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- 272 - Z00268 Keine Erklärung, keine Bedeutung - und dadurch grenzenlos frei. (Pfingst-Sesshin 24.05.2026)
Im Teisho zum Koan Mians »wahre Bedeutung« aus dem Shumon Kattoshu (Fall 22-2) geht es um das unmittelbare So-Sein der Wirklichkeit. Ausgangspunkt ist die Geschichte von Meister Tokusan, der mit seinen Essschalen zum Speisesaal geht, obwohl das Signal zum Essen noch gar nicht ertönt ist. Als der Koch ihn darauf hinweist, dass die Glocke noch nicht geschlagen hat, reagiert Tokusan weder mit Rechtfertigung noch mit Diskussion, sondern dreht sich einfach um und geht zurück. Ein Mönch fragt später nach der Bedeutung dieses Verhaltens, doch der Meister Mian Xianjie antwortet schlicht: »Keine Bedeutung.« Tokusan folgt unmittelbar dem So-Sein der Situation, ohne inneren Widerstand und ohne sich in Erklärungen zu verlieren. Dieses Verhalten steht im Gegensatz zur weit verbreiteten Neigung, hinter allem einen besonderen Sinn oder eine Erklärung zu suchen. Die Zen-Praxis verweist auf eine Wirklichkeit, die keiner zusätzlichen Erklärung bedarf. Es gilt, diese zunehmend zu verkörpern und dadurch ihre beiden Pole zu verbinden: das grenzenlose, unfassbare Wesen der Leerheit und das konkrete So-Sein jedes Augenblicks. Leiden entsteht vor allem dort, wo Menschen gegen die Wirklichkeit kämpfen. Wenn wir sagen »Es sollte anders sein«, geraten wir in Widerstand zum Leben. Wirkliche Freiheit entsteht im tiefen Annehmen dessen, was ist – auch von Schmerz, Verlust, Krankheit und Vergänglichkeit. Christoph Rei Ho Hatlapa betont, dass es dabei nicht um oberflächlichen Optimismus geht, sondern um die Bereitschaft, auch schwierige Erfahrungen in das Ganze des Lebens aufzunehmen und ihnen geborgen im Raum des So-Seins zu begegnen. Frieden entsteht nicht durch das Erzwingen bestimmter Zustände, sondern durch die Rückkehr in die eigene Mitte und das Einverständnis mit dem Fluss des Lebens. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 03 Oct 2026 - 25min - 271 - Z00267 Wie frei kann ein Mensch werden, obwohl er in Bedingungen und Zusammenhänge eingebunden bleibt? (Pfingst-Sesshin 23.05.2026)
Das berühmte Koan »Hyakujōs Fuchs« aus dem Mumonkan führt mitten hinein in diese zentrale Frage. Ausgangspunkt ist die Geschichte eines alten Mönchs, der auf die Frage, ob ein erleuchteter Mensch dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterliege, antwortet: »Nein, er fällt nicht darunter.« Für diese Antwort muss er 500 Leben als Fuchs erdulden, bis er schließlich durch Hyakujōs Antwort »Er missachtet die Kausalität nicht« befreit wird. Einerseits können wir durch die Zen-Praxis unser Denken verändern, alte Muster durchschauen und dadurch Handlungsspielräume gewinnen, die vorher verborgen waren. Wer etwa Feindbilder überwindet und Mitgefühl entwickelt, verändert die Qualität seiner Beziehungen und damit die Wirklichkeit. In diesem Sinne fällt der Erwachte nicht vollständig unter das Joch der Kausalität, da er nicht mehr blind von seinen Gedanken und Reaktionen bestimmt wird. Zugleich war die ursprüngliche Antwort des alten Mönchs unvollständig und verhängnisvoll. Denn auch ein erleuchteter Mensch bleibt Teil der Bedingungen des Lebens. Krankheit, Vergänglichkeit, Gewalt und Tod können nicht einfach aufgehoben werden. Spirituelle Freiheit bedeutet also weder Allmacht noch Unverletzlichkeit, sondern ein bewusstes, mitfühlendes und geistesgegenwärtiges Leben innerhalb dieser Bedingungen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 19 Sep 2026 - 48min - 270 - Z00266 Dies ist Myōhō. (Sesshin 22.05.2026)
Was geschieht, wenn wir vom Gipfel spiritueller Erfahrung wieder ins gewöhnliche Leben zurückkehren? Anhand von Koan 23 aus dem Hekiganroku geht Christoph Rei Ho Hatlapa der Frage nach, wie sich die Erfahrung des Absoluten im Alltag verwirklichen kann. Ausgangspunkt ist die Geschichte von Hofuku und Chōkei, die über den heiligen Berg Myōhō sprechen, der für das absolute Samadhi steht – die Erfahrung von Grenzenlosigkeit und Einheit. Die eigentliche Erkenntnis geschieht jedoch nicht auf dem Gipfel selbst, sondern erst nach dem Abstieg zurück in die Welt des Handelns und der Beziehungen. Zen bedeutet demnach nicht, sich im Absoluten zu verlieren, sondern die Erfahrung der Einheit in das alltägliche Leben hineinzutragen. Was uns daran hindert, die Wirklichkeit unmittelbar zu erleben, sind unsere Gedanken, Urteile und Erwartungen, in denen wir gefangen sind. Diese geistigen Muster erzeugen Leiden. Wir wünschen uns, dass Menschen anders wären, dass die Welt anders wäre oder dass wir selbst anders sein müssten. Dadurch verlieren wir den Kontakt zum So-Sein der Wirklichkeit – zu dem, was einfach ist. Zen-Praxis bedeutet deshalb auch, diese alten Muster zu erkennen und allmählich loszulassen, um freier, spielerischer und unmittelbarer leben zu können. Wenn es uns gelingt, unsere gedanklichen Blasen allmählich zu verlassen, erkennen wir, dass wir von Wundern umgeben sind. Bis wir Myōhō schließlich nicht mehr als einen fernen mystischen Ort erleben, sondern als die allgegenwärtige Wirklichkeit selbst. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 05 Sep 2026 - 32min - 269 - Z00265 Seijos Seele ist von ihrem Sein getrennt. (Zentag Niederrhein 21.03.2026)
Ausgehend vom Koan 35 des Mumonkan beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa mit der oft schmerzhaften Spaltung zwischen unserem angepassten Selbst und unserer lebendigen inneren Wahrheit. Wer sind wir wirklich – jenseits der Rollen, Erwartungen und Geschichten, die wir über uns selbst erzählen? Wie erwachen wir aus dem Wachkoma des Funktionierens? Anhand der rätselhaften Geschichte von Seijo wird deutlich, dass innere Heilung dort geschieht, wo verdrängte Erfahrungen gesehen, angenommen und mit Mitgefühl gehalten werden. Einfühlsames Zuhören kann dabei zu tiefgreifenden Wandlungen führen und abgespaltene Anteile wieder integrieren. Heilung geschieht jedoch nicht durch die Identifikation mit einer Seite, sondern durch die Fähigkeit, Gegensätze zu umfassen: Stärke und Verletzlichkeit, Persönlichkeit und Unpersönlichkeit, Anpassung und Freiheit. Wer die Welt annimmt, wie sie ist, kehrt zu seinem ursprünglichen Wesen zurück. Dieses Teisho wurde während eines Zen-Tages des Zenkreises Niederrhein (https://zenkreis-niederrhein.de) gehalten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 22 Aug 2026 - 36min - 268 - Z00264 Baso und die hundert Verneinungen. (Sesshin 08.03.2026)
Im 73. Fall des Hekiganroku bittet ein Mönch Zenmeister Baso um die endgültige Erklärung zur Bedeutung von Bodhidharmas Kommen aus dem Westen, die über die vier Lehrsätze und die hundert Verneinungen der buddhistischen Philosophie hinausgeht. Doch statt einer Antwort begegnen ihm Müdigkeit, Kopfschmerz und schließlich ein schlichtes Eingeständnis des Nichtwissens. Am Ende bleibt nur ein einfacher Satz: »Shisos Kopf ist weiß, Kais Kopf ist schwarz.« In diesem Teisho führt Christoph Rei Ho Hatlapa durch die philosophischen Hintergründe des buddhistischen Tetralemmas und der Lehre Nagarjunas vom Mittleren Weg und verbindet sie mit Einsichten aus dem Daoismus. Dabei wird deutlich, dass Zen die Wahrheit nicht in immer feineren philosophischen Unterscheidungen sucht. Vielmehr führt der Weg zurück zur unmittelbaren Wirklichkeit des Lebens selbst. Die Gedanken über Sein und Nichtsein, über Recht und Unrecht, über Ja und Nein verlieren ihre zwingende Macht, wenn wir den Drehpunkt des Dao entdecken. Jenen Ort, an dem sich die Gegensätze auflösen und wir die Welt wieder direkt sehen, so wie sie ist: vielfältig, verbunden und von stiller Güte durchzogen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 08 Aug 2026 - 25min - 267 - Z00263 Was, wenn alles Leid aus verwirrten Gedanken resultiert? (Sesshin 07.03.2026)
Im 58. Beispiel des Hekiganroku wird Meister Joshu gefragt, warum er den Satz: »Der wahre Weg ist nicht schwer; er verabscheut nur Wahl und Festhalten«, so oft zitiere. Joshu entgegnet, dass er dafür keine Rechtfertigung habe. Was Wahl bedeutet und wie wir dem Anhaften entgehen können, ist ein wiederkehrendes Thema. Joshus Botschaft bleibt dabei stets dieselbe: Der wahre Weg (Dao) ist einfach, nur unser Denken macht ihn kompliziert. Steven Mitchell schreibt dazu in seinem Buch »The Second Book of the Dao«: »Wir glauben die menschliche Natur zu kennen. Doch was, wenn unsere liebsten Annahmen falsch sind? Was, wenn alles Leid aus verwirrten Gedanken resultiert?« In diesem Teisho stellt Christoph Rei Ho Hatlapa dem analytischen Verstand die Wahrnehmung mit dem Herzen zur Seite. Aus ihr erwachsen Mitgefühl und die Einsicht, dass wir nicht von den Wesen um uns herum getrennt sind. Die praktische Aufgabe besteht darin, immer wieder zu unserer eigenen Mitte zurückzukehren, auch wenn in uns viele unterschiedliche Stimmen sprechen: die des inneren Kindes, der Eltern oder unserer Erwartungen. Durch die Zen-Praxis können wir lernen, diese Stimmen wahrzunehmen und den inneren Frieden zwischen ihnen wiederherzustellen. Indem wir unsere mentalen Konstruktionen loslassen und die Wirklichkeit unmittelbarer erkennen, kann Klarheit entstehen. In dieser Klarheit ist der Weg nichts Fernes oder Geheimnisvolles, sondern etwas, das bereits im gegenwärtigen Moment vorhanden ist. Literatur: Stephen Mitchell: The Second Book of the Tao, 1. Auflage, Penguin Publishing Group, 2010, ISBN: 0143116703, 9780143116707 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 25 Jul 2026 - 00min - 266 - Z00262 Wenn du erkennst, woher du kommst, wirst du von Natur aus tolerant. (Sesshin 17.01.2026)
Ausgehend von Koan 6 des Hekiganroku entfaltet Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Teisho das Leben und Wirken des Zenmeisters Ummon, der für seine knappen Antworten bekannt war. Mit seinen wenigen Worten zielte er nicht darauf ab, etwas zu erklären. Vielmehr wollte er bei den Zuhörenden einen Durchbruch bewirken. So führt uns auch seine Koan-Aussage: »Jeder Tag ein guter Tag« mitten hinein in die Welt der Nicht-Dualität. Denn nur, wenn wir die gemeinsame Quelle aller Dinge erkennen und daraus Gelassenheit, Mitgefühl und innere Weite entstehen lassen, können wir dem Leben mit all seinen hellen und dunklen Seiten wirklich begegnen. Dabei hilft die Zazen-Übung. Sie befreit den Geist von unnützen Gedanken und schenkt dem Herzen Frieden. Ein ruhiger Geist beobachtet zunehmend das Treiben der Wesen und betrachtet ihre Rückkehr zur Quelle. Denn wer erkennt, woher er kommt, kann gelassen mit allem umgehen, was das Leben bringt – und verkörpert, wenn der Tod kommt, Ummons goldene Brise. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 11 Jul 2026 - 33min - 265 - Z00261 Wie gelangt ihr dorthin, wo es keinen Grashalm in 10000 Meilen gibt? (Rohatsu 05.12.2025)
In dem geschützten Raum eines Sesshin ist es leicht zu erkennen, dass die mitunter täuschend echten Bilder, die wir sehen, unserem Geist entspringen und Trugbilder sind. Zurück im Alltag aber erscheint Tōzan Ryōkais Appell aus Koan 161 des Shūmon Kattōshū jedoch wie ein frommer Wunsch: Geht dorthin, wo es weit und breit keine Illusionen gibt! Daher erwidert Sekisō: »Warum sagtest du nicht: ›In dem Augenblick, in dem du das Tor hinter dir lässt, gibt es Gras?‹« Sobald wir den Tempel verlassen, sind wir von Verblendungen umzingelt. Andererseits sind gerade diese Umstände aber die Voraussetzung dafür, dass wir unseren irrtümlichen Vorstellungen auf die Spur kommen. C. G Jung nannte diese Trugbilder Projektionen. Sie verdunkeln die objektive Sicht andere Menschen und verhindern echte menschliche Beziehungen. Ob diese Schatten allerdings zu Freunden oder Feinden werden, hängt jedoch von uns selbst ab. Als Menschen kommen wir in der Geborgenheit eines ungeteilten Universums an. Doch nach kurzer Zeit beginnt ein Sozialisationsprozess, in dem wir erfolgreiche Anteile in einem äußeren Bereich unserer Persönlichkeit ablegen. Jung nannte diesen Bereich die Persona. Wir lernen schnell, mit welchen Äußerungen und Eigenschaften wir uns im sozialen Kontext erfolgreich bewegen können. Viele Ausdrucksformen unserer Lebendigkeit wurden jedoch in den Schattenbereich gedrängt. Die dabei entstandenen Narben entsprechen den berühmten Knöpfen, die unsere Liebsten unversehens drücken. Wenn wir Glück haben, können wir uns dabei unsere Schatten gemeinsam anschauen. Es ist eine Wohltat, wenn es uns gelingt, unsere Schatten als zu uns gehörig zu akzeptieren. Denn so integrieren wir unsere verlorenen Anteile und können nach und nach unser volles Potenzial entfalten. Zu dieser inneren Arbeit lädt uns Christoph Rei Ho Hatlapa ein. Die Frucht der Übung ist Klarsicht, nicht weil Illusionen verschwinden, sondern weil wir sie als unsere eigenen erkennen. Das Ende der Übungszeit bedeutet nicht das Ende der Arbeit, sondern den Beginn einer bewussteren, liebevolleren Beziehung zu unseren Schatten – innerlich wie äußerlich. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 27 Jun 2026 - 00min - 264 - Z00260 Ein Gipfel ist nicht weiß (Rohatsu 04.12.2025)
Im 15. Fall des Kattōshū fragt ein Mönch Tsao-shan Pen-chi: »Schnee bedeckt die tausend Berge, warum ist ein Gipfel nicht weiß?« Tsao-shan antwortet: »Du solltest den Unterschied innerhalb des Unterschieds erkennen.« Er fügt hinzu: »Er lässt sich nicht dazu herab, die Farbe der anderen Berge anzunehmen.« Christoph Rei Ho Hatlapa vergleicht die Berge mit meditierenden Mönchen und die weißen Gipfel mit ihren kahlen Köpfen. Doch warum ist ein Gipfel nicht weiß? Als der spätere Zen-Patriarch Hui Neng ins Kloster eintrat, unterschied er sich von den Mönchen nicht nur dadurch, dass er kleinwüchsig und Analphabet war, sondern auch dadurch, dass er die Zeichenlosigkeit der Zeichen im Sinne des Diamant-Sūtra unmittelbar erkannte und den Buddha in allen Dingen sah. Zeichen sind die Objekte unserer Wahrnehmung, die uns leicht täuschen können. Die Klarheit unserer Wahrnehmung hängt nicht davon ab, dass wir wie eine Kamera in die Welt blicken, sondern dass wir tiefer schauen. Weisheit im buddhistischen Sinn bedeutet Einsicht in das abhängige Entstehen der Dinge, also das Erkennen, dass jedes Element aus anderen Elementen hervorgeht und alles mit allem verwandt ist im Kontinuum der Zeichenlosigkeit. Erst wenn wir diesen Zusammenhang wirklich durchdringen, haben wir Zugang zur wahren Wirklichkeit, in der auch der Tathāgata aus Nicht-Buddha-Elementen besteht. Alles, was ihn ausmacht, macht auch uns aus. Das Reine umfasst das Unreine. Im Buddhismus gilt die Non-Dualität als das wesentlichste Merkmal der Liebe. Mit den Augen dieser organischen Liebe betrachtet, existiert nichts, was wir nicht respektieren könnten – und mit ihr ließen sich sämtliche Probleme der Welt lösen. Der wahre Unterschied kennt keine Dualität. Das bedeutet, den Unterschied im Unterschied zu erkennen. Er ist zeichenlos, grenzenlos und allumfassend. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 13 Jun 2026 - 39min - 263 - Z00259 Du bist Buddhas Knochen! (Rohatsu 02.12.2025)
Der Buddhismus hat eine lange Reise hinter sich von den Universitäten Indiens über die Klöster Chinas bis hin zur heutigen Praxis. In diesem Teisho zeichnet Christoph Rei Ho Hatlapa diesen Weg nach und zeigt, wie aus einer monastischen Lehrtradition ein lebendiger, alltagsnaher Zen-Weg für Mönche, Laien und Frauen entstand. Dabei stellt er die Frage: Was heißt es, heute »Buddhas Knochen« zu sein – das Erwachen also nicht zu verehren, sondern zu verkörpern? Denn nur wenn der Geist des Buddha in uns lebendig bleibt, behält der Buddhismus seine Bedeutung. Anhand des Shinjinmei und Joshus Lehre wird deutlich, wie wählerische Wahl und Anhaften unseren Geist binden können. Dabei ist nicht das Wählen selbst das Problem, sondern das Festhalten, das Rechthabenwollen, das subtile Anhaften. Der beste Zustand ist jedoch kein asketisch abgehobener, sondern einer, in dem man nichts Besonderes mehr sucht und ununterscheidbar normal wird, eins mit Leiden und Freude, Alltag und Erwachen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 30 May 2026 - 42min - 262 - Z00258 Sei hellwach und lass dich nicht in die Irre führen! (Rohatsu 01.12.2025)
In Koan 12 des Mumonkan sowie in Fall 11 des Kattōshō ruft Zuigan Gen Osho sich täglich selbst: »Meister!« – und antwortet: »Ja, Herr!« Durch dieses Rufen und Antworten schult Zuigan seine Präsenz und vervollkommnet seine Meisterschaft. »Übung ist Erleuchtung, Erleuchtung ist Übung«, beschreibt es Dōgen. In jedem von uns steckt von Anfang an ein Meister, zu dem wir uns bemühen, den Kontakt aufzunehmen. Oft halten wir ihn jedoch für eine abgehobene Instanz und verwechseln ihn mit dem inneren Erzieher oder den zahllosen anderen Aspekten unseres Ichs. Wir sind so sehr mit ihnen beschäftigt, dass die Ebene des inneren Meisters im Schatten bleibt. Erst wenn wir mutig vor unsere inneren Wächter hintreten und mit ihnen verhandeln, erfahren wir, was sie brauchen, damit sie uns vorbeilassen. Dieser Prozess ebnet nach und nach den Weg zum inneren Meister, sodass wir uns diese wunderbare Instanz in uns ergründen können. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 16 May 2026 - 39min - 261 - Z00257 Zeichenlosigkeit erkennen und organische Liebe praktizieren. (Herbstmond-Sesshin 09.11.2025)
