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Wissensreise durch die Psychologie

Jeden Samstag neu! Wir finanzieren uns über Werbung oder für 0,99€ im Monat werbefrei: https://members.spotify.com/to/wissensreise-durch Tauche ein in die faszinierende Welt der Psychologie. In diesem Podcast erhältst du fundiertes Wissen über menschliches Denken, Fühlen und Verhalten – verständlich erklärt und direkt auf den Punkt gebracht. Ob Alltagspsychologie, spannende Studien oder aktuelle Forschung: Hier erfährst du, warum wir so handeln, wie wir handeln, und was uns wirklich bewegt.
- 45 - Einsamkeit – Die Psychologie eines sozialen Schmerzes
Warum schmerzt es im Kopf fast genauso, ausgeschlossen zu werden, wie sich zu verletzen? Diese Folge nimmt Einsamkeit als das, was sie wissenschaftlich ist: ein evolutionär altes Warnsignal, kein persönliches Versagen. Wir schauen auf die Definition von Perlman und Peplau, auf John Cacioppos Theorie des sozialen Schmerzes und auf das Cyberball-Experiment, das zeigte, wie sich soziale Zurückweisung im Gehirn wie körperlicher Schmerz anfühlt. Es geht um die Wirkung von Einsamkeit auf Immunsystem und Herz, um aktuelle Zahlen aus dem WHO-Bericht und dem deutschen Einsamkeitsbarometer, um die Harvard-Langzeitstudie zur Erwachsenenentwicklung und um die Frage, was gegen Einsamkeit wirklich hilft.QuellenCacioppo, J. T., & Patrick, W. (2008). Loneliness: Human nature and the need for social connection. W. W. Norton & Company.Eisenberger, N. I., Lieberman, M. D., & Williams, K. D. (2003). Does rejection hurt? An fMRI study of social exclusion. Science, 302(5643), 290–292. https://doi.org/10.1126/science.1089134Holt-Lunstad, J., Smith, T. B., Baker, M., Harris, T., & Stephenson, D. (2015). Loneliness and social isolation as risk factors for mortality. Perspectives on Psychological Science, 10(2), 227–237. https://doi.org/10.1177/1745691614568352Kompetenznetz Einsamkeit. (2024). Einsamkeitsbarometer 2024. Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.Perlman, D., & Peplau, L. A. (1981). Toward a social psychology of loneliness. In S. Duck & R. Gilmour (Eds.), Personal relationships in disorder (pp. 31–56). Academic Press.World Health Organization. (2025). From loneliness to social connection: Report of the WHO Commission on Social Connection.
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Wed, 16 Sep 2026 - 23min - 44 - Kognitive Dissonanz – Wenn Überzeugung und Handeln auseinanderfallen
Im Dezember 1954 sitzt der Sozialpsychologe Leon Festinger unerkannt in einer kleinen Gruppe, die auf das Ende der Welt wartet. Als die vorhergesagte Katastrophe ausbleibt, bricht die Gruppe nicht auseinander, sondern wird missionarischer als zuvor. Aus dieser Beobachtung entsteht eine der einflussreichsten Theorien der Psychologie: die kognitive Dissonanz. Diese Folge erklärt, warum es unangenehm ist, wenn Überzeugung und Handeln auseinanderfallen, und welche Wege unsere Psyche findet, diesen Widerspruch aufzulösen, oft ohne dass wir es merken. Wir schauen auf das berühmte Ein-Dollar-Experiment von Festinger und Carlsmith, auf Studien zu Initiationsriten, Kaufentscheidungen und moralischer Lizenzierung, und auf die Frage, warum wir Nachrichten bevorzugen, die unsere Meinung bestätigen. Neuere Forschung zeigt sogar, wie sich Dissonanz im Gehirn abbildet und wie sie sich gezielt nutzen lässt, um nachhaltigeres Verhalten zu fördern, etwa beim Wassersparen. Dazu gehört auch ein Blick auf die Gegentheorie der Selbstwahrnehmung und darauf, wie Hirnforschung den entscheidenden Streit inzwischen für Festinger entschieden hat. QuellenAronson, E., & Mills, J. (1959). The effect of severity of initiation on liking for a group. Journal of Abnormal and Social Psychology, 59(2), 177–181.Bem, D. J. (1972). Self-perception theory. In L. Berkowitz (Hrsg.), Advances in Experimental Social Psychology (Bd. 6, S. 1–62). Academic Press.Brehm, J. W. (1956). Postdecision changes in the desirability of alternatives. Journal of Abnormal and Social Psychology, 52(3), 384–389.Dickerson, C. A., Thibodeau, R., Aronson, E., & Miller, D. (1992). Using cognitive dissonance to encourage water conservation. Journal of Applied Social Psychology, 22(11), 841–854.Elliot, A. J., & Devine, P. G. (1994). On the motivational nature of cognitive dissonance: Dissonance as psychological discomfort. Journal of Personality and Social Psychology, 67(3), 382–394.Festinger, L. (1957). A theory of cognitive dissonance. Stanford University Press.Festinger, L., & Carlsmith, J. M. (1959). Cognitive consequences of forced compliance. Journal of Abnormal and Social Psychology, 58(2), 203–210.Festinger, L., Riecken, H. W., & Schachter, S. (1956). When prophecy fails. University of Minnesota Press.Hart, W., Albarracín, D., Eagly, A. H., Brechan, I., Lindberg, M. J., & Merrill, L. (2009). Feeling validated versus being correct: A meta-analysis of selective exposure to information. Psychological Bulletin, 135(4), 555–588.Monin, B., & Miller, D. T. (2001). Moral credentials and the expression of prejudice. Journal of Personality and Social Psychology, 81(1), 33–43.
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Sat, 12 Sep 2026 - 24min - 43 - Das Belohnungssystem – Dopamin zwischen Antrieb und Sucht
Warum lässt sich das Handy kaum aus der Hand legen, und warum schmeckt der erste Kaffee des Tages so besonders gut? Diese Folge führt in die Neurowissenschaft des Dopamins, jenes Botenstoffs, der lange als reines Glückshormon missverstanden wurde. Wir begleiten die Entdeckungsgeschichte von Arvid Carlsson bis zur Parkinson-Forschung, blicken auf die berühmten Affenstudien von Wolfram Schultz zum Vorhersagefehler der Belohnung und lernen mit Kent Berridge und Terry Robinson den Unterschied zwischen Wollen und Mögen kennen. Es geht um die Frage, warum manche Substanzen und Verhaltensweisen in eine Abhängigkeit führen können und welche Rolle variable Belohnungsmuster bei Glücksspiel und Social Media spielen. Am Ende steht ein ruhiger Blick darauf, wie ein bewussterer Umgang mit Reizen und Zeit in der Natur helfen kann, die Empfindsamkeit für kleine, echte Freuden zurückzugewinnen.QuellenBerridge, K. C., & Robinson, T. E. (2016). Liking, wanting, and the incentive-sensitization theory of addiction. American Psychologist, 71(8), 670–679.Lembke, A. (2021). Dopamine nation: Finding balance in the age of indulgence. Dutton.Schultz, W. (2016). Dopamine reward prediction error coding. Dialogues in Clinical Neuroscience, 18(1), 23–32.Volkow, N. D., Fowler, J. S., Wang, G. J., Baler, R., & Telang, F. (2009). Imaging dopamine's role in drug abuse and addiction. Neuropharmacology, 56(Suppl 1), 3–8.
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Tue, 08 Sep 2026 - 23min - 42 - Die Psychologie der Liebe – Bindung, Leidenschaft, Dauer
Warum verlieben wir uns, und warum hält Liebe bei manchen Paaren ein Leben lang, während sie bei anderen verblasst? Diese Folge nimmt die Wissenschaft der Liebe genau unter die Lupe: von Helen Fishers drei Gehirnsystemen für Lust, Anziehung und Bindung über Robert Sternbergs Dreieckstheorie aus Intimität, Leidenschaft und Verbindlichkeit bis zu John Gottmans jahrzehntelangen Beobachtungen im "Love Lab". Es geht um die Chemie der Verliebtheit, um Dopamin, Oxytocin und die erstaunliche Parallele zu monogamen Präriewühlmäusen, um Bindungsstile aus der Kindheit und ihre Wirkung auf erwachsene Beziehungen, und um die Frage, warum leidenschaftliche Liebe nicht zwangsläufig verblassen muss, wie Studien an langjährig verliebten Paaren zeigen. Dazu die Kommunikationsmuster, die laut Forschung Trennungen vorhersagen, überraschende Befunde zu arrangierten Ehen sowie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zu Ehen und Scheidungen in Deutschland. Auch der Blick über den kulturellen Tellerrand fehlt nicht: Studien aus über hundertsechzig Gesellschaften zeigen, dass romantische Liebe kein westliches Konstrukt ist, sondern zum gemeinsamen emotionalen Erbe der Menschheit gehört. Eine Folge für alle, die verstehen möchten, was Liebe im Innersten zusammenhält, jenseits von Kitsch und Zufall, wissenschaftlich fundiert und mit echten Studien belegt.QuellenAcevedo, B. P., Aron, A., Fisher, H. E., & Brown, L. L. (2012). Neural correlates of long-term intense romantic love. Social Cognitive and Affective Neuroscience, 7(2), 145–159.Fisher, H. E., Aron, A., Mashek, D., Li, H., & Brown, L. L. (2002). Defining the brain systems of lust, romantic attraction, and attachment. Archives of Sexual Behavior, 31(5), 413–419.Gottman, J. M., & Levenson, R. W. (1992). Marital processes predictive of later dissolution. Journal of Personality and Social Psychology, 63(2), 221–233.Hatfield, E., Pillemer, J. T., O'Brien, M. U., & Le, Y. C. (2008). The endurance of love: Passionate and companionate love in newlywed and long-term marriages. Interpersona, 2(1), 35–64.Hazan, C., & Shaver, P. (1987). Romantic love conceptualized as an attachment process. Journal of Personality and Social Psychology, 52(3), 511–524.Jankowiak, W. R., & Fischer, E. F. (1992). A cross-cultural perspective on romantic love. Ethnology, 31(2), 149–155.Statistisches Bundesamt. (2025). Rund 129 300 Ehescheidungen im Jahr 2024 [Pressemitteilung Nr. 228]. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/06/PD25_228_126.htmlSternberg, R. J. (1986). A triangular theory of love. Psychological Review, 93(2), 119–135.
