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Meilensteine Special: Open Air – 50 Jahre Loreley

Meilensteine Special: Open Air – 50 Jahre Loreley

SWR1 Rheinland-Pfalz

Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor. Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge. Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten. Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.

655 - Lynyrd Skynyrd – "One More From The Road"
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  • 655 - Lynyrd Skynyrd – "One More From The Road"

    Am 13. September 1976 erschien "One More From The Road" als Doppel-Livealbum. Bereits Ende desselben Jahres erreichte es in den USA seine erste Platin-Auszeichnung. Bis 1987 verkaufte es sich mehr als 1,5 Millionen Mal. Das Album zeigt Lynyrd Skynyrd auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs und ist gleichzeitig das Vermächtnis der ursprünglichen Besetzung rund um Sänger Ronnie Van Zant. Nur ein Jahr später kamen er, Gitarrist Steve Gaines und dessen Schwester Cassie Gaines bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Cassie Gaines ist auf "One More From The Road" als Background-Sängerin zu hören.

    Lynyrd Skynyrd: Vom kleinen Plattendeal zum großen Erfolg

    Die Geschichte von Lynyrd Skynyrd begann bereits Mitte der 1960er-Jahre in Jacksonville, Florida. Nach einigen Jahren als lokale Band sammelten sie 1971 erste richtige Studioerfahrungen, bevor sie 1973 von Produzent Al Kooper unter Vertrag genommen wurden. Der Plattenvertrag brachte ihnen einen Vorschuss von gerade einmal 9.000 Dollar ein. Mangels anderer Angebote nahm die Band den Deal trotzdem an. Den bescheidenen Plattendeal verarbeitete die Band später im Song "Workin’ For MCA". Auf "One More From The Road" eröffnet der Song das Livealbum.

    "Sweet Home Alabama": Ein kontroverser Hit

    "Sweet Home Alabama" erschien bereits 1974 auf "Second Helping" und wurde zu einem der größten Hits von Lynyrd Skynyrd. Allein das markante Gitarrenriff zu Beginn hat einen enormen Wiedererkennungswert. Der Text des Songs sorgt allerdings bis heute für Diskussionen. "Sweet Home Alabama" entstand unter anderem als Antwort auf Neil Youngs Songs "Southern Man" und "Alabama". In diesen kritisierte Young den Rassismus und das Erbe der Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten. Lynyrd Skynyrd empfanden Youngs Darstellung als zu pauschal und wollten sich dagegen wehren, alle Menschen aus dem Süden über einen Kamm zu scheren. Kontrovers diskutiert wird vor allem eine Textstelle über Alabamas damaligen Gouverneur George Wallace, einen entschiedenen Verfechter der Rassentrennung. Lynyrd Skynyrd distanzierten sich jedoch von dessen rassistischer Politik. Direkt nach der Erwähnung des Gouverneurs sind im Song beispielsweise ablehnende "Boo"-Rufe zu hören. Trotzdem wird die politische Aussage von "Sweet Home Alabama" bis heute unterschiedlich interpretiert.

    "Free Bird" live auf "One More From The Road"

    "Free Bird", das Liebeslied über das Verlassenwerden, ist bis heute eine der größten Rock-Hymnen. Kaum ein anderer Song steht so sehr für Freiheit und Rebellion wie der Lynyrd Skynyrd Hit aus dem Jahr 1974.
    (Das ist) eine der großen Rockhymnen. [...] Bringt alles auf den Punkt, worum es in Rockmusik eigentlich geht.

    Quelle: Meilensteine-Gast Marc Hofmann über "Free Bird"

    Auf dem Livealbum "One More From The Road" ist "Free Bird" mit einem ikonischen Moment verbunden: Bevor die Band loslegt, fragt Sänger Ronnie Van Zant das Publikum, welchen Song sie hören wollen. Die Antwort kommt lautstark: "Free Bird!". Dieser Moment entwickelte sich daraufhin zu einem echten Running Gag bei Konzerten.