In Abschnitt 5 des Diamant-Sūtras geht es darum, dass die wahre Natur des Tathāgata nicht durch äußere Zeichen oder Merkmale erfasst werden kann. Sie sind nur Oberfläche, die eigentliche Wirklichkeit liegt in der Zeichenlosigkeit. Ähnlich wie bei einer Rose, die nur im Kontext aller Nicht-Rose-Elemente wirklich verstanden werden kann, ist auch der Mensch nur vollständig zu sehen, wenn man seine Hintergründe, Geschichte und Beziehungen berücksichtigt. Das Festhalten an Zeichen führt zur Täuschung, während Einsicht und Verständnis für den Kontext die Wahrnehmung vertiefen. So erklärt der Buddha in Kapitel 25 des Diamant-Sūtras, dass es niemanden zu erlösen gibt, da keine getrennten Wesen existieren, die zu retten wären. Jeder Mensch ist sowohl gewöhnlich als auch Buddha, da alles aus den gleichen Elementen besteht und miteinander verbunden ist – als Teil des großen Gewebes. Diese organische Liebe im Alltag zu verwirklichen, bedeutet, im anderen sich selbst zu erkennen und die Dualität aufzulösen. Probleme, Leid und Fehler werden dann nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als Teil eines größeren Zusammenhangs, der sowohl Schatten als auch Licht umfasst. Die Praxis im Alltag besteht also darin, Einsicht, Verbundenheit und Mitgefühl zu kultivieren, um die Illusion von Trennung und Selbst zu überwinden. Dieses Teisho wurde im Kô Getsu An (https://zen-bonn.de) gehalten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 02 May 2026 - 49min - 260 - Z00256 Sesshin als Feld der liebenden Güte und inneren Metamorphose. (Herbstmond-Sesshin 08.11.2025)
In diesem Teisho lädt Christoph Rei Ho Hatlapa uns dazu ein, die Teilnahme an einem Sesshin als einen Akt der Selbstliebe zu verstehen. Frühes Aufstehen, langes Sitzen und Schweigen wirken auf den ersten Blick zwar abschreckend. Doch genau in dieser Strenge liegt die Fürsorge, die es uns ermöglicht, uns nicht länger selbst aus dem Weg zu gehen, sondern zu erforschen, wer oder was wir jenseits unserer Geschichten wirklich sind. Dabei geht es nicht um Selbstbespiegelung, sondern um die Bereitschaft, sich im Zusammenhang der fünf Skandhas zu betrachten und zu erkennen, wie sehr das vermeintlich fixe Ich ein Prozess ist, der vom gesamten Kontext des Lebens bedingt ist. Shin’ichi Hisamatsu, der philosophische Lehrer von Ōi Saidan Roshi, vergleicht das wahre Selbst mit einer Raupe, die sich verpuppt und schließlich als Schmetterling ihre Schale durchbricht. Dabei vereinigt sich die Raupe nicht mit dem Schmetterling, indem sie sich selbst aufgibt, sondern die Puppe verneint sich selbst, erlangt Freiheit von sich selbst und wird so zum Schmetterling. Ein Sesshin ist vergleichbar mit dem Kokon, in dem wir uns der Krise, der Enge und dem Nicht-Wissen nicht mehr entziehen können. Wenn wir das alte Ich nicht aus Selbsthass verneinen, sondern aus Durchschauen, kann etwas Weites, Leichtes, Unverfügbares auftauchen: unsere Buddha-Natur. Ein Mensch, der auf diese Weise weich geworden ist, erlebt sich nicht länger als getrennt von der Welt und den Wesen um sich herum. Es entsteht ein Raum, in dem wir uns selbst freundlicher betrachten können. Unser Herz öffnet sich für die vier Qualitäten der Liebe – liebende Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut. Diese bleiben keine abstrakten Ideale, sondern scheinen im ganz Konkreten auf: in der Partnerschaft, bei der Erziehung von Kindern, in der Sangha, in unserem Umgang mit Konflikten und mit der verletzten Erde. Die Art und Weise, wie wir unsere eigene innere Landschaft kultivieren, prägt unmittelbar unseren Blick auf das gesamte Mit-Leben. Dieses Teisho wurde im Kô Getsu An (https://zen-bonn.de) gehalten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 18 Apr 2026 - 37min - 259 - Z00255 Der Geist ist ein Künstler. (Herbst-Sesshin 25.10.2025)
Christoph Rei Ho Halapa beschäftigt sich in diesem Teisho mit der Beziehung von Bewusstsein und Materie im Kontext der Herausforderungen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Insbesondere angesichts der Sorge, Maschinen könnten das menschliche Bewusstsein überflügeln oder gar übernehmen. In Fall 102 des Shūmon Kattōshū heißt es: »Der Geist ist wie ein Künstler, der unaufhörlich die fünf Skandhas hervorbringt. Es gibt nichts auf der ganzen Welt, das nicht vom Geist hervorgebracht wird.« Demnach geht alles Sein aus dem Bewusstsein hervor, als zwei untrennbare Aspekte der Wirklichkeit. Auch die Quantenphysik bestätigt diesen inneren Zusammenhang: Materie existiert nicht unabhängig vom Bewusstsein des Beobachters. Bewusstsein ist allerdings kein materielles Nebenprodukt, sondern ein eigenständiges, nicht reproduzierbares Phänomen auf Quantenebene. Daher können Maschinen niemals echtes Bewusstsein entwickeln, da ihnen eine »Innenseite« fehlt, also die Möglichkeit, Erleben oder Empfindung zu erfahren. Somit verweist die KI das Menschliche nicht auf Abwege, sondern zurück zu seiner eigentlichen Stärke: Mitgefühl, Einfühlung und geistige Tiefe. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 04 Apr 2026 - 33min - 258 - Z00254 Was ist Zen? (Herbst-Sesshin 24.10.2025)
In Fall 211 des Shūmon Kattōshū fragte ein Mönch: »Was ist Zen?« Touzi Datong antwortete: »Zen.« Der Mönch fragte weiter: »Was ist, wenn der Mond noch nicht voll ist?« Touzi sagte: »Ich schlucke drei oder vier Zehntel.« Gerade am Anfang erhofft man sich von seinem Zen-Lehrer Antworten auf die vielen Fragen, die man hat. Doch meist fallen diese eher einsilbig aus. Auch die Koan erscheinen uns je nach Lebenslage tiefgründig oder unverständlich, hilfreich oder abwegig. Beide zielen darauf ab, uns zu ermutigen, uns selbst zu erforschen, statt Antworten zu erwarten. Mit zunehmender Praxis wandelt sich das Verhältnis: Nicht mehr »wir üben Zen«, sondern »Zen übt mit uns« und wird zu einer lebendigen, lebenslangen Begleitung. Zen lehrt, dem Natürlichen zu folgen: weder zu erzwingen noch zu vermeiden, sondern das Leben in all seinen Formen anzunehmen – auch Beziehungen, Begehren und alltägliche Schwierigkeiten. Leben und Zen sind eins. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 21 Mar 2026 - 00min - 257 - Z00253 Mayoku gräbt Unkraut aus. (Herbst-Sesshin 23.10.2025)
In diesem Teisho über das Erwachen im Alltäglichen bezieht sich Christoph Rei Ho Hatlapa auf Koan 175 des Kattōshū. Darin möchte der Gelehrte Jushū Ryōsui von Meister Majoko belehrt werden. Doch statt mit ihm zu sprechen, beginnt Majoko wortlos, im Garten Unkraut zu jäten. Am nächsten Tag weist Majoko ihn erneut ab und fragt ihn schließlich durch die geschlossene Tür: »Wer ist da?« In diesem Moment erfährt Ryōsui eine tiefe Verwirklichung – er erkennt sein wahres Wesen. Wie Dogen es beschreibt, war er nach eingehender Selbsterforschung in der Lage, sich selbst zu vergessen. Er durchschaute sämtliche Identifikationen als Trugbilder und nahm das Selbstähnliche in allen Wesen wahr. Das ist ein großer Augenblick. Im Japanischen spricht man in diesem Zusammenhang von Kenshō. Was Ryōsui dorthin geführt hat, war kein Gespräch, sondern unmittelbares Erleben. Mayoku hat es ihm vorgemacht, wie man dem Buddha begegnet. Nämlich indem er Unkraut jätete. Im aktiven Samadhi strahlte er das Wesentliche aus. Und das tun wir auch, wenn wir voll konzentriert bei der Sache sind. Wenn wir die alltäglichen Dinge wirklich erleben, reicht das vollkommen aus, um die grundlegende Güte dessen, wer wir sind, anzunehmen. Dazu gehören auch die schattigen Seiten, die wir an uns haben und durchdringen können. Doch wenn wir nicht der Buddha sind, dann ist niemand der Buddha. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 07 Mar 2026 - 00min - 256 - Z00252 Wo immer ihr steht, ist der rechte Ort. (Sesshin 07.09.2025)
In diesem Teisho weist Christoph Rei Ho Hatlapa darauf hin, dass gerade unsere Alltagswelt am besten geeignet ist, uns mit unserer Buddha-Natur in Verbindung zu bringen. In den Vorträgen des Rinzai Roku, Abschnitt XII, heißt es dazu: »Für den Buddha-Dharma ist keine Mühe nötig. Ihr müsst nur normal sein und nichts tun. Seid Meister jeglicher Situation, und wo immer ihr steht, ist der rechte Ort. Obwohl ihr noch Überreste vergangener Verblendungen und Karmas mit euch tragt, so werden doch diese selbst zum Meer der Befreiung.« Rinzai lädt uns in diesem Abschnitt dazu ein, uns selbst zu vertrauen und im positiven Samadhi zu leben. Die Umstände formen uns, aber wir haben die Fähigkeit, meisterlich damit umzugehen, wenn wir die Verantwortung dafür übernehmen. Handeln wir entsprechend, begreifen wir das Universum zunehmend als den wahren Körper der Wirklichkeit. Ohne Anfang und ohne Ende ist es eine leuchtende Perle. Mitten im Alltag sind wir geborgen im ewigen Feld des Stirb und Werde. Wenn wir uns selbst eine Insel bleiben, stehen wir staunend im grenzenlosen Meer der Wirklichkeit, die uns aus tausend Augen anschaut. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 21 Feb 2026 - 26min - 255 - Z00251 Tatsächlich gibt es kein einziges Wesen, das zu erretten wäre. (Sesshin 05.09.2025)
Diese Aussage des Diamant-Sūtras scheint dem Bodhisattva-Gelöbnis, alle Lebewesen zu erretten, zu widersprechen. In Abschnitt 25 heißt es jedoch: »Würde der Tathāgata meinen, dass es ein solches Wesen gäbe, so wäre er der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verhaftet.« Doch wie lässt es sich leben, ohne in die Getrenntheit verstrickt zu sein? Schließlich sind wir von Lebewesen mit einer Identität umgeben und nehmen sie auch so wahr. In der Blumenpredigt hält der Buddha schweigend eine Blume hoch. Damit weist er darauf hin, dass sie aus Nicht-Blumenelementen besteht und man sie aus diesem Grund als Blume bezeichnen kann. Tatsächlich hält der Buddha drei Blumen hoch: die Blume, die Nicht-Blume und die allumfassende Blume. Allerdings ist es nicht leicht, diese dreifache Dimension jedes Begriffs in der Praxis jederzeit präsent zu haben. Einerseits gibt es den Geisteszustand, in dem wir uns mit den anderen Wesen verbunden fühlen und mit der Buddha-Natur in Kontakt sind. Dem gegenüber steht ein Geisteszustand, in dem wir gestresst vom Leben in der Getrenntheit den Kontakt zur Buddha-Natur gänzlich verloren haben. In solchen Momenten erscheint uns der Buddha als vollkommenes Wesen unerreichbar. Die Prajñāpāramitā besagen jedoch, dass die fünf Bereiche des Anhaftens auch ein Konstitutiv des Buddha-Wesens sind. Der Buddha setzt sich aus Nicht-Buddha-Elementen zusammen. Das Reine besteht aus dem Unreinen. So setzen sich auch unsere Beziehungen aus Ärger und Nichtverstehen zusammen. All das ist Teil der Welt, die von organischer Liebe zusammengehalten wird. Wenn wir diese organische Liebe verinnerlichen, können wir zunehmend in dem Zusammenhang bleiben, in dem wir uns tatsächlich befinden. Das Diamant-Sūtra möchte uns in eine Welt hinübergeleiten, die nichts und niemanden ausschließt. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 07 Feb 2026 - 37min - 254 - Z00250 »Ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen« (Sommer-Sesshin 19.07.2025)
Dieser Ausspruch von Hyakujō Ekai ist in Fall 125 des Shūmon Kattōshū festgehalten. Damit wehrte er sich gegen die Befreiung von der anstrengenden Gartenarbeit im hohen Alter. Für ihn war es von größter Bedeutung, Arbeit als zentrales Element des klösterlichen Lebensstils zu praktizieren. Daher verfasste er entsprechende klösterliche Regeln, die bis heute in Zen-Klöstern umgesetzt werden. Auch in der Choka Sangha sind Meditation und Samu Kernelemente der Praxis, die das Gemeinschaftsleben und damit den Gruppengeist stärken. Was im absoluten Samadhi der Meditation erfahren wird, drückt sich im positiven Samadhi bei der Arbeit aus. Die gemeinschaftliche Arbeit unterstützt die Sensibilisierung für andere und die gegenseitige Spiegelung. Gerade dieser Alltagsbezug ist einer der größten Schätze der Zen-Praxis. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 24 Jan 2026 - 33min - 253 - Z00249 Dem duftenden Gras folgen… (Sommer-Sesshin 18.07.2025)
In diesem Teisho beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa damit, wie wir die Zeichenlosigkeit im Alltag verwirklichen können. Er zeigt uns Wege, wie wir in der uns umgebenden Realität unterwegs sein können, ohne ständig etwas einzuordnen, und dabei trotzdem mit unserem jeweiligen Gegenüber in Verbindung bleiben. Bei dieser Herausforderung kann uns die Natur eine hervorragende Lehrmeisterin sein. Sie lädt uns ein, uns mit offenem Blick und ohne Einordnung in ihr zu bewegen. In Koan 36 des Hekiganroku unternimmt Chôsa einen solchen Spaziergang: Zunächst folgt er den duftenden Gräsern und kehrt auf der Spur der fallenden Blüten zurück. Um sich auf diese Weise mit offenem Blick und ohne Einordnung in die Natur hineinzubegeben, bedarf es eines tiefen Vertrauens in die Zeichenlosigkeit. Dieses Vertrauen können wir mit unserem Herzen aufbauen können, indem wir uns berühren und tragen lassen vom Meer der Mitwelt und so in einen mitfühlenden Kontakt zur Natur treten. Dabei sind wir nicht mit einem Ziel oder der Absicht etwas zu verändern unterwegs. Chôsa ging absichtslos im intuitiven Kontakt mit der Landschaft und sagte später: »Das gesamte Universum ist dein Auge. Das gesamte Universum ist dein ganzer Körper. Das gesamte Universum ist ein eigenes Leuchten.« Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 10 Jan 2026 - 49min - 252 - Z00248 ToGenJi – Verborgene Pfirsichblüte (Sommer-Sesshin 17.07.2025)
In Koan 8 des Kattōshū findet sich Reiun Zhigins Erleuchtungsvers: »30 Jahre lang suchte ich einen Schwertmeister. Wie oft sind Blätter gefallen und neue Knospen zum Vorschein gekommen. Aber seitdem ich die Pfirsichblüten gesehen habe, habe ich nie wieder gezweifelt.« Anscheinend ist es Reiun beim Betrachten der Blüte gelungen, gleichzeitig die Nicht-Blüte zu sehen. Indem er die vielen Elemente erfasste, die mit ihr in einem Bedingungszusammenhang stehen, erkannte er gleichseitig die Zeichenlosigkeit der Wirklichkeit. Allerdings ist diesem Erlebnis ein langer Prozess vorangegangen. Schon der Entschluss in ein Kloster zu gehen, wurde früher auf eine harte Probe gestellt. Und auch heute braucht es Vertrauen in den Weg, um sich der Zen-Praxis zu stellen und die Zweifel zu überwinden, denen jeder Übende begegnet. Dabei kann ein Zen-Meister unterstützen. Reiun ist allerdings einsam erwacht. Shin’ichi Hisamatsu bemerkte dazu: »Obwohl das einsame Erwachen ohne jeden Meister oftmals als unwahres Erwachen zurückgewiesen wird, würde ich aus diesem Grund darauf bestehen, dass gerade dieses einsame Erwachen ohne Meister, das Erwachen im letztgültigen Sinne darstellt.« Für Hisamatsu war der endgültige Meister das wahre Selbst, das aus dem Kern des Ich-Selbst hervorbricht. Er verglich das formlose Selbst mit einer Raupe, die sich verpuppt und schließlich ihren Kokon als Schmetterling durchbricht. Dabei vereinigt sich die Puppe nicht etwa mit dem Schmetterling, indem sie sich selbst aufgibt, sondern sie verneint sich selbst. Als Reiun die Pfirsichblüte verneinte und das Universum darin erkannte, gab es dafür keine handelnde Ursache von außerhalb. Hilfreich für das Erwachen war für Hisamatsu die wechselseitige Teilhabe an direkter Selbsterforschung. Er empfahl, sich einer Gemeinschaft anzuschließen, die sich auf diesem Weg gegenseitig unterstützt. Eben dazu laden Christoph Rei Ho Hatlapa und die Choka Sangha in diesem Teisho ein – gemeinsam mit den Pfirsichbäumen auf dem Gelände und dem ToGenJi-Tempel, dessen Name »Verborgene Pfirsichblüte« bedeutet. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 27 Dec 2025 - 00min - 251 - Z00247 Frieden beginnt in dir. (Rohatsu 03.12.2025)
Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in den Medien von Drohnenangriffen und Aufrüstung berichtet wird. In vielen Koans ist ebenfalls von Schlägen und Stößen die Rede – etwa im Fall 100 des Hekiganroku, in dem ein Schwert den ganzen Himmel überschneidet, gegen das ein Haar geblasen wird. Doch wer im Zen-Kontext die todbringende Klinge und das lebenspendende Schwert führt, will damit keinesfalls sein Gegenüber verletzen. Das wahre Geheimnis der Kampfkunst besteht vielmehr darin, die Waffen im entscheidenden Moment ruhen zu lassen. Der wahrhaft reife Krieger hat den Mut, sich selbst kennenzulernen. Er stellt sich seinen inneren Drachen, verkörpert durch verdrängte Gefühlen und Gewaltimpulse, statt sie nach außen zu projizieren. Hass überwinden wir allein durch Liebe. Der wahre Feind ist der Irrglaube, vom Rest des Universums getrennt zu sein. Diesen Irrtum und die damit verbundenen Gierstrukturen gilt es im eigenen Herzen zu transformieren. Wer täglich übt, Unheilsames zu vermeiden, Heilsames zu verwirklichen und Bodhicitta zu erwecken, sendet friedvolle Signale in die Welt aus. Darin liegt das Wesen der Friedensarbeit. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 13 Dec 2025 - 44min - 250 - Z00246 »Über den Himmeln und darunter bin ich allein der Geehrte.« (Sommer-Sesshin 16.07.2025)
