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Tagesgespräch

- 2940 - Robert Habeck: «Jetzt bloss nicht Korinthen zählen!»
In der Arktis bündeln sich die Probleme unserer Zeit, sagt der frühere deutsche Vizekanzler und Wirtschaftsminister der Grünen, Robert Habeck, in seinem aktuellen Buch. Er stellte es in Bern vor und war zu Gast bei Simone Hulliger. Durch den Klimawandel schmilzt das ewige Eis, in der Arktis entsteht ein Binnenmeer zwischen den Grossmächten USA und Russland, und auch China stellt Ansprüche an diese Region. Alles Mächte, die es mit Europa nicht gut meinten, so Habeck. Europa müsse sich mit dieser neuen Ausgangslage befassen und bereit sein, sollte die Lage eskalieren. Ausserdem äussert er sich zu den Jugendprotesten, die nun zum ersten Mal auch in Deutschland stattgefunden haben. Er fremdle damit, gesteht er, ihm fehle der inhaltliche Fokus. Robert Habeck war von 2021 bis 2025 Wirtschaftsminister und Vizekanzler der Grünen. Als er die Wahl zum Kanzler verpasste, zog er sich aus der Politik zurück. Sein aktuelles Buch heisst: «The Arctic Meltdown. Die Neuvermessung der Welt»
Tue, 03 Nov 2026 - 2939 - Abstimmungskontroverse zur AHV: Soll die MWST erhöht werden?
Soll die 13. AHV immerhin zur Hälfte finanziert werden? Darüber entscheiden die Schweizer Stimmberechtigten am 29. November. In der «Abstimmungskontroverse» debattieren Samira Marti (SP) und Susanne Vincenz-Stauffacher (FDP). Im Dezember wird die 13. AHV-Rente zum ersten Mal ausbezahlt. Das kostet im ersten Jahr 4,2 Milliarden Franken, bis 2030 wachsen die Ausgaben für die «Dreizehnte» bereits auf 4,6 Milliarden Franken an. Noch offen ist aber, ob diese zusätzlichen Ausgaben für die AHV finanziert werden. Die Mehrheit von Parlament und der Bundesrat wollen die Mehrwertsteuer dafür um 0,4 Prozentpunkte erhöhen. Damit und mit dem vom Parlament unverändert gelassenen Bundesbeitrag wäre die 13. AHV-Rente etwa zur Hälfte finanziert. FDP-Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher stellt sich gegen höhere Steuern und lehnt diese Mehrwertsteuererhöhung ab. SP-Co-Fraktionschefin Samira Marti befürwortet die höhere Mehrwertsteuer, damit die AHV-Finanzen gesichert sind. Beide Nationalrätinnen debattieren vor dem Urnengang vom 29. November in der Abstimmungskontroverse, bei Bundeshausredaktor Andreas Stüdli.
Mon, 02 Nov 2026 - 2938 - Samstagsrundschau: Der Grüne Widerstand gegen Freihandel
Das ausgebaute Freihandelsabkommen mit China ist unterzeichnet - doch Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone will es zusammen mit weiteren Freihandelsverträgen bekämpfen. Warum setzt sie Jobs in der Exportwirtschaft aufs Spiel? Und: Wie viel Umwelt- und Arbeiterschutz muss wirklich in die Verträge? Das aufdatierte Abkommen mit China macht es attraktiver, Schweizer Maschinen oder Pharmaprodukte nach China zu verkaufen. Aber nicht nur das: Es verweist erstmals auch auf die Menschenrechte und enthält verbindliche Bestimmungen zu umwelt- und Arbeitsstandards. Für Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone aber geht das alles zu wenig weit. In ihren Augen fördert Freihandel die Klimaerwärmung und Menschenrechtsverletzungen. Die Grünen gehen nicht nur gegen das China-Abkommen, sondern auch gegen die Verträge mit Malaysia und den südamerikanischen Mercosur-Staaten vor. Doch was wäre besser ohne die Verträge? Und: Was ist mit den unzähligen Arbeitsplätzen in der Schweiz, die vom Export abhängen? Kritische Fragen an Lisa Mazzone zum Grünen-Widerstand gegen Freihandelsabkommen. Thema ist auch die Ersatzwahl für SVP-Bundesrat Guy Parmelin. Wollen die Grünen bei der Auswahl eine Rolle spielen oder erklären sie wie bei der letzten Wahl eines SVP-Bunderats alle Kandidierenden rundweg für "unwählbar"? Und wie wollen die Grünen verhindern, dass sie nächstes Jahr bei der Gesamterneuerungswahl schon wieder abblitzen mit einer eigenen Bundesratskandidatur? Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Sat, 31 Oct 2026 - 2937 - Andrea Christen: «Das Pendel könnte in den USA zurückschlagen»
Steigende Lebenshaltungskosten und Benzinpreise oder der Krieg in Iran lassen die Zustimmung zu Präsident Trump sinken. Auch die Verschiebung der Wahlkreise dürfte kaum reichen, um einen demokratischen Sieg, der zur "blauen Welle" werden könnte, abzuwenden, sagt USA-Korrespondent Andrea Christen. Seit fast genau vier Jahren berichtet er für SRF aus den USA. Die Zeichen standen vor den letzten Zwischenwahlen anders: gegen den damaligen demokratischen Präsidenten Joe Biden. Nach 2 Jahren der Regierung unter Trump herrscht auch unter Trump-Wählerinnen und Wählern teilweise Enttäuschung oder Ernüchterung. Sowohl im Repräsentantenhaus wie auch im Senat werden die Demokraten zulegen. Es könnte gar zu demokratischen Mehrheiten kommen – auch in republikanischen Hochburgen. Andrea Christen beobachtet, wie sich eine Art demokratischer Tsunami aufbaut, der auch mit Wahlkreisverschiebungen durch die Administration Trump nicht mehr aufgehalten werden kann. Sowohl im Repräsentantenhaus wie auch im Senat dürften die Demokraten zulegen. Was haben aber demokratische Kandidatinnen und Kandidaten zu bieten, um die drängenden Probleme zu lösen? Wie wird Donald Trump auf eine allfällige Niederlage im Senat oder im Repräsentantenhaus reagieren? SRF USA-Korrespondent Andrea Christen ist zu Gast im Tagegespräch bei Karoline Arn.
Fri, 30 Oct 2026 - 2936 - Anna Trechsel: «Israel steht an einem Wendepunkt»
Zwei Tage nach der Wahl steckt Israel in einer politischen Hängepartie. Weder der amtierende Premier Netanjahu noch die Opposition haben eine Mehrheit. Doch es geht um mehr als nur um eine Regierungsbildung, sagt Auslandredaktorin Anna Trechsel in Jerusalem. Es gehe um die Zukunft Israels. Der Wandel ist nicht so eingetreten, wie es sich die Opposition erhofft hatte. Der Likud, die Partei von Premier Netanyahu, verliert zwar die absolute Mehrheit, bleibt aber stärkste Partei im Parlament. Die eigentlichen Gewinnerinnen dieser Wahl sind die arabischen Parteien. Sie erreichten so viele Sitze, wie noch nie. Für die arabischen Israeli sei diese Wahl existenziell gewesen, so Trechsel. Mit ihrem Votum zeigten sie: Wir gehören hierher und wir reden mit. Mit ihnen könnte die Opposition eine Mehrheit erreichen. Ob dieser Zusammenschluss passiere, sei aber offen. Es gehe in Israel nun eigentlich im Kern um die Frage, was für ein Staat man sein wolle. Ein jüdischer Staat oder ein Staat für all seine Bürgerinnen und Bürger. Anna Trechsel ist Auslandredaktorin von Radio SRF und berichtet immer wieder über Israel und den Nahen Osten. Sie ist zu Gast bei Simone Hulliger.
Thu, 29 Oct 2026 - 2935 - Ursula Nold: Die Migros-Präsidentin über den Mega-Umbau
Die Migros plant den grossen Coup: Die regionalen Genossenschaften sollen verschwinden. Präsidentin Ursula Nold erklärt, was der radikale Umbau für die Kundschaft bedeutet und ob er reicht, um die Migros wieder auf Kurs zu bringen. Die Migros steht vor einem historischen Umbau: Aus zehn regionalen Genossenschaften und dem Migros-Genossenschafts-Bund soll eine einzige Gruppen-Genossenschaft werden. Warum kommt dieser Schritt erst jetzt? Was bedeutet die Zentralisierung für Preise, Arbeitsplätze und die regionale Verankerung? Und kann die Migros damit verlorenen Boden gegenüber Aldi, Lidl und Coop gutmachen? Migros-Präsidentin Ursula Nold stellt sich im «Tagesgespräch» den kritischen Fragen von David Karasek.
Wed, 28 Oct 2026 - 2934 - Abstimmungskontroverse zur Steuerinitiative der Mitte
Mit einer Initiative will die Mitte-Partei die sogenannte Heiratsstrafe bei der direkten Bundessteuer abschaffen. Gleichzeitig sollen Ehepaare weiterhin gemeinsam besteuert werden, trotz Volks-Ja zur Individualbesteuerung. Am 29. November kommt die Initiative zur Abstimmung. Ende November entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Initiative «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare – Diskriminierung der Ehe endlich abschaffen!». Es ist die Antwort der Mitte-Partei auf die Heiratsstrafe. Parteipräsident Philipp Matthias Bregy verteidigt das Volksbegehren. Kathrin Bertschy, GLP-Nationalrätin und Co-Präsidentin der Alliance F, argumentiert dagegen. Sie sind zu Gast in der Abstimmungskontroverse bei Christine Wanner.
Tue, 27 Oct 2026 - 2933 - Oliver Stuenkel: Ist eine vierte Amtszeit von Lula zu viel?
In Brasilien gewinnt Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva nach einer spektakulären Aufholjagd die Stichwahl um die Präsidentschaft gegen den rechten Flávio Bolsonaro. Doch der Wahlsieg ist nur der Anfang: Im Kongress gibt die Opposition den Ton an. Luiz Inácio Lula da Silva schafft eine spektakuläre Aufholjagd und gewinnt die Stichwahl gegen Flávio Bolsonaro. Doch kann eine vierte Amtszeit Brasilien wirklich guttun? Der deutsch-brasilianische Politikwissenschaftler Oliver Stuenkel aus São Paulo spricht über ein tief gespaltenes Land, die Stärke des Bolsonarismus und Lulas schwierige Mehrheitsverhältnisse. Und über die grossen Herausforderungen: Staatsfinanzen, Kriminalität, Amazonas sowie Brasiliens Balanceakt zwischen den USA und China. Oliver Stuenkel ist zu Gast bei David Karasek.