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Thu, 03 Sep 2026 - 23min - 41 - Kreativität – Wie neue Ideen im Gehirn entstehen
Warum entsteht die zündende Idee ausgerechnet unter der Dusche oder kurz vor dem Einschlafen, aber selten am vollgepackten Schreibtisch? Diese Folge nimmt die Neurowissenschaft der Kreativität unter die Lupe: das Zusammenspiel von Default Mode Network, exekutivem Kontrollnetzwerk und Salienznetzwerk, das divergente Denken nach Guilford und Wallas' Vier-Phasen-Modell des kreativen Prozesses. Es geht um die Rolle von REM-Schlaf bei der Ideenfindung, um berühmte Geistesblitze wie Kekulés Benzolring, um Alpha-Wellen im EEG und um die Frage, warum Gehen, Langeweile und moderate Einschränkungen kreatives Denken fördern können. Eine Folge für alle, die verstehen wollen, wie neue Gedanken wirklich entstehen.QuellenBeaty, R. E., Kenett, Y. N., Christensen, A. P., Rosenberg, M. D., Benedek, M., Chen, Q., Fink, A., Qiu, J., Kwapil, T. R., Kane, M. J., & Silvia, P. J. (2018). Robust prediction of individual creative ability from brain functional connectivity. Proceedings of the National Academy of Sciences, 115(5), 1087–1092.Cai, D. J., Mednick, S. A., Harrison, E. M., Kanady, J. C., & Mednick, S. C. (2009). REM, not incubation, improves creativity by priming associative networks. Proceedings of the National Academy of Sciences, 106(25), 10130–10134.Fink, A., & Benedek, M. (2014). EEG alpha power and creative ideation. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 44, 111–123.Guilford, J. P. (1950). Creativity. American Psychologist, 5(9), 444–454.Kounios, J., & Beeman, M. (2014). The cognitive neuroscience of insight. Annual Review of Psychology, 65, 71–93.Oppezzo, M., & Schwartz, D. L. (2014). Give your ideas some legs: The positive effect of walking on creative thinking. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition, 40(4), 1142–1152.
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Sun, 30 Aug 2026 - 23min - 40 - Wut – die missverstandene Emotion
Kaum eine Emotion hat einen so schlechten Ruf wie die Wut. Sie gilt als gefährlich, zerstörerisch, unbeherrscht. Doch dieser Blick verkennt ihre eigentliche Bedeutung. In dieser Folge nähern wir uns der Wut als das, was sie tatsächlich ist: ein uraltes, funktionales Signal, tief verwurzelt in unserer Biologie und Evolution. Wir schauen darauf, was in Gehirn und Körper geschieht, wenn uns der Zorn überkommt, warum Wut oft eine sekundäre Emotion ist, die Angst oder Verletzung verdeckt, und warum das verbreitete Dampfablassen genau das Falsche ist. Wir fragen, wie ein gesunder Umgang aussieht, jenseits von blinder Unterdrückung und ungezügeltem Ausleben, und entdecken die konstruktive Seite der Wut, die schon viele soziale Bewegungen angetrieben hat. Eine Einladung, diese missverstandene Emotion neu zu verstehen und als das anzunehmen, was sie ist: eine der ehrlichsten Stimmen in uns.QuellenBarrett, L. F. (2017). How emotions are made: The secret life of the brain. Houghton Mifflin Harcourt.Bushman, B. J. (2002). Does venting anger feed or extinguish the flame? Catharsis, rumination, distraction, anger, and aggressive responding. Personality and Social Psychology Bulletin, 28(6), 724–731. https://doi.org/10.1177/0146167202289002Sell, A., Tooby, J., & Cosmides, L. (2009). Formidability and the logic of human anger. Proceedings of the National Academy of Sciences, 106(35), 15073–15078. https://doi.org/10.1073/pnas.0904312106Ekman, P. (1992). An argument for basic emotions. Cognition and Emotion, 6(3–4), 169–200. https://doi.org/10.1080/02699939208411068
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Sun, 23 Aug 2026 - 19min - 39 - Die Psychologie der Hoffnung
Hoffnung ist mehr als ein flüchtiges Gefühl: In der psychologischen Forschung gilt sie als kognitiv-motivationaler Prozess mit messbaren Auswirkungen auf Wohlbefinden, Gesundheit und Widerstandskraft. In dieser Folge beleuchten wir Charles R. Snyders einflussreiche Hoffnungstheorie, die Hoffnung aus zwei Komponenten zusammensetzt: dem Glauben an eigene Wege zum Ziel und dem Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit, diese Wege auch zu gehen. Wir schauen, wie sich hoffnungsvolles Denken von bloßem Optimismus unterscheidet, warum es in der Positiven Psychologie als Charakterstärke gilt und welche Rolle es als Wirkfaktor in der Psychotherapie spielt. Zahlreiche Studien zeigen, dass Menschen mit ausgeprägter Hoffnung Rückschläge besser verarbeiten, Ziele beharrlicher verfolgen und selbst unter chronischem Stress stabilere psychische Gesundheit aufweisen. Wir betrachten außerdem, wie sich Hoffnung gezielt stärken lässt, welche Grenzen sie hat und weshalb sie gerade in unsicheren Zeiten, etwa mit Blick auf gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen, eine wichtige psychologische Ressource bleibt. Eine Folge über die leise Kraft, die uns auch dann weitergehen lässt, wenn der Weg noch nicht sichtbar ist.QuellenSeligman, M. E. P., & Csikszentmihalyi, M. (2000). Positive psychology: An introduction. American Psychologist, 55(1), 5–14. https://doi.org/10.1037/0003-066X.55.1.5Snyder, C. R. (1991). The will and the ways: Development and validation of an individual-differences measure of hope. Journal of Personality and Social Psychology, 60(4), 570–585. https://doi.org/10.1037/0022-3514.60.4.570Snyder, C. R. (2002). Hope theory: Rainbows in the mind. Psychological Inquiry, 13(4), 249–275. https://doi.org/10.1207/S15327965PLI1304_01
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Wed, 19 Aug 2026 - 24min - 38 - Motivation – was uns wirklich antreibt
Was bringt uns morgens aus dem Bett, und warum fühlt sich dieselbe Aufgabe an manchen Tagen mühelos und an anderen unüberwindbar an? Diese Folge nähert sich der Motivation aus der Perspektive der wissenschaftlichen Psychologie und räumt mit hartnäckigen Missverständnissen auf. Wir erkunden, warum Belohnungen die innere Freude an einer Tätigkeit untergraben können, was das Dopaminsystem wirklich steuert und weshalb es weniger das Molekül des Genusses als das des Wollens ist. Wir betrachten die drei psychologischen Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit, das Zusammenspiel von Selbstwirksamkeit und Selbstbild, den beglückenden Zustand des Flow sowie die Kluft zwischen Absicht und Tat. Eine ruhige, faktenreiche Reise durch eine Kraft, die weniger ein Charakterzug als ein formbares Zusammenspiel von Bedingungen ist.
Quellen
Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The "what" and "why" of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227–268. https://doi.org/10.1207/S15327965PLI1104_01Schultz, W. (2016). Dopamine reward prediction error coding. Dialogues in Clinical Neuroscience, 18(1), 23–32. https://doi.org/10.31887/DCNS.2016.18.1/wschultzBandura, A. (1997). Self-efficacy: The exercise of control. W. H. Freeman.Gollwitzer, P. M. (1999). Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 54(7), 493–503. https://doi.org/10.1037/0003-066X.54.7.493
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Sat, 15 Aug 2026 - 24min - 37 - Vertrauen – wie es entsteht und zerbricht
Vertrauen ist die stille Grundlage fast aller menschlichen Beziehungen, und doch nehmen wir es meist erst wahr, wenn es fehlt. Diese Folge geht der Frage nach, wie diese unsichtbare Kraft entsteht, was sie im Innersten trägt und warum sie sich so leicht zerstören lässt. Wir betrachten die drei Säulen der Vertrauenswürdigkeit, die Rolle des Hormons Oxytocin und die Grenzen seiner Deutung, die frühen Wurzeln des Urvertrauens in der Kindheit sowie die spieltheoretische Frage, warum Kooperation sich lohnt. Wir erkunden die eigentümliche Asymmetrie, die Vertrauen schwer aufzubauen und leicht zu brechen macht, und werfen einen Blick auf Vertrauen in Institutionen, im digitalen Zeitalter und als Fundament demokratischen Zusammenlebens. Eine ruhige, faktenreiche Reise zu einer Kraft, die menschliches Leben überhaupt erst möglich macht.QuellenMayer, R. C., Davis, J. H., & Schoorman, F. D. (1995). An integrative model of organizational trust. Academy of Management Review, 20(3), 709–734. https://doi.org/10.2307/258792Kosfeld, M., Heinrichs, M., Zak, P. J., Fischbacher, U., & Fehr, E. (2005). Oxytocin increases trust in humans. Nature, 435(7042), 673–676. https://doi.org/10.1038/nature03701Axelrod, R., & Hamilton, W. D. (1981). The evolution of cooperation. Science, 211(4489), 1390–1396. https://doi.org/10.1126/science.7466396Putnam, R. D. (2000). Bowling alone: The collapse and revival of American community. Simon & Schuster.
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Tue, 11 Aug 2026 - 23min - 36 - Das Gehirn – das Universum hinter der Stirn
Nur wenige Zentimeter hinter deiner Stirn liegt das komplexeste Gebilde des bekannten Universums: dein Gehirn. In dieser Folge reisen wir hinein, ins weiche, blassrosa Gewebe aus sechsundachtzig Milliarden Nervenzellen. Wir schauen uns an, wie eine einzelne Nervenzelle gebaut ist, wie aus einem Ungleichgewicht winziger Teilchen ein elektrischer Impuls entsteht und wie dieser Impuls an der Synapse für einen Augenblick chemisch wird, ehe er zur nächsten Zelle springt. Von dort spannt sich der Bogen weiter: über Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin, über das Geheimnis des Lernens in wandelbaren Synapsen bis hin zu den großen Landschaften von Hirnstamm, Kleinhirn und Großhirnrinde. Berühmte Fälle wie Phineas Gage zeigen, wie eng Persönlichkeit und Gewebe verwoben sind. Am Ende bleibt das größte Rätsel: Wie wird aus messbarer Physik das warme Gefühl, du selbst zu sein? Diese Folge erscheint als Gemeinschaftsproduktion in „Wissensreise durch die Psychologie" und der neuen Reihe „Wissensreise durch Medizin und Körper" und schlägt so die Brücke zwischen Körper und Seele.QuellenHerculano-Houzel, S. (2009). The human brain in numbers: A linearly scaled-up primate brain. Frontiers in Human Neuroscience, 3, 31. https://doi.org/10.3389/neuro.09.031.2009Kandel, E. R., Schwartz, J. H., Jessell, T. M., Siegelbaum, S. A., & Hudspeth, A. J. (2013). Principles of neural science (5. Aufl.). McGraw-Hill.Purves, D., Augustine, G. J., Fitzpatrick, D., Hall, W. C., LaMantia, A.-S., & White, L. E. (2018). Neuroscience (6. Aufl.). Oxford University Press.Xie, L., Kang, H., Xu, Q., Chen, M. J., Liao, Y., Thiyagarajan, M., … Nedergaard, M. (2013). Sleep drives metabolite clearance from the adult brain. Science, 342(6156), 373–377. https://doi.org/10.1126/science.1241224Weitere Schlafreise Reihen:
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Sun, 02 Aug 2026 - 23min - 35 - Die Psychologie des Schlafs
Fast ein Drittel unseres Lebens verschlafen wir, und lange galt diese Zeit als bloße Pause. Heute wissen wir: Der schlafende Geist ist hochaktiv. In dieser Folge erkunden wir, was im Gehirn geschieht, wenn wir wegdämmern. Wir folgen den Schlafphasen von leichtem Dösen über den Tiefschlaf bis in die Welt der Träume, verstehen, wie Schlaf unser Gedächtnis festigt und unsere Gefühle ordnet, und erfahren, warum ausgerechnet die hell erleuchtete Moderne so viele Menschen um ihre Nachtruhe bringt. Wir sprechen über Klarträume und Schlaflähmung, über die innere Uhr und den Botenstoff Melatonin, über Lerchen und Eulen, über Schlaflosigkeit und die überraschend einfachen Wege zu besserem Schlaf. Eine ruhige, faktenreiche Reise durch eines der letzten großen Rätsel der Wissenschaft und eine Einladung, die Dunkelheit wieder als das zu begreifen, was sie ist: der stille Raum, in dem sich Körper und Geist Nacht für Nacht erneuern.QuellenAserinsky, E., & Kleitman, N. (1953). Regularly occurring periods of eye motility, and concomitant phenomena, during sleep. Science, 118(3062), 273–274. https://doi.org/10.1126/science.118.3062.273Diekelmann, S., & Born, J. (2010). The memory function of sleep. Nature Reviews Neuroscience, 11(2), 114–126. https://doi.org/10.1038/nrn2762Walker, M. P. (2017). Why we sleep: Unlocking the power of sleep and dreams. Scribner.Xie, L., Kang, H., Xu, Q., Chen, M. J., Liao, Y., Thiyagarajan, M., … Nedergaard, M. (2013). Sleep drives metabolite clearance from the adult brain. Science, 342(6156), 373–377. https://doi.org/10.1126/science.1241224
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Sat, 08 Aug 2026 - 21min - 34 - Wo wohnt das Bewusstsein? Dan Brown, die noetische Wissenschaft und die Grenzen des Beweisbaren
Dan Browns Thriller Secret of Secrets (2025) schickt Robert Langdon durch die noetische Wissenschaft und eine kühne These: Das Gehirn erzeuge das Bewusstsein nicht, es empfange es nur. In dieser Folge trennen wir Faszination und Faktenlage. Wir schauen auf die außerordentlich stabile Kopplung von Gehirn und Bewusstsein, die Läsionsstudien, Narkose und bildgebende Verfahren belegen, und auf das bis heute ungelöste „harte Problem des Bewusstseins". Wir würdigen ernstzunehmende Randtheorien wie den Panpsychismus und die integrierte Informationstheorie, ohne ihre offenen Probleme zu verschweigen. Und wir fragen ehrlich, wo Browns Roman die Evidenz überholt: Für ein ortloses oder todesüberdauerndes Bewusstsein fehlt bislang jeder belastbare Nachweis. Eine Einladung, eine große Frage offen auszuhalten, statt sie vorschnell zu schließen.