Fall 122 des Shūmon Kattōshū knüpft mit diesem Ausspruch Buddhas an die Legende zu seiner Geburt an. Dabei wies Buddha selbst immer wieder darauf hin, dass er ein Mensch sei und keine überirdische Gestalt. Er hatte besondere Einsichten, doch diese sind nicht exklusiv. Auch wir können diesen Weg gehen. Im vorliegenden Koan reagiert Zen-Meister Ummon dann auch entsprechend drastisch: Hätte er diesen Moment miterlebt, hätte er Buddha mit einem Stock erschlagen. Auch im Diamant-Sutra heißt es: Wer Buddha in Form oder Stimme sucht, wird ihn nicht finden. Denn äußere Merkmale sind letztlich Täuschungen. Wer aber die zeichenlose Natur der Zeichen erkennt, dem begegnet der Tathāgata. Denn die Wirklichkeit wird nicht in isolierten Formen, sondern im Zusammenhang aller Dinge erkannt. Darauf weist auch das berühmte Koan Mumonkan 6 hin, in dem Buddha eine Blume hochhält. Während die meisten nur eine Blume sehen, erkennen Buddha und Mahākāśyapa, dass diese Blume das ganze Universum enthält. Kompost, Sonne, Regen, Wind, Erde, Zeit – alles wirkt in ihr zusammen. Zu erkennen, dass eine Blume aus Nicht-Blumen-Elementen besteht, bedeutet, die Täuschung getrennter Zeichen zu durchbrechen. Dieses tiefe Schauen ermöglicht es uns, die Begrenztheit unserer Wahrnehmung zu überwinden. Wir erkennen, dass Menschen – selbst Konfliktpartner oder Feinde – Teil desselben Zusammenhangs sind. So kann aus Ablehnung Mitgefühl entstehen. Buddha wird also weder im Körper noch im Mythos gefunden, sondern in uns selbst und in unserem direkten Kontakt mit der Wirklichkeit. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 29 Nov 2025 - 38min - 249 - Z00245 Wem sich nur ein einziger Sitz vollendet, dem löst sich alles Karma. (Sommer-Sesshin 15.07.2025)
Auch wenn wir es oft nicht wahrhaben wollen: Das, was unsere Vorfahren erlebt haben, lebt in uns weiter. Nicht nur ihre Kultur, ihre Stärken und ihre Werte, sondern auch ihre Verletzungen, ihr Schweigen und ihre Traumata. So haben Krieg, Nachkriegszeit und autoritäre Erziehung Spuren in den Familien hinterlassen, die sich bis heute in unserem Verhalten, in unseren Beziehungen und in unseren inneren Haltungen zeigen. In Koan 105 aus dem Shūmon Kattōshū heißt es dazu: »Wenn jemand ordiniert wird, werden neun Generationen der Vorfahren in himmlischen Reichen wiedergeboren. Warum fiel Maudgalyayanas Mutter dann in die Hölle?« In diesem Teisho spricht Christoph Rei Ho Hatlapa über die Chance, durch Meditations- und Achtsamkeitspraxis von generationsübergreifend weitergegebenen Traumata frei zu werden. Insbesondere während eines Sesshins bietet sich die Möglichkeit, alte Muster zu erkennen, Tabuzonen zu öffnen und so Heilung in unsere Beziehungen zu bringen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 15 Nov 2025 - 38min - 248 - Z00244 Was ist der einzige Weg zur Befreiung? (Sesshin 18.05.2025)
Diese Frage stellt Daitō in Koan 115 des Shūmon Kattōshū. Wertvolle Hinweise dazu finden sich im letzten Teil des umfangreichen Avatamsaka-Sūtras, in dem die Reise des jungen Pilgers Sudhana geschildert wird. Auf seiner Suche nach Erleuchtung begegnen ihm spirituelle Lehrer, die unterschiedliche Aspekte der buddhistischen Weisheit und Praxis verkörpern. Am Ende seines Weges wird der Pilger mit einer Vision von Indras Netz konfrontiert. Diese veranschaulicht, dass das Eine und das Viele einander vollständig durchdringen, ohne dass dabei der Charakter der Einheit oder der Vielheit verloren geht. Das Avatamsaka-Sūtra möchte uns aus dem Irrtum unseres pluralistischen Bewusstseins herausführen, wir stünden als voneinander getrennte Einzelwesen dem Rest der Welt gegenüber. Denn es ist die Einsicht in die Ganzheit der gegenseitigen, harmonischen Durchdringung aller Erscheinungen, die den Menschen in die Welt der Erscheinungen hineinführt, in der er sich aufgrund der in Weisheit geschauten Einheit allen Wesen warmherzig und heilend zuwendet. In diesem Teisho macht Christoph Rei Ho Hatlapa uns darauf aufmerksam, dass der Zusammenschluss der gewöhnlichen Welt und der des Dharmadhātu in der Meditation geschieht. Die Silas unterstützen uns zusätzlich dabei, uns in Harmonie mit dem ganzen Universum zu verwirklichen. Denn durch ihre Praxis aktivieren wir das Buddha-Bewusstsein in uns und nutzen es zur Transformation und zum Erlangen eines gütigen, freundlichen Universums, in dem universelle Liebe für alle da ist und es keinen Grund gibt, irgendjemanden auszuschließen. Anmerkung: Die Aufzeichnung des Vortrags endet mit dem Beginn der nachfolgenden Zufluchtnahme. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 01 Nov 2025 - 33min - 247 - Z00243 Der ewige Spiegel (Sesshin 17.05.2025)
In Kapitel 20 des Shōbōgenzō, der Schatzkammer des wahren Dharma-Auges, beschreibt Dōgen den ewigen Spiegel als das, was alle Buddhas und Vorfahren empfangen, bewahrt und von Geist zu Geist weitergegeben haben. Sie alle sehen dasselbe, leben in demselben Zustand und verwirklichen dieselbe Erfahrung. Dōgen verwendet das Bild des Spiegels als Sinnbild für den vollkommen klaren Geist und als Symbol für das Buddha-Bewusstsein, das nicht handelt und nicht urteilt, sondern einfach ist. Das Spiegeln ist das Spiegelsein selbst. Es ist also keine Tätigkeit des Geistes, es ist der Geist selbst. Leeres Bewusstsein, das nichts festhält und nichts hinzufügt. Wer den Spiegel beispielsweise zur Selbstoptimierung benutzen will, verfehlt ihn. Denn er ist kein Werkzeug, sondern Wesen. Er steht außerhalb von Zeit und Raum und ist ein Ausdruck der Integration von Form und Leerheit. Was im Spiegel erscheint, ist nicht vom Spiegel selbst getrennt. Ebenso ist das, was im Geist erscheint, nicht getrennt von der Natur unseres Geistes. In diesem Teisho lädt Christoph Rei Ho Hatlapa uns ein, uns mit diesem Spiegel zu beschäftigen und jeden Moment und jede Erscheinung als vollständigen Ausdruck des Dharma zu erkennen, zu wertschätzen und zu akzeptieren. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 18 Oct 2025 - 27min - 246 - Z00242 Tokusan trägt seine Schalen. (Pfingst-Sesshin 09.06.2025)
In jungen Jahren war Zenmeister Tokusan dafür bekannt, seinen Schülern mit Schlägen und Schreien zur Erkenntnis zu verhelfen. Ganz anders agiert jedoch der alte Tokusan, dem wir in Koan 13 des Mumokan und Fall 214 des Shûmon Kattôshû begegnen. In Letzterem kommentiert Shoukuo das Schweigen Tokusans als Antwort auf seine Frage, wohin die Weisen der alten Zeit gegangen seien, mit den Worten: »Ich verlangte ein schnelles Ross, aber ich erhielt einen lahmen Gaul.« Von Zeit zu Zeit zweifeln wohl alle Zenübenden an ihrem Lehrer und kommen, wie Seppo und Ganto zu dem Schluss, dass ihr Meister das letzte Zenwort wohl nicht kennt, wenn er mit seinen Essschalen in sein Zimmer zurückkehrt, statt seine Schüler mit einem tiefsinnigen Kommentar zurechtzuweisen, weil das Essen nicht pünktlich fertig war. Es ist eben bisweilen schwierig zu erkennen, dass Tokusans Reaktion Ausdruck einer heiteren Gelassenheit ist, die es ihm ermöglicht, das Verhalten seiner Schüler einfach stehenzulassen. Tokusan vertraut darauf, dass sie aus ihrem Verhalten lernen, wenn die Zeit reif ist. Indem er auf nicht identifizierte Weise auf das Treiben der Soheiten schaut, verkörpert er Upekkhâ, die vierte Art des Mitgefühls. Tokusan nimmt zur Kenntnis, dass Seppo und Ganto sich nicht angemessen verhalten, und lässt sie reden, da sie es nicht besser wissen. Doch damit fördert er, dass sie sich selbst hinterfragen und sich schließlich weiterentwickeln. Mit seinem raumgebenden Wesen begnügt sich Tokusan damit, als Vorbild zu dienen, und lädt auch uns ein, ihm zu folgen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 04 Oct 2025 - 38min - 245 - Z00241 Denke weder gut noch böse. (Pfingst-Sesshin 07.06.2025)
Die meisten Menschen möchten in einer Welt leben, in der Mitgefühl und Weisheit regieren. Doch im zehnten Abschnitt des Diamant-Sūtras heißt es, dass der Tathāgata, als er unter dem Buddha Dīpaṃkara übte, keine Wahrheit erlangte und kein harmonisches Buddha-Feld schuf. Denn ein solches zu schaffen, bedeutet in Wirklichkeit, kein harmonisches Buddha-Feld zu schaffen. Eine schöne Welt ist also untrennbar mit einer hässlichen Welt verbunden. Mal schlägt das Pendel zur einen und mal zur anderen Seite aus. Der Buddha empfiehlt daher, dass ein Bodhisattva einen Geist entwickeln sollte, der nirgendwo beheimatet ist. Doch wie entwickelt man einen solchen Geist? Als Daikan Enō, der spätere sechste Patriarch des Zen, diese Passage des Diamant-Sūtras hörte, wurde er erleuchtet und ging ins Kloster. In Fall 23 des Mumonkan bemerkte er dazu: »Denke weder gut noch böse. In diesem Augenblick, wo ist dein wahres Selbst?« Der Diamant-Sūtra-Gelehrte Tokusan pausierte in Koan 28 des Mumonkan an einem Imbiss. Beim Anblick seiner Kommentare sagte die alte Frau hinter dem Tresen: »Ich hörte, dass im Sūtra gesagt wird, der vergangene Geist kann nicht festgehalten werden. Der gegenwärtige Geist kann nicht festgehalten werden, der zukünftige Geist kann nicht festgehalten werden. Jetzt möchte ich euch fragen: Welchen Geist wollt ihr denn erfrischen?« Tokusan war so verblüfft, dass er den Zenmeister Ryōkan aufsuchte und sich mit ihm austauschte. Als Tokusan spät abends ging, war es draußen finster und er bat um eine Fackel. Ryōkan reichte sie ihm und blies sie aus, als Tokusan sie nahm. Daraufhin hatte Tokusan eine tiefe Erfahrung. Natürlich können auch wir heute den Geist entwickeln, der nirgendwo verweilt, und ein harmonisches Buddha-Feld erschaffen, das nur deshalb so genannt werden kann, weil es keines ist. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 20 Sep 2025 - 42min - 244 - Z00240 Jenseits von richtig und falsch liegt ein Feld - dort werde ich dich treffen. (Sesshin 06.06.2025)
In Koan 10 des Mumonkan, erkundigt sich ein Mönch, wie es sein kann, dass Daitsû-Chishô-Buddha zehn Kalpas lang meditierte, ohne ein Buddha zu werden. Der Meister antwortet: »Weil er kein Buddha wurde.« Die Antwort auf die Frage des Mönchs liegt bereits im Schweigen des Daitsû-Chishô-Buddha. Damit manifestierte er ein Feld jenseits von richtig und falsch, in dem keine Gleichgültigkeit, sondern anteilnehmende Gelassenheit herrscht. Christoph Rei Ho Hatlapa erläutert in diesem Teisho, dass der Name »Daitsû-Chishô-Buddha« »alles durchdringend« bedeutet. Daitsû-Chishô-Buddha hat demnach das gesamte Universum zehn Kalpas lang durchdrungen - innerlich wie äußerlich. Dabei gibt es nichts, was er nicht zur Kenntnis genommen hat. Weder die Gesetze des großen Lebens noch die Gesetzmäßigkeiten von Shunyata, dem großen Potenzialzustand des Universums, sind ihm fremd geblieben. Daitsû-Chishô-Buddha ist ein Repräsentant des fünften Standes, in dem die Verhältnisse von Sho, dem absoluten leeren Aspekt des Universums, und Hen, dem Formaspekt der Soheit, zusammengebracht werden. Er ist in der Verbindung beider angelangt und weder dem Sein noch dem Nicht-Sein verfallen. Laut Rinzai wurde Daitsû-Chishô-Buddha kein Buddha, da er es von seinem Ursprung her bereits ist. Und auch wir können Daitsû-Chishô-Buddha sein und alle konzeptionellen Antworten beiseitelassen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 06 Sep 2025 - 37min - 243 - Z00239 Der klarsichtige Mensch kennt keine Grenzen. (Sesshin im Kô Getsu An 26.04.2025)
In Zeiten politischer, ökologischer und gesellschaftlicher Krisen ist uns oft die größte Not nicht bewusst. Nämlich die Entfremdung von der Natur. Anstatt sie als Spiegel unserer selbst und als lebendigen Mitgestalter unseres Daseins zu sehen, betrachten wir sie nur noch als nutzbares Objekt. Die Folgen dieses Denkens – vom Klimawandel bis zum massenhaften Artensterben – lassen uns seltsam unberührt, weil wir den emotionalen und spirituellen Bezug zur Umwelt verloren haben. Technische Lösungen greifen zu kurz, solange wir die Natur nicht wieder spüren, achten und als Teil unseres eigenen Lebens begreifen. Christoph Rei Ho Hatlapa lädt uns in diesem Teisho dazu ein und nimmt Bezug auf Koan 87 des Hekiganroku. Dort heißt es in der Einleitung über den klarsichtigen Menschen: Mal steht er auf dem Gipfel des Berges, umgeben von dichtem Unkraut. Ein anderes Mal befindet er sich im geschäftigen Treiben des Marktplatzes und erfreut sich eines vollkommenen Geisteszustands. Wenn er eine transzendente Handlung vollbringt, können ihm selbst Buddhas nicht folgen und werden Tausende von Meilen zurückgetrieben. Ummon sagt zu seinen Schülern im Koan: Medizin und Krankheit heilen sich gegenseitig. Die ganze Erde ist Medizin. Wo findest du dich selbst? Dieses Teisho wurde im Kô Getsu An (https://zen-bonn.de) gehalten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 23 Aug 2025 - 48min - 242 - Z00238 Wer alle Ängste durchschauen kann, wird immer in Sicherheit sein. (Sesshin 08.03.2025)
Der Mönch in Koan 29 des Hekiganroku befürchtet jedoch, dass selbst ES vergehen könnte, wenn der Kosmos im Kalpafeuer untergeht. Daher befragt er Zen-Meister Daizui, der ihm jedoch bestätigt, dass ES mit dem anderen untergehen wird. So wie dem verzweifelten Mönch ergeht es vielen von uns angesichts der aktuellen Situation in Europa, die von Unsicherheit und Konflikten geprägt ist, die uns aus der scheinbaren Sicherheit reißen. Auch Christoph Rei Ho Hatlapa lädt uns in diesem Teisho ein, die Illusion der Angst zu durchschauen, indem wir ein tieferes Verständnis für das große Gewebe des Lebens gewinnen. Zazen ermöglicht uns einen erfahrungsbasierten Zugang zur unbeschränkbaren Wirklichkeit. So begeben wir uns auf eine Reise des Mitgefühls und Vertrauens, die uns auch unsere Feinde mit anderen Augen sehen lässt. Denn auch sie sind uns in dem Sinne verwandt, dass sie von den gleichen Bedürfnissen bewegt werden. Nur wählen sie andere Strategien als wir. Der Psychologe C.G. Jung ermutigt uns, zu prüfen, ob wir nicht auch eine Verbindung zu den Eigenschaften haben, die wir beim anderen vehement ablehnen. Letzten Endes gehört jeder und alles zum Daseinsgewebe des großen Lebens. Die Erfahrung dieser Zugehörigkeit berührt unsere Herzen und wirkt befreiend. Dieses Teisho wurde während eines Zen-Tages der offenen Meditationsgruppe Potsdam (https://www.meditation-in-potsdam.de) gehalten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 09 Aug 2025 - 49min - 241 - Z00237 Die Auster verschlingt den Vollmond (Sesshin 02.03.2025)
Prajñā ist der Sanskrit-Ausdruck für Weisheit, als eine selbstständige, dem Kosmos innewohnende Qualität, die das gesamte Lebensgewebe durchdringt. »Die Auster verschlingt den Vollmond«, beschreibt Chimon im Koan 90 des Hekiganroku das Wesen von Prajñā und bezieht sich damit auf das vom Mond initiierte Ereignis, bei dem Korallen auf der ganzen Welt gleichzeitig ihre Samen und Eizellen ins Meer entlassen. Wie die Korallen ist alles Lebendige in den Kontext der Leere eingebunden, in dem es keine geistige Urheberschaft gibt. Aus der Verbundenheit alles Lebendigen entsteht ein reales Feld des Mitgefühls, aus dem nichts und niemand herausfallen kann. Nur unsere ursprüngliche Verblendung, dass wir von diesem Netz getrennt sind, macht uns einsam oder ängstlich. Durch die Zazen-Praxis nähern wir uns der Weisheit von Prajñā und kommen wieder in Kontakt mit dem Daseinsgewebe des großen Lebens. Darin geborgen, vertrauen wir uns dem Kreislauf von Geborenwerden und Sterben, von An- und Abwesenheit an. So verliert die Vergänglichkeit ihren Schrecken und es fällt zunehmend leichter, mit Veränderungen umzugehen und den Nächsten nicht als Feind zu betrachten. Im Daodejing heißt es dazu: Wenn das Dao im Kosmos anwesend ist, fahren die Pferdewagen Mist aus. Fehlt das Dao im Universum, werden Kriegspferde außerhalb der Stadt gezüchtet. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 26 Jul 2025 - 35min - 240 - Z00236 Was nützen dem großen Bodhisattva der Barmherzigkeit all diese Hände und Augen? (Sesshin 01.03.2025)
In diesem Teisho schildert Christoph Rei Ho Hatlapa die Entwicklung des Buddhismus vom rein monastischen Theravāda-Weg über das Vimalakīrti-Sūtra, in dessen Mittelpunkt ein auseinandersetzungsfreudiger Laie steht, hin zum Mahayana-Buddhismus, der das Ideal des Arhat in das des Bodhisattva transformiert. Letztere haben das Erwachen in ihrem Leben verwirklicht, verzichten aber auf den Eintritt ins Nirvana und stehen stattdessen allen fühlenden Wesen zur Seite, damit auch diese zum Erwachen gelangen. Im Koan 89 des Hekinganroku wird Avalokiteshvara erwähnt, der große Bodhisattva der Barmherzigkeit. Beim Zuhören erkannte er, dass dieser Prozess in das Abwesende eingebettet ist, als ein Feld des Mitgefühls, das alles miteinander verbindet. Indem sich Avalokiteshvara beim Zuhören darauf konzentrierte, ermöglichte er den Wesen, dem Klang ihrer eigenen Stimme zu lauschen und sich selbst zu verstehen. Dieses raumgebende Zuhören bezeichnete der Buddha als den besten Weg zur Erleuchtung. Dabei tritt Avalokiteshvara mit seinem ganzen Körper in einen offenen und wahrhaftigen Kontakt mit seinem Gegenüber, der immer auf der Verbindung mit dem Abwesenden beruht. Diesem Fluidum der Grenzenlosigkeit, aus dem wir alle hervorgehen und zu dem wir alle zurückkehren, nähern wir uns im tiefen Samadhi während der Zazen-Übung. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 12 Jul 2025 - 42min - 239 - Z00235 Von der zutiefst empfundenen Veredelung der Jugend soll allein die Geliebte erfahren (Sesshin 26.01.2025)
