir Verbeugungen vor großen Vorbildern erkennen und auch Inspirationen unterschiedlicher Natur. Auch ganz viele unterschiedliche Genres haben Die Ärzte auf das Album gepackt. Von (natürlich) Punk, über Pop, Metal, Reggae bis zu den Comedian Harmonists und Frank Sinatra ist fast alles dabei.Die Kernessenz von Die Ärzte ist es, immer anders zu sein und immer etwas zu machen, was keiner erwartet!
Und so bizarr und chaotisch der bunte – teilweise vielleicht sogar fragwürdige – Mix der Ärzte ist, den sie auf diesem Album über Haare zusammenkomponiert und produziert haben, so einleuchtend ist die Platte und alles darauf für Meilensteine-Gast George Lindt.Quelle: George Lindt, Musikjournalist, über Die Ärzte im Podcast
Es scheint sehr grotesk zu sein, aber beim näheren Hinhören merkt man, dass es gar nicht grotesk ist, sondern völlig logisch.
Quelle: George Lindt, Musikjournalist und Meilensteine-Gast, über "Le Frisur"
Shownotes
Webseite von Studiogast George LindtDas Wiki zu "Rock in Berlin"Albumreview bei "The Circle"Albumreview zum 25-jährigen Jubiläum von "Le Frisur"Plattenkrach bei minutenmusik.deARD Podcast-Tipp: "Diese eine Liebe"Über diese Songs vom Album "Le Frisur" sprechen wir im Podcast
(15:08) – "Erklärung"(24:14) – "Mein Baby war beim Frisör"(28:14) – "Motherfucker 666"(38:24) – "3-Tage-Bart"(44:17) – "No Future (ohne neue Haarfrisur)"(46:27) – "Der Medusa-Man (Serienmörder Ralf)"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(18:53) – "Ich gehöre nicht dazu" von Farin Urlaub(30:49) – "Master Of Puppets" von Metallica(31:05) – "Killing In The Name" von Rage Against The Machine(32:30) – "Blind" von Korn(33:40) – "Dark Star" von Deine Lakaien(34:10) – "Pretty Fly For A White Guy" von The Offspring(34:38) – "War Pigs" von Black Sabbath(32:26) – "Hammer Smashed Face" von Cannibal Corpse(36:00) – "The Girl From Ipanema" von Frank Sinatra(37:01) – "Veronika, der Lenz ist da" von Comedian Harmonists(47:19) – "Where The Wild Roses Are" von Nick Cave und Kylie MinogueMon, 25 May 2026 - 56min - 637 - Peter Gabriel – "So"
Nach seiner Zeit bei Genesis arbeitete Peter Gabriel 1976 an seiner Solo-Karriere. Bereits 1977 erscheint mit "Peter Gabriel" sein erstes Solo-Album. Auch die drei folgenden Alben tragen denselben Titel, was in den Plattenläden immer wieder für Verwirrung sorgte. Erst mit seinem fünften Album "So" veröffentlichte er erstmals ein Album mit einem anderen Namen.
Peter Gabriels vielseitige Klangwelt auf "So"
Der Titel "So" klingt zunächst eher minimalistisch. Musikalisch verbindet das Album jedoch Artrock, Soul, R’n’B, Pop, Progressive Rock und Weltmusik zu einem vielseitigen Sound. Peter Gabriel setzt dabei auf die damals noch relativ neuen Synthesizer-Klänge und nutzt moderne Studiotechnik. Für die Produktion arbeitet er mit Daniel Lanois, der zusammen mit Toningenieur Kevin Killen das Album entscheidend prägt.Auf dem Album ist es [Peter Gabriel] gelungen anspruchsvollen Artrock oder Artpop mit zugänglicherem Pop zu verschmelzen, allerdings ohne seine künstlersche Seele zu verkaufen.
Außerdem wirkten berühmte Musikerinnen und Musiker wie Kate Bush, Jim Kerr von den Simple Minds oder Michael Been von The Call auf dem Album mit.Quelle: Autor, Historiker und Kunstwissenschaftler Mark Bell über "So"
"Sledgehammer": Peter Gabriels größter Hit
"Sledgehammer" wurde zum größten Hit von Peter Gabriel und war zugleich sein erster Nummer-eins-Hit in den USA. Im Juli 1986 verdrängte der Song "Invisible Touch" Gabriels früherer Band Genesis von der Spitze der US-Charts. Musikalisch orientiert sich "Sledgehammer" an Soulmusik der 1960er Jahre. Besonders der Einfluss von Otis Redding ist deutlich zu hören, dessen Musik Gabriel auch stark geprägt hat. Bei einem Auftritt von Redding entdeckte er 1966 den Trompeter Wayne Jackson, der später die markanten Bläser auf "Sledgehammer" einspielte. Auch das Musikvideo sorgte für Aufmerksamkeit. Es nutzte die damals noch neue Stop-Motion-Technik und war deshalb besonders aufwendig in der Produktion. Doch der Aufwand lohnte sich: Bei den MTV Video Music Awards 1987 wurde das Video neun Mal ausgezeichnet.Dieser Song auf dem Album "So" hat Leben gerettet
"Don’t Give Up" ist das legendäre Duett von Peter Gabriel und Kate Bush. Der Song wurde für viele Menschen zu einer wichtigen Quelle der Hoffnung. Elton John sagte, das Lied habe ihm geholfen, seine Alkoholprobleme zu überwinden. Auch ein bekannter US-Komiker erzählte Gabriel, der Song habe ihm in einer schwierigen Zeit das Leben gerettet.Die Geschichte hinter dem Duett von Peter Gabriel und Kate Bush
Inhaltlich beschäftigt sich "Don’t Give Up" mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise in den USA Ende der 1920er Jahre und mit der hohen Arbeitslosigkeit in England während der Regierungszeit von Margaret Thatcher. Der Song ist dabei fast wie eine Filmszene aufgebaut. Zu Beginn singt Peter Gabriel aus der Perspektive eines arbeitslosen Mannes, der jede Hoffnung verloren hat. Die zurückhaltenden Rhythmen unterstreichen die Verzweiflung und Monotonie seines Alltags. Später setzt Kate Bush ein, begleitet von hellen Synthesizer-Klängen, die dem Song eine hoffnungsvollere Stimmung geben. Gegen Ende sorgt das Bassspiel von Tony Levin für einen entschlossenen und optimistischen Abschluss."So" ist eines der einflussreichsten Alben der 80er
["So"] war eine Blaupause für die Musik, die danach kam. Diverse kleine Pflänzchen sind aus diesem Album herausgewachsen. Es war ein Referenzalbum.
Mit "So" hat Peter Gabriel ein Album veröffentlicht, das die Musik der 80er Jahre weit über seine Entstehungszeit hinaus geprägt hat. Obwohl es mit Erscheinen dieser Meilensteine-Episode seinen 40. Geburtstag feiert, klingt es noch erstaunlich modern und aktuell. Das Album verbindet unterschiedlichste Musikrichtungen und zeigt auch immer wieder Gabriels große Begeisterung für Weltmusik.Quelle: Autor, Historiker und Kunstwissenschaftler Mark Bell über das Vermächtnis von "So"
[Peter Gabriel] schafft es, dass das Album so wahnsinnig nach ihm klingt, wie kein anderes Album davor.
Quelle: Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius über "So"
Shownotes
Deutscher Genesis FanclubAlbum Age – die Bücher von Mark BellDas Musikvideo von "Sledgehammer"Wie Peter Gabriel mit "So" die Welt eroberte.Ein Artikel von ultimateclassicrock.comPeter Gabriel – DNA: Die Entwicklung der Songs von "So" – Ein Interview mit Dickie ChappellARTE Blow Up: Peter Gabriel im FilmARD Podcast-Tipp: Podcastfolge von "Das Wissen" zum Thema MusikgeschmackÜber diese Songs vom Album "So" sprechen wir im Podcast
(04:30) – "Red Rain"(16:47) – "Sledgehammer"(35:56) – "Don't Give Up"(49:58) – "Mercy Street"(58:25) – "We Do What We're Told (Milgram's 37)01:08:00) – "In Your Eyes"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(07:17) – "The Lamb Lies Down On Broadway" von Genesis (08:15) – "Solsbury Hill" von Peter Gabriel(25:05) – "Vogel der Nacht" von Stephan Remmler (25:40) – "Sierra Madre" von Schützenjäger(26:01) – "Sadness Part 1" von Enigma(27:08) – "Chronic Blues" von John Coltrane(55:23) – "Don't Break This Rhythm" von Peter GabrielMon, 18 May 2026 - 1h 20min - 636 - Udo Lindenberg – "Stärker als die Zeit"
Udo Lindenberg ist wirklich eine Ikone und eine Konstante der deutschen Musiklandschaft. Mit "Stärker als die Zeit" hat er 2016 sein 36. und bisher letztes Studioalbum veröffentlicht. Musiker Peter Freudenthaler von der Band Fools Garden gehört zum erweiterten musikalischen Kreis von Udo Lindenbergs Panik-Orchester, und er ist (und war schon immer) großer Fan von ihm.
Udo ist der größte Rockstar, den Deutschland zu bieten hat – nach wie vor!
Quelle: Peter Freudenthaler, Fools-Garden-Sänger (bekannt u.a. durch "Lemon Tree) im Meilensteine-Podcast
Für "Stärker als die Zeit" geht Udo Lindenberg nach London
Einer der bekanntesten Songs des Albums – und der letzte Song der Platte – ist der Titelsong "Stärker als die Zeit". Aufgenommen wurde der Song in einem der legendärsten Tonstudios der Welt: den Londoner Abbey Road Studios. In denen haben auch schon die Beatles einige Zeit verbracht. Als Erklärung, warum ein Udo Lindenberg als deutscher Künstler in die Abbey Road Studios nach London geht, vermutet Musikredakteurin Ilka Siebert, dass man dort "etwas Episches machen kann". Wenn man sich die Schwere und die Breite im Sound von "Stärker als die Zeit" anhört, dann klingt das, als wäre der Plan von Udo Lindenberg für diesen Song aufgegangen.Bei "Stärker als die Zeit", da fließt alles zusammen – das ganze Leben von ihm und alles, was davor war. Und ich finde, das wird hervorragend auf den Punkt gebracht mit diesen Songs.
Das musikalische Vorbild für "Stärker als die Zeit" ist ein Song aus dem Filmklassiker "Der Pate" mit Marlon Brando. Und die Parallele zwischen Udo Lindenberg und dem Paten passt für diesen Song auch Ideal, sagt Peter Freudenthaler. Denn es geht in beiden Fällen um die "Familie" – in Udos Fall eben auch um die "Panik-Familie".Quelle: Peter Freudenthaler, Fools-Garden-Sänger (bekannt u.a. durch "Lemon Tree) im Meilensteine-Podcast
Udo Lindenberg hat auch schwere Zeiten erlebt – und er singt darüber
"Durch die schweren Zeiten" ist ein Song, sagt Moderatorin Katharina Heinius, den Udo Lindenberg im Alter von 25 Jahren nicht hätte schreiben können, weil es diese schweren Zeiten für ihn damals noch nicht so gegeben hat, wie mit Ende 60 oder Anfang 70. Dabei besingt Udo im Song nicht einfach nur sein Leben, sondern der Text ist, ganz typisch Udo, so geschrieben, dass sich nicht nur Rockstars damit identifizieren können.Ich habe Schlagzeilen von ihm gelesen, da ist mir echt schwindelig geworden. Ich meine, dass er durchweg viel getrunken hat, ist kein Geheimnis – und dass es ihn fast das Leben gekostet hätte. Es berührt mich zutiefst, dass dieser Mann da so steht und schreibt dann nochmal ein Album, wo er genau darauf auch guckt.
Quelle: Ilka Siebert, Musikredakteurin über die Musik von Udo Lindenberg
Udo Lindenberg entwickelt sich auch im Alter noch weiter und ist ein Netzwerker
Während viele Künstler im Alter eher bei dem bleiben, was sie kennen, und wenig Neues ausprobieren, ist Udo Lindenberg hier der positive Gegenentwurf. Er entwickelt sich immer noch weiter, macht Dinge zusammen mit jüngeren Künstlern, auch aus anderen musikalischen Sphären, und hält einfach gerne Kontakt – Udo steht nicht still.Ich glaube, Udo ist für alle unumstritten der Pate – und das war er auch schon immer! Er hat schon immer genetzwerkt und das finde ich auch ganz, ganz toll! Er ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass wir mit allen im Dialog bleiben müssen.
Als positiven Beleg dafür kann man zum Beispiel seine Zusammenarbeit mit dem Rapper Apache 207 sehen, mit dem er vor einiger Zeit den Song "Komet" aufgenommen hat.Quelle: Peter Freudenthaler, Musiker über "den Paten" der deutschen Musik Udo Lindenberg
Vince Bahrdt hat mit Udo Lindenberg zusammengearbeitet, auch auf "Stärker als die Zeit"
Pop-Pianist und Songwriter Vince Bahrdt kennen wir als Kopf hinter der Band Orange Blue, die Anfang der 2000er mit "She's Got That Light" einen großen Hit in der deutschen Radiolandschaft hatte. Vince ist aber auch Songwriter und hat mit Udo Lindenberg selbst schon mehrfach zusammengearbeitet – und das immer gerne.Udo nimmt sich nicht zu ernst und nicht zu wichtig. Er ist ein ganz angenehmer, netter Mann – davon hätte ich gerne mehr in der deutschen Musiklandschaft.
Quelle: Vince Bahrdt, Songwriter über die Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg
Shownotes
Trailer zur Dokumentation "If These Walls Could Sing"Musikvideo zu Udo Lindenberg feat. Clueso – "Cello""Panik City" in HamburgWebsite von "Murdersound Entertainment"Meilensteine Folge zu "Blackstar" von David BowieÜber diese Songs vom Album "Stärker als die Zeit" sprechen wir im Podcast
(20:15) – "Stärker als die Zeit"(29:29) – "Durch die schweren Zeiten"(37:56) – "Muss da durch"(49:34) – "Mein Body und ich"(53:16) – "Der einsamste Moment"(01:01:12) – "Eldorado"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(25:56) – "Speak Softly Love" von Freddy Quinn(37:27) – "She's Got That Light" von Orange Blue(40:34) – "Wenn du durchhängst" von Udo Lindenberg(43:05) – "Woddy Woddy Wodka" von Udo Lindenberg(54:00) – "Wozu sind Kriege da?" von Udo Lindenberg und Pascal KravetzMon, 11 May 2026 - 1h 10min - 635 - Red Hot Chili Peppers – "Stadium Arcadium"
"Stadium Arcadium" war noch größer geplant
Eigentlich solle "Stadium Arcadium" sogar noch epischer werden. Geplant war eine Album-Trilogie, deren Einzelteile im Abstand von sechs Monaten erscheinen sollten. Am Ende blieb es bei diesem reichhaltigen Doppelalbum mit 28 Titeln. Trotz vier Grammys und über sieben Millionen verkaufter Exemplare, kam das Werk aber nicht an den Riesenerfolg von "Californication" ran. Das Besondere an "Stadium Arcadium" ist, dass die Chili Peppers quasi ihre komplette Karriere auf dem Album vereint haben, ohne sich zu wiederholen. Ihr kreativer Antrieb ist in jedem Song spürbar und verbindet den vertrauten Klang früherer Werke mit neuen Ideen.Sie blicken zurück auf alles, was sie geschafft haben (...) und feiern das, was sie beeinflusst hat.
Quelle: Meilensteine Redakteur Patrick Schütz über "Stadium Arcadium"
"Dani California" – der ikonische Opener von "Stadium Arcadium"
Der Opener "Dani California" zählt zu den größten Erfolgen der Red Hot Chili Peppers und ist ihr dritter und bis dahin letzter Top-10-Hit. Im Mittelpunkt steht eine Frau namens Dani, die vom lyrischen Ich verehrt wird und deren Geschichte auch schon in früheren Songs wie "Californication" und "By The Way" erzählt wird. Dani lebt in Armut und kennt kaum ein anderes Leben. In "Dani California" erreicht sie nach einer langen und harten Reise Kalifornien, wo sie schließlich zerbricht und stirbt. Ihre Geschichte wirkt wie ein Sinnbild für den gescheiterten amerikanischen Traum.Red Hot Chili Peppers und Drogen: Die Geschichte hinter "Snow (Hey Oh)"
Die Geschichte der Red Hot Chili Peppers ist eng mit Phasen extremer Drogenabhängigkeit verbunden. Unter anderem Sänger Anthony Kiedis und Gitarrist John Frusciante kämpften jahrelang mit Sucht und teilweise um ihr Leben. Der Song "Snow (Hey Oh)" greift diese Erfahrungen und den Versuch auf, sich von der Abhängigkeit zu lösen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Das Bild des Schnees kann dabei auch für ein Überdecken alter Spuren stehen und für die Chance auf einen Neuanfang."Stadium Arcadium": Kreative Teamarbeit als Erfolgsrezept
Das Besondere an den Red Hot Chili Peppers, das hört man auch auf "Stadium Arcadium" deutlich, ist ihr außergewöhnliches Zusammenspiel als Band. Die Songs werden gemeinsam geschrieben und entwickelt, wobei jedes Mitglied seinen Raum zum Glänzen bekommt. Unterstützt wurden sie von Produzent Rick Rubin, der bereits mehrere ihrer Alben betreut hatte. Sein Ansatz ist bewusst zurückhaltend. Die Band arbeitet beim Songwriting organisch, oft ausgehend von einer Idee wie einem Riff, einer Strophe oder einem Refrain. Daraus entwickeln sich nach und nach vollständige Songs. Rubin greift erst am Ende ein und konzentriert sich darauf, Überflüssiges zu streichen.[Rick Rubins] Sound ist wahnsinnig reduziert, er ist auch wahnsinnig intim.
Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über die Arbeit von Produzent Rick Rubin
Die Bandchemie der Red Hot Chili Peppers
"Stadium Arcadium" gilt auch als kreativen Höhepunkt von Gitarrist John Frusciante, der die Band nach dem Album erneut für mehrere Jahre verließ. Schon zuvor hatte er eine längere Auszeit genommen. Auf diesem Album zeigt sich deutlich, wie stark sein Spiel von Gitarristen wie Eddie Van Halen, Tony Iommi von Black Sabbath aber ganz besonders von Jimi Hendrix beeinflusst ist. Geichzeitig überzeugt das Album durch das enge Zusammenspiel von Schlagzeuger Chad Smith und Bassist Flea. Besonders im Song "Tell Me Baby" wird deutlich, wie präzise und eingespielt die Rhythmussektion agiert und dabei fast wie eine Einheit wirkt.Shownotes
Die Entwürfe für das Cover Art DesignAlles über John Frusciante's GitarrensoundThe Genius of Chad SmithBuchtipp: "Rick Rubin - Genie im Studio"Video von Dani CaliforniaARD Podcast-Tipp: "Herz ohne Filter"Über diese Songs vom Album "Stadium Arcadium" sprechen wir im Podcast
(12:39) – "Dani California"(39:32) – "Snow (Hey Oh)"(46:30) – "Stadium Arcadium"(51:22) – "Hump De Bump"(58:50) – "Wet Sand"(01:05:10) – "Tell Me Baby"Über diese Songs vom Album sprechen wir außerdem im Podcast
(14:10) – "Californication" von den Red Hot Chili Peppers(14:48) – "By The Way" von den Red Hot Chili Peppers(24:34) – "Mary Jane's Last Dance" von Tom Petty(27:33) – "Purple Haze" von Jimi Hendrix(28:30) – "People Of The Sun" von Rage Against The Machine(53:33) – "Ghost Dance" von den Red Hot Chili Peppers(57:04) – "Salt Peanuts" von Dizzy Gillespie(01:04:00) – "Golden Brown" von The Stranglers(01:04:29) – "Burning Of The Midnight Lamp" von Jimi Hendrix(01:10:42) – "Suck My Kiss" von den Red Hot Chili PeppersMon, 4 May 2026 - 1h 15min - 634 - Crosby, Stills, Nash & Young – "4 Way Street"
Dass Crosby, Stills, Nash & Young unbedingt ein Livealbum brauchten, war spätestens seit ihrem viel umjubelten Gig beim Woodstock Festival im August 1969 klar. 1971 war es soweit: "4 Way Street" kam raus – das Live-Doppelalbum der Supergroup. Ein Album voller Gegensätze: rau, weich, akustisch, elektrisch und psychedelisch zugleich.
Musik VS. Menschen – Streitigkeiten bei Crosby, Stills, Nash & Young
Auf der Bühne und vor dem Publikum hat das Quartett immer gut funktioniert. Die Stimmen passten super zusammen, haben im Satzgesang toll funktioniert und auch instrumental hat die Gruppe für das Publikum das meiste aus sich herausgeholt. Hinter den Kulissen allerdings hat es immer geknirscht, erzählt der ehemalige Musikredakteur Christian Pfarr im Podcast. Da haben sich Crosby, Stills, Nash und Young überhaupt nicht verstanden. Was an vielen verschiedenen Faktoren und internen Konkurrenzkämpfen gelegen hat. Darüber hinaus war vor allem Neil Young oft einer der Streithähne, der zu dieser Zeit mit Depressionen zu kämpfen hatte.Die Songs auf "4 Way Street" von Crosby, Stills, Nash & Young waren keine Gemeinschaftsarbeit
Auch wenn Crosby, Stills, Nash und Young gemeinsam ins Studio und auf die Bühnen gegangen sind, stammen die Songs jeweils eigentlich nur immer von einem der Songwriter der Gruppe. Jeder durfte für die Shows und die Alben Musik beisteuern, aber geschrieben wurden sie immer nur von einem der Bandmitglieder, was bei der eben erwähnten Stimmung untereinander kaum verwunderlich ist.Im Prinzip ist es eine Mixtur aus Solostücken jedes einzelnen Künstlers.
Auch wenn wir dem Album den Stempel "Meilenstein" geben, darf man dennoch Kritik an dem Album und an der Produktion äußern, und die ist doch durchaus angebracht, findet Musikredakteur Stephan Fahrig:Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur im Podcast zu "4 Way Street"
Wir müssen das Album ein bisschen vom Podest herunterheben, weil ich finde, es ist relativ bescheiden produziert.
Und auch wenn bei der Produktion des Livealbums und in der Qualität der Performance noch "Luft nach oben" gewesen wäre, trifft das Album den Zeitgeist, ergänzt Moderator Frank König. Der ehemalige Musikredakteur Christian Pfarr ergänzt das noch, denn auf eine High-End-Produktion und Performance kommt es seiner Meinung nach gar nicht an, bei einem Album wie diesem und Künstlern wie Crosby, Stills, Nash und Young.Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur im Podcast zu "4 Way Street"
Es lebt nicht von der Perfektion, sondern es lebt von der Lebendigkeit.
Quelle: Christian Pfarr, ehemaliger Musikredakteur über die Qualität von "4 Way Street"
Politische Botschaften auf "4 Way Street" von Crosby, Stills, Nash & Young
Auch wenn die Musik des Quartetts sich oftmals anfühlt wie romantische Lagerfeuermusik, wie zum Beispiel bei "Cowgirl In The Sand", so sind auf dem Album auch viele politische Botschaften enthalten. Es geht um Rassismus in den Südstaaten im Song "Southern Man" oder im Song "Ohio" auch um den Vorfall an der Kent State University, wo bei Studentenprotesten gegen den Vietnamkrieg vier Menschen von der Nationalgarde erschossen worden sind.Über diese Songs vom Album "4 Way Street" sprechen wir im Podcast
(03:13) – "Suite: Judy Blue Eyes"
(10:06) – "Teach Your Children"
(14:50) – "Carry On"
(21:02) – "Cowgirl In The Sand"
(25:34) – "Southern Man"
(34:13) – "Ohio"
(39:09) – "Love The One You're With"Über diese Songs vom Album sprechen wir außerdem im Podcast
(16:29) – "Questions" von Buffalo Springfield
(27:36) – "Sweet Home Alabama" von Lynyrd SkynyrdMon, 27 Apr 2026 - 42min - 633 - Prince – "Purple Rain" (Live beim SWR Podcastfestival 2026)
"Purple Rain" von Prince gilt als sein großes Meisterwerk, auch wenn er mit anderen Alben wie zum Beispiel "Sign O' The Times" ebenfalls sehr erfolgreich gewesen ist. Für den Auftritt beim SWR Podcastfestival in Mannheim am 12. April 2026 hat sich das Team der Meilensteine dieses legendäre Album ausgesucht, weil sich im April der Todestag von Prince zum 10. Mal jährt. Am 21. April 2016 gegen 19 Uhr abends hat sich die Meldung vom plötzlichen Tod des Megastars wie ein Lauffeuer in der deutschen Medienlandschaft verbreitet. Außerdem haben wir für diese Folge wundervolle Gäste zu uns in die Alte Feuerwache nach Mannheim eingeladen, die eine sehr persönliche (und professionelle) Verbindung zu Prince hatten und haben. Und auch das Publikum hat die Auswahl dieses Albums für unsere Liveaufzeichnung dankend aufgenommen und uns mit einem ausverkauften Saal belohnt!
Mit "Purple Rain" verändert sich vieles für Prince
Zum einen kann Prince sein Management und das Label überzeugen, dass "Purple Rain" nicht nur ein Album wird, sondern auch ein Film. An der Idee eines Films hatte der Künstler schon länger gearbeitet, erzählt Stephan Fahrig im Podcast. Neben dem Album war auch der Film "Purple Rain" sehr erfolgreich. Er spielte an den Kinokassen das Zehnfache seiner Kosten ein und wurde zusätzlich mit einem Oscar ausgezeichnet – für den besten Filmsong! Aber noch eine wichtige Sache verändert sich: Ab dem Album "Purple Rain" hat Prince eine feste Band an seiner Seite, statt wie vorher verschiedene, einzelne Musiker. Der Name der Band: The Revolution. Und mit der festen Band ändert sich auch die Arbeitsweise von Prince, denn ab sofort sollte es feste Proben geben – teilweise zehn bis 12 Stunden pro Tag.Für "Purple Rain" greift Prince auf bekannte Techniken der Songwriter zurück
Auch wenn Prince ein musikalisches und kreatives Mastermind gewesen ist und die Proben mit seiner Band The Revolution quasi komplett mitgeschnitten worden sind, damit keine Idee verloren geht und reproduziert werden kann, hat der Künstler dennoch auf ein paar typische Songwriting-Techniken zurückgegriffen, wie zum Beispiel eine klassische Hit-Formel, erklärt Katharina Heinius im Podcast.Die Zwei-Drittel-Ein-Drittel-Hit-Formel! Heißt: Zwei Drittel sind alt und ein Drittel ist neu! Das fällt dem Zuhörer gar nicht auf, der fühlt sich ein bisschen daran erinnert und fühlt sich wohl.
Die Musik von Prince klingt energetisch, oft gefühlvoll und an vielen Stellen nach einem Mix aus Rock und Pop. Wenn wir uns die einzelnen Spuren aber genauer anschauen, dann verbirgt sich dahinter noch viel mehr, zum Beispiel echte Heavy-Metal-Gitarren. Und weil so viele unterschiedliche Bausteine – alleine im Song "Let's Go Crazy" sind – nennt Stephan Fahrig diese Musik:Quelle: Katharina Heinius über die Hit-Formel von "Let's Go Crazy"
Avantgard-LoFi-Heavy-Metal-Synth-Pop-Rock-Classic
Quelle: Stephan Fahrig, beschreibt die musikalischen Einflüsse bei "Let's Go Crazy"
Jens Ritter aus Deidesheim hat Gitarren für Prince gebaut
Zu Gast in der Alten Feuerwache in Mannheim war auch Jens Ritter. Er ist Gitarrenbauer aus Deidesheim und hat gleich mehrere Gitarren für Prince gebaut. Im Interview auf der Bühne erzählte er, wie die Verbindung zu dem Megastar entstanden ist. Er berichtete auch, wie es für ihn war, Prince zu treffen. Für Jens Ritter hat Prince nämlich nicht nur den Stempel "Rock- und Poplegende" sondern auch "Lifecoach".Diese Stunden und dieser Tag haben mein Leben tatsächlich extrem verändert.
Als Prince am 21. April 2016 unerwartet und plötzlich gestorben ist, konnte Jens Ritter es selbst gar nicht glauben und hat die Nachricht damals zuerst als "Fake news" wahrgenommen, bis ihm Freunde aus dem direkten Umfeld von Prince bestätigt haben, dass die schreckliche Nachricht tatsächlich wahr ist. Den Tod von Prince hat der Gitarrenbauer auf seine ganz eigene Art verarbeitet.Quelle: Jens Ritter über seine Gespräche mit Prince
Die ursprüngliche Idee war, dass wir eine Giarre bauen, die mit (purple) Swarovski-Steinen überzogen ist. [...] Ich habe dann einen der wichtigsten Songs meines Lebens – "Purple Rain" genommen und die Audiospur ins Griffbrett eingelegt, in massivem 24-karätigen Gold. So als Tribute-Guitar to Prince.
Quelle: Jens Ritter, darüber wie er mit dem Tod von Prince umgegangen ist
"Purple Rain" ist die Dramaturgische Klammer für uns und Prince
Der Song "Purple Rain" ist nicht nur der letzte Song auf dem legendären und gleichnamigen Album von Musikikone Prince, sondern es war auch der letzte Song, den er jemals öffentlich performt hat, nur wenige Tage vor seinem Tod am 21. April 2016.Mehr als die Meilensteine – Das SWR Podcastfestival 2026 in Mannheim
Neben dem Auftritt bzw. der Liveaufzeichnung der Meilensteine beim SWR Podcastfestival 2026 – der Name lässt es vermuten – waren noch ganz viele andere Podcasts vor Ort und haben ihre Fans in Mannheim umgehauen. Einen kleinen Eindruck von dem dreitägigen Event bekommt ihr hier im Aftermovie.Shownotes
Webseite von Gitarrenbauer Jens RitterDas Bild von Purple Rainer als DownloadDas SWR Podcastfestival 2026Über diese Songs vom Album "Purple Rain" sprechen wir im Podcast
(16:56) – "Let's Go Crazy" (45:28) – "Darling Nikki"(59:12) – "When Doves Cry"(01:06:34) – "Purple Rain"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(20:12) – "Proud Mary" von Tina Turner(20:56) – "Everybody Needs Somebody" von Blues Brothers(47:36) – "Rain" von The Beatles(01:11:49) – "Faithfully" von JourneyMon, 20 Apr 2026 - 1h 27min - 632 - Ramones – "Ramones"
Als die Ramones im April 1976 ihr Debütalbum herausgebracht haben, waren sie sowas wie ein Gegenentwurf zu dem filigranen, durchdachten und aufwendigen Artrock und den Progressive Rockbands der Zeit. Schnell, laut und einfach sollte es sein – Punkrock eben.
Die Ramones sind unglaublich einfach in ihrer Greifbarkeit [...] und in ihrer Klarheit.
Obwohl der Begriff "Punk" in der Heimat der Ramones, New York, bis dahin noch nicht wirklich bekannt war: Die Ramones waren neu, interessant und begehrt, zumindest was die Liveshows der Band betrifft, erzählt Meilensteine Host Frank König. Die Plattenverkäufe der Band liefen in der Anfangszeit eher weniger gut.Quelle: Katharina Heinius über die Stärke der Ramones
CBGB's – Eine Heimat für den Punk: Die Gründung der Ramones in New York
Entstanden sind die Ramones im Umfeld des legendären Clubs und Plattenladens "CBGB", im New Yorker Stadtteil Manhattan, einem sehr "musikerfreundlichen Club", wie Katharina Heinius es im Podcast beschreibt. Das bedeutet, die Musiker haben große Teile der Eintrittsgelder erhalten und hatten dort vor allem Auftrittsmöglichkeiten. Wichtige Grundvoraussetzung des Inhabers: Es durften keine Coversongs gespielt werden. In diesem Umfeld hatten die Ramones, die sich 1974 gegründet haben, ihre ersten Auftritte.Harte Zeit für Punk: Die Ramones hatten einen langen Weg zum Debütalbum
Auch wenn die Ramones live ein Publikum begeistern konnten – einen Plattenvertrag wollte ihnen anfangs keiner geben. Die Plattenfirma Sire Records bot ihnen zunächst einen Vertrag über eine einzige Single an, was die Band ablehnte. Erst gut ein Jahr später bekamen sie dort dann doch einen Vertrag über ein ganzes Album: ihr Debütalbum. Etwas Unterstützung bekamen sie von der "Godmother of Punk" Patti Smith. Sire Records wollte eigentlich sie unter Vertrag nehmen, aber Smith lehnte ab und empfahl dem Plattenlabel, sich doch die Ramones mal genauer anzuschauen, wie Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast erzählt. Als der Plattenvertrag unterzeichnet war, ging dann alles sehr schnell mit dem Album. Die Ramones – typisch Punk – waren keine Fans von Studioarbeit und wollten die Sessions im achten Stock der Radio City Music Hall schnell hinter sich bringen.Sie haben nur fünf Tage gebraucht für das komplette Album!
Quelle: Katharina Heinius über die Studioarbeit der Ramones
Der Punk der Ramones und ihres Debütalbums war schnell – nicht nur musikalisch
Auch wenn es auf dem Weg zum ersten Album ein paar Unwägbarkeiten und Steine im Weg gab, ging es, als der Plattenvertrag unterschrieben war, sehr schnell. Dieses Tempo sorgte auch dafür, dass die Ramones sozusagen die ersten ihrer Art waren, die ein Album in diesem Genre veröffentlichten, auch wenn in Großbritannien etwa zur gleichen Zeit die Punkszene entstanden ist.Es war auch ein Wettlauf, wer bringt das erste Album raus, das dieses Genre definiert? Und das waren die Ramones!
Auch wenn die Ramones nicht "die ersten ihrer Art waren" – sie waren klar definiert und prägend für die ganze Szene. Und das, obwohl die ursprüngliche Heimat des Punks oft in Großbritannien, genauer gesagt England, gesehen wird. Die amerikanische Band Ramones war im Grunde genommen auch der Startschuss für den Punkboom in Großbritannien, weil sie schon im Juli 1976 in London auftraten und zwei ausverkaufte Shows im Stadtteil Camden spielten, erzählt Katharina Heinius im Podcast.Quelle: Benjamin Brendebach Musikredakteur über die Ramones
Als die angekündigt wurden, haben die Leute gesagt: Das ist der neueste heiße Scheiß aus New York, da müssen wir hingehen.
Quelle: Benjamin Brendebach über die Londoner Konzerte der Ramones 1976
Das macht den Punk und das Debütalbum von den Ramones so besonders
Die Ramones sind mit ihrer Musik und vor allem ihrem selbstbetitelten Debütalbum zu Ikonen des Punk geworden und haben echte Pionierarbeit geleistet – schnörkellos und mit erhobenem Mittelfinger. Die Bedeutung ihres Debütalbums beschreibt Musikredakteur Benjamin Brendebach so:Sie haben ihren Stil entwickelt und damit eigentlich auch den Punk entwickelt. Das Album ist roh, es ist schnell, es ist laut! Die Songs sind nicht länger als drei Minuten.
Quelle: Benjamin Brendebach, Musikredakteur über das Debütalbum der Ramones
Shownotes
Buchtipp: "Please Kill Me – Die unzensierte Geschichte des Punk"Webseite der Cover-Fotografin Roberta BayleyARD Podcast-Tipp: "Being The Beatles"Über diese Songs vom Album "Ramones" sprechen wir im Podcast
(19:46) – "Blitzkrieg Bop"(35:26) – "Judy Is A Punk"(43:05) – "I Don't Wanna Walk Around With You"(46:24) – "I Wanna Be Your Boyfriend"(51:53) – "53rd & 3rd"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(05:08) – "Boss Hoss" von The Sonics(06:07) – "Raw Power" von Iggy & The Stooges(06:55) – "Personality Crisis" von The New York Dolls(07:57) – "Gloria" von Patti Smith(17:34) – "Kick Out The Jams" von MC5(28:08) – "Saturday Night" von Bay City Rollers(31:06) – "My Dark Hour" von Steve Miller und Paul Ramone(37:41) – "The Punk And The Godfather" von The Who(47:36) – "I Should Have Known Better" von The Beatles(48:18) – "I Wanna Be Your Man" von The Beatles(48:40) – "I Wanna Be Your Man" von den Rolling StonesMon, 13 Apr 2026 - 1h 02min - 631 - Pink – "I'm Not Dead"
2006 hat Pink mit "I'm Not Dead" ihr viertes Studioalbum herausgebracht, bei dem schon direkt der Albumtitel ein Statement ist: Ich bin nicht tot! Ein Album und ein Statement, mit dem Pink klarmacht, dass sie gekommen ist, um (im Popbusiness) zu bleiben. Ihren internationalen Durchbruch hatte Pink mit ihrem zweiten Studioalbum "Missundaztood" im Jahr 2001 geschafft. Darauf waren mit Songs wie "Get The Party Started", "The Pill" und "Family Portrait" auch ihre ersten internationalen Hits – mit allen drei hatte sie es bei uns in die Top 10 geschafft.
Bei "I'm Not Dead" erreicht Pink die nächste Stufe
Sängerin Pink hat eigentlich seit Beginn ihrer Karriere das Image der selbstbestimmten, starken Frau – womit sie selbst ein tolles Vorbild ist. Nur wie sie das verkörpert und präsentiert hat, hat sich im Laufe der Zeit gewandelt.Sie hat erkannt: Sie ist jetzt Erwachsen!
War sie bei Songs wie "Get The Party Started" eher noch "die freche Göre", die einfach gemacht hat, was sie will, ist sie bei ihren Songs vom Album "I'm Not Dead" erwachsener geworden, hat dabei aber kein bisschen ihrer Stärke verloren.Quelle: Jochen Stöckle, SWR Musikredakteur über Pinks Wandel
Sie hat gerafft: Kindheit ist vorbei und jetzt wird's richtig ernst, Freunde!
Quelle: Jochen Stöckle, SWR Musikredakteur über den Albumtitel "I'm Not Dead" von Pink
Für "I'm Not Dead" holt Pink sich Unterstützung
Dass Popstars für das Schreiben ihrer Songs oft auf Songwriter zurückgreifen, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch Pink hat in ihrer Vergangenheit mit bekannten Songwritern und Songwriterinnen zusammengearbeitet. Für ihren Erfolgssong "Get The Party Started" hat Pink sich Unterstützung von Linda Perry geholt. Linda Perry war in den 90ern die Frontfrau der Gruppe "4 Non Blondes", die vor allem durch ihren Kulthit "What's Up" weltweit bekannt geworden ist. Als Songwriterin hat Linda Perry neben Pink auch schon mit Sängerinnen wie Christina Aguilera, Gwen Stefani, Alicia Keys oder Celine Dion zusammengearbeitet.Das ist immer die Frage, auf die keiner kommt: Wer ist nach Paul McCartney der erfolgreichste Songschreiber? Dann fallen einem einfach 20 große Stars ein, aber die Wahrheit ist: Es ist Max Martin!
Für ihr Album "I'm Not Dead" hat sich Pink Support aus Schweden geholt, von Songwriter und Produzent Max Martin. Über 25 Nummer-1-Hits hat er geschaffen und ist damit seit Jahren quasi ein Garant für einen Charterfolg. Er hat zum Beispiel Britney Spears bei ihrem Durchbruch geholfen und an Songs für Boybands wie N*Sync und die Backstreet Boys mitgearbeitet. Bei Pinks Album "I'm Not Dead" war er gleich an mehreren Songs beteiligt.Quelle: Jochen Stöckle über Songwriter und Produzent Max Martin
Musikalisch und persönlich hat sie sich da gefunden. Das ist einfach Pink! Und die kann man auch nicht kopieren oder nachahmen. Sie ist einfach ein Unikat!
Quelle: Franka Morgano, Sängerin über Pink und das Album "I'm Not Dead"
"Stupid Girls" vom Pink-Album "I'm Not Dead" hat eine starke Botschaft
Der Albumopener "Stupid Girls" ist einer der erfolgreichsten der Platte und er hat gleichzeitig auch eine starke Botschaft: "Sei kein dummes Mädchen", appelliert Pink in ihrer Vorbildrolle an alle Mädchen, Frauen und Teenager. Erfüllt nicht die Klischees von langen Fingernägeln, kurzen Tops und teuren Handtaschen, um anderen zu gefallen, so heißt es sinngemäß im Songtext und im Musikvideo. Dort persifliert die Sängerin die Popstars und IT-Girls zu der Zeit Anfang der 2000er wie Lindsay Lohan, Paris Hilton oder auch Sängerin Jessica Simpson. Für das Musikvideo hat Pink dann auch noch den MTV Video Music Award in der Kategorie "Bestes Pop Video" bekommen.Der Familienmoment auf "I'm Not Dead" von Pink
Die Liebe zur Musik hat Pink von ihrem Vater, sagt sie selbst. Und vor allem ihr Vater war eine sehr wichtige Bezugsperson für sie. Auf dem Album singt Pink gemeinsam mit ihrem Vater einen Song, den er selbst über seine Zeit im Vietnamkrieg geschrieben hat. Für sie war es der erste Song, den sie jemals gelernt hat zu singen. Dieser Song ist der emotionale Höhepunkt der Platte.Das Vermächtnis von "I'm Not Dead" und Pink
Für Podcastgast Franka Morgano liegt die Stärke des Albums "I'm Not Dead" wieder darin, dass Pink eindrucksvoll zeigt, dass es sich lohnt, man selbst zu sein und, dass es nichts bringt, sich zu verbiegen, denn das würde das Publikum sowieso merken, sagt die Sängerin aus eigener Erfahrung.Sei du selbst! Egal, was andere sagen!
Quelle: Franka Morgano, Sängerin über das Vermächtnis von Pink und ihrem Album "I'm Not Dead"
Shownotes
Musikvideo zum Song "Stupid Girls"Pinks Rede bei den "MTV Video Music Awards" (2017)ARD-Podcast-Tipp: "Amerika, wir müssen reden!"Über diese Songs vom Album "I'm Not Dead" sprechen wir im Podcast
(16:22) – "Stupid Girls"
(22:07) – "Who Knew"
(29:29) – "I Have Seen The Rain"
(39:35) – "Dear Mr. President"
(47:53) – "I'm Not Dead"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(09:22) – "Key To My Heart" von Pink
(10:22) – "Lady Marmalade" von Missy Elliott, Christina Aguilera, Lil' Kim, Mya, Pink
(17:14) – "Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini" von Brian Hyland
(17:40) – "Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini" von Caterina Valente
(24:05) – "...Baby One More Time" von Britney Spears
(24:21) – "That's The Way It Is" von Celine Dion
(24:27) – "It's My Life" von Bon Jovi
(24:33) – "Cloud Number Nine" von Bryan Adams
(25:09" – "I Want It That Way" von den Backstreet BoysMon, 6 Apr 2026 - 52min - 630 - 50 Jahre BAP – "Paar Daach Spääder"
Diesmal geht es nicht nur um ein einzelnes Album, sondern BAP als Liveband im Spiegel von fünf Jahrzehnten Musikgeschichte. Passend dazu ist am 27. März 2026 die Jubiläumsbox "Paar Daach Spääder" erschienen, mit 50 Live-Aufnahmen aus 50 Jahren BAP. Für dieses Meilensteine-Special kommt einer zu Wort, der diese Geschichte wie kein Zweiter geprägt hat: BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. Gemeinsam mit Meilensteine-Host Frank König und SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach blickt er zurück auf 50 Jahre Bandgeschichte. Zur Aufzeichnung haben sich die drei im legendären Maarwegstudio2 in Köln getroffen, in dem auch einige BAP-Alben entstanden sind.
Die Anfänge von BAP – Vom Hühnerstall zum Rockpalast
Nach einem Malerei-Studium in den frühen 1970er-Jahren absolvierte Wolfgang Niedecken gerade den Zivildienst und macht immer wieder mit unterschiedlichen Leuten Musik. Die Gruppe, die sich ab 1976 um ihn bildet, trifft sich zunächst in wechselnder Besetzung. An eine Rockstar-Karriere denkt zu diesem Zeitpunkt niemand.Wir hatten keinen Karriere-Plan.
Der entscheidende Impuls kommt dann eher zufällig: Ein Saxophonist aus einer früheren Band meldet sich bei Niedecken. Er habe einen Bauernhof geerbt, erzählt er. Dort gebe es einen Hühnerstall, den man mit etwas Arbeit in einen Probenraum umbauen könne. Kein großer Plan und kein Karrieregedanke – einfach ein Ort, an dem man wieder zusammen Musik machen kann. Seinen ersten kölschen Song schrieb Wolfgang Niedecken damals aus Liebeskummer. Der Song kommt gut an, nach und nach entstehen weitere Songs und schließlich ein ganzes Album. Nach der Veröffentlichung wird die Band allerdings wieder umbesetzt. Viele der Musiker haben andere berufliche Verpflichtungen. Auch in den folgenden Jahren bleibt BAP in Bewegung. Mit Klaus Heuser, genannt "Major", kommt 1980 dann aber ein Gitarrist dazu, der die Band und ihren Sound bis 1999 entscheidend prägt.Quelle: Wolfgang Niedecken zu den Anfängen von BAP
Das ist das schöne bei uns, es entwickelt sich alles organisch.
Als BAP im August 1982 auf der Loreley spielen, wird langsam klar, dass aus der Musik mehr werden könnte. Der Auftritt findet im Rahmen des Rockpalast statt. Das Konzert wird europaweit live im Fernsehen übertragen und verschafft der Band eine ganz neue Reichweite. Als offiziellen Gründungstag nennt Wolfgang Niedecken übrigens den 19. Juni 1976 – den Tag, an dem ihn der Anruf wegen des Hühnerstalls erreichte.Quelle: Wolfgang Niedecken über die wechselnde Bandbesetzung
"What the hell is this?" – Als BAP selbst Mick Jagger beeindruckten
In 50 Jahren haben BAP einige bemerkenswerte Meilensteine erreicht. Sie schafften es, 13 Nummer-eins-Alben herauszubringen und übertrumpften damit sogar die Beatles. Im Jahr 1982 spielen BAP als Vorband für die Rolling Stones – eine Band, die für sie immer ein wichtiges Vorbild war. Ihr Song "Hück ess sing Band en der Stadt" ist ihnen gewidmet. Und auch an diesem Abend hinterlassen BAP Eindruck: Schon als Vorband reißen sie das Publikum mit – so sehr, dass es selbst den Stones nicht entgeht. Mick Jagger soll die Szene mit einem ungläubigen "What the hell is this?" kommentiert haben.Diese unbändige Spielfreude (von uns), die war natürlich großartig. Wenn wir auf Festivals gespielt haben, hatte die Band, die nach uns gespielt hat, ein Problem.
Quelle: Wolfgang Niedecken über die Spielfreude von BAP bei ihren Konzerten
Wenn Kölsch plötzlich nicht passt
Politik, deutsche Geschichte und gesellschaftliche Haltung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Arbeit von BAP und Wolfgang Niedecken. Immer wieder greifen ihre Songs diese Themen auf – etwa in "Amerika" oder "Kristallnacht". Auch "Absurdistan" gehört in diesen Zusammenhang und zeigt gleichzeitig eine Besonderheit: Der Song beginnt nicht auf Kölsch, sondern auf Hochdeutsch. Wolfgang Niedecken erklärt, dass das keine bewusste Entscheidung war, sondern eher ein Gefühl. Beim Einsingen merkt er, dass sich das Kölsch hier nicht richtig anfühlt. Erst im Refrain kehrt die vertraute Sprache zurück. Für Niedecken selbst war das eine interessante Erfahrung für seinen eigenen Songwritingprozess.Die Musik von BAP als Spiegel deutscher Geschichte
Für SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach erzählt "Paar Daach Spääder" mehr als nur die Geschichte von BAP. In der Jubiläumsbox spiegelt sich auch ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte wider, und eine Band, die immer dann präsent war, wenn es darauf ankam, Position zu beziehen. Haltung zu zeigen, sagt Wolfgang Niedecken, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Er könne gar nicht anders. Dabei gehe es ihm nie darum, zu belehren oder politische Vorgaben zu machen. Vielmehr wolle er Menschen dazu bringen, sich mit den wichtigen Fragen auseinanderzusetzen.Ich will die Leute dazu kriegen, dass sie sich mit den wichtigen Sachen auseinandersetzen.
Grenzen von außen habe es dabei kaum gegeben. Weder Plattenfirmen noch andere Akteure hätten ihm vorgeschrieben, was gesagt werden darf oder was nicht. Haltung war bei BAP immer Teil der Musik. Auch mit Blick auf jüngere Bands sieht Wolfgang Niedecken diese Haltung weiterleben. Gruppen wie Kraftklub, Von Wegen Lisbeth oder AnnenMayKantereit stehen für ihn für eine neue Generation von Künstlern, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen. Gerade in AnnenMayKantereit erkennt Niedecken dabei vieles wieder, was auch BAP geprägt hat.Quelle: Wolfgang Niedecken über seine Intentionen bezüglich seiner Haltung
50 Jahre BAP und 75 Jahre Wolfgang Niedecken
50 Jahre BAP – das sind fünf Jahrzehnte voller prägender Momente mit einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands und ihrem Frontmann Wolfgang Niedecken. Anlass genug, um zu gratulieren: zum Bandjubiläum und zu Niedeckens 75. Geburtstag. Eine kleine, persönliche Geste gibt es obendrein: Meilensteine Host Frank König und SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach bringen dem Geburtstagskind ein Poster mit einer Collage aus 2CV-Enten mit. Eine Anspielung auf Niedeckens legendäre "Kastenente", die ihn in den Anfangsjahren von BAP oft begleitet hat.Shownotes
Die neue CD/LP Box "Paar Daach Spääder" von BAPBAP - Zeitreise 81/82 - Sartory Säle, Köln 2023 in der ARD MediathekYouTube-Kanal von BAPWDR Rockpalast Doku "Dann kam alles anders - Wolfgang Niedecken wird 70"Maarwegstudio2 – hier haben wir die aktuelle Folge aufgenommenARD Podcast-Tipp: "Ball you need is love" von Arnd ZeiglerÜber diese Songs vom Album "Paar Daach Spääder" sprechen wir im Podcast
(15:45) – "Hück ess sing Band en der Stadt"(24:51) – "Psycho-Rodeo"(37:15) – "Paar Daach fröher"(41:30) – "Helfe kann dir keiner"(46:30) – "Amerika"(54:26) – "Et Levve ess en Autobahn"(1:00:50) – "Time Is Cash Time Is Money (Bläck Fööss)"(1:04:47) – "Absurdistan"Mon, 30 Mar 2026 - 1h 20min - 629 - Gorillaz – "Gorillaz"
Für die Gorillaz tun sich Damon Albarn und Jamie Hewlett zusammen
Mit den Gorillaz haben Damon Albarn und Jamie Hewlett eines der innovativsten Musikprojekte aller Zeiten erschaffen – aus Frust. Entstanden ist die Idee zu dem Projekt, als die beiden WG-Kollegen Ende der 90er zusammen MTV geschaut haben und sich über die glattgebügelte Scheinwelt aus produziertem Hochglanz-Pop ärgerten.Damon Albarn erschafft die Gorillaz als Statement der scheinheiligen Popwelt
"Nichts ist da mehr echt! Und jede Fakeband könnte authentischer sein als das, was wir da sehen", so die frei übersetzte Hypothese der beiden. Also haben sie genau das gemacht. Sie haben mit den Gorillaz die erste echte Fakeband der Welt erfunden. Das musikalische Mastermind ist Damon Albarn, der mit seiner Band "Blur" bereits diverse Erfolge gefeiert hatte und eine der Ikonen des Britpop war. An seiner Seite steht sein Mitbewohner und Freund Jamie Hewlett, der sich als Comiczeichner und Co-Autor des Erfolgscomics "Tank Girl" als Künstler einen Namen gemacht hatte. Das Ziel war klar: Die Gorillaz sind ein Statement gegen die Popkultur-Scheinwelt. Die Gorillaz kritisieren das Popbusiness, während sie gleichzeitig damit spielen und es erobern – was für eine Ironie.Damon Albarn und Jamie Hewlett erfinden ein Universum für die Gorillaz
Die (offizielle) Band Gorillaz besteht aus den vier fiktiven Charakteren Murdoch Nicalls, 2-D, Noodle und Russell – allesamt mit weitreichenden Hintergrundgeschichten, die spannend, verrückt und natürlich frei erfunden sind.Man merkt erst heute, wie krass Visionär dieses Album war!
Die These des Projekts: Auch wenn etwas komplett frei erfunden ist, kann es authentischer sein als existierende Bands und Menschen aus Fleisch und Blut. Denn hier wird niemandem etwas vorgemacht.Quelle: Bianca Hauda, Musikjournalistin und Moderatorin über das Album "Gorillaz"
Die Gorillaz sind ein 360-Grad-Kunstprojekt von Albarn und Hewlett
Mit den Gorillaz haben Damon Albarn und Jamie Hewlett nicht nur eine Band aus dem Nichts erschaffen, sondern gleich ein ganzes Universum drumherum. Die Fiktion hört nicht bei der Musik und bei den Videos auf. Es gibt mit "Rise Of The Ogre" eine Bandbiografie, Interviews mit den Bandmitgliedern und vieles mehr.Die Gorillaz sind ein 360-Grad-Kunstprojekt, das immer wieder die Grenzen sprengt!
Quelle: Patrick Schütz, Musikredakteur über die Gorillaz
Hören, sehen, lesen – es macht Spaß, die Welt der Gorillaz zu entdecken
Elton John hat Damon Albarn, den musikalischen Kopf hinter der Band, als "interessantesten britischen Musiker" bezeichnet. Spannend ist dabei vor allem, dass es im Gorillaz-Kosmos – im Rahmen des Debütalbums und darüber hinaus – unglaublich viel zu erkunden gibt für die Fans. Es gibt viele Details und Muster, die immer wiederkehren und weitergetragen werden – diese zu entdecken macht unglaublich viel Spaß.Neben der Musik gibt es auch viele Filmreferenzen
Besonders häufig finden sich auf dem Debütalbum zum Beispiel auch Filmreferenzen zu Klassikern der Kinogeschichte. Sei es zu den Italowestern, im Song "Clint Eastwood", dem bekanntesten Stück des Albums, oder zu Horrorfilmklassikern wie "The Shining" oder "Freitag der 13.".Der Einfluss von Damon Albarn und den Gorillaz
Mit dem Debütalbum der Gorillaz haben Jamie Hewlett und Damon Albarn der damaligen Popwelt den Spiegel vorgehalten und gezeigt, dass man für Authentizität nicht mal echte Menschen braucht. Und als (fast schon) Nebeneffekt gibt es hierbei noch großartige Musik, die Weltmusik, Art-Pop, Dub, Triphop, Hip-Hop, Rock und noch vieles mehr verbindet.Dieses Album hat uns gezeigt, dass es in der Musik keine musikalischen und kulturellen Grenzen gibt!