Quellen und zum Weiterlesen
Chalmers, D. J. (1995). Facing up to the problem of consciousness. Journal of Consciousness Studies, 2(3), 200–219.Koch, C., Massimini, M., Boly, M., & Tononi, G. (2016). Neural correlates of consciousness: Progress and problems. Nature Reviews Neuroscience, 17(5), 307–321.Goff, P. (2019). Galileo's error: Foundations for a new science of consciousness. Pantheon.Tononi, G., & Koch, C. (2015). Consciousness: Here, there and everywhere? Philosophical Transactions of the Royal Society B, 370(1668).Fleming, S. M., et al. (2023). Offener Brief zur integrierten Informationstheorie als Pseudowissenschaft. PsyArXiv.Weitere Schlafreise Reihen:
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Wed, 29 Jul 2026 - 16min - 33 - Warum wir an Verschwörungen glauben
Warum finden Verschwörungserzählungen so viele Anhänger, und warum sind sie so schwer zu erschüttern? Diese Folge geht der Psychologie hinter dem Verschwörungsglauben nach, ruhig und ohne Urteil über die Menschen, die ihm anhängen. Wir schauen auf drei tief menschliche Bedürfnisse, die solche Erzählungen ansprechen: das Bedürfnis, die Welt zu verstehen, das Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle und das Bedürfnis nach einem guten Bild von sich selbst und der eigenen Gruppe. Wir begegnen der Neigung, große Ereignisse großen Plänen zuzuschreiben, dem unermüdlichen Mustersucher in uns und dem verblüffenden Befund, dass sich einander widersprechende Erzählungen gleichzeitig halten lassen. Und wir fragen, was gegen die trügerische Ordnung dieser Erzählungen schützt: das Aushalten von Ungewissheit, geistige Bescheidenheit und die Fähigkeit, Quellen zu prüfen. Eine nachdenkliche Reise über Wahrheit, Vertrauen und den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Am Ende führt ein sanfter Ausklang ins Loslassen und in einen erholsamen Schlaf.
QuellenDouglas, K. M., Sutton, R. M., & Cichocka, A. (2017). The psychology of conspiracy theories. Current Directions in Psychological Science, 26(6), 538–542. https://doi.org/10.1177/0963721417718261van Prooijen, J.-W., & Douglas, K. M. (2018). Belief in conspiracy theories: Basic principles of an emerging research domain. European Journal of Social Psychology, 48(7), 897–908. https://doi.org/10.1002/ejsp.2530Wood, M. J., Douglas, K. M., & Sutton, R. M. (2012). Dead and alive: Beliefs in contradictory conspiracy theories. Social Psychological and Personality Science, 3(6), 767–773. https://doi.org/10.1177/1948550611434786van der Linden, S. (2023). Foolproof: Why misinformation infects our minds and how to build immunity. W. W. Norton.
Oreskes, N., & Conway, E. M. (2010). Merchants of doubt: How a handful of scientists obscured the truth on issues from tobacco smoke to global warming. Bloomsbury Press.
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Fri, 24 Jul 2026 - 21min - 32 - Warum Therapie funktioniert – und warum wir trotzdem so lange warten
Zwischen dem ersten leisen Gedanken, sich Hilfe zu suchen, und dem tatsächlichen Beginn einer Behandlung liegen oft Jahre. In dieser Folge gehen wir der Frage nach, warum Psychotherapie so verlässlich wirkt und was in ihr eigentlich geschieht. Wir sprechen über die gemeinsamen Wirkfaktoren hinter den verschiedenen Therapieschulen, über die tragende Kraft der therapeutischen Beziehung und darüber, wie sich seelische Veränderung bis ins lebendige Gewebe des Gehirns niederschlägt. Zugleich fragen wir, warum wir trotz all dieses Wissens so lange zögern, welche inneren Hürden uns zurückhalten und welche gesellschaftlichen Strukturen den Weg zur Hilfe verlängern. Eine ruhige, ermutigende Einladung, das eigene Erleben ernster zu nehmen und die Brücke zwischen Leiden und Hilfe ein Stück kürzer zu denken. Am Ende führt ein sanfter Ausklang ins Loslassen und in einen erholsamen Schlaf.
QuellenCuijpers, P., Reijnders, M., & Huibers, M. J. H. (2019). The role of common factors in psychotherapy outcomes. Annual Review of Clinical Psychology, 15, 207–231. https://doi.org/10.1146/annurev-clinpsy-050718-095424Flückiger, C., Del Re, A. C., Wampold, B. E., & Horvath, A. O. (2018). The alliance in adult psychotherapy: A meta-analytic synthesis. Psychotherapy, 55(4), 316–340. https://doi.org/10.1037/pst0000172Wang, P. S., Angermeyer, M., Borges, G., et al. (2007). Delay and failure in treatment seeking after first onset of mental disorders in the WHO World Mental Health surveys. World Psychiatry, 6(3), 177–185.Wampold, B. E. (2015). How important are the common factors in psychotherapy? An update. World Psychiatry, 14(3), 270–277. https://doi.org/10.1002/wps.20238Quellenqualität: Alle vier Quellen sind peer-reviewed und stammen von führenden Autorinnen und Autoren der Psychotherapieforschung. Cuijpers, Flückiger und Wampold gelten als zentrale Referenzen zu Wirkfaktoren und therapeutischem Bündnis; die WHO-Erhebung (Wang et al.) ist die maßgebliche internationale Datenbasis zur Behandlungslücke. Einzig Wang et al. ist älter, methodisch aber weiterhin Standardreferenz.
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Tue, 21 Jul 2026 - 20min - 31 - Glück – was die Forschung wirklich weiß
Was macht uns Menschen dauerhaft glücklich, und was bloß für einen kurzen Augenblick? Diese Folge nimmt dich mit in die Erkenntnisse der modernen Glücksforschung. Wir unterscheiden zwischen dem Wohlbefinden des Moments und der Zufriedenheit mit dem ganzen Leben, klären, was Geld wirklich zum Glück beiträgt, und begegnen dem verblüffenden Phänomen der Gewöhnung, das jede große Anschaffung rasch verblassen lässt. Vor allem aber geht es um das, was tatsächlich trägt: warme Beziehungen, ein Gefühl von Sinn, Dankbarkeit, Präsenz im Augenblick, Großzügigkeit und das Aufgehen in einer erfüllenden Tätigkeit. Wir werfen einen Blick auf die überraschende U-Kurve des Glücks über die Lebensspanne, auf die Rolle von Körper und Schlaf und auf die stille Last, glücklich sein zu müssen. Eine ruhige, wissenschaftlich fundierte Reise zu der tröstlichen Einsicht, dass die kostbarsten Quellen des Wohlbefindens uns näher liegen, als wir oft meinen. Am Ende führt ein sanfter Ausklang ins Loslassen und in einen erholsamen Schlaf.
QuellenDiener, E., & Biswas-Diener, R. (2008). Happiness: Unlocking the mysteries of psychological wealth. Blackwell Publishing.Killingsworth, M. A., & Gilbert, D. T. (2010). A wandering mind is an unhappy mind. Science, 330(6006), 932. https://doi.org/10.1126/science.1192439Kahneman, D., & Deaton, A. (2010). High income improves evaluation of life but not emotional well-being. Proceedings of the National Academy of Sciences, 107(38), 16489–16493. https://doi.org/10.1073/pnas.1011492107Waldinger, R. J., & Schulz, M. S. (2023). The good life: Lessons from the world's longest scientific study of happiness. Simon & Schuster.
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Sun, 19 Jul 2026 - 21min - 30 - Stress und das Nervensystem – wenn der Körper Alarm schlägt
In dieser Episode erfährst du, wie Stress im Körper entsteht, warum die Amygdala blitzschnell Alarm schlägt und welche Rolle Hormone wie Adrenalin und Cortisol spielen. Wir tauchen tief in das autonome Nervensystem ein, erklären den Unterschied zwischen akutem und chronischem Stress und zeigen, wie Dauerbelastung Herz, Immunsystem und Gehirn beeinflusst.
Du lernst, wie der Vagusnerv als natürliche Bremse wirkt, warum Atmung, Natur, Bewegung und soziale Nähe das Nervensystem beruhigen – und wie du langfristig Resilienz aufbauen kannst.Die Folge endet mit einer sanften, geführten Entspannung, die Körper und Geist zur Ruhe bringt.
Perfekt für alle, die Stress verstehen, reduzieren und innere Balance stärken möchten.