Engo Kokugon war ein bedeutender Rinzai-Zenmeister (1063-1135). Er hat die Koan-Sammlung Hekiganroku kommentiert und mit zusätzlichen Versen versehen. In diesem Teisho geht Christoph Rei Ho Hatlapa auf das Erleuchtungsgedicht Engos ein, das im Koan 106 des Shūmon Kattōshū zu finden ist. Darin zeigt sich Engo als ein Mensch, der Beziehungen zu Menschen aus Fleisch und Blut eingeht und auf deren Bedeutung hinweist. Auch Buddha sprach von der Bedeutung spiritueller Freunde, den Kalyāṇamitta, die einander auf dem spirituellen Weg unterstützen. In diesem Sinne ist der ToGenJi-Tempel ein Knotenpunkt in Indras Netz, an dem Menschen zusammenkommen, gemeinsam praktizieren, Freundschaften schließen und auf der Grundlage ihrer Erkenntnisse den Dharma verbreiten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 28 Jun 2025 - 32min - 238 - Z00234 Geh und trample auf Vairocana's Kopf! (Sesshin 25.01.2025)
Ausgehend von Koan 99 des Hekiganroku beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa mit unserer Sehnsucht nach etwas Höherem, die uns dazu verleitet, die Welt in Heilig und Unheilig aufzuteilen. In diesem Gefüge steht etwas Göttliches weit über uns und wir bemühen uns, Gutes zu tun. Doch solange wir aus einer Welt der Getrenntheit heraus tätig werden, fehlt es unserem Handeln an Kraft. Meist rufen unsere helfenden Bemühungen die Hungergeister auf den Plan und wir fühlen uns ausgelaugt und missverstanden. Wirklich selbstlos zu handeln, ist eine große Kunst, die den Zugang zum universellen Feld des Mitgefühls erfordert. Avalokiteśvara, der Bodhisattva des universellen Mitgefühls, erkannte, dass es hinter den Erscheinungen eine Welt der Leerheit gibt, die alle Wesen verbindet. Wahres Mitgefühl entspringt dieser Welt des Abwesenden. Um den Zugang dazu zu finden, müssen wir aufhören, uns Heiligenbilder gegenüberzustellen und uns vielmehr selbst auf den Weg machen, unseren Geist zu befreien. Dazu wenden wir uns zunächst liebevoll uns selbst zu und stellen uns den inneren Hungergeistern. Denn wer mit der Übung beginnt, gleicht einem Regenfass mit zahllosen Löchern. Nur wer diese Löcher gestopft hat, kann Wasser speichern, um andere Wesen damit zu nähren. Nur ein solcher Mensch vermag es, allen Wesen absolut bescheiden zu dienen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 14 Jun 2025 - 28min - 237 - Z00233 Der Ostberg läuft auf dem Wasser (Rohatsu 07.12.2024)
Nach tibetischer Auffassung verkörpert der Dalai Lama den Bodhisattva des großen Mitgefühls, wobei »Dalai« großer Ozean bedeutet als Symbol dieses grenzenlosen Feldes. Denn wie sämtliche Lebewesen der Erde dem Wasser entstiegen sind, so bestehen sie auch überwiegend aus Wasser. Unsere Freunde sowie unsere Umgebung sind also wunderbare Wassergefäße. Darauf und auf unseren Umgang mit diesem kostbaren Gut beziehen sich Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Teisho wie auch Ummon in Beispiel 57 des Shūmon Kattōshū, als ein Mönch ihn fragt: »Was ist das für ein Ort, wo alle Buddhas völlige Befreiung erlangen?« Ummon erwidert: »Der Ostberg läuft auf dem Wasser.« Anmerkung: Die Aufzeichnung des Vortrags endet mit dem Beginn der nachfolgenden Laienordination. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 31 May 2025 - 12min - 236 - Z00232 Wissen, was genügt (Rohatsu 06.12.2024)
Geld sowie der Umgang damit gehören zu den emotional besetztesten Themen, über die meist nur wenig gesprochen wird. Beispiel 4 des Hekiganroku (Tokusan besucht Isan) und Fall 145 des Shūmon Kattōshū (Ganghuis schlechtes Karma) zählen zu den wenigen Koan, die sich damit befassen. In diesem Teisho schildert Christoph Rei Ho Hatlapa seine persönlichen Erfahrungen, die seine Haltung zum Geld geprägt haben. Erst die intensive Beschäftigung mit den dahinterliegenden Glaubenssätzen und Bedürfnissen hat schließlich dazu geführt, Geld als lebensdienliches Tauschmittel zu betrachten, dass in einem freundlichen Universum Begegnungen ermöglicht und Herzenswünsche erfüllt. Dabei ist es wichtig, Maß zu halten mit den Dingen, die wir empfangen. Denn wer nicht erkennt, was genügt, dem lässt selbst ein Himmelspalast noch zu wünschen übrig. Darauf hat bereits der Buddha in einer seiner letzten Äußerungen hingewiesen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 17 May 2025 - 49min - 235 - Z00231 Zieh öfter mal 'nen Kreis! (Rohatsu 05.12.2024)
In diesem Teisho lädt uns Christoph Rei Ho Hatlapa ein, Pause zu machen. Damit folgt er dem Beispiel Nansens, der in Koan 69 des Hekiganroku auf dem Weg zu einem berühmten Zenmeister plötzlich einen Kreis auf dem Boden zieht und seine Begleiter auffordert, etwas dazu zu sagen. Andernfalls würde er nicht weiter mitkommen. Nansens Freunde reagieren prompt und zustimmend. Anders als wir es vielleicht erwartet hätten, denn im Zen geht es schließlich darum, auf der Spur zu bleiben und effektiv vorzudringen. Eine Pause hingegen lädt uns ein, in uns hineinzuspüren, welche Bedürfnisse oder Gefühle sich melden und wahrzunehmen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Dies mit seinen Wegbegleitern, Freunden oder Kollegen zu teilen, fördert das gegenseitige Verstehen. In stressigen Situationen verbindet uns ein Moment der Stille wieder mit uns selbst und ermöglicht es, beispielsweise Ärger vollständig auszudrücken. Aber der kreative Pausengeist lässt uns auch erkennen, was wir von anderen erwarten, und beflügelt uns manchmal darüber hinaus, ebendas auch unseren Mitmenschen zu schenken. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 03 May 2025 - 49min - 234 - Z00230 Jade wird durch Feuer geprüft (Rohatsu 04.12.2024)
In Koan 23 des Hekiganroku machen Hofuku und Chôkei einen Bergspaziergang. Unterwegs sagt Hofuku mit dem Finger auf den Gipfel deutend: »Das ist Myōhōchō.« Chôkei bemerkt dazu: »Was du sagst, ist gutgesagt, aber… ach.« Hofuku bezieht sich auf den wunderbar erhabenen Gipfel des Avatamsaka-Sūtras, der die ultimative Realität versinnbildlicht. Im Sūtra wird die Heldenreise des Jünglings Sudhana beschrieben, der den berühmten Mönch Tokuun auf dem Myōhōchō sucht, den dieser angeblich nie verlässt. Aber nach einer siebentägigen Suche findet Sudhana ihn schließlich auf einem ganz anderen Gipfel. Nämlich gerade nicht auf dem Gipfel der absoluten Wirklichkeit, der wir uns durch das absolute Samadhi versuchen anzunähern. Sudhana findet Tokuun vielmehr auf dem gegenüberliegenden Gipfel, in dem sich die Welt der Erscheinungen offenbart. Allerdings nicht in der Form wie wir Alltagsmenschen sie sehen, sondern verändert durch den Kontakt mit dem Absoluten. Es ist die Normalwelt, wahrgenommen mit einem integrierten Bewusstsein. Um dorthin zu gelangen, müssen wir nach der Erkenntnis der Wesensgleichheit erst einmal all unsere Schalen abwerfen. Über diesen meist lebenslangen Prozess und die dabei unterstützende Kraft der Sangha spricht Christoph Rei Ho Hatlapa in seinem Teisho. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 19 Apr 2025 - 47min - 233 - Z00229 Der Klang des Holzes ist nicht etwas anderes (Rohatsu 03.12.2024)
In diesem Teisho geht Christoph Rei Ho Hatlapa auf die Schwierigkeit ein, den vielfältigen Herausforderungen des Alltags allverbunden zu begegnen und nicht rastlos zum Knecht der zahlreichen Aufgaben im Terminkalender oder des globalen Geschehens zu werden. In Koan 281 des Shūmon Kattōshū ist es der Klang eines zu Boden fallenden Stücks Feuerholz, das den Mönch zu der Erkenntnis erwachen lässt, dass seine Umgebung nicht außerhalb der Dinge existiert, sondern Berge, Flüsse und die große Erde alle des Dharma-Königs Körper offenbaren. Zu seinen persönlichen Erfahrungen damit trägt Christoph ein selbstverfasstes Gedicht vor. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 05 Apr 2025 - 21min - 232 - Z00228 Lass das Land des Friedens Wirklichkeit werden (Rohatsu 02.12.2024)
In der Einleitung zu Koan 91 des Hekiganroku fordert Engo Kokugon jeden von uns auf, trügerische Verhaftungen wie Ärger, Schuld und Scham sowie irreführende Vorstellungen zu transzendieren. Denn nicht der Mensch ist unser Feind, sondern seine Verstrickungen. Was natürlich auch für uns selbst gilt. In jeder Situation können wir wählen, ob wir hasserfüllt Revenge fordern oder uns in die Beweggründe einfühlen und uns dadurch mit unseren oder den Bedürfnissen des anderen verbinden. Friedensfähigkeit entwickelt sich durch Mitgefühl und tiefes Verstehen. Haltet den kostbaren Schatz des Dharma hoch, schreibt Engo und möchte, dass wir auch in schwierigem Fahrwasser auf die vier Brahmavihāras vertrauen. Sie sind die Kennzeichen eines wahrhaft erleuchteten Menschen. Üben wir uns in Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut in unserer unmittelbaren Einflusssphäre, hält unser greifender Geist den Fluss der Lebensenergie nicht länger an und der Frieden im Land kann sich ausbreiten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 22 Mar 2025 - 34min - 231 - Z00227 Der ganze Körper ist Hand und Auge (Herbst-Sesshin 20.10.2024)
In Koan 89 des Hekiganroku möchte Ungan von Dogo wissen: »Was nützen dem großen Bodhisattva der Barmherzigkeit all diese Hände und Augen?« Dogo antwortet: »Es ist, wie wenn ein Mann mitten in der Nacht mit ausgestreckter Hand sein Kopfkissen glättet.« Der große Bodhisattva der Barmherzigkeit ist Avalokiteśvara. Sowohl weiblichen als auch männlichen Geschlechts, bedeutet der Name Wahrnehmende der Töne, die den Klagen der leidenden Wesen zuhört. Mit 1000 Armen und Augen scannt Avalokiteśvara unablässig das Universum und hilft denen, die Unterstützung benötigen. Darüber hinaus hörte sie in das Nichts hinein und erkannte, dass sämtliche Erscheinungen leer sind. Bei allem, was wir sehen, hören, riechen oder schmecken, handelt es sich in Wahrheit um Grenzenlosigkeit, die uns in unterschiedlichen Formen begegnet. Nichts ist voneinander getrennt. Jedes Wesen macht leidvolle Erfahrungen und empfindet Freude. Durch das raumgebende Zuhören ermöglicht Avalokiteśvara es den leidenden Menschen dem Klang ihrer eigenen Stimme zu lauschen, damit sie erkennen können, was ihnen fehlt. Dabei verbindet sie sich mit den Meditierenden und es ist insbesondere dieser Bezug auf das Essentielle, der die wahren Bedürfnisse ans Licht bringt. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 08 Mar 2025 - 46min - 230 - Z00226 Seizei ist völlig verzweifelt (Herbst-Sesshin 19.10.2024)
Bezugnehmend auf die Koan Mumonkan 10 sowie Hekiganroku 27 und 97 beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa in seinem Teisho mit dem Thema Scham. Jeder weiß erfahrungsgemäß, wie schwer es fällt, sich dem Schmerz und den unerfüllten Bedürfnissen zu stellen, die hinter der Scham liegen und meist auf vergangenen Erlebnissen beruhen. Die GFK-Trainerin Liv Larsson hat einen Kompass entwickelt, mit dem sie uns Scheinauswege vor Augen führt, mit denen wir versuchen, dieser Emotion auszuweichen. Auf der West-Ost- oder Richtig-Falsch-Achse begegnen wir der Scham, indem wir andere verantwortlich machen oder aber uns selbst anklagen. Auf der Nord-Süd-Achse stellen wir die Machtfrage und ziehen uns entweder aus dem Konflikt zurück oder gehen zum Angriff über. Es bedarf innerer Arbeit, bis es uns gelingt, einer schamhaften Situation liebevoll zu begegnen. Aber erst dann sehen wir die lebensdienlichen Aspekte, die unter dem Schmerz verborgen liegen und treten in Kontakt mit der Buddha-Natur, die uns in Gestalt unserer sowie der Bedürfnisse der anderen begegnen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 22 Feb 2025 - 45min - 229 - Z00225 Chōsha genießt den Mond (Herbst-Sesshin 18.10.2024)
In Fall 215 des Shūmon Kattōshū ist Chōsha in den Anblick des Mondes vertieft, der im Zen als Metapher für den erwachten Geist verwendet wird. Obwohl jeder ohne Ausnahme die Buddha-Natur besitzt, sind wir unfähig diese zu gebrauchen, sagt Kyōzan im Koan dazu. Meist hoffen wir dabei auf die Unterstützung unserer Lehrer oder suchen nach Hinweisen in Büchern. Denn zunächst meinen wir, es gebe da irgendetwas zu erlangen. In der Regel bedarf einer langen und intensiven Zeit der Übung, bis wir erkennen, dass Nicht-Erreichen das eigentliche Erreichen ist. Erst, wenn uns das bewusst ist, hören wir auf, mit unserem Kopf nach unserem Kopf zu suchen. Alles ist da und trotzdem sind wir unterwegs. Unser Körper und Geist unterscheiden sich nicht von dem des Buddha. Was wir ein Selbst nennen, hat seinem Wesen nach kein Selbst in dem Sinne, in dem gewöhnliche Menschen denken, dass es ein Selbst gebe, heißt es im Diamant-Sutra. Niemand ist ein gewöhnlicher Mensch. Und darum können wir jeden einen gewöhnlichen Menschen nennen. Wir alle bestehen aus den Elementen, die uns umgeben. Das Reine besteht aus dem Unreinen. Der Buddha aus Nicht-Buddha. Thích Nhất Hạnh nennt das organische Liebe und fordert uns auf, darauf basierend die Probleme der Welt zu betrachten und Frieden zu schließen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 08 Feb 2025 - 40min - 228 - Z00224 Mein Geist gleicht dem Herbstmond (Herbst-Sesshin 17.10.2024)
Im Oktober 2012 hat die Europäische Union den Friedensnobelpreis erhalten für ihren erfolgreichen Einsatz zur Förderung von Frieden und Versöhnung sowie Demokratie und Menschenrechte seit den furchtbaren Leiden des zweiten Weltkrieges. Deutschland und Frankreich sind durch gut ausgerichtete Anstrengung und den Aufbau gegenseitigen Vertrauens zu engen Partnern geworden. Der Fall der Berliner Mauer machte den Beitritt mehrerer zentral- und osteuropäischer Staaten möglich und leitete eine neue Ära der europäischen Geschichte ein auf der Basis einer Bruderschaft der Nationen. An diese Ideale erinnernd stellt Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Teisho seinen aktuellen Zehn-Punkte-Friedensplan für Europa und die Welt vor, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Er knüpft an die vier allumfassenden Methoden der Bodhisattva an, die Dôgen im Shōbōgenzō beschreibt und dabei insbesondere die grundlegende Bedeutung der freundlichen Rede betont. Sie entspringt dem klaren Geist des Herbstmondes und die Saat eines liebevollen Geistes ist Mitgefühl. Freundliche Sprache besitzt die Kraft, das Schicksal der ganzen Welt zu drehen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 25 Jan 2025 - 34min - 227 - Z00223 Jeder hat sein eigenes Licht (Sesshin 13.10.2024, Zenkreis Wuppertal)
In der aktuell als düster empfundenen Weltsituation stellen sich einige die Frage, wie sie erhellend auf die Umstände einwirken können. Martin Luther King hat uns aufgefordert, für den Umgang mit menschlichen Konflikten eine Methode zu entwickeln, die Rache, Aggression sowie Bestrafung ausschließt und deren Grundlage Liebe ist. Bereits der Buddha lehrte, mit einem großzügigen Herzen und freundlicher Sprache ein mitfühlendes Leben des Dienens zu führen, damit auf diese Weise die Menschheit erneuert und die Erde geschützt wird. In Koan 86 des Hekiganroku versichert uns Ummon, dass jeder sein eigenes Licht hat. Es leuchtet mitten im Herzen und gibt ständig Impulse, wie wir uns kreativ und liebevoll uns selbst sowie sämtlichen anderen Wesen zuwenden können. Wenn wir dieses innere Licht kultivieren, werden wir zu Rebellen des Mitgefühls im Sinne des Dalai Lama und schaffen lebensdienliche Strukturen sowohl für uns als auch unseren Planeten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 11 Jan 2025 - 47min - 226 - Z00222 In Konfliktsituationen weniger leiden. (Sesshin 08.09.2024)
Anlässlich einer Zufluchtnahme geht Christoph Rei Ho Hatlapa auf die Bedeutung der Silas als praktische Empfehlungen ein, die uns unterstützen, unser Leben im Konfliktzusammenhang einigermaßen störungsfrei zu gestalten. Denn auch Buddha Shakyamuni stieß bei der Erforschung eines Weges zur Überwindung des Leidens auf die geopolitische Situation der damaligen Zeit. So musste er erleben, wie seine Verwandten ermordet wurden und auch ihm selbst trachtete man mehrfach nach dem Leben. Trotzdem begegnete er herausfordernden Situationen mitfühlend und förderte den Weg der gegenseitigen Verständigung. Genau dazu laden uns auch die Silas ein. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 28 Dec 2024 - 32min - 225 - Z00221 Den Frieden in uns selbst und den Frieden mit der Erde fördern. (Sesshin 07.09.2024)
»Ein Tag ohne Arbeit - ein Tag ohne Essen«, lautet Hyakujō Ekais berühmter Ausspruch in Koan 125 des Kattōshū. Hyakujō lebte von 720 bis 814 und führte entgegen der damaligen Tradition die Selbstversorgung der Mönche ein. Praktiziert wurde eine naturnahe Lebensweise, die sorgfältig umgeht mit dem, was Mutter Erde bietet. Darüber hinaus hat er die ersten Anweisungen für die Zen-Übung in einem Regelwerk zusammengefasst sowie Pläne für Zen-Tempel und -Gärten entwickelt. Als Dharma-Großvater von Rinzai ist Hyakujō auch ein Urahne der Choka Sangha, die als Ort der Zen-Praxis und Lehrhof für Permakultur sich besonders bemüht, mit der Natur zu kooperieren und lebensförderliche Bedingungen zu schaffen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 14 Dec 2024 - 44min - 224 - Z00220 Schließlich habt ihr einen Vater und eine Mutter. Was sucht ihr sonst? (Sommer-Sesshin 27.06.2024)