Quelle: Bianca Hauda über das Vermächtnis der Gorillaz
Shownotes
Die komplette Hintergrundgeschichte der GorillazDas Musikvideo zu "Clint Eastwood"Das Musikvideo zu "19-2000"Das Musikvideo zu "Rock The House"Das Musikvideo zu "Tomorrow Comes Today"Die Website der "Kong Studios"Kurzdoku über Damon Albarn von Musikjournalist Asa ParkModerator Zane Lowe im Interview mit Damon AlbarnFanwiki zu den GorillazDas Interview, das Jamie Hewlett für "Deadline" geführt hatARD-Podcast-Tipp: BergfreundinnenÜber diese Songs vom Album "Gorillaz" sprechen wir im Podcast
(20:30) – "Re-Hash" (25:37) – "Tomorrow Comes Today"(36:18) – "Clint Eastwood"(45:53) – "Rock The House"(52:38) – "19-2000"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(30:50) – "I Got Law" von Blur(34:42) – "Java” von Augustus Pablo(35:22) – "Sunset Coming On” von Damon Albarn(47:22) – "Concrete Schoolyard” von Jurassic 5(49:08) – "Mistadobalina” von Del The Funky HomosapienMon, 23 Mar 2026 - 1h 04min - 628 - Depeche Mode – "Black Celebration"
Für ihr Album "Black Celebration" sind Depeche Mode 1985 zurückgekehrt in die, für sie bereits bekannten, Hansa-Studios nach West-Berlin. Dort hatte die Gruppe um Sänger Dave Gahan bereits die beiden Vorgängeralben "Some Great Reward" und "Construction Time Again" aufgenommen.
Mit "Black Celebration" entwickeln sich Depeche Mode weiter
Für Musikredakteur und Depeche Mode-Fan Dave Jörg ist dieses Album die nächste Stufe in der Qualität der Band, erzählt er im Meilensteine-Podcast.Das ist die klanglich bisher beste Depeche Mode-Platte, die überhaupt rausgekommen ist.
Die Band hat sich von der Qualität ihrer Produktion und ihres Samplings enorm weiterentwickelt, findet Dave Jörg. Und sie haben damit auch Mut bewiesen, denn sie haben sich mit "Black Celebration" gegen die aktuellen Trends von sanftem und weichem Pop gestellt, wie zum Beispiel Samantha Fox, Sandra oder Modern Talking. Depeche Mode haben mit ihrem Album das Gegenteil gemacht und sind noch düsterer geworden.Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur über "Black Celebration"
Der dunkle Sound auf "Black Celebration" von Depeche Mode ist nicht negativ
Bereits der selbstbetitelte Album-Opener zieht uns mit seiner Soundcollage rein in die Platte. Alles klingt dabei sehr düster, aber diese Düsternis ist nichts Schlechtes, erklärt SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius: "Sie drehen dieses Düstere schon fast um". Das passiert, indem sie eine Passage einer Rede von Winston Churchill nehmen, die er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehalten hat. Daraus nehmen Depeche Mode für den Anfang ihrer "schwarzen Feier", den Ausschnitt: "Wir dürfen uns eine kurze Zeit der Freude gönnen". Es ist so, dass man eine Trauer und Schmerz mit der Musik gemeinsam wegtanzen und wegfeiern kann und sich auch in schweren Zeiten erlauben darf, zu feiern. Dafür ist diese Musik enorm gut, weil man sich da "drin einwickeln kann", sagt Jörg.Es macht einen nicht depressiv, sondern im Gegenteil: Diese wohlige Stimmung darin, damit kann man sich zudecken.
Quelle: Dave Jörg über "Black Celebration"
Der Depeche Mode Song "Stripped" von "Black Celebration" ist stilprägend
Depeche Mode haben immer gerne mit Sounds und Samples herumprobiert und gespielt. Der Rhythmus bei ihrem Hit "Stripped" ist auch dadurch entstanden. Dafür hat die Band den Sportwagen von Sänger Dave Gahan im Tonstudio aufgenommen und diesen stark verlangsamt. So hat der Song seinen maschinellen, durchgängigen Beat bekommen. Aber die Band hat noch mehr reale Geräusche genommen, um sie verfremdet im Song "Stripped" einzubauen. Bei den Aufnahmen haben sie zum Beispiel auch im Abstand von mehreren Metern Mikrofone, außerhalb des Tonstudios, auf den Boden gestellt und Feuerwerksraketen daran vorbeigeschossen – ein unglaublicher Aufwand.Die Arbeit hat sich seither keiner mehr gemacht mit Feuerwerkskörpern, soweit ich weiß.
"Stripped" war übrigens der erste Song, den die Band für ihr fünftes Studioalbum "Black Celebration" überhaupt aufgenommen hat.Quelle: Dave Jörg über den Produktionsaufwand bei "Stripped"
Die Bedeutung von "Black Celebration" für Depeche Mode
Mit "Black Celebration" haben Depeche Mode sich ein ganzes Stück weiterentwickelt, ihre Position im Popbusiness gefestigt und gleichzeitig ein neues Level erreicht, was ihre Karriere betrifft, so ordnen Dave Jörg und Katharina Heinius das Album im Kontext der Bandgeschichte ein.Shownotes
Video und Interview zum Artwork von "Black Celebration"Depeche Mode – "Black Celebration" Kurzfilm (1986)Das Musikvideo zum Song "Stripped"Das Musikvideo zu "A Question Of Time"Buchtipp: "Behind the Wall: Depeche Mode - Fankultur in der DDR"Buchtipp: "Depeche Mode: Monument"Meilensteine Folge zu "Some Great Reward" mit Autor Sascha LangeARD Podcast-Tipp: "Danke, gut. Der COSMO Podcast über Pop und Psyche"Über diese Songs vom Album "Black Celebration" sprechen wir im Podcast
(10:16) – "Black Celebration"(20:17) – "A Question Of Lust"(27:56) – "A Question Of Time"(35:30) – "Stripped"(47:22) – "But Not Tonight"(51:59) – "New Dress"Mon, 16 Mar 2026 - 57min - 627 - Daft Punk – "Discovery"
Daft Punk sind eine der größten House-Bands aller Zeiten. Den internationalen Durchbruch haben sie mit ihrer Single "Around The World" und dem dazugehörigen Album "Homework" geschafft. Mit ihrem zweiten Album "Discovery" hat die Gruppe ihren Stand gefestigt und gezeigt, dass sie keine musikalischen Eintagsfliegen sind. Ab da ist die Erfolgskurve von Daft Punk, die man auch dadurch kennt, dass sie selbst immer mit Roboterhelmen verkleidet in der Öffentlichkeit aufgetreten sind, weiter steil nach oben gegangen.
Mit "Discovery" beginnt die Weltkarriere von Daft Punk
Daft Punk machen auf "Discovery" – und auch in der Zeit danach – eine besondere Form der House-Musik, nämlich: "French House". Diese spezielle Spielform hat ihre Ursprünge auch im französischen Hip-Hop, der vor allem in den äußeren Bezirken von Paris, den sogenannten "Banlieues"entsteht und stark vom Jazz geprägt ist, erklärt Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast.Man muss sagen, dass French House nicht auf ein bestimmtes Genre festzulegen ist
Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über die Herkunft von French House
Die musikalische Zusammensetzung von "Discovery" und Daft Punk
Wie genau das Erfolgsrezept von French House und Daft Punk zusammengesetzt ist, erklärt Meilensteine Gast Sascha Simnovec. Dabei beginnt alles mit einem sehr genauen 4/4-Drumbeat, einer funky Bassline und einer Portion Nile Rodgers und Chic. Was sonst noch reingehört in das fein abgeschmeckte Rezept, das hört ihr im Meilensteine Podcast."Discovery" hat mich damals schon ziemlich umgehauen, weil da so eine Magie drinsteckt.
Darüber hinaus lassen Daft Punk auf ihrem Album auch die Klänge verschiedener Instrumente verschwimmen. Es gibt Synthesizer, die wie Gitarren klingen, und Gitarren, die wie Synthesizer klingen – House-, Elektro-, Hip Hop- und Rockelemente bekommen hier vollkommen neue Klanggewänder übergezogen. Das hört man zum Beispiel auch beim Song "Digital Love".Quelle: Sascha Simnovec, Meilensteine Gast über "Discovery" von Daft Punk
Samples sind das Herzstück von Daft Punks Album "Discovery"
Auf ihrem Album "Discovery" bedienen sich Daft Punk auch ganz häufig bei mehr oder weniger bekannten, aber bereits veröffentlichten Songs – oft aus den 70ern. Hier werden einzelne Schnipsel von Songs genommen, stark bearbeitet und damit wird dann etwas Neues geschaffen. Auf die Spitze treiben Daft Punk es damit bei dem Song "Face To Face" wie Stephan Fahrig findet.Das ist Sample-Masterclass! [...] 20 Songs werden in diesem einen verarbeitet!
Diese Technik in der Musik wird "Sampling" genannt und ist vor allem in der elektronischen Musik und auch im Hip-Hop typisch. Das "Sampling" wird nicht immer unkritisch gesehen und hat schon mehrfach auch zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Künstlern und auch Plattenfirmen gesorgt.Quelle: Stephan Fahrig über die Sampling-Qualität beim Song "Face To Face"
Die erfolgreichste Single von Daft Punks "Discovery" ist "One More Time"
Der Überhit des Albums "Discovery" ist die Vorabsingle und Album-Opener "One More Time". Die Essenz des Songs ist ein Sample von Eddie Johns aus dem Jahr 1979. Das haben Daft Punk so reduziert und verändert, dass es nicht nach 70ern oder 90ern klingt, erklärt Sascha Simnovec, sondern es klingt "nach immer jetzt".Was ich an "One More Time" schön finde: es klingt wie ein Roboter, der zum ersten Mal Glück empfindet.
Dieses stark verfremdete und sehr komprimierte Sample von Eddie Johns Song "More Spell On You" wirkt dabei durch die ständige Wiederholung intensivierend und entwickelt ein echtes Euphoriegefühl.Quelle: Sascha Simnovec, Podcast Gast über die Magie des Songs "One More Time"
Der Einfluss von Daft Punk und "Discovery auf die Popmusik
Mit ihrem Album "Discovery" und ihrem French-House-Stil, haben Daft Punk die Popmusiklandschaft und Dancemusik der nachfolgenden Jahrzehnte stark beeinflusst, beweist Podcast Gast Sascha Simnovec mit Musikbeispielen von Lady Gaga, Madonna, Coldplay, The Weeknd und anderen Popmegastars. In den Songs dieser Megastars lassen sich einige Elemente und Stilistiken wiederfinden, die wir auch aus dem Album "Discovery" von Daft Punk kennen.Nach "Discovery": Weitere Erfolge und das Karriereende von Daft Punk
Später in ihrer Karriere haben sie noch mit anderen internationalen Künstlern wie Pharrell Williams, Nile Rodgers oder auch Elektro-Ikone Giorgio Moroder zusammengearbeitet. 2021 haben Daft Punk dann ihre Roboterhelme an den Nagel gehängt und das Ende von Daft Punk verkündet.Shownotes
Die Geschichte von French HouseDie Geschichte zur Band "Daft Punk"French Touch: "Pop-Dissidenz"Arte-Blow-Up"Daft Punk: Musikduo und Filmproduzenten""Daft Punk Unchained" (Dokumentation)Interview zum Album-Release von "Discovery"Interstella 5555 (Trailer) - Der Film zum Album DiscoveryAlbum-Analyse der SamplesVideo zu den Samples von "One More Time"Tickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalARD-Podcast-Tipp: "Der KI-Podcast"Über diese Songs vom Album "Discovery" sprechen wir im Podcast
(28:09) – "One More Time"(45:03) – "Digital Love"(50:17) – "Harder, Better, Faster, Stronger"(01:01:54) – "Face To Face"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(04:45) – "Nouveau Western" von MC Solaar(05:59) – "Parasite" von Motorbase(06:50) – "Acid Eiffel" von Laurent Garnier(07:06) – "Cassius 1999" von Cassius(07:16) – "So Flute" von St.Germain(07:28) – "13 La Rythme Et Le Cadence" von Dimitri from Paris (10:01) – "Around The World" von Daft Punk(11:06) – "Flat Eric" von Mr. Oizo(11:46) – "La Femme D'Argent" von Air(11:58) – "Music Sounds Better With You" von Stardust(12:09) – "Paradise" von Bob Sinclair(12:19) – "Lady (Hear Me Tonight)" von Modjo(17:05) – "Whole Again" von Atomic Kitten(17:27) – "Clint Eastwood" von Gorillaz(29:08) – "More Spell On You" von Eddie Johns(32:47) – "Believe" von Cher(45:59) – "I Love You More" von George Duke(46:52) – "September" von Earth, Wind & Fire(53:36) – "Cola Bottle Baby" von Edwin Birdsong(01:03:24) – "Evil Woman" von Electric Light Orchestra(01:03:36) – "Can't Get It Out Of My Head" von Electric Light Orchestra(01:03:43) – "Silent And I" von The Alan Parsons Project(01:04:01) – "House At Pooh Corner" von Loggins & Messina(01:04:11) – "Old And Wise" von The Alan Parsons Project(01:08:12) – "Hung Up" von Madonna(01:08:27) – "Fireflies" von Owlcity(01:08:47) – "Adventure Of A Lifetime" von Coldplay(01:09:13) – "I Feel It Coming" von The Weeknd(01:09:34) – "The Dead Dance" von Lady GagaMon, 9 Mar 2026 - 1h 12min - 626 - Talk Talk – "The Colour Of Spring"
Dass "The Colour Of Spring" von Talk Talk tatsächlich das erfolgreichste Album der Gruppe ist, scheint schon fast kurios. Denn es fehlen mit "Such A Shame" und "It's My Life" zwei der erfolgreichsten Singles der Band auf dem Album.
Die Vorgeschichte von "The Colour Of Spring" von Talk Talk
Auch wenn Talk Talk bekannt sind für ihren Synthie-Sound und ihre kultigen 80er-Vibes, kommt die Band – und vor allem Sänger Mark Hollis – eigentlich aus dem Punk und Post-Punk mit verzerrten Gitarren und jeder Menge Tempo. Einen großen Einfluss auf den jungen Mark Hollis hatte sein größerer Bruder, der als leidenschaftlicher Plattensammler, wie Stephan Fahrig im Podcast erklärt, seinem Bruder ganz viel unterschiedliche Musik vorgespielt hat und damit die Musikbegeisterung des Jungen aus Tottenham weiter befeuert hat. Die ersten eigenen musikalischen Gehversuche im Rahmen eines Bandgeflechts sind 1979 nach nur zwei Jahren und ohne echte Erfolge schon wieder vorbei. Aber Mark Hollis bleibt dran, schreibt weiter Songs und gründet eine weitere Band: "Talk Talk". Gemeinsam nimmt die Gruppe verschiedene Demos auf und schickt diese ganz selbstbewusst an die Plattenfirma EMI – und die ist begeistert. Anfangs wollte die Plattenfirma die Band noch in die New-Romantics-Richtung drängen, ihnen auch den Stempel aufdrücken und die Gruppe so vermarkten. Aber auch wenn die Band um Mark Hollis sich musikalisch vom Punk wegbewegt hat, sind sie innerlich dabei geblieben und haben sich dieses Image eben nicht aufzwängen lassen, erklärt Stephan Fahrig im Podcast.Die Band hat sich von einer Synthie-Pop und New-Wave-Band [...] hin zu einer intellektuell anspruchsvollen Jazzrock-Band Ende der 80er entwickelt.
Quelle: Niels Berkefeld im Meilensteine Podcast über die Entwicklung von Talk Talk
Die Weiterentwicklung von Talk Talk auf "The Colour Of Spring"
Auch wenn Talk Talk als Band am Anfang ihrer Karriere mit synthesizerlastiger Musik bekannt geworden sind und damit große Erfolge gefeiert haben, zum Beispiel mit "Such A Shame" oder "It's My Life", war der Synthesizer doch alles andere als das Lieblingsinstrument von Sänger Mark Hollis, erklärt Stephan Fahrig. Darum hat die Band sich bei ihrem Album "The Colour Of Spring" von dem Synthie-Sound weiter entfernt und das Album anders und organischer klingen lassen – das hören wir schon beim Albumopener "Happiness Is Easy". Die Band bringt keine poppigen Melodien, die sofort im Ohr bleiben, sondern zieht die einen langsam in das Album rein. Für Musikredakteur Niels Berkefeld, der die früheren Sachen von Talk Talk sehr gerne gehört hat, war das ein neuer, ungewohnter Sound von der Band, in den er sich erstmal reinhören musste.Bei mir persönlich war dieses Album Liebe auf den zweiten Blick. [...] "The Colour Of Spring" musst du dir als Hörer erarbeiten.
Quelle: Niels Berkefeld, im Meilensteine Podcast über "The Colour Of Spring" von Talk Talk
Das Vermächtnis von "The Colour Of Spring" von Talk Talk
Mit diesem Album steht die Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, da sind sich die SWR1 Musikredakteure einig. Talk Talk hat mit "The Colour Of Spring" die Tür auch für andere Musiker und Musikerinnen aufgestoßen, neue Wege zu gehen und alte Strukturen aufzubrechen.Shownotes
Das legendäre Musikvideo zum Song "Living In Another World"Website von James Marsh, dem Künstler hinter dem Cover von "The Colour Of Spring"Der Talk Talk Album GuideArtikel zum 40. Geburtstag von "The Colour Of Spring"Die Entstehung von "The Colour Of Spring"ARD-Podcast-Tipp: "Spot Off – Der Backstagetalk"Tickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalÜber diese Songs vom Album "The Colour Of Spring" sprechen wir im Podcast
(17:22) – "Happiness Is Easy"(38:37) – "I Don't Believe In You"(45:06) – "Life's What You Make It"(50:12) – "Living In Another World"(01:00:34) – "Chameleon Day"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(06:49) – "Talk Talk Talk Talk" von The Reaction(47:41) – "Running Up That Hill" von Kate Bush(48:02) – "Green Onions" von Booker T. & The MG's(01:03:17) – "Flamenco Sketches" von Miles Davis(01:04:45) – "Streichquartett Nr. 2, op. 17" von Béla BartókMon, 2 Mar 2026 - 1h 12min - 625 - Rush – "2112"
"2112" war die allerletzte Chance für Rush. Ihre beiden vorherigen Alben "Caress Of Steel" und "Fly By Night" blieben hinter den Erwartungen zurück und brachten die Band in finanzielle Schwierigkeiten, auch weil ihre komplexen Progressive-Rock-Songs kaum im Radio gespielt wurden. Eigentlich wollte ihr Label Mercury Records sie schon fallen lassen. Rush-Manager Ray Daniels schaffte es aber zum Glück, das Label mit einer kleinen Notlüge von einem weiteren Versuch zu überzeugen. Daniels schwärmte von den Ideen für "2112" , obwohl er die Musik noch gar nicht gehört hatte. Bei "2112" vertrauten Rush ganz auf ihre Intuition und kreative Freiheit und verweigerten sich bewusst den Vorgaben ihres Labels. Dieser letzte Alles-oder-nichts-Versuch ging auf und wurde zum Beweis dafür, wie weit man kommt, wenn man dem eigenen Bauchgefühl folgt.
"2112" und die futuristische Sci-Fi-Helden-Geschichte
Die A-Seite des Albums erzählt eine epische Science-Fiction-Geschichte über den Widerstand des Einzelnen gegen ein übermächtiges Kollektiv. Dieses Thema passt perfekt zur Bandgeschichte, denn auch Geddy Lee, Alex Lifeson und Neil Peart galten als drei Individualisten, die erst zusammen eine einzigartige Einheit bildeten und sich bewusst gegen die kommerziellen Vorgaben der Plattenindustrie stellten.Wichtig war, dass [Rush] aus drei Individualisten bestand, die in der Band so eine Synthese erzeugt haben, die perfekt funktioniert hat.
Vertont wurde die Geschichte in Form der siebenteiligen Suite "2112". Sie entwirft eine totalitäre Zukunft, in der ein Kollektiv aus Priestern und riesigen Computern die Macht übernommen hat. Als der namenlose Held der Geschichte eine Gitarre entdeckt, stellt er sich mit Musik, Kreativität und Individualität gegen das System. Der Konflikt gipfelt schließlich in einem epischen Finale – im Stück "Grand Final".Quelle: Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig über Rush
"2112" legte den Grundstein für den Sound von Rush
Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig sieht in "2112" den Grundstein für den typischen Rush-Sound. Das Progressive-Rock-Album vereint viele ihrer Markenzeichen, von schnellen Taktwechseln über klar zugeordnete musikalische Motive bis zu komplexen, präzisen gespielten Arrangements. Gitarrist Alex Lifeson liefert die rhythmischen Elemente des Heldenmotivs, während die Priester durch markante Tom-Rolls im Schlagzeug gekennzeichnet sind. Gekrönt wird das Ganze vom unverwechselbaren und treffsicheren Gesang von Geddy Lee.Das Vermächtnis von Rush
Rush haben mit "2112" viele weitere Metal, Progressive- und Hard-Rock Bands beeinflusst. Dazu gehören unter anderemIron Maiden, Dream Theater, Tool oder The Samshing Pumpkins.Sie sind mit dieser Platte die Begründer des Prog-Rock, ohne die sich ganz viel Musik nicht entwickelt hätte.
Obwohl Drummer Neil Peart 2020 verstorben ist, gehen Rush auch heute noch auf Tour. Die aus Aschaffenburg stammende Drummerin Anika Nilles knüpft bei aktuellen Projekten an Pearts Erbe an und bringt dabei ihren ganz eigenen unverwechselbaren Stil mit ein.Quelle: Meilensteine-Redakteur Patrick Schütz über das Vermächtnis von Rush
Shownotes
Das Video zu "2112"Die überirdische Bedeutung von "2112"Wie das sogenannte Oriental-Riff aus "A Passage To Bangkok" in die westliche Musik gekommen istWeiteres zum Oriental-Riff in der westlichen MusikWebsite von RushWebsite von Anika NillesYouTube Video über Anika Nilles und über ihre ArbeitDie Gitarrenarbeit von Alex LifesonRush Doku bei ArteTickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalARD Podcast Tipp: "Das Portal"Über diese Songs vom Album "2112" sprechen wir im Podcast
(12:30) – "Overture"(15:13) – "The Temples of Syrinx"(17:19) – "Discovery"(18:35) – "Presentation"(20:10) – "Oracle: The Dream"(21:25) – "Soliloquy"(22:00) – "Grand Final"(46:27) – "Something for Nothing(48:08) – "A Passage to Bangkok"Über diese Songs sprechen wir außerdem
(49:30) – "Kung Fu Fighting" von Carl Douglas(51:47) – "Kashmir" von Led ZeppelinMon, 23 Feb 2026 - 1h 04min - 624 - Das werden die Meilensteine-Highlights 2026
Welche Highlights erwarten euch in den kommenden Monaten bei uns im Meilensteine-Podcast? Welche legendären Alben nehmen wir unter die Lupe? Und was hat es mit dem SWR Podcastfestival in Mannheim auf sich?
Ein Jahr voller Highlights: Was euch 2026 bei den Meilensteinen erwartet
In diesem Jahr haben wir Großes vor! Statt einer klassischen Folge zu einem legendären Pop- oder Rockalbum bieten wir euch heute einen umfassenden Ausblick auf das, was 2026 bei den Meilensteinen passiert. Unsere Hosts Frank König und Patrick Schütz verraten, auf welche Folgen sie sich persönlich besonders freuen, und sie geben euch exklusive Einblicke in die Pläne abseits des Podcasts. Ein absolutes Highlight: Die Meilensteine sind auf dem SWR Podcastfestival in Mannheim – und ihr könnt mit dabei sein. Aber das ist nicht alles.Die Meilensteine live erleben: Beim Podcastfestival in Mannheim
Merkt euch den 11. April 2026 vor, denn an diesem Tag könnt ihr die Meilensteine-Crew live erleben! Beim SWR Podcastfestival in der alten Feuerwache in Mannheim präsentieren Frank König, Katharina Heinius, Stephan Fahrig und Patrick Schütz eine ganz besondere Folge. Im Mittelpunkt steht eines der wohl einflussreichsten Alben der Musikgeschichte: „Purple Rain“ von Prince.So könnt ihr live beim Podcastfestival mit dabei sein!
Hier auf SWR1.de könnt ihr euch euer Ticket für die Aufzeichnung der Meilensteine beim SWR Podcastfestival sichern. Alle wichtigen Daten rund um die Veranstaltung findet ihr hier.Event-Infos:
Wann: 11. April 2026 | 15:30 UhrWo: Alte Feuerwache, Brückstraße 2, MannheimTickets hier sichern! Für die Veranstaltung hat sich das Team einige Highlights ausgedacht. Darüber hinaus seid ihr herzlich eingeladen, Fragen zu stellen und so Teil dieser besonderen Podcastfolge zu werden. Nach der Veranstaltung könnt ihr Frank, Katharina, Stephan und Patrick persönlich kennenlernen und so auch einen Blick hinter die Kulissen des Podcasts bekommen.Ein Blick auf kommende Folgen: Von den Toten Hosen bis zu den Gorillaz
Natürlich stehen auch spannende "normale" Podcastfolgen auf dem Programm. Musikredakteur Patrick Schütz freut sich besonders auf die Episode zum Debütalbum der Gorillaz. Die von Damon Albarn gegründete fiktive Band revolutionierte Anfang der 2000er-Jahre die Musikwelt. Zuvor war Albarn Frontmann der Britpop-Legenden Blur. Falls ihr Fans von Blur seid, könnt ihr euch schon jetzt die Folge zu ihrem Album „Parklife“ anhören, in der wir auch über die legendäre Rivalität mit der Band Oasis und den Gallagher-Brüdern sprechen. Beide Bands haben in der Vergangenheit bereits eigene Meilensteine-Folgen bekommen – und 2026 legen wir mit den Gorillaz nach!Abschied mit Punkrock? Die Toten Hosen sagen "Trink aus! Wir müssen gehen"
Ein Highlight des Jahres wird der (unbestätigte) Abschied der deutschen Punkrock-Legenden Die Toten Hosen. Gehen Campino und Co. mit ihrer Tour "Trink aus! Wir müssen gehen" in den wohlverdienten Ruhestand? Bevor es dazu kommt, möchten wir euch die Möglichkeit geben, das Kultalbum der Toten Hosen für eine Meilensteine-Folge zu bestimmen. Stimmt jetzt ab und entscheidet, welches Album wir in diesem Jahr gebührend feiern sollen.Podcast-Highlights 2026: Jetzt abonnieren und nichts verpassen!
Neben dem Podcastfestival, den Gorillaz und den Toten Hosen freuen wir uns unter anderem aber auch auf unsere Folgen zu den Ärzten, Peter Gabriel, den Beatles, Blink182, Foreigner und noch viele, viele andere!Shownotes
Tickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalVoting zur Folge über die Toten HosenMeilensteine Folge zu "Parklife" von BlurARD Podcast-Tipp: "1 plus 1 – Freundschaft auf Zeit"Über diese Songs sprechen wir im Podcast
(09:11) – "The Rock Show" von Blink182(10:14) – "Clint Eastwood" von Gorillaz(10:57) – "Song 2" von Blur(13:35) – "Monkey's World" von Damon Albarn(14:39) – "Purple Rain" von Prince(19:32) – "Juke Box Hero" von Foreigner(20:59) – "Urgent" von Foreigner(22:10) – "The Temples Of Syrinx" von Rush(22:56) – "Sledge Hammer" von Peter Gabriel(23:41) – "Can Can" von Buena Vista Social Club(24:04) – "Graceland" von Paul Simon(24:54) – "E-Bow The Letter" von R.E.M.(26:07) – "Hotel California" von Eagles(29:53) – "3-Tage-Bart" von Die Ärzte(30:57) – "Azzuro" von Die Toten Hosen(31:21) – "Hier kommt Alex" von Die Toten Hosen(31:57) – "Bonnie & Clyde" von Die Toten Hosen(35:00) – "Polizist" von Extrabreit(35:40) – "Wannabe" von Spice Girls(36:15) – "Fight For Your Right (To Party)" von The Beastie Boys(36:38) – "Dancing Queen" von ABBAMon, 16 Feb 2026 - 38min - 623 - Phil Collins – "Face Value"
Nach dem Ausstieg von Peter Gabriel bei Genesis 1975 hat Schlagzeuger Phil Collins auch die Rolle des Leadsängers in der Band übernommen. Eine super Vorbereitung auf seine Solokarriere und sein Solo-Debüt "Face Value" 1981.
Die Musik von Phil Collins auf "Face Value" ist anders als die von Genesis
Während Phil Collins mit Genesis eher im Prog-Rock unterwegs ist, ist die Musik seines Soloprojektes etwas vollkommen Anderes. Hier kombiniert er verschiedenste Genres miteinander: Jazzrock, R&B, Soul, Country – Phil Collins probiert sich aus und wird vom Sound auch sehr mystisch und elektronisch. Inhaltlich bekommen wir auf "Face Value" einen sehr privaten, sehr direkten Blick auf Phil Collins. Dort lösen die Texte das ein, was uns das Plattencover mit seinem Konterfei schon andeutet: wir sind sehr nah dran am Leben von Phil Collins.Schlagzeuger, Sänger, Legende – "Face Value" und Phil Collins sind Kult
Phil Collins gehört zweifelsohne zu den bekanntesten Schlagzeugern der Welt, und sein Drumfill im Song "In The Air Tonight" hat absoluten Kultstatus – auf dem Album "Face Value" ist trotzdem an einigen Stellen auch ein Drumcomputer zu hören.Mit "Face Value" hat Phil Collins den Drumsound der 80er und der folgenden Jahrzehnte revolutioniert!
Zu seinem ikonischen Drumfill bei "In The Air Tonight" hat Phil Collins im Interview erzählt, dass es absoluter Zufall war, dass das so entstanden ist.Quelle: Mark Bell, Historiker und Autor über Phil Collins und "Face Value"
Das war wirklich ein Glücksfall! Bei dieser Aufnahme habe ich eben dieses Drumfill gespielt. Hätten wir noch eine Aufnahme gemacht, hätte ich etwas anderes gespielt. Aber es passte, also haben wir es so gelassen. Aber ich habe mir nicht wirklich was dabei gedacht.
Quelle: Phil Collins über das Drumfill bei "In The Air Tonight"
Phil Collins und "Face Value": Die Solokarriere war abzusehen
Viele Fans sind begeistert, dass Phil Collins neben Genesis auch Solomusik veröffentlicht hat. Für einige andere mag es sich anfühlen wie ein Betrug an seiner Band Genesis. Wobei auch die Soloplatten von Phil Collins der Karriere von Genesis nicht geschadet haben, sie haben eher noch davon profitiert. Für Historiker und Podcast-Gast Mark Bell war es schon lange vor der Veröffentlichung von "Face Value" abzusehen, dass Phil Collins diesen Schritt gehen wird, erklärt er im Podcast. Denn bereits 1973 hat Phil Collins Musik als Sänger aufgenommen. Die wurde allerdings nie veröffentlicht. Historiker Mark Bell vermutet, dass diese Musik nicht veröffentlicht worden ist, aus Angst, dass sie zu erfolgreich sein würde und damit das Aus für Genesis hervorrufen könnte."Face Value" ist der Startpunkt einer Weltkarriere. Für Phil Collins basiert alles auf dem riesigen Erfolg von "In The Air Tonight" und "Face Value".
Quelle: Mark Bell, Autor und Historiker, über die Bedeutung von "Face Value" für Phil Collins
Shownotes
Das Buch von Podcast-Gast Mark BellYoutube-Reaction zu "In The Air Tonight"BBC-Podcast zu Phil CollinsMeilensteine Folge zu "The Marshall Mathers LP" von EminemSuchtprävention Rheinland-PfalzARD-Podcast-Tipp: "Urban Pop"Tickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalÜber diese Songs vom Album "Face Value" sprechen wir im Podcast
(18:11) – "In The Air Tonight"(49:38) – "Behind The Lines"(54:31) – "The Roof Is Leaking"(01:00:25) – "Hand In Hand"(01:04:26) – "Tomorrow Never Knows"(01:09:25) – "Over The Rainbow"Über diese Songs sprechen wir außerdem
(40:00) – "Money For Nothing" von Dire Straits(40:25) – "Born In The USA" von Bruce Springsteen(40:32) – "Beds Are Burning" von Midnight Oil(40:44) – "Pretending" von Eric ClaptonMon, 9 Feb 2026 - 1h 13min - 622 - Nick Cave And The Bad Seeds – "Murder Ballads"
"Murder Ballads" ist eine Mischung aus eigenen Songs, Traditionals und Coverversionen und vollgepackt mit illustren Mordgeschichten – düster, verstörend, aber in Teilen auch wunderschön. Und diese düsteren Mordsongs waren auch abseits von "Murder Ballads" immer Themen, die Nick Cave interessiert haben. Deshalb finden sich auch auf anderen Alben von Cave Songs zu diesem Thema.
Man merkt den Werken von Nick Cave an, dass er sehr belesen ist!
Wohlwollend aufgenommen wurde das Album auch von der australischen Version des Rolling Stone-Magazins. Es hat die Platte auf Platz 13 der besten australischen Alben aller Zeiten platziert.Quelle: Stefan Pitterling, Meilensteine Gast über Nick Cave
Was sind "Murder Ballads" wie von Nick Cave?
Im Fall von "Murder Ballads" handelt es sich nicht um eine klassische Pop-Ballade, oder eine epische Power-Ballade, wie wir es vielleicht vermuten würden, erklärt Musikredakteurin Katharina Heinius.Es geht hier viel mehr um ein kurzes, erzählendes Gedicht, das auch zum Singen geeignet ist.
Damit bewegt sich Nick Cave nah an der ursprünglichen Begrifflichkeit der "Ballade" und nicht an dem, wie wir im 21. Jahrhundert den Begriff alltagstypisch nutzen würden. "Die Tradition der Ballade stammt schon aus dem Mittelalter", erläutert Heinius im Podcast. Und auch wenn Nick Cave sich hier ganz dem Thema Tod und Mord widmet, so beweist er auch immer wieder viel Humor in seinen Texten und auch auf der Bühne, erklärt Podcast-Gast Stefan Pitterling. Was das Erzählen dieser "Murder Ballads" noch eindrucksvoller macht, ist, dass neben der Musik, in der Komposition Sounddesignelemente genutzt werden, um die Morde noch dramatischer zu gestalten und den Hörer noch tiefer reinzuziehen. In diesem Fall ist Nick Cave nicht mehr nur Musiker, sondern ein musikalischer Regisseur, der den Film im Kopf des Hörers entstehen lässt, erklärt Katharina Heinius.Quelle: Katharina Heinius über die Bedeutung des Begriffs "Ballade" bei Nick Cave
Der erfolgreichste Song auf "Murder Ballads" ist mit Kylie Minogue
Auf dem Album "Murder Ballads" hat Nick Cave einige Gäste mit dabei. Der deutsche Musiker Blixa Bargeld spielt in seiner Band, Sängerin und Ex-Partnerin PJ Harvey ist bei gleich zwei Songs mit am Mikrofon dabei und der australische Megastar Kylie Minogue singt mit Nick Cave das Duett "Where The Wild Roses Grow", dem erfolgreichsten Song der Platte. Bei dem Musikvideo wurde Nick Cave vorgeworfen, dass er damit Femizide romantisieren würde, weil der Mord an der Frau, gespielt und gesungen von Kylie Minogue, sehr ästhetisch dargestellt worden ist. Warum genau diese Horrorgeschichte dort auf der Bildebene so lieblich dargestellt wird und was das beim Zuschauer auslösen soll, erklärt Heinius im Podcast.Warum ist "Murder Ballads" von Nick Cave ein Meilenstein?
Als Nick Cave And The Bad Seeds "Murder Ballads" veröffentlicht haben, waren gerade Genres wie der späte Grunge oder Eurodance angesagt. Und für Podcast-Gast Stefan Pitterling macht diese Platte aus, dass sie eben keinem Trend folgt, was das Album total zeitlos macht, sagt er.Es ist ein wunderbares Konzeptalbum zu einem Thema, das viele Leute fasziniert [...] und es zeigt vor allem, dass ein Künstler, der sich wirklich traut, etwas zu machen, was andere nicht machen, damit auch super erfolgreich sein kann.
Quelle: Stefan Pitterling, Podcaster und Gast über "Murder Ballads" von Nick Cave
Shownotes
Artikel zu Jean-Frédéric Schnyder aus der Zeitschrift "Künstler – kritisches Lexikon der Gegenwartskunst"Romantisiert "Where The Wild Roses Grow" Femizide? Masther Thesis zur DebatteOffizielles Musikvideo zu "Where The Wild Roses Grow" auf YoutubeTickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalARD Podcast-Tipp: "Sprechen wir über Mord!?"Über diese Songs vom Album "Murder Ballads" sprechen wir im Podcast
(17:38) – "Song Of Joy"(33:58) – "Where The Wild Roses Grow"(48:08) – "Stagger Lee"(57:53) – "Henry Lee"(01:09:05) – "Death Is Not The End"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(08:31) – "Die Moritat von Mackie Messer" von Hildegard Knef(09:14) – "Midnight Rambler" von The Rolling Stones(09:52) – "Killer On The Loose" von Thin Lizzy(14:04) – "In The Ghetto" von Nick Cave(27:49) – "Ballad Of Hollis Brown" von Bob Dylan(50:51) – "Stagger Lee" von Ma Rainey(52:01) – "Stagger Lee" von Woody Guthrie(52:23) – "Stagger Lee" von James Brown(53:02) – "Stagger Lee And Billy" von Ike and Tina TurnerMon, 2 Feb 2026 - 1h 15min - 621 - Parliament – "Mothership Connection"
"Mothership Connection" von Parliament gilt als eines der bedeutendsten Funkalben aller Zeiten. Für das Musikerkollektiv Parliament Funkadelic, die hinter dem Konzeptalbum stecken, war es darüber hinaus das erste Album, das eine Platinauszeichnung bekommen hat.
Die Beatles und The Who waren Vorbilder für "Mothership Connection" von Parliament
Die Inspiration für dieses Konzeptalbum hatte Mastermind George Clinton sich bei zwei anderen legendären Konzeptalben geholt: Bei "Sgt. Pepper" von den Beatles und bei "Tommy" von The Who. Die Idee von "Mothership Connection" ist wie auch schon beim Vorgänger "Chocolate City", dass Afroamerikaner in Situationen oder Positionen gebracht werden, in denen sie zu der Zeit nicht erwartet worden sind. Bei "Chocolate City" war das zum Beispiel das Weiße Haus in Washington D.C. und bei "Mothership Connection" ist das eben auch der Weltraum. Auch nach "Mothership Connection" beschäftigen sich Parliament bei ihren nächsten beiden Alben mit der Weltraumthematik."Mothership Connection" ist das erste der drei legendären P.Funk-Mythologie-Alben.
Quelle: Johannes Heuft, SWR1 Musikredakteur über "Mothership Connection"
Darum ist "Mothership Connection" von Parliament ein Meilenstein
Für Musikredakteur Stephan Fahrig ist dieses Album so großartig, weil es "ein Schmelztigel von so vielem ist, was darin vorkommt". Vor allem schaffen Parliament es aber auf diesem Album auch einen "ganz neuen rohen Funk" zu entwickeln, erklärt Stephan Fahrig, der im Kontrast zu der sehr glatten Musik zu der Zeit steht, wie sie zum Beispiel die Commodores rund um Lionel Richie machen. Darüber hinaus vermischen Parliament auf diesem Album viele Musikgenres wie zum Beispiel den kultigen James-Brown-Funk, Bebop, Gospel und auch Rhythm and Blues. Und so wie sie den Mix aus den Genres präsentieren, sind sie für Stephan Fahrig "eine Vorgänger-Version des Hip-Hop". Und der Kleber, der diese Band zusammenhält, so erklärt es Stephan Fahrig, ist eben Mastermind und Funklegende George Clinton."Mothership Connection", das sind fast 39 Minuten der besten, schweißtreibendsten, enthusiastischsten Funksongs, die je geschrieben wurden!
Quelle: Stephan Fahrig über "Mothership Connection" von Parliament
Was ist der P.Funk auf "Mothership Connection"?
Den Begriff P.Funk kann man auf unterschiedliche Formen interpretieren. Zum einen kann man ihn als Abkürzung für den "Parliament" Funk sehen, also die spezielle Spielart der Gruppe selbst. Es gibt auch die Lesart, dass das "P" für "Pure" steht – also den puren, rohen, unbeschnittenen Funk. Alternativ kann das "P" auch für die Gruppe "Parliament" und das "Funk" für Funkadelic stehen, also das Musikerkollektiv hinter Mastermind George Clinton. Das würde insofern auch passen, als dass die beiden Bands Parliament und Funkadelic die Hauptvertreter des P.Funk-Genres sind. Aber auch darüber hinaus gibt es noch weitere Wege, wie das "P" zu verstehen ist, wie SWR1 Musikredakteur Johannes Heuft im Podcast erzählt. "Mothership Connection" ist auch das erste von drei Parliament-Alben auf denen sich George Clinton und Co. eine ganze Mythologie zu ausgedacht haben, die sich um Diktatoren, Weltraumvölker und Funk dreht.Wer sind Parliament, Funkadelic und Parliament-Funkadelic?
Im Grunde genommen sind Parliament und Funkadelic zwei unterschiedliche Bands, die aber aus dem gleichen Pool von Musikern bestehen, bei dem immer wieder Personen dazugekommen sind und andere sich vom Kollektiv entfernt haben. Daher werden die Gruppen auch oft als das Musikerkollektiv Parliament-Funkadelic bezeichnet. Parliament hat in den beiden Jahren '74 und '75 insgesamt drei Alben rausgebracht und Funkadelic haben zwischen 1970 und 1975 sogar sieben Alben veröffentlicht. Man kann also behaupten, beide Bands hatten Anfang der 70er-Jahre einen enormen musikalischen Output.Shownotes
Der Funk mathematisch betrachtetZur Cosmologie des FunkBuchtipp: "Black Prog"Konzertmitschnitt von Parliament Funkadelic (1976)Verschiedene Reviews zum Album "Mothership Connection"Artikel zum Afrofuturismus bei DLF-KulturARD-Podcast-Tipp: "Ready For Liftoff! Der Raumfahrtpodcast"Tickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalÜber diese Songs vom Album "Mothership Connection" sprechen wir im Podcast
(16:13) – "P.Funk (Wants To Get Funked Up)"(24:11) – "Mothership Connection"(52:56) – "Give Up The Funk (Tear The Roof Off The Sucker)"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(04:20) – "(I Wanna) Testify" von The Parliaments(44:19) – "Superbad" von James Brown(45:00) – "Fame" von David Bowie(49:03) – "Swing Down Sweet Chariot" von Elvis Presley(54:30) – "Standing On The Top" von The Temptations feat. Rick James(54:50) – "Uptown Funk" (Ultimix) von Bruno Mars und Mark Ronson(55:22) – "Who Am I (What's My Name?)" von Snoop Dogg und Dr. Dre(01:01:01) – "Hey Ya!" von Outkast(01:01:26) – "Not Like Us" von Kendrick Lamar(01:01:35) – "Can't Stop" von The Red Hot Chili PeppersMon, 26 Jan 2026 - 1h 05min - 620 - David Bowie – "Blackstar"
Weit mehr als 20 Alben hat David Bowie in seiner Karriere veröffentlicht, bevor als letztes 2016 das Album "Blackstar" erschienen ist. Für Musikredakteurin Katharina Heinius ist das der Startpunkt gewesen, sich ganz intensiv mit dem Ausnahmekünstler zu beschäftigen.
Für mich war "Blackstar" der Anker zu David Bowie! Weil ich da erst angefangen habe, mich richtig mit ihm zu beschäftigen, und dann chronologisch alles von vorne bis hinten durchzuhören. Da habe ich dann festgestellt, was für ein grandioses Meisterwerk "Blackstar" tatsächlich ist.
Neben Moderator Frank König und Musikredakteurin Katharina Heinius ist Musiker Heinz Rudolf Kunze zu Gast in dieser Podcastfolge über "Blackstar" von David Bowie. Der deutsche Musiker ist seit langem Fan von Bowie und hat bei Rock am Ring Ende der 80er Jahre auch auf der gleichen Bühne gestanden wie Bowie und seine Band. Auch über die musikalische Kollegenschaft hinaus hat Heinz Rudolf Kunze sich intensiv mit David Bowie beschäftigt. Für den NDR hat der Musiker eine neunteilige David-Bowie-Analyse namens "Der Favorit" recherchiert und moderiert. Und auch heute spielt David Bowie persönlich noch eine große Rolle für Kunze.Quelle: Katharina Heinius, Musikredakteurin über ihre Beziehung zu David Bowie
Ich glaube, dass er eine Lücke hinterlassen hat, die völlig unschließbar ist.
"Blackstar" gehört zwar nicht zu den kommerziell erfolgreichsten Alben seiner Karriere, aber auch damals standen bei den Konsumenten schon Musikstreamingdienste hoch im Kurs, erklärt Frank König im Podcast, und trotzdem hat "Blackstar" von David Bowie es auf über zwei Millionen verkaufte Einheiten gebracht und wurde mit Gold und Platin ausgezeichnet. Darüber hinaus gab es für "Blackstar" im Jahr 2017 dann noch vier Grammy-Auszeichnungen.Quelle: Musiker Heinz Rudolf Kunze über seine Beziehung zur Musik von David Bowie
Jazz, Avantgarde, Rock – Was ist "Blackstar" von David Bowie?
Eine der Besonderheiten auf dem Album ist, dass David Bowie keine klassische Rockband für dieses Album engagiert hat, sondern eine Jazzgruppe, die dann Rockmusik gespielt hat, erklärt Frank König. Die geht mit dem Material von David Bowie ganz anders um, was es an sich schon sehr spannend macht. Gefunden hat David Bowie "seine" Band 2014 in einer Bar in New York. In New York wurde das Album dann auch, zusammen mit Tony Visconti, geschrieben und aufgenommen. Das war aus organisatorischen Gründen wichtig, weil David Bowie durch seine Erkrankung schon geschwächt gewesen ist. "Die Wege mussten kurz sein", erklärt Katharina Heinius im Podcast.Auf "Blackstar" lässt David Bowie sich auch vom Hip-Hop beeinflussen
Was für Heinz Rudolf Kunze bei "Blackstar" anders ist, als bei früheren Alben von David Bowie, ist, dass er früher selbst "der große Innovator" gewesen ist. Hier hat er sich wiederum selbst auch von Künstlern inspirieren lassen, die man nicht unbedingt sofort mit Bowie in Verbindung bringen würde, wie zum Beispiel Hip-Hop-Megastar Kendrick Lamar. Für Katharina Heinius kommt hinzu, dass David Bowie sich auf "Blackstar" auch sehr zu sich selbst hinwendet. Neben Inspirationen "von außen" blickt Bowie hier auch auf sein eigenes Schaffen zurück und lässt sich von Dingen aus seiner eigenen Vergangenheit inspirieren.Wir finden ganz viel auf "Blackstar", das auf sein eigenes Werk zurückzuführen ist. […] Er macht das, was er sein Leben lang mit anderen gemacht hat, jetzt mit sich selbst.
Auch auf "Blackstar" hat David Bowie viele Dinge ausprobiert von denen niemand sicher sein konnte, dass sie funktionieren. Aber, Bowie hat es trotzdem gemacht und das spricht vor allem für seinen Mut, erklärt Musiker Heinz Rudolf Kunze im Podcast.Quelle: Katharina Heinius über "Blackstar" von David Bowie
Es gibt keinen anderen Superstar, nicht einen einzigen in der Rockmusik, der so viel riskiert hat, der so viel gewagt hat (wie David Bowie).
Quelle: Heinz Rudolf Kunze über den besonderen Mut von David Bowie
Shownotes
Buchtipp: David Bowie Is (Inside)Ausstellung im Victoria and Albert MuseumWebsite des Grafikdesigners Jonathan Barnbrook, der das Coverartwork von "Blackstar" gestaltet hatArtikel zur Produktion von "Blackstar"Interview mit Tony Visconti zu "Blackstar"Das Musikvideo zu "Blackstar"Website unseres Podcast-Gastes Heinz Rudolf KunzeTickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalARD-Podcast-Tipp: "Berlin Sounds Inside"Über diese Songs von "Blackstar" sprechen wir im Podcast
(21:40) – "Blackstar"(36:14) – "Lazarus"(47:50) – "Girl Loves Me"(52:35) – "I Can’t Give Everything Away"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(11:05) – "Where Are We Now" von David Bowie(12:58) – "Sue (Or In A Season Of Crime)" von David Bowie(16:08) – "How Much A Dollar Cost" von Kendrick Lamar(25:41) – "Live On Mars" von David Bowie(29:44) – "Flaming Star" von Elvis Presley(53:38) – "A New Career In A New Town" von David Bowie(55:28) – "Never Let Me Down" von David Bowie(55:49) – "Black Tie White Noise" von David BowieMon, 19 Jan 2026 - 1h 00min - 619 - Meilensteine Weihnachtsspecial 2025
Wir starten tanzend ins Weihnachtsspecial 2025 mit Manfred Mann’s Earth Band und "Criminal Tango"
Den Anfang macht Manfred Mann’s Earth Band mit dem Album "Criminal Tango", dem persönlichen Meilenstein von SWR1 Musikredakteur Dave Jörg. Er erinnert sich sogar noch genau an den Moment, als er die erste Single des Albums zum ersten Mal gehört hat. Es war vor dem Fernseher 1986, in der Fernsehsendung "Na sowas!" mit Moderator Thomas Gottschalk. Für Sänger Chris Thompson war es das letzte Album mit "Manfred Mann’s Earth Band". Und auch bei "Criminal Tango" steht er selbst schon als Gast mit auf dem Cover – gesondert und nicht als Teil der Band.Die Mischung aus rockigem Unterboden und verspielten Melodien hat mich total angesprochen!
Das Besondere an "Criminal Tango" ist für Dave Jörg auch die Mischung aus elektronischen Klängen und einer ordentlichen Portion Rock. Für den größten ABBA-Fan der Redaktion sind auch die tollen Harmoniegesänge etwas, das ihn beeindruckt hat.Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur
Harmoniegesänge machen was mit mir!
Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur
Neo-Soul Wegbereiter D’Angelo und "Voodoo" im Weihnachtsspecial 2025
SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig hat uns für unser Weihnachtsspecial das im Jahr 2000 erschienene Album "Voodoo" von D’Angelo mitgebracht, einem der Wegbereiter des Neo-Soul, wie Frank König anfügt. Neo-Soul kam Mitte der 90er auf und verbindet Soul mit R 'n' B-Elementen, Jazz und Hip-Hop. Dabei erkennt man den Sound gut daran, dass er sehr reduziert ist und das Tempo sehr langsam ist. Drums, Bass und Keyboards (oft ein Fender Rhodes) sind da zu hören, erklärt Musikredakteur Stephan Fahrig. Neben großen Pop- und Rockstars wie Ozzy Osbourne, Brian Wilson, Ace Frehley und anderen ist auch D’Angelo auf der Liste der in diesem Jahr leider verstorbenen Künstler. Die Weichen für eine musikalische Karriere sind bei D’Angelo schon früh gelegt worden – und etwas klischeehaft, betont Stephan Fahrig. D’Angelo ist als Sohn eines Pfarrers geboren, hat früh Klavierspielen gelernt und auch in der Kirche gesungen. Danach hat er angefangen, selbstständige musikalische Entscheidungen zu treffen, und hat im Alter von 16 Jahren gemeinsam mit seinem Bruder eine Band gegründet. Anfang der 90er-Jahre geht D’Angelo nach New York, wo er von dem Label EMI einen Plattenvertrag bekommt. Im Jahr 2000 erscheint sein zweites Album "Voodoo", das, wie oben beschrieben, sehr reduziert klingt.In unserem Weihnachtsspecial 2025 geht es mit Frank König und Tri Yann in die Bretagne
Und auch ein Livealbum gibt’s in unserem Weihnachtsspecial 2025. Moderator Frank König hat uns Musik von einem seiner liebsten Reiseziele mitgebracht, der Bretagne. Die Band heißt Tri Yann und ist die dienstälteste Band Frankreichs, wie König betont. Zu ihrem Jubiläum hat die Band ein Livealbum herausgebracht: "50 Ans De Scène". Die Idee hinter der Band, erklärt der Meilensteine-Moderator, ist, dass sie die Kultur und Sprache der Bretagne in ihrer Musik wieder aufleben lassen wollen. Und das beginnt schon beim Namen der Band, der eben nicht französisch, sondern bretonisch ist und "die drei Jans" bedeutet – eben nach der Urbesetzung der Gruppe. Kennengelernt hat Frank König die Musik von Tri Yann Mitte der 70er-Jahre. Seitdem hat er die Band kontinuierlich weiterverfolgt und auch ihre Entwicklung mitbekommen.Mit der Zeit sind die immer rockiger geworden. Also bretonisch-keltische Einflüsse, gemischt mit Rock. […] Mit der Zeit haben die sich ihre Fans erarbeitet, weil sie eben diese Musik in die Jetzt-Zeit geholt haben. Das war eine tolle Sache, weil die nicht nur die alten Traditionsweisen gespielt haben, sondern der Musik diesen neuen Touch beigefügt haben.
Quelle: Frank König, Meilensteine-Moderator
Im 2025er Weihnachtsspecial gibt es auch Solotöne von Rolling Stones-Gitarrist Ron Wood
Meilensteine-Fans wissen, dass Katharina Heinius und Frank König zwei der größten Beatles-Fans der Welt (zumindest in der SWR1 Redaktion) sind. Und ausgerechnet Katharina bringt zum Weihnachtsspecial ein Album der "Konkurrenz" mit; das Soloalbum von Rolling Stones-Gitarrist Ron Wood "I’ve Got My Own Album To Do". Die Erklärung dafür gibt Heinius umgehend: "Es ist auch ein kleiner Teil der Beatles mit drauf", erklärt sie im Podcast. Und abgesehen davon hören wir auch noch andere Teile der Rolling Stones, der ehemaligen Band von Rod Stewart und Ron Wood, den Faces und auch David Bowie.Es ist ein Album, das mir wahnsinnig ans Herz geht und das ich seit vielen, vielen Jahren schon hören kann. Das ist ein Album, wenn ich nicht weiß, was ich hören will, dann mache ich das an, weil das geht einfach immer!