Mon, 26 Oct 2026 - 2932 - Samstagsrundschau: Genügen Bundesratskandidierende, Frau Vincenz?
Die SVP müsse Frauen und die lateinische Schweiz berücksichtigen, forderte FDP-Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher schon früh. Was sagt sie nun zu den Kandidierenden? Gleichzeitig trommelt sie gegen die Finanzierung der 13. AHV-Rente. Um Druck zu machen für ein höheres Rentenalter? Die 13. AHV-Rente kommt im Dezember. Doch die FDP wehrt sich dagegen, dafür die Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte zu erhöhen - weil dies das Leben noch mehr verteuere. Gewinnt sie an der Urne, werden die AHV-Reserven schnell knapper. Setzt die FDP mit ihrem Nein auf billigen Populismus, Frau Vincenz-Stauffacher? Oder geht es darum, die AHV so stark in Schieflage zu bringen, dass der Druck für ein höheres Rentenalter wächst? Druck lastet auch auf der FDP-Parteispitze selbst. Im Wahlbarometer verlor die FDP, das Führungsduo schnitt schlecht ab. Wie will es die Partei so erfolgreich in die Wahlen führen? Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher stellt sich in der Samstagsrundschau den kritischen Fragen von Nathalie Christen. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Sat, 24 Oct 2026 - 2931 - Sarah Fluck: «Es gibt immer mehr Kindersoldaten»
Sudan: die grösste humanitäre Katastrophe unserer Zeit: Warum brachten die Genfer Gespräche diese Woche nur Minischritte? Afrika-Korrespondentin Sarah Fluck erklärt, wie der Krieg zerfällt, weg von zwei Machtblöcken, hin zu unzähligen bewaffneten Gruppen. Und warum immer mehr Kindersoldaten kämpfen. Die Genfer Gespräche diese Woche über den Krieg im Sudan brachten kaum Fortschritte. Die sudanesische Armee und die Rebellen-Miliz nahmen nicht teil und setzen weiter auf militärische Erfolge. Mehr als 150'000 Menschen wurden seit 2023 getötet, über 14 Millionen vertrieben. Internationale Friedensbemühungen bleiben unkoordiniert, während einige beteiligte Staaten zugleich Kriegsparteien unterstützen. Auch eine gemeinsame Erklärung oder konkrete Schritte für einen Waffenstillstand kamen nicht zustande. SRF Afrika-Korrespondentin Sarah Fluck sagt, wie es weitergehen könnte in der grössten humanitären Katastrophe unserer Zeit im Sudan. Sie ist zu Gast bei David Karasek.
Fri, 23 Oct 2026 - 2930 - Petra Volpe: Was macht das Menschsein aus?
In ihrem neuen Film «Frank & Louis» erzählt Petra Volpe die Geschichte eines Häftlings in einem Hochsicherheitsgefängnis in den USA. Dieser pflegt einen Mithäftling, der an Alzheimer erkrankt ist. Dabei gehe es um zentrale Fragen des Menschseins, sagt die Filmemacherin bei Simone Hulliger. Petra Volpe wurde schon als erfolgreichster Mensch in der Schweizer Filmbranche bezeichnet. Ihre letzten Filme «Heldin» und «Die göttliche Ordnung» waren grosse Erfolge, beide setzten auf starke Frauenfiguren. Im neuen Film sind stehen nun zwei Männer in einem Männergefängnis im Zentrum. Was reizte sie an dieser Geschichte? Was erlebte sie bei ihren Recherchen in amerikanischen Gefängnissen und warum glaubt sie daran, dass KI unseren Blick auf das Menschsein schärfe? Der Film «Frank & Louis» läuft seit Mittwoch in den Schweizer Kinos.
Thu, 22 Oct 2026 - 2929 - Daniel Lampart: «Lampart für SGB, Daniel für Kontrabass»
Daniel Lampart, passionierter Gewerkschafter und Kontrabassist, tritt nach 20 Jahren als Chefökonom des SGB ab. Die Idee zur 13. AHV-Rente kommt auch von ihm. Die Löhne zu erhöhen, versucht er jeden Herbst. Mindestlöhne hatten gesamtschweizerisch keine Chance. Wie hat sich der SGB entwickelt? Wir ziehen Bilanz: Kann der Abstimmungserfolg für die 13. AHV-Rente je nach Finanzierung auch negative Folgen für den Gewerkschaftsbund haben? Die Mitgliederzahl schrumpft, die politische Bedeutung soll zugenommen haben, heisst es in der Politik. Wird sie ausgenutzt, zum Beispiel bei den innenpolitischen Massnahmen zu den neuen EU-Verträgen? Daniel Lampart spielt passioniert Kontrabass. Ein Instrument, das im Orchester das Fundament bildet. Welche Rolle spielte er im SGB, und was wird fehlen, wenn er geht? Daniel Lampart, seit 20 Jahren Chefökonom, auch Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes, gibt im November sein Amt ab und will auch die letzten Wochen noch nutzen. Er zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Wed, 21 Oct 2026 - 2928 - Elena Esposito: «KI ist nicht intelligent»
Die künstliche Intelligenz versteht nicht, was wir fragen. Sie hat bloss gelernt, Antworten zu geben. Darum spreche sie auch von «künstlicher Kommunikation» statt «künstlicher Intelligenz», sagt die Soziologin Elena Esposito bei Simone Hulliger. Elena Esposito wird im November der Balzan-Preis verliehen, ein sehr bedeutender Wissenschaftspreis. In der Würdigung steht, sie sei die Wissenschaftlerin, die am meisten dazu beigetragen habe, dass wir verstehen, was digitale Technologie in der Gesellschaft bewirkt. Was passiert, wenn wir mit Maschinen kommunizieren, die uns nicht verstehen? Wo sieht sie die echten Gefahren der rasanten technologischen Entwicklung? Die Soziologin Elena Esposito ist Professorin an den Universitäten Bielefeld und Bologna.
Tue, 20 Oct 2026 - 2927 - Abstimmungskontroverse zur Feuerwerksinitiative
Verkauf und Verwendung von lautem Feuerwerk will die Feuerwerksinitiative verbieten. Erlaubt bleiben Vulkane oder bengalische Streichhölzer und grosse Feuerwerke an Silvester oder am 1. August. Am 29. November wird über die Initiative abgestimmt. Entstanden ist die Feuerwerksinitiative aus Bürgerkreisen. Getragen wird sie hauptsächlich von Tierschutzorganisationen wie dem Schweizer Tierschutz, aber auch Jäger oder die Lärmliga Schweiz sprechen sich dafür aus. Das Verbot von Raketen und Böllern soll in die Verfassung geschrieben werden und für die ganze Schweiz gelten. Feuerwerk verursache Lärm, belaste die Umwelt, setze Tiere in Panik und verursache Abfall. Dagegen wehren sich die Gegnerinnen und Gegner. Sie warnen vor einer Überregulierung und Bevormundung der Menschen. Denn schon jetzt können Gemeinden und Kantone Einschränkungen und Feuerwerksverbote erlassen. Kilian Baumann, Nationalrat der Grünen und Bettina Balmer, Nationalrätin der FDP diskutieren in der Abstimmungskontroverse bei Matthias Baumer
Mon, 19 Oct 2026 - 2926 - Samstagsrundschau: Warum Familien belasten für die 13. AHV-Rente?
Ende November stimmen wir über eine höhere Mehrwertsteuer ab zu Gunsten der 13. AHV-Rente. Wie fair ist die Lösung? Kritische Fragen an Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. Sie äussert sich auch zu Social Media. Für sie ist es eine Option, Tiktok und Co. in den Nachtstunden für Junge zu sperren. Diesen Dezember erhalten Seniorinnen und Senioren erstmals die 13. AHV-Rente. Wie sie aber finanziert werden soll, ist noch nicht definitiv entschieden: Ende November stimmen wir ab, ob die Mehrwertsteuer steigen soll zu Gunsten der 13. Rente. Eine erste Umfrage zeigt, dass die Bevölkerung skeptisch ist. In der Samstagsrundschau verteidigt Bundesrätin Baume-Schneider die Steuererhöhung. Und sie reagiert auf die Kritik der FDP. Diese will das Geld für die 13. Rente unter anderem mit Sparmassnahmen beim Bund aufbringen und wirft dem Bundesrat fehlenden Sparwillen vor. Thema in der Sendung sind auch die Regeln für Social Media. Diese Woche hat der Bundesrat beschlossen: Für Tiktok, Instagram, Facebook und Co. braucht es Jugendschutz-Vorgaben. Wie weit diese gehen sollen, müssen Elisabeth Baume-Schneider und Medienminister Albert Rösti bis nächsten Sommer noch festlegen. Baume-Schneider ist für spürbare Massnahmen - so kann sie sich zum Beispiel vorstellen, dass Social-Media-Plattformen Jugendlichen die Nutzung in den Nachtstunden verbieten müssten. Auch zu den Krankenkassenprämien äussert sich die Innenministerin. Was unternimmt sie gegen Missstände im Gesundheitswesen, die die Kosten in die Höhe treiben - zum Beispiel, indem Rabatte nicht an die Krankenkassen und somit an die Prämienzahlenden weitergegeben werden? Oder gegen unnötige Arztkonsultationen? Und: Hält der Bundesrat dem Druck der Pharmaindustrie stand? Die Pharma nämlich will, dass der Bundesrat die vom Parlament eigentlich beschlossenen Rabatte auf umsatzstarke Medikamente auf die lange Bank schiebt.