Der Geist ist ohne Form und durchdringt die zehn Richtungen heißt es in Meister Linjis Unterweisungen des Rinzai Roku. Obwohl der Geist also auch in uns wirkt und wir uns entspannt den Herausforderungen des Alltags stellen könnten, versuchen wir ihn ständig zu fassen und geraten dadurch oftmals an die Grenzen des für uns Machbaren. In diesem Teisho widmet sich Christoph Rei Ho Hatlapa insbesondere den Anforderungen, die wir als Eltern meinen, erfüllen zu müssen. Nicht selten münden diese jedoch in einen permanenten inneren Aktionismus, der im Eltern-Burnout enden kann. Dabei vergessen wir dann ganz und gar, was genügt. Der amerikanische Psychologe Ron Smothermon betrachtet es als die zentrale Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zu erhalten und durchzubringen, bis sie sich selbst ernähren können. Rinzai fordert uns auf: Hängt euch weder an Eltern noch Kinder oder vermeidlich große Geister. Eurer Leben wurde euch geschenkt, damit ihr euer eigenes Licht erwecken könnt. Nutzt eure Zeit gut und macht euch auf den Weg, dann führt er mit etwas Glück zum großen Erwachen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 30 Nov 2024 - 32min - 223 - Z00219 Die drei Antriebe der Erleuchtung (Sommer-Sesshin 26.06.2024)
Eka, der spätere zweite Patriarch des Zen, wollte von Bodhidharma unterrichtet werden. Doch der weigerte sich und sagte: »Die subtilen und höchsten Lehren des Buddha können nur durch unendliche Beharrlichkeit verfolgt werden. Wie kann ein selbstgefälliger Mann wie du davon träumen, dies zu erreichen?« Damit stürzte er Eka in einen unglaublichen Zweifel und er zog sich zurück. Doch eines Nachts stand er wieder hinter Bodhidharma im Schnee und bewies seine große Entschlossenheit, indem es sich den Arm abschnitt und rief: »Mein Geist hat noch keinen Frieden. Ich bitte dich, Meister, beruhige meinen Geist!« »Bring mir deinen Geist und ich werde ihn für dich beruhigen«, antwortete Bodhidharma. Daraufhin begab sich Eka vertrauensvoll auf die Suche, bis er schließlich zurückkehrte und sagte: »Ich habe nach meinem Geist gesucht, aber ich konnte ihn nicht finden.« »Siehst du, dein Geist ist beruhigt«, antwortete Bodhidharma. Der große Zweifel, das große Vertrauen und die große Entschlossenheit sind die drei Antriebe der Erleuchtung und werden in dem Geschehen rund um Koan 41 des Mumonkan thematisiert. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 16 Nov 2024 - 45min - 222 - Z00218 Wer das wahre Selbst erkennt, hat Ursache und Wirkung überschritten. (Sommer-Sesshin 25.06.2024)
Anhand eines Auszugs aus den Unterweisungen des Rinzai Roku spricht Christoph Rei Ho Hatlapa in seinem Teisho über das Thema Selbstvertrauen. Dabei geht es allerdings nicht darum, als Person besonders selbstbewusst aufzutreten, sondern vielmehr um die Erkenntnis des ursprünglichen Selbstes. Doch um dahin zu gelangen, brauchen wir zunächst einmal den Raum, um etwas anderes zulassen zu können als die aktuelle Trennungsideologie, die das eigene Glück in der Überwindung des Gegners sucht. Dazu machen wir die essentiellen Energien unseres Universums zum Ausgangspunkt und versuchen das Selbst zu entdecken, das alles durchdringt und dabei namenlos bliebt. Wenn uns das gelingt, haben wir einen riesigen Schritt gemacht. Dann beginnt der Geist, der ins Stocken geraten ist, wieder natürlich zu wirken. Ohne Konzept. In ständiger Resonanz. Dann treten wir wieder in eine natürliche Verbindung zum Buddha-Dharma. Diese Fähigkeit stärken wir besonders intensiv auf einem Sesshin. Literatur: Linji: Das Denken ist ein wilder Affe, O.W. Barth Verlag, Neuausgabe 2015, ISBN: 978-3-426-29238-9 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 02 Nov 2024 - 30min - 221 - Z00217 Diese Lust ist mein endloses Koan (Sommer-Sesshin 24.06.2024)
Im zehnten Koan der Sammlung »Die ganze Welt ist eine einzige Blume« testet eine alte Frau den Mönch, den sie schon jahrelang versorgt. Sie schickt ihm ihre überaus hübsche Tochter, die den Mönch umarmt und küsst. Anschließend möchte sie wissen, wie er sich fühlt. »Verfaulter Stamm auf kalten Felsen. Keine Wärme im Winter«, antwortet der Mönch. Als die Mutter davon hört, rennt sie wütend zur Klause, verprügelt den Mönch, jagt ihn weg und brennt die Hütte nieder. Für sie ist es kein geistig hochstehender Zustand, die Schönheiten des Lebens nicht mehr wahrzunehmen, sondern ein Jammer. Trotz dieses Koans und vereinzelter weiterer Erwähnungen wird im Zen das Thema Sexualität und erotische Anziehung eher ausgeblendet, obwohl es viele Mönche und Menschen bewegt. Eine interessante Ausnahme ist Ikkyû Sôjun, der als eine der populärsten Zen-Persönlichkeiten Japans gilt und für seinen Witz und seine tiefe Zen-Erfahrung bekannt ist. Im hohen Alter verliebt er sich leidenschaftlich in die junge blinde Sängerin Mori. Im Zusammensein mit ihr erlebt Ikkyû, was er als sein eigentliches Erwachen bezeichnet und hält seine Erlebnisse teilweise in Gedichten fest: der Schmerz des Anhaftens aus Lust ist größer als ich dachte Wind besänftigt meine Gedanken diese Lust ist mein endloses Koan ich bin unfassbar glücklich Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 19 Oct 2024 - 32min - 220 - Z00216 Nangaku poliert einen Ziegel. (Sesshin 03.03.2024)
Während seiner Ausbildung bei Nangaku Ejõ geriet Baso Dōitsu in eine Sackgasse und zog sich in einen einsamen Tempel zurück, wo er tagein und tagaus meditierte. Er wünschte, dadurch ein Buddha zu werden. Zen umfasst aber das gesamte Leben. Während eines Sesshin wird daher auch Sitzmeditation mit der richtigen Dosis Alltag kombiniert. Gerade das Normale ist das Gold der Übung, denn Zen will sämtliche Bereiche der Existenz meditativ erforschen. Es sind die Koan, die uns das Leben selbst stellt, in denen wir dem wirklichen Gehalt des großen Lebens begegnen mit seinen angenehmen und herausfordernden Seiten. Letztendlich sind es die Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit, die uns veranlassen, die Kategorien von Gut und Böse hinter uns zu lassen. Dann erfassen wir, was Ejõ in Koan 147 des Kattōshū seinem Schüler Baso übermittelt: »Beim nichtanhaftenden Dharma sollst du weder ergreifen noch ablehnen. Wenn du sitzt, um ein Buddha zu sein, tötest du lediglich den Buddha. Wenn du an der Sitzhaltung festhältst, wirst du nie das grundlegende Prinzip verwirklichen.« Baso jedenfalls wurde einer der herausragendsten Meister des Rinzai-Zen. Dieses Teisho wurde im Kô Getsu An (https://zen-bonn.de) gehalten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 05 Oct 2024 - 45min - 219 - Z00215 Das Haus der alten Frau. (Sesshin 02.03.2024)
Anlässlich ihres Geburtstages erinnert Christoph Rei Ho Hatlapa an seine Tante und spirituelle Lehrerin Lorena Rüstow, deren Tiefgründigkeit er außerordentlich schätzt. Ganz ähnlich geht es dem Abt Ciming in Fall 180 der Koansammlung Shūmon Kattōshū, der nicht zum Teisho erscheint, weil er sich um den Herd der alten Frau kümmert, die in der Nähe des Tempels lebt. Dieses Teisho wurde im Kô Getsu An (https://zen-bonn.de) gehalten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 21 Sep 2024 - 30min - 218 - Z00214 Ihr alle seid nichts anderes als Buddha! (Zendo-Einweihung 24.02.2024)
Die Huaku Ba Zen Kutsu in Springe wurde von Christoph Rei Ho Hatlapa am 24. Februar 2024 eingeweiht. Der Name der Übungshalle lehnt sich an den Weiß-Pferd-Tempel in China an, von dem aus sich der Buddhismus dort verbreitete. Manchmal bedarf es eben nur weniger Menschen, die den entscheidenden Impuls geben. So war es auch mit Bodhidharma, der lediglich vier Schüler hatte und zu einer entscheidenden Geistesgröße mit Millionen von Nachfahren wurde. Dabei ist das, was er den Menschen zeigte, nichts Besonderes, wie es Meister Linji im Rinzai Roku, Abschnitt X beschreibt. Es ist nur, sich nicht von anderen täuschen zu lassen. Damit die Kraft, mit der wir ursprünglich ausgerüstet sind, unverzüglich wirken kann. Wenn wir aber den lebendigen Buddha nicht jetzt in diesem Augenblick antreffen, werden wir für immer in den drei Reichen, dem Reich der instinktiven Vorlieben, der materiellen Vorlieben und der geistigen Vorlieben herumirren. Nur wer den Geist aufgibt, der von Moment zu Moment außerhalb herumsucht, der ist so, wie er ist, ein Mensch im Frieden, der zum wahren Selbst zurückgekehrt ist. Dazu lädt nun auch die Huaku Ba Zen Kutsu ein. Huaku Ba Zen Kutsu – Bodywork am Deister (https://bodywork-am-deister.de) Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 07 Sep 2024 - 19min - 217 - Z00213 Lauft auf dem Wasser, als sei es Land! (Pfingst-Sesshin 20.05.2024)
An Pfingsten wird traditionell die Ausgießung des Heiligen Geistes gefeiert. Für die Jünger war das ein nachdrücklich emotionales Erlebnis, denn sie hörten göttliche Stimmen, sprachen plötzlich in Zungen und legten ergriffen stotternd Zeugnis von der tiefen Weite und Grenzenlosigkeit ab, die sie erlebten. Denn es ist immer das Licht in uns, das uns ängstigt, nicht etwa die Dunkelheit. Dabei wurden wir geboren, um Gottes Ruhm, der in uns steckt, zum Ausdruck zu bringen. Doch nur, indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen, befreit unsere Präsenz automatisch andere. Der Meister der Umstände bewegt sich frei in der Welt und fühlt sich dabei verantwortlich für das, was ihm begegnet. Sein Geist nimmt alle Umstände in sein Herz oder wie Rinzai es ausdrückt: »Wenn ihr überall die Umstände nutzt, dann springt ihr auf im Osten und sinkt nieder im Westen. Springt auf im Süden und sinkt nieder im Norden. Springt auf in der Mitte und sinkt nieder am Rand. Springt auf am Rand und sinkt nieder in der Mitte. Lauft auf dem Wasser, als sei es Land und lauft auf dem Land, als sei es Wasser.« Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 24 Aug 2024 - 24min - 216 - Z00212 Ein Zeichen für spätere Generationen setzen. (Pfingst-Sesshin 18.05.2024)
Christoph Rei Ho Hatlapa geht in diesem Teisho der Frage nach, wie wir zu einer konkreten, aktiven und engagierten Liebe unserem Planeten gegenüber zurückkehren können. Denn maßgeblich verantwortlich für das Leiden der Erde wie auch der Menschheit ist unser Bewusstsein der Getrenntheit, verbunden mit der Angst zu kurz zu kommen, zu unterliegen. Dabei ist unser wahrer Geist von Liebe und grenzenloser Freiheit erfüllt. Ein wunderbares Lernfeld ist da die Liebesbeziehung, in der wir Hingabe und Mitgefühl wieder freilegen können. Das Weibliche wächst spirituell, indem es lernt, als Liebe zu leben, anstatt auf sie zu hoffen. Das Männliche wächst spirituell, indem es lernt, als Freiheit zu leben, anstatt darum zu kämpfen. Wenn wir in unseren Partnerschaften den Geist der Hingabe kultivieren, weiten wir diesen anschließend auf den Beziehungsalltag mit unserer Erde aus und kehren zur Allverbundenheit zurück. Dann entwickeln wir wieder Freude am Anpacken und legen los wie Rinzai, der Bäume pflanzte, um einen natürlichen Rahmen zu schaffen und auch damit ein Zeichen für spätere Generationen setzte. Literatur: David Deida: Sex als Gebet: Leitfaden für Frauen und Männer zu ekstatischer Liebe und Leidenschaft, Kamphausen Media GmbH, 3. Auflage 2012, ISBN: 978-3-89901-442-6 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 10 Aug 2024 - 34min - 215 - Z00211 … der Schaum der Wellen wäscht den Himmel rein. (Pfingst-Sesshin 17.05.2024)
In Fall 55 des Hekiganroku weigert sich Dôgo wieder und wieder seinem Schüler Zengen, die Frage nach Leben und Tod zu beantworten. Erst als Dôgo bereits gestorben ist, erlangt sein Schüler Verwirklichung bei Sekisôs gleich lautender Antwort: »Ich würde es dir nicht sagen.«. Früher oder später geht es uns allen wie Zengen und wir fragen uns, was geschieht, wenn wir sterben. Die einen glauben an ein ewiges Leben, die anderen an Wiedergeburt und wieder andere an Garnichts. Doch kein Konzept und keine Theorie nimmt es uns ab, unsere ureigene Antwort auf diese existenzielle Frage zu finden. Wir müssen das selbst rauskriegen. Im Zen wird vom Sterben auf dem Kissen gesprochen. Gemeint ist damit der psychologische Tod unserer Konzepte und Vorstellungen, indem wir im Laufe der Übung lernen, zunehmend im Hier und Jetzt zu bleiben. Dabei verliert die Frage nach Leben und Tod an Bedeutung, bis sie schließlich irgendwann verblasst. Dann geht das große Leben über Leben und Sterben hinaus. Aber auch diese beglückende Erfahrung lässt sich nicht verschenken, so sehr wir das auch möchten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 27 Jul 2024 - 39min - 214 - Z00210 Lass täuschende Gedanken fallen. (Sesshin 13.04.2024)
In Fall 82 der Koansammlung Shūmon Kattōshū antwortet Fenzhou Wuye, wenn immer ihm eine Frage gestellt wird: »Lass täuschende Gedanken fallen.« Dabei handelt es sich sozusagen um das Ein-Finger-Zen dieses Meisters, der kurz bevor er starb, zu seinen Mönchen sagte: »Eure Natur, die ihr seht, die sieht, hört, wahrnimmt und erkennt, hat das gleiche Alter wie der leere Raum und wird weder geboren noch ausgelöscht. Alle Zustände sind ursprünglich leer und es gibt nichts zu erreichen. Wenn ihr euch immer bewusst seid, dass alle Dinge leer sind, dann gibt es nichts, worin man sich reinhängen könnte. Auf diese Weise nutzen die Buddhas ihren Geist. Bemüht euch immer, dies zu praktizieren.« Ōi Saidan Roshi, der am 26. April 1915 geboren wurde und Christoph Rei Ho Hatlapas Lehrer war, beschrieb den Kernpunkt des Buddhismus und Zen mit den Worten: »Entwickle das Heilsame und läutere deinen Geist.« Wenn wir Zazen konsequent praktizieren, lassen wir täuschende Gedanken fallen und verbinden uns mit der Grenzenlosigkeit. Dadurch lernen wir, angenehme wie unangenehme Erscheinungen unserer Lebenswirklichkeit willkommen zu heißen. Dann nehmen wir den Glanz des Buddha, der still das ganze Universum erleuchtet, wieder wahr und in diesem Augenblick ist das Universum in den zehn Richtungen die eine leuchtende Perle. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 13 Jul 2024 - 50min - 213 - Z00209 Das Universum in den zehn Himmelsrichtungen ist eine leuchtende Perle. (Sesshin 16.03.2024)
Diesen Ausspruch Meister Genshas kommentiert Dôgen im vierten Kapitel des Shôbôgenzô und auch Christoph Rei Ho Hatlapa stellt ihn in den Mittelpunkt seines Teishos. Denn oft erleben wir Augenblicke, in denen wir das Leuchten der Perle nicht verstehen und in die Ungeborgenheit fallen. Doch Dogen sagt, dass selbst die Hölle, dieser schwarze Berg, in der nicht ein einziges Fünkchen Licht zu sehen ist, die eine leuchtende Perle ist. Sollte es uns gar gelingen, sie einem anderen umzuhängen, dann wird es wie im Rausch sein. Einem Rausch der Selbstvergessenheit, in dem wir von der gegenseitigen Durchdringung aller Bereiche des Universums erfüllt sind. Um das zu erfahren, müssen wir jedoch ergründen, wer wir selbst sind. Das ist eine zeitaufwändige Forschungstätigkeit, bei der wir jeden Stein umdrehen, bis wir aus der Welt der Trennung geschleudert werden und den Sonnenschein wie auch die schwierigen Seiten des Lebens als zu uns gehörig erleben. Denn sich selbst vergessen bedeutet, mit allen Dingen verwandt sein und mit ihnen in Harmonie leben. Wir wandeln dann auf dem Weg der einen Perle, die mit ihrer Leuchtkraft die zehn Richtungen durchdringt, und alle Dinge erleuchten uns, auch wenn wir das einmal nicht sehen können. Literatur: Eihei Zenji Dôgen: Shōbōgenzō - Die Schatzkammer des wahren Dharma: Gesamtausgabe, Angkor Verlag, 1. Auflage 2008, ISBN: 978-3-93601-858-5 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 29 Jun 2024 - 27min - 212 - Z00208 Reden und Schweigen sind beide falsch. (Sesshin 18.02.2024)
In Koan 24 des Mumonkan möchte ein Mönch wissen, wie er Reden und Schweigen überschreiten kann. Christoph Rei Ho Hatlapa weist in seinem Teisho darauf hin, dass diese beiden Geistestätigkeiten als nach innen und außen gerichtete Aktion aus einer Welt der Getrenntheit stammen. Wollen wir aber über das normale Verständnis von Reden und Schweigen hinausgehen, müssen wir in die zusammenhängende Wirklichkeit des großen Lebens vorstoßen. Im vorliegenden Beispiel tut das Fuketsu, indem er aus dem tiefen Samadhi auftauchend von ganzem Herzen ein Gedicht rezitiert: »Ich erinnere den Frühling in Kônan, wo die Rebhühner singen. Wie wunderbar duften die zahllosen Blumen.« Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 15 Jun 2024 - 47min - 211 - Z00207 Jeder Atemzug ein Sutra. (Sesshin 17.02.2024)
Im dritten Koan des Shōyōroku fragt ein ostindischer König den Patriarchen Prajñātārā, warum er keine Sutren rezitiere. Prajñātārā antwortet, er rezitiere ständig das Sutra der Soheit. Mit jedem Atemzug eine Schriftrolle. Warum also rezitieren wir im Zen trotzdem ständig Sanskritsutren in ihrer sinojapanischen Fassung, die selbst Japaner und Chinesen nicht verstehen? Wir tun das, weil die Reihenfolge der Klänge und Laute mantrisch wirkt, das endokrine System anregt und unsere Energie steigert. Außerdem stoßen wir überall auf der Welt auf dieses globale Energiefeld und können einfach mitrezitieren. Gleichzeitig rezitieren wir natürlich das Sutra der Soheit. Nämlich immer dann, wenn wir wirklich auf den Atem achten und uns vollständig bewusst sind, was dabei geschieht, in unserem Körper in Verbindung mit dem Universum. Ein derartiges Ein- und Ausatmen könnte eine große Wirkung in der Welt entfalten, wenn es viele Menschen täten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 01 Jun 2024 - 31min - 210 - Z00206 Die Liebe befreit aus jeglichem Bildnis (Sesshin 13.01.2024)