1974 ist das Album "I’ve Got My Own Album To Do" entstanden, also in der Zeit, bevor Ron Wood Teil der Rolling Stones geworden ist. Wie kommt es, dass so viele Gaststars auf seinem Soloalbum vertreten sind? Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen war Ron Wood durch seine Umtriebigkeit in der Londoner Musikszene unglaublich gut vernetzt, und zum anderen hatte er zu der Zeit schon sein eigenes Haus mit Tonstudio. "The Wick" lag im etwas abgelegenen Londoner Westen, in Richmond. Dort hat sich die Londoner Musikszene gerne getroffen, miteinander Zeit verbracht und auch Musik gemacht. Kein Wunder, dass in diesem kreativen Umfeld ein Album entstehen konnte, das nicht auf Hits ausgelegt war, sondern auf dem wir einfach die Freude an der Musik und Freundschaft hören können.Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin und Meilensteine-Moderatorin
Man spürt einfach diese Musikerfreundschaften, die sich treffen, zusammen Musik machen und das alles auch noch auf Platte aufnehmen!
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin
Shownotes
Youtube-Kanal von Tri YannRon Wood beantwortet Fan-Fragen zum 40. Jubiläum seines AlbumsWebseite des erwähnten Künstlers Thomas SteyerTickets für das SWR Podcastfestival 2026 in MannheimARD Podcast-Tipp: "Score Snacks – Die Musik deiner Lieblingsfilme"Über diese Alben sprechen wir in unserem "Meilensteine Weihnachtsspecial 2025"
(01:15) – "Criminal Tango" von Manfred Mann's Earth Band(10:02) – "Voodoo" von D'Angelo(22:00) – "50 Ans De Scène" von Tri Yann(35:35) – "I've Got My Own Album To Do" von Ron WoodMon, 15 Dec 2025 - 49min - 618 - The Beatles – "Rubber Soul"
"Rubber Soul" von The Beatles gilt als die Erfindung des Rockalbums, erklärt Frank König. So etwas hatte es vorher noch nicht gegeben: Vor dem Album gab es keine einzige Single. Im Dezember 1965 ist einfach das Album erschienen und hat damit die Musikwelt und die Beatles für immer verändert.
Vor "Rubber Soul" – die USA-Reise veränderte die Beatles
1965 sind die Beatles von einer großen Tour durch die USA zurückgekommen, auf der sie auch Elvis Presley, Bob Dylan und The Byrds getroffen hatten. Die Beatles hatten auf dieser Reise unglaublich viele neue Eindrücke gesammelt. Nach ihrer Rückkehr nach England stand für die Gruppe nicht viel an, abgesehen von vier Wochen Zeit im Studio, um neue Musik zu machen. Ein perfekter Zeitpunkt, um alle Eindrücke richtig zu verarbeiten und zu neuer Musik werden zu lassen.Dieses Album schießt die Beatles in eine neue Umlaufbahn – musikalisch, textlich, als Band insgesamt [...]!
Und mit "Rubber Soul" hatten die Beatles dann wieder so viel Inspirationskraft freigesetzt, dass daraufhin neue (legendäre) Musik entstanden ist. Beach Boys-Mastermind Brian Wilson hat die Platte zu ihrem eigenen Meilenstein "Pet Sounds" inspiriert.Quelle: Ocke Bandixen, Musikjournalist und Podcaster über "Rubber Soul" von den Beatles
Auf "Rubber Soul" hören wir Experimente der Beatles
Neue Eindrücke verarbeiten und neue Dinge ausprobieren – beides machen die Beatles auf ihrem Album "Rubber Soul". Das hören wir zum Beispiel auch sehr eindrücklich beim Song "Norwegian Wood" an einem Instrument. Es ist das erste Mal in der westlichen Musik, dass ein Pop- bzw. Folk-Song veröffentlicht wird, auf dem eine indische Sitar zu hören ist. Die hatte George Harrison mit zu den Beatles gebracht. Entdeckt hatte er sie bei den Dreharbeiten zum Film "Help!". Später hat George Harrison dann auch Sitar-Unterricht genommen bei Ravi Shankar, DEM indischen Sitarkünstler und Vater der Sängerin Nora Jones.Bei den Beatles hat sich vor "Rubber Soul" persönlich vieles verändert
In der Zeit bevor die Band für "Rubber Soul" in die EMI-Studios, die späteren Abbey Road Studios, gegangen ist, hatte sich bei den Bandmitgliedern vieles verändert, erzählt Katharina Heinius. Es gab Hochzeiten, Umzüge, Hauskäufe, Nachwuchs und Ähnliches. Dinge, die oft im Leben den persönlichen Blickwinkel verändern und auch bereichern können.Ich finde, man kann an diesem Album sehr gut ablesen, dass etwas Neues beginnt. [...] Es ist ganz viel Neues zu spüren, aber eben auch noch ein bisschen Tradition, so wie sie eben in den Alben vorher Musik gemacht und auch gedacht haben.
Quelle: Ocke Bandixen, Musikjournalist und Podcaster über "Rubber Soul" von den Beatles.
Shownotes
"Recording The Beatles" – das Buch zum Studio-Equipment der BeatlesKommentare der Beatles zu jedem SongARD Podcast-Tipp: "Becoming The Beatles - Die Hamburger Jahre"Die zweite Staffel von "Becoming The Beatles" – Der Podcast braucht eure UnterstützungTickets für das SWR Podcastfestival in MannheimÜber diese Songs vom Album "Rubber Soul" sprechen wir im Podcast
(13:28) – "Drive My Car"(28:33) – "Norwegian Wood"(46:02) – "Nowhere Man"(56:08) – "In My Life"(01:06:03) – "If I Needed Someone"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(30:08) – "A Heartful Of Soul" von The Yardbirds(38:20) – "You've Got To Hide Your Love Away" von The Beatles(38:31) – "The Times They Are A-Changing" von Bob Dylan(39:02) – "Like A Rolling Stone" von Bob Dylan(39:25) – "Desolation Row" von Bob Dylan(39:45) – "Fourth Time Around" von Bob Dylan(01:04:24) – "In My Life" von Johnny Cash und Sean Connery(01:06:57) – "The Bells Of Rhymney" von The Byrds(01:07:34) – "Mr. Tambourine Man" von The Byrds(01:08:00) – "If I Needed Someone" von The HolliesMon, 8 Dec 2025 - 1h 12min - 617 - Black Sabbath – "Paranoid"
Diese Folge ist für das Team der Meilensteine etwas ganz Besonderes. Es ist die erste Folge, die wir live in einem Club vor Publikum aufgezeichnet haben und mit dieser Folge verabschiedet sich das Meilensteine-Team von der verstorbenen Rock- und Heavy Metal-Legende Ozzy Osbourne.
Wie groß das Vermächtnis von Ozzy Osbourne ist, habe ich selbst erst nach seinem Tod gemerkt. [...] Ich habe noch nie so viele Reaktionen namhafter Musiker und Stars auf allen Kanälen gesehen, wie bei Ozzys Tod. Gefühlt war das die gesamte Musikwelt. Immer wieder fiel dabei ein Satz: "Ohne ihn und Black Sabbath wäre ich nicht das geworden, was ich bin."
Quelle: Stephan Fahrig über das Vermächtnis von Ozzy Osbourne
"Paranoid" von Black Sabbath ist stilprägend für den Heavy Metal
"Paranoid" von Black Sabbath gilt heute als eines der stilprägenden Alben des Heavy Metal. Der Begriff Heavy Metal war ein Jahr zuvor zum ersten Mal in einem Song erwähnt worden, bei Steppenwolfs "Born To Be Wild"heißt es:I like smokin' Lightning, Heavy Metal Thunder, Racing with the Wind and the Feeling, that I'm under.
Und auf "Paranoid" machen Black Sabbath sich auf den Weg, die Musik zu machen, aus der der Heavy Metal entsteht. Damit hat in den kommenden Jahren der Hardrock und Heavy Metal dann gefühlt musikalisch die Zeit der Hippie-Musik abgelöst und ist zum musikalischen "Next Big Thing" geworden. Bis Black Sabbath so geklungen haben, wie sie auf "Paranoid" klingen, hat es noch eine kurze Weile gedauert. In der Anfangszeit bestand die Band noch aus sechs Musikern und machte eher Heavy Blues-Musik.Quelle: Textzeile aus "Born To Be Wild" von Steppenwolf
Die Geschichte von Black Sabbath und "Paranoid" beginnt wie viele Bandgeschichten
Heute lernen sich viele Musiker über soziale Netzwerke kennen, um sich fürs gemeinsame Musikmachen zusammenzufinden. Das alles gab es zur Zeit von Black Sabbath im Birmingham der 60er-Jahre noch nicht. Ozzy Osbourne und Gitarrist Tony Iommi lernen sich klassisch in der Schule kennen. Tony Iommi ist ein echter Schulrowdy und auch Ozzy wird von ihm sogar verprügelt. Kaum zu glauben, dass diese Jungs sich danach zusammengetan haben, um eine Band zu gründen und Musikgeschichte zu schreiben.Ist "Paranoid" von Black Sabbath schon Heavy Metal?
Ob das Album "Paranoid" von Black Sabbath schon Heavy Metal ist, oder noch Heavy Blues, oder etwas anderes dazwischen, darüber streiten sich Fans gerne. Worüber sich viele Fans einig sind, ist, dass es wegweisend für das Genre Heavy Metal ist. Genau deshalb ist es auch ein absoluter Meilenstein.Es hat unbestreitbar die Wurzeln des Heavy Metal und auch alle Zutaten dieses Genres schon beinhaltet, wie wir sie heute als Heavy Metal definieren würden.
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über "Paranoid"
Der Kulthit auf dem Black Sabbath Album ist der Titelsong "Paranoid"
Es ist eines der ikonischsten Gitarrenriffs und Songanfänge der Musikgeschichte: "Paranoid" von Black Sabbath. Spannend ist dabei, dass der Song erst ein halbes Jahr nach dem Album veröffentlicht worden ist. Heute würde man das vermutlich anders machen, aber damals hatte ein Album noch einen viel höheren Stellenwert als heute. Beim Song selbst gibt es auch ein weit verbreitetes Missverständnis. Es geht nämlich nicht um Paranoia oder paranoide Schizophrenie, sondern es geht um Depressionen. Beim Songwriting gab es innerhalb der Band nämlich eine Verwechslung der Begriffe Depression und Paranoia, erklärt Stephan Fahrig. Aber für ihn ist diese Verwechslung unter dem Entstehungsmomentum des Songs nachvollziehbar:Ich sage mal: Das kann vorkommen, wenn man einen Welthit in 20 Minuten schreibt.
Quelle: Stephan Fahrig über die Entstehung des Songs "Paranoid"
Der Gitarrensound von Tony Iommi und Black Sabbath auf "Paranoid"
Der Gitarrensound auf "Paranoid" von Black Sabbath ist ikonisch. Wie Tony Iommi zu diesem Sound gekommen ist und wie er von seiner Fender Stratocaster zur für ihn typischen Gibson SG-Gitarre gewechselt ist (dabei spielen ein Unfall und ein Zufall eine entscheidende Rolle), und vieles mehr besprechen wir im (Live)Podcast zu "Paranoid" von Black Sabbath.Shownotes
Youtube-Kanal von Black SabbathArtikel zum Duo "Cindy und Bert" und ihrer Version von "Paranoid"Der Ort unserer Liveaufzeichnung: "Circus Maximus" in KoblenzArtikel über die Ur-Geschichte des Heavy MetalARD-Podcast-Tipp: "Iron East – Heavy Metal im Osten"Tickets für das SWR Podcastfestival in MannheimÜber diese Songs vom Album "Paranoid" sprechen wir im Podcast
(19:55) – "War Pigs"
(41:09) – "Paranoid"
(47:07) – "Iron Man"
(01:01:58) – "Hand Of Doom"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(21:42) – "Born To Be Wild" von Steppenwolf
(22:49) – "Warning" von Black Sabbath
(25:56) – "You Really Got Me" von The Kinks
(26:25) – "Immigrant Song" von Led Zeppelin
(26:47) – "Speed King" von Deep Purple
(26:59) – "It's A Long Way To The Top (If You Wanna Rock 'n' Roll)" von AC/DC
(28:31) – "Breaking The Law" von Judas Priest
(28:44) – "Number Of The Beast" von Iron Maiden
(44:07) – "Communication Breakdown" von Led Zeppelin
(01:09:49) – "Wherever I May Roam" von Metallica
(01:10:09) – "Outshined" von Soundgarden
(01:10:34) – "Seasons In The Abyss" von SlayerMon, 1 Dec 2025 - 1h 13min - 616 - Fehlfarben – "Monarchie und Alltag"
Das "Wohnzimmer und die Keimzelle" der Fehlfarben, so beschreibt Katharina Heinius es im Podcast, war der Ratingerhof in Düsseldorf, ein bekannter Szenetreff für Künstler und Punks in der Düsseldorfer Altstadt. Wie passend, dass auch hier die Geschichte der Fehlfarben startet.
Der Geburtsort von den Fehlfarben und "Monarchie und Alltag" ist der Ratinger Hof in Düsseldorf
Bevor die Fehlfarben hier begonnen haben, hatten alle Mitglieder auch schon in anderen Punkbands aus dem Umfeld des Ratingerhofs gespielt und wurden teilweise sogar abgeworben.Wir waren so eine Art Supergroup der Ratinger-Hof-Szene!
Vom linken Szenetreff mit Punks und Künstlern sind die Fehlfarben für die Aufnahmen zum ersten Album schnell aufgestiegen. Den Plattenvertrag gab’s bei EMI, keinem kleinen Punklabel, sondern einer großen internationalen Firma.Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben
"Monarchie und Alltag" von den Fehlfarben kommt aus einem großen Studio
Passend zum großen Namen der Plattenfirma durften die Fehlfarben ihr Album "Monarchie und Alltag" auch in einem namhaften Tonstudio aufnehmen, den Maarweg Studios. In denen hatten zuvor schon die Rolling Stones aufgenommen und Jahre später würde auch Herbert Grönemeyer hier sein Album "Mensch" aufnehmen.Wir wurden beschimpft, dass wir bei der großen Industrie was machen, aber eigentlich war die EMI das größte Independent Label der Welt […] weil die haben alles unter einem Dach gemacht und waren komplett autark und unabhängig.
Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben
Die Fehlfarben Texte auf "Monarchie und Alltag" haben sich in den Alltag geschlichen
Für Musikredakteur Stephan Fahrig hat "Monarchie und Alltag" das Prädikat Meilensteine vor allem schon dadurch erlangt, dass es textlich herausragend ist. "Es war so passend in der Zeit", erklärt Stephan Fahrig. Bei ihm haben sich einzelne Textzeilen und Wörter aus den Fehlfarben Songs in seiner Schulzeit sogar in seine Alltagssprache gebahnt. Ein Punkalbum war "Monarchie und Alltag" für Stephan Fahrig dabei nie.Das Vermächtnis des Fehlfarben Debüts "Monarchie und Alltag"
Im Podcast erzählt Thomas Schwebel von seinem ganz persönlichen Vermächtnis von "Monarchie und Alltag". Wenn man so ein erfolgreiches Album gemacht hat, dann hat das ein Leben schon persönlich sehr geprägt, erzählt der ehemalige Gitarrist der Band.So ein Album prägt alles was du danach machst! Du wirst immer mit allem was du machst an dieser Platte gemessen. Es ist eine Bürde, aber eben auch eine große Chance, die einem so eine Platte eröffnet.
Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben
Die Geschichte der Fehlfarben abseits von "Monarchie und Alltag"
Neben den Geschichten zum Album und der Musik sprechen wir im Podcast zu "Monarchie und Alltag" auch über die Bandsituation und das Leben der Fehlfarben. Diese Chance muss man schließlich nutzen, wenn zwei (ehemalige) Bandmitglieder selbst im Podcast sind. Gemeinsam mit Katharina Heinius und Stephan Fahrig sprechen die beiden Mitglieder der Fehlfarben Thomas Schwebel und Peter Hein auch darüber warum Peter Hein damals die Band verlassen hat, um wen genau es im Song "Grauschleier" eigentlich geht, wie die Texte entstanden sind und noch vieles mehr aus der Geschichte der Band.Shownotes
Peter Hein über seine Zeit bei den FehlfarbenFehlfarben im Fadenkreuz der StasiARD-Podcast-Tipp: "Das Geheimnis – Musikalische Rätsel und Krimis zum Mitraten"Über diese Songs vom Album "Monarchie und Alltag" sprechen wir im Podcast
(19:03) – "Ein Jahr (Es geht voran)"(32:23) – "Grauschleier"(39:22) – "Gottseidank nicht in England"(42:00) – "All That Heaven Allows"(49:19) – "Paul ist tot"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(23:36) – "Le Freak" von Chic(25:18) – "I Want Your Love" von ChicMon, 24 Nov 2025 - 58min - 615 - Queen – "A Night At The Opera"
Der Albumtitel lässt es schon erahnen, bei "A Night At The Opera" handelt es sich um ein Meisterwerk, das wie eine Oper klingt. In diesem Jahr feiert die Platte 50-jähriges Jubiläum.
"A Night At The Opera" – Das teuerste Album aller Zeiten
Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung war "A Night At The Opera" das teuerste Album, das je aufgenommen wurde. Queen standen damals aufgrund von Management- und Vertragsproblemen kurz vor dem finanziellen Ruin. Obwohl das vorherige Album "Sheer Heart Attack" ein kommerzieller Erfolg war, sah die Band kaum etwas von den Einnahmen. Ihr damaliges Label Trient zahlte ihnen wöchentlich gerade mal 60 Pfund. Zusätzlich gab es Streit mit ihrem damaligen Manager Norman Sheffield. 1974 trennten sich Queen von Trient und von Sheffield, wechselten zu EMI und begannen unter ihrem neuen Manager John Reid die Produktion von "A Night At The Opera". Brian May beschrieb das Album einmal sogar als entscheidend für das Fortbestehen von Queen. Zum bis dahin teuersten Album überhaupt wurde es unter anderem, weil die Aufnahmen in sieben verschiedenen Studios stattfanden. Im Sommer 1975 zogen sich Queen aus London zurück und probten in einer Scheune auf einer Farm im Süden Englands. Zwischendurch arbeiteten sie in den Rockfield Studios in Wales, bevor sie die Produktion in verschiedenen Londoner Studios fortsetzten.Jedes Queen-Mitglied prägte "A Night At The Opera" mit eigenen Songs
Besonders an Queen und an "A Night At The Opera" ist, dass jedes Bandmitglied eigene Songs beisteuerte, die von der ganzen Band arrangiert und eingespielt wurden, auch wenn nicht jeder immer mit den Ideen der anderen ganz zufrieden war. So stammt "'39" von Brian May, "Bohemian Rhapsody" von Freddie Mercury und Stücke wie "You're My Best Friend" von John Deacon und "I'm In Love With My Car" von Roger Taylor. Gerade bei letzteren beiden Songs waren die anderen Bandmitglieder zunächst skeptisch, mussten die Stücke aber dennoch spielen. So bekam jeder seine eigene "time to shine", als Protagonist seiner Songs.Die Entstehungsgeschichte von "Bohemian Rhapsody"
"Bohemian Rhapsody" gehört zu den größten Hits von Queen und vermutlich zu den wichtigsten Songs der Rockgeschichte. Die Geschichte dahinter ist genauso außergewöhnlich wie der Song selbst. Freddie Mercury hatte bereits Ende der 1960er-Jahre die ersten Grundideen zu "Bohemian Rhapsody". 2023 kam heraus, dass das Lied ursprünglich "Mongolian Rhapsody" hieß. Diesen Titel hatte Mercury 1974 auf einem Briefpapier notiert.Er ist ein großer Song, weil es eine so große, einmalige, faszinierende Produktion geworden ist.
Warum aus "Mongolian" schließlich "Bohemian" wurde, bleibt bis heute ein Rätsel. Klar ist jedoch, dass das Wort "Bohemian" im künstlerischen Kontext einen Freigeist beschreibt, jemanden, der sich nicht an vorgegebene Strukturen hält. Genau das trifft sowohl auf Freddie Mercury als auch auf "Bohemian Rhapsody" zu. Der Song löst sich von traditionellen Konventionen. Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius erklärt, dass er aus drei Elementen besteht: einer Ballade am Anfang, einem Opernteil in der Mitte und einem Rockpart am Ende. Mit einer Länge von fünf Minuten und 55 Sekunden entspricht das Lied zudem kaum einem typischen Hitmuster, weshalb sich das Label zuvor fragte, ob es gut ankommen würde. Queen setzten sich dennoch durch. Das Lied blieb so, wie es gedacht war, und wurde zunächst stückchenweise im Radio gespielt. Die Neugier der Fans wuchs dadurch nur noch mehr und verschaffte "Bohemian Rhapsody" am Ende die Aufmerksamkeit, die es verdient.Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über "Bohemian Rhapsody"
Shownotes
Vermutliche Inspiration zu "Bohemian Rhapsody": Smetana, Dvorak, István Kertész, Israel Philharmonic – "Bohemian Rhapsody"Das Equipment von Brian MayVideo zu "You're My Best Friend"Video zu "Bohemian Rhapsody"Buch-Tipp: 50 Jahre Queen & "A Night At The Opera"ARD Podcast-Tipp: "Annelies Royale Welt"Über diese Songs vom Album "A Night At The Opera" sprechen wir im Podcast
(03:11) – "'39" (11:20) – "Death On Two Legs"(21:10) – "I'm In Love With My Car"(28:44) – "You're My Best Friend"(36:00) – "Love Of My Life"(39:04) – "Good Company"(49:06) – "Bohemian Rhapsody"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(35:30) – "Killer Queen" von QueenMon, 17 Nov 2025 - 1h 10min - 614 - Patti Smith – "Horses"
"Ungezügelter Rock, aber mit Köpfchen – das war die Idee hinter 'Horses'", so beschreibt Meilensteine-Host Frank König das Debütalbum von Musiklegende Patti Smith. Dass dieses Album in den Meilensteinen besprochen wird, haben sich auch viele der Podcast-Hörer gewünscht – zurecht.
"Horses" von Patti Smith – Das Debütalbum der "Godmother of Punk"
Als Patti Smith im November 1975 ihr Album "Horses" rausbringt, mit dem rohen und "garagigen" Rocksound hat die Welt von Punkbands wie den Sex Pistols, The Clash oder den Ramones noch nichts gehört. Neben der Musik wurde Patti Smith selber auch stark von Dichtern und Künstlern der Beat Generation beeinflusst. Sie selber kommt eigentlich auch aus der Dichtkunst und der Malerei, wodurch sich schnell erklärt, warum vor allem ihre Texte so stark sind. Inzwischen ist "Horses" Teil des US-Kulturerbes und wurde auch in die Rock'n'Roll-Hall-Of-Fame aufgenommen."Horses" war der Grundstein der Patti Smith zum weiblichen Rock-Vorbild machte
Große Rockstars, das waren damals fast ausschließlich Männer. Für junge Frauen, die sich für Rock und ähnliche Spielarten interessierten, gab es keine wirklichen Vorbilder, an denen sie sich orientieren konnten. Für viele junge Musikerinnen wurde Patti Smith eben zu genau diesem Vorbild. Sie hat gezeigt, dass man auch als Mädchen oder Frau rocken kann und darf. Sängerin Viv Albertine von The Slits hat in einem Interview gesagt, Patti Smith sei ihre eigene Seele, die sichtbar gemacht wurde.Ich habe noch nie eine Frau wie sie gesehen. Sie ist meine Seele, die sichtbar geworden ist, all das, was ich tief in mir verberge und nicht ans Licht bringen kann [...]. Ich möchte mich nicht wie sie kleiden oder ihren Stil kopieren, aber sie gibt mir das Selbstvertrauen, mich auf meine eigene Weise auszudrücken.
Quelle: Viv Albertine, Punk-Musikerin im Interview mit dem "Far Out" Magazine
Patti Smith und "Horses" waren auch für Katharina Franck ein Vorbild
Nachdem Katharina Franck "Horses" von Patti Smith gehört hatte, "war alles anders", erklärt die Musikerin im Meilensteine-Podcast.Patti Smith hat mich auf einen neuen Weg gebracht, der aber schon als Sehnsucht in mir drin war.
Im Podcast sprechen Frank König, Katharina Franck und Katharina Heinius auch über konkrete Beispiele, wie die Kunst von Patti Smith auch den Weg in die Musik der Rainbirds geschafft hat, zum Beispiel in dem Songzyklus "Sea Of Time" vom zweiten Album der Rainbirds.Quelle: Katharina Franck, Musikerin über ihre Verbindung zu "Horses" und Patti Smith
Patti Smith und die Zeit vor "Horses"
Patti Smith versteht sich selber eher als Lyrikerin als als Musikerin. Für sie ist die Musik ein Medium, mit dem ihre Texte mehr Menschen erreichen können, erklärt Katharina Heinius im Meilensteine Podcast. Erste Konzerte von Patti Smith fanden im New Yorker Szeneclub "CBGB" statt, wo sie von Clive Davis entdeckt worden ist. Patti Smith hat einen Plattenvertrag über sieben Alben bekommen, was sehr ungewöhnlich war, und damit ein Beweis, wie groß das Vertrauen in ihr Talent war.Das Vermächtnis von Patti Smith' "Horses"
Patti Smith hat mit ihrem Album "Horses" Generationen von Musikern, und vor allem Musikerinnen, beeinflusst, inspiriert und ermutigt, selbst zum Instrument zu greifen und darüber hinaus. Meilensteine Gast Katharina Franck hat selbst über den Einfluss von "Horses" auf ihr – nicht nur musikalisches Leben – einmal geschrieben, dass die Musik von Patti Smith (in diesem Beispiel der Song "Birdland") ihr gezeigt hat, dass "sich auch andere Menschen fremd fühlen in der Welt und man sich seinen Platz darin selber nehmen muss". Und sowas schaffen mit Sicherheit nur ganz wenige Künstlerinnen.Shownotes
Dokumentation über Patti Smith bei artePatti Smith erinnert sich an ihren Auftritt im Rockpalast 1979Die neue Patti Smith Biographie "Bread of Angels"Website von Katharina Franck mit den Infos zur 40 Jahre Rainbirds-TourDen Meilensteine Podcast Live erleben – am 14. November in KoblenzARD-Podcast-Tipp: Bonusfolge des Podcast "Erklär mir Pop" zu "Gloria" von Patti SmithÜber diese Songs vom Album "Horses" sprechen wir im Podcast
(21:30) – "Gloria"(35:55) – "Redondo Beach"(44:25) – "Birdland"(01:02:32) – "Land"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(25:07) – "Gloria" von Them (Van Morrison)(55:31) – "Sea Of Time" von RainbirdsMon, 10 Nov 2025 - 1h 16min - 613 - Pete Townshend – "White City (A Novel)"
"White City (A Novel)" erschien am 11. November 1985 als das fünfte Solo-Album des Sängers und The Who-Gitarristen Pete Townshend. Mit dem Album reflektiert Townshend seine eigene Kindheit und beschreibt die Welt, aus der er stammt.
"White City (A Novel)": Ein Album als Therapie
Der Sänger wuchs in der Nachkriegszeit in West London, in der Nähe des realen White City-Viertels auf. Die Gegend war in der Zeit eine Sozialbausiedlung, geprägt von Hoffnungslosigkeit, Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit. Das Foto auf dem Albumcover wurde tatsächlich auch in diesem Viertel aufgenommen. Pete Townshends Eltern trennten sich, als er etwa fünf Jahre alt war. Da beide Musiker waren und oft unterwegs, musste er bei seiner Großmutter leben. Diese Zeit war für ihn äußerst traumatisch, da er dort emotionale Misshandlung erfuhr. Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre verlor Townshend mehrere enge Weggefährten, was ihn stark prägte und in eine Depression stürzte. Zusammen mit seinen Kindheitserfahrungen verarbeitete er dies zunächst in der Therapie und später auch künstlerisch in "White City (A Novel)".Ich finde, dass dieses Album so eine Tiefe hat, das merkst du ja nicht, wenn du es das erste Mal hörst.
Quelle: Meilensteine Host Frank König über seinen Eindruck von "White City (A Novel)"
Pete Townshend und die Studio-Panne bei "Give Blood"
Für den Album-Opener "Give Blood", holte sich Pete Townshend nicht nur seinen guten Freund und Pink Floyd-Gitarristen David Gilmour ins Studio, sondern auchSimon Phillips am Schlagzeug und Pino Palladino am Bass. Beide gehörten zu Townshends Lieblingsmusikern zu dieser Zeit. Dabei passierte jedoch ein kleines Missgeschick: Pete Townshend hatte Simon Phillips versehentlich eine Woche zu früh gebucht. David Gilmour schaffte es dennoch zu den Aufnahmen, während Pino Palladino erst in der darauffolgenden Woche dazukam."White City Fighting" ist der Schlüsselsong des Albums
Auch bei "White City Fighting" ist David Gilmor mit dabei. Eigentlich hatte Townshend den Song für Gilmours Album "About Face" geschrieben. David Gilmour konnte sich aber nicht mit dem Text identifizieren und lehnte ihn deshalb ab. Glücklicherweise – denn thematisch passte "White City Fighting" perfekt zu "White City (A Novel)". Der Song behandelt, wie der Titel schon andeutet, Kämpfe – sowohl innere als auch äußere. Es geht um soziale Konflikte sowie um Townshends persönliche Auseinandersetzung mit seiner eigenen Vergangenheit.Das Vermächtnis von "White City (A Novel)"
"White City (A Novel)" greift tiefgehende existenzielle und soziale Themen auf und gibt Einblicke in die traumatische Kindheit von Pete Townshend. Für Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig ist es ein Album, das wegen seiner ernsten Inhalte besonders aus dem eher künstlichen Image der 1980er heraussticht.Ich finde, die Melodien, die er hier bringt, gehören zu den besten, die er je komponiert hat.
Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius sieht das Werk sogar als den Abschluss einer Trilogie, die mit "Tommy" beginnt, mit "Quadrophenia" fortgeführt wird und schließlich in "White City (A Novel)" endet.Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über "White City (A Novel)"
Shownotes
Podcast-Tipp "Pop und Pubertät – 1001 Alben", Sonderfolge:"Lifechanging Songs I"Podcast-Tipp "Pop und Pubertät – 1001 Alben", Sonderfolge:"Lifechanging Songs II"Ort des CoverfotosArtikel auf "The Circle" über das Album von Sina Buchwitz und Christof LeimPete Townshend über "White City (A Novel)"ARD Podcast Tipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie PodcastMeilensteine live im Circus Maximus in KoblenzÜber diese Songs vom Album "White City (A Novel)" sprechen wir im Podcast
(21:19) – "Give Blood"(36:12) – "Come To Mama"(39:14) – "Brilliant Blues"(45:15) – "Face The Face"(54:47) – "White City Fighting"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(40:20) – "The Story Of The Blues" von Pete Wylie & The Mighty WAH!Mon, 3 Nov 2025 - 1h 05min - 612 - Die Fantastischen Vier – "MTV Unplugged"
Im Jahr 2000 wurde diese Ehre der deutschen Hip Hop oder Rapgruppe "Die Fantastischen Vier" zuteil, als erste deutsche Ausgabe nach Herbert Grönemeyer. Aufgenommen wurde das Unplugged-Album der Band in der Balver Höhle in Nordrhein-Westfalen.
Viele Hits der Fantastischen Vier im neuen (Sound-)Gewand
Das Besondere an einem Unplugged-Album ist oft, dass darauf die größten Hits eines Künstlers, einer Künstlerin oder einer Gruppe sind und eben nicht nur das eine Album mit dem einen oder den zwei Hits. Außerdem klingt ein Unplugged-Album, der Name verrät es bereits, immer etwas anders, weil viele elektronische Elemente fehlen und Songs oft anders arrangiert werden – oft mit Orchestermusikern, weil die grundsätzlich "unplugged" – also nicht eingestöpselt spielen. Als im Jahr 2000 das Unplugged-Album der "Fantas" rausgekommen ist, hatte die Band schon elf Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel und schon fünf Alben im Gepäck. Es gab also einiges an Material, auf das Thomas D, Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon zurückgreifen konnten.Die Fantastischen Vier und die Anfänge des Hip Hops in Deutschland
Als die "Fantas" sich Ende der 80er gegründet haben, war Hip Hop und Rap vor allem in Amerika, wo die Musik ihren Ursprung hat, ein großes Ding. Einer der bekanntesten Vertreter war dort zum Beispiel "Grandmaster Flash & The Furious Five". In Deutschland steckte Hip Hop noch in den Kinderschuhen und die Fantastischen Vier waren neben der Heidelberger Gruppe Advanced Chemistry eine der ersten erfolgreichen Rap- und Hip-Hop-Gruppen des Landes. Während Rap heute oft geprägt ist von viel vulgärer und aggressiver Sprache, weil es eben auch eine Musikrichtung des Protestes sein kann, hat SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein an der Musik von den Fantastischen Vier auch besonders gut gefallen, dass deren Texte eben ohne viel Fluchen ausgekommen sind.Im Mainstream und in der Szene – Die Fantastischen Vier kommen gut an
Glaubwürdigkeit – oder "Credibility" – ist in vielen Musikgenres ein wichtiges Thema, ganz besonders aber im Hip Hop und Rap. Das macht es umso beeindruckender, dass die Fantastischen Vier mit ihren braveren oder gesitteteren Texten sowohl im Mainstream als auch in der Hip Hop Szene gut ankommen. Im Normalfall ist das eine klassische Entweder-Oder-Geschichte. Entweder die Szene liebt mich und ich habe dort den Respekt der "echten" Fans, oder ich richte mich nach den Regeln und (ungeschriebenen) Gesetzen der Popwelt, verdiene vielleicht mehr Geld, werde dafür aber von der Hip Hop Szene schief angeschaut.Mut und Jede Menge Arbeit – Nur so konnte das Unplugged Album der Fantastischen Vier entstehen
Das Besondere an dem Unplugged-Album der Fantastischen Vier ist für SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein, dass sich die Hip-Hop-Gruppe mit diesem Album eine gewaltige Aufgabe auferlegt hat, denn die Musik der Gruppe ist größtenteils elektronisch und nicht klassisch instrumentiert. Es wurde hier also nicht nur "ein Stecker gezogen", sondern die Songs mussten aufwendig neu arrangiert werden. Das war nicht nur viel Arbeit, sondern damit hat die Band auch jede Menge Mut bewiesen, findet SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein.Shownotes
Podcast-Tipp: "Fanta Vier Forever, Baby"Meilensteine Folge zum Album "Am Wasser gebaut" von Fettes BrotÜber diese Songs vom Album "MTV Unplugged" sprechen wir im Podcast
(18:54) – "Sie Ist Weg"(25:47) – "Tag Am Meer"(30:51) – "Der Picknicker"(39:08) – "MfG"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(06:22) – "The Message" von Grandmaster Flash & The Furious Five(12:54) – "Die Da" von Die Fantastischen VierMon, 27 Oct 2025 - 48min - 611 - Linkin Park – "Hybrid Theory"
Am 24. Oktober 2025 feiert "Hybrid Theory" seinen 25. Geburtstag. Auf dem Album befinden sich unter anderem Songs wie "Papercut", "Crawling" und "In The End", die es bis heute schaffen, ihre Hörerinnen und Hörer emotional zu erreichen. Dabei waren die Anfänge für Linkin Park gar nicht so einfach.
Die Anfänge von Linkin Park
1996 gründeten Mike Shinoda, Brad Delson und Rob Bourdon die Band "Xero". Mit Joe Hahn, Dave "Phoenix" Farrell und Mark Wakefield wuchs das Projekt schnell. Farrell und Wakefield verließen die Band nach kurzer Zeit, allerdings kehrte Dave Farrell im Jahr 2000 wieder zu Linkin Park zurück. Es fehlte dann aber noch ein Sänger. Mit Chester Bennington fand die Gruppe 1999 schließlich ihre Stimme, die die Identität und den Sound von Linkin Park maßgeblich prägte. Endlich vollständig, suchte die Band auch nach dem passenden Namen. Von "Hybrid Theory" führte der Weg über "Lincoln Park" zu Linkin Park. Doch bis zum ersten Plattenvertrag mussten sie Ausdauer beweisen: Mehr als 40 Showcases spielten sie, aber immer wieder folgten Absagen. Die Begründung: Der Markt für Nu Metal-Bands sei gesättigt. Doch ihre Hartnäckigkeit wurde belohnt, als sie 1999 endlich von Warner Bros. unter Vertrag genommen wurden.Man hat gesagt, das Genre ist tot, (...) das will keiner mehr haben. (...) Man darf dranbleiben, man darf auch an sich selbst glauben.
Quelle: Meilensteine Redakteur Patrick Schütz über die Hartnäckigkeit von Linkin Park.
Das macht Linkin Park so einzigartig
Zum Nu Metal-Genre gehören neben Linkin Park Bands wie Limp Bizkit, Korn oder Papa Roach. Doch die Gruppe um Mike Shinoda und Chester Bennington schaffte es, sich deutlich von ihren Zeitgenossen abzugrenzen. Während viele Bands auf Wut, Sex und Protzen setzten, standen bei Linkin Park tiefe Emotionen, persönliche Konflikte und dunkle Erfahrungen im Vordergrund – oft geprägt von Chester Benningtons eigenen Erlebnissen und inneren Kämpfen. Wenn man den Sound von Linkin Park in einem Song zusammenfassen wollte, dann wäre es "Papercut". Die Band selbst bezeichnete ihn immer wieder als ihre musikalische Visitenkarte. Harte Gitarrenriffs treffen hier auf Mike Shinodas Rap-Parts, Chester Benningtons melodisches Schreien und die unverwechselbaren elektronischen Klangflächen von Joe Hahn.Wie Chester Bennington Linkin Parks Songs prägte
Bennington war bis zu seinem Tod 2017 der Sänger von Linkin Park und verlieh den Songs mit seiner vielseitigen Stimme einen unverwechselbaren Charakter. Die Texte spiegelten seine persönlichen Erfahrungen wider – von Kontrollverlust durch Drogen- und Alkoholkonsum über das Gefühl, als Außenseiter in einer zerbrochenen Familie aufzuwachsen, bis hin zu tiefem Selbstzweifel.Mit dem Gesang, mit dem Melodiösen und dem Sanften und den Ausbrüchen der Emotionen im Schreienden, kommt eine neue Dimension dazu. Erst damit wird Linkin Park zu Linkin Park.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich das im Song "Crawling". 2002 wurde er mit dem Grammy für die beste Hard-Rock-Darbietung ausgezeichnet, da er sich so glaubwürdig mit den Themen Drogenkonsum und seinen Auswirkungen beschäftigt. Bennington konnte mit seiner Stimme mühelos zwischen hartem, aggressivem Gesang und sanften, verletzlichen Passagen wechseln. Selbst seine Shouts waren melodisch und emotional, wodurch jeder Song eine einzigartige Intensität erhielt.Quelle: Meilensteine Redakteur Johannes Heuft über Chester Benningtons Gesang
Das Vermächtnis von "Hybrid Theory"
Das Vermächtnis von "Hybrid Theory" und Linkin Park liegt darin, dass sie eine ganze Generation geprägt und inspiriert haben. Mit ihrer damals bahnbrechenden Fusion ausRap, Rock und elektronischen Elementen schufen sie 2000 einen Sound, der völlig neu war. Auch 25 Jahre später reißen die Songs noch immer mit, fesseln die Fans und lassen sich nicht oft genug hören. Das zeigt sich besonders in jüngster Zeit. 2024 kamen Linkin Park mit ihrer neuen Sängerin Emily Armstrong wieder zusammen. Im November 2024 veröffentlichten sie ihr aktuelles Album "From Zero" und gingen damit weltweit auf Tour. Die Tour läuft noch bis 2026 und war bisher schon ein voller Erfolg – zehntausende Fans feierten weltweit ihre Rückkehr auf die Bühne.Shownotes
Linkin Park – "A Place For My Head" (Live in Texas)Musikvideo zu "My Own Summer" von DeftonesMusikvideo zu "Papercut"Musikvideo zu "One Step Closer"Musikvideo zu "Crawling"Musikvideo zu "In The End"Offizielle Webseite von Linkin ParkARD Podcast-Tipp: Crrowl – Rock 'n' Roll Can Never DieInfos zur Liveaufzeichung der Meilensteine in KoblenzÜber diese Songs vom Album "Hybrid Theory" sprechen wir im Podcast
(12:43) – "Papercut"(26:44) – "One Step Closer"(33:24) – "Crawling"(42:17) – "A Place For My Head"(44:47) – "In The End"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(04:26) – "Bring The Noise" von Anthrax & Public Enemy(18:13) – "Nookie" von Limp Bizkit(20:14) – "Xtal" von Aphex Twin(24:12) – "My Own Summer" von Deftones(47:51) – "Circle Of Life" von Elton JohnMon, 20 Oct 2025 - 58min - 610 - Paul Simon – "Still Crazy After All These Years"
Neben dem Grammy für das "Album des Jahres" konnte Paul Simon auch noch die Trophäe für die "beste männliche Gesangsdarbietung" abräumen. Besonders gefreut haben dürfte ihn aber auch, dass das Album bei seinen Fans so gut angekommen ist. Millionenfach hat sich die Platte verkauft. Ein Grund dafür ist womöglich einer der größten Hits des Albums, "50 Ways To Leave Your Lover". Vor seiner Solokarriere war Paul Simon bereits ein Star; als Teil des Duos Simon & Garfunkel hatten die beiden Hits wie "Bridge Over Troubled Water", "Mrs. Robinson" und "Sound Of Silence". Als Solokünstler wollte Paul Simon weg von der Folkmusik und sich in anderen Genres ausprobieren. Das hören wir nicht nur auf dem Album "Still Crazy After All These Years", sondern auch auf den vorherigen Platten und ganz besonders auch auf dem späteren Album "Graceland", auf dem Paul Simon sich auch der Weltmusik zuwendet.
Paul Simon verändert seinen Stil auf "Still Crazy After All These Years"
Für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig ist dieses Album vor allem ein Jazzalbum, wie er im Podcast erklärt. Und für den Jazz auf Weltklasse-Niveau hat sich der ehemalige Folkmusiker Paul Simon eine lange Liste exzellenter Gastmusiker ins Studio geholt. Außerdem hat Simon seine persönlichen Fähigkeiten erweitert. Vor dem Album hat er sich intensiv mit Musiktheorie und Harmonielehre auseinandergesetzt, und das merkt man dem Album an, erklärt Katharina Heinius im Podcast.Es ist eine wahre Schatzkiste an Harmonien!
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "Still Crazy After All These Years" von Paul Simon
Bei "Still Crazy After All These Years" geht es um Erinnerungen
Kurz bevor das Album entstanden ist, hatte Paul Simon sich von seiner langjährigen Beziehung getrennt. Gleichzeitig ist er mit seinem musikalischen Partner Art Garfunkel zum Weltstar aufgestiegen – und das alles, obwohl er erst Mitte 30 war, als er das Album gemacht hat. Man kann also sagen, dass Paul Simon bis dahin schon viel erlebt hatte. Deshalb ist es auch nur passend, dass es auf dem Album "Still Crazy After All These Years" zu vielen Teilen um Erlebtes und um Erinnerungen jeglicher Art geht und man – so sagt es der Titel – immer noch verrückt ist.Das Albumcover zu "Still Crazy..." von Paul Simon ist etwas ganz Besonderes
Auch wenn das Albumcover und das Foto, das wir darauf sehen, auf den ersten Blick nicht großartig beeindruckend wirkt, ist die Geschichte dahinter doch ziemlich spannend. Der Art-Director hinter dem Plattencover von "Still Crazy..." heißt John Burke und er ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hat für viele große Künstler die Cover gestaltet und war insgesamt sogar 26 Mal für einen Grammy nominiert. Unter anderem hat John Burke mit Bob Dylan zusammengearbeitet oder auch mit der Band Chicago. Das Foto, das wir auf dem Album sehen, ist allerdings nicht von John Burke geschossen worden, sondern von Edie Baskin, die zu der Zeit eine romantische Beziehung mit Sänger Paul Simon hatte.Der größte Hit von "Still Crazy..." ist Paul Simons Trennungssong "50 Ways To Leave Your Lover"
Wenn die Beziehungen von Musikern enden, dann gibt es oft Songs darüber. Häufig sind das traurige Herzschmerz-Monzetten, die nur so triefen vor Melancholie. Dass es auch anders geht, zeigt Paul Simon uns mit seinem größten Solohit "50 Ways To Leave Your Lover". Fun fact: Im Song selbst gibt Simon aber nicht 50 "Tipps", um eine Beziehung zu beenden, sondern eigentlich nur fünf.Das Vermächtnis von "Still Crazy..."
Wir hören auf "Still Crazy..." ganz viele verschiedene Musikstile. Es ist viel Jazz dabei, Soul und auch Gospel. Wir hören, wie Paul Simon sich vom Folk abhebt und sich in unterschiedlichsten Musikrichtungen ausprobiert – mit Erfolg. Dieses Album ist ein ganz wichtiger Baustein in der Entwicklung von Paul Simon, erklärt Katharina Heinius im Meilensteine Podcast zu "Still Crazy After All These Years".Paul Simon ist [...] da angekommen, wo er hinwill!
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "Still Crazy After All These Years" von Paul Simon
Shownotes
Infos zum Albumcover von Paul Simons "Sill Crazy After All These Years"Paul Simon bei der Grammy-Verleihung 1976Youtube-Kanal von Paul SimonARD-Podcast-Tipp: "Tee mit Warum – Die Philosophie und wir"Infos zur Liveaufzeichung der Meilensteine in KoblenzÜber diese Songs vom Album "Still Crazy After All These Years" sprechen wir im Podcast
(13:15) – "Still Crazy After All These Years"(32:26) – "My Little Town"(41:48) – "50 Ways To Leave Your Lover"(55:34) – "Gone At Last"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(40:51) – "Ein ehrenwertes Haus" von Udo Jürgens(43:55) – "50 Tipps" von Ulla MeineckeMon, 13 Oct 2025 - 1h 05min - 609 - Otis Redding – "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul"
"Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" entstand an einem Tag
"Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" erschien am 15. September 1965 und verkaufte sich mehr als 250.000 Mal. Entstanden ist das Album in den legendären Stax-Studios in Memphis – und das in gerade einmal 24 Stunden. Das Indie-Label Stax Records war neben Motown Records eines der wichtigsten Labels für Soulmusik und prägte den typischen "Memphis-Soul". Die Stax-Hausband Booker T. & The MG's war auch maßgeblich an der Produktion von "Otis Blue" beteiligt.Das Album und die Bürgerrechtsbewegung
In einigen Songs des Albums zeigt sich ein deutlicher Bezug zur amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Mitte der 1960er Jahre. Ein Beispiel dafür ist der Song "Ole Man Trouble", in dem Otis Redding musikalische Brücken schlägt. Er verknüpft Elemente des als "weiß" wahrgenommenen Country mit den afroamerikanischen Traditionen der Soul- und Bluesmusik. Gerade in den Jahren des Höhepunkts der Bürgerrechtsbewegung war diese musikalische Verbindung mehr als ein Stilmittel. Sie wurde zur künstlerischen Aussage gegen Trennung und Ausgrenzung."Change Gonna Come" wird zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung
Ein weiterer Song, der in diesem Zusammenhang genannt werden muss, ist "Change Gonna Come". Dabei handelt es sich um eine Coverversion des Songs "A Change Is Gonna Come" von Sam Cooke. Cooke, ein wichtiges Vorbild für Redding, hatte den Song nach einer eigenen rassistischen Erfahrung geschrieben. Zusätzlich zum Schreiben inspiriert wurde er, als er Bob Dylans "Blowin' In The Wind" hörte – ein Moment, der ihn dazu brachte, selbst ein Lied über die Ungerechtigkeiten gegenüber Afroamerikanern zu verfassen, diesmal aber aus der Sicht eines schwarzen Musikers.Während Dylan der Dichter ist, (...) der, der was vorträgt, ist Otis oder auch Sam Cook (...) der Prediger. Das ist der, der es lebt.
Nach Cookes frühem Tod im Jahr 1964 führte Otis Redding dieses Erbe weiter. Er kürzte den Titel zu "Change Gonna Come" und machte den Song endgültig zu einer Hymne der Bürgerrechtsbewegung, die heute sozusagen als amerikanisches Kulturerbe gilt.Quelle: Meilensteine-Redakteurin Katharina Heinius
Die Stimme von Otis Redding war voller Emotionen
Otis Redding hatte die ganz besondere Gabe, mit seiner Stimme pure Emotion zu transportieren und sein Publikum vom ersten Ton an in den Bann zu ziehen. Genau das ist es, was Soulmusik so besonders macht. Anders als im Blues, der oft von Schmerz und Leid geprägt ist, schwingt im Soul stets eine Spur Hoffnung mit. Unser Meilensteine-Gast Rolf Stahlhofen, selbst Sänger und früheres Mitglied der Söhne Mannheims, weiß, wie dieser Effekt entsteht: Man darf nicht nachdenken, sondern muss ganz im Moment sein. Und man muss das fühlen, was man singen möchte.Das ist, wenn du das Gehirn ausschaltest. Wenn du nicht denkst, sondern nur bist.
Auch Weggefährten beschrieben Redding immer wieder als einen herzensguten, positiven und mitreißenden Menschen, der seine Leidenschaft für die Musik in jeder Note spürbar machte.Quelle: Musiker Rolf Stahlhofen über die Gesangskunst von Otis Redding
Otis Redding, Aretha Franklin und die Rolling Stones
Die Songs "Respect" und "Satisfaction" kennen wir nicht nur von Otis Redding, sondern auch von anderen berühmten Musikerinnen und Musikern. Aretha Franklin machte 1967 aus Reddings "Respect" eine Hymne für Emanzipation und Bürgerrechte, während Otis Redding selbst den bekannten Song "(I Can't Get No) Satisfaction" von den Rolling Stones in eine mitreißende Soul- und R&B-Version verwandelte. Mehr darüber erfahrt ihr in dieser Episode der Meilensteine.Shownotes
Offizielle Homepage unseres Gastes Rolf StahlhofenArtikel über den Tod von Sam Cooke aus dem "People" Magazine zum Filmstart von "One Night in Miami"Buchtipp: "Sweet Soul Music"Webseite von Stax mit Infos und VideosBuchtipp: "All that Jazz"ARD Audiothek-Tipp: "Alles in Butter" von WDR 5Über diese Songs vom Album "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" sprechen wir im Podcast
(16:12) – "Ole Man Trouble"(23:42) – "Respect"(32:23) – "Change Gonna Come"(49:15) – "I've Been Loving You Too Long"(54:58) – "Satisfaction"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(07:40) – "These Arms Of Mine" von Otis Redding(10:50) – "Green Onion" von Booker T. & The MG's(11:33) – "In The Midnight Hour" von Booker T. & The MG's(12:39) – "My Girl" von The Temptations(17:06) – "(Sittin' On) The Dock Of The Bay" von Otis Redding(19:33) – "King Of The Road" von Roger Miller(23:42) – "Respect" von Aretha Franklin(29:53) – "A Change Is Gonna Come" von Sam Cooke(39:09) – "Blowin' In The Wind" von Bob Dylan(43:43) – "Wenn Dir die Liebe fehlt" von Rolf Stahlhofen(48:33) – "Mr. Pitiful" von Otis Redding(53:48) – "I've Been Loving You Too Long" von den Rolling Stones(59:30) – "Thirty Days" von Chuck BerryMon, 6 Oct 2025 - 1h 01min - 608 - Oasis – "(What's The Story) Morning Glory?"
2025 hatten die Fans von Oasis wieder allen Grund zur Freude: Nach jahrelangem Zwist zwischen den Brüdern Noel und Liam Gallagher haben die beiden Brüder sich wieder zusammengerauft und sind mit Oasis auf Welttournee gegangen.
"(What's The Story) Morning Glory?" überholt das Debütalbum von Oasis "Definitely Maybe"
"(What's The Story) Morning Glory?" ist das zweite Album von Oasis und gleichzeitig auch das kommerziell erfolgreichste der Band. Mehr als 20 Millionen Mal wurde die Platte verkauft und hat damit das (bereits sehr erfolgreiche) Debütalbum überholt. Das zweite Album ist für junge Künstler oft entscheidend, denn damit wird klar, ob eine Band nur eine "Eintagsfliege" war, oder Fans länger begeistern kann. Oasis konnten die Begeisterung noch steigern, was wohl auch daran liegt, dass mit "Wonderwall" und "Don't Look Back In Anger" zwei der erfolgreichsten Songs der Band auf dem Album vertreten sind.In den 90ern war "Wonderwall" omnipräsent!
Quelle: Meilensteine Gast Ronny Bittner
"(What's The Story) Morning Glory?" hat Zeit gebraucht
Dabei hat es in der Anfangszeit, nach Veröffentlichung der Platte, gar nicht danach ausgesehen, als ob das Album so ein großer Erfolg werden würde. Die Fachpresse hat zu Beginn nämlich wirklich viele schlechte Kritiken zum Album geschrieben. Die Musik wurde als "mühsam und träge" und Oasis als "limitierte Band" beschrieben.Diese Bedeutung von "(What's The Story) Morning Glory?" kam eigentlich mit der Zeit.
Quelle: Meilensteine Gast Ronny Bittner
Die Aufnahmen zu "(What's The Story) Morning Glory?" von Oasis waren turbulent
Mit musikalisch gut gepackten Taschen sind Oasis für die Aufnahmen in die Rockfield Studios nach Wales gefahren, wo auch schon andere Meilensteine wie "Bohemian Rhapsody" von Queen oder auch "Parachutes" von Coldplay aufgenommen worden sind. Liam Gallagher hat während der Zeit dort viele Freunde eingeladen, mit denen sich gemeinsam betrunken wurde und die Aufnahmesessions gestört haben – so sehr, dass es zu einer Prügelei zwischen den beiden Brüdern gekommen ist und Liam Gallagher zwischenzeitlich sogar zurück nach London gereist ist.Auf dem Album hören wir auch viel Beatles-Einflüsse
Im Podcast wird auch darüber gesprochen, dass Oasis – und vor allem Noel Gallagher – sich an vielen Stellen von den Beatles inspirieren lassen hat. Ganz besonders deutlich wird das zum Beispiel im Song "Don't Look Back In Anger", sowohl musikalisch als auch textlich.Das Besondere an "(What's The Story) Morning Glory?"
Für Meilensteine Gast Ronny Bittner ist das Besondere an "(What's The Story) Morning Glory?", dass es für ihn, wie eine Art musikalisches Lagerfeuer oder ein nach Hause kommen ist, das er im Podcast als "Happy Place" bezeichnet."(What's The Story) Morning Glory?" ist mit seiner Vielschichtigkeit der perfekte Begleiter in vielen Situationen.