    "One More From The Road" ist wie ein Konzertbesuch

    "One More From The Road" zeigt, wie mitreißend und voller Energie ein gut produziertes Livealbum sein kann. Es bringt das Gefühl, live dabei zu sein, zu den Fans nach Hause. Zusätzlich lässt es erahnen, wie die Stimmung bei den drei Konzerten im Juli 1976 im Fox Theatre in Atlanta gewesen sein musste, bei denen die Aufnahmen für das Album entstanden.
    Sie wollen den Leuten nochmal zeigen, wo ihr Kerngeschäft liegt, nämlich, eine mitreißende Live-Band zu sein.

    Quelle: Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig über Lynyrd Skynyrd

    Shownotes

    "Sweet Home Alabama" Live 1976 in KnebworthFür Gitarristen, die etwas über das "Free Bird" Solo lernen wollenDoku über Lynyrd SkynyrdHintergrundinformationen zu "One More From The Road" von Cameron CroweSWR Regiotour 2026: ARD-Musikpodcast "Meilensteine – Alben, die Geschichte machten"ARD-Podcast-Tipp: "Amerika, wir müssen reden!"

    Über diese Songs vom Album "One More From The Road" sprechen wir im Podcast

    (11:03) – "Workin' For MCA"(18:32) – "Saturday Night Special"(23:45) – "Whiskey Rock-a-Roller"(31:32) – "Sweet Home Alabama"(44:13) – "T For Texas"(47:30) – "Crossroads"(49:03) – "Call Me The Breeze"(50:23) – "Free Bird" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (35:00) – "Southern Man" von Neil Young(43:20) – "Blue Yodel No 1 (T For Texas)" von Jimmie Rodgers(46:35) – "Crossroad Blues" von Robert Johnson(48:28) – "Call Me The Breeze" von J.J. Cale
    Sun, 6 Sep 2026 - 1h 11min
  • 654 - R.E.M. – "New Adventures In Hi-Fi"

    Wie R.E.M. "New Adventures In Hi-Fi" auf Tour entwickelten

    Entstanden ist ein vielseitiges Rockalbum, das R.E.M. mitten auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zeigt. Die US-amerikanische Band um Michael Stipe, Bill Berry, Peter Buck und Mike Mills hatte kurz zuvor einen neuen Plattenvertrag abgeschlossen, der ihr für die nächsten fünf Alben rund 80 Millionen Dollar einbringen sollte. Das war eine Risikoinvestition, aber nach vorherigen Erfolgsalben wie "Out Of Time" (1991) mit dem Megahit "Losing My Religion” oder dem Album "Monster" (1994) gehörten R.E.M. zu den größten Rockbands der Welt. Die Band war also in einer komfortablen Position und nutzte diese Freiheit, ohne sich dem Massengeschmack anzupassen. Auch auf "New Adventures In Hi-Fi" finden sich außergewöhnliche Songs, die nicht unbedingt nach den Regeln des Musikmarkts funktionieren. Viele davon entstanden bereits unterwegs während ihrer großen "Monster"-Tour.
    Ich denke, dass das Album alle Stärken der Band vereint. Für mich ist es sowas wie eine Synthese aus den Vorgänger-Alben.

    Quelle: Meilensteine-Gast Stefan Pitterling über "New Adventures In Hi-Fi"

    Michael Stipe und die kryptischen Songtexte von R.E.M.

    Zu den Besonderheiten von R.E.M. gehören die Songtexte von Sänger und Songschreiber Michael Stipe, auf die er sehr großen Wert legt. Er hat mal erzählt, dass er immer ein kleines Buch bei sich trägt, in dem er einzelne Wörter sammelt und sich sogar selbst welche ausdenkt. In seinen Songs erzählt Stipe meistens keine zusammenhängende Geschichte. Stattdessen setzt er einzelne Gedanken zusammen. Wie Pinselstriche auf einem Gemälde ergeben sie erst nach und nach ein Gesamtbild.