Wer sich selbst vergisst, wird von allen Dingen erleuchtet, sagt Dogen. Doch wie gelingt es, alle Selbstbilder loszulassen? Christoph Rei Ho Hatlapa verweist in diesem Teisho mit einem Zitat von Max Frisch, auf unsere bemerkenswerte Fähigkeit zu lieben: Denn gerade von dem Menschen, den wir lieben, können wir am mindesten aussagen, wie er sei. Wir lieben ihn einfach. Eben darin besteht ja die Liebe, das Wunderbare an der Liebe, dass sie uns in der Schwebe des Lebendigen hält, in der Bereitschaft einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen Entfaltungen. Wir wissen, dass jeder Mensch, wenn man ihn liebt, sich wie verwandelt fühlt, wie entfaltet und dass auch dem Liebenden sich alles entfaltet, das Nächste, das lange Bekannte. Vieles sieht er wie zum ersten Male. Die Liebe befreit es aus jeglichem Bildnis. In eben diesem Sinne liegt der wesentliche Segen eines Sesshin darin, dass wir fähig werden, bedingungslos zu lieben und damit konzeptlos wahrzunehmen. Dann hören wir endlich auf, etwas erreichen zu wollen. Weil wir sowieso immer das große Leben ausdrücken und immer vom großen Leben ausgedrückt werden. Wenn wir auf diese Weise vertrauen, dann ist das Einzige, was uns übrigbleibt, dankbar zu sein. Literatur: Max Frisch: Tagebuch 1946-1949, Suhrkamp-Verlag, 17. Auflage 2023, ISBN: 978-3-518-37648-5 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 18 May 2024 - 27min - 209 - Z00205 Bäume und Vögel, alle meditieren Buddha und Dharma. (Rohatsu 07.12.2023)
Anhand eines Auszuges aus Fall 231 des Kattôshû befasst sich Christoph Rei Ho Hatlapa mit der Frage, wie es sich mit unserem Mitgefühl gegenüber den nichtfühlenden Gegenständen verhält. Betrachten wir dazu Dinge des täglichen Lebens, können wir feststellen, dass alles, was der Kosmos enthält, erforderlich ist, damit beispielsweise ein Möbelstück entsteht. Man braucht Holz, einen Tischler, Zeit. All diese Voraussetzungen haben wiederum andere Bedingungen. Damit das Holz entsteht, braucht es den Wald, den Sonnenschein, den Regen. Der Handwerker braucht seine Eltern etc. Betrachten wir einen Gegenstand auf diese Weise, sehen wir ihn auf eine neue Art. Wir beginnen ihn zu achten und zu ehren und zu erhalten. Fühlen wir diesem Bedingungszusammenhang noch tiefer nach, indem wir wie in Koan 37 des Mumonkan zur Eiche im Garten werden, sagen wir darüber niemals etwas mit dem Mund, mit dem uns unsere Eltern geboren haben. Vielleicht verstehen wir dann aber Tozans Vers: Wunderbar wie wunderbar. Die Predigten empfindungsloser Wesen. Wenn du mit deinen Ohren hörst, gehst du fehl. Lausche mit den Augen, dann hörst du sie. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 04 May 2024 - 43min - 208 - Z00204 Wie gehst du mit Polarität um? (Rohatsu 06.12.2023)
In Koan 39 des Mumonkan möchte ein Mönch von Ummon wissen, was der wahre Leib des Buddha ist. Ist es der fleischgewordene Körper, mit dem Shakyamuni in das altindische Kastensystem geboren wurde, der eine Vielzahl von Handlungen hervorgebracht und das soziale System seiner Zeit transzendiert hat? Ummon antwortet »Kayakuran«, was ein gehegter Blumengarten bedeutet, und verweist auf den paradiesischen und geschützten Aspekt der Buddhanatur. Sind wir mit dem in Kontakt, blühen in unserem Herzen Blumen. Doch der Mönch zweifelt, ob er das wörtlich nehmen kann. Denn dann wären ja nur die schönen Aspekte Buddha. Dazu sagt Ummon »Goldhaarlöwe« und bezieht sich damit auf die Leidhaftigkeit der Schöpfung. Auch dieser Aspekt ist Buddha. Dieses ist, weil jenes ist. Das Paradies ist mit dem Schlamm verbunden. Was eine gute Nachricht ist, weil dadurch die Schlammanteile unserer Existenz bei entsprechenden Bedingungen, die Möglichkeit in sich tragen, zu höchster Schönheit zu erblühen. Für den Buddha gab es keine Unberührbaren. Jeder kann erleuchtet werden, selbst der Massenmörder Aṅgulimāla. Wir sind also alle potentielle Buddhas. Doch Partei gegen den Schlamm zu ergreifen, hilft nicht. Der Schlamm will dabeibleiben. Es ist also die Aufgabe von jedem von uns, einen Weg zu finden, liebevoll mit der ganzen Polarität umzugehen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 20 Apr 2024 - 32min - 207 - Z00203 Die acht Einsichten eines großen Menschen (Rohatsu 05.12.2023)
In dem Kapitel »Hachi Dai Nin Gaku« des Shōbōgenzō hat Dogen die acht Wachheiten eines großen Wesens aufgezeichnet, von denen der Buddha an seinem letzten Lebenstag gesprochen hat. Als erstes erwacht ein Mensch zu der Einsicht, wenig Ansprüche zu haben. Er versucht, nichts zu erlangen und empfindet deshalb auch keine Qual. Die Lehre vom Wissen, dass es genügt, ist wie eine sichere Burg in überfließendem Glück und beschreibt die zweite Wachheit. Das nächste Erwachen bedeutet, in heiterer Gelassenheit zu genießen und heißt, allein an einem stillen Ort zu bleiben. Viertens setzt ein zu Einsicht gekommener Mensch seine Kräfte sorgfältig ein, damit er die Aufgaben bewältigt, die er sich vorgenommen hat. Das fünfte Erwachen besteht darin, richtiges Denken aufrecht zu erhalten und die Achtsamkeit nicht zu vernachlässigen. Meditation zu praktizieren und im Dharma beheimatet zu sein ohne Verwirrungen, kennzeichnen die sechste Einsicht. Beim siebten Erwachen kultiviert ein großes Wesen seine Weisheit durch einfühlsames Zuhören und bemüht sich, Verwirklichung zu erreichen. Als Letztes hört ein großer Mensch auf, sich in nutzlosen Diskussionen zu engagieren, was bedeutet, Verwirklichung zu erfahren und frei vom unterscheidenden Denken zu sein. Was der Buddha, bevor er ins Nirvana einging, uns mit den acht Wachheiten ans Herz gelegt hat, ist immer noch brandaktuell und empfehlenswert für die gesamte Menschheit. Literatur: Eihei Zenji Dôgen: Shōbōgenzō - Die Schatzkammer des wahren Dharma: Gesamtausgabe, Angkor Verlag, 1. Auflage 2008, ISBN: 978-3-93601-858-5 Martin Buber: Die Erzählungen der Chassidim: Manesse; Reprint. Edition 1949, ISBN: 978-3717510628 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 06 Apr 2024 - 25min - 206 - Z00202 Die Schlüssel zur Welt des Erfülltseins (Rohatsu 04.12.2023)
In diesem Teisho macht uns Christoph mit den vier Brahmaviharas vertraut. Denn praktizieren wir liebende Güte (Maitri), Mitgefühl (Karuna), Mitfreude (Mudita) und Gleichmut (Upeksha), so nähern wir uns der Wohnstätte Brahmas. Dabei drückt sich jeder Aspekt sowohl in der Meditation als auch im täglichen Handeln aus. Maitri bezeichnet die Liebe zu uns selbst und dadurch die Liebe zu anderen Menschen. Damit Letztere aber der unerschöpflichen Kraft unseres Hara entspringt, meditieren wir mit dem Satz: »Ich bin willkommen mit allen meinen Wesensäußerungen.« Denn erst wenn wir selbst genährt sind, können wir den Aspekt des Mitgefühls ins Grenzenlose ausdehnen und anderen Präsenz schenken. Mit Karuna öffnen wir uns bedingungslos für das Leiden anderer. Damit wir eine derartige Empathie entwickeln, meditieren wir mit dem Mantra: »Ich gebe dir den Raum, dem Klang deiner eigenen Stimme zuzuhören und ihr zu vertrauen. Ich stehe dir bei.« Dann erfreuen wir uns natürlich auch daran, einander mitfühlend zugewandt zu sein und feiern, dass wir uns erfüllt fühlen. Wir meditieren über die Freude an den erfüllten Bedürfnissen. Getragen von Mudita schauen wir unerschütterlich mit anteilnehmendem Gleichmut auf das Universum. Dabei sind wir in Kontakt mit der Weisheit der Wesensgleichheit. Leer zu sein, bedeutet erfüllt zu sein von allem. »Wir alle sind Wellen im großen Ozean«, schauen wir in der Upeksha-Meditation und betreten die Welt des Erfülltseins. Dieses freundliche Paralleluniversum ist für jede*n da. Die vier unermesslichen Geisteszustände sind die Tür dazu. Literatur: Dalai Lama, Sofia Stril-Rever: Der neue Appell des Dalai Lama an die Welt: Seid Rebellen des Friedens, Benevento, 4. Auflage 2020, ISBN: 978-3-7109-0038-9 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 23 Mar 2024 - 39min - 205 - Z00201 Mitgefühl - die geheime Super-Power (Rohatsu 03.12.2023)
Christoph Rei Ho Hatlapa beschäftigt sich in diesem Teisho mit den Aspekten des Mitgefühls. Oft wird es zu Unrecht für ein nobles Ideal, ein edles jedoch wirkungsloses Gefühl gehalten. Dabei ist mittlerweile bekannt, dass es beispielsweise die Bildung von Neuronen im Gehirn unterstützt. Der Dalai Lama weist in seinem aktuellen Appell an die Welt auf seine lebenswichtige Funktion hin und ruft das Zeitalter des Mitgefühls aus. Schon der Buddha rät, die Brahmaviharas, die vier unermesslichen Geisteszustände zu praktizieren. Diese sind Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut. Wenden wir diese Wohnstätten der Liebe täglich an, dehnen sie sich ins Unermessliche aus. Dabei handelt es sich um einen ganz und gar anderen Wachstumsprozess als der, von dem die Ökonomen sprechen. Denn wenn wir tatsächlich Mitgefühl im Sinne der Brahmaviharas praktizieren, bringen wir nicht nur diese Energie in die Welt, sondern werden dabei gleichzeitig selbst genährt. Doch um unseren Mitmenschen wirklich zugewandt sein zu können, müssen wir zunächst uns selbst erforschen. Auch dazu bedarf es des Mitgefühls, in diesem Fall uns selbst gegenüber. Wenn wir uns also in der Meditation präzise, offen und sanft betrachten, stellen wir vielleicht fest, dass wir viele Dinge selbst tun, die wir an anderen Menschen kritisieren, und nehmen uns schließlich an, wie wir sind. Nachdem wir also zunächst uns selbst mit liebevoller Zuwendung begegnet sind, weiten wir unser Mitgefühl auf andere mehr und mehr aus, bis es eines Tages die ganze Welt umfasst. Literatur: Dalai Lama, Sofia Stril-Rever: Der neue Appell des Dalai Lama an die Welt: Seid Rebellen des Friedens, Benevento, 4. Auflage 2020, ISBN: 978-3-7109-0038-9 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 09 Mar 2024 - 34min - 204 - Z00200 Wo ist der Ort, an dem es weder Kälte noch Hitze gibt? (Rohatsu 02.12.2023)
In Koan 43 des Hekiganroku sagt ein Mönch zu Tôzan: »Kälte und Hitze überfallen uns. Wie können wir ihnen ausweichen?« Damit stellt er die grundlegende Frage, wie wir dem Unangenehmen ausweichen können. Auch der Buddha hat die Befreiung vom Leiden gelehrt. Trotzdem sind wir davon umzingelt. Engo antwortet: »Wenn du das durchdringen willst, musst du dich von den großen Meistern schmieden lassen.« Was allerdings mit einer gewissen Anstrengung verbunden ist. Analog der fünf Stände des Tôzan lernen wir zunächst, uns in Konzentration zu versenken und auf diese Weise in das Absolute (Sho) einzutauchen, das uns mit der Wesensgleichheit allen Lebens vertraut macht. In der Folge betrachten wir die äußeren Phänomene nicht länger als von uns getrennt. Aufgeladen mit dieser Energie entwickeln wir nach und nach das positive Samadhi einer vollständigen Handlung im Hier und Jetzt der Welt der Erscheinungen (Hen). Bis wir schließlich erkennen, dass Sho und Hen wie die beiden Seiten einer Münze untrennbar verbunden sind. Daran erinnern wir uns zunächst mit ein wenig Glück und später immer selbstverständlicher, wenn wir dem Unangenehmen in Hen begegnen. Es gibt kein Sho ohne die Welt der verschiedenartigen Erscheinungen und umgekehrt. Auch im Unangenehmen begegnet uns Sho. Wer das tief durchdrungen hat, befreit sich im Alltag vom ewigen Wegrennen wollen vor dem Unangenehmen und kann schließlich vielleicht sogar sagen: Für den der im Samadhi sitzt, weht auch im Feuer noch ein kühler Wind. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 24 Feb 2024 - 35min - 203 - Z00199 Bist du schon erleuchtet? (Herbst-Sesshin 15.10.2023)
Anhand von Fall 153 aus der Koansammlung Shûmon Kattôshû empfiehlt uns Christoph Rei Ho Hatlapa die Dharma-Liebe, die ihre Mitmenschen nicht in sympathisch und unsympathisch unterteilt. Dabei fällt es uns zunächst meist durchaus leicht, anderen überschwänglich oder zumindest freundlich zu begegnen. Doch häufen sich herausfordernde Situationen, schlägt die anfängliche Euphorie um und wir fallen zunehmend engherzig in den Funktionsmodus, der den anderen als Problem betrachtet und loswerden möchte. Das lässt sich auf nationaler Ebene beobachten, wenn Menschen aus Kriegsgebieten an unsere Tür klopfen. Aber auch in persönlichen Beziehungen, die sehr intensiv und fordernd sein können. Dharma-Liebe hingegen ist grenzenlos und großzügig, da sie spiritueller Natur ist und sich jedem Wesen gleichermaßen zuwendet. Es ist beglückend und dient dem Buddha-Dharma, sich ihr anzuvertrauen. Denn lassen wir die Dharma-Liebe durch uns wirken, begegnen uns nur noch Buddhas in verschiedenen Entwicklungsstadien und es fällt uns leicht, uns vor allem und jedem aufrichtig zu verbeugen, was erleuchtetes Handeln kennzeichnet. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 10 Feb 2024 - 37min - 202 - Z00198 Das Schicksal der Welt verändern (Herbst-Sesshin 14.10.2023)
In den gegenwärtigen Erziehungssystemen und der Arbeitswelt wird Verhalten meist mittels einer manipulativen Sprache mit Lohn und Strafe gelenkt. Doch dadurch kann die Freude am Tun vergehen und die Konkurrenz untereinander nimmt zu. Im Buddhismus dagegen wird Wert auf die Qualität der Kommunikation gelegt. Bereits vor 800 Jahren beschreibt Dôgen die freundliche, gütige Rede als eine der vier allumfassenden Methoden eines Bodhisattva. Dabei wird beim Zusammentreffen mit Lebewesen zunächst Mitgefühl entwickelt, um fürsorgliche und liebevolle Worte zu sprechen. Eine solche Ausdrucksweise bezeichnet Marshall Rosenberg im Rahmen der gewaltfreien Kommunikation als das wirkungsvollste Mittel, um zu einer friedlichen Lösung von Konflikten zu kommen. Allerdings beginnt das Herbeiführen friedlicher Veränderungen mit dem Arbeiten an unserer eigenen Haltung, wie wir uns selbst und andere sehen. Diese Basisarbeit erfordert große Offenheit und Ehrlichkeit, damit sich eine sprachliche Ausdrucksfähigkeit entwickelt, mit der die tief verwurzelten Lernerfahrungen überwunden werden, die auf Belohnung, Strafe und Scham basieren. Dieser Weg ist vielleicht nicht einfach, aber die Ergebnisse sind alle Anstrengungen wert. Oder wie Dôgen es ausdrückt: Wir sollten verstehen, dass freundliche Sprache die Macht hat, das Schicksal der ganzen Welt zu drehen. Literatur: Eihei Zenji Dôgen: Shōbōgenzō - Die Schatzkammer des wahren Dharma: Gesamtausgabe, Angkor Verlag, 1. Auflage 2008, ISBN: 978-3-93601-858-5 Marshall B. Rosenberg: Die Sprache des Friedens sprechen - in einer konfliktreichen Welt, Junfermann, 3. Auflage, ISBN: 978-3-87387-640-8 Alfie Kohn: Punished by Rewards: The Trouble with Gold Stars, Incentive Plans, A's, Praise, and Other Bribes, Mariner Books, ISBN: 978-0-61800-181-1 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 27 Jan 2024 - 40min - 201 - Z00197 Siehst du, dein Geist ist beruhigt. (Herbst-Sesshin 13.10.2023)
Dieses Teisho widmet Christoph Rei Ho Hatlapa der Frage, was unseren Geist beruhigt, wenn wir von Ängsten, Depressionen und Panik geplagt nicht mehr weiterwissen. Auch Eka, der zweite Patriarch des Zen, befindet sich in Koan 41 des Mumonkan in einer verzweifelten Situation, als er Bodhidharma anfleht: »Ich bitte dich Meister, beruhige meinen Geist!« »Bring mir deinen Geist her und ich werde ihn für dich beruhigen«, antwortet Bodhidharma. Unverzüglich macht Eka sich auf den Weg und sucht unter jedem Stein nach seinem Geist. Doch er bekommt ihn einfach nicht zu fassen. Der Geist ist überall und nirgends. Völlig erschöpft verliert Eka schließlich den Kontakt zu seiner quälenden Suche und weiß sich wieder verbunden mit dem nichtfassbaren Geist, der überall vorhanden ist. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 13 Jan 2024 - 37min - 200 - Z00196 Warum zieht ihr eure Robe an, wenn die Glocke läutet? (Herbst-Sesshin 12.10.2023)
Diese Frage stellt uns Ummon in Koan 16 des Mumonkan und weist darauf hin, dass die Welt doch unermesslich und weit ist. Warum also sich den Strapazen und strengen Regeln der Zen-Praxis aussetzen? Der Antwort jagen wir hinterher, bis wir erkennen, dass Freiheit nicht in den äußeren Umständen und deren Analyse zu finden ist. Vielmehr liegt sie in der Erkenntnis der »ungehinderten wechselseitigen Durchdringung der Erscheinungen«, wie es im Kegon-Sutra heißt. Erst wenn wir also bemerken, dass die uns umgebende Welt eine uns zutiefst verwandte Welt ist, entwickeln wir wahres Mitgefühl und tun uns zunehmend schwer, vermeintliche Beschränkungen abzulehnen. Im Zen ist frei, wer mit den Beschränkungen der Welt umgeht. Der sich Wandelnde wandelt unwandelbar durch das sich Wandelnde. Genau genommen bewegen wir uns also jeden Moment auf dem schmalen Grat zwischen Himmel und Hölle. Wir ganz allein entscheiden uns für ein Leben in Leid oder eine Welt der Freiheit ohne Gleichen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 30 Dec 2023 - 35min - 199 - Z00195 Das, was vorzüglich ist, kommt von alleine. (Sesshin 02.09.2023)
Während seines Kanada-Aufenthaltes hatte Christoph Gelegenheit, ein einfaches Leben auszuprobieren. In diesem Teisho berichtet er von seinen spannenden Erlebnissen und der Erfahrung, dass er das Vorzügliche nicht zu suchen brauchte, ganz so wie es in den Vorträgen des Rinzai Roku Abschnitt 10 beschrieben wird. Ob es Blaubeeren waren, die er beim Baden entdeckte, oder Pfifferlinge, die in der Nähe des Hauses wuchsen. Das, was vorzüglich ist, kommt von alleine zu demjenigen, der den Buddha-Dharma erforscht und wahre Einsicht sucht. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 16 Dec 2023 - 55min - 198 - Z00194 Gnadenlos sanft. (Sommer-Sesshin 01.07.2023)