Quelle: Meilensteine Gast Ronny Bittner über die Songs des Albums
Shownotes
Meilensteine-Folge zu "Definitely Maybe" von OasisARD Podcast-Tipp: "Fuck You Very Very Much" über Oasis und BlurÜber das außergewöhnliche Cover zur Single "Some Might Say"Zur Coverfotografie von Michael Spencer JonesBuchtipp: "Gallagher – Fall und Aufstieg von Oasis"ARD Audiothek-Tipp: "Merch, Marketing und Musik – Das Geschäft mit den Fans"Über diese Songs vom Album "(What's The Story) Morning Glory" sprechen wir im Podcast
(13:54) – "Roll With It"(22:50) – "Wonderwall"(37:03) – "Don't Look Back In Anger"(56:55) – "Some Might Say"(01:04:44) – "Champagne Supernova"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(16:40) – "Country House" von Blur(29:19) – "Wonderwall" von The Mike Flowers Pops(30:03) – "Wonderwall" von Ryan Adams(36:30) – "The Masterplan" von Oasis(38:38) – "Imagine" von John LennonMon, 29 Sep 2025 - 1h 11min - 607 - Ton Steine Scherben – "Wenn die Nacht am tiefsten ..." (mit Claudia Roth)
Für die Podcastfolge zu "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben hatten wir eine besondere Gästin im Hinterkopf, auf die man vielleicht nicht sofort kommt: Politikerin Claudia Roth.
Freundin, Mitbewohnerin und Vertraute – Claudia Roth kennt Ton Steine Scherben gut
Sie ist nicht nur ehemalige Vizepräsidentin und langjähriges Mitglied des Bundestages, sondern, vor seinem Tod, auch enge Freundin von Rio Reiser und der Band Ton Steine Scherben. Zeitweise hat sie sogar mit den Musikern zusammen gewohnt. Claudia Roth hat also einen ganz intimen und speziellen Blick auf die Geschichte von Ton Steine Scherben. Sie war auch schon früher Gast bei den Meilensteinen, bei der Folge zum internationalen Frauentag zum Beispiel, zusammen mit den Sängerinnen Stefanie Heinzmann und Lucie van Org.Die Zeit um "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben
Im Podcast erklärt Claudia Roth, dass die Zeit damals, Anfang der 1970er-Jahre, eine "extrem politische Zeit" in Deutschland gewesen ist. Der RAF-Terrorismus war mehr als spürbar und auch die 68er-Generation und die Studentenbewegungen haben viele Menschen bewegt und auch beeinflusst.Es war immer ein Ansatz von Rio und [...] von allen, die gesagt haben: Wir müssen mit Emotionen die Menschen erreichen!
SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig erzählt im Podcast von vielen Momenten (auch bei Konzerten) durch die Ton Steine Scherben zu Helden der Linken Szene geworden sind, was für die Band auch "immer mehr zur Belastung" geworden ist.Quelle: Claudia Roth über die Herangehensweise von Ton Steine Scherben
Ton Steine Scherben waren "Eigentum der linken Bewegung"
Man hat sie immer mehr versucht wie das Eigentum der linken Bewegung zu behandeln. Es ist fast schon erwartet worden, dass man nach einem Konzert ein Haus besetzt! [...] Das hat die Band einfach verrückt gemacht.
Ton Steine Scherben, die eigentlich aus Berlin kommen, ziehen aufs Land nach Fresenhagen, erzählt Claudia Roth. Aber "es ist ein Rückzug nach vorne", so beschreibt sie es weiter. Die Band wollte nicht die Augen verschließen vor dem, was passiert, sondern Kraft schöpfen für die Zukunft.Quelle: Claudia Roth über die gesellschaftliche Wahrnehmung der Band
Sie fliehen vor der dogmatischen Linksszene.
Quelle: Stephan Fahrig über den Umzug der Band nach Fresenhagen
Was bedeutet "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben für Claudia Roth
In einer sehr politischen, rauen Zeit in Deutschland Mitte der 1970er ist "Wenn die Nacht am tiefsten ..." eine Art Lichtblick. Es soll motivieren mit Songs wie "Steig ein". Das ist vermutlich das, was Claudia Roth mit "Rückzug nach vorne" gemeint hat. SWR1 Moderator Frank König beschreibt das Album als eine Art Silberstreif am Horizont.Es ist ein Meilenstein, weil es die Stimme einer Generation ist, weil es der Sound einer Generation ist.
Das ganze Album "Wenn die Nacht am tiefsten ..." steht im Zeichen des Aufbruchs und im Zeichen der Hoffnung. Das hören wir an ganz vielen Texten des Albums, an denen Rio Reiser lange gearbeitet hat, wie Claudia Roth aus erster Hand berichten kann. Und für sie haben die Songs eine "so große Kraft, dass sie auch 50 Jahre später noch stimmen."Quelle: Claudia Roth über das Besondere an "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben
Shownotes
Website von "Wenn die Nacht am tiefsten ..."Das Rio Reiser ArchivBuchtipp: "Rio Reiser – König von Deutschland"Buchtipp: "Das schillernde Leben des Nikel Pallat – von Ton Steine Scherben bis Adele"ARD-Podcast-Tipp: "Musik ist eine Waffe – Die Geschichte von Ton Steine Scherben"Über diese Songs vom Album "Wenn die Nacht am tiefsten ..." sprechen wir im Podcast
(25:33) – "Wenn die Nacht am tiefsten ..."(43:00) – "Samstag Nachmittag"(49:13) – "Halt dich an deiner Liebe fest"(58:17) – "Wir sind im Licht"(01:04:39) – "Steig ein"Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(05:15) – "Junimond" von Rio ReiserThu, 18 Sep 2025 - 1h 15min - 606 - Sade – "Diamond Life"
Die Band um Frontsängerin Sade Adu war eine wahre Bereicherung für die Musiklandschaft der 80er-Jahre, die vor allem durch Synthie-Pop und Hair-Metal geprägt waren. Mit ihrem Mix aus Latin, Jazz, sinnlichem Soul und R'n'B haben Sade ein neues Genre etabliert und damit einen echten Nerv getroffen. Neben über 10 Millionen verkauften Platten, erreichte "Diamond Life" vierfach Platin in den USA und wurde in verschiedenen Ländern mit mehreren Gold- und Platin-Auszeichnungen geehrt.
Große Pop-Konkurrenz im Jahr 1984
SWR Redakteurin Jessica Pfeiffer bezeichnete 1984 als das "Jahr der Popmusik". Die Musikwelt hatte einiges zu bieten: von Hits wie "Last Christmas" von Wham!, "Relax" von Frankie Goes To Hollywood bis hin zu "Forever Young" von Alphaville. Außerdem war auch Kultsängerin Cyndi Lauper mit ihrem Hit "Girls Just Want To Have Fun" in den Charts, genau wie "Thriller" von Michael Jackson. Auch einige legendäre Alben sind im Jahr 1984 erschienen, darunter "Purple Rain" von Prince, "Born In The USA" von Bruce Springsteen, "Like A Virgin" von Madonna und natürlich "1984" von Van Halen.Der Karriereplan von Sade Adu
Helen Folasade Adu alias Sade Adu wurde 1959 geboren, wuchs in Nigeria und England auf und studierte zunächst Modedesign an der Saint Martin's School of Art in London, bevor sie ihre musikalische Laufbahn begann. In dieser Zeit knüpfte sie Kontakte zu großen Persönlichkeiten in den Bereichen Mode, Kunst und Musik, darunter Jean Paul Gaultier, Spandau Ballet und auch Musikmanager Lee Barrett. Dieser managte damals eine angesagte Funk-Latin-Band namens Pride. Als er eine neue Backgroundsängerin für die Band suchte, lud er Sade zu einer Audition ein, die sich bislang selbst nicht als Sängerin identifiziert hatte. Ein voller Erfolg!Sades Stimme klingt einerseits cool und lässig und andererseits warm und sexy gleichzeitig. Verzaubernd im besten Sinne.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
Bandgeschichte
Gemeinsam mit Pride-Saxophonist Stuart Matthewman begann so auch ihr Interesse für Songwriting zu wachsen. Die beiden schrieben erste Songs miteinander und traten versuchsweise als Vorband von Pride auf – und wurden sogar erfolgreicher als die Hauptband! Das Publikum liebte Sades samtig-weiche Stimme. Das Duo trennte sich von Pride und nahm einige der Bandmitglieder gleich mit. Die neue Band Sade (ausgesprochen "Scha-deeeh") wurde gegründet: mit Sängerin Sade Adu als Frontfrau, Stuart Matthewman am Saxophon, Paul Denman am Bass und Paul Cooke an den Drums. Später kam dann auch noch Andrew Hale am Keyboard dazu.Produktion von "Diamond Life" – als Kontrapunkt zum Synthiepop der 80er
Die 80er waren geprägt von synthetischen Klängen, vor allem im Mainstream-Pop gab es viele Künstler, die mit Synthies und auch künstlichem Schlagzeug Musik gemacht haben, wie zum Beispiel auch die Band ABC auf ihrem Album "Lexicon Of Love". Doch Sade und Produzent Robin Miller verstanden sich auf analoger Musik, die sich nur an wenigen Stellen elektronischer Hilfe bedient. Sie nahmen gemeinsam die ersten beiden Singles von "Diamond Life" auf – "Smooth Operator" und "Your Love Is King". Während Miller und Sade von ihrer Arbeit absolut überzeugt waren, wurden sie von allen Plattenlabels als zu langsam, zu jazzig und zu wenig zeitgemäß abgelehnt. Es folgte ein Meisterstück des Guerilla-Marketings: Sades damaliger Freund hatte gute Kontakte zu dem bekannten Journalisten Nick Logan, der gerade das hippe Musik- und Lifestyle-Magazin "The Face" gegründet hatte und zustimmte, Sade auf das Cover der Zeitschrift zu nehmen. Die Band organisierte im Eiltempo ein Konzert im angesagten Londoner Heavens Club und lud das Who's Who der Journalistenszene ein, um darüber zu berichten. Der Plan ging auf: Mehr als 1.000 Leute kamen nicht mehr in den völlig ausverkauften Club und mussten draußen bleiben. Alle wollten diese angesagte neue Band namens Sade sehen. Auch bei den Angeboten der Plattenfirmen hatte die Band plötzlich freie Wahl und entschied sich schließlich für das Label, das ihnen die größte künstlerische Freiheit versprach. Innerhalb von sechs Wochen entstand mit Produzent Robin Miller ihr Studioalbum "Diamond Life" und gleich im Opener des Albums macht Sade klar: Hier ist (fast) alles echt."Diamond Life" von Sade – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Für welche Weltstars Sade heute noch als großes Vorbild gilt, was ihre Musik auszeichnet und an welchen Stellen sich Produzent Robin Miller doch elektronische Hilfe dazu geholt hat, das und mehr hören Sie im aktuellen SWR1 Meilensteine Podcast zu "Diamond Life".Shownotes
Die Meilensteine Folge zu "Purple Rain" von PrinceDie Meilensteine Folge zu "Born in the U.S.A." von Bruce SpringsteenDie Meilensteine Folge zu "1984" von Van HalenDie Ursprungsversion von "Smooth Operator" von Pride, hieß im Original: "Diamond Life"Album Review zu "Diamond Life" auf Laut.deARD-Podcast-Tipp: zu "Rest in Exzess – Das kurze Leben von Techno-Legende Mark Spoon"Über diese Songs vom Album "Diamond Life" wird im Podcast gesprochen
(10:09) – "Smooth Operator"(22:59) – "Your Love Is King"(28:26) – "Hang On To Your Love"(33:24) – "When Am I Going To Make A Living"(40:14) – "Cherry Pie"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(11:43) – "The Look of Love" von ABC(12:06) – "The Look of Love" von Dusty Springfield(15:48) – "Diamond Life" von Pride(20:06) – "Hallo, Ich bin Herrmann" von Rodgau Monotones(29:57) – "Never Too Much" von Luther Vandross(30:26) – "Sweet Love" von Anita Baker (31:32) – "Billie Jean" von Michael Jackson(41:18) – "Theme from Shaft" von Isaac Hayes(41:57) – "Papa Was A Rolling Stone" von The TemptationsMon, 15 Jul 2024 - 46min - 605 - The Beatles – "A Hard Day's Night"
Am 9. Juli 1964 veröffentlichten die Beatles ihr drittes Album "A Hard Day's Night" – eine Platte, die nicht nur in Großbritannien, sondern auch international die Charts eroberte. Nur wenige Tage zuvor erschien der dazugehörige Film mit dem Titel "Yeah, Yeah, Yeah". Film und Album eröffneten neue Marketingstrategien im Showbiz, die Boyband ist geboren. Zum ersten Mal kommen alle Kompositionen vom Songschreiber-Duo John Lennon und Paul McCartney. "A Hard Day's Night" führte mit Songs wie "Can't Buy Me Love" und "Things We Said Today" die Charts an und beschritt gleichzeitig neue Wege in der damaligen Aufnahmetechnik.
Anfänge der Beatles
Ihre Karriere begann in den frühen 1960er Jahren als die Beatles tagtäglich auf der Reeperbahn gespielt haben, um Publikum in die Clubs zu treiben. Sie nahmen ihre erste Single auf mit dem Titel "My Bonnie", die zwar nicht wirklich erfolgreich, aber der Startschuss für ihren ersten Plattenvertrag war. Brian Epstein aus Liverpool formte aus den vier hochtalentierten Jungs eine Legende: Die Fab Four. Im Oktober 1962 erschien ihre erste Single "Love Me Do" und kletterte auf Platz 2 in UK und auf Platz 1 in den USA. Im Januar 1963 erschien direkt die zweite Single "Please Please Me", die ebenso unter den Top 3 landete. Es folgte die erste UK-Tour, dann das erste Album "Please Please Me", was sie in 12 Stunden aufgenommen haben. Ab diesem Zeitpunkt nahm die Beatlemania ihren Lauf.Wahnsinn, was die innerhalb von so einer kurzen Zeit alles gemacht haben. Das schaffen viele andere Bands in der ganzen Karriere nicht.
Quelle: Musiker, Musikwissenschaftler und Musikjournalist Thomas Bugert über die Anfänge der Beatles
Das Songwirter-Duo John Lennon und Paul McCartney
John Lennon und Paul McCartney haben sich an den großen Songwriter-Persönlichkeiten, wie beispielsweise Carole King und Gerry Goffin, die für andere geschrieben haben, orientiert. John Lennon hat sich jedoch in dieser Zeit immer noch als Kopf der Band gesehen und die Funktion des Bandleaders eingenommen. Er war derjenige, der die Band The Quarrymen gegründet hat, zu der Paul McCartney dazugestoßen ist, später folgten George Harrison und Ringo Starr. Daher war John vom Bandgefüge her derjenige, der die Rolle des Bandleaders für sich beansprucht hat. Das spiegelt sich auch auf diesem Album wider, John Lennon hat vier Songs alleine geschrieben, während McCartney nur einen einzigen Song alleine geschrieben hat."A Hard Day's Night"
Der Titel zum Song und Album "A Hard Day's Night" stammt von Ringo Starr. Der Legende zufolge waren die Beatles den ganzen Tag unterwegs und Ringo merkte erschöpft an, dass es ein harter Tag "A Hard Day" war, bis er merkte, dass es eigentlich schon Nacht war, weshalb er das "Night" noch angehängt hat. Das Album wurde in den Abbey Road Studios (damaligen EMI Studios) im Londoner Stadtteil Westminster aufgenommen. "A Hard Day's Night" war die Initialzündung für die Folk-Rock-Ära der 60er. Ein Instrument steht dafür wie kein zweites: Die 12-saitige E-Gitarre "Rickenbacker 360/12", die von George Harrison gespielt wurde. Sie inspirierte viele Musiker, unter anderem die Byrds, die den Sound übernahmen. Der ikonische Eröffnungsakkord des Titelsongs "A Hard Day's Night" fasziniert Musikliebhaber bis heute. Hier hat George Harrison mit der halbakustische E-Gitarre Rickenbacker 360/12 neue Soundmaßstäbe gesetzt.Für mich ganz persönlich ist "A Hard Day's Night" ein Meilenstein, weil auf diesem Album die pure Beatles-Magie rüberkommt. Es ist frisch, es steckt voller Zeitgeist und es ist noch nicht so verkopft wie die späteren.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
"Can't Buy Me Love"
"Can't Buy Me Love" ist die erste Single-Auskopplung von "A Hard Day's Night" und die erfolgreichste: Nummer 1 in vielen Ländern und in den USA gab es gleich mehrere Rekorde: 5 Wochen an der Spitze der Billboard Hot 100, von Platz 27 direkt auf 1. Der Song wurde ursprünglich in Frankreich aufgenommen und später in der fertigen Version in den Abbey Road Studios. "Can't Buy Me Love" ist ein Klassiker, den Paul McCartney auch heute noch in seinen Live-Shows spielt.Mockumentary "A Hard Day's Night" alternativ "Yeah! Yeah! Yeah!"
Der Film zum Album ist eine fiktive Dokumentation über einen Tag im Leben der Beatles, schnell, lustig, voller Musik und großartigem Wortwitz. Die Beatlemania ist auf ihrem Höhepunkt und die Fab Four sind ständig auf der Flucht, vor den Fans, vor den Journalisten oder sogar der Polizei. Das ist auch, was Drehbuchautor Alun Owen auf Tour mit den Beatles wahrgenommen hat, sie kommen nie richtig an oder zur Ruhe. Die Rollen der Beatles waren dabei ganz klar verteilt, es war praktisch für jeden Zuschauer etwas dabei: Der schlaue, sarkastische, auch kulturbeflissene John, der stille George, der witzige und humorvolle Ringo und der niedliche Paul und diese Rollen haben sich über Jahrzehnte weitergetragen — nicht zum Vorteil ihrer echten Persönlichkeit. Ein ganz klassisches Marketinginstrument um eine Boyband oder Girlband, was wir noch heute oft in der Popmusik sehen."A Hard Day's Night" von The Beatles – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Mehr über die Geschichte hinter dem Titel von Film, Album und Song, was es mit der Genialität des berühmten Anfangsakkords von "A Hard Day's Night" auf sich hat und was die unvergleichliche "Beatles-Magie" ausmacht und noch vieles mehr, erfahren Sie im Meilensteine Podcast zu "A Hard Day's Night" von The Beatles.Shownotes
ARD-Podcast-Tipp: "Knallhart Entspannt" mit der deutschen Stimme von Bruce WillisSWR1 Meilensteine Folge zu "Sgt. Pepper"SWR1 Meilensteine Folge zu "Revolver"SWR1 Meilensteine Folge zu "Abbey Road"Die ultimative Beatles-Fanseite im NetzBuchtipp: The Beatles – Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten von Ernst HofackerBuchtipp: Paul McCartney – LyricsBuchtipp: Recording The Beatles: The Studio Equipment and Techniques Used... von Kevin Ryan und Brian KehewÜber diese Songs vom Album "A Hard Day's Night" wird im Podcast gesprochen
(17:38) – "Can’t Buy Me Love"(20:38) – "A Hard Day’s Night"(51:07) – "And I Love Her"(57:37) – "Can’t Buy Me Love"(1:01:08) – "Any Time At All"(1:04:30) – "Things We Said Today"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(17:17) – "Komm gib mir deine Hand" von The Beatles(24:39) – "I Call Your Name" von The Beatles(34:12) – "Mr. Tambourine Man" von The Byrds(40:50) – "A Hard Day’s Night" von Goldie Hawn(1:00:28) – "Can’t Buy Me Love" von Ella FitzgeraldMon, 8 Jul 2024 - 1h 09min - 604 - Rory Gallagher – "Irish Tour '74"
Alben mit irischem Bezug hatten wir in den letzten Monaten ein paar bei uns in den SWR1 Meilensteinen. Letztens erst Thin Lizzy und "Black Rose: A Rock Legend". Und heute packen wir Rory Gallagher und seine "Irish Tour ‘74" mal mit dazu in unseren SWR1 Meilensteine Plattenschrank.
Eric Clapton, Brian May, Deep Purple – alle schätzten Rory Gallagher
Und auch wenn Rory Gallagher nicht unbedingt im kollektiven Gedächtnis verankert ist, schmälert das sein Können nicht im Geringsten. Viele große Stars aus der Musikszene kannten ihn, haben ihn verehrt und wollten sogar zusammen mit ihm Musik machen. Brian May von Queen hat gesagt, dass sein Sound von Rory Gallagher inspiriert ist, Eric Clapton hat Gallagher dafür gedankt, wieder zum Blues zurückgefunden zu haben und nicht ganz unbedeutende Bands wie Deep Purple, Cream oder die Rolling Stones hätten ihn wohl gerne als Gitarristen gehabt. Und "Irish Tour '74" zeigt auch warum all diese großen Namen Rory Gallagher so geschätzt haben. Darum ist es für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig auch ein Meilenstein.Dieses Album zeigt einen Gitarristen, der roh, direkt und ohne viel Schnick-Schnack seine innersten Gefühle – wie es sich für Bluesmusiker gehört – über seine sechs Saiten der Gitarre direkt in den Verstärker, über die Lautsprecher direkt auf die Bühne bringt und damit dem Publikum [...] offenbart.
Quelle: Stephan Fahrig über "Irish Tour '74"
Rory Gallagher war ein "Live-Mann"
Aber Rory Gallagher wollte lieber immer sein eigenes Ding machen. Und auf große Studioarbeit hatte Gallagher ohnehin nie wirklich Lust. Seine unglaubliche Energie hat sich vor allem auf der Bühne entfaltet. Auch deshalb sprechen wir mit "Irish Tour '74" heute über ein Live- und nicht über ein Studioalbum. Und dabei sprechen wir auch über die extravaganten Spielweisen von Rory Gallagher, besonders spannend für alle Gitarristen unter den Meilensteine-Fans.Was da passiert, auch an Austausch zwischen Publikum und Rory, du siehst es auch, die Leute, wie sie ihm auf der Bühne zuschreien, das ist unwahrscheinlich, was da für eine Energie ist.
Quelle: Stephan Fahrig über "Irish Tour '74"
Rory Gallagher und seine Fender Stratocaster
Neben seinem unfassbar guten Gitarrenspiel ist Rory Gallagher auch sehr bekannt für eine bestimmte Gitarrenart: eine Fender Stratocaster. Einer der bekanntesten Vertreter der Stratocaster-Spieler ist, der eben schon erwähnte, Eric Clapton. Aber auch die Gitarre von Rory Gallagher ist bis heute ein fast schon kultisch verehrtes Instrument der Rockgeschichte. Als fünfzehnjähriger hat sich Rory Gallagher die Gitarre damals gekauft und sich dafür selbst sehr hoch verschuldet, heißt es. Über die Jahre hat sie dann (vor allem optisch) sehr gelitten. Angeblich, weil Rory Gallagher einen extrem sauren Schweiß gehabt haben soll, der den Lack verätzt hat. Das sind Stories, aus denen Rock-Mythen sind.Shownotes
ARD-Podcast-Tipp: "Alles Geschichte – History von radioWissen"SWR1 Meilensteine Folge zu "Californication"SWR1 Meilensteine Folge zu "Black Rose: A Rock Legend"Rorys Homepage mit Infos zu "Irish Tour ‘74", seinen Instrumenten und seinem EquipmentYoutube-Kanal von Rory Gallagher mit Aufnahmen aus dem "Irish Tour"-FilmPortrait über Rory Gallagher in der ARD-MediathekAuftritt Rockpalast von Rory Gallagher in der Sendung "Rockpalast"Interview mit Rory GallagherInterview Donal Gallagher zu 40 Jahre RockpalastÜber diese Songs vom Album "Irish Tour '74" wird im Podcast gesprochen
(16:45) – "Cradle Rock"(42:44) – "Tattoo'd Lady"(47:06) – "As The Crow Flies"(57:47) – "Million Miles Away"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(06:01) – "Sunday Bloody Sunday" von U2(52:54) – "As The Crow Flies" von Tony Joe WhiteMon, 1 Jul 2024 - 1h 09min - 603 - Bad Company – "Bad Company"
Die Bezeichnung "Supergroup" wird traditionell dann verwendet, wenn sich Mitglieder oder ehemalige Mitglieder, die schon in großen Bands gespielt haben zusammentun und eine neue Band gründen. Bei Bad Company waren das Sänger, Pianist und Gitarrist Paul Rodgers und Drummer Simon Kirke von der Band "Free", Gitarrist Mick Ralphs von "Mott the Hoople" und Bassist Boz Burrell, der zwischendurch mal Grek Lake bei "King Crimson" abgelöst hatte. Und was die Herren dann zu bieten hatten, war zeittypischer Rock der Mittsiebziger mit großer Strahlkraft für die Weiterentwicklung des Rock. Schnörkellos könnte man auch sagen. Der größte Hit vom Album war "Can’t Get Enough".
Deep Purple, King Crimson und Co. – Die Entstehungsgeschichte der Supergroup Bad Company
Bei sogenannten Supergroups ist die Entstehungsgeschichte meistens auch ganz spannend, denn wer bereits in einer erfolgreichen Band spielt, der verlässt die oft nur aus guten Gründen um nochmal komplett von vorne anzufangen. Bei Paul Rodgers und Simon Kirke von "Free" hatte sich die Band so zerstritten, dass gefühlt keine Rettung mehr möglich war. Paul Rodgers und Simon Kirke gingen also gemeinsam auf die Suche nach neuen Mitmusikern. Mick Ralphs gefiel die musikalische Ausrichtung in die seine Band "Mott the Hoople" marschierte nicht so gut, da ging es zu sehr in die Richtung Glamrock. Und Bassist Boz Burrell von "King Crimson", der war sowieso sehr umtriebig. Vor der Zeit bei "King Crimson" war er schon mit seiner eigenen Band unterwegs gewesen, in der zum Beispiel Ritchie Blackmore, Ian Paice und Jon Lord spielten, die späteren Deep Purple. All diese Bandmitglieder kannten sich aus dem britischen Musikbusiness und so war es nicht besonders schwierig, sich zusammenzufinden. Dass die Bandmitglieder aus dem gleichen Dunstkreis kamen, wie man so schön sagt, hatte auch noch weitere Vorteile für die Band."Weniger ist Mehr" – der Slogan gilt auch für Bad Company
Bad Company sind schnell auf dem gleichen Label gelandet wie ihre Freunde von Led Zeppelin und konnten auch in deren Tonstudio Headley Grange ihr Debütalbum aufnehmen. Für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig ist Bad Company eines seiner liebsten Rockalben, wie er im SWR1 Meilensteine Podcast erzählt:Weil die Stücke [...] in einmaliger und genialer Art zeigen, wie viel mehr, weniger sein kann. [...] Die Arrangements auf diesem Album sind auf das Notwendigste reduziert und es ist auch diese einmalig, einfache und dann auch [...] raue Art an Rock heranzugehen, die ich so besonders finde an diesem Album.
Wenn die Instrumente grundsätzlich auf das Nötigste reduziert sind, dann bekommen die einzelnen Instrumente auch immer wieder die Möglichkeiten sich auszubreiten und zu glänzen. Das gilt natürlich auch für die sensationelle Rockstimme von Sänger Paul Rodgers. Der Grundsatz von Bad Company war: Zu viel Kleinteiliges lässt eine Platte auch klein wirken.Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über das Besondere am Album "Bad Company"
Bad Company definieren mit diesem Album für mich den Ausdruck "Classic Rock"! Und wenn im Lexikon irgendwo "Classic Rock" steht, sollte direkt darunter der Name "Bad Company" stehen.
Quelle: Stephan Fahrig über Bad Company und den Begriff "Classic Rock"
The Doors, Deep Purple, Queen – Sänger Paul Rodgers war heiß begehrt
Besonders beliebt und heiß umworben war Sänger Paul Rodgers. Nach seiner Zeit bei der Band Free, mit der er schon sehr erfolgreich gewesen war, hatten auch schon andere Bands an seine Tür geklopft und wollten mit dem Sänger zusammenarbeiten. Deep Purple zum Beispiel, oder auch The Doors, die nach dem Verlust von Jim Morrison auf der Suche nach einem neuen Frontmann waren. Zu der Zeit sagte Paul Rodgers aber "Nein" zu sämtlichen großen Namen und "Ja" zu seinem eigenen neuen Projekt Bad Company. Aber Paul Rodgers war nicht nur in jungen Jahren sehr geschätzt und begehrt bei anderen Musikgrößen. Von 2004 bis 2009 war Paul Rodgers der Sänger von keiner geringeren Band als Queen.Shownotes
SWR1 Meilensteine zum Album "Led Zeppelin IV"SWR1 Meilensteine zum Album "Californication""Bad Company" Doku auf YoutubeAlbum Story zu "Bad CompanyWie Bad Company den Blick auf "Supergroups" verändert hatBad Company und Ronnie Lanes Mobile StudioWebsite von Bad CompanyARD-Podcast-Tipp: "Musik ist eine Waffe – Die Geschichte von Ton, Steine, Scherben"Über diese Songs vom Album "Bad Company" wird im Podcast gesprochen
(16:28) – "Can't Get Enough"(23:49) – "Ready for Love"(30:44) – "Don't Let Me Down"(34:29) – "Bad Company"(45:37) – "Seagull"Mon, 24 Jun 2024 - 51min - 602 - Ed Sheeran – "X"
Ed Sheeran ist aus der aktuellen Popmusikwelt gar nicht mehr wegzudenken. Egal was er anfasst, es funktioniert bei ihm anscheinend alles. Schon sein zweites Album "X" hat ihn zum absoluten Megastar gemacht. Alleine in Deutschland war das Album 199 Wochen, also knapp vier Jahre in den Albumcharts vertreten. In seiner Heimat Großbritannien hielt es sich sogar noch viel länger: 439 Wochen, also achteinhalb Jahre. Der größte Hit des Albums war der Song "Thinking Out Loud". Eine Ballade, die, so ehrlich müssen wir sein, schon irgendwie ziemlich kitschig klingt. Aber 3,7 Milliarden Menschen auf Youtube hat der Song und auch das Video offenbar gefallen, denn so oft wurde das Video bisher (Stand: 7. Juni 2024) angeschaut. Und nicht der Kitsch, sondern die Romantik ist auch für SWR1 Musikredakteurin Nina Waßmundt der Grund, warum sie das Album ganz persönlich so liebt.
'X' ist für mich vor allem ein Meilenstein, weil es für mich der romantische Soundtrack meiner Generation sozusagen ist, den Ed Sheeran damit geschaffen hat!
Das Album "X" kam 2014 auch zu einem sehr passenden Zeitpunkt heraus. Zu der Zeit gab es vor allem sehr viel elektronische Hochglanz-Popmusik wie zum Beispiel von DJ Robin Schulz, Clean Bandit oder auch Katy Perry, die es in den Jahrescharts weit nach oben geschafft haben. Da hat Ed Sheeran mit seinen sehr akustisch- und organisch-klingenden Songs eine gewisse Vielfalt und auch einen Kontrapunkt in die Musikszene gebracht.Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über ihre persönliche Beziehung zu "X"
Ich finde, er kriegt das, wie wenige, perfekt hin, auf der einen Seite dieses Gefühlvolle zu haben und auf der anderen Seite aber auch mit dem Rap und so was Cooles zu haben.
Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über den musikalischen Mix von Ed Sheeran
Das Ed-Sheeran-Erfolgsrezept
Mit seiner speziellen Art zu singen hat er es geschafft, ein eigenes romantisches Ed-Sheeran-Genre zu erschaffen, erklärt Nina Waßmundt weiter. Dabei verbindet Ed Sheeran in seiner größtenteils sehr akustischen Popmusik Genres, die so bisher selten auf diese Art abgebildet worden sind, wie zum Beispiel auch Dance oder Hip-Hop. Dabei hilft ihm vor allem auch der Einsatz der für ihn typischen Loop-Station. Ein Teil des Erfolgs von Ed Sheeran macht, neben seiner Musik, auch seine charmante und bodenständige Art aus. Sheeran liebt es – das sehen wir in vielen älteren Videos auf Youtube – die Menschen zu animieren, mitzumachen. Damit hat er vor allem zu seiner Zeit als Straßenmusiker die Menschen zu sich gezogen. Und genau diese Videos und die Art, wie er Geschichten in seinen Musikvideos erzählt, machen ihn so charmant und nahbar.Er wirkt ja auch wie der "Nice-Guy" von nebenan. Das ist auch etwas, das sich über Social Media wahnsinnig gut transportiert.
Auf Social Media setzt sich der Brite immer wieder gekonnt in Szene durch viele Aktionen, bei denen er Menschen überrascht und ihnen unvergessbare Momente beschert. Zum Beispiel, wenn er auf einer Hochzeit auftaucht und für das Brautpaar seinen Hit "Thinking Out Loud" singt, wenn er eine Schulband besucht und mit ihnen zusammen spielt, ohne dass die Kinder es wissen. Oder, wenn er nach seinem Konzert auch noch spontan beim Frankfurter Oktoberfest auftritt und das Festzelt zum Beben bringt. Im Gegensatz zu anderen Stars passiert das bei Ed Sheeran aber meistens ohne irgendwelchen Glitzer oder viel Glamour. Ein "Poster Boy" ist er deshalb trotzdem nicht. Für ihn soll die Musik im Vordergrund stehen und nicht unbedingt er selbst. Dazu passt auch, dass seine Plattencover anders, als bei anderen großen Stars nicht unbedingt sein Gesicht oder ihn zeigen, sondern einfach eindeutige Farben und eine einfache Symbolik. Bei seinen ersten fünf Alben (die Mathematics-Reihe) waren das neben dem Album "X" die mathematischen Symbole "+", "÷", "-" und "=". Auch aus Marketing-Gesichtspunkten war das mit Sicherheit schlau, da so immer sofort klar war: Das ist ein Ed Sheeran Album.Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über Social Media und Ed Sheeran
Ed Sheeran hat die Zügel selbst in der Hand
Ed Sheeran selbst ist nicht nur ein charmanter Performer, der bei Liveshows sein Publikum "fest im Griff hat", wie man sprichwörtlich sagt, er ist auch ein exzellenter Songwriter. Seine Songs kommen fast ausschließlich von ihm, aber nicht immer ganz alleine. Oft holt sich der Popstar Co-Autoren zu seinen Songs dazu, wie zum Beispiel Pharell Williams. Der ist bei seinem Song "Sing" mit dabei gewesen. Wie hat Sheeran Pharrell Williams dazu bekommen, mit ihm zusammenzuarbeiten, ist die große Frage? Als die beiden Künstler 2013 gemeinsam bei der Grammy-Verleihung waren, hat Ed Sheeran einfach seinen Charme spielen lassen, weiß SWR1 Redakteurin Jessica Pfeiffer.Ed Sheeran saß ein paar Reihen hinter ihm (Pharrell Williams) und hat gedacht: "Na ja gut, wenn ich ihn jetzt nicht anspreche, werde ich es niemals machen." Und dann hat er es auch getan. Ein paar Tage später waren sie dann zusammen im Studio.
Wie es sich anhört, wenn die SWR1 Meilensteine Redaktion mit einer Loop-Station experimentiert, mehr Infos zu den Hintergründen von "X" und Ed Sheeran und auch, was dieses Album für die weitere Karriere von Ed Sheeran bedeutet hat, hört ihr in dieser Folge der SWR1 Meilensteine.Quelle: Jessica Pfeiffer, SWR1 Redakteurin über die Zusammenarbeit von Pharell Williams und Ed Sheeran
Shownotes
Youtube-Kanal von Ed SheeranEd Sheeran "Runaway" live at Roundhouse London 2014Luca Sestak live beim Lahnsteiner Bluesfestival (2016) mit "Runaway"Ed Sheerans eigener Looper"Thinking Out Loud" Behind The ScenesEd Sheeran Interview zum Album "Multiply"Ed Sheeran und Eminem performen gemeinsam in Detroit"Bloodstream" Musikvideo (mit Schauspieler Ray Liotta)SWR1 Meilenstein zum Album "+" von Ed SheeranPodcast-Tipp: Die Taylor Swift StoryÜber diese Songs vom Album "X" wird im Podcast gesprochen
(12:04) – "Sing"
(17:34) – "Don't"
(34:25) – "Thinking Out Loud"
(49:10) – "Runaway"
(55:26) – "Photograph"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(04:44) – "Auf Uns" von Andreas Bourani
(05:10) – "Happy" von Pharrell Williams
(15:24) – "Cry Me A River" von Justin TimberlakeMon, 17 Jun 2024 - 1h 04min - 601 - Santana – "Supernatural"
Die Zahlen sprechen für sich! Mit acht gewonnenen Grammy-Auszeichnungen im Jahr 2000 und mehr als 30 Millionen verkauften Einheiten hat Gitarrenlegende Carlos Santana mit seinem Album "Supernatural" offenbar einen Nerv getroffen. Er und seine Band haben dafür die eigene Musik aus den 60ern und 70ern quasi ins neue Jahrtausend gehoben. Geholfen haben dabei vor allem auch ganz viele Gastmusiker.
Kaum jemand hatte das zuvor für möglich gehalten, was für Santana selbst schon klar war, mit Hilfe vieler Musikerinnen und Musiker verschiedener Generationen und Genres neue Magie entstehen zu lassen.
Quelle: Frank König, SWR1 Meilensteine Moderator über die Idee zum Album "Supernatural"
Carlos Santana verbindet seine "alte" Musik mit neuen Künstlern
Mit "Blues-Rapper" Everlast bedient Santana auf dem Album auf der einen Seite die etwas düstereren Klänge, beim Song "Maria Maria", dem größten Hit der Platte, hat Carlos Santana noch die Rapgruppe The Product G&B (bestehend aus Mitgliedern der "Fugees") dazugeholt und so im November 1999 auch einen richtigen Mainstream Radiohit gelandet. Der Song war so gut und erfolgreich, dass sich 2018 DJ Khaled und Rihanna die Musik nochmal geschnappt haben und sogar noch einen neuen Song daraus gemacht haben: "Wild Thoughts". Und auch diese Version ging durch die Decke und hat inzwischen mehr als eine Milliarde Aufrufe auf dem offiziellen Youtube-Kanal von DJ Khaled – und damit mehr als doppelt so viele, wie das Original von Santana selbst."Supernatural" ist das Comeback für Santana
Das Santana etwas an ihrer Musik ändern mussten war offensichtlich. Zumindest, wenn sie kommerziell erfolgreich sein wollten, denn der große Erfolg, den die Band in den 70er-Jahren zweifelsohne hatte, war spätestens seit dem Album "Shangó" aus dem Jahr 1982 vorbei. Das war die letzte Platte, die zumindest in den USA noch mit Gold ausgezeichnet wurde. Danach war die Band global zwar nicht in der Versenkung verschwunden, aber weder in den USA, Großbritannien oder Deutschland hatte es die Gruppe um Gitarrenlegende Carlos Santana in die Top Ten geschafft – mit keinem der folgenden vier Alben. Erst "Supernatural" brachte die Wende und katapultierte die Band wieder (wortwörtlich) an die Spitze der Albumcharts. Es gab mehrfache Platinauszeichungen in den USA, Großbritannien, Österreich, der Schweiz und auch bei uns in Deutschland. Fast zwei Jahre konnte sich das Album bei uns in den Charts halten.Es ist sehr abwechslungsreich, wir haben ganz, ganz viele unterschiedliche Klangfarben mit dabei [...] Santana hat es geschafft auf diesem Album irgendwie die Musiklandschaft zu der Zeit abzubilden. Das macht das Album wirklich zu etwas Besonderem.
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über die Qualität von "Supernatural"
Der Ursprung von "Supernatural" – ein Traum von Carlos Santana
In der Musik von Carlos Santana und seiner Band geht es viel um Gefühl und Spiritualität, das zeigt auch sich auch am Plattencover von "Supernatural". Da fällt es nicht schwer zu glauben, dass die Idee zu diesem Mehrgenerationen-Album eine Idee ist, die er aus einem Traum hat, wie SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast erzählt. Das war noch drei Jahre, bevor das Album dann endlich erscheinen sollte. Die große Problematik von Santana zu der Zeit: Die Gruppe hatte nicht einmal einen Plattenvertrag. Viele Labels hielten Bandleader Carlos Santana zu dem Zeitpunkt einfach schon für zu alt, wie Benjamin Brendebach erklärt. Schlussendlich taten sich Santana dann wieder mit dem Mann zusammen, der sie schon in den 60er-Jahren unter Vertrag genommen hatte: Mit Arista-Records-Gründer Clive Davis. Der kannte sich zum einen mit Comebacks aus und hat zum anderen vor allem auch viele junge Künstler und Künstlerinnen aufgebaut und groß gemacht, wie zum Beispiel Whitney Houston, Bruce Springsteen, Pink Floyd, Alicia Keys und viele mehr.Der epische Gitarrensound von Carlos Santana
Das Besondere an dem Gitarrenspiel von Carlos Santana ist, dass er mit seinen Melodien immer etwas aussagen möchte und das mit ganz viel Gefühl verpackt. Das Wichtigste am Gitarrensound von Carlos Santana ist jedoch seit 1981 die Gitarre selbst, erklärt SWR1 Musikredakteur und Gitarrist Benjamin Brendebach. Santana spielt immer eine Gitarre der Marke "Paul Reed Smith". Die ist sowas wie eine Kombination aus der legendären "Les Paul", die unter anderem Slash von Guns'n'Roses spielt und einer "Stratocaster", die wir auch von Gitarrenlegenden wie Eric Clapton kennen. Darüber hinaus machen natürlich auch der Gitarrenverstärker und die Effektgeräte, wie die Verzerrung einen Teil seines Sounds aus, über den wir noch tiefgreifender im Podcast sprechen.Shownotes
Rolling Stone-Artikel aus dem Jahr 2000: The Epic Life Of Carlos Santana"Supernatural"-Review bei AllmusicSantana: "Corazón" (Live aus Mexiko)Youtube-Kanal von Carlos SantanaSWR1 Meilensteine-Folge zu "The Miseducation of Lauryn Hill"ARD-Podcast-Tipp: "Geisterjäger"Über diese Songs wird vom Album "Supernatural" wird im Podcast gesprochen
(10:16) – "Love Of My Life"(24:19) – "The Calling" (26:35) – "Put Your Lights On"(35:30) – "Smooth"(41:19) – "Do You Like The Way"(43:47) – "Maria Maria"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(17:27) – "Gravedigger" von Dave Matthews(29:48) – "What It's Like" von Everlast(40:47) – "To Zion" von Lauryn Hill(49:08) – "Wu‐Tang Clan Ain’t Nuthing ta F’ Wit" von Wu-Tang Clan(50:03) – "God Made Me Funky" von The Headhunters(50:32) – "Dirty Dancin'" von Product G&B(54:11) – "Macarena" von Los Del Rio(54:22) – "La Bamba" von Los Lobos(54:31) – "Livin' La Vida Loca" von Ricky MartinMon, 10 Jun 2024 - 1h 01min - 600 - Red Hot Chili Peppers – "Californication"
Auf "Californication" zeigen die Red Hot Chili Peppers ihre Narben, das Kalifornien, das sie in den 90ern erleben und in manchen Songs auch den harten Alltag von Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Die gesamte Platte ist ein Wendepunkt in ihrer Karriere, eine Art Wiedergeburt. Mehr als 15 Millionen Mal hat sich "Californication" bereits verkauft.
Geschichte der Red Hot Chili Peppers
Mit dem Album "Blood Sugar Sex Magik" 1991 ebneten die Red Hot Chili Peppers ihren speziellen Sound. Harte Rock & Funk Grooves trafen auf den stakkatohaften Sprechgesang von Anthony Kiedis — das war etwas ganz Neues und machte "Blood Sugar Sex Magik" zu einem echten "Signature"-Album. Die Single "Under The Bridge" wird zu einem Riesenhit. Für Gitarrist John Frusciante wird der Erfolg zu viel und bedingt durch seine schwere Heroinsucht steigt er 1992 aus. Die Peppers holen sich Dave Navarro als Ersatz, "One Hot Minute" heißt ihr gemeinsames Album im Jahr 1995. Danach wird es wild, die Red Hot Chili Peppers führten ein Leben zwischen Live-Gigs, Drogenexzessen, Selbstzerstörung und Selbstfindung.Produktion von "Californication"
1998 beschließt die Band ein neues Album aufzunehmen, mit einem vollkommen neuen Sound. Es sollte elektronischer werden. Sie fragten verschiedene namenhafte Produzenten an, darunter David Bowie, Daniel Lanois und Brian Eno — doch alle sagten ab. Daher blieben sie bei ihrem Erfolgsproduzenten Rick Rubin. Geprobt wurde in der Garage auf dem Anwesen von Bassist Flea. Dave Navarro erschien immer wieder unter Drogen bei den Sessions, weshalb die Peppers nicht länger mit ihm zusammenarbeiten wollten. Im Jahr zuvor begann ihr alter Bandkollege John Frusciante einen Entzug und schaffte es, seine Heroin-Abhängigkeit zu bekämpfen. Vielleicht war es Schicksal, er kehrte zu den Peppers zurück, obwohl er sich zu diesem Zeitpunkt körperlich in einem wahnsinnig schlechten Zustand befand. Sie probten gemeinsam, schrieben Songs — die Band-Chemie stimmte einfach und dann nahmen sie mit "Californication" einen echten Meilenstein auf.Die ganze Band ist einfach Monster! Das ist eine der wenigen Bands, wo jeder Musiker in Fachmagazinen permanent auftaucht. [...] Die sind von Ihrem Stil her absolut prägend und Vorbilder für Ihre Instrumente.
Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war zwar John nach seinem Entzug wieder clean, Anthony jedoch noch nicht. Er hatte 1995 einen Rückfall erlitten und wurde erst später, im Jahr 2000, clean. Und auch Schlagzeuger Chad Smith war bis 2004 alkoholabhänigig. Die Jungs verband zeitlebens ein trauriges Schicksal: alle waren auf unterschiedliche Arten schwer drogenabhängig. Der Opener "Around The World" handelt von der Schönheit der Welt und dem hektischen Tourleben. Es sind autobiografische Texte von Anthony Kiedis, mit denen er Bilder und Metaphern im Kopf der Hörer und Hörerinnen entstehen lässt, die sich wie ein roter Faden durchs Album ziehen. Für Markus Kavka und seine damalige Arbeit bei Viva 2, war "Californication" einer der wichtigsten Releases überhaupt. Vor allem die musikalisch und auch textlich vollkommen neuen Ebenen, die sich aufgetan haben, haben Kavka persönlich sofort begeistert.Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig
"Scar Tissue" — Das Narbengewebe der Red Hot Chili Peppers
Die Lead-Single "Scar Tissue" erschien bereits zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Albums, am 25. Mai 1999 und gewann einen Grammy für den besten Rocksong 2000. Für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig ist der Song eine Blaupause des Red Hot Chili Peppers-Sounds, der danach entstanden ist. John Frusciante musste sein Gitarrenspiel erst langsam wieder erlernen, spielt ganz einfache Akkordfolgen, diese aber wunderschön aufteilt auf dem Griffbrett. Er nimmt sich total zurück. Sein Gitarrensolo am Ende des Songs gilt laut dem Fachmagazin "Guitar World" als "eines der besten Gitarrensoli der Rockgeschichte.Er ist für mich persönlich einer der größten Gitarristen auf dieser Welt ever. Im Studio schon gut und live ohne Erbarmen. Man hört selbst bei diesem 30-sekündigen Solo was dieser Mensch für einen Schmerz hat, was für eine Fallhöhe generell in seinem Leben und was das für ein super sensibler Geist ist.
Nach diesem ersten Ausstieg und nach diesem Entzug hat John Frusciante einen komplett eigenen Stil in die Band mit eingebracht, den es zuvor in dieser Form noch nicht gab. Der Song "Scar Tissue" steht für die Wiedergeburt dieser Band und ist für Kavka quintessenziell für alles, was die Red Hot Chili Peppers ausmacht. Das Video zum Song zeigt die Peppers völlig vernarbt mitten in der Wüste. Auch die Autobiographie von Sänger Anthony Kiddies trägt den Namen "Scar Tissue" im Titel. Um welche Narben es sich hier genau handelt, die die Jungs nicht nur in ihren Songs verarbeiten, hören Sie im Podcast.Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig über John Frusciante
"Californication" — Die dunkle Seite des amerikanischen Traums
"Californication" erzählt die Geschichten von wandernden Seelen, die auf der Suche nach dem amerikanischen Traum in Kalifornien vom Weg abgekommen sind. "Californication" ist die Kritik am vermeintlich oberflächlichen kalifornischen Lifestyle, ein Song über den Verfall der künstlichen Gesellschaft, wie sie von den Red Hot Chili Peppers wahrgenommen wird. Es ist die dunkle Seite des amerikanischen Traums, von dem sie wissen, dass sie selbst Teil des Ganzen sind. "Californication" war für viele junge Menschen von sehr großer Bedeutung und hält bis heute noch nach.Was ich an dem Text auch so toll finde ist, dass einem nicht erzählt wird, was Sache ist, sondern es wird einem mit Bildern vor Augen geführt. Und das finde ich halt sehr, sehr poetisch. Und wenn man den Song mit geschlossenen Augen hört, dann hat man eigentlich die ganze Zeit über fast so eine Art Film vor seinem inneren Auge.
Quelle: Musikjournalist Markus Kavka über "Californication"
"Californication" ist für mich die Basis für den zweiten und bis heute andauernden Teil der Bandgeschichte und ist wirklich für mich bis heute ihr bestes Album. Ich glaube auch, dass da kein besseres mehr kommt!
Quelle: Musikjournalist Markus Kavka über "Californication"
"Californication" von Red Hot Chili Peppers – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Mehr über das Geheimnis hinter der Komposition und Produktion von "Californication", die umstrittene Soundqualität, was es mit dem brennenden Schwimmbad auf dem Cover auf sich hat und noch vieles mehr, erfahren Sie im Meilensteine Podcast zu "Californication" von Red Hot Chili Peppers.Shownotes
Meilensteine Eagles – "Hotel California" Podcast-Empfehlung "Fuck you very, very much!" mit Interview-Gast Markus Kavka und Jennifer WeistYouTube-Video von "Otherside"Der originale Cover-Entwurf zu "Californication"Buchtipp:"Scar Tissue (Give it Away)" Anthony Kiedis: Der Sänger der Red Hor Chili Peppers – Die AutobiographieÜber diese Songs vom Album "Californication" wird im Podcast gesprochen
(12:15) – "Around The World"(20:42) – "Scar Tissue"(35:19) – "Other Side"(44:03) – "Californication"(1:00:15) – "Road Trippin'"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(05:16) – "MfG" von den Fantastischen Vier(05:55) – "You Get What You Give" von New Radicals(06:46) – "Under The Bridge" von Red Hot Chili PeppersMon, 3 Jun 2024 - 1h 08min - 599 - Elvis Presley – "From Elvis In Memphis"
Produktionsgeschichte von "From Elvis In Memphis"
Elvis musste für dieses Album zunächst sein Label RCA davon überzeugen, einen neuen Weg einzuschlagen und in seiner Wahlheimat Memphis aufzuzeichnen. Dort gab es ein Studio, das wegen des Sounds sehr angesagt war, das American Sound Studio.Elvis wollte etwas Neues ausprobieren und nie wieder einen Song singen, den er nicht singen möchte. Bis dahin machte Elvis fast nur noch Soundtracks für Filme und keine Studioalben. Mit "From Elvis In Memphis" feiert er daher nicht nur sein Studioalbum-Comeback, sondern vollzieht zudem einen musikalischen Stilwechsel in eine Richtung, die damals sehr modern war. Die Aufnahmen zu "From Elvis In Memphis" fanden im Januar und Februar 1969 statt. Währenddessen war Elvis gesundheitlich stark angeschlagen, hat die Produktion dennoch abschließen können, obwohl seine Stimme zwischenzeitlich fast weg war.Der Mann hatte richtig Energie und ich finde das hört man einfach, das ist so präsent, das ist Wahnsinn. Elvis war zu dem Zeitpunkt ganz oben, was seine Performance anging.
Quelle: SWR1 Online-Redakteur Marcus Netscher
Das Erfolgsgeheimnis des King of Rock'n'Roll
Auf "From Elvis In Memphis" befinden sich vier Original- und acht Cover-Versionen — in einer Zeit der großen Songwriter, wie John Lennon, Paul McCartney oder Bob Dylan. Für Elvis war es jedoch nichts Außergewöhnliches Songs zu covern oder vielmehr zu veredeln. Er hat damit zwar keine musikalischen Innovationen gebracht, aber gemacht, was zu ihm passt — eine unnachahmliche Mischung aus Country, Soul und Funk. Elvis hat seinen Stil in die neue Zeit übertragen und das gelingt offensichtlich genauso gut auch mit Cover-Versionen, wenn nicht durch den Wiedererkennungswert vielleicht sogar noch besser.Er hat sich einfach zu dem Zeitpunkt oder er wurde einfach zu diesem Zeitpunkt neu erfunden.
Um 1970 traf Elvis den Entschluss ein eigenes Markenzeichen zu entwickeln und das "TCB-Logo" wurde geboren: Ein Zeichen mit einem Blitz und den drei Großbuchstaben "TCB", die für "Takin' Care Of Business" (Anmerkung der Redaktion: Sich immer schön um das Geschäft kümmern) stehen. Das war nicht nur Elvis' Lebensmotto, sondern auch der Name seiner Band, die ihn bis zum Ende fast immer auf den Touren begleitet hat.Quelle: SWR1 Online-Redakteur Marcus Netscher
Elvis in Vegas
Presleys Manager Colonel Tom Parker fixierte am 31. Juli 1969 einen Auftritt für Elvis in Las Vegas. Nach Elvis' damaligem Karrieretal war das für ihn eine große Chance — und er nahm sie wahr. Die Show wurde ein voller Erfolg! Zweimal am Abend konnte man fortan den King für zwei Stunden live sehen und das über Wochen."In The Ghetto"
Der sozialkritische Titel "In The Ghetto" geht unter die Haut. Er erzählt von einer Geschichte, die heute so aktuell wie damals ist, über den niemals endenden Kreislauf von Armut und Kriminalität im Ghetto von Chicago und hinterlässt ein mulmiges Gefühl in der Magengrube, findet SWR1 Musikredakteur Frank König. Elvis soll selbst Angst davor gehabt haben, dass der Song zu sehr polarisieren könnte. Doch das Gegenteil war der Fall: Die Menschen haben ihn für dieses Lied geliebt — "In The Ghetto" erreichte weltweit Top-Platzierungen, in Deutschland sollte es sogar der einzige Nummer-eins-Hit von Presley werden.Biopic von Elvis Presley
Der King of Rock'n'Roll ist nicht nur noch immer einer der größten Musiker aller Zeiten, sondern auch der Solokünstler mit den meisten verkauften Platten. Im Juni 2022 bekam er dazu ein filmisches Denkmal — "Elvis" heißt das Biopic unter der Regie von Baz Luhrmann. Von 1967 bis 1973 war Priscilla Presley mit Elvis verheiratet. Regisseurin Sofia Coppola hat diese Liebesgeschichte auf Vorlage von Priscilla Beaulieu Presleys Buch "Elvis and Me" verfilmt und Anfang 2024 in die Kinos gebracht."From Elvis In Memphis" von Elvis Presley – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Mehr zu Presleys legendären Las Vegas-Shows, warum der Song "Only The Strong Survive" innerhalb von drei Monaten gleich zweimal rauskam, "Suspicious Minds" es nicht auf die LP geschafft hat, obwohl es einer seiner größten Songs war und warum das Album unter massiven Spannungen produziert wurde, das und vieles mehr, hören Sie im SWR1 Meilensteine Podcast "From Elvis In Memphis".Allein diese Basslinie in "I'm Moving On" lohnt die Anschaffung dieses Albums würde ich sagen, so genial ist sie.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Christian Pfarr über den Song "I'm Moving On"
Shownotes
Offizieller Youtube-Kanal von Elvis PresleyÜber diese Songs vom Album "From Elvis In Memphis" wird im Podcast gesprochen
(06:31) – "Wearin' That Loved On Look"(09:23) – "Only The Strong Survive"(13:30) – "I'm Movin' On"(16:13) – "Gentle On My Mind"(20:21) – "After Loving You"(21:32) – "In The Ghetto"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(10:34) – "Only The Strong Survive" von Jerry Butler(24:24) – "Suspicious Minds" von Elvis PresleyMon, 27 May 2024 - 26min - 598 - David Bowie – "Diamond Dogs"
Nachdem David Bowie 1973 im Hammersmith Odeon seine eigene Kunstfigur Ziggy Stardust, mit der er eineinhalb Jahre lang live aufgetreten war, zum Schock vieler Fans zerstörte, stand Bowie vor einem Scheideweg: Wie sollte es weiter gehen? Das Ergebnis hören wir auf "Diamond Dogs".