    "E-Bow the Letter": R.E.M. treffen auf Patti Smith

    "E-Bow The Letter" war die erste Singleauskopplung von "New Adventures in Hi-Fi". Die Backing Vocals wurden von Patti Smith, der "Godmother of Punk", beigesteuert. Smith war immer ein Idol und eine wichtige Inspirationsquelle für R.E.M. Der Titel des Songs setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Ein E-Bow ist ein kleines Hilfsmittel für E-Gitarren. R.E.M.-Gitarrist Peter Buck setzt ihn auch in dem Song für seine speziellen Riffs ein. "The Letter" wiederum verweist auf einen Brief, den Michael Stipe an seinen Freund River Phoenix schrieb. Der Schauspieler war 1993 im Alter von nur 23 Jahren gestorben. Stipe schickte den Brief nie ab, griff Gedanken daraus aber später für den Songtext auf. Gemeinsam mit Patti Smith entstand daraus einer der eindringlichsten Songs des Albums.

    R.E.M. sorgen mit "Leave" für innere Unruhe

    Ein weiterer eindringlicher Song ist "Leave". Er ist sieben Minuten lang und beginnt zunächst ganz ruhig. Doch dann setzt plötzlich eine beängstigend kreischende Sirene ein, die sich fast durch den gesamten Song zieht. Sie stammt nicht etwa aus einem Sample, sondern wurde mit einem Synthesizer erzeugt und über einen Schieberegler von Hand eingespielt. Wie der Titel und die Atmosphäre schon verraten, geht es in "Leave" um Aufbruch, Loslassen und den Übergang zu etwas Neuem. Die schrillen Alarmtöne verstärken dabei das Gefühl von innerer Unruhe und kreisenden Gedanken.

    "New Adventures In Hi-Fi": R.E.M. bleiben sich treu

    "New Adventures In Hi-Fi" blieb in den USA zwar etwas hinter dem Erfolg des Vorgängers "Monster" zurück, stürmte in Europa aber an die Spitze der Albumcharts. Trotz des enormen Erfolgs und eines millionenschweren Plattenvertrags bewahrte sich die Band ihre künstlerische Freiheit. R.E.M. machten weiterhin authentische und eigenwillige Musik - so wie sie es wollten. Darauf konnten sich die Fans auch bei "New Adventures in Hi-Fi" verlassen.
    Für mich fängt dieses Album die Seele von Musik ein, nämlich den Moment.

    Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "New Adventures In Hi-Fi"

    Shownotes

    Der ARP ODYSSEY Synthesizer, mit dem die Sirene in "Leave" gestaltet wurdeVideo zu "E-Bow The Letter"Pittis Popcast, der Podcast unseres Gastes Stefan (Pitti) PitterlingArtikel zum 25. Jubiläum von "New Adventures In Hi-Fi" auf "The Circle"Buchtipp: "R.E.M. – Life And How To Live It”Meilensteine On Tour bei der SWR Regiotour 2026ARD-Podcast-Tipp: "Philipps Playlist"

    Über diese Songs vom Album "New Adventures In Hi-Fi" sprechen wir im Podcast:

    (11:45) – "Zither"(17:44) – "How The West Was Won And Where It Got Us"(32:44) – "E-Bow The Letter"(48:35) – "Leave"(01:04:45) – "Be Mine"(01:09:45) – "Electrolite"

    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast

    (07:09) – "The One I Love" von R.E.M.(07:31) – "It’s The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine) von R.E.M.(08:08) – "Losing My Religion" von R.E.M.(08:27) – "Shiny Happy People" von R.E.M.(08:46) – "Drive" von R.E.M.(08:56) – "Man On The Moon" von R.E.M.(09:09) – "Everybody Hurts" von R.E.M.(20:27) – "Man With A Harmonica" von Ennio Morricone(22:14) – "Thelonious" von Thelonious Monk (23:20) – "Aladdin Sane" von David Bowie(54:50) – "Ionisation" von Edgar Varese(56:20) – "House Burning Down" von Jimi Hendrix(56:39) – "War Pigs" von lack Sabbath(57:06) – "Blockbuster" von The Sweet(57:49) – "Rebel Without A Pause" von Public Enemy
    Mon, 31 Aug 2026 - 1h 17min
  • 653 - Paul Simon – "Graceland"