Sat, 17 Oct 2026 - 2925 - Brendan Simms: «Die Welt ist gefährlicher geworden»
Wir leben in einer Welt des Umbruchs, sagt der Historiker Brendan Simms. Die Grossmachtpolitik sei zurück, doch wir haben verlernt, damit umzugehen. Die Welt sei daher gefährlicher geworden. Brendan Simms ist zu Gast bei Simone Hulliger. In seinem aktuellen Buch «The Return of the Great Powers» spricht Simms von 4 Grossmächten: USA, China, Russland und Grossbritannien. Diese konkurrierten allerdings nicht um die Vorherrschaft, viel mehr sieht er zwei Ordnungen, die einander gegenüberstehen: eine eurasische und eine westliche. Aktuell werde die grosse Politik von den Spannungen zwischen diesen beiden Ordnungen bestimmt. Er erzählt, welche Rolle die EU in diesem Wettbewerb der Grossmächte spielt, wie sich die Schweiz positionieren soll und warum er trotz allem zuversichtlich bleibt. Der Ire Brendan Simms leitet das Zentrum für Geopolitik an der Cambridge Universität in England.
Fri, 16 Oct 2026 - 2924 - Winzer Philibert Frick: Der Schweizer Wein ist in der Krise
Der Weinkonsum geht seit Jahren zurück, die Preise für Trauben sind im Keller. Mit dem Winzer Philibert Frick sprechen wir auf seinem Weingut in Bougy-Villars über die Folgen der Krise und wir diskutieren die umstrittenen Gegenmassnahmen. Philibert Frick, Spross einer Zürcher Bankiersfamilie, machte Karriere in der Finanzbranche und als Unternehmer bevor er mit über fünfzig Jahren eine Lehre als Weinbauer begann. Heute produziert er auf seinem Weingut edle Bioweine und engagiert sich für die Anliegen der Schweizer Winzer. Wieso soll der Staat den Winzern noch mehr Geld zahlen? Helfen strengere Importregeln den einheimischen Weinbauern wirklich? Oder wollen die Winzer die Zeichen der Zeit nicht sehen? Roman Fillinger hat Philibert Frick auf seinem Weingut getroffen.
Thu, 15 Oct 2026 - 2923 - Ivo Capaul: «Es gibt keinen vollständigen Schutz vor Drohnen»
Drohnensichtungen über kritischer Infrastruktur nehmen auch in der Schweiz zu. Wer steckt dahinter und wie soll die Schweiz damit umgehen? Ivo Capaul forscht am Center for Security Studies an der ETH Zürich und ist zu Gast bei Simone Hulliger. Seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine haben Drohnensichtungen in Europa zugenommen, auch in der Schweiz. Wie stark, ist allerdings nicht klar. Auf nationaler Ebene fehlt in der Schweiz ein Lagebild. Es wäre daher wichtig, dass solche Sichtungen über kritischer Infrastruktur gemeldet werden müssen, sagt Capaul. Analog zum Cyberbereich, wo es seit gut einem Jahr eine Meldepflicht bei Cyberangriffen gibt. Dazu brauche es aber auch Detektionssysteme an kritischer Infrastruktur, damit die Drohnen entdeckt und aufgeklärt werden können. Auch bei der Drohnenabwehr sieht er Handlungsbedarf: Es sei in der Schweiz nicht ideal geregelt, wer wann für was zuständig sei. Die Polizei? Das Militär? Oder Private? Ivo Capaul ist Researcher am Center for Security Studies an der ETH Zürich im Bereich Sicherheitspolitik und befasst sich mit Fragen zur hybriden Kriegsführung.
Wed, 14 Oct 2026 - 2922 - Hélène Miard-Delacroix: «Das Wort ‘Boomer’ fällt bei Jungen oft»
Die Pariser Sorbonne ist aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Studierenden hätten viel grössere psychische Probleme und Ängste als früher, sagt die Professorin für Zeitgeschichte, Hélène Miard-Delacroix. Der Protest der Schülerinnen und Studenten sei auch ein Konflikt zwischen Generationen. Verzweifelt sei ein grosser Teil der Bevölkerung. Deswegen sei es möglich, dass sich die Proteste auch auf weitere Bevölkerungsgruppen in Frankreich ausdehnen könnten. Die materiellen Forderungen der Schülerinnen und Schüler seien legitim, es fehle tatsächlich an Lehrkräften oder Schulinfrastruktur. Doch die Gründe der Proteste lägen tiefer, auch bei der psychischen Verfassung von jungen Menschen. Sie bangten um ihre Zukunft. KI, Umweltprobleme oder die immense Staatsverschuldung machten ihnen zu schaffen. Es handle sich auch um ein Generationenproblem. Die Jungen hätten das Gefühl, sie würden für die Ausgaben der «Boomer» zur Kasse gebeten. Die Gewalt bei den Protesten – auf beiden Seiten - lägen auch in der Geschichte Frankreichs begründet, sagt die Professorin für Zeitgeschichte an der Universität Sorbonne. Hélène Miard-Delacroix ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn
Tue, 13 Oct 2026 - 2921 - Gerhard Lob: «Zali-Affäre hat alles in den Schatten gestellt»
Die Affäre um den Tessiner Regierungsrat Claudio Zali hat sich zu einer der grössten politischen Krisen der jüngeren Tessiner Geschichte entwickelt. Was ist genau passiert? Wer ist Claudio Zali und was hat der Fall für Folgen. Der Tessiner Journalist Gerhard Lob ordnet ein. Die sogenannte Causa Zali hat die Tessiner Institutionen in diesem Jahr erschüttert. Im Zentrum stehen zwei Strafverfahren gegen den ehemaligen Lega-Regierungsrat, ein heimlich aufgenommenes und veröffentlichtes Telefongespräch, der rätselhafte Tod einer Frau im Luganersee sowie grundsätzliche Kritik am Funktionieren der Institutionen. Im Tagesgespräch ordnet der langjährige Tessin-Kenner und Journalist Gerhard Lob die Ereignisse ein. Er erklärt, was letztlich zum Rücktritt von Regierungsrat Claudio Zali führte und welche Lehren der Kanton Tessin aus der Affäre ziehen sollte. Gerhard Lob ist zu Gast bei Iwan Santoro.
Mon, 12 Oct 2026 - 2920 - Samstagsrundschau mit SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi
Nach der Rücktrittsankündigung von Bundespräsident Guy Parmelin sucht die SVP eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Fraktionspräsident Thomas Aeschi nimmt Stellung zu den Ansprüchen, die jetzt an die Adresse seiner Partei formuliert werden. «Ich denke, es ist Zeit für einen Generationenwechsel», sagt der abtretende Bundespräsident Guy Parmelin über seine Nachfolge. Auch sieht sich die SVP mit der Forderung nach Frauenkandidaturen konfrontiert, die zudem aus der Romandie stammen sollten. Der Zuger Nationalrat Thomas Aeschi ist als Fraktionspräsident verantwortlich für das parteiinterne Nominationsverfahren. In der «Samstagsrundschau» von Radio SRF sagt er, wie die Partei mit all diesen Erwartungen umgehen will. Auch die Serie mit gleich drei gescheiterten Volksinitiativen an der Urne in diesem Jahr ist Thema in der Sendung. Politisiert die Volkspartei zunehmend am Volk vorbei? Und droht mit der «Grenzschutzinitiative» nicht gleich die nächste Abstimmungsniederlage? Schliesslich äussert sich Thomas Aeschi zum Vorwurf, die SVP riskiere mit ihrem massiven Widerstand gegen das Vertragspaket mit der EU, den wichtigsten Handelspartner der Schweiz zu vergraulen. SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi stellt sich den Fragen von Philipp Burkhardt. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Sat, 10 Oct 2026 - 2919 - Christine Bolt: «Die OLMA ist mehr als Kühe, Säuli und Würste»
Die Olma ist wohl die letzte grosse Traditionsmesse der Schweiz. Autosalon Genf, Züspa und Muba sind verschwunden. Was ist das Erfolgsrezept der Olma? Und wie gelingt der Spagat zwischen Tradition und Moderne? Olma-Chefin Christine Bolt gibt Auskunft über Herausforderungen und Zukunftspläne. Die Olma ist weit mehr als eine Messe: Sie ist ein Fixpunkt im Jahreskalender der Ostschweiz und der bedeutendste wiederkehrende Anlass einer ganzen Region. Doch auch die traditionsreiche Landwirtschafts- und Ernährungsmesse steht unter Veränderungsdruck. Sie muss sich laufend weiterentwickeln, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Seit mehr als sechs Jahren ist Christine Bolt Geschäftsführerin der Olma Messen St.Gallen AG. Im «Tagesgespräch» spricht sie darüber, weshalb Messen wirtschaftlich attraktiver sein können als Konzerte, warum die vollständige Auslastung der neuen Olma-Halle nicht oberstes Ziel ist und wie der Spagat zwischen Tradition und Moderne gelingt. Sie ist zu Gast bei Iwan Santoro.