Heinz Rudolf Kunze zu Gast im Meilensteine-Podcast über David Bowie
Für den Musiker, Musikjournalisten und vor allem David-Bowie-Experten Heinz Rudolf Kunze war die Zeit nach Ziggy Stardust eine ganz besondere Phase in der Karriere von David Bowie:Die Diamond-Dogs-Phase war die vielleicht gefährlichste in Bowies Laufbahn. Ziggy ist zu den Akten gelegt. Wer oder was würde er nun werden?
Auch nach "Diamond Dogs" gab es noch prekäre Phasen in der Karriere von David Bowie, wie Heinz Rudolf Kunze im Podcast erzählt. Die Phase von "Diamond Dogs", war für Heinz Rudolf Kunze damals so gefährlich, weil das sehr erfolgreiche Ziggy-Stardust-Konzept komplett beendet wurde und Bowie mit "Diamond Dogs" quasi vor einem Neuanfang stand, der auch hätte schief gehen können.Quelle: Heinz Rudolf Kunze 1985 in einer NDR-Reihe über David Bowie
Das war ein "Alles oder Nichts" Promotion-Coup! Es war eine geniale, aber wenn es schief gegangen wäre, eben auch selbstmörderische Maßnahme von der Bühne herab 1973.
Quelle: Heinz Rudolf Kunze über das plötzliche Ende von Ziggy Stardust
David Bowie ist ein musikalisches Chamäleon
Glücklicherweise hat das Album "Diamond Dogs" die Karriere von David Bowie nicht beendet, sondern Bowie als Ausnahmekünstler hat sich mit diesem Album gewandelt und gleichzeitig auch an sein vorheriges Album "Aladdin Sane" angeknüpft. Und durch die Musiker, mit denen Bowie auf "Diamond Dogs" zusammengearbeitet hat, die aus unterschiedlichen Genres kamen, hat er selbst auch seine Bandbreite erweitert.Niemand anders hat es so geschafft den Wandel und den Schock und die Irritation des Publikums so zum Prinzip zu erheben wie David Bowie.
Quelle: Heinz Rudolf Kunze über die Wandlungsfähigkeit von David Bowie
Inhaltlich ist Bowies "Diamond Dogs" eine Dystopie
Nach dem Glanz und Glamour von Ziggy Stardust kommt bei David Bowie der menschliche Abgrund, die Dystopie. Es ist ein düsterer und apokalyptischer Blick in die Zukunft. Inspiriert dazu haben David Bowie unter anderem Fritz Langs Film "Metropolis", George Orwells Klassiker "1984" und auch die Werke von William S. Borroughs. Bowie schaut auf "Diamond Dogs" in die Zukunft und sieht in seinem Song "Future Legend" verstörende Dinge. Zum Beispiel "Flöhe, die so groß wie Ratten sind und Ratten, die so groß wie Katzen sind". Definitiv kein rosiger Blick in die Zukunft.Musikalische Inspiration gab es auch von den Rolling Stones
Musikalisch hat sich David Bowie auf "Diamond Dogs" sehr viel bei seinen Kollegen und Freunden bedient wie zum Beispiel auch bei der Gitarrenarbeit, die teilweise einen deutlichen Rolling Stones Stempel trägt. Mit "Diamond Dogs" hat sich David Bowie von Großbritannien auch in Richtung USA orientiert. In Großbritannien und Europa war Bowie spätestens nach seiner Ziggy Stardust Zeit ein absoluter Megastar. Die USA hingegen waren noch ein Markt, den er gerne noch erobern wollte. Deshalb erkennen wir auf seinem Album auch immer wieder musikalische Elemente von Künstlern, die in den USA bereits sehr erfolgreich waren. Einige davon kamen auch aus dem amerikanischen Funk und Soul Bereich, wie zum Beispiel von den Temptations oder auch Bill Withers.Es passt in die Version, ins Konzept, in diese große übergeordnete Idee Amerika zu erobern.
Ob das alles nun Inspiration, Diebstahl oder eine Leihgabe ist, darüber wird auch in diesem Podcast gestritten. Aber auch über die Rolling Stones hinaus hat David Bowie sich für "Diamond Dogs" an anderen Stellen musikalisch "inspirieren" lassen. Wo genau, das hören Sie im Meilensteine Podcast zu "Diamond Dogs" von David Bowie.Quelle: Heinz Rudolf Kunze im Podcast über die Inspirationsquellen beim Album "Diamond Dogs"
Shownotes
Meilenstein-Folge zum Album "Court And Spark" von Joni MitchellMeilenstein-Folge zum Album "Let’s Dance" von David BowieMeilenstein-Folge zum Album "The Rise and Fall of Ziggy Stardust…"Offizieller Youtube-Kanal von David BowieBruce Springsteen singt "Rebel Rebel" live Über diese Songs vom Album "Diamond Dogs" wird im Podcast gesprochen (11:40) – "Future Legend"(29:01) – "1984"(37:11) – "Rock'n'Roll With Me"(44:07) – "Sweet Thing – Candidate – Sweet Thing Reprise"(01:04:39) – "Rebel Rebel" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen: (15:23) – "It's Only Rock'n'Roll (but I LIke It)" von den Rolling Stones(23:01) – "Brown Sugar" von den Rolling Stones(23:32) – "Blackstar" von David Bowie(34:57) – "Papa Was a Rolling Stone" von The Temptations(41:42) – "Lean On Me" von Bill Withers(01:00:02) – "Zion" von David Bowie(01:00:26) – "Changes" von David Bowie(01:00:59) – "Lady Madonna" von The Beatles (01:01:24) – "Negativland" von Neu!(01:07:13) – "The Last Time" von den Rolling StonesMon, 20 May 2024 - 1h 09min - 597 - The Cure – "Disintegration"
Bei "Disintegration" geht es um den Tod und das Altern und das alles in einem schaurig-schönen, düsteren Klanggewand mit Songs, die sich selbst viel Zeit und Raum geben, um sich zu entfalten. Zum Beispiel der Song "Pictures of You", da wird sich richtig Zeit gelassen. Bei dem Song starten die Vocals von Frontmann Robert Smith, die fast schon so was wie eine Anleitung für Herzschmerz und Trauer sind, erst nach über zwei Minuten.
Ich sehe uns auf diesem Album, wenn ich das Bild aufmachen will im Spa-Bereich im Hotel "Zur dunklen Seele des Robert S." und er ist der Bademeister und lässt uns gleich im ersten Song ("Plainsong") ein großes Bad ein. Mit den The-Cure-Badezusätzen, die wir brauchen. Da ist Melancholie, da ist Hall, da ist Einsamkeit, da ist Größe, da ist Verlorensein – alles das tut er rein.
Zu Gast in dieser Folge der SWR1 Meilensteine ist Heiko Maile von der deutschen Band Camouflage, die mit "The Great Commandment" und "Love Is a Shield" auch in den 80ern zwei große Hits hatten. Dank des Managements hatte die Band 1989 schon die Möglichkeit, vor der Veröffentlichung von "Disintegration" in das Album von The Cure reinzuhören. Heiko Maile erinnert sich noch daran, wie die Band das Album "Disintegration" während eines bitterkalten Videodrehs zum ersten Mal gehört hat.Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über "Disintegration" von The Cure
Da kam der A&R-Manger von der Firma und hatte dieses Tape dabei von The Cure, "Disintegration" [...] Dann haben wir das quasi damals im Auto am Strand in Sankt Peter-Ording das aller erste Mal gehört und das werde ich nie vergessen! Sehr beeindruckend!
Quelle: Heiko Maile von "Camouflage" über das erste Mal "Disintegration"
Die Musik bekommt viel Platz bei The Cure
Wie auch bei "Pictures of You" startet der Opener des Albums mit einem langen Intro. Beim "Plainsong" macht The Cure auch genau, was der Titel sagt. Es ist eigentlich ein einfacher Song, der aber mit vielen Klangflächen arbeitet und den Hörer schön langsam in das Album hineinzieht. Langsam aber mit einem epischen großen Sound.Ich denke, es ist einfach ein Ort, den sie (The Cure) da festlegen. Also sie holen dich ab und sagen: “Hier, das ist unser Ort, damit fangen wir an!” [...] Jeder, der das nicht aushält, sollte die Platte dann auch nicht weiterhören! Das ist wie ein Statement!
The Cure arbeiten aber nicht nur mit großen epischen Sounds auf "Disintegration". Manchmal sind es gerade die kleinen Dinge in den Songs, die sie so besonders machen. Beim Erfolgssong "Lullaby" zum Beispiel besingt Robert Smith den Spinnenmann, der sich immer näher heranschleicht. Diesen Spinnenmann können wir im Song sogar richtig eindeutig hören, in Form der hohen gezupften Töne schleicht sich der Spinnenmann Schritt für Schritt immer näher an sein Opfer. Unglaublich, wie schön bedrohlich das im Song klingt.Quelle: Heiko Maile von "Camouflage" über den Song "Plainsong"
The Cure sind der Dauerbrenner bei MTV
Noch intensiver wird das "Lullaby"-Erlebnis, wenn man sich das Musikvideo zum Song anschaut. In dem liegt Sänger Robert Smith in Spinnenweben eingewickelt im Bett und wartet eigentlich nur darauf, dass der Spinnenmann näher kommt und ihn auffrisst. Beim Musiksender MTV war das Video damals ein echter Dauerbrenner. Auch wenn es bei den meisten Songs auf "Disintegration" eher düsterer zugeht, die traurige Melancholie ist ja bei Robert Smith und Co. quasi ihr Markenzeichen, gibt es auch ein kleines Stimmungshoch: "Lovesong". Der Song ist sozusagen der Teil der Platte, der für die emotionale Dynamik zuständig ist. "Lovesong" ist dabei eine Liebeserklärung an Mary Poole, die langjährige Freundin von Sänger Robert Smith. Auch Megastar Adele hat "Lovesong" schon gecovert, in einer deutlich düstereren Variante als The Cure – aber nicht weniger schön."Disintegration" – Der persönliche Schlusspunkt von The Cure
Für SWR1 Meilensteine Gast Heiko Maile von Camouflage ist "Disintegration" so was wie "der Schlusspunkt von The Cure", erzählt der Musiker im Podcast.Weil, ich bin Ultra-Fan von dem Frühwerk. Als es in "Disintegration" ging [...] das schließt auch so ein bisschen meine The Cure Zeit ab. In "Disintegration" steckt irgendwie auch fast alles, was vorher schon da war. [...] Wenn ich jetzt jemandem ein Album empfehlen müsste, würde ich schon auch das Album nehmen, weil da steckt schon sehr viel drin von The Cure.
Quelle: Heiko Maile von "Camouflage" über The Cure und "Disintegration"
Shownotes
Der offizielle Youtube-Kanal von The CureMusikvideo zu "Love Is a Shield" von CamouflageMusikvideo zu "Lullaby" von The Cure"Lovesong" in der Coverversion von AdeleWebsite von CamouflageÜber diese Songs vom Album “Disintegration” wird im Podcast gesprochen
(15:09) – "Plainsong"(22:06) – "Lullaby"(34:19) – "Lovesong"(41:32) – "Pictures of You"(53:23) – "Disintegration"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(04:34) – "The Great Commandment" von Camouflage(04:50) – "Love Is a Shield" von Camouflage(08:17) – "Raw Like Sushi" von Neneh Cherry(08:27) – "Seeds of Love" von Tears for Fears(20:07) – "Chariots of Fire" von Vangelis(39:03) – "Lovesong" (Cover) von Adele(55:47) – "Running Up That Hill" von Kate BushMon, 13 May 2024 - 1h 05min - 596 - Herbert Grönemeyer – "4630 Bochum"
Mit über 3 Millionen verkauften Exemplaren ist "4630 Bochum" eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten und ein Meilenstein für die deutsche Rockmusik, der Jahrzehnte geprägt und überdauert hat. Herbert Grönemeyer hat hier seinen ganz eigenen Stil gefunden und damit das Fundament für seine Karriere gelegt.
Grönemeyers Anfänge
Musikalisch war Grönemeyer bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines fünften Albums "4630 Bochum" noch ziemlich erfolglos. Er hatte bereits vier Alben mit seiner damaligen Plattenfirma aufgenommen, die jedoch auf wenig Interesse gestoßen sind, sodass ihm Intercord schließlich den Vertrag gekündigt hat. Daraufhin nimmt ihn EMI unter Vertrag, zwischen Januar und März 1984 wird "4630 Bochum" in deren Tonstudios in Köln aufgenommen."4630 Bochum" – Der große Durchbruch für Grönemeyer
"4630 Bochum" ist für Herbert Grönemeyer nicht nur kommerziell, sondern auch künstlerisch der große Durchbruch. Er hat seinen Stil gefunden, er hat sich gefunden und auch seine Band, mit der er noch bis heute zum großen Teil zusammenspielt.Es ist auch eines dieser Alben, die deutschsprachige Rockmusik neu definiert haben, also zumindest einen Teil davon.
Westernhagen war zu diesem Zeitpunkt eher ein Blues-Rocker, der selbsternannte Panikrocker Udo Lindenberghatte punkige Einflüsse und die Neue Deutsche Welle war eher auf Unterhaltung aus. Peter Maffay machte Schlagerrock und Grönemeyer hat eigentlich damit angefangen, richtigen deutschen Rock-Pop zu machen. Er hat mit "4630 Bochum" etwas ganz Eigenes geschaffen und diesem Stil ist er bis heute treu geblieben. Das Album besteht aus einer A- und einer B-Seite, wobei die Songs auf der A-Seite des Albums tatsächlich zu Hits wurden, während sich auf der B-Seite die etwas Abseitigeren befanden. "Bochum", "Männer", "Flugzeuge im Bauch", "Alkohol" und "Amerika" sind die Songs, die auch heute noch fast jeder kennt.Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach
"Bochum" – Eine musikalische Liebeserklärung
Grönemeyer ist im niedersächsischen Clausthal-Zellerfeld geboren, aber in Bochum aufgewachsen. Mit seiner musikalischen Liebeserklärung an die Stadt hat erBochum ein Denkmal gesetzt. Über London, Berlin, Rio oder New York gibt es hunderte Songs, sogar über Köln, gibt es unzählige musikalische Liebeserklärungen, aber über Bochum und das Ruhrgebiet nur eine: Grönemeyers "Bochum". Bis zum heutigen Tage wird vor jedem Heimspiel des gleichnamigen VFL, die Hymne an die Stadt, die Menschen und den Verein gespielt. Wie tief diese Hymne in die Herzen der Menschen geht, ist auf Grönemeyers Konzerten zu spüren, wenn alle Besucher und Besucherinnen dieses Lied mit ihm gemeinsam singen.Bochum ist tatsächlich eine Heimatliebe-Hymne für alle, die Emotionen schwappen auf alle über.
"Bochum" ist international produziert, ein Song zum Mitsingen, bei dem im Hintergrund trotzdem sehr viel passiert, hier kommt einfach alles zusammen.Quelle: SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld
Es sind diese Bruchstücke, die bei Grönemeyer hängen bleiben. Das ist gar nicht der ganze Text, sondern es sind einzelne Wörter, die er herausgreift, die er phrasiert und die er so rausarbeitet, dass sie jeder immer versteht.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach
Grönemeyers Umgang mit der deutschen Sprache
Der Weg der Emanzipation vom deutschsprachigen Rock und Pop weg vom Schlager, aber auch weg von der englischen Sprache, ist bis heute ein ziemlich steiniger. Es musste eine eigene deutsche Ausdrucksweise gefunden werden und das ist vielen Musikern nicht leicht gefallen. Udo Lindenberg ist auf diesem Gebiet ein Pionier, der praktisch seinen eigenen Pop-Dialekt für sich geprägt hat. Und auch Grönemeyer hat einen ganz eigenen Weg gewählt mit der deutschen Sprache umzugehen:Herbert Grönemeyer macht das Deutsche noch kantiger als es ohnehin schon ist und bellt die Silben förmlich raus.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
Was Grönemeyer so besonders macht
Grönemeyer ist insgesamt eigentlich eher eine Art "Anti-Star" in fast allen Belangen, SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld vermutet dahinter auch sein Erfolgrezept "Er ist Grönemeyer, so wie er halt ist" — er wirkt absolut authentisch. Ein wichtiger Fakt ist, dass Grönemeyer in fast allen Fällen zuerst die Musik schreibt und später den Text. Oft hat er zu dem Zeitpunkt selbst noch keine Ahnung, was er auf die Musik singen wird. In einem Interview hat er SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld verraten, dass er sich später selbst darüber wundert, was ihm da eigentlich so gelungen ist.Diese Bilder zu finden, die jeder irgendwie versteht und zwar ohne sie vorher zu kennen, das ist das, was Grönemeyer ausmacht.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach
"4630 Bochum" von Herbert Grönemeyer – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Zum 40-jährigen Jubiläum von "4630 Bochum" erscheint am 7. Juni 2024 eine Neuauflage mit dem Titel "4630 Bochum (40 Jahre Edition)" bei seiner eignenen Plattenfirma "Grönland Records". Darauf befinden sich unter anderem fünf musikalische Neuinterpretationen von bekannten deutschen Künstlern der neuen Musikgeneration, wie beispielsweise "Flugzeuge im Bauch" von CÉLINE und Herbert Grönemeyer. Noch mehr über die unzähligen Cover-Versionen und Neuauflagen diverser Songs des Albums "4630 Bochum", die Entstehung und den Erfolg der Hits "Flugzeuge im Bauch", "Männer" und "Alkohol", Grönemeyers Ausflug in die englische Sprache und vieles mehr, im SWR1 Meilensteine Podcast "4630 Bochum" von Herbert Grönemeyer.Shownotes
Wie Grönemeyer bei Bochum seine Plattenfirma ausgetrickst hatOffzieller Youtube-Kanal von Herbert Grönemeyer"Männer" in der griechischen Version von Vicky LeandrosSWR1 Meilensteine BAP – "Für usszenschnigge!"SWR1 Meilensteine Bruce Springsteen – "Born in the USA"Über diese Songs vom Album "4630 Bochum" wird im Podcast gesprochen
(09:30) – "Bochum"(22:50) – "Männer"(34:28) – "Flugzeuge im Bauch"(44:50) – "Alkohol"(54:42) – "Amerika"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(14:30) – "Südstadt verzäll nix" von BAP(25:03) – "Neue Männer braucht das Land" von Ina Deter & Band(28:13) – "Männer" in der griechischen Version von Vicky Leandros(28:55) – "Männer" von Bläck Fööss(40:55) – "Flugzeuge im Bauch" von Oli.P(41:43) – "Flugzeuge im Bauch" von CÉLINE, Herbert Grönemeyer(43:25) – "Airplanes in My Head" von Herbert GrönemeyerMon, 6 May 2024 - 59min - 595 - The Who – "Tommy"
"Tommy" hat in den USA Doppel-Platin abgeräumt und auch in Europa mehrere Goldene Schallplatten erspielt. 1975 folgte die Umsetzung des Meisterwerks als Film – prominent besetzt mit Elton John als Pinball Wizard, mit Tina Turner als Acid Queen und Eric Clapton als Priester. Es folgten diverse Musical-Inszenierungen, eine Orchesterversion und vieles mehr.
Krawall als Kunstform – The Who
The Who waren für ihre harte Gangart bekannt, sie galten als die lauteste Rockband der Welt, als Chaoten und zertrümmerten ihre Instrumente während oder nach den Gigs. Doch nicht nur die Band hatte einen Hang zur Zerstörung, auch das Publikum hat während ihrer Gigs im Zuschauerraum der Veranstaltungslocations viel kaputt gemacht. Das führte zu horrenden Rechnungen an die Band, die von Veranstaltern, Veranstaltungsorten und auch von den Hotelzimmern, in denen The Who gewohnt haben, gestellt wurden. Daher musste die Band einen Weg finden erfolgreich zu sein und Musik zu schreiben, die anders ist. "Sgt. Pepper" von den Beatles öffnete 1967 die Türen für eine Zeit der Aufbruchsstimmung, in der alles möglich zu sein schien. Die Bands sind neue Wege gegangen und konnten sich gleichzeitig sicher sein, dass ihre Fans sie begleiten würden."Tommy" – Die erste Rockoper von The Who
The-Who-Gitarrist Pete Townshend hat die Idee und Geschichte hinter der Rockoper "Tommy" entwickelt und geschrieben. Sie erzählt von Tommy, einem schwer traumatisierten Kind, das den Mord des Vaters am Liebhaber der Mutter miterlebt hat, aber nicht drüber sprechen darf. Viel mehr noch, ihm wird ausgeredet, dass das Erlebte jemals geschehen sei. Daraufhin wird Tommy taub, stumm und blind und kann mit seiner Außenwelt seine Innenwelt nicht mehr kommunizieren. Es treten diverse Charaktere auf, die Tommy nicht nur quälen sondern auch missbrauchen und andere, die versuchen wollen ihn zu heilen. Townshend hat fast alle Songs selbst geschrieben und komponiert. Dabei ließ er sich stark von seinem indischen Guru Meher Baba beeinflussen, von dem auch die Weisheit "Je größer die Liebe, desto sanfter die Stimme" überliefert wurde. Mit "Tommy" heben The Who ihr bisheriges Schaffen auf ein ganz neues Level.Rockmusik wird plötzlich seriös, sie wird künstlerisch, sie wird zu einem dramatischen Medium, und all das schafft Pete Townshend.
Im Unterschied zu einer klassischen Oper, in welcher jede Rolle auf eine eigene Figur verteilt ist, spielt Sänger Roger Daltrey in "Tommy" alle Rollen gleichzeitig. Eine weitere Besonderheit: Alle Songs sind auch live spielbar.Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius über die Rockoper "Tommy" von The Who
Die Rolle von Manager und Produzent Kit Lambert: Sein Einfluss auf "Tommy"
Kit Lambert war Mitte der 60er Jahre ein Manager der Band. Er hat als Sohn eines berühmten Dirigenten die klassische Musik an Townshend herangeführt und gab ihm als Inspiration Platten von Richard Wagner, der die wirklich großen dramatischen Opern geschrieben und durchkomponiert hat. Doch Lambert war nicht nur Manager der Band, er hat sie auch produziert und ist daher maßgeblich am Klangbild der Platte beteiligt.Das klingt monumental das Ding!
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König über das Klangbild von "Tommy"
Pinball Wizard – Der größte Hit auf "Tommy"
Mit dem Song "Pinball Wizard" hat es Pete Townshend letztlich geschafft auch seine Bandkollegen für "Tommy" zu begeistern. Dieser Song wurde unabhänigig vom Album ein riesen Hit und war für viele die Eintrittskarte ins Stück und für die Band."Tommy" – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Wieso die Rockoper nicht nur für The Who ein großer Schritt war, sondern vor allem auch für Frontmann Roger Daltrey, was ihren Auftritt auf Woodstock so besonders machte und wie sich Tommy in der Geschichte schließlich selbst befreit und zum Messias wird, das und vieles mehr im SWR1 Meilenstein "Tommy" von The Who.Shownotes
The Who und "Pinball Wizard" im Beat-ClubDie deutsche Band "German Bonds" Live im Beat-ClubDokumentation "The Who – Die explosive Geschichte einer Band" bei ArteSWR1 Meilensteine Folge zu "Abbey Road"Über diese Songs vom Album "Tommy" wird im Podcast gesprochen
(04:22) – "Overture"(10:18) – "1921"(15:29) – "Eyesight for the Blind"(15:55) – "Cousin Kevin"(16:11) – "The Acid Queen"(16:26) – "Fiddle About"(21:20) – "Christmas"(28:53) – "Pinball Wizard"(31:55) – "I'm Free"(36:46) – "Tommy's Holiday Camp"(39:23) – "We're Not Gonna Take It / See Me, Feel Me"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(27:47) – "Night In The City " von Electric Light Orchestra (39:23) – "Ziggy Stardust" von David BowieMon, 29 Apr 2024 - 40min - 594 - Blur – "Parklife"
Nach einer desaströsen, abgebrochenen US-Tour ist für die Band Blur 1993 klar: Unser Publikum, das ist nicht die ganze Welt, sondern wir fokussieren uns auf unsere britische Heimat. Mit diesem Entschluss haben Damon Albarn, Graham Coxon, Dave Rowntree und Alex James die richtige Entscheidung getroffen. Mit ihrem Album "Parklife" hatte sich die Band dann 1994 nicht nur selbst musikalisch weiterentwickelt, sondern sie haben auch sowas wie den Grundstein des Britpop gelegt.
Ich glaube, Blur liefern mit diesem Album die perfekte, und zwar umfassende Blaupause für die Ära und den Begriff des Britpop.
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über die Qualität von Blurs "Parklife"
Oasis gegen Blur – der Kampf der Britpop-Giganten
"Parklife" ist bis heute das erfolgreichste Album der Band. Viermal Platin gab es unter anderem für das Album, außerdem noch vier gewonnene "BRIT-Awards". Und das Online-Musikmagazin Pitchfork wählte "Parklife" auf Platz zwei der besten Britpop-Alben aller Zeiten, hinter Pulp und ihrem Album "Different Class". Gegen ihre Erzrivalen, Oasis und ihre legendäre Britpop-Platte "(What's The Story) Morning Glory?", konnten sich Blur demnach durchsetzen. Oasis landen in diesem Ranking "nur" auf Platz vier, trotz ihres Megahits "Wonderwall". Das hat Blur selbst mit Sicherheit gefreut, gab es doch in der Vergangenheit häufiger öffentlich ausgetragene Schlammschlachten zwischen Blur und Oasis, wer denn jetzt die beste Britpop-Band aller Zeiten sei.Das Blur-Album "Parklife" ist Vielfalt pur
Schräge Gitarren, Shoegaze Sounds, Synthie-Beats – auf "Parklife" verbinden Blur die unterschiedlichsten musikalischen Elemente miteinander, was dafür sorgt, dass die Platte immer überrascht und durch den einzigartigen Sound sehr im Kopf hängen bleibt. Dabei klingt jeder einzelne Song vollkommen anders als der davor, wodurch die Platte auch eine unglaubliche Vielfalt bietet.Blur erschaffen ein musikalisches Bilderbuch, in dem man immer wieder blättern möchte.
Die Band kümmert sich wenig um einen ausgefeilten "Look of Sound" für das ganze Album. Sie machen immer das Beste für einen einzelnen Song. Auch wenn das bedeutet, dass Frontman Damon Albarn beim größten Hit der Platte "Parklife" selbst das Mikrofon an Schauspieler Phil Daniels abtritt. Bei dem Song gefiel Albarn selbst sein Gesang in den Strophen überhaupt nicht, weshalb sie für den Song Schauspieler Phil Daniels dazu geholt haben, der auch der eigentliche Star im späteren Musikvideo wurde. Daniels hatte auch bereits vorher Kontakt zu Musikern gehabt, im Film zu "Quadrophenia" von The Who spielte der Schauspieler die Rolle des Jimmy Cooper. Die Texte stammen natürlich von Mastermind Damon Albarn selbst und sind gespickt mit unglaublich vielen kleinen, alltäglichen, aber sehr genauen Beobachtungen, Beschreibungen und auch jeder Menge Witz und Sarkasmus. Das macht die Texte so nah, so real und auch so britisch.Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über "Parklife" von Blur
James Bond und "To The End (La Comedie)"
Nicht nur im Video zu "Parklife" wird es richtig britisch, nicht zuletzt, wenn das Beatles-Cover zum Album "Abbey Road" nachgestellt wird. Auch beim Song "To The End" wird mit inoffiziellen britischen Heiligtümern kokettiert. Der Song und das Video zu "To The End" klingen und sehen doch in Teilen sehr nach dem berühmtesten britischen Agenten aus. Damit ist natürlich "Bond, James Bond" gemeint. Das wird auch auf dem Cover zur Single "To The End" deutlich, auf dem neben einer Rose auch das gleiche Modell von Bonds ikonischer Dienstwaffe zu sehen ist.Blur berufen sich auf ihre musikalischen, britischen Wurzeln
Dass "Parklife" vor allem in Großbritannien so erfolgreich war, hat mit Sicherheit auch damit zu tun, dass Blur sich auch sehr stark an ehemaliger erfolgreicher britischer Musik bedient haben: Auf "Parklife" wird es punkig, es gibt New Wave und Synthie-Pop und auch der Mersey Beat der 60er-Jahre findet hier seinen Platz. Einige Referenzen zu den Beatles finden sich natürlich auch auf "Parklife", wenn man sich zum Beispiel mal die Chorgesänge anhört. "Britpop ist das Tor vergangener musikalischer Epochen", so beschreibt es SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig im SWR1 Meilensteine Podcast.Parklife ist ein ganz besonderer, alternativer Reise- und Gesellschaftsführer für England und besonders für den Londoner Raum.
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über die Qualität von "Parklife"
Shownotes
ARD Podcast-Tipp "Fuck you very, very much!"Beef zwischen Oasis und Blur bei den "BRIT-Awards"Youtube-Kanal von BlurBandbiografie von BlurInterview mit Schauspieler Phil Daniels bei Radio XSWR1 Meilensteine Folge zu The KinksÜber diese Songs vom Album "Parklife" wird im Podcast gesprochen
(19:49) – "Girls & Boys"(32:51) – "Tracy Jacks"(37:32) – "Parklife"(55:07) – "To The End"(01:05:27) – "This Is A Low"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(34:34) – "David Watts" von The Kinks(01:17:26) – "Bold As Love" von Jimi HendrixMon, 22 Apr 2024 - 1h 20min - 593 - Donna Summer – "Bad Girls"
"Bad Girls" war das erste Album von Donna Summer, das es in Amerika bis auf Platz 1 der Billboard Charts schaffte und sich fast ein Jahr in den Albumcharts halten konnte. Auch bei uns in Deutschland war "Bad Girls" ein voller Erfolg: Bis auf Platz 7 schaffte es ihr Album bei uns und konnte sich dort knapp ein halbes Jahr halten. Und obendrauf gab es für den Song "Hot Stuff" auch noch einen Grammy. Donna Summer war mit ihren Songs übrigens die erste weibliche Künstlerin, die es geschafft hat, zwei Singles gleichzeitig in den Top 10 der Billboard Hot 100 zu platzieren. Im Juli 1979 fiel ihr Song "Hot Stuff" von Platz eins auf Nummer zwei, dafür stieg die Nachfolgesingle "Bad Girls" auf Platz drei hoch.
Donna Summers "Bad Girls" ist mehr als nur "Hot Stuff"
Der Song "Hot Stuff" vom Album war nicht nur die erste Single des Albums, die ausgekoppelt wurde, sondern ist auch der erfolgreichste Song vom Album geworden. Aber die Platte hat deutlich mehr zu bieten als nur diesen einen "Überhit". Das ganze Album "Bad Girls" wurde von vielen Musikkritikern weltweit hoch gelobt. Da reihen sich auch die SWR1 Musikredakteure gerne ein und outen sich als echte Donna-Fans.Es ist eine Platte für die Ewigkeit. Es ist das beste Diskoalbum seiner Zeit!
Das Besondere an Donna Summer war nicht nur, dass sie eine tolle Stimme hatte, sondern dass sie als Schauspielerin auch die Fähigkeit hatte, für ihre Songs in unterschiedliche und für den Song passende Rollen zu schlüpfen, erklärt SWR1 Musikredakteurin Nina Waßmundt im Podcast. Donna Summer war nicht nur eine unglaublich gute Sängerin mit einer gewaltigen Stimmkraft, sondern auch eine extrem gute Songwriterin und Texterin, die den Produzenten im Studio "ebenbürtig" war, wie Dave Jörg im Podcast betont. Was für eine tolle Texterin sie war, das beweist sie auch im Song "Bad Girls", der zwar gut gelaunt klingt mit einem tollen Diskobeat, aber im Text wird sie da durchaus sehr kritisch. Nach einem Vorfall, bei dem eine Kollegin von der Polizei schikaniert und fälschlicherweise für eine Prostituierte gehalten wurde, macht Donna Summer ihrer Wut über das rassistische Vorgehen der Polizei in diesem Song Luft.Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur über "Bad Girls"
Sie hat sich sehr über die Doppelmoral der Leute aufgeregt in dem Song. [...] Auf der einen Seite zerreißen sie sich so das Maul über die "bösen Mädchen" und bemitleiden sie auch ein bisschen, so von oben herab und auf der anderen Seite wollen sie auch was von ihnen und das hält sie ihnen [...] auch vor.
Neben der Musik hat Donna Summer, wie zum Beispiel auch Madonna, stark für ihre Selbstbestimmung im männerdominierten Musikbusiness gekämpft und damit auch den Weg geebnet für später Künstlerinnen und ist ein echtes Vorbild geworden. Neben Donna Summer waren auch die beiden Pioniere der elektronischen Musik an dem Album beteiligt: Giorgio Moroder und Harold Faltermeyer. Ein Hauptgewinn für ein Album, das natürlich sehr stark durch elektronische Elemente wie Synthesizerrhythmen und -melodien lebt.Quelle: Nina Waßmundt über den Songtext zu "Bad Girls"
Donna Summers musikalischer Werdegang
Der musikalische Weg von Donna Summer beginnt, ähnlich wie auch der von Whitney Houston, im Kindesalter im Kirchenchor. Und schon dort hatte Donna Summer einen "Erweckungsmoment", wie SWR1-Musikredakteurin Nina Waßmundt es im Podcast beschreibt, denn die junge Donna konnte selbst kaum glauben, was für eine gewaltige Stimme da aus ihrem Körper rauskam. Dieser Moment war für Donna Summer höchst emotional.Da wusste sie, sie hat eine ganz besondere Gabe und sie muss etwas damit machen!
Neben der Gospelmusik aus der Kirche hat Donna Summer aber auch schon früh angefangen, zum Beispiel Musik von Rocksängerin Janis Joplin zu hören und das hört man auch auf ihrem Album "Bad Girls". Einer ihrer ersten professionellen Schritte in der Musik hat in Deutschland stattgefunden, genauer gesagt in München. Dort hat sie als 19-jährige Sängerin im Musical "Hair" gesungen, passenderweise natürlich die Rolle der Donna. Von einem wirklich internationalen Erfolg konnte man bei der deutschen Version von Hair natürlich noch nicht sprechen. Internationale Beachtung gab es dann für Donna Summer erstmal 1975 mit dem verruchten Song "Love to Love You, Baby".Quelle: Nina Waßmundt, SWR1-Musikredakteurin über den Erweckungsmoment von Donna Summer
Shownotes
Bildergalerie über Donna Summers LebenDonna Summer auf YoutubeTAZ-Interview mit Giorgio Moroder zu seiner KarriereHarold Faltermeyer bei SWR1 LeuteARD-Podcast-Tipp: "Zeitzeichen"Die SWR1 Meilensteine über die im Podcast gesprochen wirdÜber diese Songs vom Album "Bad Girls" wird im Podcast gesprochen
(14:18) – "Hot Stuff"(29:12) – "Bad Girls"(38:25) – "Dim All the Lights"(1:00:13) – "All Through the Light"(1:04:43) – "Our Love"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(07:16) – "Haare" gesungen von Donna Summer(09:28) – "Love to Love You, Baby" von Donna Summer(10:38) – "I Feel Love" von Donna Summer(36:55) – "Bang Bang" Joe Cuba(43:00) – "Enough is Enough" von Donna Summer und Barbra Streisand(1:07:44) – "Blue Monday” von New OrderMon, 15 Apr 2024 - 1h 11min - 592 - Thin Lizzy – "Black Rose: A Rock Legend"
Während bei anderen Künstlern das Debütalbum häufig die erfolgreichste Platte ist und bleibt, ist es bei Thin Lizzy Album Nummer neun. "Black Rose: A Rock Legend" ist die erfolgreichste Platte der Band und es ist auch das einzige Album, bei dem der legendäre Gitarrist Gary Moore als festes Bandmitglied mit dabei ist, vorher war Gary Moore immer "nur" der Ersatzgitarrist der Band.
Er ist so ein bisschen der Feuerwehrmann in dieser Band. Immer wenn ein Gitarrist ausfällt, und da fallen die Gitarristen nonstop aus, bei Thin Lizzy muss Gary Moore ran.
Der Grund, warum gerade dieses Album der Band ein Meilenstein ist, und nicht etwa das Album "Jailbreak", auf dem sich auch der größte Hit der Band "The Boys Are Back in Town" befindet, ist für SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius ganz klar:Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über Gary Moore und Thin Lizzy
Weil dieses Album zeigt, wie wunderbar Irish Folk und Hardrock zusammenpassen.
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "Black Rose: A Rock Legend"
Thin Lizzy Frontmann Phil Lynott ist besonders
Was Thin Lizzy so besonders macht, ist auch Sänger und Bassist Phil Lynott, der mit seiner speziellen Gesangsart in den 70er-Jahren besonders herraussticht. SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius bezeichnet seinen Gesangsstil als "fast schon lässigen Rock-Rap". Auch eine leichte Punk-Attitüde könnte man Thin Lizzy und Phil Lynott attestieren, für seinen Gesangsstil und auch den Text beim Song "Do Anything You Want To". Das lag vor allem auch an Phil Lynott selbst und seinem persönlichen Interesse an der Punkmusik zu der Zeit. Neben Thin Lizzy hatte er mit Mitgliedern der legendären Sex Pistols auch das Musikprojekt "Phil Lynott and the Greedies". Neben dem Gesang von Phil Lynott stechen bei diesem Song aber auch die sauberen, druckvollen Drums hervor und natürlich das typische zweistimmige Melodie-Spiel der Gitarristen Gary Moore und Eric Bell.Thin Lizzy, Irland und die schwarze Rose
Die schwarze Rose ist ein klassisches irisches Symbol, sie schmückt nicht nur das Plattencover und den Albumtitel "Black Rose: A Rock Legend", sondern auch den Titelsong. Im Gälischen heißt es allerdings nicht "Black Rose", sondern "Róisín Dubh". Und "Róisín Dubh" ist ein traditioneller irischer Song, der auch schon von anderen Künstlern wie Sinead O'Connor interpretiert wurde. Der Ursprung dieses Songs ist ein irisches Gedicht aus dem 16. Jahrhundert. Das kann zum einen als Liebeslied gedeutet werden, des Schreibers an eine von ihm Angebetete, oder zum anderen als Liebeslied an Irland selbst gesehen werden, wie es in der Vergangenheit oft interpretiert wurde. Thin Lizzy machen aus diesem Vorbild ein rund siebenminütiges, zweigeteiltes Folk-Rock-Epos.Ich finde es ein wunderschönes, wirklich episches Werk für Irland, über Irland.
Quelle: Katharina Heinius, über den Song "Róisín Dubh"
Die zwei Gesichter des Phil Lynott
Phil Lynott war Bassist, Sänger und als Frontmann von Thin Lizzy hatte er eine unglaubliche Bühnenpräsenz. Über sein Leben abseits der Bühne sprechen wir ausführlich im Meilensteine Podcast und über die zwei Gesichter des Phil Lynott. Seine Drogen- und Alkoholsucht, aber auch über seine sanfte Seite, die er als Vater und auch als Mentor für andere Musiker wie zum Beispiel auch Sänger Huey Lewis gezeigt hat.Shownotes
Podcast-Tipp "Sucht & Süchtig" in der ARD-AudiothekBuchtipp: "My Boy – The Philip Lynott Story"Biographie über Gary MooreThin Lizzy bei YoutubeSWR1 Meilensteine Folge zu "Argus" von Wishbone AshSWR1 Meilensteine Folge zu "Breakfast in America" von SupertrampSWR1 Meilensteine Folge zu "Sports" von Huey LewisSWR1 Meilensteine Folge zu "The Wall" von Pink FloydÜber diese Songs vom Album “Black Rose: A Rock Legend” wird im Podcast gesprochen
(11:26) – "Do Anything You Want To"(30:02) – "Róisín Dubh" (Black Rose)(35:56) – "Toughest Street in Town"(46:18) – "Waiting for an Alibi"(52:18) – "Sarah"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(16:30) – "Twin Guitar Special" von Bob Wills & His Texas Playboys(17:08) – "And Your Bird Can Sing" von den Beatles(18:02) – "Errors of My Way" von Wishbone Ash(19:54) – "The Boys Are Back in Town" von Thin Lizzy(24:20) – "Whiskey in the Jar" von Thin Lizzy(26:28) – "Róisín Dubh" von Sinead O’Connor(34:57) – "Over The Hills and Far Away" von Gary MooreMon, 8 Apr 2024 - 1h 03min - 591 - Sly and The Family Stone – "Stand!"
Der Auftritt von Sly and The Family Stone bei Woodstock wird als eines der Highlights des Kultfestivals aus dem Jahr 1969 angesehen. Die Songs auf der Setlist der Band stammen dabei zum Großteil vom Album "Stand!".
"Stand!" hat eine eindeutige Botschaft
Vor dem Album "Stand!" hatten Sly and The Family Stone sich kaum zu gesellschaftlichen oder politischen Themen geäußert. Mit dieser Platte positioniert sich die Band stark gegen Diskriminierung und Rassismus. Ein Thema, das vor allem Ende der 1960er-Jahre in den USA mit der Rassendiskriminierung sehr präsent war. Sly and The Family Stone thematisieren ein friedliches Miteinander auf Augenhöhe – und das nicht nur beim Song "Don't Call Me Nigga, Whitey". Das ganze Album hat eine Botschaft: Steh auf für die Freiheit! Für dich, für die Gemeinschaft und gegen Rassismus. Ganz prägnant wird das auch schon beim Opener proklamiert: "Stand!". Aufstehen für Freiheit – aber friedlich! Das war die Botschaft von Sly and The Family Stone. Mit dieser Ausrichtung war die Band grundsätzlich eher auf der Seite des 1968 ermordeten Martin Luther King und nicht auf der Seite von Malcolm X, dessen Befürworter nicht ausschließlich friedlich gehandelt haben.So revolutionär waren Sly and The Family Stone
Die Band Sly and The Family Stone hat sich 1966 erst gegründet und ist im Grunde genommen aus zwei verschiedenen Bands zusammengesetzt worden: aus der Band von Sly Stone selbst und aus der Band von seinem Bruder Freddie Stone. Das Besondere an der Band ist, dass sie sich nicht nur offen gegen Diskriminierung aussprechen, sondern genau das auch selbst vorleben. Die Band ist komplett bunt durchmischt aus Familienmitgliedern und Freunden, Männern, Frauen, Schwarzen und Weißen.Das war eben etwas ganz Neues. Das war sozusagen revolutionär!
Bis zum großen Durchbruch musste die Band sich nach ihrer Gründung noch ein paar Jahre gedulden. Erst mit dem vierten Album "Stand!" klappte der Durchbruch. Das lag allem voran auch an dem Song "Everyday People". Auch dieser Song steht für mehr Zusammengehörigkeit und ein positiveres Gesellschaftsbild. Versteckt im Song ist außerdem ein Kinderlied namens "Five Little Monkeys", das dort auch einen ganz bestimmten Zweck erfüllen soll.Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über die Zusammensetzung von Sly and The Family Stone
Der Sinn dahinter ist eigentlich, dass er damit die Leute verspotten will, die Menschen hassen, weil sie anders sind.
Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über die Bedeutung von "Everyday People"
Die Zusammenarbeit von Sly and The Family Stone
So familiär und schön die Bandzusammensetzung nach außen wirkte, die Zusammenarbeit in der Band war es allerdings nicht. Sly Stone kann da im Grunde genommen als alleiniger Herrscher betrachtet werden. Er hatte klare Vorstellungen, wie was zu klingen hat, wer was zu machen hat und auch beim Songwriting war Sly Stone tendenziell ein Einzelkünstler. Abgeschaut haben könnte er sich das zum Beispiel vom "Godfather of Soul", James Brown, der in seiner Band ähnlich "regiert" haben soll.Sly hat es mit dem Album geschafft, die Musik – ich sage jetzt mal noch die schwarze Musik – ein wirkliches Stück nach vorne zu bringen. Sly war wie ein Katalysator für einen neuen Sound aus Musikstilen.
Und so bunt wie die Band zusammengesetzt war – menschlich und musikalisch – so sah sie auch auf der Bühne aus: bunte Brillen, Goldketten, schrille Outfits – alles sehr funky!Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über die Bedeutung von "Stand!"
Legendäres Album für die Hip-Hop-Kultur
Die Songs auf dem Album "Stand!" von Sly and The Family Stone sind aber nicht nur als eigenständige Lieder ganz wunderbar, sondern auch für die in den 70er-Jahren aufkeimende Hip-Hop-Kultur. Denn aufgrund ihrer einzelnen sehr rhythmischen Songparts, ikonischen Beats und auch der inneren politischen Haltung der Band wurde kaum ein Album so oft "gesampelt" wie "Stand!"Shownotes
SWR1 Meilensteine Folge zu "Random Access Memories" von Daft PunkSWR1 Meilensteine Folge zu "Innervisions" von Stevie WonderLarry Graham erklärt sein BassspielVideo aus "The Dick Cavett Show" mit Sly StoneSly And The Family Stone in der Jugendsendung "Baff" des WDR 16.11.1970Über diese Songs vom Album "Stand!" wird im Podcast gesprochen
(16:51) – "Stand!"(25:35) – "I Want To Take You Higher"(35:33) – "Sex Machine"(38:02) – "Everyday People"(46:48) – "Somebody’s Watching You"(50:02) – "Sing A Simple Song"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(01:16) – "Too High" von Stevie Wonder (25:06) – "Walk The Dinosaur" von Was (Not Was)(29:41) – "Advice" von Billy Preston(31:08) – "Higher" von Sly and The Family Stone(45:10) – "Everyday People" von Aretha Franklin(45:47) – "Somebody’s Watching You " von Little Sister(55:12) – "Mr. Wendal" von Arrested Development(56:36) – "People Everyday" von Arrested DevelopmentMon, 1 Apr 2024 - 1h 01min - 590 - Scorpions – "Love at First Sting"
Allein bis zum Jahr 2001 hat sich "Love at First Sting" bereits über 6 Millionen Mal verkauft. Neben der Schmusepower-Ballade "Still Loving You" sind auch echte Rock-Klassiker darauf vertreten, wie zum Beispiel "Big City Nights" oder "Rock You Like a Hurricane". Mit "Love at First Sting" sind die Scorpions auf dem internationalen Höhepunkt ihrer Karriere, touren monatelang mit Größen wie Def Leppard oder Bon Jovi im Vorprogramm. Als erste und einzige deutsche Rockband bis dahin spielten sie dreimal hintereinander im ausverkauften Madison Square Garden und 1985 vor fast 500.000 Menschen bei Rock in Rio.
Die Scorpions sind eigentlich bis heute der erfolgreichste Exportschlager von Tokio bis Los Angeles.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld über den Erfolg der Scorpions
Produktion von "Love at First Sting"
Für die Produktion des Albums "Love at First Sting" waren die Scorpions in eine Villa nach Frankreich gefahren. Plötzlich verliert Sänger Klaus Meine seine Stimme – es folgt eine schwere, ungewisse Zeit für die Band. Die ganzen Aufnahmen mussten verschoben werden und Meine konnte damals nur auf Zettelchen schreiben, um sich mit seinen Bandkollegen zu besprechen. Doch die Band hält zusammen – und als Klaus Meine nach langwierigen Therapien und zwei Operationen an den Stimmbändern zurückkam, war er stimmlich sogar besser als zuvor. Sein Stimmvolumen hatte sich durch die Operationen erweitert! Es folgte eine internationale Tour durch Europa, die USA, Kanada und Japan. Die Scorpions spielten in den USA unter anderem mit Größen wie Iron Maiden. Nach der Tour 1983 ging es für die Band zur Produktion des Albums in die berühmten Polar Studios in Stockholm, auch bekannt als ABBAs kreative Heimat. Dann wurden allerdings Herman Rarebell und Francis Buchholz krank und auch Klaus Meine hatte Einwände für die Produktion vor Ort. So wurde die Platte schließlich im Dieter Dierks Studio in Stommeln bei Köln in Originalbesetzung aufgenommen.Es ist für mich ein Album der Scorpions, wo sie wirklich auf dem absoluten Höhepunkt [...] ihrer Karriere sind. Für mich ist dieses Album das letzte und gleichzeitig aber auch genialste Album der Scorpions, wo sie noch wirklich bei sich selber sind.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld über "Love at First Sting"
Musikproduzent und Entdecker der Scorpions: Dieter Dierks
Der legendäre Musikproduzent Dieter Dierks hatte schon damals diesen berühmten Riecher für Talente. Die Scorpions entdeckte er zufällig in Essen in einer Turnhalle, vor einem kleinen Publikum mit etwa 50 Leuten. Er war sofort begeistert von ihrem Bühneneinsatz und nahm sie unter Vertrag. Seit 1968 wird in seinen "Dierks Studios" Musikgeschichte geschrieben, neben den Scorpions waren Weltstars wie Michael Jackson oder Tina Turner in dem kleinen Ort Stommeln zu Gast. Dierks prägte die deutsche Rocklandschaft in den 70ern, vor allem die Größen der Krautrock-Szene waren bei ihm zu Gast im Studio, von Birth Control, über Guru Guru bis hin zu Embryo und Amon Düül.Er hat mit seinem Sound [...] die deutsche Rockmusik begründet. Der Rolling Stone kürte ihn zum besten Heavy-Metal-Produzenten der Welt. Er war neben Conny Plank in Deutschland zu der Zeit also der Größte.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig über Musikproduzent Dieter Dierks
"Rock You Like a Hurricane"
Vor allem ein Song wird zum absoluten Durchbruch: "Rock You Like a Hurricane". Seit seiner Erscheinung wird er immer wieder in Kinofilmen, Serien oder auch in der Werbung genutzt — "er ist omnipräsent und gehört sozusagen zum Kulturgut", so SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld. Neben "Wind of Change", der Hymne der Wende, ist "Rock You Like A Hurricane" die bekannteste Rock-Nummer der Scorpions und wurde bei jedem Konzert gespielt.Hannover als Homebase der Scorpions
Hannover ist die Heimatstadt der Scorpions und auch für die Musikszene eine wichtige Stadt. Fury in the Slaughterhouse, Lena Meyer-Landrut, Mousse T. und viele mehr stammen ursprünglich aus der Hauptstadt Niedersachsens. Mit steigendem Erfolg in den Achtzigern haben die Scorpions zwar darüber nachgedacht, in die USA überzusiedeln, haben sich dann aber doch für einen kleinen Vorort von Hannover entschieden und das nie bereut.Wir sind hier aufgewachsen und wir haben — und das ist, glaube ich, der wichtigste Punkt — unsere Familien hier, unsere Freunde. Das war uns in diesem verrückten Rock 'n' Roll-Zirkus immer wichtig, zurückzukommen. Und [...] Niedersachsen ist immer ein guter Platz, um die Batterien wieder aufzuladen und sich auch ein bisschen wieder zu erden.
Quelle: Klaus Meine im SWR1 Interview über die Bedeutung seiner Heimatstadt Hannover
"Love at First Sting" — ein Meilenstein der Musikgeschichte
Was SWR1 Moderator Michael Lueg mit den Scorpions bei einem Besuch in Rudolf Schenkers privatem Studio in Hannover erlebt hat, was die Scorpions auszeichnet und was es mit der berühmten Scorpions-Pyramide auf sich hat, das und viel mehr Nerdwissen gibt es im Meilenstein zu "Love at First Sting" von den Scorpions.Shownotes
Dierks Studios in Stommeln bei KölnRockpalast Backstage mit den ScorpionsAtlas TV-Interview mit den Scorpions von 1984Album-Review Scorpions – "Love at First Sting" bei Rock HardAlbum-Review Scorpions – "Love at First Sting" auf Metal.deMeilenstein zu Van Halen – "1984"Liste der Meilensteine-Folgen von 1 bis 250Podcast-Tipp: 1Live Ikonen – Die Toten HosenÜber diese Songs vom Album "Love At First Sting" wird im Podcast gesprochen
(15:56) – "Bad Boys Running Wild"(25:45) – "Rock You Like a Hurricane"(32:07) – "Rock You Like a Hurricane" Live at Madison Square Garden(40:27) – "Coming Home"(47:28) – "Crossfire"(51:00) – "Still Loving You"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(49:07) – "50 Ways To Leave Your Lover" von Paul Simon(01:02:04) – "Sly" von den ScorpionsMon, 25 Mar 2024 - 1h 04min - 589 - Madonna – "Like A Prayer"
Es ist eine der großen Qualitäten von Madonna: ihre Wandlungsfähigkeit! Mit jedem Album schafft es die Queen of Pop, sich neu zu erfinden. Das war auch schon in den 80er-Jahren so, sagt SWR Musikredakteur Niels Berkefeld im Meilensteine Podcast zum Album "Like A Prayer".
Die Madonna von '83 klingt anders als die von '85, die von '87 klingt anders als die von '89 [...] und diese ständige Entwicklung hat sie ja auch sehr erfolgreich durchgezogen.
Sich andauernd zu verändern, bringt aber auch Nachteile mit sich. "Da vergraulst du auch Stammkunden", erklärt Niels Berkefeld weiter. Bei "Like A Prayer" hat Madonna wieder mit dem Sound experimentiert und es gibt auch mehr Soul, Funk und Hip-Hop-Einflüsse zu hören als bei ihren ersten drei Alben.Quelle: Niels Berkefeld über die Entwicklung von Madonna
Das ist so ein bisschen, als wenn du zum Stammitaliener gehst [...] und auf einmal ändert der die Karte und nimmt die Hälfte der Nudeln runter und er gibt auf einmal Sushi einen Raum.