    In den 80ern haben sich einige Musiker für die Menschen in Afrika und gegen die Apartheidpolitik dort eingesetzt. Das bekannteste Projekt davon dürfte wohl das weltweit ausgestrahlte Live-Aid-Konzert gewesen sein, das die beiden Musiker Bob Geldof und Midge Ure initiiert haben. Paul Simon hat sein Album "Graceland" zusammen mit afrikanischen Musikern aufgenommen – unter anderem in Johannesburg.

    Für "Graceland" wird Paul Simon teils stark kritisiert

    "Graceland" gilt als Meisterwerk der Fusion von südafrikanischer Straßenmusik mit westlicher Popmusik. Schwarze und weiße Musiker bringen ihr Können, ihre Inspiration, ihre musikalische Sozialisation ein und daraus entsteht ein ganz neuer Sound", sagt Meilensteine-Host Frank König. Neben der reinen Musik wird "Graceland" aber auch kritisiert, weil die Menschen dort eben nicht frei gewesen sind, sondern durch das Apartheidsregime massiv unterdrückt worden sind. Die Vereinten Nationen riefen zum Kulturboykott auf, der besagte, dass niemand mit den Künstlerinnen und Künstlern eines Staates zusammenarbeiten sollte, der die Mehrheit seiner Bevölkerung aus rassistischen Gründen unterdrückt. Ob die gemeinsame, gleichberechtigte Zusammenarbeit ein Statement gegen Rassismus ist, wenn Musiker unterschiedlicher Herkunft gemeinsam etwas Berührendes schaffen, oder ob es kulturelle Aneignung ist, auch darüber wurde öffentlich gestritten. Paul Simon selbst hat sein Album und die Arbeit mit den südafrikanischen Musikern so betrachtet, dass er den dort arbeitenden Musikern helfen und sie unterstützen wollte, erklärt Benjamin Brendebach im Podcast zu "Graceland".
    Es ist schon problematisch, denn er sammelt hier Kulturgut ein. Er beutet es nicht aus, […] aber er sammelt es ein, um es nachher für sich zu gebrauchen.

    Quelle: Stephan Fahrig, SWR1-Musikredakteur über Paul Simon und "Graceland"

    Der politische Diskurs sei hier somit erwähnt worden. Wir sprechen im Podcast über die Musik von "Graceland" und die ist einfach nur schön und berührend.
    Für mich eines der schönsten Alben meines Lebens!

    Quelle: Meilensteine-Host Frank König über "Graceland"

    Vor "Graceland" brauchte Paul Simon eine Veränderung

    Bevor Paul Simon sich an die Arbeit zum Album "Graceland" gemacht hat, ist er bereits längst ein erfolgreicher und weltbekannter Popstar gewesen – nicht nur durch seine Arbeiten mit Art Garfunkel. Aber sein letztes Album vor "Graceland" war kein großer kommerzieller Erfolg geworden, die Zusammenarbeit mit der Plattenfirma war ihm ein Dorn im Auge, und auch privat kriselte es. Dann soll ihm eine Kassette in die Hände gefallen sein, mit Akkordeonmusik und Rhythmen, die ihn zu dieser Musik inspiriert hat. Allerdings ist die Existenz dieser Kassette nicht offiziell belegt, erklärt Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast. Daraufhin ist Paul Simon nach Johannesburg geflogen, hat sich viele verschiedene Musiker aus der Region zusammengesucht, mit ihnen gejammt und schlussendlich in den "Ovation Studios" Songs aufgenommen. In der Dokumentation "Under African Skies" sieht man immer wieder, wie Paul Simon selbst sehr beeindruckt ist von der Musik und dem Können der Musiker, erklärt Stephan Fahrig im Podcast.