Fri, 09 Oct 2026 - 2918 - Katharina Altas, Simon Leuthold: Literaturagentin und Nobelpreis
An der Frankfurter Buchmesse gibt’s am meisten Arbeit für die Literaturagentin. Wie findet sie neue Talente? Welchen Stellenwert haben Preise – der Nobelpreis? Katharina Altas spricht über ihre Arbeit, SRF-Kulturredaktor Simon Leuthold über den frischverliehenen Nobelpreis. Literaturagentinnen und -agenten werden im Buchgeschäft immer wichtiger. Sie verhandeln nicht nur mit Verlagen, sondern wählen Autorinnen und Autoren aus, betreuen sie, lektorieren Manuskripte, übernehmen damit viel Arbeit. Katharina Altas führt seit 16 Jahren eine eigene Agentur. Wie findet sie neue Talente? Warum reist sie an die Frankfurter Buchmesse – und wie gespannt wartet man dort auf die Verleihung des Nobelpreises? Simon Leuthold von der SRF-Kulturredaktion wird in der Sendung den neuen Nobelpreisträger oder die neue Nobelpreisträgerin vorstellen. Literaturagentin Katharina Altas und Kulturredaktor Simon Leuthold über ihre Arbeit und den aktuell verliehenen Nobelpreis sind Gäste im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Thu, 08 Oct 2026 - 2917 - Monika Schmutz Kirgöz: Die Bilanz der Nahost-Spitzendiplomatin
Terror, Kriege, fragile Waffenruhen – der Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hat weitreichende Folgen für die Region und weltweit. Welche Rolle kann die Diplomatie der Schweiz spielen? Monika Schmutz Kirgöz ist Leiterin der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika beim Aussendepartement EDA. Die Spitzendiplomatin war Botschafterin in verschiedenen Ländern wie Libanon, Türkei oder Israel. Vor drei Jahren war sie Botschafterin in Rom, heute leitet sie die Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA. Welche Bedeutung hat der 7. Oktober 2023? Wie hat sich die Region auch durch die folgenden Kriege verändert? Wie schätzt Schmutz Krigöz die aktuelle Situation ein? Und wie sieht die diplomatische Arbeit unter diesen Bedingungen aus? Was kann die Schweiz einbringen? Monika Schmutz Kirgöz ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Wed, 07 Oct 2026 - 2916 - «Jetzt muss die Waadt wohl auch Sozialausgaben kürzen»
Die Waadt ist ein volkswirtschaftliches Laboratorium, mit tiefen Unternehmenssteuern und einem starken Sozialstaat. Trotz Defiziten hat sich das Volk für tiefere Einkommens- und Vermögenssteuern ausgesprochen. «Jetzt braucht es politische Kompromisse», sagt Volkswirtschaftsprofessor Marius Brülhart. In der Waadtländer Politik braut sich etwas zusammen. Die Bevölkerung hat sich für eine lineare Steuerkürzung von 12 Prozent bei den Einkommens- und Vermögenssteuern ausgesprochen, obwohl die Regierung fürs kommende Jahr bereits ein Defizit von über 360 Millionen Franken budgetierte und von den Auswirkungen der Initiative warnte. Nach der Annahme der Initiative kommen nun weitere 272 Millionen Franken Steuerausfälle dazu. Marius Brülhart, Volkswirtschaftsprofessor und Steuerexperte an der Universität Lausanne, beobachtet die Situation mit einigem Interesse. Kurzfristig könne sich die Regierung wohl durchschlängeln und Reserven anzapfen, längerfristig müsse sie aber wohl eisern sparen. Die Folgen hat Marius Brülhart bereits bei «seiner» wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Lausanne beobachten können. Trotzdem geht er nicht davon aus, dass es zu einem grossen Staatsabbau und Massenentlassungen kommen wird, aber Brülhart sagt: «Die Waadt wird wohl auch bei den Sozialausgaben kürzen müssen.» Marius Brülhart ist im Tagesgespräch bei Philippe Reichen
Tue, 06 Oct 2026 - 2915 - Ahmad Mansour: Haltung ohne Hass – auch bei Israel und Gaza?
Antisemitismusvorwürfe überschatten den Wahlsieg der Linken in Berlin. Zugleich jährt sich der 7. Oktober, Israel steht vor Wahlen und der Gaza-Film «NAZA» sorgt für Kontroversen. Wie lässt sich in dieser polarisierten Lage Haltung zeigen, ohne in Hass zu verfallen? Ahmad Mansour ist als Palästinenser in Israel aufgewachsen und lebt seit mehr als 20 Jahren in Deutschland. Der Psychologe und Autor arbeitet seit Jahren gegen Radikalisierung, Islamismus und Antisemitismus. Im «Tagesgespräch» spricht Mansour über die Folgen des 7. Oktober, das Leid in Gaza und seine Kritik an Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Thema ist auch der umstrittene Dokumentarfilm «NAZA», der die israelische Kriegsführung in Gaza untersucht und in Israel heftige Reaktionen ausgelöst hat. Auch Deutschland beschäftigt der Nahostkonflikt: Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin wird über Antisemitismus in der Partei und über ihren Umgang mit Israel und Palästina gestritten. In seinem neuen Buch «Haltung ohne Hass» fordert Ahmad Mansour eine demokratische Streitkultur, die klare Positionen zulässt, ohne Andersdenkende zum Feind zu machen. Wie kann das in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft gelingen? Mansour ist zu Gast bei David Karasek.
Mon, 05 Oct 2026 - 2914 - Samstagsrundschau: SP-Co-Präsident Cédric Wermuth
Seit Jahren gehen die Krankenkassenprämien nur in eine Richtung: nach oben. Seit 2012 ist das Gesundheitsdepartement in SP-Hand. Co-Präsident Cédric Wermuth erklärt, warum jetzt Reiche und die Wirtschaft die Zeche bezahlen sollen. Die Krankenkassenprämien steigen im nächsten Jahr durchschnittlich um 5 Prozent. Das hat SP-Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider diese Woche bekanntgeben müssen. Ihre Partei will mit einer Volksinitiative reagieren, die verlangt, dass Menschen mit hohen Einkommen und Konzerne allen Erwachsenen in der Schweiz zwei Monatsprämien und Kinder sogar sechs Monatsprämien bezahlen müssen. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth stellt sich in der «Samstagsrundschau» der Frage, weshalb Reiche und die Wirtschaft ausbaden sollen, dass die Versicherten immer mehr Gesundheitsleistungen beanspruchen. Auch der Rücktritt von Bundespräsident Guy Parmelin ist Thema in der Sendung. Muss die SVP jetzt wieder eine Kandidatur aus der Romandie bringen? Und wäre Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher für die SP wählbar? Schliesslich wird Wermuth mit dem Vertragspaket mit der EU konfrontiert, über das der Ständerat diese Woche fast 30 Wochen debattiert hat. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth stellt sich den Fragen von Philipp Burkhardt. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Sat, 03 Oct 2026 - 2913 - Georg Lutz: zum Rücktritt von Bundesrat Parmelin
Seit Monaten wird darüber spekuliert, nun ist es klar: Wirtschaftsminister Guy Parmelin tritt zurück. Nach mehr als zehn Jahren im Bundesrat endet eine Ära. Was hat der Waadtländer geprägt und was bleibt von ihm? Und: Wer könnte seine Nachfolge antreten? Politikwissenschaftler Georg Lutz ordnet ein. Guy Parmelin ist seit 2016 Bundesrat und führt seit 2019 das Wirtschaftsdepartement. In seine Amtszeit fallen wichtige wirtschafts- und aussenpolitische Dossiers. Politikwissenschaftler Georg Lutz von der Universität Lausanne ordnet Parmelins Rücktritt und dessen politische Bedeutung ein. Gleichzeitig beginnt das Rennen um seine Nachfolge. Georg Lutz ist zu Gast bei Karoline Arn.
Fri, 02 Oct 2026 - 2912 - Monika Rühl: Wackelt jetzt das EU-Paket?
Höhere Hürden für die neuen EU-Verträge: Der Ständerat verlangt neben dem Volks- auch das Ständemehr. Ein Rückschlag für die Befürworter. Was bedeutet das für das Vertragspaket? Darüber sprechen wir mit Monika Rühl, Direktorin des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse, der die Verträge unterstützt. Es war eine Session mit zahlreichen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen und vielen Geschäften, die für Economiesuisse von zentraler Bedeutung sind. Neben den neuen EU-Verträgen beschäftigten das Parlament unter anderem das Mercosur-Abkommen und die Bankenregulierung. Wo ist das Parlament aus Sicht der Wirtschaft auf Kurs, wo nicht? Und welche Entscheide werden die Schweizer Wirtschaft besonders beschäftigen? Monika Rühl zieht Bilanz. Die Direktorin des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse ist zu Gast bei David Karasek.
Thu, 01 Oct 2026 - 2911 - Judith Huber: Täglicher Terror
Russische Angriffe zu jeder Tages- und Nachtzeit gegen die Ukraine haben eine neue Intensitätsstufe erreicht und prägen den Alltag der Menschen mit Tod und Zerstörung. Was bedeutet diese Ausweitung des Krieges für die Bevölkerung? SRF-Osteuropa-Korrespondentin Judith Huber ist zu Gast. Russland hat seine Angriffe auf die Ukraine in den vergangenen Wochen deutlich verstärkt. Tag und Nacht würden Menschen und zivile Infrastruktur angegriffen, sagt SRF-Osteuropa-Korrespondentin Judith Huber. Zu den Zielen gehörten unter anderem Rechen- und Geschäftszentren, Wohnhäuser und Züge. Für die Bevölkerung hat das dramatische Folgen. Judith Huber ist zu Gast bei David Karasek.
Wed, 30 Sep 2026 - 2910 - Farah Rumy: «Wir wollen mehr für die Schweizer Bevölkerung tun»
Die Solothurner SP-Nationalrätin Farah Rumy weibelt im Parlament für ein neues Informations- und Besucherzentrum beim Bundeshaus. Vom 44 Millionen Franken teuren Projekt verspricht sie sich, dass es die helvetische Demokratie stärkt. Am Mittwoch trifft der Nationalrat einen ersten Entscheid. Wäre das Bundeshaus ein Museum, wäre es ein Erfolgsprojekt. Pro Jahr nehmen auf den Zuschauertribünen rund 100'000 Besucherinnen und Besucher Platz. Die Auslastung ist vor allem während der Sessionen derart gross, dass Besucher abgewiesen werden müssen. Das sei bedauernswert und nicht im Sinn der Demokratie, sagt die Solothurner SP-Nationalrätin Farah Rumy. Als Delegierte der sogenannten Verwaltungskommission von National- und Ständerat setzt sich Rumy dafür ein, dass der Bund in einem ehemaligen Bankgebäude direkt beim Bundeshaus ein Besuchs- und Informationszentrum einrichten kann. Dieses soll Besuche im Bundeshaus nicht ersetzen, aber ergänzen. Farah Rumy spricht von einem Ort, den Besucherinnen und Besuchern aus der Schweiz und aus dem Ausland die Schweizer Demokratie näherbringt und die Demokratie insgesamt stärkt. Im Zentrum können unter anderem Debatten live mitverfolgt und Veranstaltungen abgehalten werden. Ganz unumstritten ist das 44 Millionen Franken teure Projekt nicht. Farah Rumy war Gast im Tagesgespräch bei Philippe Reichen.
Tue, 29 Sep 2026 - 2909 - Simona Grano: «2028 wird für die Zukunft von Taiwan zentral»
Symbolik und wenig Durchbrüche beim Treffen von Xi und Trump. Die Lage ist fragil: China bereitet sich auf eine Übernahme Taiwans vor, 2028 wird entscheidend für Taiwan, mit Wahlen in den USA und Taiwan, sagt Simona Grano, Leiterin des Forschungsbereichs China-Taiwan-Beziehungen an der Uni Zürich. Die Konkurrenz zwischen USA und China ist gross: Wirtschaftlich, aber auch bei der geopolitischen Wirkungsmacht. Der Austausch zwischen den beiden Staatsoberhäuptern Xi Jinping und Donald Trump nimmt zu. Nach dem Besuch von Xi im Weissen Haus sind bereits neue Treffen geplant. Was heisst dies für die Beziehungen zwischen China und den USA? Was heisst es für die Unabhängigkeit von Taiwan? Und welche Auswirkungen könnten diese Veränderungen weltweit haben? Die Sinologin Simona Grano ist Direktorin vom Taiwan Studies Project und Leiterin des Forschungsbereichs China-Taiwan-Beziehungen an der Universität Zürich. Simona Grano ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Mon, 28 Sep 2026 - 2908 - Wann gibt’s wieder Zinsen, Herr Schlegel?