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Wed, 15 Jul 2026 - 21min - 29 - Gewohnheiten - Wie sie entstehen und sich verändern
Fast die Hälfte unseres Verhaltens läuft nicht über bewusste Entscheidungen, sondern über stille Routinen. Diese Folge geht der Frage nach, wie Gewohnheiten im Gehirn entstehen, warum sie so hartnäckig sind und wie sie sich verändern lassen. Wir folgen der Spur vom Striatum und den Basalganglien über den Dreiklang aus Signal, Routine und Belohnung bis zur überraschenden Rolle des Dopamins, das weniger den Genuss als die Erwartung steuert. Klassische Untersuchungen wie das Popcorn-Experiment von Wendy Wood und die geduldige Tagebuchstudie von Phillippa Lally zeigen, wie tief Routinen verankert sind und wie lange ihr Aufbau wirklich dauert. Daraus ergeben sich greifbare Wege der Veränderung, vom Stapeln von Gewohnheiten über Umsetzungsabsichten bis zur klugen Gestaltung der Umgebung. Eine ruhige, faktenreiche Reise zu der stillen Mechanik, die unseren Alltag trägt, und ein versöhnlicher Blick darauf, wie sich aus kleinen Wiederholungen Großes formen lässt, im eigenen Leben wie im Zusammenleben.
QuellenGraybiel, A. M. (2008). Habits, rituals, and the evaluative brain. Annual Review of Neuroscience, 31, 359–387. https://doi.org/10.1146/annurev.neuro.29.051605.112851Lally, P., van Jaarsveld, C. H. M., Potts, H. W. W., & Wardle, J. (2010). How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology, 40(6), 998–1009. https://doi.org/10.1002/ejsp.674Schultz, W., Dayan, P., & Montague, P. R. (1997). A neural substrate of prediction and reward. Science, 275(5306), 1593–1599. https://doi.org/10.1126/science.275.5306.1593Wood, W., & Neal, D. T. (2007). A new look at habits and the habit-goal interface. Psychological Review, 114(4), 843–863. https://doi.org/10.1037/0033-295X.114.4.843Quellenqualität: Alle vier Quellen sind begutachtete Fachbeiträge in führenden Zeitschriften. Graybiel und Schultz gelten als grundlegende, vielzitierte Arbeiten der Neurowissenschaft; Lally liefert die methodisch sauberste Feldstudie zur Dauer der Gewohnheitsbildung; Wood und Neal ist eine maßgebliche theoretische Übersichtsarbeit. Insgesamt sehr hohe Qualität.
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Sun, 12 Jul 2026 - 20min - 28 - Kognitive Verzerrungen - Die Fallen des Denkens
Wir alle glauben, die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist. Doch unser Denken folgt verborgenen Mustern, die unser Urteil immer wieder in dieselben Richtungen verbiegen. In dieser Folge erkunden wir die faszinierende Welt der kognitiven Verzerrungen. Du erfährst, warum unser Gehirn auf schnelle Abkürzungen setzt, was es mit dem schnellen und dem langsamen Denken nach Daniel Kahneman auf sich hat und welche Verzerrungen unseren Alltag am stärksten prägen, vom Bestätigungsfehler über den Anker- und Rahmungseffekt bis zum Dunning-Kruger-Effekt und der Verlustaversion. Wir fragen ehrlich, ob bloßes Wissen vor diesen Fallen schützt, und werfen einen Blick auf die selbstkritische Replikationskrise der Psychologie. Eine ruhige, fundierte Reise in das Innere unseres eigenen Denkens, die mit einer überraschend tröstlichen Einsicht endet, denn wer die Grenzen des eigenen Urteils kennt, begegnet sich selbst und anderen mit mehr Demut und Nachsicht. Zum Nachdenken und sanften Loslassen am Ende des Tages.QuellenKahneman, D. (2011). Thinking, fast and slow. Farrar, Straus and Giroux.Tversky, A., & Kahneman, D. (1974). Judgment under uncertainty: Heuristics and biases. Science, 185(4157), 1124–1131. https://doi.org/10.1126/science.185.4157.1124Kruger, J., & Dunning, D. (1999). Unskilled and unaware of it: How difficulties in recognizing one's own incompetence lead to inflated self-assessments. Journal of Personality and Social Psychology, 77(6), 1121–1134. https://doi.org/10.1037/0022-3514.77.6.1121Tversky, A., & Kahneman, D. (1981). The framing of decisions and the psychology of choice. Science, 211(4481), 453–458. https://doi.org/10.1126/science.7455683Quellenqualität: Durchweg höchste Qualität. Die beiden Science-Artikel von Tversky und Kahneman gehören zu den meistzitierten und einflussreichsten Arbeiten der gesamten Psychologie und Verhaltensökonomie. Kruger & Dunning (1999) ist die grundlegende Originalstudie zum gleichnamigen Effekt in einer hochrangigen Fachzeitschrift. Kahnemans Buch ist eine populärwissenschaftliche, aber vom Autor selbst verfasste und fundierte Zusammenfassung des Forschungsstands, ideal als zugängliche Vertiefung.
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Thu, 09 Jul 2026 - 22min - 27 - Trauer - Wie wir Verluste verarbeiten
Früher oder später trifft sie jeden von uns. In dieser Folge nähern wir uns der Trauer mit der ruhigen Aufmerksamkeit der Psychologie. Wir klären, was Trauer eigentlich ist, und räumen mit einem hartnäckigen Mythos auf, denn die berühmten fünf Phasen halten der wissenschaftlichen Prüfung nicht stand. Stattdessen lernst du moderne Modelle kennen, die zeigen, dass gesunde Trauer ein Pendeln zwischen Schmerz und Lebenszuwendung ist und dass die Verbindung zu den Verstorbenen nicht abgebrochen, sondern verwandelt wird. Wir blicken auf das, was Trauer im Körper und im Gehirn auslöst, auf die erstaunliche Widerstandskraft vieler Menschen, auf die Trauer von Kindern und sogar von Tieren und darauf, wann Trauer zur Belastung wird, die fachliche Hilfe braucht. Eine behutsame, fundierte Wegbegleitung durch eine der schwersten und zugleich menschlichsten Erfahrungen, getragen von dem tröstlichen Gedanken, dass wir trauern, weil wir geliebt haben.
Dies ist ein sensibles Thema. Wenn dich ein Verlust gerade stark belastet, kann es entlastend sein, mit vertrauten Menschen oder einer Fachperson darüber zu sprechen.
Quellen
Stroebe, M., & Schut, H. (1999). The dual process model of coping with bereavement: Rationale and description. Death Studies, 23(3), 197–224. https://doi.org/10.1080/074811899201046
Bonanno, G. A. (2004). Loss, trauma, and human resilience: Have we underestimated the human capacity to thrive after extremely aversive events? American Psychologist, 59(1), 20–28. https://doi.org/10.1037/0003-066X.59.1.20
Klass, D., Silverman, P. R., & Nickman, S. L. (Hrsg.). (1996). Continuing bonds: New understandings of grief. Taylor & Francis.
O'Connor, M.-F. (2019). Grief: A brief history of research on how body, mind, and brain adapt. Psychosomatic Medicine, 81(8), 731–738. https://doi.org/10.1097/PSY.0000000000000717
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Sun, 05 Jul 2026 - 20min - 26 - Selbstwert - Das Fundament der Persönlichkeit
Es gibt eine Stimme, die uns ein Leben lang begleitet und uns zuflüstert, ob wir genügen oder nicht. In dieser Folge ergründen wir den Selbstwert, jenes stille Fundament, auf dem unsere ganze Persönlichkeit ruht. Wir klären, was Selbstwert von Selbstkonzept und Selbstwirksamkeit unterscheidet, und verfolgen seine Wurzeln von der frühen Kindheit über die Bindungstheorie bis zu Carl Rogers und seiner Idee der bedingungslosen Wertschätzung. Du erfährst, wie sich der Selbstwert über das gesamte Leben verändert, warum er als Schutzschild gegen existenzielle Angst und als soziales Messinstrument verstanden werden kann und weshalb ein hoher Selbstwert allein nicht glücklich macht. Stattdessen rückt das Selbstmitgefühl ins Licht, eine freundlichere und stabilere Art, sich selbst zu begegnen. Eine ruhige, fundierte Reise zu der Frage, wie wir lernen können, in einer gelassenen Gewissheit des eigenen Wertes zu ruhen, ganz ohne Bedingungen. Zum Nachdenken und sanften Loslassen am Ende des Tages.QuellenOrth, U., & Robins, R. W. (2014). The development of self-esteem. Current Directions in Psychological Science, 23(5), 381–387. https://doi.org/10.1177/0963721414547414Baumeister, R. F., Campbell, J. D., Krueger, J. I., & Vohs, K. D. (2003). Does high self-esteem cause better performance, interpersonal success, happiness, or healthier lifestyles? Psychological Science in the Public Interest, 4(1), 1–44. https://doi.org/10.1111/1529-1006.01431Neff, K. D. (2003). Self-compassion: An alternative conceptualization of a healthy attitude toward oneself. Self and Identity, 2(2), 85–101. https://doi.org/10.1080/15298860309032Leary, M. R., & Baumeister, R. F. (2000). The nature and function of self-esteem: Sociometer theory. Advances in Experimental Social Psychology, 32, 1–62. https://doi.org/10.1016/S0065-2601(00)80003-9Quellenqualität: Sämtliche Quellen sind peer-reviewte Arbeiten von führenden Forscherinnen und Forschern des Feldes. Orth & Robins sowie Leary & Baumeister fassen Forschungsstand und Theorie prägnant zusammen. Die Übersichtsarbeit von Baumeister et al. gilt als methodisch besonders sorgfältige und vielzitierte kritische Bestandsaufnahme. Neff (2003) ist die grundlegende Erstpublikation zum Selbstmitgefühl. Insgesamt hohe Quellenqualität.
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Thu, 02 Jul 2026 - 20min - 25 - Achtsamkeit - Im Hier und Jetzt ankommen
Was bedeutet es eigentlich, achtsam zu sein? In dieser Folge gehen wir dem vielleicht meistgebrauchten und zugleich am häufigsten missverstandenen Begriff der modernen Psychologie auf den Grund. Wir verfolgen die Spur der Achtsamkeit von ihren Wurzeln in alten kontemplativen Traditionen bis in die Labore der Hirnforschung, wo Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler messen können, wie regelmäßiges Üben das Gehirn umgestaltet. Du erfährst, warum unser Geist fast die Hälfte der Zeit abschweift und was das mit unserem Wohlbefinden zu tun hat, wie Achtsamkeit auf Stress, Schmerz und Aufmerksamkeit wirkt und wo die ehrlichen Grenzen der Forschung liegen. Eine ruhige, fundierte Reise zu der zutiefst menschlichen Fähigkeit, im gegenwärtigen Augenblick anzukommen, dort, wo das Leben tatsächlich stattfindet. Zum Mitnehmen, Nachdenken und sanften Loslassen am Ende eines langen Tages.