    Der Aufnahmeprozess von "Graceland" ist etwas Besonderes

    Die Songs für "Graceland" sind auf eine nicht ganz typische Weise entstanden. Paul Simon hat sich die Musiker ins Studio geholt und ganz viel mit ihnen gejammt, also im Grunde genommen einfach darauf losgespielt – gleichberechtigt und auf Augenhöhe, wie Benjamin Brendebach im Podcast erklärt. Und auch wenn die Kommunikation nicht immer einfach gewesen ist, weil es zwischen den Musikern sprachliche Barrieren gegeben hat, haben sie sich eben über die Musik gut verstanden. So gut, dass die Aufnahmesessions teilweise richtige "Happenings" geworden sind. Oft haben die Musiker dann sogar ihre Familien und ihre Kinder zu den Sessions mitgebracht. Dabei sind meistens keine fertigen Songs entstanden, sondern tatsächlich nur einzelne verschiedene Songteile – davon aber eben unheimlich viele. Mit diesen Songteilen ist Paul Simon dann in unterschiedliche Studios gegangen und hat diese unzusammenhängenden Teile zu fertigen Songs sozusagen "zusammengepuzzelt".

    Paul Simon und Chevy Chase – Das Musikvideo zu "You Can Call Me Al” wird zum Hit

    Einer der großen Hits des Albums ist neben dem Titelsong auch der Song "You Can Call Me Al". Der Song war vor allem beim Musiksender MTV ein großer Hit, wegen des durchaus unterhaltsamen Musikvideos mit Hollywoodstar Chevy Chase.
    Dieses Musikvideo hat (...) dem Album einen riesen Push gegeben!

    Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über "You Can Call Me Al"

    Darum ist "Graceland" von Paul Simon ein Meilenstein

    Für SWR1-Musikredakteur Benjamin Brendebach ist "Graceland" ein Album, auf dem kein schlechter Song zu finden ist, und ein Album, das Paul Simon auf dem Höhepunkt seines Schaffens zeigt.
    Das Album präsentiert Paul Simon (...) in seiner Bestform, mit allem was er kann: Er kann grooven, er hat eine wunderbare Stimme und das Ganze wird dann verbunden mit diesen typischen Melodien, die er auch schon bei Simon & Garfunkel geliefert hat!

    Quelle: Benjamin Brendebach über die Qualität von "Graceland"

    Shownotes

    "Paul Simon – The Story of Graceland"Das legendäre Video zu "You Can Call Me Al"Die Hommage von George EzraDer Film zum Album "Under African Skies"Interview mit Paul Simon im Spiegel zu 25 Jahre GracelandAnmeldung für die Liveshow der Meilensteine am 24.09. in SinsheimARD-Podcast-Tipp: "Kontinental-Platten – Podcast für Weltmusik und globale Sounds"

    Über diese Songs vom Album "Graceland" sprechen wir im Podcast

    (15:47) – "The Boy In The Bubble"(33:26) – "Graceland”(47:40) – "Homeless”(52:16) – "Diamonds On The Soles Of Her Shoes”(55:43) – "You Can Call Me Al”

    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast

    (01:01) – "Biko" von Peter Gabriel(01:59) – "In Your Eyes" von Peter Gabriel und Youssou N’Dour(02:47) – "Double Dutch" von Malcolm McLaren(07:13) – "Hearts And Bones” von Paul Simon(43:15) – "Folsom Prison Blues” von Johnny Cash
    Mon, 24 Aug 2026 - 1h 09min
  • 652 - Madonna – "True Blue"

    Mit "True Blue" übernimmt Madonna die Kontrolle

    Das Besondere an "True Blue" ist, dass Madonna erstmals als Co-Autorin und Co-Produzentin an einem ihrer Alben beteiligt war und damit mehr Einfluss auf ihre Musik nahm als zuvor. Das Ergebnis ist eine Platte, die sich nicht nur mit Liebe, Romantik und Ehe beschäftigt, sondern auch mit ernsteren Themen wie den Traumata ihrer Kindheit und der Kritik an patriarchalen und konservativen Strukturen. Mit "True Blue" entwickelte sich Madonna so zu einer ernstzunehmenden Künstlerin und erreichte gleichzeitig ein breiteres und reiferes Publikum.
    Madonna wird auf dem Album von der Pop-Prinzessin zur Pop-Königin.