Quelle: Niels Berkefeld über die Entwicklung von Madonna
"Like A Prayer" und die neue Madonna
Auf ihrem vierten Album "Like A Prayer" ist Madonna deutlich erwachsener geworden, sagt SWR1 Musikredakteurin Michelle Habermehl im Podcast. Madonna war auch in einer ganz anderen Lebenssituation als noch beim Album "True Blue". Sie war frisch geschieden und hat auf diesem Album versucht, vieles zu verarbeiten.Bei "Like A Prayer" stellt sie sich quasi ihren Dämonen aus der Vergangenheit.
Noch mehr über Madonna und die Musikvideos der 80er-Jahre gibt es in unserem SWR1 Podcast "Die 80er – der Musikpodcast" Dass Madonna mit dem Album erwachsener geworden ist, hört man unter anderem auch daran, dass viel mehr akustische Instrumente auf "Like A Prayer" verwendet worden sind als bei ihren vorherigen Platten, findet SWR1 Musikredakteur Dave Jörg. "Echte Gitarren und ein echtes Schlagzeug waren bis dahin für Madonna eher untypisch", ergänzt er. Das Musikvideo zum Song "Like A Prayer" hat damals einen handfesten Skandal ausgelöst. Der Musiksender MTV hat den Song sogar aus seinem Programm genommen.Quelle: Michelle Habermehl, SWR1 Musikredakteurin über "Like A Prayer"
Da spielt ein Künstler mit vermeintlichen Tabus, provoziert so ein bisschen einen Skandal, aber am Ende ist es ja auch künstlerische Freiheit.
Und so ein bewusst provozierter Skandal bedeutet für Künstlerinnen wie Madonna oder auch Künstler wie Falco und seinen Song "Jeanny" natürlich immer jede Menge Gesprächswert und damit sowas wie Gratiswerbung, wenn der Song dauerhaft im Gespräch ist. Aus heutiger Sicht kann man sich den Skandal Ende der 80er kaum noch vorstellen, findet Niels Berkefeld.Quelle: Niels Berkefeld, SWR1 Musikredakteur über den Skandal zum "Like A Prayer"-Video
Wenn man sich das Video heute anschaut, denkt man sich: Was ist eigentlich passiert? Es ist ein Video gegen Rassismus, es ist ein tolles Video!
Quelle: Niels Berkefeld über das Musikvideo zu "Like A Prayer"
"Like A Prayer" ist mehr als nur der Skandal
Neben dem Überhit "Like A Prayer" und dem erwähnten skandalträchtigen Video zum Song hat das Album aber noch einiges mehr zu bieten. Zum Beispiel den feministisch-unterstützenden Song "Express Yourself".Es macht mich sehr zufrieden, wenn ich höre, dass ich Teil davon war, dass jemand sagen kann: Ich bin stolz darauf, wer ich bin.
Insgesamt hat Madonna mit "Like A Prayer" damals einen großen Schritt nach vorne in Richtung Popikone gemacht. Auch, in dem sie ihre eigene Vergangenheit verarbeitet hat und dadurch die Kraft hatte, sich und ihre Position zu nutzen, um sich für andere starkzumachen. Dieses Album ist auf jeden Fall ein wichtiger Baustein in der Festungsmauer, auf den sich Madonnas inoffizieller Titel "Queen of Pop" stützt.Quelle: Madonna im Interview
Shownotes
Das Musikvideo zu "Like A Prayer"Interview mit Madonna-Produzent Patrick Leonard in BillboardBuchtipp: "Madonna und wir"ZDF-Dokumentation "The True Story of Madonna"SWR1 Meilenstein zu Madonnas Album "Ray Of Light"Über diese Songs vom Album "Like A Prayer" wird im Podcast gesprochen
(03:13) – "Like A Prayer"(15:07) – "Express Yourself"(19:45) – "Oh Father"(22:45) – "Till Death Do Us Part"(28:44) – "Love Song"(31:01) – "Dear Jessie"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(27:10) – "Don’t Cry For Me Argentina" von Madonna (aus Evita)(30:29) – "Hung Up" von MadonnaMon, 18 Mar 2024 - 34min - 588 - Supertramp – "Breakfast in America"
Mit Erscheinen dieses Podcasts sind seit der Veröffentlichung von "Breakfast in America" bereits 45 Jahre vergangen. "Breakfast in America" ist ein zeitloser Meilenstein des progressiven Pop mit Songs, die auch heute noch relevant sind. Das sind neben dem Titelsong auch "The Logical Song", "Goodbye Stranger" und "Take The Long Way Home".
Supertramp oder insbesondere "Breakfast in America" oder auch "Crime of the Century", das sind einfach Meilensteine, die bleiben.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
Die Gründung der Band Supertramp
Supertramp haben sich 1969 gegründet. Rick Davies spielt bereits im Alter von 12 Jahren Schlagzeug und steigt dann zum Keyboarder auf. Bei einem Gig in München lernt er den holländischen Millionär Stanley August, genannt Sam, kennen. Dieser ermutigt ihn dazu eine eigene Band zu gründen. Über eine Annonce im "Melody Maker", einer großen britischen Musikzeitschrift, die bis ins Jahr 2000 wöchentlich erschienen ist, sucht er geeignete Musiker. Daraufhin meldet sich Roger Hodgson bei ihm und die beiden gründen die Band "Daddy". Ihr allererster Auftritt findet im damaligen Münchner Szene-Lokal "PN hit-house" auf der Leopoldstraße statt. Unter der Woche spielten doch meist Cover-Bands, während am Wochenende die Bands aus Großbritannien auftraten. In München entscheiden sie sich für einen neuen Bandnamen: aus Daddy wird Supertramp.Von "Supertramp" bis hin zu "Breakfast in America"
Die ersten Alben "Supertramp" und "Indelibly Stamped" sind wenig erfolgreich, weshalb das Kapitel Supertramp bereits 1971 zunächst als beendet erscheint. Die Band besteht zu diesem Zeitpunkt aus Rick Davies, Rodger Hodgson, Kevin Currie, Frank Farrell und Dave Winthrop. Ihr Finanzier Sam zieht sich aus dem Musikgeschäft zurück, 1973 stehen Supertramp vor der Auflösung. Ein Jahr später — in neuer Formation — veröffentlichen sie "Crime of the Century". Zu Davies und Hodgson gesellen sich nun John Helliwell, Bob Siebenberg und Dougie Thomson dazu. Erstmals in der Bandgeschichte agieren auch Gastmusiker bei den Aufnahmen. Mit ihrem fünften Album 1977 "Even in the Quietest Moments" und der daraus veröffentlichten Single "Give a Little Bit" folgt dann endlich auch der Durchbruch in den USA und Supertramp zieht es nach Los Angeles. Dort entsteht ihr sechstes Studioalbum "Breakfast in America" und eröffnet, passend zum Albumtitel, mit "Gone Hollywood". Insgesamt gibt es für Davies und Hodgson drei Phasen von Songwriting während der Produktion des Albums. Sie schreiben ihre Songs zuhause und nehmen sie auch dort zunächst als Demo auf, eine weitere Demo wird im Studio aufgenommen, bis sie im dritten Schritt das Arrangement festlegen und die Songs tatsächlich einspielen.Opener "Gone Hollywood" und Closer "Child of Vision"
Für unsere SWR1 Musikredakion sind beides epische Stücke. Mit gut 7,5 Minuten behalten Supertramp ihre Tradition bei, den Closer ziemlich episch zu gestalten. "Child of Vision" thematisiert angeblich das Verhältnis zwischen den beiden äußerst unterschiedlichen Songwriter-Persönlichkeiten: Rick Davies und Roger Hudgson. Hodgson hat den Song geschrieben und dabei möglicherweise an Davies gedacht. Die beiden haben gänzlich unterschiedliche Vorstellungen vom Leben, nicht nur auf musikalischer Ebene und eben diese Widersprüche werden in "Child of Vision" thematisiert. Davies kommt aus dem Jazz, dem Rhythm and Blues und hat dementsprechend andere musikalische oder auch thematisch viel tiefere, destruktivere Ansätze an Texten, während Roger Hodgson vom Pop geprägt ist und eine Falsettstimme mitbringt.Aber sie haben es geschafft diese Welten miteinander zu verbinden, und das ist ein besonderer Moment, und deswegen ist dieses Album auch für mich ein Meilenstein.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
"The Logical Song"
Die Welt der erwachsenen Erziehungsschule aus Sicht eines Teenagers. "The Logical Song" handelt davon, dass Schülerinnen und Schülern gelehrt wird nach Außen zu funktionieren, aber nicht, wer man innerlich wirklich ist und was den wahren Sinn des Lebens ausmacht. Die Nummer war die Lead-Single von "Breakfast in America" und ist bis heute ein absoluter Rock-Klassiker und für SWR1 Musikredakteur Frank König ein wahres Meisterwerk.Dieser eine Song, der mir und wahrscheinlich Millionen anderen Teenagern Halt gegeben hat in einer unsicheren Zeit und der Erkenntnis, dass die Welt der Erwachsenen höchst widersprüchlich und zuweilen auch zynisch sein kann.
Der Song ist in drei Teile gegliedert: beginnend in der Kindheit, über die Schulzeit im Internat bis hin zum Erwachsenendasein. Rodgson beschreibt die magische Schönheit der Kinderwelt und stellt sie der widersprüchlichen und überfordernden Erwachsenenwelt gegenüber und stellt sich die Frage: Wer bin ich eigentlich?Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
"Breakfast in America" — Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Warum der Ursprungstitel des Albums eigentlich "Hello Stranger" sein sollte, von welchen Songs der Beatles sich Supertramp in "Breakfast in America" inspirieren lassen haben, welche ungewöhnlichen Instrumente bei der Produktion zum Einsatz kamen und ob Johnny Hallywell sein stilbringendes Saxophon tatsächlich auf der Studio-Toilette aufgenommen hat, das und mehr gibt es im Meilenstein zu "Breakfast in America" von Supertramp.Songwriting, Spielfreude, Instrumentierung, starke Texte, catchy Sound.
Quelle: SWR1 Meilensteine-Gast Sascha Simnovec über "Breakfast in America"
Shownotes
Buch von Frank Bösch über das Jahr 1979Buchtipp: Ein Tribute an Supertramp – Die illustrierte BiografieWie "The Logical Song" entstanden istMaking Of "The Logical Song" im VideoWie Schauspielerin Kate Murtagh als Kellnerin auf das Plattencover von "Breakfast in America" kamPodcast-Tipp: "Fuck you very, very much! Die größten Beefs im Musikbiz" von ARD KulturListe der Meilensteine-Folgen von 1 bis 250Über diese Songs vom Album "Breakfast in America" wird im Podcast gesprochen
(04:49) – "The Logical Song"(14:18) – "Gone Hollywood"(21:40) – "Gone Hollywood"(22:24) – "Child of Vision"(29:24) – "The Logical Song"(48:12) – "Goodbye Stranger"(56:03) – "Breakfast in America"(01:03:54) – "Take the Long Way Home"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(26:34) – "Here Comes the Sun" von The Beatles(01:40:12) – "Hyper Hyper" von Scooter(01:10:43) – "When We Were Young" von David Guetta und Kim Petras(01:11:07) – "Cry Cry Cry" von Coldplay(01:11:41) – "It Might Be Time" von Tame Impala (Prod. Kevin Parker)Mon, 11 Mar 2024 - 1h 13min - 587 - Special zum internationalen Frauentag
Nachdem es im letzten Spezial zum internationalen Frauentag einen Rundumschlag gab zu Frauen, die in den Geschichtsbüchern zu kurz gekommen sind, wie Blueserfinderin Ma Rainey, Rock'n'Roll-Erfinderin Rosetta Tharpe oder Sylvia Robinson, die den ersten kommerziell erfolgreichen Hip-Hop-Song überhaupt produziert hat ("Rapper's Delight" von der Sugarhill Gang), geht es dieses Mal um die Pionierinnen der elektronischen Musik. Auch in diesem Jahr ist Musikerin, Produzentin, Songwriterin, Autorin und Schauspielerin Luci van Org wieder mit dabei und spricht mit SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius über großartige Frauen der Musikgeschichte.
Die Faszination elektronischer Musik
Für Luci van Org gibt es einen ganz besonderen Punkt, der sie an elektronischer Musik fasziniert:Die Möglichkeit, autark ganze Musikstücke zu kreieren. Das ist gerade für Frauen ganz wichtig gewesen, weil [...] es gab immer Männer, die versucht haben, dir zu sagen, was du zu tun und zu lassen hast und wie du es zu machen hast. Und an so einem Rechner kannst du einfach sitzen und selbst bestimmen, wie etwas klingt [...].
Das ermächtigt die Musikerinnen und auch Musiker natürlich dazu unabhängiger von anderen zu werden. Wer möchte, kann durch diese Technik alle Rollen, die es beim Musikmachen auszuführen gibt, selber ausführen. Egal, ob Komponistin, Produzentin und auch ausführende Künstlerin.Quelle: Luci van Org über die Bedeutung elektronischer Musik für weibliche Künstlerinnen.
Es ist eine unfassbare Freiheit, die im Programmieren von Musik steckt.
Auch Luci van Org selbst betreibt aktuell das Projekt "Meystersinger", das sehr stark auf elektronische Musik setzt.Quelle: Luci van Org über die Möglichkeiten, die elektronische Musik bietet.
Die Anfänge der elektronischen Musik
Die Anfänge der elektronischen Musik beginnen weitaus früher, als man vielleicht denkt, nämlich schon in den 1920er Jahren mit dem Theremin. Wie dieses obskure Instrument gespielt wird, das erklärt Musikerin Luci van Org, die selbst stolze Theremin-Besitzerin ist, im Meilensteine Podcast.Menschen, die Theremin spielen, wirken immer ein bisschen wie in einer Séance. Die halten die Hände in der Luft und machen seltsame Gesten.
Und die erste große Theremin-Virtuosin war, die eigentlich als Violinistin ausgebildete Konzertgeigerin, Clara Rockmore. Die hat eine ganz besondere Technik erfunden, um das Instrument zu beherrschen.Quelle: Luci van Org über das Spielen eines Theremins
"Dr. Who" macht elektronische Musik populär
Dr. Who ist eine der bekanntesten Fernsehserien aller Zeiten und auch eine der Serien, die es schon am längsten gibt. 1963 startete die Serie und auch heute werden noch neue Folgen produziert. Und im Intro der Science-Fiction-Serie gab es schon 1963 elektronische Musik, gespielt von der Mathematikerin Delia Derbyshire auf Synthesizern. Bis zur "Dr. Who Serie" war elektronische Musik ganz und gar nicht "in aller Munde", wie man so schön sagt, sondern es wurde immer eher verächtlich darauf geschaut, da elektronische Musik "kein Herz und keine Seele" habe. Heute wird ganz anders auf elektronische Musik geblickt und für diesen Wandel ist auch Delia Derbyshire und ihre Titelmelodie zu "Dr. Who" verantwortlich. Auch deshalb zählt sie für das Musikmagazin "Musikexpress" zu den "100 wichtigsten Frauen im Pop".Laurie Spiegel, Pionierin der elektronischen Computermusik
Eine der ersten elektronischen Kompositionen aus einem Computer kommen von der US-Amerikanerin Laurie Spiegel. Mit Lochkarten, Klaviatur, Joystick und Tasten komponierte sie 1974 ihren Song "Appalachian Grove 1", mit dem sie die Melodien in die vorher avantgardistische, elektronische Musik brachte und dadurch auch mehr Gefühl. Während wir elektronische Musik (theoretisch) heute mit dem Laptop gemütlich von der Couch aus machen können, war der Computer, mit dem Laurie Spiegel Musik gemacht hat, so groß wie ein Wohnzimmer, unglaublich teuer und stand in einer Forschungseinrichtung. Laurie Spiegel komponierte aber nicht nur Musik auf dem Computer, sondern sie hat mit "Music Mouse" auch eines der ersten Computerprogramme zum Musik machen programmiert.Shownotes
SWR1 Meilensteine Folge zu "Sports" von Huey Lewis and The NewsSpezialfolge zum Internationalen Frauentag 2023SWR1 Leute mit Luci van OrgSWR Artikel zu Luci van OrgClara Rockmore spielt das ThereminARTE-Doku über "verkannte Heldinnen der elektronischen Musik"Demo von Music MouseKünstlerseite zum Projekt "Lucina Soteira" von Luci van OrgÜber diese Songs wird im Podcast gesprochen
(08:04) – “The Swan” von Clara Rockmore(17:45) – “Dr. Who Titelmelodie” von Delia Derbyshire(33:02) – “Appalachian Grove 1” von Laurie Spiegel(40:40) – “Three Sonic Spaces” von Laurie Spiegel(41:32) – “Offen” von Meystersinger(43:18) – “Tempel” von Lucina SoteiraMon, 4 Mar 2024 - 52min - 586 - ABBA – "Waterloo"
1974 war ein sensationelles Jahr für Pop- und Rockfans: Joni Mitchell hat ihr legendäres "Court And Spark" Album rausgebracht, Supertramp schenkten uns ihr "Crime of the Century", Steely Dan waren kulinarisch verdreht unterwegs mit "Pretzel Logic" und im März veröffentlichten ABBA das Album, das ihnen den internationalen Durchbruch verschaffen sollte: "Waterloo". Für die vier Schweden und Schwedinnen sollte das Album der Beginn ihrer internationalen Karriere werden, nicht nur wegen des Hits "Waterloo", mit dem sie 1974 den Eurovision Song Contest gewannen.
Das Album "Waterloo" ist ein Abbild der 70er-Jahre
Etwas Reggae, Glamrock und noch ganz viel mehr – für SWR1-Musikredakteur Niels Berkefeld ist "Waterloo" ein Abbild der kompletten musikalischen Bandbreite der 1970er-Jahre und es ist natürlich auch ein historischer Moment in der Geschichte des Eurovision Song Contest.Da sehen wir einen ungeschliffenen Rohdiamant, den Beginn einer Weltkarriere und das Suchen und Finden des zukünftigen Sounds dieser Gruppe.
Benny und Björn von ABBA haben auf diesem Album musikalisch ganz viel ausprobiert, um den perfekten Sound für die Gruppe zu finden. Das merkt man eben auch an dem genre-technischen Gemischtwarenladen auf dem Album.Quelle: Niels Berkefeld, SWR1 Musikredakteur über "Waterloo"
Die Anfangszeit von ABBA und der "Eurovision Song Contest"
Bevor Benny, Björn, Agnetha und Anni-Frid sich 1972 als ABBA zusammenschlossen, hatten alle vier eigene Musikkarrieren. Benny und Björn taten sich als erste zusammen und hatten in Japan schon einen Hit mit "She's My Kind of Girl". Der Song war allerdings als Titelsong eines schwedischen Erotikfilms bekannt und die Band damit leicht in die Schmuddelecke gedrängt worden. Als die finale Bandbesetzung abgeschlossen war, versuchte die Band das unliebsame Image durch die Teilnahme am ESC loszuwerden. Das klappte allerdings nicht auf Anhieb. Mit ihrem Song "Ring Ring" sind ABBA dann 1973 im schwedischen Vorentscheid nur auf Platz drei gelandet. Ein Jahr später, 1974 klappte es dann im zweiten Anlauf. ABBA gewannen nicht nur den schwedischen Vorentscheid, sondern auch den ESC in Brighton mit "Waterloo". Neben den tollen Kompositionen von Benny Andersson und Björn Ulvaeus, die in einigen Songs an den frühen deutschen Schlager erinnern, ist das Besondere an der Musik von ABBA auch das Zusammenspiel der beiden Stimmen von Agnetha und Anni-Frid.Das ABBA-Image als Teil des Erfolgs
ABBA sind auch heute noch eine riesige Marketingmaschine, die auch durch das sehr saubere Image der vier Künstler sehr gut funktioniert hat – wobei vor allem Anni-Frid und Agnetha natürlich trotzdem als sexy inszeniert worden sind. Harmonie war das große Aushängeschild der Band. Es gab keine Skandale rund um Alkohol, Sex oder Drogen. Und während andere Musiker sich – damals wie heute – noch als Singles präsentierten, um bei den Fans die Träume einer Liebesbeziehung zum angehimmelten Star zumindest theoretisch am Leben erhalten wurden, wurde bei ABBA die heile Beziehungswelt propagiert. Probleme gab es in der ABBA-Welt nicht.Jubiläum: 50 Jahre "Waterloo" – Das Vermächtnis von ABBA
Neben der Musik und den Erfolgen, die ABBA der Welt hinterlassen haben, gibt es noch ein Erbe, dass SWR1-Musikredakteur Dave Jörg im Podcast zu "Waterloo" hervorheben möchte:Egal, wo die ABBA Songs laufen: [...] Das zaubert den Leuten ein Lächeln und Freude ins Gesicht und ins Herz. Und das hat 50 Jahre nach "Waterloo" niemals aufgehört.
Quelle: Dave Jörg, über das Erbe von "Waterloo"
Shownotes
Liste der ersten 250 FolgenArtikel und Bildergalerie zum ESC 1974 in BrightonBandbio von ABBAABBA beim “Eurovision Song Contest”Ausschnitt aus dem Musikladen Interview 1976ABBA-Auftritt beim Musikladen Extra 1976SWR1 “80er Podcast” zu ABBADie Metronome Studios in Stockholm – heute und historischSWR1 Meilensteine Folge zu "Pretzel Logic"SWR1 Meilensteine Folge zu "Court and Spark"SWR1 Meilensteine Folge zu "The Wall"Podcast-Tipp: "Lisas Paarschitt" in der ARD-AudiothekÜber diese Songs vom Album “Waterloo” wird im Podcast gesprochen
(08:52) – "Waterloo"(23:40) – "Hasta Manana"(46:41) – "Honey, Honey"(51:56) – "Watch Out"(53:58) – "Sitting in the Palmtree"(54:34) – "King Kong Song"(55:52) – "Gonna Sing You My Lovesong"(59:08) – "Dance (While The Music Still Goes On)"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(09:50) – "People Need Love" von ABBA(10:49) – "She’s My Kind of Girl" von ABBA(13:04) – "Ring Ring" von ABBA(28:51) – "Maid of Orleans" von OMD(30:55) – "We’ll Meet Again" von Vera Lynn(34:55) – "Hasta Manana" von Lena AnderssonMon, 26 Feb 2024 - 1h 06min - 585 - Steely Dan – "Pretzel Logic"
Das kulinarisch klingende Album "Pretzel Logic" – übersetzt: "verdrehte Logik" – ist das dritte Album von Steely Dan. Gleichzeitig ist es auch die Platte mit dem größten Hit der Gruppe: "Rikki Don't Lose That Number". Auf ihrem Album "Pretzel Logic" machen Steely Dan genau da weiter, wo sie bei ihrem Vorgänger-Album aufgehört haben. Sie machen sehr komplexe, jazzige Musik, die sich aber trotzdem sehr gut durchhören lässt.
Steely Dan ist im besten Sinne "Fahrstuhlmusik". Du kannst es ausblenden [...], dann ist es einfach nur etwas, was bei dir auf dem Ohr ist und so gesehen nicht stört. Sobald du weiter reinzoomst [...], siehst du all die Elemente. Und das ist das Interessante daran, was sie ausmacht.
Quelle: Benjamin Brendebach im SWR1 Meilensteine Podcast über Steely Dan
Veränderungen bei Steely Dan
Nichtsdestotrotz hat sich für Steely Dan mit diesem Album ganz viel verändert. Während für viele Rockmusiker das Tourleben der wichtigste Teil des Rock 'n' Roll-Lifestyle ist, war es Walter Becker und Donald Fagen immer zu viel. Sie fanden es "langweilig" und "albern", wie SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig im Meilensteine-Podcast erklärt. Fagen und Becker sahen sich selbst eher als Songwriter und Produzenten und die beiden waren sich einig, dass für ihr drittes Album "Pretzel Logic" ein neues Bandkonzept hermusste. Und so haben die beiden Masterminds hinter der Band nach einem Tourabend im Hotelzimmer kurzerhand ihre Band gefeuert. Künftig wollten Becker und Fagen dann auf professionelle Studiomusiker zurückgreifen. So hart die Entscheidung auch für die Musiker in der Band war, die Musik von Steely Dan konnte so auf die nächste Stufe steigen.Grundsätzlich ist es ein Meilenstein-Album, einfach weil es ein ganz neues, ganz eigenes Genre definiert. Man nennt es jetzt vielleicht Rock-Pop-Jazz-Blues. Wie auch immer man es nennen mag, es ist eigentlich "Steely-Dan-Pop".
Quelle: Benjamin Brendebach im SWR1 Meilensteine Podcast zu "Pretzel Logic"
Die Besten der Besten sind auf "Pretzel Logic" zu hören
Für ihre Alben ab "Pretzel Logic" haben sich Steely Dan nur die Stars unter den Studiomusikern dazu geholt. Das beste Beispiel dafür sind die Drums. Da hatten sich Fagen und Becker nicht nur einen Drummer geholt, sondern gleich mehrere. Richtige Schwergewichte der Schlagzeuger-Szene. Neben Totos Jeff Procaro, haben Steely Dan auch Jim Gordon engagiert, der als einer der größten Studiodrummer überhaupt zählt. Er hat mit den größten Stars der Pop- und Rockgeschichte zusammengespielt: mit den Beach Boys, Frank Zappa, John Lennon, George Harrison, Eric Clapton und vielen vielen mehr. Im Podcast sprechen wir auch darüber, welche tragische Wendung das Leben von Schlagzeuger Jim Gordon noch genommen hat.Jubiläumsfolge mit Meilensteine-Quiz
Für Folge Nummer 250 unserer SWR1 Meilensteine haben wir uns auch noch eine kleine Besonderheit überlegt: ein kleines Meilensteine-Quiz. Geneigte Meilensteine-Fans können dabei ihr angehäuftes Wissen auf die Probe stellen, und mit etwas Glück sogar den offiziellen Titel "SWR1 Meilensteine Profi" ergattern. Der erste Schritt in Richtung Titelgewinn ist: diese Podcast-Folge hören. Und für alle weiteren gibt es auf unseren Seiten ein paar Tipps, um auf die Lösung zu kommen. Die Lösung für die drei Quizfragen schickt ihr bitte per Mail an meilensteine@swr.de oder noch besser perWhatsApp-Sprachnachricht an die (06131) 92 93 94 95.Shownotes
Steely Dan Liste von Jenell Kesler auf rateyourmusic.comSteely Dan WörterbuchSWR1 Meilensteine Folge zu "Aja" von Steely DanDie Steely-Dan-Bibel: "Steely Dan: Reelin' in the Years" von Brian SweetMehr Informationen zu "Reelin' in the Years" von Brian SweetMeilensteine Liste Folgen 1 bis 250Über diese Songs vom Album "Pretzel Logic" wird im Podcast gesprochen
(09:59) – "Rikki Don’t Lose That Number"(35:40) – "Night By Night"(43:20) – "Any Major Dude Will Tell You"(52:18) – "Parker's Band"(59:18) – "Pretzel Logic"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(21:16) – "Song for My Father" von Horace Silver(25:50) – "Aja" von Steely Dan(54:59) – "The Bird" von Charlie ParkerMon, 19 Feb 2024 - 1h 10min - 584 - Norah Jones – "Feels Like Home"
Das zweite Album ist für Künstler oft das schwierigste. Vor allem, wenn das erste Album so erfolgreich war wie "Come Away With Me" von Norah Jones. Mit dem zweiten Album müssen Künstler oft beweisen, dass sie die Aufmerksamkeit wirklich verdient haben und, dass sie gekommen sind, um zu bleiben. Sie haben damit aber auch die Chance, sich als seriöse und erfolgreiche Künstler zu etablieren. Das hat Norah Jones mit "Feels Like Home" definitiv geschafft.
Platinregen für "Feels Like Home"
Ihr zweites Album ist mit etwas unter 10 Millionen Einheiten zwar nicht ganz so oft über die Ladentheke gegangen wie ihr Debütalbum, aber dennoch: Platz 1 in Deutschland, Österreich, Schweiz, England und Amerika – inklusive mehrfacher Platinauszeichnung in allen genannten Ländern. Alleine die Zahlen sprechen schon dafür, dass es sich bei "Feels Like Home" um einen Meilenstein der Popgeschichte handelt. Für SWR1 Redakteurin Nina Waßmundt gibt es aber noch andere Gründe, warum die Platte das Prädikat "Meilenstein" verdient hat.Weil Norah Jones auf diesem Album einen ganz einzigartigen Musikstil aus Pop, Jazz und Country erschafft [...] und Norah Jones lässt diese beiden (Jazz und Country) wirklich ureigenen, amerikanischen Musikrichtungen verschmelzen.
Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über "Feels Like Home"
Der perfekte Soundtrack für einen gemütlichen Sonntag
Nicht nur von den Musikstilen her schafft Norah Jones es auf ihrem Album "Feels Like Home" Dinge hervorragend verschmelzen zu lassen. Das klappt auch ganz hervorragend auf der emotionalen Ebene. Ein Mix, den man so wirklich nicht oft findet in der Musikwelt.Es ist auch irgendwo zwischen melancholisch und gut gelaunt. Es ist etwas, das man selten hat. Es ist nicht traurig, aber trotzdem sehr melancholisch und es fühlt sich kuschelig an, also "Feels Like Home" ist wirklich eine Ansage, die so funktioniert. Es ist einfach der perfekte Soundtrack für einen gemütlichen Sonntag.
Und was bei Norah Jones so leicht, entspannt und manchmal auch etwas verspielt klingt, das ist es nicht immer. Als Jazzpianistin ist Norah Jones natürlich geübt darin, auch komplexere Song- und Akkordstrukturen locker leicht klingen zu lassen und wenn dann noch eine verträumtes "Uuuuhh uuhhh uhhh..." darüber gesungen wird, wie in einem ihrer erfolgreichsten Songs "Sunrise", dann suggeriert uns das auch ein bisschen eine Leichtigkeit, die auf dem (Noten)Papier gar nicht immer vorhanden ist.Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über "Feels Like Home"
Norah Jones ist eine echte Künstlernatur
Dass Sängerin und Pianistin Norah Jones eine echte Künstlernatur ist und das kreative Chaos liebt und lebt, das kann man schon an ihrer Wohnung sehen. Damit die Wege zwischen Familie, Alltag und Musik schön kurz bleiben, steht das Klavier bei Norah Jones an einem sehr ungewöhnlichen Ort: in der Küche. Aber auch die Art wie Norah Jones Texte, Zeilen und Notizen für ihre Songs macht, zeigt ihren künstlerischen, verträumten und leicht chaotischen Geist, denn ihre Gedanken muss sie, wie sie selbst sagt in einem "unordentlichen Notizbuch" handschriftlich notieren. Und wenn man ihre Musik hört, glaubt man ihr das sofort. Da findet sich keine Hektik, sondern ein liebevolles, ausgeruhtes kleines Chaos. Und dass sie genau dieses Gefühl in ihrer Musik rüberbringen kann, liegt auch an einer Besonderheit von Norah Jones.Norah Jones hat einen ganz besonderen und einmaligen Ausdruck in ihrer Stimme. Die ist weich und zart auf der einen Seite aber auch sehr deutlich und prägnant auf der anderen Seite.
Und während andere Sängerinnen gerne lauter werden und beim Singen mehr "drücken", lehnt sich Norah Jones in ihrer Stimme zurück und behandelt sie wie ein Instrument und gibt auch den anderen Instrumenten Raum, ergänzt Nina Waßmundt. Ein gutes Beispiel dafür ist auch der romantische Song "What Am I To You?". Für SWR1 Redakteurin Jessica Pfeiffer sticht Norah Jones aus der Masse der Popsängerinnen der 00er-Jahre heraus, weil für sie die Motivation, Musik zu machen, offenbar eine ganz andere ist. Während viele Künstlerinnen nach dem großen Erfolg und der großen Bühne streben, ist es bei Norah Jones eher die pure Leidenschaft zur Musik, die sie antreibt.Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin im Podcast zu "Feels Like Home"
Das hört man aus ihren Liedern raus, das hört man aus ihrer Stimme raus.
Quelle: Jessica Pfeiffer, im SWR1 Meilensteine Podcast über Norah Jones
Dolly Parton bringt Schwung rein
Neben den klassischen, ruhigen Norah Jones Nummern, in denen vor allem Emotionen im Fokus stehen, gibt es auch Songs, die etwas Schwung reinbringen und zumindest auf den ersten Moment wie ein Fremdkörper auf dem Album wirken. Dazu zählt auch der Song "Creepin' In", den Norah Jones mit Countrylegende Dolly Parton singt. Bei einem näheren Blick wird aber schnell klar, dass auch diese Nummer perfekt auf dieses Album passt. Zum einen bringt die schnellere, beschwingtere Nummer etwas Dynamik auf das sonst so ruhige Album und zum anderen ergänzen sich die tiefe, ruhige Stimme von Norah Jones und die deutliche höhere von Dolly Parton ganz wunderbar. Außerdem passt diese Country bzw. Bluegrass Nummer auf das Album, weil Norah Jones selbst aus Texas kommt und wenn ihr Album schon "Feels Like Home" heißt, dann darf auf der Platte einer Texanerin auch keine Countrynummer fehlen. Auf ihrem Album "Feels Like Home" präsentiert Norah Jones aber nicht nur ihre eigenen Songs, sondern auch einige Coverversionen von großen Country- und Jazz-Stars wie Townes von Zandt oder auch Duke Ellington.Shownotes
Der Podcast von Norah JonesEin Live-Konzert von Norah Jones bei arteNorah Jones und Dolly Parton LiveÜber diese Songs vom Album "Feels Like Home" wird im Podcast gesprochen
(11:42) – "Sunrise"(18:42) – "What Am I To You?"(25:14) – "Creepin’ In"(34:01) – "Be Here to Love Me"(42:50) – "Don’t Miss You at All"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(00:58) – "Come Away With Me" von Norah Jones(06:30) – "White Flag" von Dido(07:00) – "Music is the Key" von Sarah Connor(07:22) – "All the Things She Said" von T.A.T.u.(34:30) – "Be Here to Love Me" von Townes von Zandt(42:08) – "Traces of You" von Norah Jones und Anoushka Shankar(43:31) – "Melancholia" von Duke EllingtonMon, 12 Feb 2024 - 52min - 583 - Franz Ferdinand – "Franz Ferdinand"
Anfang der 2000er war Indie-Rock vor allem aus Großbritannien absolut im Trend. Bands wie Radiohead, Maximo Park, Bloc Party und viele, viele mehr haben die angesagtesten Tracks des Jahres geliefert. Ganz vorne mit dabei waren auch die Schotten von Franz Ferdinand.
Indie-Rock und Britpop stehen hoch im Kurs
Franz Ferdinand haben es mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum quasi direkt an die Spitze der angesagtesten Indie-Rockbands geschafft. Vor allem ihr Song "Take Me Out" war aus den Clubs und aus dem Radio nicht mehr wegzudenken. 2005 bekam die schottische Band für ihre Leistungen dann sogar den begehrten BRIT Award verliehen. Zu dieser Zeit tourte die Band nicht nur viel auf den Bühnen, sondern sozusagen auch über die Cover diverser Musikmagazine wie "Visions", "Musikexpress", "Rolling Stone" oder die Zeitschrift "Spex".Franz Ferdinand – ein sehr deutscher Name für eine britische Band
Die Verbindung nach Deutschland geht vor allem vom Gitarristen Nick McCarthy aus, der im oberbayrischen Bad Aibling (in der Nähe von Rosenheim) zur Schule ging und später auch Klavier und Kontrabass in München studierte. Neben dem Bandnamen gibt es auch einen deutschen Songtitel auf dem Debütalbum der Band: "Auf Achse", der sich auf die gleichnamige deutsche Fernsehserie aus den 1980er-Jahren bezieht.Frida Gold und Franz Ferdinand?
Zu Gast in dieser Folge der SWR1 Meilensteine ist auch André Pittelkau. Er ist nicht nur Fan der SWR1 Meilensteine, sondern hat selbst einen starken musikalischen Hintergrund. Er war unter anderem Teil der erfolgreichen deutschen Popgruppe "Frida Gold". Als Keyboarder und Songwriter hat er an dem erfolgreichen Debütalbum "Juwel" von Frida Gold mitgearbeitet und er hat auch selbst eine indirekte Verbindung zu den Bandmitgliedern von Franz Ferdinand, wie er im Podcast erzählt. Unabhängig von der persönlichen Verbindung zur Band ist für André Pittelkau das Debütalbum von Franz Ferdinand aber ein echter Meilenstein.Also ich finde, das ist ein absoluter Meilenstein, weil es nicht weniger als die letzte große Rockrevolution mit ausgelöst hat!
Neben der absolut tanzbaren Indiemusik, die in den 00er-Jahren – vor allem die kleineren Clubs, auch bei uns in Deutschland dominiert hat – haben Franz Ferdinand noch mehr Independent Vibes verbreitet. Denn auch visuell hat die Band sich anders präsentiert als die großen Mainstream-Künstler und bei der Wahl der Plattenfirma schlug das Herz der Musiker ebenfalls ganz auf "Indie". Das hat genauso die Plattenfirma "Domino Records" gefreut, denn für die waren Franz Ferdinand der erste große Treffer, der vielleicht sogar die Existenz des Labels sichergestellt hat.Quelle: André Pittelkau, Musiklehrer und Musiker im Meilensteine Podcast
Franz Ferdinand haben es mit diesem Album geschafft, sich als Schutzpatron aller Indiebands zu etablieren, und zwar für alle die, die ohne Kompromisse einzugehen an die Spitze der Charts kommen wollen.
Quelle: André Pittelkau, über das Vermächtnis von "Franz Ferdinand"
"Take Me Out" – Ein Kriegsfilm als Inspiration für einen Indie-Rock-Lovesong?
Die Entstehung des Songs "Take Me Out", der für die Band zum größten Hit wurde, ist besonders spannend. Denn die Inspiration für den Song, in dem zwei potenziell Liebende sich sozusagen umkreisen, kommt aus dem Kriegsfilm "Duell – Enemy at the Gates" mit Hollywoodstar Jude Law. In dem Hollywoodfilm versuchen zwei Scharfschützen, sich in der Schlacht um Stalingrad gegenseitig auszuschalten.Livemusik im Podcast
Mit André Pittelkau als Schlagzeuger und Musiklehrer gibt es in dieser Folge der SWR1 Meilensteine zusätzlich eine richtige kleine Musikstunde im Podcast inklusive einer musikalischen Livedarbietung am Schlagzeug: ein absolutes Highlight.Shownotes
Über diesen Gitarrenverstärker wird gesprochen: "Selmer Thunderbird Twin 50"Offizielles Musikvideo zu "Take me Out"Das Musikmagazin "Visions"Live im aktuellen Sportstudio 2011: Frida Gold – "Wovon sollen wir träumen"Dieser Film war die Inspiration zum Song "Take Me Out": "Enemy at the Gates"Mini-Doku zu Franz FerdinandSWR1 Meilensteine Folge zu "Morrison Hotel" von The DoorsSWR1 Meilensteine Folge zu "Die Mensch-Maschine" von KraftwerkSWR1 Meilensteine Folge zu "Random Access Memories" von Daft PunkÜber diese Songs vom Album "Franz Ferdinand" wird im Podcast gesprochen
(16:53) – "Take Me Out"(39:37) – "The Dark of the Matinée"(49:16) – "This Fire"(53:43) – "Darts of Pleasure"(59:51) – "Tell Her Tonight"(01:01:47) – "Michael"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(03:00) – "Morgen" von Frida Gold(30:11) – "Smokestack Lightnin'" von Howlin’ Wolf(01:05:25) – "John, I’m only Dancing" von David BowieMon, 5 Feb 2024 - 1h 11min - 582 - Blues, Hard Rock, Psychedelic und Seemannslieder – "Morrison Hotel" von The Doors
Die Erstsendung des Meilensteins zu "Morrison Hotel" lief Ende Januar 2020 zum damaligen 50. Jubiläum des Albums. Das Album verkaufte sich in weniger als drei Tagen bereits mehr als eine Million Mal und gilt als eines der größten Rockalben aller Zeiten.
Blues, Hard Rock, Psychedelic und Seemannslieder, eine verrückte und wilde Mischung, depressiv, mystisch oder albern verrückt – so wie die Doors halt waren.
Wer sich als Doors-Fan vor 50 Jahren diese Scheibe gekauft und aufgelegt hat, der war womöglich erleichtert über den bluesigen Sound. Das war ein echtes Comeback, was da passiert ist! Das Vorgängeralbum "The Soft Parade" fiel unter anderem durch sehr viele orchestrale Einsätze aus dem normalen Door-Sound raus – und das kam bei den Fans und Presse nicht so gut an. Mit "Morrison Hotel" sind sie zurückgegangen zu ihren Wurzeln, zu richtigem Blues. Man könnte denken, es wäre ein Blues Klassiker, ist es aber nicht.Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
Ich glaube, es ist das Erfolgsgeheimnis dieses Albums, dass die Fans wieder gespürt haben, sie sind zurück bei ihren Blues-Wurzeln gelandet.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius über "Morrison Hotel" von The Doors
Der besondere Doors-Sound auf "Morrison Hotel"
Die Doors machen mit ihrer Musik musikalisch Räume auf. Sie erweitern den Blues in dem Sinn, dass sie für große Instrumentalflächen in ihren Songs Platz lassen. Der Hörer muss sich nicht zwangsläufig immer mit dem Text beschäftigen, er kann sich auch einfach in die Musik fallen und sich von ihr treiben lassen. Für ihre Vorgängeralben haben sich The Doors immer wieder Session-Musiker mit ins Studio geholt, da war immer viel los. Das haben sie jetzt für dieses Album tatsächlich weniger gemacht. Sie haben die Songs vor allem mit Jim Morrisons Gesang, Gitarre, Bass und Orgel aufgenommen. Bei manchen Songs sind dennoch Session-Musiker reingekommen, wie beispielsweise bei "Roadhouse Blues". The Doors sind eine der wenigen Bands, die keinen Bassisten haben, so haben sie sich für diesen Song Lonnie Mack zum jammen eingeladen, er war einer der großen Bassisten in dieser Zeit in Hollywood. Im November 1969 haben The Doors im Elektra Sound Recording Studio, einem Studio in West Hollywood, angefangen "Morrison Hotel" aufzunehmen. Letztlich wurde "You Make Me Real" dann die erste Single-Auskopplung von "Morrison Hotel" – und war nicht besonders erfolgreich. Jim Morrison hat in einem Interview mal gesagt, dass sie sich fast immer für die vermeintlich falsche Single auf ihren Alben entschieden haben, wenn es darum geht, wie erfolgreich der Song im Anschluss wurde.Die Entstehungsgeschichte der Doors
Ray Manzarek und Jim Morrison haben sich im Studium kennengelernt und sich später irgendwann wiedergetroffen. Manzarek, der selbst Keyboard spielte, war sofort begeistert von Morrisons Stimme und seinen Texten, am Strand haben die beiden The Doors gegründet. Sie machten sich auf die Suche nach passenden Musikern und fanden Robby Krieger und John Densmore, die Gitarre und Schlagzeug spielten.Jim Morrison – Versoffener Poet & "Rock-Schamane"
Morrison war bekannt dafür, dass er sehr gerne auf Blues-Nummern gesungen hat, wenn er alkoholisiert war – und das war in dieser Zeit bei diesen Aufnahmen ein großes Problem, denn sein Alkoholkonsum war erheblich.Ja, er war schlicht und ergreifend ein versoffener Poet, oder? Ja, das kann man so sagen.
Er hatte reichlich Probleme dadurch, viele Prozesse am Hals und auch die öffentliche Stimmung kippte dadurch bei den Doors. Sie durften in manchen Bundesstaaten nicht mehr öffentlich auftreten. Morrison war auf der Bühne unter Alkoholeinfluss unkalkulierbar. Als die Polizei auf die Bühne kam und ihn mitgenommen hat, sind die Fans völlig ausgerastet und wenn er auf der Bühne die Besinnung verloren hat, hat er sich auch mal nackig gemacht.Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König über Jim Morrison
Es war ja auch Teil seiner Kunst (…) diese Provokation alles zu zerstören oder dieses selbstzerstörerische Element. Er war so ein Grenzgänger, der wollte das auch ausprobieren.
Jim Morrison war nicht von vornherein so auf der Bühne. Als die Doors 1965 angefangen haben Gigs zu spielen, stand er zunächst mit dem Rücken zum Publikum auf der Bühne. Erst später hat er sich eine künstlerische Figur zugelegt und seine düstere Seite kam mit dazu. Ray Manzarek hat diese Seite an ihm immer "Jimbo" genannt. Diese exzentrische, düstere Seite war dann auch jene, die auf der Bühne ausgebrochen ist – und das hat er irgendwann nicht mehr abschalten können. Irgendwann war diese Figur größer als er selbst, er schien sich in ihr verloren zu haben. Morrison hat sich viel mit Literatur beschäftigt und wollte ein authentischer Poet sein. Für sein Verständnis, musste ein Poet leiden oder Leid erlebt haben. Auf diesem Selbstverständnis basierend hat er viele Gedichte geschrieben. Außerdem war Morrison sehr interessiert an indianischer Kultur, hat auch länger bei Indianern gelebt. Der Mann, der sich selber einen "Rock-Schamanen"nannte, hat in seiner Kindheit eine starke traumatische Erfahrung mit Indianern gemacht. Er wurde als kleiner 4-jähriger Junge Zeuge eines schweren Verkehrsunfalls, bei dem etliche indianische Wanderarbeiter ums Leben gekommen sind und hat dieses Trauma in seinen Songs und Gedichten verarbeitet. Zum Beispiel auch in dem Gedichtband "An American Prayer“. Er wurde 78 auf dem gleichnamigen Doors Album veröffentlicht. In "Dawn's Highway" erzählt Jim Morrison sehr detailliert von diesem grauenhaften Ereignis und beschreibt, wie die Seelen der toten Indianer seine Seele besetzen, die Zeit seines Lebens in ihm wirken sollen. Doch Morrisons Vater soll ihm gesagt haben, dass er das alles so nicht erlebt habe, ja nur geträumt hätte. Für ein Kind unverständlich – die Ebenen der Realität und des Traums können so durcheinandergeraten sein. Im Song "Peace Frog" thematisiert er diese traumatische Kindheitserinnerung.Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König über Jim Morrison
Für mein Gefühl hat diese Geschichte sein Lebensthema ausgelöst, dass er immer wieder betrachtet. Es gibt ganz viele Songs der Doors oder Gedichte, die Jim Morrison geschrieben hat, die sich mit diesem Thema beschäftigen und immer ist der Grundtenor Leid.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius über Jim Morrisons Kindheitstrauma
Morrisons früher Tod
Morrison stirbt mit 27 Jahren in Paris im Jahr 1971, seine damalige Freundin Pamela Courson findet ihn in der Badewanne. Er ist auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt worden. Es gab nie eine Obduktion, letztlich ist demnach nicht bekannt, was die tatsächliche Todesursache ist. Der Arzt hat damals den Herzstillstand als Todesursache vermerkt. Doch Courson und Morrison unterliegen beide einem exzessiven Drogenkonsum. Auch sie stirbt 3 Jahre später in Kalifornien im Alter von 27 Jahren an einer Überdosis Heroin."Morrison Hotel" – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Was 1969 zum Streit zwischen John Lennon und den Doors geführt hat, die Entstehungsgeschichte der Band und ihres dazugehörigen Bandnamens, was es damit auf sich hat, dass die Doors für das Platten-Cover von "Morrison Hotel" verklagt wurden und $1000 Strafe zahlen mussten – darüber und mehr, wird in dieser Epidsode gesprochen.Shownotes
Trailer zu Classic Albums "Morrison Hotel" auf dem YouTube-Kanal der DoorsWeitere Buchtipps
Über diese Songs vom Album "Morrison Hotel" wird im Podcast gesprochen
(03:24) – "Roadhouse Blues"(16:14) – "Waiting for the Sun"(22:27) – "Peace Frog"(26:30) – "You Make Me Real"(32:02) – "Queen of the Highway"(37:15) – "Land Ho!"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(13:55) – "Roadhouse Blues"-Cover von Status QuoMon, 29 Jan 2024 - 37min - 581 - Sister Sledge – "We Are Family"
"Sister Sledge", das waren 1979 die vier Schwestern Kim, Debbie, Joni und Kathy von der amerikanischen Ostküste, genauer gesagt aus Philadelphia. Bevor sie zusammen mit Nile Rodgers und Bernard Edwards arbeiteten, hatten die vier Schwestern schon Singles und auch zwei Alben veröffentlicht – alles mit mäßigem Erfolg. Um den vier Schwestern unter die Arme zu greifen, hatte das Label in die Wege geleitet, dass sich die Band mit zwei jungen aber sehr talentierten Songwritern und Produzenten vom gemeinsamen Label zusammensetzt: Nile Rodgers und Bernard Edwards.
Premiere für Nile Rodgers und Bernard Edwards von "Chic"
Bevor Nile Rodgers und Bernard Edwards mit Sister Sledge zusammengearbeitet haben, hatten der legendäre Gitarrist und Bassist nur Musik für sich selbst geschrieben und produziert. Als Teil der Band "Chic" hatten die zwei vorher mit ihrem großen Hit "Le Freak" einen Megaerfolg gefeiert. Die Plattenfirma hatte die zwei infolge ihres riesigen Erfolgs darum gebeten, auch für andere Künstler des Labels Atlantic Records zu schreiben. In einem Interview hat Nile Rodgers verraten, dass ihnen Künstler wie die Rolling Stones oder auch Aretha Franklin angeboten worden sind. Da die beiden aber noch nie für jemand anderen geschrieben hatten, wollten sie erstmal "klein anfangen" und entschieden sich für die damals noch unbekannten "Sister Sledge". Für Nile Rodgers und Bernard Edwards hatte das nebenher noch den Vorteil, dass sie selbst auch ein bisschen was von dem Rampenlicht abgekommen haben, was vermutlich anders gewesen wäre, hätten sie als erstes ein Album für Aretha Franklin oder die Rolling Stones produziert."We Are Family" der größte Hit für Sister Sledge
Einige der Songs haben Rodgers und Edwards sogar geschrieben, bevor sie die Band überhaupt jemals getroffen hatten, alleine durch die Informationen, die sie von der Plattenfirma bekommen haben. Darunter zum Beispiel auch den größten Hit der Band "We Are Family".Der Türöffner für Nile Rodgers
Vor allem für Nile Rodgers stellte sich die Zusammenarbeit mit Sister Sledge als Glücksfall heraus. Mit "We Are Family" hatte er einen Welthit geschaffen, den heute noch Millionen Menschen kennen. Für ihn wird dieses Album mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein echter Türöffner gewesen sein. Nach "We Are Family" folgten viele weitere erfolgreiche Kooperationen auch mit vielen großen Künstlern wie Diana Ross, David Bowie, Madonna, Duran Duran oder auch Daft Punk. Sein Weggefährte und guter Freund Bernard Edwards, mit dem er gerne und häufig zusammengearbeitet hat, verstarb 1996 nach einem gemeinsamen Auftritt mit Nile Rodgers in Tokio an einer Lungenentzündung.Shownotes
Allmusic Review zum Album "We Are Family"Muppet Show Version von "He's The Greatest Dancer"Podcasttipp: "50 Jahre Hip Hop" in der ARD-AudiothekSWR1 Meilensteine Folge zu "Let's Dance" von David BowieSWR1 Meilensteine Folge zu "Random Access Memories" von Daft PunkSWR1 Meilensteine Folge zu "Diana" von Diana RossÜber diese Songs vom Album "We Are Family" wird im Podcast gesprochen
(11:09) – "He’s The Greatest Dancer"(28:40) – "Lost in Music"(34:39) – "Thinking of You"(41:51) – "We Are Family"(55:36) – "Easier To Love"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(01:42) – "Le Freak" von Chic(20:08) – "Ich steh’ ja so auf Disco" von Udo Lindenberg(25:11) – "Gettin’ Jiggy Wit It" von Will Smith(26:03) – "Rappers Delight" von Sugarhill Gang (26:24) – "Good Times" von Chic(26:51) – "He’s The Greatest Dancer" von Danii Minogue(52:07) – "Do What You Wanna Do" von T-ConnectionMon, 22 Jan 2024 - 1h 01min - 580 - Joni Mitchell – "Court and Spark"
Joni Mitchell ist Sängerin, Songwriterin und Malerin. Kurz gesagt: Joni Mitchell ist eine Vollblut-Künstlerin und damit ein unglaublich kreativer Geist. Das merken wir auch an "Court and Spark" – dem erfolgreichsten Album, das sie bis heute veröffentlicht hat.
Auf "Court and Spark" hören wir die Malerei
Auch, wenn Joni Mitchell ein absolutes Ausnahmetalent ist, eine Sache hat sie zumindest 1974 bei der Arbeit an ihrem Album noch nicht beherrscht: Noten lesen und schreiben. Aber als Künstlerin hat sie einen Weg gefunden ihrer Band auch so mitzuteilen, was sie von ihnen erwartet. Sie hat die Musik geschrieben in dem sie sie ihrer Band anhand von Farben erklärt und sie ihnen vor dem geistigen Auge aufgemalt hat, erklärt SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius im SWR1 Meilensteine Podcast zum Album "Court and Spark":Sie beginnt zu malen (im Studio) und zwar so, dass sie das Arrangement als [...] weiße Leinwand versteht. Sie versucht, wie beim Malen auch, mit Farben Stimmungen aufzugreifen, nur nicht mit Farben, sondern mit Tönen. Ihre Farben sind die Töne.
Quelle: Katharina Heinius über die Studioarbeit von Joni Mitchell
Joni Mitchell kennt keine Probleme, nur Herausforderungen
Noten lesen und schreiben zu können, das hätte Joni Mitchell mit Sicherheit auch lernen können, wenn sie es denn gewollt hätte. Eine andere Herausforderung, für die sie auch eine kreative Lösung gefunden hat, bezieht sich auf etwas Körperliches. Als Folge einer Kinderlähmung konnte Joni Mitchell mit ihrer linken Hand einige Akkorde auf der Gitarre nicht so greifen, wie es die meisten Gitarristen lernen. Dazu fehlt ihr schlichtweg die Kraft in der linken Hand. Aber auch dafür hat die Künstlerin einen Weg gefunden. Sie greift die Akkorde einfach so, wie es für sie machbar ist und hat dadurch indirekt auch ihren ganz eigenen Sound entwickelt.Die perfekte Beobachterin
Auf "Court and Spark" zeigt uns Joni Mitchell was für eine großartige Beobachterin sie ist und was für ein tolles Auge sie für Szenen, Momente und Details im alltäglichen Leben besitzt. Durch diese messerscharfen Beobachtungen treffen ihre Texte, die wie kleine Kurzgeschichten sind, mitten ins emotionale Epizentrum. Transportiert werden diese Texte auf "Court and Spark" von tollen Arrangements und einer Band, die verstanden hat, welche Bilder, Stimmungen und Emotionen Joni Mitchell versucht in den Songs zu übermitteln.Shownotes
Die sensationell gute Website von Joni Mitchell (eigentlich braucht man nicht mehr)"Joni Mitchell – Ein Portrait" BuchtippSerientipp: "Vinyl""Court and Spark" Review bei Allmusic.comBiographie von Joni Mitchell bei laut.de Über diese Songs vom Album "Court and Spark" wird im Podcast gesprochen (17:29) – "Court and Spark"(26:44) – "Help Me"(40:32) – "Free Man in Paris"(48:02) – "Car On a Hill"(55:30) – "Raised On Robbery" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (11:49) – "Woodstock" von Tom Scott(38:50) – "The Ballad of Dorothy Parker" von Prince(52:18) – "Aja" von Steely DanMon, 15 Jan 2024 - 1h 02min - 579 - Simon & Garfunkel – "Bridge Over Troubled Water"
Das Besondere an "Bridge Over Troubled Water" ist für unseren Musikredakteur und Meilensteine Moderator Frank König eindeutig der Sound. Die Platte ist vom Songwriting her perfekter Pop – vom Sound her aber gar nicht. Da klingt sie eher "seltsam" für ihn.