Viele Zentralbanken heben den Leitzins an. Die Schweizerische belässt ihn bei Null. Sind wenigstens Negativzinsen nun vom Tisch? Was wenn die anderen Zentralbanken die Zinsen weiter anheben und was hält die SNB vom Stand der Lex UBS? Fragen an SNB-Präsident Martin Schlegel. Sparerinnen und Sparer würden sich freuen, wenn die Zinsen auch in der Schweiz endlich wieder ein bisschen steigen würden. In vielen Ländern geschieht das derzeit. In der Schweiz aber belässt die SNB den Zins, der den Sparzinsen den Weg vorgibt, den Leitzins unverändert bei Null Prozent. Das, obwohl die Wirtschaft robust wächst und auch die Inflation steigt. Wie erklärt die Nationalbank ihre Zurückhaltung? Der Franken, der jahrelang insbesondere aus Sicht der Exporteure zu stark war, schwächelt seit ein paar Monaten. Wie viel schwächer darf er werden? Und, wäre nicht jetzt die Gelegenheit, um den riesigen Devisenberg, den die SNB in den letzten Jahren angehäuft hat, abzubauen? In ihrer Rolle als Hüterin der Finanzstabilität hat sich die Nationalbank auch zur sogenannten Lex UBS geäussert. Nun hat der Ständerat ein Modell gutgeheissen, dass von der einzigen verbliebenen Grossbank der Schweiz verlangt, ihre Tochtergesellschaften im Ausland mit 90 Prozent Eigenkapital zu unterlegen. Reicht das? Und, was sagt der SNB-Präsident zur Kritik von UBS-Chef Sergio Ermotti, Nationalbank und Finanzmarktaufsicht würden mit der Forderung nach Verschärfungen der Eigenkapitalregeln von ihren eigenen Verfehlungen beim Untergang der Credit Suisse ablenken? Nationalbank-Präsident Martin Schlegel stellt sich den Fragen von Klaus Ammann. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Sat, 26 Sep 2026 - 2907 - Mariam Lau: «Ich habe keinen Kanzler so oft weinen sehen»
Die CDU steckt in einer historischen Krise, Kanzler Friedrich Merz kämpft um Vertrauen. Merz-Biografin Mariam Lau erklärt, warum er zum Gesicht der Krise geworden ist und was der CDU jetzt droht. Die CDU steckt nach den jüngsten Landtagswahlen tief in der Krise. Für die Journalistin und Merz-Biografin Mariam Lau ist Friedrich Merz dabei nicht nur Teil des Problems: Er sei zum Gesicht einer viel grösseren Krise Deutschlands geworden. Im «Tagesgespräch» spricht Lau über einen Kanzler, dem es schwerfällt, Nähe zur Bevölkerung herzustellen, über seine überraschend emotionale Seite und über eine CDU, die aus ihrer Sicht vor den Trümmern alter Gewissheiten steht. Auch die Stärke der AfD und die Zukunft der deutschen Volksparteien sind Thema. Mariam Lau ist Berlin-Korrespondentin der Zeitung «Die Zeit», langjährige Kennerin der CDU und Merz-Biografin. Sie ist zu Gast bei David Karasek.
Fri, 25 Sep 2026 - 2906 - Gerard Wettstein: «Die Mengele-Akten wurden zensuriert»
Haben Schweizer Behörden den Nazi-Verbrecher Josef Mengele gedeckt? Antworten erhoffte man sich aus den Akten des Schweizer Nachrichtendienstes (NDB). Kürzlich wurden sie freigegeben, allerdings in Teilen geschwärzt. Das sei Zensur, sagt der Historiker Gérard Wettstein bei Simone Hulliger. Die Akten des NDB waren bis jetzt nicht zugänglich. Dagegen wehrte sich Wettstein – mit Erfolg: am 10.9.2026 wurden die Akten der Öffentlichkeit offengelegt. Es wurden aber Stellen geschwärzt, um Quellen oder Personen zu schützen, so der NDB. Die Akte unterliegt nach wie vor einer Schutzfrist. Wettstein wird den Fall weiterziehen und beim Bundesverwaltungsgericht Einsprache gegen die Schwärzungen erheben. Welche Verbindungen hatte der Nazi-Verbrecher in die Schweiz? Welche Erkenntnisse lassen sich aus den veröffentlichten Akten gewinnen? Und wie behindern die Schwärzungen die Geschichtsforschung?
Thu, 24 Sep 2026 - 2905 - Oskar Jenni: «Eltern müssen nicht perfekt sein»
Wer Kinder hat, kennt die Zweifel: Fördere ich mein Kind genug? Bin ich zu streng oder zu nachgiebig? Zu viel Bildschirm, zu wenig Zeit und der Spagat zwischen Beruf und Familie. Der Entwicklungspädiater Oskar Jenni sagt: Eltern machen es besser, als sie selbst glauben. Aber der Druck steige. Familien stehen heute unter enormem Druck, sagt Entwicklungspädiater Oskar Jenni. In seinem neuen Buch will er Eltern Halt geben. Doch warum ist der Leistungsdruck so gross geworden? Und weshalb zeigen sich gerade in Familien die Folgen des gesellschaftlichen Wandels besonders deutlich? Oskar Jenni ist Kinderarzt und leitet die Entwicklungspädiatrie am Universitäts-Kinderspital Zürich. Er veröffentlicht ein Buch mit Antworten auf 99 Elternfragen. Oskar Jenni ist zu Gast im Tagesgespräch bei David Karasek.
Wed, 23 Sep 2026 - 2904 - Fredy Gsteiger: «Die Uno ist Armenhaus und Bühne der Weltpolitik»
Fredy Gsteiger berichtet als diplomatischer Korrespondent von SRF von der Uno-Generalversammlung in New York. Im Vorfeld werfen ein Grönland-Abkommen, das Treffen von Trump und Selenski oder die Wahl der neuen Uno-Spitze ihre Schatten voraus. Die Uno muss sparen, allein das World Food Programme musste 6000 Stellen streichen. Die internationale Zusammenarbeit beschränkt sich immer mehr auf humanitäre Hilfe. Fredy Gsteiger spricht vom «Armenhaus» Uno, was auch am Hauptsitz sichtbar wird. Dennoch ist die Anziehung der Generalversammlung riesig, eine grosse Mehrheit der Mitgliedstaaten nimmt teil. Auch die Schweiz ist mit Bundespräsident Guy Parmelin und Aussenminister Ignazio Cassis vertreten. Wie wird in diesem «Biotop» das Abkommen zwischen Grönland und den USA diskutiert? Welche Bedeutung haben die Treffen am Rande, beispielsweise zwischen dem ukrainischen und dem amerikanischen Präsidenten? Fredy Gsteiger ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Tue, 22 Sep 2026 - 2903 - Martin Rufer: Wie prägt der Hitzesommer die Bauern?
Es ist die Zeit der Erntedankfeste. Doch den Bäuerinnen und Bauern ist nicht ums Festen zu Mute. Der Hitzesommer hat die Landwirtschaft hart getroffen. Welche Lehren zieht der Bauernverband aus den letzten Monaten? Zu wenig Wasser, ausgetrocknete Böden: Der Sommer war für die Bäuerinnen und Bauern belastend. Welchen Einfluss haben diese Monate auf die Ernte? Gibt es genügend Heu für den Winter? Und wie will man sich wappnen für weitere trockene Phasen? Ausserdem spricht Rufer über das Mercosur-Abkommen. Der Bauernverband liess sich die Zustimmung etwas kosten: Fast eine halbe Milliarde Franken gibt es für die Bäuerinnen und Bauern. Wirtschaftsvertreter sprachen von Erpressung. Rufer nimmt Stellung zu diesem Vorwurf. Er ist zu Gast bei Simone Hulliger.
Mon, 21 Sep 2026 - 2902 - Samstagsrundschau: Wann hält sich Italien an seine Asylpflichten?
Italien nimmt noch immer kaum Asylsuchende von der Schweiz zurück, obwohl es dafür zuständig wäre. Wann setzt die EU ihre Regeln durch? Und was bringen die diese Woche angekündigten Verschärfungen im Asylrecht? Kritische Fragen an EU-Migrationskommissar Magnus Brunner. Seit fast vier Jahren nimmt Italien Asylsuchende nicht mehr zurück, für die es eigentlich zuständig wäre. Mit dem Inkrafttreten des EU-Asylpakts Mitte Juni hätte Italien seinen Pflichten eigentlich wieder nachkommen sollen. Doch es harzt weiterhin. Wann greift die EU-Kommission durch? Migrationskommissar Magnus Brunner nimmt Stellung. Nicht nur Italien, auch Länder wie Deutschland strapazieren die europäischen Regeln zum Teil deutlich: Zum Leidwesen der Schweiz führt Deutschland auch an der Schweizer Grenze Kontrollen durch. Wie lange toleriert dies Brüssel noch? Und: Wenn sich Staaten wie Deutschland Grenzkontrollen erlauben, weshalb sollte dies die Schweiz nicht auch dürfen, wie das die SVP verlangt? Seit Ceuta und auch angesichts des Aufstiegs von rechten Parteien in Europa wächst der Druck auf die EU-Asylpolitik. Diese Woche hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen neue Krisenregeln angekündigt: Bei einem Massenansturm von Migranten wie Ende Juli in Ceuta sollen die Staaten von den normalen Asylstandards abweichen dürfen. Werden damit sogenannte Pushbacks, also Zurückweisungen ohne Asylverfahren, legalisiert? Magnus Brunner erläutert die Pläne der EU und macht deutlich: Wichtige rechtsstaatliche Fragen sind noch ungeklärt. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie hier jeweils die aktuelle Ausgabe der Samstagsrundschau.