    Quelle: Musikredakteurin Katharina Heinius über "True Blue"

    Madonna rebelliert gegen Autoritäten

    Madonna wurde am 16. August 1958 in Bay City im US-Bundesstaat Michigan geboren und wuchs in einem streng katholischen und konservativen Elternhaus auf. Als sie fünf Jahre alt war, starb ihre Mutter. Ihr Vater vertrat konservative und patriarchale Ansichten und war nicht begeistert von Madonnas späterem Lebensstil und ihrer Karriere. Diese Erfahrungen und Konflikte finden sich auch auf "True Blue" wieder. Der Album-Opener und Welthit "Papa Don’t Preach" handelt vom Widerstand gegen männliche Autoritäten, die sich sowohl im Vater als auch in der katholischen Kirche zeigen. Im Song erzählt Madonna aus der Perspektive einer schwangeren Jugendlichen, die sich mit der Frage auseinandersetzt, ob sie ihr Kind bekommen soll.

    "Live To Tell" zeigt Madonnas ernste Seite

    Auch "Live To Tell" schlägt ernstere Töne an. Der Song handelt von Betrug, Misstrauen und Trauma sowie von einem Geheimnis, das die Erzählerin nicht länger für sich behalten kann. Immer wieder wurde "Live To Tell" autobiografisch gelesen und mit Madonnas eigenen Kindheitserfahrungen in Verbindung gebracht. Auch musikalisch hebt sich die Ballade durch ihre komplexe Komposition und die zurückhaltende, düstere Atmosphäre hervor. Von Kritikern wurde sie als eine von Madonnas stärksten Balladen gelobt. Jahre später sorgte "Live To Tell" auch abseits des Albums für Aufsehen. Während ihrer "Confessions Tour" sang Madonna 2006 den Song mit einer Dornenkrone auf dem Kopf und an einem verspiegelten Kreuz hängend. Im Hintergrund erschienen Zahlen zu Kindern in Afrika, die von AIDS betroffen waren. Die Inszenierung löste heftige Kritik von Kirchenvertretern aus und beschäftigte in Deutschland sogar die Staatsanwaltschaft. Madonna verteidigte den Auftritt und erklärte, sie habe damit auf das Schicksal von Kindern in Afrika aufmerksam machen wollen, die an AIDS leiden.

    Provokation als Teil von Madonnas Karriere

    Die Kontroverse um "Live to Tell" ist nur ein Beispiel für die Provokationen, die Madonnas Karriere bis heute begleiten. Immer wieder überschreitet sie bewusst gesellschaftliche und religiöse Grenzen und muss sich dafür rechtfertigen. Auffällig ist dabei, dass ihre Provokationen häufig anders bewertet werden als vergleichbare Grenzüberschreitungen männlicher Künstler. Als Frau musste Madonna immer wieder stärker um ihre künstlerische Freiheit und darum kämpfen, selbst zu bestimmen, wie sie ihren Körper, ihre Sexualität und ihre Kunst inszeniert.
    Für mich war Madonna immer eine sehr selbstbestimmte Frau, die einfach auch mal sagt: 'Hallo, so kann's auch gehen'.

    Quelle: Musikredakteurin Katharina Heinius über Madonna

    "True Blue" ist eine Liebeserklärung

    Romantik und Liebe kommen auf "True Blue" aber auch nicht zu kurz. Der gleichnamige Titelsong ist Madonnas damaligem Ehemann, dem Schauspieler Sean Penn, gewidmet. Der unbeschwerte, fröhliche Popsong greift Elemente der Girlgroup-Musik der 1950er- und 1960er-Jahre auf und erinnert an Gruppen wie die Ronettes oder an den Sound von "Grease". Mit "True Blue" ließ Madonna den Bubblegum-Pop ihrer Anfangsjahre hinter sich und zeigte mehr Selbstbewusstsein als Sängerin, Songwriterin und Produzentin. Das Album machte deutlich, dass Madonna längst mehr war als nur ein Popstar. Sie inszenierte sich als selbstbestimmte Künstlerin, die selbst festlegt, wie sie klingen, aussehen und wahrgenommen werden will. "True Blue" zeigt damit das Gesamtkunstwerk Madonna, wie wir es bis heute kennen.