Dieses Teisho widmet Christoph Rei Ho Hatlapa der transformativen Kraft des Mitgefühls, die sich während eines Sesshins als greifbare Energie in der Sangha manifestiert und ausbreitet. Doch gerade die Kriegerinnen und Krieger des Mitgefühls, die sich für die Erleuchtung der Gesellschaft einsetzen, überkommt von Zeit zu Zeit eine große Traurigkeit in ihren Herzen, weil sie sich immer wieder mit den Folgen verblendeten Verhaltens auseinandersetzen müssen. Im Alltag haben sie es ständig mit diesen Beharrungsenergien zu tun. Gewohnheitsenergien, die dem Segen des Erwachens widerstreiten. Unterstützung auf dem Weg des Mitgefühls findet sich bei Maitreya, dem Buddha der Liebe, der alle Beharrungskräfte zu Staub zerfallen lässt und uns dahin leitet, unsere wahre Buddhanatur auszudrücken. Aber auch Amida-Buddha steht uns bei. Als er sah, wie leidvoll das menschliche Leben war, wollte er die Menschen aus diesem elenden Dasein befreien und ans andere Ende des Stroms von Geburt und Tod geleiten. Er war so voller Mitgefühl, dass er all die Leiden der anderen mitempfand, als wären sie seine eigenen. Amida-Buddha wird im allgemeinen als Vertreter dieses altruistischen Impulses dargestellt, der tief in der menschlichen Natur vielleicht im Kosmos selbst verwurzelt ist. Wenn also der altruistische Impuls in uns lebendig ist, sind wir um alle Wesen wie um uns selbst besorgt und verfügen über gewaltige Kräfte. Dann begegnen wir einander gnadenlos sanft in mitfühlender Anteilnahme. Literatur: Chogyam Trungpa: Das Buch vom meditativen Leben. Shambhala und der Pfad des inneren Kriegers, Knaur MensSana TB; 5. Edition 2012, ISBN: 978-3426875759 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 02 Dec 2023 - 28min - 197 - Z00193 Der Weg der Selbstbefreiung. (Sommer-Sesshin 29.06.2023)
Am Ende der klassischen Koan-Ausbildung steht Fall 100 des Hekiganroku. Darin fragt ein Mönch Haryō: »Was hat das mit dem Schwert auf sich, gegen das ein Haar geblasen wird?« Aber auch zu Beginn der Koan-Schulung fordert uns Mumon auf, dem legendären General Kan'u sein Schwert zu entreißen und damit den Buddha zu erschlagen. Mit dieser martialisch anmutenden Einführung in das Geistesleben des Zen werden wir aufgefordert, selbst ein Buddha zu werden, in dem wir aufhören, Projektionen zu verehren. Wenn wir also die totbringende Klinge und das lebenspendende Schwert schwingen, sind wir wahre Samurai, nämlich Krieger, die bereit sind, sich selbst kennenzulernen. Wir räumen auf mit der Vorstellung, wir seien getrennt vom Rest des Universums und es öffnet sich uns der Horizont zur Grenzenlosigkeit. Auf diesem Weg sind Koan ein hilfreiches Mittel, denn sie haben eine reinigende Wirkung. Doch irgendwann ist dieser Prozess so weit fortgeschritten, dass wir keine Koan mehr brauchen und wir voll präsent sind in der Verbindung mit dem Resonanzfeld, das uns umgibt. Dann erlangen wir an der Grenze von Leben und Tod vollkommene Freiheit und erleben ein glückliches Samadhi. Wenn wir diesen wunderbaren Zustand erreichen, macht auch Haryōs Antwortsatz Sinn: »Jeder Korallenast umarmt den strahlenden Mond.« Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 18 Nov 2023 - 37min - 196 - Z00192 Zen und unser Umgang mit der Natur. (Sommer-Sesshin 28.06.2023)
In Fall 200 des Kattōshū pflanzt Rinzai Kiefern, um ein gutes Umfeld für den Tempel zu schaffen und einen Orientierungspunkt für künftige Generationen zu geben. Seine Vorgehensweise könnte aktueller nicht sein, denn Bäume sind unsere natürlichen Verbündeten bei der Rettung des Klimas. Sie atmen Kohlendioxid ein und Sauerstoff aus. Was könnte also naheliegender sein, als Bäume zu pflanzen und eine Landwirtschaft zu betreiben, die nicht eingreift, sondern allenfalls unterstützt? Von den Früchten einer solchen Koexistenz mit der Natur kann sich jeder Besucher des ToGenJi-Geländes überzeugen und aktiv mitwirken. Dazu lädt uns Christoph in diesem Teisho ein. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 04 Nov 2023 - 41min - 195 - Z00191 Der natürliche Geist ist der Weg. (Sommer-Sesshin 27.06.2023)
Anhand einer Schrift des Psychologen und GFK-Trainers Robert Gonzales beschäftigt sich Christoph in diesem Teisho mit den inneren Schutzstrukturen, die uns davor bewahren sollen, verletzt zu werden und Schmerz zu empfinden. Das Tragische an dieser Überlebensstrategie ist, dass bei dem Versuch, unsere Lebendigkeit und Kreativität zu beschützen, wir uns selbst zurücknehmen und uns nicht mehr erlauben, ganz und gar zu lieben. Wie also entkommen wir dieser Seite in uns, die verteidigt, kämpft und deren primäres Ziel darin besteht, ihre eigene Existenz aufrecht zu erhalten? Nach eben diesem Weg fragt auch Joshu seinen Lehrer Nansen in Koan 19 des Mumonkan und erhält die Antwort: »Der alltägliche Geist ist der Weg.« »Soll ich ihn suchen?«, möchte Joshu daraufhin wissen. »Wenn du ihn suchst, trennst du dich von ihm«, erklärt Nansen. Eine schwierige Aufgabe also, da wir uns üblicherweise zunächst einmal Wissen verschaffen, um Dinge einzuordnen. Nansen fügt noch an: »Wenn du wirklich den wahren Weg jenseits aller Zweifel erreichst hast, dann wirst du ihn weit und grenzenlos wie das Universum finden.« Wenn wir diesen unschuldigen Geist in unseren Herzen entfalten möchten, müssen wir unsere Schutzschilde ablegen und wieder werden wie die Kinder. Denn sie begegnen dem Leben mit großer Offenheit und Freude. Doch das geschieht nicht, indem wir unser Ego ignorieren oder wie einen Feind bekämpfen, sondern indem wir erkennen, was das Lebensdienliche in unseren Schutzstrukturen ist. Wenn wir diesen Schatz heben, schließen wir Frieden mit uns und unserer Umwelt. Dann erleben wir das Samadhi des alltäglichen Geistes in all unseren Tätigkeiten. Wir schauen mit der Hand auf unserem Herzen und sehen die Steine, die Berge und die Blumen wie sie sind. Literatur: Robert Gonzales: Ein Leben in Mitgefühl, Arbor-Verlag, 2016, ISBN 978-3-86781-167-5 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 21 Oct 2023 - 43min - 194 - Z00190 Wenn du bereit bist, wird er kommen. (Sesshin im Kô Getsu An 11.06.2023)
Auf der Suche nach Erleuchtung rennen wir so lange hierhin und dorthin, bis wir plötzlich Buddhaland unter unseren Füßen spüren und feststellen, dass es bereits die ganze Zeit dort war und wir nirgends hätten hingehen müssen. Dann sind wir endlich zuhause und nehmen mit spielerischer Leichtigkeit die Verweilzustände eines Buddha ein, die auch in den fünf Ständen des Tōzan dargestellt sind. Anhand des Koan 43 aus dem Hekiganroku und weiterer Beispiele trägt uns Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Teisho an den Ort, wo weder Hitze noch Kälte herrscht. Doch bis wir selbst im Höllenfeuer die kühle Brise spüren, müssen wir durch unsere tägliche Übung die Stufen des smaragdgrünen Palastes erklimmen, bis wir ihn im hellen Mondlicht erleuchtet leer vorfinden. Wenn wir dann unsere Sinne transzendiert haben und das Ineinander von Absolutem und Phänomenalen durchdringen, können wir mit Tōzan sagen: Lange gesucht bei anderen, weit entfernt es zu erreichen. Jetzt, da ich selbst gehe, begegnet es mir überall. Ich bin es selbst und ich bin es nicht. Da ich das verstehe, kann ich sein, wie ich bin. Literatur: Hôseki Shinichi Hisamatsu: Die fünf Stände von Zen-Meister Tosan Ryokai: Strukturanalyse des Erwachens, Neske, 1980, ISBN 978-3-7885-0231-7 (aktuell nur gebraucht zu erhalten) Dieses Teisho wurde im Kô Getsu An in Bonn (https://zen-bonn.de) gehalten. Wir danken Johanna Ho Ka Debik und Patrick Ho Kai Damschen für die Tonaufnahme. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 07 Oct 2023 - 51min - 193 - Z00189 Huángbò wirft sich vor einem Buddhabild nieder. (Sesshin im Kô Getsu An 10.06.2023)
Huángbò, der auf Japanisch Ōbaku heißt, war Rinzais Lehrer und gilt als der größte Zenmeister aller Zeiten. Seine Niederwerfungen absolvierte er derart ernsthaft, dass sich davon auf seiner Stirn eine Art Hornhaut bildete. Kein Wunder also, dass ihn in Koan 260 des Shūmon Kattōshū sein Schüler Xuanzong fragt, was denn der Nutzen dieser Niederwerfungen sein soll. "Nichts suchen beim Buddha, nichts suchen beim Dharma, nichts suchen bei der Sangha - so ist das, wie ich immer Niederwerfungen mache", antwortet Ōbaku. Das versteht Xuanzong genauso wenig wie die meisten Menschen im Westen, die neu zum Zen kommen. Doch je intensiver wir durch die Übungen des Zen die Leerheit erkunden, desto verbundener fühlen wir uns mit allen Wesen. Bis früher oder später die Essenz von Mu zur Richtschur unseres Handels, Denkens und Sprechens wird. Es ist allein die Kraft dieser Quelle, die schließlich die Wirkungen, die wir in den großen Bedingungszusammenhang einbringen, in solche verändert, die heilsam wirken. Wir tun also gut daran, uns im tiefsten Herzen verbunden mit Mu vor dem Buddha niederzuwerfen, so wie Ōbaku es vormacht. Literatur: Der Geist des Zen: Die legendären Aussprüche und Ansprachen des Huang-po, übersetzt von Ursula von Mangoldt, O.W. Barth, 4. Auflage, Erweiterte Neuausgabe (14. Februar 2011), ISBN 978-3-426-29194-8 Dieses Teisho hielt Christoph Rei Ho Hatlapa während eines Seshins im Kô Getsu An in Bonn (https://zen-bonn.de). Wir danken Johanna Ho Ka Debik und Patrick Ho Kai Damschen für die Tonaufnahme. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 23 Sep 2023 - 45min - 192 - Z00188 Keine Rechtfertigung. (Pfingst-Sesshin 28.05.2023)
Diese Antwort Jôshûs in Koan 58 des Hekiganroku ist eine echte Herausforderung für unserer Identitätsbewusstsein mit seiner Vorstellung eines Selbst, einer Person und einer Lebensspanne. Ständig hinterfragen wir damit die Umstände des Lebens und möchten die von uns abgetrennte Umwelt gewinnbringend verwerten, indem wir Wälder, Flüsse und Meere rücksichtslos ausbeuten. Keine Rechtfertigung. Das bedeutet, wahrnehmen, ohne zu klassifizieren. Unser persönliches Leid, der Krieg, die Sonne, die Tasse Tee. All das gehört zum großen Netz dazu. Wenn es uns gelingt, uns von unseren falschen Wahrnehmungen zu befreien, stellen wir fest, wie heilsam diese Haltung für unseren Geist, für unsere Mitmenschen und die Umwelt ist. Dann beginnen wir, unser Denken wie ein Bodhisattva zu beherrschen und sind in Verbundenheit da. Dann müssen wir die unendlich große Anzahl der Wesen zum vollständigen endgültigen Nirvana führen, damit sie Befreiung finden können. Und wenn all diese Wesen befreit ist, denken wir nicht, dass auch nur ein einziges Wesen befreit ist. Keine Rechtfertigung. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 09 Sep 2023 - 37min - 191 - Z00187 Sind dir deine Nachkommen egal? (Pfingst-Sesshin 27.05.2023)
Trotz der uns seit Jahrzehnten zur Seite stehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und der entwickelten Fähigkeiten zur Verhaltensänderung bestimmt weiter der Homo oeconomicus das Weltgeschehen. Er versucht jederzeit, einen persönlichen Vorteil aus seinem Verhalten zu ziehen und setzt auf ein permanent wachsendes Wirtschaftssystem. Doch in einem derart toxischen Umfeld erstickt nicht nur die Erde und ihre Geschöpfe, auch der Homo oeconomicus selbst erkrankt an Körper und Seele und steuert auf den Untergang zu. Daher appelliert Christoph in diesem Teisho an uns, den mitfühlenden Menschen zum Leben zu erwecken. Er betreibt Herzensbildung und erweckt dadurch seine Umgebung. Dazu müssen wir uns von Zeit zu Zeit von der Welt zurückziehen, denn diesen Frieden, der das Verstehen übersteigt, findet die Seele einzig an dem geheimen Ort des Allerhöchsten, wie es Eileen Caddy ausdrückt. Wenn wir das tun, gewinnen wir wahre Einsicht. Zen ist ein Weg, sich mit der Wirklichkeit anzufreunden. Rinzai sagt, es ist nicht notwendig, nach dem außergewöhnlich Wunderbaren zu suchen. Es wird von selbst kommen, wenn wir den Kontakt herstellen in unserer täglichen Praxis. Literatur: Eileen Caddy: Herzenstüren öffnen, 48. Auflage 2022, Greuthof-Verlag, ISBN: 978-3-923662-15-9 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 26 Aug 2023 - 35min - 190 - Z00186 Ich allein bin heilig im Himmel und auf der Erde. (Pfingst-Sesshin 26.05.2023)
In Koan 57 des Hekiganroku empfiehlt uns Engo, durch die Ausübung von Ki, als der zentralen Lebensenergie, den Gipfel der Erleuchtung zu erlangen. Damit ist die intensive momentane Konzentration von Körper und Geist gemeint, die uns im Laufe der meditativen Praxis mit dem Hier und Jetzt in Kontakt bringt. Einzig unsere Zentrierung, unser Samadhi auf das, was gerade geschieht, lässt uns der Buddhanatur gewahr werden. In der Folge bestimmt die Erkenntnis der untrennbaren Zugehörigkeit alles Existierenden unser Handeln im Umgang mit Mutter Erde und unseren Nächsten. In ihrem Buch »Herzenstüren öffnen« fragt Eileen Caddy, die Gründerin der Findhorn-Gemeinschaft: »Kannst du wahrheitsgemäß sagen, dass du deine Mitmenschen liebst, dass du dich für sie interessierst, dass du sie schätzt und als deine Familie ansiehst? Oder tolerierst du sie nur gerade und empfindest es als eine wahre Mühe, mit ihnen in Berührung kommen zu müssen?« Erst wenn wir uns gleichmütig und gelassen in der Ungetrenntheit bewegen, also den Wundergehalt der gesamten Schöpfung zutage fördern, sind wir Meister der Umstände und können mit Joshu sagen: »Ich allein bin heilig zwischen Himmel und Erde.« Literatur: Eileen Caddy: Herzenstüren öffnen, 48. Auflage 2022, Greuthof-Verlag, ISBN: 978-3-923662-15-9 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 12 Aug 2023 - 38min - 189 - Z00185 Sich unbefangen und vorurteilsfrei im Resonanzfeld des Universums bewegen. (Sesshin 19.03.2023)
Angesichts der auf uns einstürzenden Krisen kann es geschehen, dass wir das Ziel unserer Übung aus den Augen verlieren. Nämlich Meister*in jeglicher Situation und aller Umstände zu sein, wie es Meister Rinzai formuliert. In diesem Teisho beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa anhand eines Abschnitts aus Rinzais Vorträgen mit den Voraussetzungen, die es zu erlangen gilt, damit wir uns frei im Jetzt bewegen können. Dazu müssen wir zuallererst wahre Einsicht und vor allem Selbstvertrauen erlangen, indem wir den Geist aufgeben, der von Moment zu Moment außerhalb herumsucht. Aber auch wenn wir uns nicht mehr in den Fallstricken von Ursache und Wirkung verfangen, gilt es noch, Geburt und Tod zu überwinden. Das alles erreichen wir mit einem Hilfsmittel, das nichts Besonderes ist, verspricht uns Rinzai. Doch warnt er uns auch. Denn wer den lebendigen Buddha nicht jetzt in diesem Augenblick antrifft, der wird als Resultat davon, während er die Gestalt eines Menschen besitzt, in den Geisteszustand eines Esels oder einer Kuh eintreten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 29 Jul 2023 - 35min - 188 - Z00184 Nicht die Menschen sind unsere Feinde, sondern ihre Irrtümer. (Sesshin 18.03.2023)
Mit dieser Aussage lädt Thích Nhất Hạnh uns ein, unsere Mitmenschen mit offenem Herzen anzuschauen und dabei zu erkennen, dass wir bei aller Unterschiedlichkeit in der Essenz identisch sind. Wir teilen uns die gleiche Wurzel, wie es Fall 40 des Hekiganroku »Nansens - Diese Blume« beschreibt. Doch diese Haltung zu praktizieren, ist eine lebenslange Herausforderung für uns. Denn unser Grundirrtum besteht darin, die mit unseren Sinnen wahrnehmbare Welt von dem zu trennen, was wir selbst sind. Daher sagt Nansen: »Die Menschen von heute sehen diese Blume, als wären sie in einem Traum.« Aber erst wenn der Verstand in seiner Aktivität gestoppt wird und diese hinweggefegt wird, kommt der Eisenbaum zur Blüte und wir können wie Jō Hosshi sagen: »Alle Dinge und ich sind aus dem gleichen Stoff.« Zu dieser welterschütternden Erfahrung verhilft uns Zazen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 15 Jul 2023 - 41min - 187 - Z00183 Chōka Dōrins »Tue Heilsames, meide Unheilsames und wecke den Geist des Mitgefühls in deinem Herzen.« (Sesshin 26.02.2023)
An Ōi Saidan Roshis Geburtstag erinnert Christoph an seinen japanischen Zenlehrer. Er starb 2018 im Alter von 103 Jahren und war der 83. Rinzai-Patriarch. In den achtziger Jahren gab Ōi Saidan Roshi der ersten Zendo im Lebensgarten den Namen »Choka«. Dazu luden ihn die in der damals noch unrenovierten Meditationshalle brütenden Rotschwänzchen und die großen Kiefern auf dem Gelände ein, aber auch der Zenmeister Chōka Dōrin (741–824), der in einer Kiefer unter einem Vogelnest lebte. Berühmt ist sein Gespräch mit dem Provinzgouverneur und Dichter Bai Juyi (772-846), das in Koan 225 des Kattōshū festgehalten ist. Darin sagte er zu Chōka Dōrin: »Ist es nicht gefährlich, dort oben zu sitzen?« Der Meister antwortete: »Du bist in einer weitaus gefährlicheren Lage!« »Und was ist gefährlich daran, diese Provinz zu führen?« »Die Leidenschaften brennen, der Verstand ruht nie. Was könnte gefährlicher sein als das?« Bai Juyi fragte dann: »Was ist die Essenz der Lehre des Buddha?« »Tue Heilsames, meide Unheilsames und wecke den Geist des Mitgefühls in deinem Herzen.« Da rief Bai Juyi: »Das weiß jedes Kind!« »Ja«, antwortete Chōka Dōrin darauf, »jedes Kind hätte dir das sagen können, aber selbst dieser achtzigjährige Mann kann es nicht und muss es jeden Tag aufs Neue üben.« Bai Juyi verbeugte sich und reiste ab. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 01 Jul 2023 - 43min - 186 - Z00182 Großzügig handeln - ohne ein Konzept von Großzügigkeit zu haben. (Sesshin 25.02.2023)