Sat, 19 Sep 2026 - 2901 - Steve Guerdat: «Mein Grund zu leben sind die Pferde»
Noch nie hat ein Springreiter vor Steve Guerdat sämtliche Titel gewonnen: Olympiasieger, Welt- und Europameister und Weltcupsieger. Guerdats Karriere gleicht ebenfalls einem Parcours mit vielen Hürden. Beispielsweise hat er auf Geld und Spitzenpferde verzichtet, um für die Schweiz zu starten. Auf seiner 13-jährigen Stute Dynamix de Bélhème ritt Steve Guerdat in Achen zum Weltmeistertitel. Im zürcherischen Elgg trainiert und pflegt der gebürtige Jurassier mit seinem Team 25 Pferde. Der Grossvater war Pferdehändler, sein Vater ritt 20 Jahre in der Schweizer Nationalmannschaft und nahm ebenfalls an den Olympischen Spielen teil. Trotzdem fiel Steve Guerdat die Entscheidung als Teenager zwischen Fussball und dem Reitsport nicht leicht. Für die Karriere als Profireiter musste Guerdat auch im übertragenen Sinne viele Hürden überspringen: Sponsoring nahm er nicht um jeden Preis an, einen Dopingvorwurf musste er entkräften und unter seinem Einsatz für die Pferde litt seine eigene Gesundheit. Steve Guerdat ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Fri, 18 Sep 2026 - 2900 - Guy Parmelin: «So ist das Leben»
Der Rücktritt von Seco-Chefin Helene Budliger kommt überraschend. Bundespräsident Guy Parmelin wurde persönlich informiert und nimmt es pragmatisch. Im Tagesgespräch spricht er auch über die Spekulationen um seinen eigenen Rücktritt, das umstrittene Mercosur-Abkommen und die Trockenheit. Staatssekretärin Helene Budliger Artieda hat überraschend ihren Rücktritt bekannt gegeben. Die Chefin des Staatssekretariats für Wirtschaft verlässt ihr Amt per Ende März 2027. Wirtschaftsminister Guy Parmelin bedauert den Abgang einer seiner wichtigsten Mitarbeiterinnen. Im Tagesgespräch spricht er auch über die aktuellen Verhandlungen betreffend den US-Zöllen, über das Mercosur-Abkommen und seine Erfahrungen in diesem Hitzesommer. Der Bundespräsident ist zu Gast bei Daivd Karasek.
Thu, 17 Sep 2026 - 2899 - Vincent Ducrot: Drohen der SBB deutsche Zustände?
Die Zugreisenden sind zahlreich und zufrieden, die Züge fahren pünktlich. Bloss: Wie lange bleibt das so? Beim Unterhalt der Infrastruktur ist die SBB im Rückstand. Drohen deutsche Verhältnisse, wenn das Schienennetz marode wird? Der SBB-Chef Vincent Ducrot ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die Zahlen für das erste halbe Jahr 2026 sind für die SBB erfreulich. Noch nie waren so viele Zugreisende unterwegs. Doch beim Unterhalt hinkt die SBB hinterher, viel Geld fliesst in neue Projekte. Braucht es beim Ausbau einen Marschhalt? Was hält Ducrot von der Kritik der Eidgenössischen Finanzkontrolle am Projekt «Verkehr 45» und welche Aufgaben wird in Zukunft KI bei der SBB übernehmen? Ducrot wird im nächsten Jahr pensioniert. Im «Tagesgespräch» erzählt er, was es mit dem «Bahngeist» auf sich hat und warum ein Nachfolger, eine Nachfolgerin diesen unbedingt kennen sollte. Vincent Ducrot ist seit 2020 Konzernchef der SBB.
Wed, 16 Sep 2026 - 2898 - Roger Elsener: «Am Schluss wird ein Mensch stehen und nicht KI»
Weniger Stellen, mehr Digitalisierung und künstliche Intelligenz, KI: SRF-Direktor Roger Elsener erklärt, wie er SRF umbauen will, wo das Publikum die Sparmassnahmen spüren wird und warum Journalismus für ihn auch künftig Menschensache bleibt. SRF muss im kommenden Jahr knapp 10 Millionen Franken einsparen. Gründe sind die Senkung der Medienabgabe, der Wegfall des Teuerungsausgleichs und tiefere Werbeeinnahmen. Geplant sind der Abbau von 38 Vollzeitstellen und Anpassungen im Programm. Wie geht SRF-Direktor Roger Elsener vor? Roger Elsener ist seit Mai 2026 Direktor von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Der Zuger studierte Publizistik an der Universität Zürich und begann seine Medienkarriere unter anderem beim Privatsender 3+, wo er Unterhaltungsformate wie «Bauer, ledig, sucht» und «Der Bachelor» mitprägte. Danach wechselte er zu CH Media und verantwortete dort während mehr als zehn Jahren verschiedene Bereiche, zuletzt Entertainment und TV. Roger Elsener ist zu Gast bei David Karasek.
Tue, 15 Sep 2026 - 2897 - Bruno Kaufmann: «Es war eine Richtungswahl in Schweden»
Die Resultate der Parlamentswahlen deuten einen Machtwechsel an. Der linke Block könnte die Regierung übernehmen. Was heisst das für Schweden? Welche Lehren lassen sich ziehen für den Umgang mit rechtspopulistischen Parteien? Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die rechtsnationalen «Schwedendemokraten» haben für viele überraschend Stimmen eingebüsst, zum ersten Mal seitdem sie im Parlament sitzen. Woran liegt das? Auch die Sozialdemokraten haben Wähleranteile verloren, bleiben aber stärkste Kraft. Wie kann eine neue schwedische Regierung aussehen? Wie haben die letzten vier Jahre mit einer bürgerlichen Regierung, unterstützt von den «Schwedendemokraten», das Land verändert? Bruno Kaufmann berichtet seit 1990 über Nordeuropa.
Mon, 14 Sep 2026 - 2896 - Samstagsrundschau: Was lernt das Parlament aus der F-35-Affäre?
Nicht nur das VBS und alt Bundesrätin Amherd kommen schlecht weg im Untersuchungsbericht zum Fixpreis beim F-35: Auch das Parlament liess sich trotz Warnungen mit Beschwichtigungen abspeisen. Kritische Fragen an SVP-Ständerat Werner Salzmann, einen der einflussreichsten Sicherheitspolitiker. Werner Salzmann gehörte und gehört im Parlament zu den vehementesten Befürwortern des F-35. Die Enthüllungen der Geschäftsprüfungskommission zum Fixpreis-Debakel findet auch er skandalös. Doch weshalb ignorierte auch er die Warnungen? Warum will er einen Schlussstrich ziehen, statt die Untersuchung auszuweiten? Und wieso unterstützt Salzmann einen zusätzlichen Milliardenkredit für den Kauf von 36 statt der vom Bundesrat vorgeschlagenen 30 Jets? Der SVP-Ständerat nimmt Stellung in der Samstagsrundschau. Beim F-35-Kauf herrschte Zeitdruck: Das Vorgängerflugzeug F/A-18 wird nicht mehr lange fliegen können, der Ukrainekrieg hat den Handlungsbedarf verdeutlicht. Heute ist die Situation ähnlich: Die Schweiz muss unter Zeitdruck Flugabwehrsysteme kaufen. Drohen die gleichen Fehler wie beim F-35: unklare Verträge, grosse Versprechungen und am Ende Mehrkosten? Thema in der Sendung ist auch die Finanzierung der Aufrüstung: Die vorberatende Kommission des Ständerats will einen Rüstungsfonds einrichten, der sich mit bis zu zwölf Milliarden Franken verschulden kann. Kritiker sehen damit die Schuldenbremse geritzt – die SVP als Verteidigerin der Schuldenbremse zieht trotzdem mit. Weshalb? Als Ergänzung zum Tagesgespräch finden Sie hier jeweils samstags die aktuelle Ausgabe der Samstagsrundschau.
Sat, 12 Sep 2026 - 2895 - Michael Butter: 9/11 und die Verschwörungstheorien
Kaum ein Ereignis hat so viele Verschwörungstheorien hervorgebracht wie die Anschläge vom 11. September. Doch für den Historiker Michael Butter markiert 9/11 nicht den Beginn, sondern das Ende einer Ära und den Anfang einer gefährlichen politischen Entwicklung. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 brachten zahlreiche Verschwörungstheorien hervor, insbesondere die Behauptung, die US-Regierung stecke selbst dahinter. In Europa, besonders in Deutschland und Frankreich, basierten 9/11-Verschwörungstheorien stark auf Antiamerikanismus. In den USA hingegen entstanden sie aus enttäuschtem Vertrauen in die eigene Regierung, nachdem sich die Lügen über Massenvernichtungswaffen im Irak herausstellten. Historischer Wendepunkt: 9/11 markiert das Ende einer Ära, in der sich das gesamte politische Establishment geschlossen gegen Verschwörungstheorien stellte. Danach wurden sie zunehmend von politischen Akteuren, insbesondere der Republikanischen Partei, instrumentalisiert und legitimiert. Michael Butter ist Professor für amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte an der Universität Tübingen und forscht seit 20 Jahren zu Verschwörungstheorien. Er ist zu Gast bei David Karasek.
Fri, 11 Sep 2026 - 2894 - Maren Peters und die Flutkatastrophe im Himalaya
Vor zwei Wochen löste sich im Grenzgebiet zwischen China und Nepal ein riesiger Murgang und riss einen Teil eines Gletschers mit. Wie gross die Verwüstung ist, hat SRF-Südasienkorrespondentin Maren Peters mit eigenen Augen vor Ort gesehen. Ein Bergsturz von enormen Ausmassen hatte eine neun Meter hohe Flutwelle zur Folge. Über 1400 Menschen verloren ihr Leben, Tausende werden vermisst. Menschen, Tiere, Autos und ganze Dörfer wurden weggerissen. Angehörige warten verzweifelt, ob im Schlamm Familienangehörige und Freunde gefunden werden. Die Gerichtsmediziner und Rettungskräfte arbeiten bis zu 40 Stunden am Stück, erzählt SRF-Südasienkorrespondentin Maren Peters, die ins Katastrophengebiet gereist ist. Die Aufräumarbeiten werden noch Jahre lang dauern, doch Geld dafür fehlt. Und die Frage bleibt: Wann kommt die nächste Flutwelle? Denn die Temperaturen in der Region werden in den kommenden Jahren hoch bleiben. Maren Peters ist zu Gast bei Ivana Pribakovic.