    Über diese Songs vom Album "True Blue" sprechen wir im Podcast

    (14:12) – "Papa Don’t Preach"(27:08) – "Open Your Heart"(37:50) – "Live To Tell"(56:25) – "True Blue"(01:02:20) – "La Isla Bonita"

    Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast

    (18:43) – "Die vier Jahreszeiten – Der Winter" von Antonio Vivaldi (19:00) – "Concerto Grosso Op.6 Nr. 1 G-Dur" von Georg Friedrich Händel(19:27) – "God Only Knows" von den Beach Boys(19:46) – "Eleanor Rigby" von den Beatles(19:54) – "Cloudbusting" von Kate Bush(28:41) – "Girls Just Want to Have Fun" von Cyndi Lauper(29:35) – "I Feel Love" von Donna Summer(59:10) – "Beauty School Dropout" von Frankie Avalon aus Grease(01:00:50) – "Be My Baby" von den Ronettes(01:01:45) – "Chapel Of Love" von den Dixie Cups(01:06:05) – "Who's That Girl" von Madonna(01:06:32) – "Alejandro" von Lady Gaga

    Shownotes

    Website von Herb Ritts, dem Fotografen des Cover ArtworksWebsite von der Firma SMOG, in der die Grafikerin Jeri Heiden arbeitet, die für die Gestaltung des Artworks zuständig warInterview mit Margot Käßmann in der WELT zur Confessions Tour 2006"Live To Tell" bei der Confessions Tour. Der Skandal im Video"Open Your Heart" im Video"Papa Don’t Preach" im VideoARD-Podcast-Tipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast
    Mon, 17 Aug 2026 - 1h 10min
  • 651 - Bon Jovi – "Slippery When Wet"

    Bevor die Band 1986 mit "Slippery When Wet" und den Hits des Albums "Livin‘ On A Prayer", "Wanted Dead Or Alive" und "You Give Love A Bad Name" ihr erfolgreichstes Album veröffentlichte, war ihr Plattenlabel nicht gut auf die Band zu sprechen. Nach einem ersten Achtungserfolg mit ihrer Single "Runaway" und dem dazugehörigen Debütalbum hatte man große Hoffnungen in Jon Bon Jovi und die Gruppe gesetzt.

    "Slippery When Wet" ist das wichtigste Album für Bon Jovi

    Das zweite Album "7800° Fahrenheit" blieb bei der Veröffentlichung jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Für die Band hieß es bei Album Nummer drei also: "Make it or break it". Derek Shulman, der später zu einem der wichtigsten A&R-Manager der Rockgeschichte werden sollte, hatte der Band geraten, sich mit dem Songwriter Desmond Child zusammenzutun. Dieser damals noch junge Mann sollte zu einem sehr bedeutenden Songwriter in der Rockgeschichte werden. (Später arbeitete er mit Künstlern wie Aerosmith, Kiss, Jennifer Rush, INXS, Katy Perry und auch mit der deutschen Band Tokio Hotel zusammen.)

    Für "Slippery When Wet" bekommen Bon Jovi Unterstützung

    Jon Bon Jovi, Gitarrist Richie Sambora und Songwriter Desmond Child setzten sich im Keller der Familie Sambora in der Heimatstadt von Bon Jovi, New Jersey, zusammen und schrieben während ihrer Sessions mehr als dreißig Songs für "Slippery When Wet". Dabei entstanden auch Songs wie "Livin‘ On A Prayer" und "You Give Love A Bad Name".
    "Slippery When Wet" ist meiner Meinung nach wirklich das ultimative Hair-Metal-Album der 80er!