Heute würde man sagen: Das klingt aber eigenartig. Für mich klingt das magisch! [...] Es ist musikalisch perfekt, aber soundtechnisch irgendwie anders.
Quelle: Frank König im Meilensteine-Podcast über "Bridge Over Troubled Water"
"Bridge Over Troubled Water" ist das Herzstück des Albums
Sechs Grammys gab es insgesamt für das Album, für den Titelsong "Bridge Over Troubled Water" alleine waren es schon vier. Ein Meisterwerk der Popgeschichte, den auch heute noch die meisten Musikfans mitsingen können. Geschrieben hat den Song Paul Simon und gesungen hat ihn Art Garfunkel – so war die Arbeitsaufteilung meistens bei dem legendären Popduo. Entstanden sein soll der Song übrigens auf fast schon magische Art und Weise. Paul Simon soll in einem Interview erzählt haben, dass der Song sich auch gar nicht anfühlt, als hätte er ihn selbst geschrieben. Er soll vor einem leeren Blatt Papier gesessen haben und seine Hand hat sozusagen selbstständig das Papier mit Worten gefüllt und am Ende stand dann eben dieser Song auf dem Papier. Für Paul Simon kam der Song irgendwo aus seinem unbewussten Inneren.Die Botschaft von "Bridge Over Troubled Water"
Auch für die Coverversion von Aretha Franklin gab es 1972 einen Grammy. In ihrer Version kommt bei dem Song echtes Gospel-Feeling auf. Das liegt unter anderem auch an der sehr christlichen Botschaft, die im Song mitschwingt. Es geht um Zusammenhalt und Unterstützung in schweren Zeiten.Ich bin für dich da, wenn die Zeit hart ist und Freunde schwer zu finden sind, werde ich für dich da sein, wie eine Brücke über unruhige Gewässer.
Eine Botschaft, die natürlich auch ohne christlichen Glauben und religiösen Kontext verstanden werden darf.Quelle: "Bridge Over Troubled Water" frei ins Deutsche übersetzt.
"El Condor Pasa", "The Boxer" und mehr – das letzte Album für das legendäre Duo Simon & Garfunkel
Auch wenn Paul Simon und Art Garfunkel Millionen Menschen mit ihrer Musik begeistert und berührt haben, nach "Bridge Over Troubled Water", sind die beiden Künstler getrennte Wege gegangen und nur vereinzelt nochmal zusammengekommen, wie zum Beispiel für ihr legendäres "Concert In Central Park". Die Experimentierfreude von Paul Simon und seine Faszination für die Weltmusik die hat sich auf diesem Album schon zu erkennen gegeben. Das hören wir an vielen Stellen auf dem Album. Zum Beispiel auch bei Songs wie "The Boxer", "El Condor Pasa" und natürlich auch beim Titelsong des Albums "Bridge Over Troubled Water". Shownotes Review zu "Bridge Over Troubled Water" bei PitchforkArtikel über die Geschichte des Songs "Bridge Over Troubled Water" im IndependentArtikel bei BBC OneReview zu "Bridge Over Troubled Water" bei laut.deMeilensteine Folge zu "The Concert in Central Park""Blow Up" auf Arte zum 80. Geburtstag von Paul SimonYoutubel-Kanal von Simon and Garfunkel Über diese Songs vom Album "Bridge Over Troubled Water" wird im Podcast gesprochen (06:36) – "Keep The Customer Satisfied" (08:36) – "Bridge Over Troubled Water"(15:29) – "Cecilia(19:21) – "El Condor Pasa"(23:24) – "Bye Bye Love"(28:23) – "The Boxer"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(09:56) – "Bridge Over Troubled Water" von Aretha Franklin(23:24) – "Bye Bye Love" von den Everly BrothersMon, 8 Jan 2024 - 35min - 578 - Das Meisterstück von Depeche Mode – "Violator"
Die bekanntesten Hits auf dem Album sind "Personal Jesus" und "Enjoy the Silence". Dass "Violator" ein Meilenstein der Musikgeschichte geworden ist, liegt auch daran, dass es viel mehr ist als "nur" Synthie-Pop.
Es ist eine geniale Fusion von elektronischer Musik und akustischen Instrumenten mit Gospel, Blues und Rock-Elementen. Mystisch, düster und melodiös und nach Meinung vieler Fans und Kritiker das Beste, was Depeche Mode geschaffen haben.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
Das Massenphänomen Depeche Mode
Anfang der 90er Jahre waren Depeche Mode bereits eine große Nummer. Das Vorgängeralbum "Music For The Masses", also Musik für die Massen, war im Prinzip eine Art Vorbote für das, was dann Wirklichkeit wurde. Depeche Mode wurden zum Massenphänomen, insbesondere durch ihre Tour in den USA. Auf ihrem legendären Abschlusskonzert der "Music For The Masses"-Tour am 18. Juni 1988 im Rose Bowl-Stadion im kalifornischen Pasadena spielten sie vor über 60.000 Zuschauern. Dort sind ein Tourfilm sowie das berühmte Live-Album "101" entstanden.Your Personal Jesus
"Personal Jesus" ist inspiriert von Priscilla Presleys Buch "Elvis und ich", in dem sie über ihren Ex-Mann Elvis schreibt und sagt, dass er in ihrem Leben ihr persönlicher Jesus gewesen sei. Der Mensch, um den sich alles gedreht hat. Man spürt und hört in dem Song auch den Einfluss einer Musikrichtung, die auf den ersten Blick erstmal weit weg von Depeche Mode zu sein scheint: den Delta Blues aus Mississippi, der sehr stark durch die schwarze Musik geprägt ist.Ich glaube, dass das Ding so 'n großer Hit geworden ist, weil es eben nicht nur die Synthie-Pop-Hörer bewegt hat, sondern auch andere Leute, die mit Depeche Mode bisher nichts anfangen konnten.
Ihr damaliger Produzent Flood hat Depeche Mode eine Art Freifahrtschein gegeben, sich von musikalischen Grenzen zu befreien und ihr eigenes Ding zu machen. Elektronische Musik und Gitarren oder Bluesmusik standen sich damals gar unvereinbar gegenüber, bis Depeche Mode diese sehr erfolgreiche Fusion geschaffen haben – damals ein absolutes Phänomen. Im Vereinigten Königreich hat man zu dieser Zeit eine interessante Werbekampagne zum Song gefahren: In verschiedenen lokalen Zeitschriften gab es Anzeigen, auf denen stand "Your Personal Jesus", darunter eine Telefonnummer. Unter dieser konnte man den Song in der Leitung hören.Quelle: SWR1 Musikredakteur Dave Jörg
Einzigartiger Sound von Depeche Mode
Dieser spezielle Sound von Depeche Mode ist in die Popkultur eingegangen. Dabei sind vor allem zwei Personen maßgeblich beteiligt, zum einen der Songschreiber Martin Gore von Depeche Mode und auf der technischen Seite deren damaliger Produzent Flood. Flood produzierte unter anderem Bands wie die Nine Inch Nails, Nick Cave, Erasure oder The Innocents.Ein Mensch, der gar keine Grenzen kennt.
Flood stellt Depeche Mode all sein Wissen und technisches Können zur Verfügung. Am Mischpult findet sich der Toningenieur François Kevorkian, der auch mit Kraftwerk das Album "Electric Café" in den Achtzigern aufgenommen hat. Unfassbare Leute, die im Hintergrund von "Violator" mitgearbeitet haben gepaart mit sensationellen Songs machen die Magie dieses Albums aus.Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König über den Produzenten Flood
Enjoy the Silence
"Enjoy the Silence" ist die zweite Single-Auskopplung aus dem Album "Violator" und bis heute der größte Erfolg von Depeche Mode. Songwriter Martin Gore schrieb das Stück ursprünglich als Ballade. Carla Bruni hat den Klassiker 2017 neu interpretiert und verleiht dem Song durch ihre warme Stimme besonderen Charme und macht ein klares Statement: Die Welt braucht mehr Ruhe, Stille ist heilsam. Dieser Erfolg von "Enjoy the Silence" löste einen unglaublichen Hype um Depeche Mode aus, sodass von den Journalisten damals immer wieder der Vergleich mit den Beatles gezogen wurde.Kritik zum Album
Die Kritiker haben das Album zur damaligen Zeit durchaus eher durchwachsen bewertet.Es gab diejenigen, die es in den höchsten Tönen gelobt haben und es gab diejenigen, die das Ganze nicht verstanden haben.
Wie immer ist es eine Frage der Perspektive. Die Musikjournalisten zu der Zeit waren sehr stark im klassischen Rock'n'Roll bei den Beatles und den Stones verwurzelt, sodass sie diese elektronische Musik nicht so ernst genommen haben.Quelle: Larissa Pitzen, Hospitantin in der SWR1 Musikredaktion und Sängerin von The Voice Of Germany 2019
Es gibt meines Erachtens nach keinen, der elektronische Musik heute macht, der nicht in irgendeiner Form direkt oder indirekt von Depeche Mode und diesem Album "Violator" beeinflusst ist.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Dave Jörg
Halo – Die Geschichte hinter Depeche Modes Albumklassiker "Violator"
Violator blieb insgesamt 48 Wochen in den deutschen Albumcharts vertreten. Wie dieses bahnbrechende Album zustande kam, dokumentieren die beiden Super-Fans Kevin May und David McElroy ganz genau indem sie dazu mit einer Vielzahl von Mitstreitern sprachen."Violator" – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Wieso der Song "Enjoy The Silence" dafür verantwortlich ist, dass es in Amerika fast Straßenschlachten gegeben hat, welche Parallelen das Video zum Song mit dem kleinen Prinzen des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry aufzeigt und die Hintergründe zur Entwicklung des einzigartigen Sounds von Depeche Mode – darüber und mehr, wird in dieser Episode gesprochen.Shownotes
Der Chefredakteur des Onlinemusikmagazins "Nothing But Hope And Passion" hat zum 25-jährigen Jubiläum von "Violator" einen "Liebesbrief" geschriebenReview bei allmusic.comBericht aus TTT über Depeche Mode in der ARD MediathekOffizieller YouTube-Kanal von Depeche ModeÜber diese Songs vom Album "Violator" wird im Podcast gesprochen
(03:08) – "World in My Eyes"(07:35) – "Personal Jesus"(17:10) – "Halo"(21:47) – "Enjoy the Silence"(27:24) – "Policy Of Truth"(32:18) – "Clean"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(01:10) – "The Wall" von Roger Waters(01:37) – "Verdammt, ich lieb' Dich" von Matthias Reim(01:48) – "Nothing Compares 2 U" von Sinéad O'Connor(05:14) – "Sky and Sand" von Paul Kalkbrenner(12:01) – "Personal Jesus" von Johnny Cash(16:34) – "Personal Jesus" von Marilyn Manson(33:01) – "One of These Days" von Pink Floyd(34:08) – "Autobahn" von KraftwerkMon, 1 Jan 2024 - 35min - 575 - 50 Jahre Udo Lindenberg – "Alles klar auf der Andrea Doria"
Für Udo Lindenberg selbst war es damals unvorstellbar, dass er mit diesem Album den Grundstein für seine Karriere legen würde.
Ich habe früher gedacht, ey, was ist denn wenn du 'ne Band aufmachst – Party-Time hoch die Tassen – geil! So ein One-Hit-Wonder und dann ist es normalerweise wieder vorbei.
Doch vorbei war es für Udo und sein Panikorchester auf keinen Fall, auch wenn die Platte nach einem untergegangenen Schiff, der Andrea Doria, benannt ist. Ganz im Gegenteil: Udo wird mit dem Album berühmt. Es hat sich über hunderttausend Mal verkauft und ist sein Durchbruch.Quelle: Udo Lindenberg über den Start seiner Karriere mit dem Panikorchester
"Alles klar auf der Andrea Doria" – der Durchbruch auf Deutsch
"Alles klar auf der Andrea Doria" ist bereits Udo Lindenbergs drittes Album. Auf dem ersten hat er noch englisch gesungen, und war noch deutlich jazziger, und seit dem zweiten Album "Daumen im Wind" singt er auf Deutsch. Mit seinem dritten Album "Alles klar auf der Andrea Doria" findet er seinen Stil mit seiner Band "irgendwo zwischen Jazz, Rock 'n' Roll und Seemannslied", so SWR1 Musikredakteurin Sondermann. Es ist textlich etwas, was vorher in Deutschland niemand so gemacht hat.Dass jemand wirklich auf Deutsch gesungen hat, damit erfolgreich war und keinen Schlager gemacht hat, sondern jugendliche Popkultur, das hat einfach Udo in die Welt gebracht.
Lindenberg erfindet und etabliert eine komplett eigene Sprache. Die Art und Weise wie er singt ist neu: "Udos Texte gelten ja auch als Schnodderlyrik".Und so hören und fühlen sichdie Texte auch an – "eben schnodderisch oder frei Schnauze", so SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius.Quelle: SWR1 Musikredakteurin Clara Sondermann
Udo Lindenbergs Werdegang
Es ist 1968, Udo ist gerade mal 23 Jahre alt und macht Hamburg zu seiner Wahlheimat. Er tritt als Schlagzeuger bei den City Preachers ein, lernt Sängerin Inga Rumpf und den Pianisten Jean-Jacques Kravetz kennen und zieht in die legendäre Villa Kunterbunt.Im Haus im Rondeel 29 trifft sich die Hamburger Szene. Dort wohnen unter anderem Westernhagen, Otto, der Pianist Gottfried Böttger und er in einer WG, es ist eine Art kreatives Center. Später zieht es Udo auf Steffi Stephans Wunsch hin mit seinen zukünftigen Bandkollegen des Panikorchesters nach Münster, in die "Panik-WG", wo sie proben und sich für "Alles klar auf der Andrea Doria" zusammenfinden. Ein Album, das vollgepackt ist mit Geschichten, die von Sehnsüchten und Schicksalsschlägen, von schaurig schönen Szenarien mit dem gewissen Fünkchen Hoffnung erzählen.Der Panikpräsident
In seiner Autobiographie "Panikpräsident" bricht Udo Lindenberg sein Schweigen. Warum das Album "Alles klar auf der Andrea Doria" sein Panik-Flaggschiff geworden ist, wie die Andrea Doria ihren Panikanker in der Udo Lindenberg Biografie ausgeworfen hat, das erzählt Udo in seiner Autobiografie.Ich spielte damals tatsächlich eine Rolle. Ich bewegte mich nach einstudierter Choreografie in einem dunklen Seemannsmantel mit goldenen Streifen zwecks Image-Aufbau. Solange zwischen Anspruch und Realität noch eine schmale Meerenge lag, waren meine unsicheren Schritte ein torkliger Balanceakt.
Quelle: Udo Lindenberg, "Panikpräsident – Die Autobiographie"
Ein Komet, der zweimal einschlägt
Der Song "Komet" von Udo Lindenberg und dem erfolgreichen Rapper Apache 207 sollte zum größten Hit und damit auch ein Comeback in LIndenbergs Leben werden, nachdem er einige Schicksalsschläge verkraften musste und seine Karriere ins Wanken geraten ist. Doch nicht nur das: auch das Video zu "Komet" ist das bislang erfolgreichste Musikvideo 2023 auf Youtube in Deutschland mit weit über 60 Millionen Aufrufen."Alles klar auf der Andrea Doria" – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Ein Album, das vollgepackt ist mit Geschichten, die von Sehnsüchten und Schicksalsschlägen, von schaurig schönen Szenarien mit dem gewissen Fünkchen Hoffnung erzählen. Über Lindenbergs Weg von der englischen Sprache zur deutschen Sprache in der Rockmusik, woher der Name "Panikorchester" stammt und warum Udo dann plötzlich nicht mehr Udo heißen sollte, sondern Jeremias – darüber und mehr, wird in dieser Epidsode gesprochen.Shownotes
Offizieller YouTube-Kanal von Udo LindenbergUdo Lindenberg Hesse-Lesebuch "Der Poet und der Paniker"Udo Lindenberg Biopic "Lindenberg! Mach dein Ding!"Über diese Songs vom Album "Alles klar auf der Andrea Doria" wird im Podcast gesprochen
(12:48) – "Alles klar auf der Andrea Doria"(25:28) – "Die größte Liebe"(28:26) – "Wir wollen doch einfach nur zusammen sein"(37:21) – "Er wollte nach London"(43:28) – "Jeremias"(49:39) – "Cello"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(10:25) – Tatort-Titelmusik (Klaus Doldinger) von Udo Lindenberg (19:47) – "Blau blüht der Enzian" von Heino(20:55) – "Rauch-Haus-Song" von Ton Steine Scherben(39:36) – "Ich träume oft davon, ein Segelboot zu klau'n" von Udo Lindenberg(56:38) – "Komet" von Udo Lindenberg und Apache 207(59:34) – "Cello"-Interpretation von Wolfgang Niedecken und BAP Unser Podcast-Tipp der Woche: Interpretationssache – Der MusikpodcastMon, 11 Dec 2023 - 1h 03min - 574 - Paul McCartney & Wings – "Band on the Run"
Paul McCartney hat die Band Paul McCartney & Wings im Jahr 1971 zusammen mit seiner Frau Linda McCartney gegründet — ein Jahr nach der Trennung der Beatles. Linda hat die Beatles zuvor schon als Fotografin begleitet und teilweise auch Vocals bei verschiedenen Alben hinzugesteuert. John Lennon hat einige Jahre zuvor bereits mit seiner Frau Yoko Ono die Plastic Ono Band gegründet. "Band on the Run" kann für Paul McCartney als eine Art Befreiungsschlag von seiner musikalischen Vergangenheit gesehen werden, den Beatles. Paul McCartney zeigt auf diesem Album, dass er es noch draufhat, losgelöst von seinem kongenialen Partner John Lennon als Songwriter, als Bassist und als Sänger zu arbeiten.
Er schreibt Songs, die Bestand haben und qualitativ an seine alten Zeiten herankommen. Mit "Band on the Run" steigt Paul McCartney wieder wie Phönix aus der Asche.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig
Turbulente Produktionsbedingungen
"Band on the Run" wurde in Afrika, in Nigeria, genau genommen in Lagos produziert. Für Paul McCartney klang das nach Sonne, nach Entspannung, als könnte man hier ganz entspannt in wunderschöner afrikanischer Umgebung ein tolles Album aufnehmen. McCartney hatte die Koffer bereits gepackt, Demos und Songideen im Gepäck. Gitarrist Henry McCullough und Schlagzeuger Denny Seiwell sollen schon länger nach einem Grund für den Ausstieg gesucht haben. McCartney hat sie ihrer Meinung nach zu schlecht bezahlt und sie konnten sich künstlerisch nicht in dem Maße einbringen, wie sie das gerne wollten. Bis zum Tag des Abfluges am 9. August 1973 hatten beide gekündigt. Denny Laine war als einziger von den ursprünglichen Wings neben Paul und Linda McCartney mit nach Lagos geflogen. Was für ein Glück — er war nämlich ein Multiinstrumentalist und konnte somit McCartney kräftig unterstützen. Trotzdem konnte sich Laine nicht in dem Maß einbringen, wie er es gerne getan hätte.Ich betrachte "Band on the Run" definitiv als ein Album von Paul und Linda McCartney — wir sind keine Gruppe mehr.
Dennoch — die drei waren produktiv und haben sich durchaus auch von Afrika musikalisch inspirieren lassen, zumindest rhythmisch. Ursprünglich wollte McCartney das Album sogar mit afrikanischen Musikern aufnehmen, hat sich dann aber dagegen entschieden, weil er viel Gegenwind bekommen hat. Zurück zum Tag der Ankunft in Lagos. Paul McCartney & Wings werden auf offener Straße überfallen. Alle Tapes und Ideen, die Paul bisher in irgendeiner Form für "Band on the Run" gesammelt hatte, waren also weg. Sie standen mit leeren Händen da und mussten alles aus ihrem Gedächtnis rekonstruieren. Auch eine gewisse Angst nach dem Überfall begleitete die McCartneys, die sie versucht haben mit Gras zu bekämpfen. Paul McCartney erlitt — vermutlich infolge übermäßigem Konsums — eine Panikattacke und musste ins dortige Krankenhaus. Zu den Aufnahmen war er zurück und hat gemeinsam mit Linda im Studio gearbeitet. Seine Frau war eigentlich Fotografin und hat während der Albumaufnahmen intensiv gelernt, Instrumente zu spielen, vor allem Klavier.Quelle: Bandmitglied und Multiinstrumentalist Denny Laine über Paul McCartney and Wings
"Band on the Run" ist dabei auch so 'ne One-Man-Show.
Unter diesen katastrophalen Produktionsbedingungen, an denen andere Musiker und Musikerinnen womöglich verzweifelt wären, erschafft McCartney in diesem Kosmos ein großartiges Album und er schafft es, wieder geliebt zu werden, so SWR Musikredakteur Stephan Fahrig.Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig
Durchbruch von "Band on the Run"
Es war nicht leicht für Paul McCartney nach der Trennung der Beatles. Nicht nur John Lennon sondern auch George Harrison sollten ihm musikalisch ernsthafte Konkurrenz machen. Seine beiden ersten Soloalben verkaufen sich zwar gut und sind erfolgreich, doch die Kritiker lassen ihn durchfallen und das soll noch schlimmer werden bei Paul McCartney & Wings. Trotzdem gab es 1973 eine große Auftragskomposition für James Bond 007 — der Durchbruch für Paul McCartney & Wings. "Band on the Run" ist der Welthit für Paul McCartney & Wings. Die Band auf der Flucht — textlich wie musikalisch teilt sich dieser Song auf in drei Teile. Ein dramaturgies, durchkomponiertes Meisterwerk. Diese Aufteilung und Strukturierung erinnerten stark an die Beatles-Ära, in der Paul diese Technik bereits perfektioniert hat.Der Song "Band on the Run" klingt wie ein kleines Theaterstück mit Programmmusik.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
Musikalischer Scheidungskrieg zwischen McCartney und Lennon
Im Jahr 1967 haben sich Linda Eastman und Paul McCartney das erste Mal getroffen, haben sich ineinander verliebt und dann 1969 geheiratet. Noch in einer Zeit, in der Paul McCartney aktives Mitglied der Beatles war. Sie hat alle Hochs und Tiefs der Band an der Seite ihres Mannes erlebt, und da gab es einige, gerade in den Endjahren der Beatles. Nach der offiziellen Trennung im April 1970 haben Paul McCartney und John Lennon einen Art offenen musikalischen Scheidungskrieg über Songs geführt. Den Anfang macht Paul McCartney 1971, er singt in "Too Many People" darüber, dass Lennon seine Glückssträhne zerbrechen hat lassen. Dieser antwortet darauf in seinem Album "Imagine" 1971 mit dem Song "How Do You Sleep?" mit den Worten "Das einzige, was du je geschafft hast, war "Yesterday". Wie kannst du schlafen?". McCartney antwortet seinerseits in "Band on the Run" mit dem Song "Let Me Roll It". Ein Song, wie John ihn selbst schreiben könnte, so Fahrig. "Let Me Roll It" ist ursprünglich eine Textzeile aus einem George Harrison-Song "I'd Have You Anytime" aus dem Album "All Things Must Pass" von 1970.Das ist 'ne richtige Persiflage auf John Lennon Songs.
McCartney und Lennon haben sich bald getroffen und sich einigen können. John Lennon bezeichnete seinerseits das Album "Band on the Run" sogar als fantastisches Werk.Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig über "Let Me Roll It"
Paul McCartney – Lyrics
Im November 2021 erschienenen Buch von Paul McCartney "Lyrics" betrachtet er sein Leben und Werk intensiv im Prisma von 154 eigenen Songs."Band on the Run" – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Die Gruppe, die Band, die Bande auf der Flucht. Was genau hinter dem Albumtitel steckt, wieso die Band tatsächlich irgendwie auf der Flucht war und wie es Picasso auf dieses Album geschafft hat, warum Lagos vermeintlich kein guter Ort war, um eine Platte aufzunehmen und viel mehr, wird in dieser Episode besprochen.Shownotes
Paul Mc Cartney & Wings Rockshow LiveRolling Stone: Paul McCartney & Wings veröffentlichen "Band on the Run"Musik-Sammler Release: "Band on the Run"YouTube Paul McCartney "Band on the Run"John Lennon singt das Album "Band on the Run"Paul McCartney & Wings "Band on the Run" BBC-DokuÜber diese Songs vom Album "Band on the Run" wird im Podcast gesprochen
(15:50) – "Bluebird"(25:24) – "Jet"(29:49) – "Band on the Run"(48:33) – "Let Me Roll It"(52:27) – "Picasso’s Last Words (Drink to Me)"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(47:31) – "Too Many People" von Paul McCartney und Lina McCartney(49:14) – "I'd Have You Anytime" von George HarrisonMon, 4 Dec 2023 - 58min - 573 - Eric Clapton – "Unplugged"
Ursprünglich wollte Clapton "Unplugged" lediglich in einer limitierten Version herausbringen, da er selbst nicht von dessen Erfolg überzeugt war. Doch er sollte sich irren, es wurde zum erfolgreichsten Livealbum aller Zeiten. Die tragische Geschichte um den Tod seines Sohnes, die die Veröffentlichung überschattet, macht Clapton selbst auch ein Stück weit für den Erfolg von "Unplugged" verantwortlich. Seine Offenheit hat die Menschen sehr bewegt.
Ich finde, das ist das Große, was dieses Album auszeichnet, dass die Emotionen immer mitschwingen.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Deborah Shamuhn
Entstehung von "Unplugged"
"Unplugged" von Eric Clapton ist eines der ersten Unplugged-Alben, die produziert wurden und bis heute das erfolgreichste. Es wurde in einem kleinen intimen Konzert-Rahmen in Bray nahe Windsor aufgenommen und unter Reprise- und Duck Records veröffentlicht. "Unplugged" besteht zum Teil aus Eigenkompositionen von Clapton, aber auch aus einem Teil alten Blues. Die deutschen Konzertveranstalter Horst Lippmann und Fritz Rau brachten mit dem "American Blues Festival" in den 50er und 60er Jahren amerikanischen Blues nach England. Im Publikum waren von den Stones über Led Zeppelin bis hin zu Eric Clapton viele Gitarristen, die in den 60ern groß geworden sind und sich an diesem alten Blues orientiert haben.Clapton ist ein Gitarrist, der kein Brimborium, keine Effekte braucht, er ist nämlich ein fantastischer Musiker. Und das kommt bei diesem Unplugged-Album wirklich gut raus. Es ist Clapton pur.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Werner Köhler
"Tears in Heaven"
In dem Titel "Tears in Heaven" verarbeitet Clapton den Tod seines Sohnes Connor. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme ist die tragische Geschichte um dessen Tod gerade mal ein dreiviertel Jahr her. Connor ist im Alter von 4 Jahren während des Versteckspielens aus einem offenen Fenster eines Hochhauses in New York gestürzt und dabei ums Leben gekommen. Eric Clapton war zu dem Zeitpunkt selbst auch vor Ort und hat die Tragödie hautnah miterlebt. Um den Tod seines Sohnes zu verarbeiten und sich selbst zu trösten schreibt Clapton "Tears in Heaven", mit Hilfe seines Co-Autoren Will Jennings, der als einer der bedeutendsten Songschreiber der Szene gilt. Er fragt sich, ob man sich eines Tages in einem anderen Leben wiedertreffen wird. Während Clapton den Song auf der Bühne – vermutlich aus Selbstschutz – manchmal in etwas "kühlerer" Manier spielt, gelingt es ihm auf "Unplugged" all seine Gefühle zuzulassen.Ich finde es unglaublich, dass er diesen Song überhaupt singen kann bei dem Konzert. Es gibt nichts Schlimmeres für Eltern, als der Tod ihres Kindes.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Werner Köhler
Eric Clapton – "Mein Leben"
In seiner Autobiografie berschreibt Clapton sehr eindringlich, was damals in ihm vorging und wie er allmählich wieder ins Leben zurückfand und über die Musik seine Trauer bewältigen konnte.Ich möchte meinen ganzen Schmerz in meiner Musik ausdrücken, ich will ihn nicht unterdrücken, sondern anderen davon erzählen, die ebenfalls Schmerz erleiden, damit sie wissen, dass sie nicht alleine sind.
Clapton legt Zeugnis ab von seinem bewegten Leben, lässt teilhaben an den großen Erfolgen und den zahlreichen Tragödien seines Lebens.Quelle: Eric Clapton in seiner Autobiographie "Mein Leben"
Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Über Eric Claptons Leben, seine überschattete Kindheit, den Tod seines Sohnes, sein musikalisches Talent und von welchen hochkarätigen Musikern und Musikerinnen Clapton im Rahmen seines Unplugged-Konzertes begleitet wurde, darüber wird in diesem Podcast gesprochen.Shownotes
YouTube-Channel von Eric ClaptonÜber diese Songs vom Album "Unplugged" wird im Podcast gesprochen
(04:14) – "Nobody Knows You When You’re Down and Out"(09:55) – "Tears in Heaven"(15:49) – "Rollin’ and Tumblin’"(21:48) – "Layla"(27:55) – "San Francisco Bay Blues"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(01:40) – "Rhythm Is a Dancer" von Snap!(01:52) – "November Rain" von Guns n’ Roses(13:10) – "While My Guitar Gently Weeps" von The Beatles(20:51) – "My Father’s Eyes" von Eric ClaptonMon, 27 Nov 2023 - 31min - 572 - The Kinks – "The Kinks Are the Village Green Preservation Society"
Bekannt wurden sie durch Single-Hits wie "You Really Got Me" oder "Sunny Afternoon". Auf ihrem Album "The Kinks Are the Village Green Preservation Society" sind zwar keine großen Hits, dafür umso mehr spannende Kompositionen. Die Kinks gehen deutlich weg von ihrem Image als Single-Hit-Komponisten hin zu dramaturgisch denkenden Songstrukturen. Im Erscheinungsjahr selbst war das Album ein echter Flop – mittlerweile ist es das meistverkaufte Kinks-Album überhaupt. Bandleader Ray Davies hat das in seinem britischen Humor schön auf den Punkt gebracht:
"The Kinks Are the Village Green Preservation Society" is the most successful flop of all time.
Quelle: Ray Davies über den Erfolg des Albums "The Kinks Are the Village Green Preservation Society"
Zeitreise zurück in die wilden 60er
Uns erwartet eine kleine Zeitreise zurück in die wilden Sixties. Für die Welt war 1968 ein Jahr des Umbruchs und des Aufbruchs durch die Revolution. Der 68er Soundtrack kommt beispielsweise von Jimi Hendrix "Electric Ladyland", dem weißen Album der Beatles, "Beggars Banquet" von den Rolling Stones oder "In-A-Gadda-Da-Vida" von Iron Butterfly. Bei den Kinks geht es – ganz anders als zu der Zeit üblich – um das einfache Leben auf dem Land im Norden von London und die britische Kultur. Es geht zurück aufs Dorf in "The Kinks Are the Village Green Preservation Society". Die Kinks selbst nehmen dabei die Rolle des Vereins zur Erhaltung des Dorfplatzes ein. Von dem Album selbst gibt es mehrere Ausgaben, wir beziehen uns auf die britische Variante mit 15 Songtiteln. Ursprünglich gab es noch weitere Songs für das Album, da es zunächst als Doppelalbum geplant war. Einige davon finden sich auf dem 1973 erschienenen Folgealbum "The Great Lost Kinks".Auftrittsverbot in den USA
Die Kinks haben versucht, in den USA Fuß zu fassen, bis sie ein offizielles Auftrittsverbot von der Musikergewerkschaft in den USA erhielten. Es soll Schlägereien auf der Bühne gegeben haben und sie sollen sich insgesamt danebenbenommen haben. Die Kinks waren jung und wild. Durch das erlangte Konzertverbot von 1965 bis 1969 entging ihnen die Chance, die Bands wie beispielsweise The Who bekommen haben, auf Woodstock 69 zu spielen und somit auch ein großes Karriere-Sprungbrett. Durch dieses "Verbannen" wurden sie ein Stück weit vom amerikanischen Musikmarkt abgeschnitten.Produktion von "The Kinks Are the Village Green Preservation Society"
Ray Davies fing infolgedessen an, sich auf England konzentrieren und Songs mit Blick auf die englische Kultur und Gesellschaft zu schreiben. In dieser Zeit entstand auch der Song "Village Green", der später auf dem Album einen Platz findet. 1967/68 beginnen dann die Aufnahmen zum Album selbst, immer mal wieder unterbrochen durch kleine Tourneen innerhalb Europas. Letztlich haben sie zwei Jahre gebraucht, um das Album aufzunehmen. "The Kinks Are the Village Green Preservation Society" ist ein Konzeptalbum und dieses Konzept stammt von Ray Davies. Es geht um das Leben auf dem Land, es geht um Heimat und um Freundschaft.Das Album zeigt einfach sehr gut, was für ein hervorragender Songschreiber Ray Davies ist. Diese Texte, die sind britisch, die sind witzig, die sind bissig, das ist einfach ziemlich gut.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach
Ein Meilenstein der Musikgeschichte
In diesem Meilenstein wird darüber gesprochen, was es mit Walter auf sich hat, dem Schulfreund von Ray Davies, wie verrückt Annabella wirklich ist und wie wichtig so eine Dorfgemeinschaft sein kann. Außerdem geht es darum, warum das Album 1968 ein totaler Flop war und wie es im Rahmen von Popmusik und Bands wie Blair und Oasis ein echtes Revival erleben durfte, mehr noch – wie es jetzt über 50 Jahre nach Erscheinen des Albums zum meistverkauften Kinks-Album überhaupt geworden ist.Shownotes
Doku zu The Kinks – "The Kinks Are the Village Green Preservation Society"Auftrittsverbot in den USAYouTube-Channel von The KinksÜber diese Songs vom Album "The Kinks Are the Village Green Preservation Society" wird im Podcast gesprochen
(03:52) – "Animal Farm"(04:29) – "Sitting by the Riverside"(20:30) – "Village Green"(26:40) – "The Village Green Preservation Society"(30:27) – "Monica"(34:21) – "Wicked Annabella"(37:34) – "Walter"(42:43) – "Picture Book"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(01:32) – "You Really Got Me" von The Kinks(01:39) – "Sunny Afternoon" von The Kinks(18:50) – "Penny Lane" von The Beatles(45:23) – "Warning" von Green Day(45:55) – "Don't Look Back in Anger" von OasisMon, 20 Nov 2023 - 49min - 571 - Diana Ross – "Diana"
Nile Rodgers und Bernard Edwards kennt man übrigens auch als die Gründer der Disco-Band "Chic". Der Einfluss der Band ist auch auf "Diana" nicht zu überhören.
Diana Ross' Karriere stand Kopf
Angefangen hat damals alles mit einem Gespräch zwischen Diana Ross und Nile Rodgers. Diana wollte mal was Neues ausprobieren und brauchte einen frischen Sound. Und das hat funktioniert. SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig meint, er habe sie im ersten Moment gar nicht wiedererkannt. Man merkte allein schon beim Betrachten des Albumcovers schnell, das ist nicht mehr die Diva mit den langen Haaren, die in den 1960ern bei der Girl-Band "The Supremes" gesungen hat.Ist das Diana Ross? Das Album war einfach eine ganz neue Scheibe.
Rodgers und Diana dachten sich dann: Die Geschichte darüber, wie Diana Ross ihre Karriere auf den Kopf stellen will eignet sich doch schon super für einen Song! Und so entstand ihr Hit "Upside Down". Leider stand auch bei der Produktion das ein oder andere Mal alles Kopf. Zum Beispiel war Diana unzufrieden mit dem fertigen Mix der Platte. Sie hatte das Gefühl, dass ihre Stimme nicht genug zur Geltung kommt und in der Musik versinkt. Also hat sie das Album später nochmal komplett neu mischen lassen und den Gesang noch einmal aufgenommen. Das ist auch der Grund, weshalb es alle Songs auf dem Deluxe-Album in zwei Versionen gibt.Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig
"I’m Coming Out" ist die Hymne der LGBTQ-Community
Das Musikgenre "Disco", zu welchem "Diana" gehört, kam in den USA ursprünglich aus der schwarzen- und der LGBTQ-Community. Nile Rodgers hat sich für Dianas Hit "I’m Coming Out" auch von dieser inspirieren lassen. Rodgers ist damals zum Feiern immer gerne in die Schwulen-Clubs gegangen, weil da einfach die bessere Musik lief und die krasseren Partys stattfanden.Diana Ross war in der Schwulenszene eine Göttin und mit dem Song hat sie sich für ewig ein Denkmal gemacht.
Diana Ross singt das Lied eher aus der Perspektive, dass sie als selbstbewusste und starke Frau erhobenen Hauptes in eine neue Lebens- und Schaffensphase eintritt. So hat sie sich auch gesanglich als große Diva gegen zwei ziemlich lange Posaunen-Soli am Anfang und am Ende des Songs durchsetzen können. 1994 hat Diana Ross mit "I’m Coming Out" sogar die Fußball-WM in den USA eröffnet. Bei ihrem Auftritt ist leider ein entscheidendes Detail danebengegangen. Um was es dabei ging und was noch alles hinter der turbulenten Produktion von "Diana" steckt, erfahren Sie in dieser Episode der SWR1 Meilensteine.Quelle: SWR1 Musikredakteur Dave Jörg
Shownotes
Review bei AllmusicWDR Stichtag zum 75. Geburtstag von Diana RossYouTube Channel von Diana RossDiana Ross verschießt Elfmeter bei der WM Eröffnung 1994Offizielle Website von Diana RossÜber diese Songs vom Album "Diana" wird im Podcast gesprochen
(03:12) – "Upside Down"(09:16) – "Tenderness"(11:06) – "Friend to Friend"(21:00) – "I'm Coming Out"(28:04) – "My Old Piano"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(07:18) – "Le Freak" von Chic(08:08) – "Upside Down" Cover von The BossHoss(29:39) – "Meddle" von Pink FloydMon, 13 Nov 2023 - 31min - 570 - Rod Stewart – "Unplugged ...and seated"
Das durften wirklich nur die ganz großen Künstler machen: Ein MTV Unplugged. Die Liste der Künstler liest sich wie ein Who is Who der Popmusikgeschichte: Udo Lindenberg, Nirvana, die Fantastischen Vier, Eric Clapton, Herbert Grönemeyer, Björk, Bruce Springsteen und noch einige mehr.
Ron Wood und Rod Stewart zusammen bei MTV Unplugged
1993 durfte dann auch der britische Rocker Rod Stewart Teil der Unplugged-Familie werden. Mitgenommen zu dem Event hat der Brite seinen langjährigen Freund und ehemaligen Bandkollegen von "The Faces", Rolling-Stones-Gitarrist Ron Wood. Eine besondere Herausforderung für die Band ist natürlich zum einen der ruhigere Sound einer Unplugged-Show und zum anderen der eingeschränkte Bewegungsradius. Die Band und auch Sänger Rod Stewart wurden auf Hockern platziert, was für den Briten, der auf der Bühne normalerweise seinem Bewegungsdrang nachkommt, sehr schwierig war. In seiner Biografie hat Rod Stewart dazu geschrieben:Ein Hocker bedeutet für mich eine ähnliche Einschränkung wie eine Zwangsjacke!
Das Besondere an "Unplugged ...and seated" ist auch, dass auf dem Album einige Coversongs drauf sind, wie zum Beispiel Van Morrisons "Have I Told You Lately". Für unseren ehemaligen SWR1 Musikkollegen Christian Pfarr ist das ein ganz besonderes Talent von Rod Stewart. Wenn er einen Song covert, dann wird der einfach durch seine fantastische Stimme zu seinem eigenen Song.Quelle: Rod Stewart in seiner Biografie über den Hocker beim Unplugged-Konzert
Er muss nicht mal viel verändern. Alleine seine Stimme genügt, dass das eine Präsenz hat, die man gar nicht beschreiben kann. Das hat etwas Magisches!
Quelle: Christian Pfarr, ehemaliger SWR1 Musikkollege über die Coversongs von Rod Stewart
Eines der besten MTV Unplugged Alben
Für unseren ehemaligen Kollegen aus der SWR1 Musikredaktion Christian Pfarr und SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius ist diese Ausgabe von MTV Unplugged eine der besten, die es je gegeben hat und die es jemals geben wird. Warum? Das erklären sie im SWR1 Meilensteine Podcast zum Album "Unplugged ...and seated" von Rod Stewart.Mon, 6 Nov 2023 - 25min - 569 - Billy Joel – "Piano Man"
"Piano Man" erscheint am 9. November 1973 und ist bereits Billy Joels zweites Album, die erste blieb leider erfolglos. Ein kleine Plattenfirma, wenig Budget und ein Tontechniker, der die Platte auch noch auf der falschen Geschwindigkeit überspielt... sie war damit praktisch unverkäuflich. Doch Joel gab nicht auf und das sollte sich lohnen.
Das Album war für Billy Joel selbst wirklich ein Meilenstein, weil er damit endlich aus dieser Erfolglosigkeit rauskam.
Insgesamt war das Jahr 1973 ein ziemlich guter Meilensteine Jahrgang: "The Dark Side of the Moon"von Pink Floyd, "Innervisions" von Stevie Wonder, "Quadrophenia" von The Who – und dann waren da noch die beiden Piano Männer: Elton John mit seinem Meisterwerk "Goodbye Yellow Brick Road" und Billy Joel als die amerikanische Antwort auf den englischen Musiker.Quelle: SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld
Die Geschichte hinter "Piano Man"
"Piano Man" wurde auch die allererste Single, die er rausgebracht hat. Der Song, seine Art zu singen und zu spielen und dieser spezielle Sound haben ihn als Künstler definiert und letztlich auch etabliert. Der Titel ist wie viele Songs auf dem Album autobiographisch. Er beschreibt eine Szene in einer Bar, in der die Menschen rumhängen und immer betrunkener werden, währenddessen er dafür zuständig ist sie zu unterhalten und für sie zu spielen.Er hatte eine unglaubliche Gabe Leute zu beobachten und daraus Geschichten zu erzählen.
Quelle: SWR1 Musikchef Bernd Rosinus
Billy Joels Autobiographie
Joel stammt aus einer jüdischen Familie, er ist halb deutsch, halb englisch.1938 flieht sein jüdischer Vater unter dem Nazi-Regime nach Amerika. Dort lernt er Joels zukünftige englische Mutter kennen. In Brooklyn geboren, ging er später für einige Zeit nach Kalifornien. Dort entstand auch die Platte "Piano Man". Heute lebt er wieder in einem schönen Anwesen in Long Island. 2008 bat Billy Joel den amerikanischen Musikjournalisten Fred Schruers, ihm beim Verfassen seiner Autobiografie zu helfen. Die beiden verbrachten laut Hannibal Verlag über einhundert Stunden damit, intensiv über Joels Leben zu sprechen: Über seine Kindheit in Long Island, über seine Erfahrungen als Boxer, über seine gescheiterte Ehe mit Christie Brinkley und den Kampf gegen seine Drogensucht – und natürlich auch über seine Karriere und Songs."Zuhause" im Madison Square Garden
1993 veröffentlicht Joel sein letztes Album "River of Dreams". Seither schreibt er im Grunde genommen nicht mehr, komponiert Instrumentalmusik. 2007 brachte er dann seine letzte Single "All My Life" raus, die jedoch nicht an seine bisherigen großen Erfolge anknüpfen konnte. Seit 2014 spielte er mit wenigen Ausnahmen monatlich im Madison Square Garden in New York und er sagte immer, dass er das so lange machen möchte, bis keiner mehr kommt. (Anmerkung der Redaktion: Die Location fasst etwa 20.000 Menschen).Doch nach etwa 150 Konzerten in knapp zehn Jahren und dabei mehr als 1,6 Millionen verkauften Tickets soll nun Schluss sein. 2024 will Joel seine berühmte monatliche Auftrittsserie im Madison Square Garden beenden. Ab dem 20. Oktober soll es nochmal zehn letzte monatliche Konzerte geben. (Quelle: dpa)Shownotes
Classic Rock Review: Billy Joel – "Piano Man"Youtube-Kanal von Billy JoelReview zu "Piano Man" von Allmusic.comARD Audiothek: Billy Joel – viel mehr als der "Piano Man" (Musiktalk mit Peter Urban)Über diese Songs vom Album "Piano Man" wird im Podcast gesprochen
(01:01) – "Piano Man"(07:11) – "Travelin' Prayer"(13:04) – "Ain't No Crime"(16:59) – "You're My Home"(18:44) – "The Ballad Of Billy The Kid"(23:00) – "Somewhere Along The Line"(24:16) – "Captain Jack"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(02:03) – "Flying Through the Air" von Oliver OnionsMon, 30 Oct 2023 - 26min - 568 - Crosby, Stills, Nash & Young – "Déjà Vu"
Dass eine Band sofort nach ihrer Gründung erfolgreich ist, kommt nicht so oft vor. Normalerweise müssen neu gegründete Bands sich erstmal beweisen, Material schreiben und ganz viel auf Tour gehen. Bei Crosby, Stills, Nash & Young war das etwas anders.
Crosby, Stills, Nash & Young – eine echte Supergroup
Die Mitglieder der Band waren allesamt vor der Gründung der Supergroup mit anderen Bands schon sehr erfolgreich gewesen. David Crosby war Mitglied der legendären Band "The Byrds", die wir vor allem von dem Kulthit "Mr. Tambourine Man" kennen. Stephen Stills – um bei der korrekten Reihenfolge zu bleiben – war schon mit der Band "Buffalo Springfield" und dem Antikriegssong "For What It's Worth" sehr erfolgreich gewesen, bei dem auchNeil Youngschon mit dabei war. Graham Nash war seit 1962 Sänger und Gitarrist der Band "The Hollies". Darum war es auch kein Wunder, dass die vier mit ihrem ersten gemeinsamen Album "Déjà Vu" (Crosby, Stills und Nash hatten zu dritt 1969 schon ein erstes Album veröffentlicht) direkt erfolgreich waren. In Deutschland, der Schweiz und England erreichte die Platte Goldstatus, in den USA sogar siebenfach Platin.Viel Tragik rund um das Album
Dass das Album so erfolgreich geworden ist, hat den vier Musikern mit Sicherheit auch sehr gutgetan, da einige von ihnen zu der Zeit persönlich schwere Zeiten durchgemacht haben. Für David Crosby war es "die schlimmste Zeit seines Lebens", erklärt SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast, denn Crosby hatte gerade seine Freundin bei einem Autounfall verloren. Sänger Graham Nash hatte sich einigermaßen frisch von Joni Mitchell getrennt und auch Graham Nash hatte gerade eine Trennung hinter sich.Crosby, Stills, Nash & Young – Die Zusammenarbeit der Alphatiere
Mit Crosby, Stills, Nash und Young waren vier sehr, sehr starke Charaktere zusammengekommen, bei denen großer Streit bei der Produktion und viele Spannungen schon fast vorprogrammiert waren. Aber es hat gut funktioniert, erklärt unser ehemaliger SWR1 Musikkollege Christian Pfarr im Podcast. Das lag auch daran, dass die Musiker sich einander viele Freiräume gelassen haben und nur sehr selten alle zusammen im Studio waren, um gemeinsam Songs aufzunehmen. Die verschiedenen Musiker steuerten unterschiedliche Songs zum Album bei und holten sich für die Gesangs- oder Gitarrenparts immer nur die jeweiligen Musiker dazu, die gerade gebraucht worden sind. So ist es auch passiert, dass Neil Young zum Beispiel bei vielen Songs gar nicht zu hören ist – weder an der Gitarre, noch bei den Vocals oder am Keyboard.Shownotes
Graham Nash im Interview bei Howard Stern über den Song "Woodstock"Interview mit Graham Nash über die Arbeit an "Déjà Vu"Youtube-Kanal von Crosby, Stills & NashÜber diese Songs vom Album "Déjà Vu" wird im Podcast gesprochen
(04:45) – "Carry On"(08:59) – "Déjà Vu"(15:13) – "Teach Your Children"(17:01) – "Woodstock"(21:03) – "Our House"(25:40) – "Helpless"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(19:51) – "Woodstock" von Joni MitchellMon, 23 Oct 2023 - 26min - 567 - The Who – "Quadrophenia"
Das Album stand unter keinem guten Stern
"Quadrophenia" erschien am 19. Oktober 1973 und sollte an die vorherigen Erfolgsalben "Who's Next" und "Tommy" anknüpfen. Das Album basiert auf den Ideen und Kompositionen von Pete Townshend, dem Kopf der Band. Leider standen die Produktion, Veröffentlichung und die Tour aber unter keinem guten Stern.Das Projekt hätte jederzeit in einem kompletten Desaster enden können.
Probleme, vor denen die Band stand, waren zum Beispiel die Trennung vom Management und ein Streit mit dem damals sehr bekannten Produzenten Glyn Johns, der schon mit den Beatles und den Rolling Stones gearbeitet hatte. Dann mussten sich The Who ein neues Studio bauen, welches bei den Aufnahmen noch nicht ganz fertig war. Anschließend hatten sie Probleme bei der Schallplattenproduktion, denn wegen der Ölkrise 1973 wurde das Erdöl knapp, aus dem die Vinyl-Platten bestehen.Quelle: Frank König aus der SWR1 Musikredaktion
Das Album erzählt eine Geschichte
...Und zwar die des jungen Protagonisten Jimmy, der der Subkultur der "Mods" anhängt und mit den Problemen des Erwachsenwerdens und seinen vier verschiedenen Persönlichkeiten kämpft. Im Kern fragt er sich, wer er eigentlich ist und wo sein Platz in der Gesellschaft sein soll. In den Songs der Rockoper verstecken sich immer wieder Anspielungen auf die vier Persönlichkeiten Jimmys. Vier Songs wurden so konzipiert, dass sie von den vier Bandmitgliedern repräsentiert werden. So zeigt uns "Helpless Dancer" Jimmys Teilpersönlichkeit, symbolisiert von Sänger Roger Daltrey. "Bell Boy" wird vom chaotischen Schlagzeuger Keith Moon repräsentiert, und hinter "Doctor Jimmy" verbirgt sich Bass-Gitarrist John Entwistler. Die Teilpersönlichkeit von Pete Townshend ist in "Love, Reign O'er Me" zu finden."Quadrophenia" ist ein großes Kunstwerk
Schnell wird klar, die Geschichte um Jimmy, die sich hinter dem Album verbirgt, ist nicht ganz einfach. Mindestens genauso komplex ist auch die Musik, die "Quadrophenia" zu so einem großartigen Kunstwerk macht. Die Hochkulturellen und mächtigen orchestralen Arrangements haben die Rockmusik auf eine ganz neue Stufe gehoben.Das Vermächtnis des Albums ist, dass Rockmusik einen künstlerischen Anspruch hat.
Einige Songs, wie "I Am the Sea" zeichnen sich durch ihre filmmusikartigen Soundcollagen aus. Der Sound der Songs war teilweise so komplex, dass sie live gar nicht aufführbar waren. Trotz der virtuosen Arrangements bleibt "Quadrophenia" aber trotzdem ehrlicher Rock. Mehr über die Aufnahmetechniken dieser komplexen Rockoper, die Geschichte rund um Mod Jimmy und was der Name "Quadrophenia" bedeutet, erfahren Sie in dieser Episode der SWR1 Meilensteine.Quelle: Musiker und Musikjournalist Thomas Bugert
Shownotes
The Who: How we made Quadrophenia (Artikel auf loudersound.com)Quadrophenia Linernotes auf der Fan SiteBuchtipp
Über diese Songs vom Album "Quadrophenia" wird im Podcast gesprochen
(02:10) — "5:15"
(15:33) — "I Am the Sea"
(17:57) — "Quadrophenia"
(25:43) — "The Punk and the Godfather"
(43:54) — "Helpless Dancer"
(51:51) — "Bell Boy"
(57:31) — "Doctor Jimmy"
(59:48) — "Love, Reign O'er Me"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(37:16) — "Portrait in Jazz" von Bill Evans
(49:04) — "Behind Blue Eyes" von The WhoMon, 16 Oct 2023 - 1h 08min - 566 - Amy Winehouse – "Back to Black"
"Back to Black" ist in Europa am 21. November 2006 herausgekommen und stürmte im darauffolgenden Jahr die Albumcharts in Deutschland, Österreich, der Schweiz und natürlich auch im Vereinigten Königreich. Bislang hat es sich weltweit weit über 20 Millionen Mal verkauft und wurde 2008 bei den Grammy Awards als bestes Gesangsalbum ausgezeichnet. Am 14. September 2023 wäre Amy Winehouse 40 Jahre alt geworden.
Willensstärke gepaart mit dem Hang zur Selbstzerstörung
Mit gerade mal 19 Jahren unterschreibt sie ihren ersten Plattenvertrag bei Islands Records. Endlich kann sie sich eine eigene Wohnung nehmen. Bis dahin hat sie bereits viele Schulen durchlaufen und massive Probleme damit gehabt, sich in diese Art von Korsett einzufügen. Darunter auch die anerkannte Musikschule "London Bridge School of Music", auf der beispielsweise auch Adele war. Doch Amy Winehouse war trotz aller Schwierigkeiten eine ambitionierte, sehr willensstarke Frau.Sie hatte Willensstärke, aber immer auch mit dem Hang zur Selbstzerstörung.