QuellenGoyal, M., Singh, S., Sibinga, E. M. S., Gould, N. F., Rowland-Seymour, A., Sharma, R., Berger, Z., Sleicher, D., Maron, D. D., Shihab, H. M., Ranasinghe, P. D., Linn, S., Saha, S., Bass, E. B., & Haythornthwaite, J. A. (2014). Meditation programs for psychological stress and well-being: A systematic review and meta-analysis. JAMA Internal Medicine, 174(3), 357–368. https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2013.13018Hölzel, B. K., Carmody, J., Vangel, M., Congleton, C., Yerramsetti, S. M., Gard, T., & Lazar, S. W. (2011). Mindfulness practice leads to increases in regional brain gray matter density. Psychiatry Research: Neuroimaging, 191(1), 36–43. https://doi.org/10.1016/j.pscychresns.2010.08.006Killingsworth, M. A., & Gilbert, D. T. (2010). A wandering mind is an unhappy mind. Science, 330(6006), 932. https://doi.org/10.1126/science.1192439Kabat-Zinn, J. (2013). Full catastrophe living: Using the wisdom of your body and mind to face stress, pain, and illness (Rev. ed.). Bantam Books.Quellenqualität: Die Metaanalyse von Goyal et al. (JAMA Internal Medicine) ist eine hochwertige, vielfach zitierte Übersichtsarbeit und gilt als Referenz für die nüchterne Einordnung der Effektstärken. Hölzel et al. und Killingsworth & Gilbert sind peer-reviewte Primärstudien in angesehenen Fachzeitschriften (Science). Kabat-Zinn ist eine fundierte Primärquelle des Begründers, jedoch populärwissenschaftlich und nicht peer-reviewt, daher als Hintergrund und nicht als empirischer Beleg zu verstehen.
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Sun, 28 Jun 2026 - 21min - 24 - Selbstmitgefühl – Freundlichkeit gegenüber sich selbst
Warum begegnen wir anderen mit Wärme und uns selbst oft mit Härte? In dieser Folge erkunden wir das Selbstmitgefühl, eines der spannendsten Themen der jüngeren psychologischen Forschung. Wir lernen die drei Bestandteile kennen, die Kristin Neff beschrieben hat: Selbstfreundlichkeit, gemeinsame Menschlichkeit und Achtsamkeit. Wir gehen der verbreiteten Sorge nach, Selbstmitgefühl mache träge, und sehen, warum die Forschung das Gegenteil nahelegt. Wir grenzen es vom schwankenden Selbstwertgefühl ab, werfen einen Blick auf die beruhigenden Systeme in Körper und Gehirn und entdecken die zwei Gesichter des Selbstmitgefühls, das sanfte und das kraftvolle. Schließlich erfahren wir, dass diese Haltung erlernbar ist und sogar den Schlaf erleichtern kann. Eine ruhige, wissenschaftlich fundierte Reise zu einer freundlicheren inneren Stimme, die sanft in den Schlaf hinübergleitet.QuellenNeff, K. D. (2003). The development and validation of a scale to measure self-compassion. Self and Identity, 2(3), 223–250. https://doi.org/10.1080/15298860309027Neff, K. D., & Germer, C. K. (2013). A pilot study and randomized controlled trial of the mindful self-compassion program. Journal of Clinical Psychology, 69(1), 28–44. https://doi.org/10.1002/jclp.21923MacBeth, A., & Gumley, A. (2012). Exploring compassion: A meta-analysis of the association between self-compassion and psychopathology. Clinical Psychology Review, 32(6), 545–552. https://doi.org/10.1016/j.cpr.2012.06.003Gilbert, P. (2009). The compassionate mind: A new approach to life's challenges. Constable & Robinson.
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Fri, 26 Jun 2026 - 20min - 23 - Persönlichkeit – Die fünf großen Faktoren
Warum sind Menschen so verschieden, und lässt sich diese Vielfalt überhaupt ordnen? In dieser Folge erkunden wir das bewährteste Modell der Persönlichkeitspsychologie, die fünf großen Faktoren, auch Big Five genannt. Wir verfolgen den Weg von den antiken Temperamentenlehren über die lexikalische Hypothese bis zur modernen Faktorenanalyse und lernen die fünf Dimensionen kennen: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und emotionale Stabilität. Wie misst man Persönlichkeit, wie viel davon ist angeboren, und verändert sie sich im Lauf des Lebens? Wir betrachten Zwillingsstudien, das Reifungsprinzip und auch die Grenzen des Modells, ebenso die Abgrenzung von unwissenschaftlichen Typentests. Eine ruhige, wissenschaftlich fundierte Reise zu der Frage, was uns zu dem macht, was wir sind, und warum die menschliche Vielfalt ein Reichtum ist, der sanft in den Schlaf hinübergleitet.QuellenAsendorpf, J. B., & Neyer, F. J. (2018). Psychologie der Persönlichkeit (6. Aufl.). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-54942-1John, O. P., & Srivastava, S. (1999). The Big Five trait taxonomy: History, measurement, and theoretical perspectives. In L. A. Pervin & O. P. John (Hrsg.), Handbook of personality: Theory and research (2. Aufl., S. 102–138). Guilford Press.McCrae, R. R., & Costa, P. T. (1997). Personality trait structure as a human universal. American Psychologist, 52(5), 509–516. https://doi.org/10.1037/0003-066X.52.5.509Roberts, B. W., Walton, K. E., & Viechtbauer, W. (2006). Patterns of mean-level change in personality traits across the life course: A meta-analysis of longitudinal studies. Psychological Bulletin, 132(1), 1–25. https://doi.org/10.1037/0033-2909.132.1.1
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Mon, 22 Jun 2026 - 20min - 22 - Flow – Im Zustand völliger Vertiefung
Manchmal verschwindet die Zeit, und wir gehen ganz in einer Tätigkeit auf. Die Psychologie nennt diesen beglückenden Zustand Flow. In dieser Folge begleiten wir den Forscher Mihály Csíkszentmihályi, der den Begriff prägte, von seinen frühen Beobachtungen über Künstler und Bergsteiger bis zur wissenschaftlichen Vermessung jener Augenblicke höchster Vertiefung. Wir erkunden, was den Flusszustand kennzeichnet, das feine Gleichgewicht zwischen Anforderung und Können, das Verstummen des grübelnden Selbst, die veränderte Zeitwahrnehmung und die Tätigkeit, die sich selbst belohnt. Wir fragen, was dabei im Gehirn geschieht, betrachten die Hypothese der gedämpften Stirnhirnaktivität und die Rolle des Dopamins, und wir erfahren, wie sich die Bedingungen für Flow im eigenen Leben schaffen lassen. Eine ruhige, wissenschaftlich fundierte Reise über Aufmerksamkeit, Hingabe und ein gelingendes Leben, die sanft in den Schlaf hinübergleitet.
QuellenCsíkszentmihályi, M. (1990). Flow: The psychology of optimal experience. Harper & Row.Csíkszentmihályi, M. (2008). Flow im Beruf: Das Geheimnis des Glücks am Arbeitsplatz. Klett-Cotta.Dietrich, A. (2004). Neurocognitive mechanisms underlying the experience of flow. Consciousness and Cognition, 13(4), 746–761. https://doi.org/10.1016/j.concog.2004.07.002Nakamura, J., & Csikszentmihalyi, M. (2014). The concept of flow. In M. Csikszentmihalyi (Hrsg.), Flow and the foundations of positive psychology (S. 239–263). Springer. https://doi.org/10.1007/978-94-017-9088-8_16
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Fri, 19 Jun 2026 - 20min - 21 - Das Unbewusste – Die verborgenen Kräfte der Psyche
In dieser Folge tauchen wir ein in das weite, stille Reich unter der Schwelle unseres Bewusstseins. Wir begleiten den Begriff des Unbewussten von Sigmund Freuds berühmtem Eisbergmodell über Carl Gustav Jungs Archetypen bis hin zum heutigen Verständnis der Psychologie, die das Unbewusste als gewaltiges Maschinenwerk der Informationsverarbeitung begreift. Wie viel von dem, was wir wahrnehmen, fühlen und entscheiden, geschieht ohne unser bewusstes Zutun? Wir betrachten Bahnung und unterschwellige Wahrnehmung, das implizite Gedächtnis, das berühmte Libet-Experiment zum freien Willen, LeDouxʼ schnelle Angstverarbeitung im Gehirn sowie unbewusste Voreingenommenheiten und ihre Bedeutung für ein gerechtes Miteinander. Eine ruhige, wissenschaftlich fundierte Reise in die Tiefen der Psyche, die sanft in den Schlaf hinübergleitet.
QuellenFreud, S. (1940). Abriß der Psychoanalyse. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse und Imago, 25(1), 7–67.Kahneman, D. (2011). Thinking, fast and slow. Farrar, Straus and Giroux.LeDoux, J. E. (1996). The emotional brain: The mysterious underpinnings of emotional life. Simon & Schuster.Libet, B., Gleason, C. A., Wright, E. W., & Pearl, D. K. (1983). Time of conscious intention to act in relation to onset of cerebral activity (readiness-potential). Brain, 106(3), 623–642. https://doi.org/10.1093/brain/106.3.623
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Tue, 16 Jun 2026 - 20min - 20 - Angst - Schutzmechanismus und Last zugleich
Angst ist vielleicht das älteste aller Gefühle, und doch verstehen wir sie oft nur unzureichend. In dieser Folge nähern wir uns ihr behutsam und wissenschaftlich fundiert: Wir unterscheiden Furcht und Angst, werfen einen Blick auf die Amygdala als Schaltzentrale im Gehirn und folgen den beiden Wegen, auf denen Bedrohungsreize verarbeitet werden. Wir verstehen, was im Körper geschieht, wenn Adrenalin und Cortisol uns in Alarmbereitschaft versetzen, und warum dieses uralte Schutzprogramm in der modernen Welt manchmal aus dem Gleichgewicht gerät. Es geht um die evolutionäre Weisheit der Angst, um das Rauchmelderprinzip, um Angststörungen und ihre Behandlung durch Konfrontation und Achtsamkeit. Am Ende steht eine versöhnliche Einsicht: Die Angst ist nicht unsere Feindin, sondern ein vertrauter Begleiter, dessen Sprache wir lernen dürfen. Eine ruhige, lehrreiche Reise in die Tiefen eines Gefühls, das uns alle verbindet.