    Quelle: Musikredakteur Dave Jörg über "Slippery When Wet" von Bon Jovi

    Besonders bemerkenswert ist die Arbeit von Gitarrist Richie Sambora, der sich mit dem Album sehr stark weiterentwickelt und seinen Stil gefestigt hat. 
    Sie haben ihren Sweet Spot gefunden zwischen Hair-Metal und Stadionrock!

    Quelle: Musikredakteur Patrick Schütz über "Slippery When Wet" und Bon Jovi

    Richie Sambora findet auf "Slippery When Wet" seinen Stil für Bon Jovi

    Während die 80er-Jahre viele große Gitarrenhelden wie Eddie Van Halen, Yngwie Malmsteen oder Gary Moore hervorgebracht haben, die vor allem sich selbst und ihre technische Virtuosität in den Vordergrund stellten, hatte Sambora einen anderen Ansatz. Seine Gitarrenparts sollten vor allem den Song unterstützen und "eine Art Geschichte" erzählen. Deshalb sind seine Soli, wie zum Beispiel beim Song "You Give Love A Bad Name", dramaturgisch aufgebaut und folgen fast schon dem Prinzip eines Hollywoodfilms – Exposition und Einstieg, Konflikt und Höhepunkt sowie Auflösung.

    Auf "Slippery When Wet" beginnt Sambora, seine Gitarre "singen" zu lassen

    Außerdem spielt Sambora, seine Gitarre nicht einfach nur, sondern lässt sie auf viele verschiedene Arten "singen". Dies gelingt ihm durch den Einsatz unterschiedlicher Spieltechniken wie Pinch Harmonics, Bendings, Oktavierungen und Vibrato – letzteres kennen wir zum Beispiel auch aus den Arien in der Oper – sowie durch den Einsatz eines Gitarreneffekts, der Talkbox. Hierbei läuft das Gitarrensignal in die Talkbox ein und wird über einen Schlauch im Mund des Gitarristen geleitet, der den Sound durch die Artikulation von Vokalen moduliert. Dieser Effekt wurde mit "Slippery When Wet" zum Erkennungsmerkmal von Bon Jovi. Richie Sambora hat ihn immer wieder eingesetzt, zum Beispiel bei den Songs "Livin‘ On A Prayer" oder dem späteren Hit der Band "It’s My Life".

    "Slippery When Wet" definiert die Karriere von Bon Jovi

    Mit "Slippery When Wet" haben Bon Jovi ihren Platz in der Musiklandschaft gefunden. Sie konnten sich von härteren Bands abgrenzen und haben sich mehr in Richtung Stadionrock entwickelt.
    Bon Jovi haben mit diesem Album nicht nur ihre eigene Karriere gerettet, sondern sie sind auf der Platte da angekommen, wo sie hinwollten.

    Quelle: Patrick Schütz über "Slippery When Wet" von Bon Jovi

    Außerdem haben sie ihren eigenen, unverwechselbaren Sound geschaffen, für den Millionen Fans auf der Welt sie lieben. Ihre Musik wurde noch klarer und ausgereifter als auf ihren Vorgängeralben. Über diese Songs vom Album "Slippery When Wet" sprechen wir im Podcast (11:33) – "You Give Love A Bad Name”(27:53 ) – "Livin’ On A Prayer”(40:03) – "Social Disease”(44:54 ) – "Wanted Dead Or Alive”(52:30) – "Never Say Goodbye” Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (14:02) – "If You Were A Woman And I Was A Man” von Bonnie Tyler (32:38) – "Goldfinger” von John Barry(43:34) – "Dancing In The Dark” von Bruce Springsteen Shownotes Interview mit Cover-Photograph Mark WeissRick Beato zu "Livin' On A Prayer"Peter Frampton erklärt die Talk BoxSo funktioniert die TalkboxMusikvideo zu "Livin On A Prayer"Musikvideo zu "You Give Love A Bad Name"Bon Jovis Auftritt bei den VMA's 1989ARD-Podcast-Tipp: Berlin Sounds Inside (Staffel 3)
    Mon, 10 Aug 2026 - 59min
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