Thu, 10 Sep 2026 - 2893 - Abduselam Halilovic: «Das Kopftuchverbot ist diskriminierend»
«Kopftuchverbote diskriminieren Frauen und insbesondere Musliminnen doppelt», sagt Abduselam Halilovic, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Islamischen Organisationen Zürich. Er setzt sich dafür ein, dass religiöse Symbole im öffentlichen Raum sichtbar bleiben. Mehrere Kantone wollen Kopftücher an den Schulen verbieten. Das sei nicht nur diskriminierend, sondern löse auch kein einziges Problem, sagt Abduselam Halilovic. Er ist Vorstandsmitglied der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ), die rund 80 Prozent der Moscheegemeinschaften im Kanton Zürich vertritt. Halilovic ist als Sohn eines bosnischen Imams in Schlieren aufgewachsen und studierte Islamwissenschaft, Geschichte, Politikwissenschaft und Religionsphilosophie an der Universität Zürich. Seit dem Frühling 2026 ist er ausserdem Präsident der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz (Iras Cotis) und fördert den Austausch von allen Religionen in der Schweiz. Er ist zu Gast bei David Karasek.
Wed, 09 Sep 2026 - 2892 - Urs Meister: «Der Strom wird 2027 günstiger»
Die Strompreise in der Grundversorgung sinken 2027 leicht. Woran liegt das? Und wie steht es um die Versorgungssicherheit im Winter? Urs Meister, Geschäftsführer der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom, ist zu Gast bei Simone Hulliger. Ein typischer Haushalt bezahlt im kommenden Jahr 26,5 Rappen pro Kilowattstunde, aufs Jahr gerechnet sinkt die Stromrechnung um 53 Franken im Vergleich zu 2026. Wie setzt sich der Preis zusammen und wie entscheidet die ElCom als Aufsichtsbehörde, ob der Tarif gerechtfertigt ist? Urs Meister nimmt im «Tagesgespräch» Stellung. Ausserdem wirft er einen Blick voraus: Welche Folgen haben die schlechter gefüllten Wasserspeicherseen in der Schweiz und die tieferen Füllstände der Gasspeicher im Ausland für die Versorgungssicherheit im Winter? Urs Meister ist seit Ende Oktober Geschäftsführer der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom.
Tue, 08 Sep 2026 - 2891 - Benedikt Roos: «Die Schweiz ist ein strategisches Ziel»
Der Chef der Schweizer Armee spricht über die wachsende Bedrohung für die Schweiz. Eine Drohne mit Sprengstoff, neue Spannungen zwischen Deutschland und Russland und die Frage: Wie sicher ist die Schweiz noch? Drohnen mit Sprengstoff, Cyberangriffe, Sabotage und Desinformation: Ist das die neue Normalität? Und wenn solche Angriffe in Deutschland möglich sind, wie verwundbar ist die Schweiz? Armeechef Benedikt Roos sagt, die Schweiz werde jeden Tag angegriffen. Im Tagesgespräch sprechen wir darüber, wie konkret die Bedrohung ist, ob wir ausreichend vorbereitet sind und wir fragen ihn: Haben Sie manchmal Angst um die Schweiz? Seine Antwort: «Manchmal schon.» Benedikt Roos ist zu Gast bei David Karasek.
Mon, 07 Sep 2026 - 2890 - Samstagsrundschau: Was tun Sie gegen hohe Prämien, Frau Schenker?
Sparmassnahmen bei den Medikamenten kommen unter Druck, Hausärztinnen und Hausärzte verlangen mehr Lohn, Spezialisten kämpfen für ihre hohen Einkommen. Was heisst das für unsere Prämien? Hat der Krankenkassenverband die Tarife schlecht verhandelt? Direktorin Saskia Schenker nimmt Stellung. Seit Anfang Jahr gilt ein neues ambulantes Tarifsystem. Es sollte kostenneutral ausfallen und gleichzeitig die gesuchten Hausärztinnen und Hausärzte stärken – ihre Medizin gilt als günstig. Doch die aktuellsten Zahlen zeigen: Ihr Einkommen stagnierte, während jenes der ganzen Ärzteschaft in ihren Arztpraxen um über 7 Prozent stieg. Andere Ärztinnen und Ärzte müssen also kräftig zugelegt haben. Hat sich der Krankenkassenverband Prioswiss, der die Tarifverhandlungen mit dem Ärzte- und dem Spitalverband führte, von den Spezialisten und Spezialistinnen über den Tisch ziehen lassen? Was will Direktorin Schenker nun tun, um die Hausarztmedizin zu stärken? Gleichzeitig droht Verzögerung bei wichtigen Sparmassnahmen. 350 Millionen Franken jährlich wollten Bundesrat und Parlament dank Rabatten auf besonders häufig verkaufte Medikamente sparen. Doch unter dem Druck aus den USA wollen die Gesundheitskommissionen nun abwarten. Was bedeutet das für unsere Prämien? Wie kann der Spagat gelingen zwischen bezahlbaren Prämien und dem Wunsch, neue Medikamente auch in der Schweiz schnell zuzulassen? Prioswiss-Direktorin Saskia Schenker stellt sich in der Samstagsrundschau den Fragen von Nathalie Christen. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Sat, 05 Sep 2026 - 2889 - Alexandre Fasel: Geopolitik als Amöben-Grafik
Alexandre Fasel ist Staatssekretär, oberster Diplomat und Nummer 2 im Aussendepartement. Er kommt vom Aussenministertreffen in Irland zurück und erklärt die ganze geopolitische Lage mit einer einzigen Zeichnung, einer Grafik mit Amöben unter dem Mikroskop. Es sei wichtig, sich eine Vorstellung von dem zu machen, was man sieht. Gerade in einer turbulenten Zeit mit Umbrüchen und Krisen wie heute. Das Bild, welches Alexandre Fasel zeichnet, ist selbst auch in Bewegung: Amöben, Wechseltierchen, meist Einzeller, unter einem Mikroskop. Grossmächte, die versuchen, die Autorität in einer Region zu halten, auszubauen, in Konkurrenz stehen und versuchen, den Rest der Welt zu vereinnahmen. «Alles, was ich lese, sehe verhandle, hat Platz in dieser Darstellung.» Was bedeutet dies für die Aussenpolitik der Schweiz? Hat sich dieses Bild auch im Aussenministertreffen in Irland gezeigt? Alexandre Fasel ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Fri, 04 Sep 2026 - 2888 - Daniel Markwalder: Kann die Schweiz digital unabhängig werden?
Seit 5 Jahren verantwortet Daniel Markwalder die digitale Transformation beim Bund. Ein erster Test zeigt die Möglichkeiten und Grenzen einer digitalen Souveränität auf. Wie kann die Unabhängigkeit von grossen Tech-Firmen gelingen und wie hoch ist der Preis dafür? Für vertrauliche Dokumente der Armee ist die Microsoft-Cloud nicht brauchbar. So forderte der ehemalige Armeechef Thomas Süssli vor seinem Abgang Ende des letzten Jahres Alternativen. Auch der Druck aus der Politik steigt: Die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats stellt fest, dass die Gefahren der technologischen Abhängigkeit der Schweiz immer deutlicher werden, und unterstützt eine Forderung nach einer souveränen, digitalen Infrastruktur. 170 Personen der Bundesverwaltung haben nun Alternativen getestet. Lösungen aus Schleswig-Holstein, wo die Verwaltung bereits weitgehend ohne Tools von Microsoft oder anderen grossen Tech-Anbietern funktioniert. Was hat der Test in der Schweiz ergeben? Wo liegen die Chancen und Risiken? Wie geht es weiter mit der Exit-Strategie von Microsoft und Co.? Daniel Markwalder, Delegierter des Bundesrates für digitale Transformation ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Thu, 03 Sep 2026 - 2887 - Sven Beckert: «Der Kapitalismus ist im Umbruch»
Tech-Bosse häufen gigantische Vermögen an, Millionen befürchten einen Verlust der Stelle wegen KI, die Ungleichheit bewegt. Überdreht der Kapitalismus? Um die Gegenwart zu verstehen, müssen wir auch die Geschichte kennen, sagt Sven Beckert, Professor für Geschichte in Harvard, bei Simone Hulliger Beckert hat sich die Entwicklung des Kapitalismus in den letzten 1000 Jahren angeschaut. Er betont, dass diese Form des Wirtschaftens nicht immer da war und sich auch immer wieder gewandelt hat. Die aktuelle Form des Kapitalismus, den Neoliberalismus, sieht er in der Krise. Es gebe Widerstand von links und rechts. Wir befänden uns in einem Moment des Umbruchs. Was kommt danach? Der Historiker Sven Beckert lehrt an der Universität Harvard in den USA, sein aktuelles Buch heisst: «Kapitalismus, Geschichte einer Weltrevolution».
Wed, 02 Sep 2026 - 2886 - Fedayi San: «Schiedsrichter sein ist Leistungssport»
Fussball-Schiedsrichter ist in der Schweiz neu ein Beruf. Seit dieser Saison arbeiten 8 Spitzenschiedsrichter als Vollprofis. Einer davon ist Fedayi San. Was verändert sich als Profi? Steigen die Erwartungen? Und warum tut er sich den Job eigentlich an? Fedayi San ist zu Gast bei Simone Hulliger. Keiner hat in der Schweiz auf höchstem Niveau so viele Spiele gepfiffen wie Fedayi San. Dass Schiedsrichter nun als Hauptberuf ausgeübt werden kann, freut ihn sehr. Es bedeute, dass man mehr Zeit habe für Training und Regeneration, für die Vor- und Nachbereitung der Spiele. Auch einem Vollprofi können allerdings Fehler passieren, sagt San, man könne sie nun aber besser aufarbeiten. Im «Tagesgespräch» erzählt er von den gestiegenen Anforderungen an die Schiedsrichter, von schwierigen Momenten auf dem Platz und von der Faszination seines Berufs.