Quellen
Barlow, D. H. (2002). Anxiety and its disorders: The nature and treatment of anxiety and panic (2. Aufl.). Guilford Press. (Standardwerk der Angstforschung, sehr hohe Reliabilität)LeDoux, J. (1996). The emotional brain: The mysterious underpinnings of emotional life. Simon & Schuster. (Grundlagenwerk zur Neurobiologie der Furcht, hohe Reliabilität)Nesse, R. M. (2019). Good reasons for bad feelings: Insights from the frontier of evolutionary psychiatry. Dutton. (Fachlich fundiert, evolutionäre Perspektive, hohe Reliabilität)Öhman, A., & Mineka, S. (2001). Fears, phobias, and preparedness: Toward an evolved module of fear and fear learning. Psychological Review, 108(3), 483–522. (Peer-reviewter Übersichtsartikel, sehr hohe Reliabilität)
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Sun, 14 Jun 2026 - 21min - 19 - Empathie - Die Fähigkeit, andere zu verstehen
Empathie ist die unsichtbare Brücke zwischen den Menschen, jene Fähigkeit, andere zu verstehen und ihre Gefühle nachzuempfinden. In dieser Folge der Wissensreise durch die Psychologie ergründen wir, woher das junge Wort stammt und warum Empathie kein einheitliches Phänomen ist, sondern aus kognitiver Empathie, emotionalem Mitfühlen und mitfühlender Sorge besteht. Wir folgen den Spuren der Empathie ins Gehirn, von den Spiegelneuronen bis zu den Netzwerken, die Schmerz und Verstehen tragen, und lernen den wichtigen Unterschied zwischen erschöpfendem Mitleiden und stärkendem Mitgefühl kennen. Wir verfolgen, wie sich Empathie beim Kind entwickelt, was bei Autismus und Psychopathie geschieht, und warum auch das Mitfühlen seine Verzerrungen und Grenzen hat. Eine ruhige, faktenreiche Reise über eine Fähigkeit, die unser Zusammenleben, unsere Demokratie und unseren Umgang mit der lebendigen Welt grundlegend prägt.
Quellen
Bloom, P. (2016). Against empathy: The case for rational compassion. Ecco. (Qualität: hoch, einflussreiche, kontroverse Fachmonographie)
Decety, J., & Jackson, P. L. (2004). The functional architecture of human empathy. Behavioral and Cognitive Neuroscience Reviews, 3(2), 71–100. https://doi.org/10.1177/1534582304267187 (Qualität: sehr hoch, vielzitierte Übersichtsarbeit)
Rizzolatti, G., & Craighero, L. (2004). The mirror-neuron system. Annual Review of Neuroscience, 27, 169–192. https://doi.org/10.1146/annurev.neuro.27.070203.144230 (Qualität: sehr hoch, peer-reviewt)
Singer, T., & Klimecki, O. M. (2014). Empathy and compassion. Current Biology, 24(18), R875–R878. https://doi.org/10.1016/j.cub.2014.06.054 (Qualität: sehr hoch, peer-reviewt)
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Wed, 10 Jun 2026 - 21min - 18 - Prokrastination - Warum wir aufschieben
Fast alle Menschen kennen es. Wir nehmen uns etwas Wichtiges vor und schieben es dennoch auf, obwohl wir wissen, dass uns das schadet. In dieser Folge ergründen wir, warum wir prokrastinieren. Wir erfahren, dass Aufschieben im Kern kein Problem des Zeitmanagements ist, sondern ein Versuch, unangenehmen Gefühlen zu entkommen, und wie dabei das gegenwärtige Selbst auf Kosten des zukünftigen handelt. Wir lernen die Gleichung der Aufschiebung von Piers Steel kennen, betrachten Versagensangst, Perfektionismus und Selbststeuerung als Wurzeln des Aufschiebens und werfen einen Blick auf die überraschenden Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden. Am Ende steht eine ermutigende Erkenntnis. Nicht härtere Selbstkritik, sondern Selbstvergebung und kleine, kluge Schritte helfen uns aus dem Aufschiebekreislauf heraus. Eine ruhige Reise zu einem zutiefst menschlichen Verhalten, zum Entspannen, Loslassen und sanften Einschlafen.
Quellen
Steel, P. (2007). The nature of procrastination: A meta-analytic and theoretical review of quintessential self-regulatory failure. Psychological Bulletin, 133(1), 65–94.
Sirois, F. M., & Pychyl, T. A. (2013). Procrastination and the priority of short-term mood regulation. Social and Personality Psychology Compass, 7(2), 115–127.
Wohl, M. J. A., Pychyl, T. A., & Bennett, S. H. (2010). I forgive myself, now I can study: How self-forgiveness for procrastinating can reduce future procrastination. Personality and Individual Differences, 48(7), 803–808.
Gollwitzer, P. M. (1999). Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 54(7), 493–503.
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Sat, 06 Jun 2026 - 19min - 17 - Das Gedächtnis - Wie Erinnerungen entstehen und vergehen
Wie entstehen Erinnerungen, warum vergessen wir, und warum täuschen wir uns so oft im eigenen Erinnern? Diese Folge nimmt dich mit zu Hermann Ebbinghaus und seiner Vergessenskurve, zu Patient H.M. und der Entdeckung des Hippocampus, zu Eric Kandel und den synaptischen Wurzeln der Erinnerung. Wir sprechen über sensorisches Gedächtnis, Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnis, über episodische und semantische Inhalte, über die Befunde von Elizabeth Loftus zur Manipulierbarkeit der Erinnerung und über die Rolle des Schlafs bei der Konsolidierung. Auch der Bogen zu Alzheimer, zu Trauma, zur Rekonsolidierung und zum kollektiven Gedächtnis darf nicht fehlen. Eine ruhige, fundierte Reise zu einer der stillsten Wunderleistungen unseres Gehirns.
Quellen:
Baddeley, A. (2012). Working memory: Theories, models, and controversies. Annual Review of Psychology, 63, 1-29.
Ebbinghaus, H. (1885). Über das Gedächtnis: Untersuchungen zur experimentellen Psychologie. Duncker & Humblot.
Kandel, E. R. (2006). In search of memory: The emergence of a new science of mind. Norton.
Loftus, E. F. (2005). Planting misinformation in the human mind: A 30-year investigation of the malleability of memory. Learning & Memory, 12(4), 361-366.
Tulving, E. (2002). Episodic memory: From mind to brain. Annual Review of Psychology, 53, 1-25.
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Tue, 02 Jun 2026 - 22min - 16 - Resilienz - Die Kunst, wieder aufzustehen
Resilienz, oft schlagwortartig als Stehaufmännchen-Fähigkeit beschrieben, ist in Wahrheit ein vielschichtiges Zusammenspiel aus Biologie, Persönlichkeit, Beziehungen und sozialen Bedingungen. Diese Folge geht den wissenschaftlichen Wurzeln des Begriffs nach, von Emmy Werners legendärer Kauai-Studie über Norman Garmezy und Ann Masten bis zur modernen Neurobiologie und Epigenetik. Wir betrachten die zentralen Säulen wie Emotionsregulation, Selbstwirksamkeit, soziale Verbundenheit, Sinn, Akzeptanz, realistischen Optimismus und Lösungsorientierung. Wir sprechen über posttraumatisches Wachstum, über die Bedeutung von Schlaf, Bewegung und Natur und über die Frage, wie sich Resilienz in einem Leben üben lässt. Eine ruhige Reise zu einer der bewegendsten Eigenschaften des menschlichen Geistes.
Quellen:
Bonanno, G. A. (2004). Loss, trauma, and human resilience: Have we underestimated the human capacity to thrive after extremely aversive events? American Psychologist, 59(1), 20-28.
Frankl, V. E. (1977). ... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. Kösel.
Masten, A. S. (2014). Ordinary magic: Resilience in development. Guilford Press.
Tedeschi, R. G., & Calhoun, L. G. (2004). Posttraumatic growth: Conceptual foundations and empirical evidence. Psychological Inquiry, 15(1), 1-18.
Werner, E. E., & Smith, R. S. (2001). Journeys from childhood to midlife: Risk, resilience, and recovery. Cornell University Press.
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Thu, 28 May 2026 - 41min - 15 - Perfektionismus - Wenn gut nie gut genug ist
Wann wird hoher Anspruch zur Last? In dieser Folge werfen wir einen wissenschaftlich fundierten Blick auf eines der prägendsten Persönlichkeitsmerkmale unserer Zeit – und zeigen, wie Perfektionismus uns antreiben, aber auch zerstören kann.
Themen dieser Folge:
Die drei Dimensionen des Perfektionismus nach Hewitt & Flett: selbstgerichtet, sozial vorgeschrieben, fremdgerichtetDas Mehr-Faktoren-Modell von Frost und seine zentralen KomponentenFunktionaler vs. dysfunktionaler Perfektionismus – wo verläuft die Grenze?Die Curran & Hill-Metaanalyse: Warum Perfektionismus bei jungen Menschen seit Jahrzehnten zunimmtGenetik, Erziehungsstile und bedingte Selbstwertschätzung als WurzelnZusammenhang mit Depression, Angststörungen, Essstörungen, Burnout und SuizidalitätProkrastination und das Imposter-Syndrom als typische BegleiterWirksame Therapieansätze: Kognitive Verhaltenstherapie, Selbstmitgefühl nach Kristin Neff, ACTBrené Brown: Perfektionismus als Schutz vor VerletzlichkeitSoziale Medien als Verstärker perfektionistischer TendenzenKonkrete Strategien für den Alltag: Selbstwahrnehmung, Werteklärung, AchtsamkeitKernbotschaft: Wir müssen nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein – und unsere Welt muss nicht ständig optimiert werden, um lebenswert zu bleiben. Mehr Mitgefühl mit uns selbst kann auch mehr Mitgefühl für unseren Planeten bedeuten.
Sun, 26 Apr 2026 - 19min - 14 - Gefühle sind keine Feinde – Was uns Emotionen wirklich sagen wollen
In dieser Folge der „Wissensreise durch die Psychologie" tauchen wir ein in die faszinierende Welt der Emotionen. Wir zeigen, warum Gefühle keine Störenfriede sind, sondern hochpräzise Botschafterinnen mit wichtigen Informationen über unser Leben.
Themen dieser Folge:
Was sind Emotionen eigentlich? Von den Basisemotionen nach Paul Ekman bis zur Theorie der konstruierten Emotion von Lisa Feldman BarrettDie neurobiologischen Grundlagen: Amygdala, Insula und die Rolle der InterozeptionWarum das Unterdrücken von Gefühlen paradoxerweise das Gegenteil bewirkt – Einblicke in die Forschung von Daniel Wegner und James GrossAkzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) nach Steven C. Hayes: Die experiential avoidance als Kern psychischen LeidensEmotionale Granularität: Warum differenzierte Gefühlsbegriffe die psychische Gesundheit stärken„Name it to tame it" – wie das Benennen von Emotionen die Amygdala beruhigtDie Botschaften einzelner Emotionen: Angst, Trauer, Wut, Scham und ihre FunktionenSelbstmitgefühl nach Kristin Neff und emotionale Flexibilität nach Susan DavidVier praktische Schritte für einen gesunden Umgang mit Gefühlen: Wahrnehmen, Benennen, Zuhören, werteorientiert HandelnErwähnte Forschende und Konzepte:Lisa Feldman Barrett, Paul Ekman, Nico Frijda, Joseph LeDoux, Steven C. Hayes, Daniel Wegner, James Gross, Leslie Greenberg, Matthew Lieberman, Barbara Fredrickson, George Bonanno, Kristin Neff, Susan David, Sigal Barsade
Sun, 26 Jul 2026 - 19min - 13 - Schlaf, Stress, Smartphone – Wie der moderne Alltag unsere Psyche verändert
In dieser Folge reisen wir ins Innere unserer Psyche und fragen: Was macht der moderne Alltag mit unserem Geist? Wir beleuchten, warum chronischer Schlafmangel so gefährlich ist, wie das Smartphone unser Nervensystem in Dauerstress versetzt und welche wissenschaftlich belegten Wege es gibt, psychische Widerstandsfähigkeitaufzubauen. Die Folge verbindet aktuelle Schlaf- und Stressforschung mit Erkenntnissen aus der Neurobiologie, der Sozialpsychologie und der Achtsamkeitsforschung – fundiert, verständlich und alltagsnah.