2003 kommt ihr Debütalbum "Frank" auf den Markt und erreicht auf Anhieb Platz 3 der britischen Charts. Doch mit zunehmendem Erfolg kommt der Druck und mit dem Druck kommt das Elend in Form von Alkohol.Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
Erfolg, Alkohol und eine verletzte Seele
Dieses Debüt ebnet den Weg für Amys persönliche Katastrophe, von der sie in "Back to Black" erzählt. Auf dem Album kehrt sie ihr Innerstes nach außen und verarbeitet ihre seelischen Kummer. Sie ist bei ihrer Mutter großgeworden, ihr geliebter Vater verlässt die Familie für eine andere Frau als sie neun ist. Er hat sich eigentlich nicht für sie interessiert, es gab nur wenig Kontakt. Diesen Schmerz verwindet sie nie. Und dann verliebt sie sich in den vermeintlich Falschen: Blake Fielder-Civil. Er ist schwer drogenabhängig und liebt — genau wie Amy — den Alkohol. Allerdings ebenso Kokain, Heroin und Crack. Schließlich trennt er sich von ihr und sie stürzt heftig ab. All dies geschieht bereits im Vorfeld des Albums. Er hat sich von ihr per SMS getrennt, sie haben eigentlich nicht gesprochen. Blake ist damals zu seiner Freundin zurückgekehrt und Amy Winehouse zurück in den Sumpf der Drogen. Diesen Trennungsschmerz versucht sie im Song "Back to Black" zu verarbeiten.We only said goodbye with words. I died a hundred times. You go back to her and I go back to black.
Quelle: Amy Winehouse "Back to Black"
"They tried to make me go to Rehab, but I won't go"
Ihre Freunde haben sie gerettet und ihr zu einer Entzugskur geraten. Sie überließ die Entscheidung ihrem Vater, doch er unterstütze sie nicht, ließ sie erneut im Stich und Amy verweigerte die Entzugsklinik.I ain't got the time and if my daddy thinks I'm fine. They tried to make me go to Rehab, but I won't go, go, go.
Quelle: Amy Winehouse "Rehab"
Das vorerst neueste Mitglied im "Club 27"
Mit Erscheinen des Albums wird Amy Winehouse plötzlich reich und berühmt, der Erfolgsdruck steigt ins Unermessliche. Die Zeit war geprägt von zahllosen Zusammenbrüchen und furchtbar peinlichen Auftritten unten Drogenkonsum. Auch ihre alte Liebe findet den Weg zurück in ihr Leben, Blake und Amy heiraten. Doch das Glück ist ihr leider nicht hold, keine zwei Jahre später lässt sie sich scheiden. Sie magert Dank Drogen und Alkohol immer weiter ab bis sie ihr Bodyguard am 23. Juli 2011 schließlich tot in ihrer Londoner Wohnung findet. Die Obduktion ergibt einen Alkoholwert von 4,1 Promille. Nach Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain ist sie das vorerst letzte Promi-Mitglied im berühmten "Club 27" – dem Kreis der Weltstars, die mit 27 gestorben sind. Über Amys unvergleichliches Gesangstalent viel älter zu klingen als sie eigentlich ist, die Poduktion ihrer Alben und ihr tragisches Schicksal sprechen wir im Podcast.Shownotes
Die letzten Stunden im Leben von Amy Winehouse (Rolling Stone)Amy Winehouse wäre heute 40 geworden (Rolling Stone)Amy Winehouse's "Back to Black": 10 Things You Didn’t Know (Rolling Stone)ZDFinfo-Doku: "The Day the Rock Star Died: Amy Winehouse"YouTube-Kanal von Amy WinehouseÜber diese Songs vom Album "Back to Black" wird im Podcast gesprochen
(06:02) – "Rehab"
(09:51) – "You Know I’m No Good"
(13:29) – "Me & Mr Jones"
(16:12) – "Back to Black"
(21:49) – "Tears Dry on Their Own"
(26:00) – "Wake Up Alone"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(11:05) – "Jump Around" von House of Pain
(22:29) – "Ain't No Mountain High Enough" von Marvin Gaye and Tammi Terrell'sMon, 9 Oct 2023 - 27min - 565 - Elton John – "Goodbye Yellow Brick Road"
1973 – Ein legendäres Musikjahr
Das Musikjahr 1973 hat uns einige Meilensteine beschert: Pink Floyd's "Dark Side of the Moon", The Who veröffentlichten "Quadrophenia", die Eagles "Desperado", Stevie Wonder hatte seine "Innervisions" und Elton John brachte uns sein siebtes Studioalbum "Goodbye Yellow Brick Road". Und während Elton John 1973 in den USA schon seinen ersten Nummer 1 Hit mit "Crocodile Rock" hatte, ließ der große Durchbruch in seiner Heimat Großbritannien noch auf sich warten. Mit "Goodbye Yellow Brick Road" sollte er es dann aber auch endlich in seiner Heimat nach ganz oben schaffen. Elton John hat auf "Goodbye Yellow Brick Road" nicht nur einen seiner größten Hits: "Candle In The Wind", sondern noch ganz viel anderes gepackt. Er hatte so viel Material für das Album, dass er nicht einfach ein "normales" Album veröffentlicht hat, sondern gleich ein Doppelalbum mit 17 Songs. Mit mehr als 20 Millionen verkauften Einheiten ist es, wie erwähnt, das kommerziell erfolgreichste Album des britischen Musikers, wurde mit Gold und Platin ausgezeichnet und ist auch eines seiner wichtigsten Platten.50 Jahre "Goodbye Yellow Brick Road" und der Bühnenabschied
Im 50-jährigen Jubiläumsjahr seines Albums "Goodbye Yellow Brick Road" hat sich Elton John auch von der Bühne verabschiedet und natürlich gab es auch bei dem Titel seiner letzten Tour eine kleine Hommage an seinen persönlichen Bestseller: "Farewell Yellow Brick Road".Von Jamaika nach Frankreich
Die Produktion von "Goodbye Yellow Brick Road" war sehr turbulent. Eigentliche wollten Elton John und sein Team in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston aufnehmen, wo auch zuvor schon die Rolling Stones ihr Album "Goats Head Soup" aufgenommen haben. Warum die ganze Gruppe einen Tag vor Beginn der Aufnahmen dann doch noch nach Frankreich ins Studio Château d’Hérouville umgezogen ist, wie das Team es geschafft hat, bis zu vier Songs am Tag zu schreiben und aufzunehmen, darüber sprechen wir im Podcast.Shownotes
Die 10 Besten Elton John Alben bei Classic Rock HistoryElton John bei UDiscover"The True Story Of Elton John” in der ARD-MediathekTrailer zur Classic Albums-Folge zu “Goodbye Yellow Brick Road”Youtube-Kanal von Elton JohnReview zu "Goodbye Yellow Brick Road" im Rolling StoneÜber diese Songs vom Album “Goodbye Yellow Brick Road” wird im Podcast gesprochen
(08:54) – “Funeral for a Friend/Love Lies Bleeding”
(30:22) – “Goodbye Yellow Brick Road”
(42:40) – “Candle in the Wind”
(47:32) – “Bennie and the Jets”
(57:42) – “Saturday Night’s Alright for Fighting”Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(04:35) – “Crocodile Rock” von Elton John
(15:53) – “Layla” von Derek and the Dominos
(36:29) – “Son of your Father” von Chicory TipMon, 2 Oct 2023 - 1h 06min - 564 - Status Quo – "Hello!"
Bei 33 veröffentlichten Alben stellt sich die Frage: Über welches Album von Status Quo sprechen wir zuerst in unseren SWR1 Meilensteinen. Wir haben uns für das mit der Begrüßung entschieden: "Hello!" Nicht nur, weil die Band uns auf dem Plattencover scheinbar so freundlich winkt, sondern weil "Hello!" das Album ist, mit dem die Band es vor ziemlich genau 50 Jahren zu ersten Mal an die Spitze der britischen Albumcharts geschafft hat. Und das in einem Jahr, in dem mit "Dark Side of the Moon" von Pink Floyd, "Quadrophenia" von The Who und "Goodbye Yellow Brick Road" von Elton John auch musikalisch richtig starke Konkurrenz auf dem Plattenmarkt unterwegs war.
Von der Schulbank auf den Rockolymp
Wie so viele Bands haben auch die Anfänge von Status Quo zu Schulzeiten stattgefunden. Dort haben sich Francis Rossi und Alan Lancaster kennengelernt – im Schulorchester. Bis der Rest der Band dann fest dazu gekommen ist, hat es aber noch eine Weile gedauert. Und erst nach verschiedensten Bandnamen und gefloppten Singles sind sie dann zum ersten Mal als "Status Quo" aufgetreten.Status Quo – Von der Popgruppe zur Rockband
Bis die Band endgültig in ihrer passenden Konstellation beieinander war, hat es also eine ganze Weile gedauert. Und auch dann war Status Quo noch nicht die groovige Rockgruppe, als die wir sie heute kennen, sondern eher eine rockige Popband. Es hat noch eine ganze Weile gedauert, bis sie ihren eigenen Sound gefunden hatten.Irgendwann hat Francis Rossi [...] gesagt, das mit diesen Popsingles, das ist irgendwie so kurzlebig. Da ist immer die Gefahr, dass man wieder relativ schnell weg vom Fenster ist und wir wollen aber längerfristig erfolgreich sein. Und deshalb haben sie sich irgendwann von diesem Popsound ganz bewusst abgewendet.
Quelle: Christian Rönspies, SWR Redakteur über den Soundwandel von Status Quo
Shownotes
Status Quo bei ZDF Rock Pop in Concert (1982)Dokumentation “Rock `til You Drop”Youtube-Kanal von Status QuoÜberblick zu Status Quo Dokus bei MusikwocheStatus Quo im MusikladenStatus Quo im Beat ClubAlbum Review auf Allmusic.comDie Doku zu “Rockin‘ All Over The World”Über diese Songs vom Album “Hello!” wird im Podcast gesprochen
(13:25) – "Roll Over Lay Down"(30:10) – "Caroline"(42:51) – "Softer Ride"(44:57) – "It’s Better Now"(01:00:38) – "Forty Five Hundred Times"Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(04:06) – "You’re So Vain" von Carly Simon(04:15) – "Live And Let Die" von Wings(04:19) – "Angie" von The Rolling Stones(07:46) – "Pictures of Matchstick Man" von Status Quo(56:12) – "I Who Have Nothing" von Shirley Bassey(57:29) – "Roadhouse Blues" von The DoorsMon, 25 Sep 2023 - 1h 09min - 563 - Blondie – "Parallel Lines"
Die Songs von Blondie fand Produzent Mike Chapman von Anfang an zwar sehr gut, die Arbeitseinstellung und die Qualität der Band war für ihn allerdings weniger überzeugend. Er soll die Band rund um Sängerin Debbie Harry als "die schlechteste Band, mit der er jemals zusammengearbeitet habe", bezeichnet haben, erzählt SWR-Musikredakteur Stephan Fahrig im Meilensteine Podcast. Trotz dieses vernichtenden Urteils schafften sie es gemeinsam, das Album "Parallel Lines" nicht wie geplant in sechs Monaten, sondern sogar schon in sechs Wochen fertigzustellen.
"Parallel Lines" von Blondie ist ein Schmelztigel der Genres
Auf "Parallel Lines" verschmelzen viele unterschiedliche Musikgenres zu einem Mix. Die Band um Sängerin Debbie Harry war eigentlich eher eine Rockband, die aber immer mal wieder auch Reggaeelemente mit reingebracht hat. Und weil zu der Zeit auch noch Discomusik angesagt war, durften wichtige Bestandteile davon auch bei dem Album nicht fehlen. Das zeigt auch der Überhit des Albums "Heart of Glass" mit seinem treibenden Discobeat. Musikalisch ging es Ende der 70er-Jahre dann schon in Richtung elektronischer Musik und Synthieklänge, auch die hat die Band mit auf das Album gepackt. Sängerin Debbie Harry selbst hat darüber hinaus auch noch ganz viel Punkfeeling mit in die Band gebracht – auch durch ihre Texte.Das Album verabschiedet sich in gewisser Form von den 70ern und führt schon in die 80er hin.
Quelle: Katharina Heinius, SWR1-Musikredakteurin über "Parallel Lines" von Blondie
Produzent Mike Chapman kreiert den "New York Sound"
Einen elementaren Anteil am tollen Sound von Blondies Album "Parallel Lines" hat natürlich Produzent Mike Chapman, der Ende der 70er der Experte für glamourösen und rockigen Sound war. Neben Blondie produzierte er auch Bands wie The Sweet, The Knack oder Suzi Quatro. Er arrangierte und produzierte die Songs so, dass sie einen glamourösen aber urbanen Sound hatten, der auch zur Herkunft der Band New York passte – schillernd, aufregend und auch ein bisschen schmutzig. Das passte auch zum Look der Band, den man auf dem Cover zu "Parallel Lines" sieht: Die Band im Anzug mit Krawatte und dreckigen Turnschuhen. Debbie Harry im Kontrast und im Mittelpunkt dazu mit weißen Kleidchen, aber dafür mit Händen in den Hüften und einem ernsten Blick.Debbie Harry als Vorbild
Diese Rolle hatte Debbie Harry inne. Sie war "die Chefin im Ring", heißt es im SWR1 Meilensteine Podcast. Debbie Harry wusste ihr Aussehen in ihrer Karriere wohl einzusetzen, war dabei aber stets selbstbestimmt und hat sich nichts sagen lassen. Mit dieser Einstellung war (und ist sie bis heute) ein Vorbild für viele starke weibliche Künstlerinnen, die Debbie Harry auch immer wieder als Vorbild nennen. Darunter sind auch absolute Megastars wie Madonna, Miley Cyrus, Cyndi Lauper, Lady Gaga oder auch Gwen Stefani.Shownotes
Wie “Hanging On The Telephone” entstanden istBlondie Youtube-Kanal“Heart Of Glass” in der Version von Miley CyrusArte-Reihe Music Queens „Blondie”Autobiographie von Debbie Harry“Parallel Lines” Review im Rolling StoneSWR1 Meilenstein Folge zu Billy Joels "Songs In The Attic"SWR1 Meilenstein Folge zu "Sports" von Huey LewisMon, 18 Sep 2023 - 1h 24min - 562 - Huey Lewis and the News – "Sports"
Nach seiner exzellenten Schullaufbahn, auf der er einige Klassen übersprang, hätte Huey Lewis eigentlich Anwalt oder Arzt werden können. Doch der New Yorker will mit Musik sein Geld verdienen, fährt nach Europa, wo er sein Mundharmonika-Spiel perfektioniert und spielt - zurück in den USA - in diversen anderen Bands, darunter Thin Lizzy. 1979 gründet Lewis seine eigene Band, die zunächst unter dem Namen Huey Lewis and the American Express firmiert. Die beiden ersten Alben floppen, doch dann folgt 1983 "Sports".
Klassisches Popsong-Writing gepaart mit 50er Jahre Rock 'n' Roll
Das Album entsteht ohne Produzent, weit weg vom Sitz des Labels Chrysalis. Musikalisch überzeugt es durch klassisches Popsong-Writing in Verbindung mit 50er-Jahre Rock 'n' Roll und Soul - immer mit einem Augenzwinkern, typisch für die Band, aber vor allem für den charismatischen Huey Lewis. Zwei Drittel altes und ein Drittel neues Material: so lautet bei Huey Lewis and the News die Formel für Hits. Konkret heißt das: der groovende 50er Jahre Sound wird kombiniert mit dem Drum-Machine-Sound der 80er. Das zeigt sich zum Beispiel bei "Bad is Bad". Der Song wurde zur Blaupause, nach der das ganze Album produziert wurde. Über die Live-Qualitäten der Band, die mit A-cappella-Einlagen begeistern kann, ihren besonderen Sound, über Parallelen zu Jimi Hendrix und den Rechtsstreit mit Ray Parker und dem Song "Ghostbusters" sprechen wir in dieser Folge 236 der "Meilensteine".Shownotes
YouTube Channel von Huey Lewis and the News"Sports" bei AllmusicUdiscover Artikel zum 40. Jubiläum und zur Jubiläums-Vinyl-Ausgabe von "Sports"Offizielle Website der BandMon, 11 Sep 2023 - 1h 12min - 561 - Nirvana – "In Utero"
"In Utero" ist das dritte und letzte Studioalbum von Nirvana. Erschienen ist es am 13. September 1993 und es sollte nicht mehr viel mit ihrem Erfolgsalbum "Nevermind" zu tun haben. Statt des doch eher nach Rock-Pop klingenden Sounds, wollten sie wieder ein Album mit Ecken und Kanten machen, um den Hype um sie zu reduzieren, der die Band quasi über Nacht ereilt hat.
"In Utero" sollte Nirvana aus dem Mainstream rausholen
Als Produzenten holten sie sich für "In Utero" Steve Albini ins Boot, der vorher schon mit den Pixies gearbeitet hatte und für seinen klaren Sound, ohne viel "Schnickschnack" bekannt ist. Mit seiner Hilfe sollte das Album wieder rockiger klingen und Nirvana in die Zeit zurückkatapultiert werden, in der sie noch nicht so erfolgreich waren. Mit der Rolle als berühmte Rockmusiker im Mainstream kam die Band nicht klar. Der Erfolg, der mit "Nevermind" kam, wurde ihnen zu viel. Mit "In Utero" wollte Nirvana nicht ins große Rampenlicht und einfach alles anders machen, so wie zu den Zeiten ihres ersten Albums "Bleach". Und genau das war auch für die Fans damals das Wichtigste, für die es nichts Schlimmeres gab, als Mainstream zu sein."In Utero" war mein Vehikel, mich irgendwie abzugrenzen.
Quelle: Journalist und Moderator Jo Schück
Die Songtexte zeigen Kurt Cobains Zerrissenheit
Obwohl Kurt Cobain "In Utero" selbst mal als unpersönlich bezeichnet hat, lässt sich in den Songtexten viel aus seinem Seelenzustand erkennen. Gerade die eigene Zerrissenheit wird in einigen Songs deutlich.Kurt Cobain springt durch seine Gefühlswelten und Erfahrungen.
Immer wiederkehrende Themen auf dem Album sind Überforderung mit dem Dasein als Rockstar, existenzielle Fragen, Drogenkonsum und natürlich die bizarre Beziehung zu Sängerin Courtney Love. Cobain schaffte es in seinen Stücken harte Themen wie Krankheit und Tod mit weichen Liebesthemen zu vereinen. So handelt das erfolgreichste Lied des Albums, "Heart-Shaped Box", einerseits von Krebserkrankungen, kann aber auf der anderen Seite auch als Liebeslied angesehen werden.Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig
Dank "Rape Me" bekamen sie doch wieder Aufmerksamkeit
Der Song "Rape Me" gilt als sehr umstritten. Auf Deutsch bedeutet der Titel so viel wie "vergewaltige mich". Manche Kritiker sahen darin eine Verharmlosung von Vergewaltigungen und fanden es falsch, dass sich Cobain in die Rolle einer Betroffenen oder eines Betroffenen versetzt. "Rape Me" ist aber in Wahrheit ein Anti-Vergewaltigungssong, der sich mit den Opfern solidarisiert. Kurt Cobain nimmt darin extra die Rolle des Vergewaltigten ein, um so Stellung gegen das Unrecht zu beziehen. Die ganzen Diskussionen um "Rape Me" verhalfen der Band wieder zu mehr Aufmerksamkeit, die sie ja eigentlich gar nicht haben wollten. Ist es Nirvana mit "In Utero" geglückt, wieder aus dem Mainstream ausbrechen zu können? Und was haben Bands wie R.E.M. und die Beatles mit dem Album zu tun? All das erfahren Sie in dieser Episode der SWR1 Meilensteine.Shownotes
Review bei AmplifiedNirvana – Die wahre Kurt-Cobain-StoryNirvana YoutubeChannelBlow Up – Nirvana im Film [Arte Doku über Filme über Nirvana]Wer oder was ist Nirvana Was steckt eigentlich hinter diesem T-Shirt und dem Schriftzug „Nirvana“? In diesem Video erklärt Prof. Dr. PlusPlusPlus den Aufstieg und das abrupte Ende eines der wichtigsten Bands der Musikgeschichte. Beitrag von FunkFri, 1 Sep 2023 - 1h 27min - 560 - Lauryn Hill – "The Miseducation of Lauryn Hill"
Lauryn Hill gilt als die Queen of Hip-Hop, die das Genre in ein ganz neues Licht gerückt hat. Von Anfang an war es ihr Ziel, mit bestehenden Konventionen zu brechen und die Stereotype abzulösen, die im Hip-Hop, Rap und ganz besonders im Gangsta-Rap vorkommen.
Lauryn Hill hat den Rap auf eine neue Stufe gehoben.
Wer an das Genre Gangsta-Rap denkt, dem kommen schnell mit Schimpfwörtern vollgepackte Songs über Geld und Sex in den Sinn. Lauryn Hill setzt dem in "The Miseducation of Lauryn Hill" aber etwas Zartes und Sanftes entgegen. Ihre Texte sind poetisch und fast schon philosophisch. Sie handeln von Liebe, Gefühlen, Religion und gesellschaftlichen sowie politischen Themen. In jedem ihrer Songs vermittelt sie das Gefühl, dass sie sich ihren ganzen Schmerz von der Seele geschrieben hat.Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
Sie kann Gangsta-Rap, aber sie macht es nicht. (...) Sie löst die Stereotypen des Raps ins Gegenteil auf.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig
Familie oder Karriere?
Angefangen hat Hills Karriere in der Hip-Hop-Band "Fugees". Ende der 1990er Jahre hat sie die Gruppe wegen der Geburt ihres Sohnes verlassen. Damals hatte man sie davor gewarnt, ihr Kind der Karriere vorzuziehen. Ihr wurde das Ende ihrer Karriere prophezeit und deshalb hat man ihr sogar dazu geraten, das Kind abzutreiben. Die Sängerin hat sich aber dagegen entschieden. Im Jahr 1997 kam dann ihr erster Sohn Zion zur Welt. Ihm widmete sie mit "To Zion" auch einen Song auf ihrem Album. Mittlerweile hat sie sechs Kinder.Ihre Musik steht für Hoffnung auf Gleichberechtigung
Das Lied "Everything is Everything" und der Titelsong "The Miseducation of Lauryn Hill" beinhalten gesellschaftliche und politische Themen, besonders in Bezug auf die Situation schwarzer Jugendlicher in den USA. "Everything is Everything" handelt von Jugendkriminalität auf den Straßen, von Verlust und Hoffnungslosigkeit. Die Botschaft des Liedes soll den Jugendlichen Mut machen und ihnen Hoffnung geben, dass sich für sie etwas ändern wird. Das Titellied "The Miseducation of Lauryn Hill" ist eine Anlehnung an ein Buch des afroamerikanischen Historikers Dr. Carter G. Woodson. Darin beschreibt er, dass schwarze Jugendliche im amerikanischen Schulsystem dazu gebracht werden, sich selbst als minderwertig anzusehen. Lauryn Hill greift das in ihrem Song auf und ermutigt die Jugendlichen dazu, sich selbst stark zu machen, selbstbewusst zu werden und sich nicht manipulieren zu lassen.Warum kam bisher kein weiteres Album?
Trotz des großen Erfolgs mit "The Miseducation of Lauryn Hill" bleibt es bis jetzt ihr einziges Album. In dieser Podcast-Folge diskutieren wir unter anderem darüber, warum bisher kein weiteres von ihr herauskam. Außerdem erfahren Sie mehr über ihre Inspirationsquellen und ihre musikalischen Vorbilder.Shownotes
Lauryn Hill bei den GrammysLauryn Hill "Best New Artist" bei den Grammys 1999 - überreicht von Eric Clapton und BB KingLauryn Hill "Album of the Year" bei den Grammys 1999 - überreicht von Sting und Whitney HoustonLauryn Hill "Sister Act 2" FinaleJohn Legend über seine erste StudioaufnahmeLauryn Hill Musikvideo zu "Doo Wop (That Thing)"Fri, 25 Aug 2023 - 1h 01min - 559 - Spliff – "85555"
Was steckt hinter dem Zahlencode "85555", dem Albumtitel von Spliff? Das haben sich 1982 vermutlich viele Fans der Band gefragt. Die Antwort ist ziemlich einfach: Es war die Bestellnummer des Albums. Auf "85555" hatten Spliff mit harten Gitarren, Drums, einem Slap-Bass und Synthesizern einen sehr kantigen Sound. Und trotz des Songs "Computer sind doof", hat Keyboarder Reinhard Heil sich für das Album mit sogenannten Fairlight Computern beschäftigt und sich auch an der Band Kraftwerk orientiert.
Der besondere Sound von Spliff
Spliff haben für das Album "85555" sehr viel mit technischen Elementen rumprobiert und auch sehr viel unterschiedliche Technik genutzt. Dabei stand das Equipment aber nie im Vordergrund, sondern wurde von der Band immer gekonnt kaschiert. "Wir haben ganz schön mit der Technik rumgekämpft", erklärt Herwig Mitteregger von Spliff. "Aber man hört das eben nicht, dass wir soviel Technik verwendet haben, das ist der Clou der Geschichte", sagt Mitteregger weiter.Wir machen komplizierte Musik, die sich einfach anhört.
Quelle: Herwig Mitteregger, Sänger und Schlagzeuger von Spliff
Der Erfolg von "85555" gibt Spliff recht
Im Februar 1982 wurde "85555" veröffentlicht, erreichte umgehend die Spitzenposition der Albumcharts und konnte sich insgesamt über ein Jahr lang in den deutschen Album Charts halten. Damit war es nicht nur das kommerziell erfolgreichste Album, sondern enthielt mit "Carbonara" auch noch den erfolgreichsten und bekanntesten Song, den die Band unter dem Namen je veröffentlicht hat.Mon, 21 Aug 2023 - 44min - 558 - Cyndi Lauper – "She's So Unusual"
In den 80er-Jahren ist unglaublich tolle Popmusik entstanden und ganz viele Künstler, die inzwischen Weltstars sind oder waren, haben da ihre ersten musikalischen Gehversuche gemacht oder haben den Sprung vom Popsternchen zum Popstar geschafft. Madonna brachte zum Beispiel ein Jahr vor Cyndi Lauper ihr Debütalbum raus und schockierte und begeisterte damit viele. Cyndi Lauper schockierte mit ihrem Debüt ebenfalls, war aber doch ganz anders als Madonna. So bunt schrill, ungewöhnlich wie sie war, wurde sie vom Online-Musikmagazin laut.de sogar als Anti-Madonna beschrieben.
Cyndi Laupers Weg zum Ruhm
Der Weg zum Popstar verlief für Cyndi Lauper alles andere als einfach. Mit 17 verlässt die gebürtige New Yorkerin wegen schwieriger Familienverhältnis ihr Elternhaus, holt ihren Highschool-Abschluss nach, schnappt sich ihren Hund Sparkle und zieht nach Vermont. Dort arbeitet sie als Haushälterin, Tierpflegerin und Kellnerin. Ein Leben kann sich Cyndi Lauper dort nicht wirklich aufbauen, deshalb kehrt sie Ende der 70er-Jahre wieder zurück nach New York und fängt an zu Singen. Auch hier gelingt ihr nicht direkt der große Durchbruch, sondern sie startet erst in Coverbands, bis sie die Rockabilly Band "Blue Angel" gründet und mit ihr den ersten Plattenvertrag bekommt. Die Plattenfirma ist weniger von der Band als mehr von der schrillen und besonderen Stimme von Cyndi Lauper begeistert.Ein bunter Mix aus Coverversionen und eigenen Songs
Nichts, was Cyndi Lauper so tut, ist in irgendeiner Form gewöhnlich. Warum also sollte es die Songzusammenstellung auf ihrem Debütalbum sein? Zehn Songs sind insgesamt auf dem Album, fünf davon sind Coverversionen. Das ist ungewöhnlich, aber für Cyndi Lauper genau die richtige Entscheidung gewesen, denn so konnte die junge Sängerin direkt zeigen, dass sie jedem Song ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken kann.Das ist das Besondere. Sie schafft es in dreieinhalb Minuten, diese Songs zu ihren zu machen. Du verbindest diese Songs eigentlich nur noch mit ihr und nicht mehr mit den Originalen, auch wenn du die Originale gut findest.
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1-Musikredakteur über die Coversongs von Cyndi Lauper
Cyndi Lauper und The Hooters
Für ihr Debütalbum hat Cyndi Lauper auch ganz eng mit der Rockband The Hooters zusammengearbeitet. Cyndi wollte einen Mix aus richtigen Instrumenten und auch den elektronischen Synthie-Sound, der in den Clubs gerade angesagt war. Monatelang sind die Hooters für das Album zwischen Philadelphia und New York gependelt. Als die Band eigentlich schon nicht mehr konnte und die geplante Studiozeit fast zuende war, sollte aber noch ein letzter Song entstehen. In wenigen Minuten geschrieben wurde der dann zu einem der größten Hits von Cyndi Lauper: "Time After Time" Auch am Song "Girls Just Want to Have Fun" haben die Hooters zusammen mit Cyndi Lauper gearbeitet. Geschrieben wurde er zwar nicht von den Hooters, aber das Arrangement kommt von Robert Hyman und der Band. Ursprünglich wollte Cyndi Lauper den Song auch gar nicht singen, erzählt Hyman im Interview. Aber der Produzent konnte Cyndi überreden, als er ihr klar machte: Wenn du als Frau den Song singst, dann kannst du ihn zu einer echten Hymne werden lassen. Es hat viele verschiedene Versionen und Arrangements gebraucht, bis auch Cyndi Lauper zufrieden war. Aber was zählt, ist ja schließlich das Endresultat, erklärt Hyman.Cyndi Lauper ist eine "Straight Ally" der LGBTQ-Community
Mit ihrer unangepassten, schrillen Art wurde Cyndi Lauper auch schnell zu einer Ikone der LGBTQ-Community. Sie ist zwar selbst heterosexuell, aber dadurch, dass sie damals schon ihr "Anderssein" zelebriert hat und es Anfang der 80er-Jahre kaum offen schwule, lesbische oder andere nicht hetereonormative Popstars gab, wurde sie zu einer "Straight Ally", also einer heterosexuellen Verbündeten, wie SWR1-Musikredakteur Dave Jörg im Podcast erklärt.Shownotes
Buchempfehlung „She Bop“ von Lucie O’BrienMusikvideo zu "Time After Time"Entstehung von "Time After Time" mit Rob Hyman von den HootersCyndi Lauper – eine "Gay Ikone"Cyndi Lauper über queere Kultur, die sie beeinflusst hat (Englisch)Deutsche Albumbesprechung von "She’s So Unusual"Mon, 14 Aug 2023 - 1h 01min - 557 - Lynyrd Skynyrd – "Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd"
Zu den bekanntesten Titeln des Albums gehören bis heute: "Gimme Three Steps", "Simple Man", "Tuesday's Gone" und "Free Bird", von denen der letzte die Band zu nationalem Ruhm führte. Ein Song, der es beinahe auch auf die Platte geschafft hätte: "Sweet Home Alabama" — er wurde ihr größter Hit, erschien jedoch erst auf dem zweiten Album.
Im Lexikon neben Südstaaten-Rock steht Lynyrd Skynyrd (…), weil sie einfach der Prototyp dieses Sounds sind.
"Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd" wurde am 18. Dezember 1974 mit Gold und am 21. Juli 1987 mit Doppelplatin von der RIAA ausgezeichnet. 1975 erreichte es Platz 27 der US Billboard 200. Der Rolling Stone hat es zuletzt auf Platz 318 der 500 besten Alben aller Zeiten gewählt.Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig
Von "One Percent" zu "Lynyrd Skynyrd"
Lynyrd Skynyrdsind bei der Veröffentlichung von "Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd" im verflixten siebten Jahr — oder wie es später im Song "Workin' for MCA" ausgedrückt wird — "Seven years of hard luck comin' down on me." Bis dahin nannten sie sich "One Percent", also ein Prozent, worüber sich einige Leute lustig machten. Auf der Suche nach einem neuen Bandnamen stießen sie auf "Lynyrd Skynyrd". Inspiriert durch einen Song von Allan Sherman "Hello Muddah, Hello Fadduh", in dem ein gewisser "Leonard Skinner" auftaucht — wird dessen Name ein Running Gag innerhalb der Band, der schließlich in etwas veränderter Form zu ihrem Bandnamen wird. Und weil den keiner so richtig aussprechen konnte, erklärt ihn der Albumtitel "Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd" in Lautschrift.Schicksalhafte Plattencover
Nicht nur in der Musik hört man den Bezug zu den Südstaaten, auch das Plattencover nimmt uns mit Richtung Heimat von Lynyrd Skynyrd, nach Georgia in ein kleines Städtchen mit knapp 5000 Einwohnern. Sie stehen zu siebt vor einem kleinen Supermarkt — aus heutiger Sicht wahnsinnig tragisch, da mittlerweile keiner der Jungs auf dem Cover mehr lebt. Die schicksalhafte Symbolik nimmt ihren Lauf mit dem Folgealbum "Street Survivors", welches unmittelbar vor dem Flugzeugabsturz erschien und die Band ursprünglich in Flammen zeigt.If I Leave Here Tomorrow — Der Flugzeugabsturz
Der Song "Free Bird" bekommt in der Geschichte der Band eine tragische Bedeutung: es war immer der letzte Song ihrer Konzerte, so auch an dem Abend, bevor sie den tragischen Flugzeugunfall hatten und abgestürzt sind.If I leave here tomorrow, would you still remember me?
Die Band gibt es heute noch, obwohl kein einziges Original-Mitglied mehr dabei ist. Das letzte Gründungsmitglied der Band, Gary Rossington, ist am 5. März 2023 im Alter von 71 Jahren gestorben.Quelle: Die letzte singende Zeile von Sänger Ronnie Van Zant aus dem Song "Free Bird"
Sie leben im Endeffekt auch von und mit diesem Album.
Mehr über das Vermächtnis der Band, ihre Entstehungsgeschichte und was es mit den ominösen, schicksalhaften Symbolen wirklich auf sich hat, hören Sie in diesem Podcast.Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach
Shownotes
Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd bei AllmusicLynyrd Skynyrd YouTube KanalMon, 7 Aug 2023 - 1h 22min - 556 - Stevie Wonder – "Innervisions"
Wonder war bis dahin vor allem bekannt für romantische Balladen, entwickelte sich aber nun zu einem reiferen, bewussten und anerkannten Künstler. Ein Meilenstein der Musikgeschichte, von dem man sagt, dass es großen Einfluss ausgeübt hat auf die Entwicklung des Soul und der Black Music, voller politischer und auch sehr sensibler spiritueller Strahlkraft.
Das künstlerische Schaffen des "Wunderkindes"
Stevie Wonder, mit bürgerlichem Namen Stevland Hardaway Judkins Morris, ist zum Zeitpunkt des Erscheinens von "Innervisions" wahnsinnig jung — Anfang 20 — und er hat bis zu diesem Album schon 15 Studio-Alben rausgebracht – das ist kaum zu glauben! Sein erstes Album bringt er schon mit zwölf Jahren heraus. Er wird als Wunderkind bezeichnet, "Little Stevie Wonder" genannt. Mit 18 Jahren hatte er bereits die erste Best-of-Platte. Damals ist er bei "Motown" unter Vertrag, unter dem Sublabel "Tamla", was ihm ungewöhnlich viele künstlerische Freiheiten einräumte — ganz im Gegensatz zu anderen Künstlern. Daher war es ihm möglich alle Instrumente auf "Innervisions" selbst einzuspielen.Man hört ihm das ganze Herzblut an, dass er jedes Instrument einzeln einspielt. Die Arbeit, die dahinter gesteckt hat, die wir uns überhaupt nicht vorstellen können. (…) Es macht einfach Spaß zuzuhören.
Er war mit seinen 23 Jahren bereits ein weltweiter Superstar, hatte Erfolg mit seinen Alben und gewann vielmals den Grammy für das Album des Jahres. Er wurde immer erwachsener, seine Themen wurden politischer. Wondersprudelte nur so vor Kreativität, als er in den New Yorker Record Plant Studios an seinem 16. Studioalbum "Innervisions" arbeitete.Quelle: SWR1 Musikredakteur Adrian Beric
Wie kann ein Mensch, der nie gesehen hat, in seinen "Innervisions" doch so grandiose oder so gute Bilder sehen?
Quelle: SWR1 Musikredakteur Bernd Rosinus
TONTO — The Original New Timbral Orchestra
TONTO ist 1973 der erste und schon rein von den Ausmaßen her der größte Synthesizer der Welt. Er wurde von Malcolm Cecil und Bob Margouleff 1968 in New York gebaut. Es ist das wohl innovativste Instrument auf "Innervisions". Wonder benutzt diesen TONTO oft, aber dezent auf mehreren Alben. Vor allem für die Eröffnung einer seiner berühmtesten Songs des Albums "Talking Book" "Superstition" ist er bekannt. Die beiden sind unter anderem auch als Produzenten an dem Album beteiligt, sie unterstützen ihn mit dem TONTO. Es gibt Archivaufnahmen, auf denen die beiden hinter Stevie Wonder sitzen und aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Es ist die Art und Weise wie er ihr Gerät bedient — und das auch noch blind — beeindruckend. Einige Jahre später haben sie nach einem Streit die gemeinsame Arbeit beendet.Wir waren wie Meteoriten, die sich einmal getroffen haben, dann groß gestrahlt haben und dann wieder auseinander mussten.
Quelle: Malcolm Cecil über die Zusammenarbeit mit Stevie Wonder
"Higher Ground"
Wie Stevie Wonder selbst angibt, hat er den Song "Higher Ground" innerhalb eines einzigen Tages komplett komponiert, getextet und produziert.Drei Tage nach der Veröffentlichung von "Innervisions", am 6. August 1973, erleidet Stevie Wonder einen schweren Autounfall. Während er tagelang im Koma lag soll ihm der Legende nach sein damaliger Roadmanager "Higher Ground" ins Ohr gesungen haben… Was das für Stevie Wonders zukünftiges Leben bedeutete? Darüber sprechen wir unter anderem im Podcast.Shownotes
Youtube-Kanal von Stevie WonderMalcolm Cecil über die Entwicklung von dem Synthesizer TONTODer TONTO Synthesizer hinter "Supersition"Stevie Wonder bei FacebookLady Gaga mit ihrem Stevie Wonder Tribute beim Grammy 2015Stevie Wonder live zu Gast im Musikladen 1974"Innervisions" bei AllmusicSWR1 Meilensteine-Folge zu "What's Going On"Mon, 31 Jul 2023 - 1h 01min - 555 - The Rolling Stones – "Aftermath"
Mick Jagger höchstpersönlich hat "Aftermath" in einem Rolling Stone-Interview von 1995 in den Meilenstein-Rang erhoben: "Für mich ist Aftermath ein Meilenstein, der endlich den Spuk beendete, der darin bestand, dass wir diese sehr schönen und zweifellos interessanten, aber eben doch Coverversionen von alten RnB Songs machen mussten — denen wir, um ehrlich zu sein — nicht wirklich gerecht wurden."
Entstehungsgeschichte von "Aftermath"
The Rolling Stones waren 1965 schon sehr populär mit internationalen Hits wie "The Last Time" oder "Satisfaction", als sie von dem amerikanischen Geschäftsmann Allen Klein entdeckt wurden, der sie dann in den USA vertreten hat. Während ihrer vierten Tour durch Nordamerika 1965 haben Mick Jagger und Keith Richards den Großteil der Songs für das Album zusammen geschrieben. Die Handschrift der beiden ist unverkennbar. Musikalisch ist "Aftermath" eine bunte Wundertüte, was vor allem an Brian Jones liegt, der mit seinem Faible für exotische Instrumente und seiner Experimentierfreudigkeit neue Frische in den Sound der Stones gebracht hat. Jones war von Anfang an derjenige, der die Stones gegründet hat, er hat ihnen den Namen gegeben und im Grunde auch die Musiker zusammengebracht, aber war nie ein Songwriter, was ihn zeitlebens geärgert hat. Dies führte auch während der Aufnahmen zu Spannungen innerhalb der Band. Aufgenommen wurde die Platte in kürzester Zeit in Los Angeles in den RCA Studios in Hollywood, direkt nach dem Tourende im Dezember und dann noch einmal im März 1966 — innerhalb von 7 Tagen. Es wurde viel improvisiert, Ton-Ingenieur Dave Hassinger hat den Stones innerhalb der Sessions freie Hand gelassen.Von "Could You Walk On The Water" zu "Aftermath"
Ursprünglich war die Musik als Soundtrack für den Film "Back, Behind and In Front" von Nicholas Ray gedacht, aber Mick Jagger kam mit dem Regisseur nicht klar, sodass dieser Plan verworfen wurde. Außerdem gab es eine Kontroverse über den Titel des Albums, Manager Andrew Oldham schlug vor die Platte "Could You Walk On The Water" zu nennen, was von der amerikanischen Plattenfirma für die Christen in den USA als blasphemisch empfunden wurde. So kam es zu dem Titel "Aftermath", also "Nachwirkungen". Es gibt zwei unterschiedliche Versionen des Albums, eine UK- und eine US-Version und beide haben unterschiedliche Opener: im Vereinigten Königreich und bei uns in Deutschland war das "Mother's Little Helper" und in den Vereinigten Staaten war es "Paint It Black". Europa hat sich musikalisch sehr an England orientiert, daher gab es auch in Deutschland die britische Fassung."Mother's Little Helper"
"Mother's Little Helper" eröffnet die britische Version der Platte. Der Song handelt davon, dass sich Hausfrauen in den 60ern mit Valium und anderen Mitteln betäuben, um ihren Alltag zu überstehen. Damit sprachen die Stones ein gesellschaftskritisches Thema der westlichen Gesellschaft an und stellten es provokant dar."Paint It Black" — über die seelische Düsternis
"Paint It Black" eröffnet die amerikanische Version des Albums. Der Song handelt von jemanden, der aus Trauer um einen verlorenen Menschen in Depressionen verfällt. Jagger beschreibt diese seelische Düsternis, es gibt kein Licht in diesem Song. Das hat es in dieser Form zuvor noch nicht gegeben und hatte dann sehr großen Einfluss, auch auf die Geschichte der Rockmusik."Paint It Black" zeigt im Endeffekt das, was die Stones machen, vor allem, was sie damals auch ausgemacht hat.
Es ist bis heute einer der am häufigsten gecoverten Songs von den Stones, unter anderem von U2 1992. Auch in Filmen wurde "Paint It Black" oft verwendet, wie beispielsweise in "Die Mumie" 2017 oder auch im Thriller "Im Auftrag des Teufels" 1997 sowie in diversen Videospielen.Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach
Der Song ist ein Kulturerbe!
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
"Paint It Black" ist für mich als sehr viel spätere Generation definitiv auch eine Art Zeit-Dokument aus den 60er Jahren.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Nina Waßmundt
Das Vermächtnis von "Aftermath"
Über das Vermächtnis von "Aftermath", die Verbindung zwischen den Rolling Stones und den Beatles, die gegensätzlicher als das künstlich aufgebaute Image nicht sein konnte, Frauenfeindlichkeit im Rockbusiness im Hinblick auf die Geschehnisse im Sommer 2023 und noch viel mehr, wird im Podcast anlässlich des 80. Geburtstags von Mick Jagger gesprochen.Musiktipp
Buchtipp
Links zum Podcast
Aftermath bei UDiscover MusicAftermath bei ClashmusicMick Jagger Interview im Rolling Stone1965 Die Rolling Stones landen in Berlin1965 Die zerstörte Berliner Waldbühne nach dem Rolling Stones KonzertDoku auf ARTE: The Rolling Stones – Crossfire HurricaneMon, 24 Jul 2023 - 1h 10min - 554 - Tina Turner – "Private Dancer"
Als "Private Dancer" von Tina Turner im Mai 1984 herauskam war eigentlich klar: das wird ein echtes Comeback. Zwei Singles "Let's Stay Together" und "What's Love Got to Do with It" waren bereits vorher erschienen und erfolgreich. Doch dass es das erstaunlichste und nachhaltigste Comeback der Musikgeschichte werden würde, konnte damals niemand ahnen.
Comeback der Queen of Rock
Die erste Single "Let's Stay Together" wurde schon 1983 veröffentlicht, also lange vor dem Album selbst. Dabei handelte es sich um eine Cover-Version von Al Queen. Es wurde Turners erster Chart-Erfolg nach der Trennung von ihrem damaligen gewalttätigen Ehemann Ike Turner. Damals gab es zwischen den beiden diverse Rechtsstreitigkeiten, auch um den Namen "Tina Turner", denn Ike hatte sich die Rechte an diesem eintragen lassen. Sie selbst hieß gebürtig Anna Mae Bullock. Letztlich gewann sie den Streit jedoch. Nach der Trennung von Ike, haben ihr die britische Musikszene und große britische Musiker den Rücken gestärkt, indem sie ihre kleinen Club-Konzerte besuchten. Unter den Musikern fanden sich beispielsweise David Bowie oder auch Mick Jagger. Durch diesen Rückhalt kam ihre Karriere wieder ins Rollen und sie traf auf ihren neuen Manager Roger Davis, mit dem die Nummer "Let's Stay Together" enstand.Tina Turner ist für mich eine der größten, wenn nicht die größte Frau im Showbiz.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
One Take Wonder
In ihrer Autobiografie "Tina Turner, My Love Story" hat sie geschrieben: "Wenn ich ein Lied das erste Mal höre, singe ich so lange mit, bis ich den Dreh raus habe. So hatte ich es schon als Kind mit den Titeln aus dem Radio gemacht. Sobald ich einen Song verinnerlicht habe, fühlt er sich an, als würde er mir gehören und ich bin bereit für eine Aufzeichnung. Ich gehe ins Studio, stelle mich ans Mikrofon und erledige die Sache. Ich will den Song komplett einsingen, von vorne bis hinten, weil ich eine Geschichte erzähle. Und die hat einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss." Sie hat "Let's Play Together" tatsächlich in einem Take eingesungen und aufgenommen und wurde dann auch im Studio das “One Take Wonder” genannt", so Heinius. Dazu gehört eine Menge Disziplin und harte Arbeit.Sie hat die Eigenschaft, dass sie sich tatsächlich Songs zueigen machen kann.
Tina Turner hat sich zwar darauf spezialisiert Songs von anderen zu ihren zu machen — einen einzigen Song hat sie jedoch selbst geschrieben, der auch ein ganz großer wurde: "Nutbush City Limits".Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
Sex ohne Liebe — "What's Love Got to Do with It"
"What's Love Got to Do with It" kam kurz vor dem Album "Private Dancer" als Single heraus, wurde gleich Tina Turners erste Solo-Nummer und gilt als einer der besten Songs aller Zeiten. "What's Love Got to Do with It" wurde mehrfach mit einem Grammy ausgezeichnet und auch das Video hat den MTV Video-Award gewonnen, obwohl Tina Turner den Song anfangs gar nicht singen wollte. Da musste vor allem ihr Manager Davies große Überzeugungsarbeit leisten. Doch er blieb hartnäckig und schickte sie zum Proben zu den Autoren des Songs. Dort gefiel er ihr schon besser und sie ließ sich schließlich auf die Aufnahme ein. Interessanterweise steht genau dieser Song heute wie kein anderer für sie, weshalb er auch der Titel ihres Biopics, der Verfilmung ihres Lebens, wurde.Turner trifft ihre große Liebe
Ende der 80er in Köln am Flughafen trifft sie den deutschen Musik-Manager Erwin Bach das allererste Mal. Er ist zu dem Zeitpunkt bei ihrer europäischen Plattenfirma angestellt und holt sie ab, um sie ins Hotel zu bringen — der Beginn einer großen Liebe.Tina Turner und die Dire Straits
Ursprünglich war die Nummer "Private Dancer" für das "Love Over Gold"-Album von den Dire Straits geplant. Während der Demo-Aufnahme für den Song merkte Mark Knopfler, dass es nicht zu ihnen passt und gab ihn an Turner weiter. Ein kleiner Teil von "Private Dancer" hat es dennoch auf das Dire Straits-Album geschafft... Welcher das ist, erfahren sie im Podcast. Im Song "Private Dancer" geht Tina Turner ganz tief in die Emotionen rein. In ihrer Autobiografie hat sie dazu geschrieben: "Während des Einsingens habe ich daran gedacht, wieso ich eigentlich immer nachgegeben hat? Wieso ich geschwiegen hatte, um einen Streit zu vermeiden. Wie ich blieb, obwohl ich mich danach sehnte zu gehen? All das ging mir beim Singen durch den Kopf. Es ging mir bei dem Song um die Trauer, die uns begleitet, wenn wir etwas tun müssen, was wir nicht wollen und das jeden Tag. Es ging mir um Gefühle, die ganz tief gehen". Und diese tiefen wunderbaren Emotionen hat sie uns für immer hinterlassen...Abschied von einer Ikone
Anmerkung der Redaktion: Am 24. Mai 2023 ist Tina Turner gestorben. Das hat uns und viele Menschen weltweit zutiefst bewegt. Mit der Wiederholung dieses Meilensteine-Klassikers möchten wir ihr Leben und Werk erneut würdigen. Neben Tina Turner ist auch Jeff Beck, der sein Gitarren-Spiel beigesteuert hat, zu hören. Auch er ist nicht mehr unter uns. Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung dieses Podcasts im Juli 2020 waren beide noch am Leben.Links zum Podcast
Review im Rolling StoneReview bei AllmusicTina Turner YouTube ChannelArte Doku anlässlich des Todes von Tina TurnerTina Turner Live in Rio 1988Tina Turner – Rockqueen. Mutter. Kämpferin.Terra X DokuMon, 17 Jul 2023 - 39min - 553 - Rio Reiser – "Rio I."
15 Jahre Bandgeschichte hatten Rio Reiser und seine Kollegen bei der Band "Ton Steine Scherben hinter sich, ehe sich die Band 1985 auflöste. Frontmann Rio Reiser machte ab da als Solokünstler weiter und veröffentlichte im November 1986 sein Debütalbum: "Rio I". Wie auch bei der Band "Ton Steine Scherben" standen bei Rio Reiser auch Solo die Texte im Vordergrund.
Wenn man die Texte hört, dann läuft ein Film vor einem ab!
Quelle: Christian Pfarr, ehemaliger SWR1-Musikredakteur über die Stärke von Rio Reiser
Die Stärken von Rio Reiser: Seine Texte und seine Authentizität
Die Texte von Rio Reiser berühren – auf die eine oder andere Weise. Mal sind sie lustig wie bei einem seiner größten Hits "König von Deutschland" und mal zutiefst emotional wie bei seinem Klassiker "Junimond". Damit seine Songs die Menschen abholen, dazu musste Rio Reiser kein – technisch gesehen – großartiger Sänger sein. Es waren die Botschaften und die Art, wie er sie übermittelt hat – auf seine ganz besondere und authentische Art. "Rio Reiser war für mich tatsächlich der beste Sänger, den ich jemals erleben durfte", hat Claudia Roth im SWR1 Interview gesagt. Die Politikerin war eine Zeit lang Managerin seiner Band "Ton Steine Scherben" gewesen und hat sogar mit der Band zusammen gelebt."Rios Kraft war die unglaubliche Präsenz, die unglaubliche Authentizität!"
Quelle: Claudia Roth, im SWR1 Interview über Rio Reiser
Die Fans von "Ton Steine Scherben" waren kritisch
Dass Rio Reiser nach der Trennung von seiner Band "Ton Steine Scherben" alleine weiter Musik machte, nahmen viele ehemalige Fans dem Künstler übel. Das liegt vermutlich auch daran, dass "Ton Steine Scherben" von einigen als die erste Punkband Deutschlands bezeichnet wurde und viele links-politische Ideale verfolgt hat und Rio Reiser als Solokünstler mit seinem Album "Rio I." plötzlich eine saubere High-End-Produktion vorgelegt hat, die auch noch sehr erfolgreich war.Der Mensch Rio Reiser
Er hat immer was anderes gemacht als das, was er sollte, so soll die Mutter von Rio Reiser ihren Sohn beschrieben haben. Dabei war Rio nicht von der laut rebellierenden Art. Auch wenn man sich Interviews von ihm anschaut: Rio war eher der ruhige, in sich gekehrte Mensch und immer wieder auch mal im Streit mit sich selbst, wie er im Rahmen einer SWR Dokumentation über sich selbst gesagt hat. Auch auf der Bühne war Rio Reiser kein klassischer Frontmann, der von einem Bühnenende zum anderen gehastet ist, sondern er war auch bei Konzerten eher ruhig, aber hatte trotzdem eine enorme Präsenz, die die Fans begeistert hat.Shownotes
Ein zeitgenössischer Spiegel Artikel zu RioDas Rio Reiser ArchivRio Reiser bei YoutubeRio Reiser bei SWR KulturMon, 10 Jul 2023 - 28min
Podcasts similares a Meilensteine Special: Open Air – 50 Jahre Loreley
Alles Geschichte - Der History-Podcast ARD
BR24 Thema des Tages Bayerischer Rundfunk
Im Einsatz - BILD True-Crime Podcast BILD
Alles gesagt? DIE ZEIT
Was jetzt? DIE ZEIT
F.A.Z. Podcast für Deutschland Frankfurter Allgemeine Zeitung
Geliebte auf Zeit – der Sex-Podcast Lenia Soley und Luisa
Wertewesten Mark Reicher, Torsten Heinrich
Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg Mitteldeutscher Rundfunk
eat.READ.sleep. Bücher für dich NDR
Streitkräfte und Strategien NDR
RONZHEIMER. Paul Ronzheimer
Geschichten aus der Geschichte Richard Hemmer und Daniel Meßner
Verbrechen von nebenan: True Crime aus der Nachbarschaft RTL+ / Philipp Fleiter
stern Crime - Spurensuche RTL+ / Stern.de GmbH
Sternstunde Philosophie Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
Das Wissen | SWR SWR
Bundestalk - Der Politik-Podcast der taz taz
WDR Zeitzeichen WDR
Militär & Macht - die Analyse von ZDFheute live ZDF - ZDFheute live
Otros podcasts de Sociedad y Cultura
Lanz + Precht ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht
Verbrechen DIE ZEIT
Mordlust Paulina Krasa & Laura Wohlers
Machtwechsel Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander
Aktenzeichen XY… Unvergessene Verbrechen ZDF - Aktenzeichen XY
Julia Leischik: Spurlos Julia Leischik, Sylvia Lutz
Gemischtes Hack Felix Lobrecht & Tommi Schmitt
Gysi gegen Guttenberg – Der Deutschland Podcast Open Minds Media, Karl-Theodor zu Guttenberg & Gregor Gysi
{ungeskriptet} - Der Meinungsfreiheit verpflichtet. Ben Berndt
Hotel Matze Matze Hielscher & Mit Vergnügen
Эхо Москвы Feed Master by Umputun
Nightlounge bigFM
Bratwurst und Baklava - mit Özcan Cosar und Bastian Bielendorfer RTL+ / Bastian Bielendorfer, Özcan Cosar
Baywatch Berlin Klaas Heufer-Umlauf, Thomas Schmitt, Jakob Lundt & Studio Bummens
Einschlafen mit Biografien Schønlein Media
Lage der Nation - der Politik-Podcast aus Berlin Philip Banse & Ulf Buermeyer
C dans l'air France Télévisions
Vatikangeflüster - Der Andreas Englisch Podcast - auch für Atheisten Andreas Englisch und Heike Kleen
Sternengeschichten Florian Freistetter
Märchen-Hörspiele Christian Peitz