In diesem Teisho beschäftigt sich Christoph mit dem vierten Abschnitt des Diamant-Sutras und der Praxis einer Freigebigkeit, die sich auf keinerlei Vorstellungen stützt. Bei einer solchen Großzügigkeit geht es weniger um den Austausch von Materie. Vielmehr ist unsere Präsenz das größte Geschenk, das wir machen können. Dabei gehen wir mit unserem Gegenüber eine Herzensverbindung ein und praktizieren wie Avalokiteshvara raumgebendes Zuhören, indem wir beispielsweise die Mittel der gewaltfreien Kommunikation anwenden. Von einer solchen Freigebigkeit sagt der Buddha: Das Glück, das diesem tugendhaften Handeln entspringt, ist so groß wie das Weltall. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 17 Jun 2023 - 34min - 183 - Z00181 Daizuis »Es wird mit dem anderen vergangen sein.« (Sesshin 15.01.2023)
In Koan 29 des Hekiganroku stellt ein Mönch die brennende Frage: »Wenn das Kalpa-Feuer aufflammt und der große Kosmos zerstört ist, möchte ich wissen, ob ES vergeht oder nicht vergeht?« Mit diesem ES ist hier das letztendliche Ding, der Urgrund unseres Seins, die Leerheit gemeint. Daizui sagt: »Es wird vergehen.« Darauf wiederholt der verzweifelte Mönche seine Frage: »Dann wird ES mit dem anderen vergangen sein?« Die Antwort Meisters Daizuis raubt dem Mönch den letzten Strohhalm, an den er sich klammert: »ES wird mit dem anderen vergangen sein.« Im Zen gibt es keine absoluten Wahrheiten. Alles was bleibt, ist uns im Hier und Jetzt zu beheimaten. Das tun wir, indem wir Zazen praktizieren und unsere Präsenz schulen. Dann wird unser Leben davon getragen, was wir im gegenwärtigen Moment erleben und es erschließt sich uns das Zen-Sprichwort »Auch wenn der Mond untergeht, er verlässt doch nie das Universum.« Im Untergang gibt es nur den Untergang. Im Aufgang nur den Aufgang. Nur das, was gerade da ist. ES offenbart sich als Aufgehen und Untergehen. Aber ES ist nicht getrennt davon und schaut auf den Untergang oder Aufgang. In diesem Sinne kann ES nicht untergehen. Wir gehen vielleicht unter, wenn das Kalpa-Feuer kommt, aber wir verlassen nicht das Universum. Und das ist unser Trost. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 03 Jun 2023 - 45min - 182 - Z00180 Kein Verdienst. Leere Weite, nichts Heiliges. (Sesshin 14.01.2023)
In seinem Vortrag legt uns Christoph das Buch »Delight in One Thousand Characters « von Kazuaki Tanahashi ans Herz und ermutigt Kalligrafie-Interessierte, es zu studieren. Bei dem Werk handelt es sich um die englischsprachige Präsentation des »Thousand Character Essay«, eines Meisterwerks der chinesischen Kalligrafie, das als klassisches Trainingsbuch dieser Kunstform dient. In China wird es bereits Kleinkindern als Schlaflied vorgesungen, zum Lesen- und Schreibenlernen verwendet und als Bibliotheksindex eingesetzt. Das Lehrbuch in Form eines Gedichts enthält in 250 Versen zu je vier Zeilen genau 1000 Zeichen, von denen jedes nur einmal verwendet wird. Kazuaki Tanahashi erläutert darüber hinaus die Geschichte, geografische Reichweite sowie ästhetische Feinheiten des Essays und erklärt die Bedeutung jedes Zeichens. Ein wunderbares Buch und Kulturträger. Für Zenübende ist außerdem interessant, dass die »In Reimform gesetzten tausend Zeichen von Wang Xizhi« (deutsche Übersetzung des Originaltitels) um 540 herum von Kaiser Wu von Liang beauftragt wurden, der uns unter anderem im ersten Fall des Hekiganroku begegnet. Als Förderer des Buddhismus erkundigt sich der Kaiser bei einem Treffen mit Bodhidharma nach dem Verdienst seines unermüdlichen Einsatzes. Bodhidharmas Antwort »Kein Verdienst« stellt den Kaiser nicht zufrieden und er bittet um eine Erklärung. »All diese Bauten und Kunstwerke sind wie Schatten von Formen und nicht echt«, lautet Bodhidharmas Antwort. Darauf will Kaiser Wu wissen, was ein echter Verdienst sei. Bodhidharma sagt: »Wenn die reine Weisheit vollständig ist, ist deren Essenz leer und heiter. So ein Verdienst kann nicht durch weltliche Handlungen erreicht werden.« Darauf stellt der Kaiser die Frage, die Gegenstand des Koan ist: »Was ist das grundlegende Prinzip der heiligen Lehre?« Literatur: Kazuaki Tanahashi: Delight in One Thousand Characters , The Classic Manual of East Asian Calligraphy, Shambhala Publications Inc, 2022, ISBN: 978-1-61180-873-5 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 20 May 2023 - 41min - 181 - Z00179 Mit meinem ganzen Herzen will ich allen Wesen überall im Universum dienen (Rohatsu 08.12.2022)
Dieser Schwur ist als »Die Vergeltung der Güte des Buddha« bekannt und wird im Śūraṅgama-Sūtra angesprochen sowie in Fall 122 des Shūmon Kattōshū mit dem Titel »Als der Buddha geboren wurde«. Seit Buddhas Lebzeiten wird der lebendige Buddhadharma durch die Übertragungslinie von Generation zu Generation weitergegeben. Es liegt eine große Kraft in dieser Ahnenreihe, die während des Rohatsu mehrfach rezitiert wird. Am 8. Dezember, dem Erleuchtungstag des Buddha, geht Christoph Rei Ho Hatlapa besonders auf das Leben und Wirken Bodhidharmas ein. Der erste chinesische Zen-Patriarch begegnet uns in einigen Koans, so auch im 4. Fall des Mumonkan, in dem Wakuan fragt: »Warum hat der Fremde aus dem Westen keinen Bart?« Bodhidharma, der einen mächtigen Bart besaß, meditierte neun Jahre vor einer Felswand in der Nähe des Shaolin-Tempels. Damals kaum bekannt, wird er heute wegen seiner Unerschütterlichkeit verehrt, mit der er für den Dharma schweigend eintrat. Berühmt wurde er als Begründer des Kung Fu und gilt auch als Stifter des Teeweges. Der Legende nach riss er sich die Augenlider aus, um zu verhindern, während der Meditation einzuschlafen und dort, wo seine Lider hinfielen, spross ein Teebusch. So wie Bodhidharma den Buddhismus in China bekannt machte, ist es heute unsere Aufgabe, den Buddhismus in Europa zu entwickeln und die Güte des Buddha zu vergelten. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 06 May 2023 - 43min - 180 - Z00178 Buddha mit dem Sonnengesicht, Buddha mit dem Mondgesicht (Rohatsu 07.12.2022)
Anhand des 3. Falls des Hekiganroku spricht Christoph über den Umgang mit Herausforderungen wie Schmerzen, Krankheit oder dem drohenden Tod, in denen sich auch das Erwachen ausdrücken kann. Denn Krankheitszustände können uns unter Umständen zu innerer Kraft führen. Aber auch die Suche nach dem Erwachen selbst ist ein Weg mit vielen Aufs und Abs, auf dem uns drei Aspekte unterstützen: der große Entschluss, der große Glaube und das große Vertrauen. Davon erzählt Grimms Märchen von der Kristallkugel und zeugt Setchos Gedicht zum Koan: Sonnengesichtbuddha, Mondgesichtbuddha! Wie blass sind die drei heiligen Herrscher und die fünf edlen Kaiser! Zwanzig Jahre lang hatte ich fürchterliche Kämpfe durchzustehen, wenn ich für euch in die Drachenhöhlen hinabstieg. Die Mühsal spottete jeder Beschreibung. Ihr klarsichtigen Mönche - macht bloß kein Aufhebens darum. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 22 Apr 2023 - 45min - 179 - Z00177 Picken und Klopfen (Rohatsu 06.12.2022)
Der Meister wacht über den Durchbruch seines Schülers zur absoluten Wirklichkeit und klopft im richtigen Moment von außen an die Egoschale, während sein Schützling von innen pickt. Diesen subtilen Vorgang, bei dem das Timing über die Lebensfähigkeit des Schülers entscheidet, beschreibt Fall 16 des Hekiganroku. Es handelt sich dabei um den klassischen Weg des Erwachens. Wie sich das Erwachen von der Schüler-Lehrer-Beziehung unabhängig machen lässt, beschäftigte den Religionsphilosophen Shin'ichi Hisamatsu (1889 - 1980). Mitte des 20. Jh. gründete er die FAS-Association, deren Initialen bedeuten: F = Formless Self (formloses Selbst), A = All-mankind (gesamte Menschheit) und S = Superhistorical history (übergeschichtliche Geschichte). Hisamatsu schlug einen Weg ein, auf dem sich die Gruppe beim Erwachen gegenseitig unterstützt. Das wahre Selbst vergleicht Hisamatsu mit einer Raupe, die sich verpuppt und schließlich ihre Schale als Schmetterling durchbricht. Dabei verneint sich die Puppe selbst, erlangt Freiheit von sich selbst und wird so zum Schmetterling. Für jede Raupe ist der Schmetterling ihre eigene ursprüngliche Form, die sich beim Durchbruch der Puppe aus ihrer Hülle entwickelt. Der Übende entwickelt also nur das, was in ihm enthalten ist. Mit seinem Durchbruch erkennt er die Verbundenheit aller Wesen. Beim Handeln aus dem wahren Wesen heraus fördert er schließlich auf natürliche Weise das Erwachen der Mitübenden und tauscht sich mit ihnen aus. Jeder einzelne stärkt die Gruppe mit seiner Achtsamkeit und Präsenz. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 08 Apr 2023 - 43min - 178 - Z00176 Das, was ich kenne, kennt nicht jeder. Das, was jeder kennt, kenne ich vollkommen (Rohatsu 05.12.2022)
Immer mehr Menschen fühlen sich trotz zunehmender Geschäftigkeit einsam. Die innere Leere bekämpfen viele mit Konsum in Form von Einkaufen, Sport und Reisen oder sie suchen Hilfe in Büchern. Einige bitten einen Meister um Belehrung, wie es auch Jushū Ryōsui in Koan 175 des Shūmon Kattōshū tut. Doch erst wenn es uns gelingt, Heimat in uns selbst zu finden, werden wir uns selbst eine Insel, wie es der Buddha ausdrückte. Dazu richten wir in der Meditation die Aufmerksamkeit nach innen und kommen wieder mit uns selbst in Kontakt. Wir befreunden uns mit unserem heimatlosen Selbst, bis es sein Zuhause in uns findet. Gerade die intensive Zeit des Übens während des Rohatsu-Sesshin lädt uns zu diesem Prozess ein. Damit wir Bewusstsein und bewusstes Sein wieder zusammenbringen und irgendwann wie Ryōsui von uns sagen können: Das, was ich erfahren habe, kennt nicht jeder. Das, was jeder kennt, kenne ich vollkommen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 25 Feb 2023 - 30min - 177 - Z00175 Entsteht schlechtes Karma aus Wohlstand? (Rohatsu 04.12.2022)
Am Beispiel des Falls 145 aus dem Kattōshū erläutert Christoph Rei Ho Hatlapa, dass es im Buddhismus um das Loslassen des Anhaftens und das Erwachen zur Wirklichkeit geht. Doch bleibt der Erwachte nicht in Leerheit versunken, sondern begegnet der Welt in allen Aspekten, auch den gefährlichen und bösen. Basierend auf seiner Erkenntnis, dass alles miteinander verbunden ist, findet er dabei geschickte Mittel, damit die Menschen aus der Welt der Getrenntheit und des Gegeneinanders hinausfinden. So lässt sich beispielsweise mithilfe der gewaltfreien Kommunikation entdecken, dass es weder gute noch schlechte Gefühle oder Bedürfnisse gibt. Alles, was wir fühlen, und alles, was wir brauchen, ist förderlich als Lebensmotiv. Die Vision des Buddha, dass es auf Weisheit und Mitgefühl ankommt, bezweckt nicht die Vermeidung schlechten Karmas. Es handelt sich vielmehr um treibende Motive der Menschheitsentwicklung. Wenn wir Mitgefühl für uns selbst, für andere und für die Erde entwickeln, erlangen wir die Fähigkeit, gemeinsam selbst durch die Hölle zu gehen und verwandeln diese Erde in einen paradiesischen Ort. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 11 Feb 2023 - 30min - 176 - Z00174 Seinen eigenen Ausdruck entwickeln (Rohatsu 03.12.2022)
Fall 248 aus der Koansammlung Kattōshū handelt davon, wie Kyōzan Ejakus Kreisfiguren entstanden. Von Tangen Ōshin erhält Kyōzan eine schriftliche Unterweisung in der Bedeutung der Kreisfiguren, die bis auf den Sechsten Patriarchen zurückgeht. Doch anstatt die Schriften sorgsam aufzubewahren, verbrennt Kyōzan sie, nachdem er sich deren Inhalt angeeignet hat. Als sich Tangen nach dem Verbleib der Ausführungen erkundigt, verweist Kyōzan auf die Wichtigkeit der Praxis und legt sein Verständnis der Überlieferungen zu Tangens Zufriedenheit schriftlich dar. Kyōzan gründete gemeinsam mit Isan Reiyū die Igyō-Schule, die für den Gebrauch des Kreises berühmt war. In China wurden Kreise meist mit der Hand in die Luft gemalt als Begrüßung, Belehrung oder Ausdruck der Leerheit. Das Zeichnen des Ensō (jap. für Kreis) auf Papier spielt erst seit dem 13. Jahrhundert im japanischen Zen eine Rolle. Ensō bildet keine ideale Kreisform ab und hat meist ein offenes Ende. Dabei geht es um die Darlegung des eigenen Ausdrucks, der sich zwar weiterentwickeln lässt, aber in seiner Einzigartigkeit den jeweiligen Augenblick vollkommen widerspiegelt. Jedes Ensō offenbart viel über seinen Künstler oder anders ausgedrückt: Hinter einem kalligrafischen Strich kann sich kein Mensch verstecken. Literatur: Kazuaki Tanahashi: Brush Mind, überarbeitete Ausgabe, Createspace Independent Pub, 2009, ISBN: 1439254907, 9781439254905 Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 28 Jan 2023 - 34min - 175 - Z00173 Die Bedeutung des Schweigens im Zazen
Christoph erinnert die Gemeinschaft der Übenden an das noble Schweigen. Im Teeweg ehren wir mit dem letzten unserer vier Schlucke die Stille als besonderes Merkmal der Übung. Als Vertiefung erläutert er den Fall 84 des Hekinganroku: „Yuima's Tor zum Einzig Wahren.“ Yuima (=Vilamakirti) war krank. Dennoch wollte ihm niemand die Grüße des Buddha ausrichten – hatten doch alle Angst vor seiner Geisteskraft. Schließlich ging Manjushri mit großer Begleitung zu ihm. Yuima fragte zur Begüßung: „Was ist das Tor zum Einzig Wahren?“ Nach Manjushris Antwort stellte dieser Yuima die gleiche Frage. Yuima antwortete mit seinem donnernden Schweigen. - Dieses Schweigen ist eine Qualität, die wir im Zazen auch selber erleben können. Christoph ermutigt uns, mit Hilfe des Schweigens die 8 Jhanas, die 8 Stufen der Konzentration, zu erforschen. Dann können wir erkennen, daß die soziale Normalität vor dem Erforschen des Schweigens eine andere ist als die danach. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 14 Jan 2023 - 41min - 174 - Z00166 Der große Klang hinter den Geräuschen der Welt (Issum 11.6.2022)
Im Kattoshu, Fall Nr. 238, Rojas große Glocke, wird berichtet, wie Shogen Meister Roja Ekaku zitiert, der über "diese Sache" spricht, also über die Buddhanatur, die Essenz sowohl unseres Wesens als auch die Essenz des Seins selbst. Und Meister Roja stellt diese Essenz als Klang einer großen Glocke dar, einem Klang, der das ganze Universum durchdringt. Dieser Grund- oder Urklang, bzw. die Stille hinter den vordergründigen Lauten, liegt allen Formen und Erscheinungen zugrunde. Die Frage ist, ob wir diesen Ur-Klang oder diese Stille hinter den Klängen, wahrnehmen können oder nicht. Wir hören aber oft auch die Klagen der Leidenden, zu denen auch wir selber gehören. Das raumgebende Zuhören des Bodhisattva Avalokiteshvara, aus dieser großen Stille heraus, kann den Leidenden die Möglichkeit geben, dem Klang ihrer eigenen Stimme auf die Spur zu kommen. Und auch wir selber können, indem wir aus der Stille heraus zuhören, dem Leidenden ermöglichen, sich selber besser zu verstehen. Und in der Meditation können wir, aus der Stille heraus, uns selber den Raum geben, in dem wir uns dann selber besser zuhören und verstehen können. Und auch in der - von uns so wahrgenommenen - Aussichtslosigkeit können wir dann, wenn wir den vorlauten Verstand beruhigen, vielleicht noch einen Segen entdecken.
Sat, 27 Aug 2022 - 51min - 173 - Z00172 Getreten werden ohne Ärger (Herbstsesshin 7.10.2022)
Ein Mönch fragte Jimyo Soen: „Was ist der Weg?“ Jimyo antwortete: „Obwohl er getreten wird, macht er keinen Ärger.“ Dieser Fall 245 des Kattoshu ist der Ausgang des Problems, wie wir mit Ärger umgehen. Oft wirkt unser Ärger lebensfeindlich. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 31 Dec 2022 - 44min - 172 - Z00171 Der Zenmeister Joshu als Brückenbauer des Geistes und als Krieger des Herzens
Im Hekiganroku, Fall Nr. 52, Joshus Steinbrücke, wird geschildert, wie ein Mönch, der den Meister Joshu noch nicht als Brückenbauer erkennen kann, sich mit einer provokativen Frage an ihn wendet. Für den Bodhisattva geht es darum, auch in schwierigen Situationen und auch wenn seine Bemühungen nicht mit offenen Armen aufgenommen werden, Brückenbauer zu bleiben. Die Aktionen des Earthsteward Netzwerkes, die von Danaan Parry in Vietnam begleitet wurden, zeigen, dass es auch in einer anscheinend unauflöslich verfeindeten Situation möglich ist, mit der Kraft des Kriegers des Herzens neue Brücken zu bauen und zur Versöhnung beizutragen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 17 Dec 2022 - 34min - 171 - Z00170 Die vier Bodhisattvagelübde (Sommersesshin 8.7.2022)
Ausgehend von der Unsicherheit bezüglich der Frage, was wir eigentlich mit unserem Leben anfangen wollen, wählen wir bewusst eine Intention, mit der wir dann konsequent unterwegs sein können. Anhand der Gründung des Lebensgartens und der damals gesetzten Intentionen erläutert Christoph die Voraussetzungen für die Umsetzung von Visionen. Bei deren Manifestation und auch bei der Befolgung der Gelübde können uns die Paramitas Orientierung bieten, nämlich: Freigebigkeit (Dāna), ethische Richtlinien (Śīla), Geduld (Kṣānti), Tatkraft (Vīrya), Meditation (Dhyāna), Weisheit (Prajñā). In Richtung der Befreiung aller Wesen zu gehen kann aber auch schon mit einem raumgebenden Zuhören beginnen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/ Herzlichen Dank
Sat, 03 Dec 2022 - 55min
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