Sat, 04 Apr 2026 - 21min - 12 - Bindung für immer? – Wie unsere Kindheit unsere Beziehungen als Erwachsene prägt
Die Bindungstheorie wurde in ihrer modernen Form durch den britischen Psychiater und Psychoanalytiker John Bowlby entwickelt. Bowlby arbeitete in den 1940er und 1950er Jahren mit Kindern, die im Zweiten Weltkrieg ihre Eltern verloren hatten oder von ihnen getrennt worden waren. Was er beobachtete, war eindeutig: Diese Kinder zeigten nicht nur emotionalen Schmerz, sondern tiefgreifende und langanhaltende psychologische Störungen. Bowlby schloss daraus, dass die Bindung zwischen einem Kind und seinen primären Bezugspersonen keine nette Zugabe der Evolution war, sondern ein biologisches Grundbedürfnis – ebenso grundlegend wie der Bedarf nach Nahrung und Wärme.
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Hinweis: Die Vertonung ist KI unterstützt. Das Skript an sich wurde von uns ohne KI erstellt. Die neuen Folgen von Schlafreise durch das Universum und der Psychologie sind komplett ohne produziert.
Wed, 01 Apr 2026 - 21min - 11 - Der innere Kritiker – Wer spricht da eigentlich, und wie bringt man ihn zum Schweigen?
In dieser Folge erforschen wir die psychologischen Wurzeln des inneren Kritikers: woher er kommt, welche Funktion er erfüllt – und wie wir lernen können, eine gesündere Beziehung zu ihm aufzubauen. Von Bindungstheorie über kognitive Verhaltenstherapie bis hin zu Selbstmitgefühl und Akzeptanztherapie – eine wissenschaftlich fundierte Reise in unser inneres Erleben.
Quellen & weiterführende Literatur
Vygotski, L. S. (1934/1986). Thought and Language. MIT Press.Bowlby, J. (1969). Attachment and Loss, Vol. 1: Attachment. Basic Books.Ainsworth, M. D. S., Blehar, M. C., Waters, E., & Wall, S. (1978). Patterns of Attachment. Erlbaum.Winnicott, D. W. (1960). Ego distortion in terms of true and false self. In The Maturational Processes and the Facilitating Environment. Hogarth Press.Beck, A. T. (1979). Cognitive Therapy of Depression. Guilford Press.Ellis, A. (1962). Reason and Emotion in Psychotherapy. Lyle Stuart.Berne, E. (1961). Transactional Analysis in Psychotherapy. Grove Press.Schwartz, R. C. (1995). Internal Family Systems Therapy. Guilford Press.Neff, K. D. (2011). Self-compassion: An alternative conceptualization of a healthy attitude toward oneself. Self and Identity, 2(2), 85–101.Hayes, S. C., Strosahl, K. D., & Wilson, K. G. (1999). Acceptance and Commitment Therapy. Guilford Press.Hewitt, P. L., & Flett, G. L. (1991). Perfectionism in the self and social contexts. Journal of Personality and Social Psychology, 60(3), 456–470.Brown, B. (2010). The Gifts of Imperfection. Hazelden Publishing.Lieberman, M. D. et al. (2007). Putting feelings into words. Psychological Science, 18(5), 421–428.Lyubomirsky, S., & Layous, K. (2013). How do simple positive activities increase well-being? Current Directions in Psychological Science, 22(1), 57–62.Hanson, R. (2009). Buddha's Brain: The Practical Neuroscience of Happiness, Love, and Wisdom. New Harbinger.Sun, 29 Mar 2026 - 15min - 10 - Warum du nicht einfach ‚aufhören' kannst – Die Psychologie der Gewohnheiten
In dieser Folge tauchen wir tief in die Neurowissenschaft und Psychologie der Gewohnheiten ein. Wir erklären, warum Gewohnheiten im Gehirn so mächtig verankert sind, wie der Gewohnheitskreislauf aus Auslöser, Routine und Belohnung funktioniert – und warum bloßer Wille meist nicht ausreicht, um sie zu durchbrechen. Mit Erkenntnissen aus der Hirnforschung, Verhaltensökonomie und Sozialpsychologie zeigen wir, wie Kontextgestaltung, Implementierungsintentionen und Schlüsselgewohnheiten den echten Unterschied machen.
Quellen & weiterführende Literatur
Graybiel, A. M. (2008). Habits, rituals, and the evaluative brain. Annual Review of Neuroscience, 31, 359–387.Schultz, W., Dayan, P., & Montague, P. R. (1997). A neural substrate of prediction and reward. Science, 275(5306), 1593–1599.Wood, W., & Neal, D. T. (2007). A new look at habits and the habit-goal interface. Psychological Review, 114(4), 843–863.Baumeister, R. F., Bratslavsky, E., Muraven, M., & Tice, D. M. (1998). Ego depletion: Is the active self a limited resource? Journal of Personality and Social Psychology, 74(5), 1252–1265.Gollwitzer, P. M. (1999). Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 54(7), 493–503.Bem, D. J. (1967). Self-perception: An alternative interpretation of cognitive dissonance phenomena. Psychological Review, 74(3), 183–200.Duhigg, C. (2012). The Power of Habit: Why We Do What We Do in Life and Business. Random House.Clear, J. (2018). Atomic Habits: An Easy & Proven Way to Build Good Habits & Break Bad Ones. Avery.Christakis, N. A., & Fowler, J. H. (2009). Connected: The Surprising Power of Our Social Networks. Little, Brown and Company.Danziger, S., Levav, J., & Avnaim-Pesso, L. (2011). Extraneous factors in judicial decisions. PNAS, 108(17), 6889–6892.Thu, 26 Mar 2026 - 15min - 9 - Hinter den Symptomen: Psychodynamische Diagnostik und das OPD-System
Was steckt hinter psychischen Symptomen – und wie finden Therapeut*innen das heraus? In dieser Folge nehmen wir die psychodynamische Diagnostik unter die Lupe: von den historischen Wurzeln über das psychodynamische Erstgespräch bis hin zum modernen OPD-3-System mit seinen fünf Achsen.
Wir schauen uns an, was Übertragung und Gegenübertragung wirklich bedeuten, welche sieben unbewussten Konflikte die OPD unterscheidet – und warum die Beziehung zwischen Therapeut*in und Patient*in selbst das wichtigste diagnostische Instrument ist.
In dieser Folge:
Die 6 diagnostischen Teilschritte nach Reimer & RügerDas psychodynamische Erstgespräch & szenisches VerstehenDie 5 Achsen der OPD-3 (Krankheitserleben, Beziehung, Konflikt, Struktur, Diagnose)Die 7 psychodynamischen Konflikte – von Abhängigkeit bis IdentitätGütekriterien & wissenschaftliche EinordnungLiteratur & Quellen:
Arbeitskreis OPD (2023). OPD-3 – Manual für Diagnostik und Therapieplanung. Hogrefe.Reimer & Rüger (2012). Psychodynamische Psychotherapien. Springer.Dahlbender & Tritt (2011). Einführung in die OPD. Psychotherapie, 16, 28–39.Hat dir die Folge gefallen? Hinterlasse eine Bewertung auf Spotify – das hilft enorm! 🙏
Tue, 10 Mar 2026 - 24min - 8 - Kleine Patient:innen, große Fragen: Psychologische Diagnostik im Kindes- und Jugendalter
Wie diagnostiziert man psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen – und warum reicht es nicht, einfach die Methoden aus der Erwachsenendiagnostik zu übernehmen? Genau dieser Frage widmen wir uns in dieser Episode.
Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen. Sie entwickeln sich rasant, können ihre inneren Zustände oft noch nicht in Worte fassen und sind immer eingebettet in Familie, Schule und soziales Umfeld. Eine fundierte Diagnostik muss all das berücksichtigen – und das stellt hohe Anforderungen an Methoden, Instrumente und die diagnostizierende Person.
In dieser Folge erklären wir, was multi-modale und multi-methodale Diagnostik bedeutet, warum Eltern internalisierende Symptome ihrer Kinder häufig unterschätzen (und externalisierende überschätzen), und wie das Multiaxiale Klassifikationssystem (MAS) dabei hilft, ein vollständiges Bild eines jungen Menschen zu zeichnen. Außerdem nehmen wir bewährte Testverfahren unter die Lupe: von Intelligenztests wie dem CFT und den Raven-Matrizen über Aufmerksamkeitsverfahren wie den TEA-Ch und den QbTest bis hin zu Fragebögen wie der CBCL, dem DISYPS-III und dem FEEL-KJ. Den Abschluss bildet die Diagnostik umschriebener Entwicklungsstörungen – Lese-Rechtschreibstörung und Rechenstörung – inklusive diagnostischer Kriterien nach ICD-10 und aktuellen Leitlinienempfehlungen.
Themen dieser Episode:
Multi-modale Diagnostik: Selbst- und Fremdurteil, BELLA-StudieMultiaxiales Klassifikationssystem (MAS) – alle 6 AchsenDiagnostischer Ablauf nach Döpfner & Petermann (2012)Leistungs- und Intelligenzdiagnostik: CFT, Raven-MatrizenAufmerksamkeitsdiagnostik: TEA-Ch, QbTestVerhaltensfragebögen: CBCL, DISYPS-IIIDimensionale Diagnostik: ASEBA-SystemEmotionale Diagnostik: FEEL-KJEntwicklungsstörungen: LRS (F81.0) und Rechenstörung (F81.2)LITERATUR
Döpfner, M. & Petermann, F. (2012). Diagnostik psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter. Göttingen: Hogrefe.
Klasen, F., Meyrose, A.-K., Otto, C., Reiss, F. & Ravens-Sieberer, U. (2017). Psychische Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse der BELLA-Studie. Monatsschrift Kinderheilkunde, 165(5), 402–407.
Petermann, F. (Hrsg.) (2000). Lehrbuch der Klinischen Kinderpsychologie und -psychotherapie (4., vollst. überarb. und erw. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
Petermann, F. et al. (2011). Klinische Psychologie – Grundlagen. Göttingen: Hogrefe.
Morton, J. & Frith, U. (1995). Causal modeling: A structural approach to developmental psychopathology. In D. Cicchetti & D. J. Cohen (Eds.), Manual of developmental psychopathology (Vol. 1, pp. 357–390). New York: Wiley.
AWMF-Leitlinie (aktuell): Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung. Verfügbar unter: www.awmf.org
Wed, 04 Mar 2026 - 29min - 7 - Umweltpsychologie - Das Geheimnis unserer Untätigkeit
Intentions-Verhaltens-Lücke, psychologische Distanz (Construal Level Theory), Optimismus-Verzerrung, kognitive Dissonanz, Single-Action Bias, moralisches Lizenzieren, soziale Normen, erlernte Hilflosigkeit, Framing-Effekte, Selbstwirksamkeit, Naturverbundenheit und Attention Restoration Theory. Die Folge erklärt, warum Menschen trotz Wissen über Umweltprobleme nicht handeln und welche psychologischen Mechanismen dahinterstehen.
Ausgewählte Quellen:
Trope, Y. & Liberman, N. (2010): Construal-level theory of psychological distance. Psychological Review, 117(2), 440–463Festinger, L. (1957): A Theory of Cognitive Dissonance. Stanford University PressWeber, E. U. (2006): Experience-based and description-based perceptions of long-term risk. Climatic Change, 77, 103–120Cialdini, R. B. (2007): Influence: The Psychology of Persuasion. Harper BusinessSeligman, M. E. P. (1975): Helplessness: On Depression, Development, and Death. FreemanStoknes, P. E. (2015): What We Think About When We Try Not To Think About Global Warming. Chelsea Green PublishingKaplan, S. (1995): The restorative benefits of nature. Journal of Environmental Psychology, 15(3), 169–182Louv, R. (2005): Last Child in the Woods. Algonquin BooksGifford, R. (2011): The dragons of inaction: Psychological barriers that limit climate change mitigation. American Psychologist, 66(4), 290–302Sun, 22 Feb 2026 - 18min - 6 - Die blinden Flecken der Wissenschaft - Kognitive Verzerrungen, die unser Verständnis des Universums formen
Die Wissenschaft wird oft als das Instrument der absoluten Objektivität dargestellt. Wissenschaftler, so die Vorstellung, sind kühle, rationale Wesen, die Daten analysieren und emotionslos Schlüsse ziehen. Sie suchen nach der Wahrheit, unabhängig davon, wo diese Wahrheit hingehen mag. Aber die Realität ist wesentlich komplexer und menschlicher. Die Wissenschaft wird von Menschen betrieben, und Menschen sind nicht objektiv. Menschen haben Gefühle, Hoffnungen, Ängste und unbewusste Muster im Denken. Diese psychologischen Faktoren beeinflussen die Wissenschaft auf subtile, aber fundamentale Weise. Sie formen, welche Fragen Wissenschaftler stellen, welche Daten sie sammeln, wie sie diese Daten interpretieren, und am wichtigsten, welche Ergebnisse sie als signifikant genug erachten, um sie der Welt mitzuteilen.
Wed, 18 Feb 2026 - 22min - 5 - Psychologie der Tiere: Wenn Tiere denken, fühlen und planen
Denken Tiere? Fühlen sie? Trauernde Elefanten, werkzeugnutzende Krähen, empathische Ratten – die Tierpsychologie zeigt: Wir sind nicht allein mit Bewusstsein, Emotionen und Intelligenz.
Themen:
Werkzeuggebrauch bei Krähen und SchimpansenSelbsterkennung im Spiegel (Elefanten, Delfine, Elstern)Trauer bei Elefanten und Empathie bei RattenSoziale Intelligenz bei PrimatenCambridge Declaration on Consciousness (2012)Grundlagenwerke:
Darwin, C. (1872). The Expression of the Emotions in Man and Animals. John Murray.de Waal, F. (2016). Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are? W. W. Norton.Bekoff, M. (2007). The Emotional Lives of Animals. New World Library.Kognition & Intelligenz:
Goodall, J. (1986). The Chimpanzees of Gombe. Harvard University Press.Hunt, G. R. (1996). "Manufacture and use of hook-tools by New Caledonian crows." Nature, 379, 249-251.Emery, N. J., & Clayton, N. S. (2004). "The mentality of crows: convergent evolution of intelligence in corvids and apes." Science, 306(5703), 1903-1907.Selbsterkennung:
Gallup, G. G. (1970). "Chimpanzees: self-recognition." Science, 167(3914), 86-87.Plotnik, J. M., et al. (2006). "Self-recognition in an Asian elephant." PNAS, 103(45), 17053-17057.Prior, H., et al. (2008). "Mirror-induced behavior in the magpie." PLoS Biology, 6(8), e202.Emotionen & Empathie:
Bartal, I. B.-A., et al. (2011). "Empathy and pro-social behavior in rats." Science, 334(6061), 1427-1430.Bates, L. A., et al. (2008). "African elephants have expectations about the locations of out-of-sight family members." Biology Letters, 4(1), 34-36.Kommunikation:
Seyfarth, R. M., et al. (1980). "Vervet monkey alarm calls: semantic communication in a free-ranging primate." Animal Behaviour, 28(4), 1070-1094.Savage-Rumbaugh, S., et al. (1998). "Apes, Language, and the Human Mind." Oxford University Press.Bewusstsein:
Low, P., et al. (2012). The Cambridge Declaration on Consciousness. Francis Crick Memorial Conference, Cambridge.Godfrey-Smith, P. (2016). Other Minds: The Octopus, the Sea, and the Deep Origins of Consciousness. Farrar, Straus and Giroux.Jane Goodall Institute: www.janegoodall.orgThe Nonhuman Rights Project: www.nonhumanrights.orgAnimal Cognition Journal: SpringerMarc Bekoff's Blog "Animal Emotions": Psychology Today© 2025 Wissensreise durch die Psychologie
Wissenschaftliche QuellenWeiterführende Ressourcen
Tue, 10 Feb 2026 - 14min - 4 - Dein Gehirn als Regisseur: Die Psychologie des selbstregulierten Lernens
Erwähnte Wissenschaftler und ihre Werke:
Edward Deci & Richard Ryan: Self-Determination TheoryAlbert Bandura: Self-Efficacy-TheorieHeinz Heckhausen: Expectancy-Value-ModellPädagogische Psychologie allgemein:Wichtige Organisationen:
American Psychological Association, Division 15: www.apadiv15.orgAmerican Educational Research Association: www.aera.netEuropean Association for Research in Learning and Instruction: www.earli.orgGesellschaft für Empirische Bildungsforschung: www.gebf-ev.deFachzeitschriften (zum weiteren Vertiefen):
Journal of Educational PsychologyLearning and InstructionUnterrichtswissenschaftZeitschrift für Pädagogische PsychologieSchlüsselkonzepte aus dieser Episode:
Selbstbestimmungstheorie / Self-Determination TheoryIntrinsische und extrinsische MotivationAutonomie, Kompetenz, soziale Verbundenheit (Three Basic Needs)Selbstwirksamkeit / Self-EfficacyExpectancy-Value-ModellRubikon-ModellHandlungstheorieSelbstreguliertes Lernen / Self-Regulated LearningPraktische Tools:
Selbstreflexion über deine drei BedürfnisseDokumentation von Mastery Experiences zur Steigerung von SelbstwirksamkeitKlärung deiner Lernziele und deren Wert für dichBewusster Rubikon-Übergang (Entscheidungsfestlegung)Handlungsketten-Analyse beim LernprozessEmpfohlene nächste Schritte:
- Identifiziere ein Lernziel, das dich interessiertÜberprüfe die drei Bedürfnisse in deiner LernumgebungBaue gezielt Selbstwirksamkeit aufSchaffe Klarheit über den Wert des LernensTreffe eine bewusste Entscheidung (überquere den Rubikon)Durchlaufe die Handlungskette bewusst
Mon, 02 Feb 2026 - 28min - 3 - Der Schlüssel zu Heilung: Wie Psychologen Probleme wirklich verstehen
Erwähnte Organisationen und Ressourcen:
Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs): www.dgps.deBerufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP): www.bv-psychologie.deBundespsychotherapeutenkammer (BPtK): www.bptk.deInternationale Testnorm Standards: www.intestcom.orgEmpfohlene Fachliteratur:
Schmidt-Atzert, L. & Amelang, M. (2012). Psychologische Diagnostik (5. Auflage). Berlin: Springer. [Kapitel 1 und 10]Wittchen, H.-U., & Hoyer, J. (2011). Klinische Psychologie & Psychotherapie (2. Auflage). Berlin: Springer. [Kapitel 16]Reimer, C. & Rüger, U. (2012). Psychodynamische Psychotherapien (4. Auflage). Berlin: Springer. [Kapitel 3]Christon, L. M., McLeod, B. D., & Jensen-Doss, A. (2015). Evidence-based assessment meets evidence-based treatment. Cognitive and Behavioral Practice, 22, 36-48.Eells, T. D. (2010). Handbook of Psychotherapy Case Formulation (2nd Ed.). New York, NY: Guilford.Wichtige Rechtliche Grundlagen:
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (insbesondere Artikel 1 und 2)Strafgesetzbuch (StGB): Paragraphen 203 (Schweigepflicht), 138-139 (Offenbarungspflicht)Musterberufsordnung der BundespsychotherapeutenkammerSchlüsselkonzepte aus dieser Episode:
Klinisch-psychologische DiagnostikVulnerabilitäts-Stress-ModellOPD (Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik)Science-Informed Case Conceptualization7-Phasen-Modell (Selbstmanagement-Ansatz)Ethische Standards in der psychologischen DiagnostikSchweigepflicht und DatenschutzFri, 30 Jan 2026 - 20min - 2 - Denken, Lernen, Erinnern – Die Psychologie hinter deinen Entscheidungen
Wie konstruiert dein Gehirn die Realität? Warum erinnern wir uns falsch, obwohl wir überzeugt sind, recht zu haben? Und wieso treffen wir manchmal unlogische Entscheidungen? In dieser Episode nehmen wir die spannendsten Erkenntnisse der allgemeinen Psychologie auseinander – von Wahrnehmung und optischen Täuschungen, über Lernen, Gedächtnis und Interferenz bis hin zu Problemlösen, Heuristiken und Entscheidungsfehlern.
Du erfährst:
Warum unser Gedächtnis eher ein Geschichtenerzähler als ein Archiv istWieso Retrieval Practice deine Lerngewohnheiten revolutionieren kannWie Kultur und Kontext unsere Wahrnehmung prägenWelche Denkfallen wir täglich unbewusst nutzen – und wie du sie erkennstPerfekt für alle, die Aha-Momente lieben, ihr Lernen verbessern wollen oder einfach neugierig sind, wie der Kopf wirklich tickt.
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Thu, 18 Sep 2025 - 23min - 1 - Motivation, Stress & Wandel in der Arbeitswelt
In dieser Episode von Psychologie kompakt tauchen wir tief in die Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie ein. Wie lässt sich Arbeit so gestalten, dass sie nicht nur effizient ist, sondern auch motiviert und zufrieden macht? Wir sprechen über zentrale Modelle wie das Job-Characteristics-Modell und das Job Demands-Resources Modell, erklären, wie Stress entsteht – und welche Ressourcen wirklich helfen.
Außerdem geht es um Work-Life-Balance, Personalentwicklung und Lerntransfer, Teamarbeit und Teamentwicklung sowie um Organisationsentwicklung und Unternehmenskultur. Praxisnah und wissenschaftlich fundiert zeigen wir, warum der Kontext und das richtige Umfeld entscheidend sind, damit Interventionen wirklich wirken.
Ein kompakter Überblick für alle, die verstehen wollen, was Menschen in der Arbeitswelt bewegt – von Motivation und Erholung bis hin zu nachhaltigem Wandel in Teams und Organisationen.
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Thu, 18 Sep 2025 - 29min
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