Tue, 01 Sep 2026 - 2885 - Abstimmungskontroverse zur Ernährungsinitiative
Die Ernährungsinitiative verlangt, dass die Schweiz den Selbstversorgungsgrad von heute rund 45 Prozent auf 70 Prozent steigert. Gelingen soll dies, indem mehr pflanzliche und weniger tierische Lebensmittel produziert werden. Am 27. September wird über die Initiative abgestimmt. Lanciert hat die Ernährungsinitiative Franziska Herren, die im Jahr 2021 bereits die Trinkwasserinitiative vors Volk brachte. Ihr Ziel ist es, die Schweizer Landwirtschaft umzukrempeln: Ackerflächen, auf denen heute Tierfutter angebaut wird, sollen genutzt werden, um pflanzliche Nahrung für die Bevölkerung zu produzieren. So soll der Selbstversorgungsgrad der Schweiz erhöht werden. Zudem sollen die Böden, die Biodiversität und das Trinkwasser besser geschützt werden. Um die Ziele zu erreichen, hätte der Bund bei einem Ja 10 Jahre Zeit. Die Gegnerinnen und Gegner halten diese Ziele für unrealistisch und warnen, dass die Bevölkerung den Konsum von Fleisch und tierischen Lebensmitteln reduzieren müsste, um die Werte zu erreichen. Initiantin Franziska Herren und Grünen-Nationalrätin Christine Badertscher aus dem Gegenkomitee diskutieren in der Abstimmungskontroverse bei Livia Middendorp.
Mon, 31 Aug 2026 - 2884 - Samstagsrundschau: Alpiq-Chefin Antje Kanngiesser zur Wasserkraft
Wegen der Trockenheit haben auch die Wasserkraftwerke von Alpiq weniger Strom produziert. Wie weiter mit dem Ausbau der Wasserkraft? Warum investiert Alpiq – wenn es um Alternativen geht – nach wie vor allem im Ausland, und wie hat sie’s mit der Kernkraft? Fragen an Alpiq-Chefin, Antje Kanngiesser. Alpiq steht für Wasserkraft. Der Konzern betreibt vor allem im Wallis grosse Kraftwerke wie Grande Dixence und Nant de Drance. Doch die Trockenheit schmälert die Produktion und das Schmelzwasser der Gletscher fliesst oft ungenutzt ab. Ist das ein Grund, um die Umweltbestimmungen zu lockern? Und, was heisst das für die 16 Ausbau-Projekte, auf die sich Umweltverbände, Betreiber und Behörden vor fünf Jahren geeinigt haben, die aber nicht wie gewünscht voranzukommen scheinen? Wenn’s um Alternativen geht, wie Sonne und Wind, dann scheint Alpiq nach wie vor vor allem im Ausland zu investieren. Ist dem Schweizer Konzern die kurzfristige Rendite wichtiger als die Versorgungssicherheit im eigenen Land? Auch neue Kernkraftwerke als Alternative werden in der Schweiz wieder intensiv diskutiert. Alpiq hat sich – anders als der grosse Mitbewerber Axpo – bisher kaum in die Debatte eingeschaltet. Warum? Und, wie lange lassen sich die jetzigen Kernkraftwerke, von denen Alpiq zwei betreibt, noch weiterbetreiben? Antje Kanngiesser, die Chefin von Alpiq stellt sich den Fragen von Klaus Ammann. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Sat, 29 Aug 2026 - 2883 - Jürg Merz: «Zerstörung nach Flutkatastrophe in Nepal ist immens»
Strassen weggerissen, Brücken zerstört, ganze Ortschaften von der Aussenwelt abgeschnitten: Nach der verheerenden Sturzflut in Nepal ist der Zugang zu den Betroffenen das grösste Problem. Jürg Merz von Helvetas berichtet direkt aus dem Katastrophengebiet. Jürg Merz hat 20 Jahre lang in Nepal gelebt und ist Koordinator für Asien bei der Hilfsorganisation Helvetas. Seit heute Morgen ist er im Katastrophengebiet in Nepal. Die Katastrophe trifft eine der ärmsten Regionen Asiens schwer. Wichtige Wirtschaftszweige wie Wasserkraftproduktion und Tourismus sind massiv beeinträchtigt. Frühwarnsysteme haben versagt, die Dimension der Katastrophe übersteigt alle bisherigen Annahmen. Jürg Merz ist zu Gast bei David Karasek.
Fri, 28 Aug 2026 - 2882 - Simone Fatzer: So nah an der Macht war die AfD noch nie
Am 6. September finden womöglich die wichtigsten Landtagswahlen Deutschlands statt. In Sachsen-Anhalt liegt die AfD in den Umfragen mit grossem Vorsprung vor der CDU und könnte erstmals an die Macht kommen. Warum ist die AfD ausgerechnet dort so stark? Und was bedeutet ein Wahlsieg für Deutschland? Simone Fatzer ist SRF Deutschland-Korrespondentin. Die Wahl in Sachsen-Anhalt rückt näher, die AfD führt die Umfragen an. Der Sieg der Partei, die vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als rechtsextremistisch eingestuft wird, gilt als sicher. Nur die Höhe ist unklar. Wird die AfD ihr erstes Bundesland regieren können? Simone Fatzer ist zu Gast bei David Karasek.
Thu, 27 Aug 2026 - 2881 - Michael Roschi: «Jetzt nicht voreilig Wanderwege schliessen»
Hätte der Wanderweg im Val Bondasca geschlossen werden müssen? Das Urteil im Fall Bondo wird Anfangs September erwartet. Was bedeutet dieser Prozess für die Schweizer Wanderwege? Deren Geschäftsleiter, Michael Roschi, ist zu Gast bei Simone Hulliger. Der Bergsturz von Gondo hat Michael Roschi beschäftigt. Man habe Lehren daraus gezogen, etwas im «Leitfaden Gefahrenprävention», den die Schweizer Wanderwege den Gemeinden zur Verfügung stellen. Dennoch hofft Roschi, dass nun nicht voreilig Wanderwege breiflächig aus Angst vor Haftung geschlossen werden. Es gelte, die Eigenverantwortung der Wandernden hochzuhalten. Michael Roschi ist seit 2015 Geschäftsleiter von Wanderwege Schweiz. Im Tagesgespräch erzählt er, wie die Wege in Stand gehalten werden und warum sich auch Saudi-Arabien für die Organisation der Schweizer Wanderwege interessiert.
Wed, 26 Aug 2026 - 2880 - Marcel Hirsiger: «Putin wird eskalieren»
Osteuropa-Experte Marcel Hirsiger rechnet mit einer weiteren Eskalation Russlands im Ukraine-Krieg. Nach den Wahlen am 20. September könnte Putin eine grössere Mobilmachung anordnen. Die russische Kriegsführung dürfte noch brutaler werden. Russlands Kriegsführung in der Ukraine wird brutaler und Kremlchef Wladimir Putin dürfte weiter eskalieren. Davon geht Osteuropa-Experte Marcel Hirsiger von der Fachhochschule Nordwestschweiz aus. Im «Tagesgespräch» ordnet er die aktuelle Lage ein: Wie stark setzen die ukrainischen Angriffe auf Raffinerien und andere Ziele Russland unter Druck? Wie verwundbar ist die russische Wirtschaft? Und wie gross ist die Gefahr einer neuen Offensive? Auch für die Ukraine wird die Lage schwieriger. Abwehrraketen werden knapp, während Russland seine Luftangriffe intensiviert. Kann Europa die Lücken bei der militärischen Unterstützung schliessen? Und was bedeutet der Krieg für die kommenden Wintermonate? Marcel Hirsiger ist zu Gast bei David Karasek.
Tue, 25 Aug 2026 - 2879 - Abstimmung: «Wahrung der schweizerischen Neutralität»
Die Neutralitätsinitiative will die «immerwährende und bewaffnete» Neutralität der Schweiz in der Bundesverfassung stärker verankern. So dürfte die Schweiz keinem Militärbündnis beitreten und sie soll sich grundsätzlich nicht an wirtschaftlichen Sanktionen gegen kriegführende Staaten beteiligen. Vom Verbot ausgenommen wären einzig von der UNO beschlossene Sanktionen. Die Initianten argumentieren, dass nur eine strikte und verlässliche Neutralität die Schweiz vor ausländischen Konflikten schützt und ihre Glaubwürdigkeit als neutrale Vermittlerin stärkt. Gegnerinnen und Gegner warnen hingegen vor einer Isolation der Schweiz in einer sich verschlechternden globalen Sicherheitslage. Ein starres Sanktionsverbot schränke den aussenpolitischen Handlungsspielraum ein. Zudem erschwere die Initiative eine sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit der NATO oder europäischen Partnern deutlich. Über Vor- und Nachteile der Initiative diskutieren SVP-Nationalrat Franz Grüter und SP-Ständerätin Franziska Roth.
Mon, 24 Aug 2026 - 2878 - Samstagsrundschau: Mafia, Terror - wie wird die Schweiz sicherer?
Das Fedpol ermittelt gegen die Mafia und wurde selbst zum Opfer: Ein Fedpol-Polizist verkaufte der Drogenmafia mutmasslich Informationen. Welche Schlüsse zieht die Fedpol-Chefin? Schöpft sie ihre Möglichkeiten im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Terrorverdächtige auch wirklich aus? Ein «Maulwurf» in den eigenen Reihen ist für ein Polizeikorps das schlimmstmögliche Szenario. Genau das trat im Frühling beim Bundesamt für Polizei Fedpol ein. Wie konnte das Sicherheitsleck entstehen? Was unternimmt das Fedpol, damit die Behörde nicht mehr infiltriert werden kann? Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortès nimmt Stellung. Wildi-Cortès und ihre Vorgängerin warnen seit Jahren eindringlich vor der organisierten Kriminalität und einer zunehmenden Gewaltbereitschaft. Die Fedpol-Direktorin ruft nach zusätzlichen Kompetenzen und schärferen Gesetzen. Doch nutzt das Fedpol seine bestehenden Möglichkeiten konsequent genug? Kritische Fragen an Eva Wildi-Cortès. Thema in der Sendung sind auch neue Kriminalitätsformen: Verbrecherbanden, aber auch Terrorgruppierungen und ausländische Geheimdienste rekrutieren für ihre Taten immer häufiger Amateure. Sie werden über Social Media angeworben und schreiten mit wenig Vorbereitung und wenig Wissen über die Hintermänner zur Tat. Wie ist diesem Phänomen beizukommen? Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Sat, 22 Aug 2026 - 2877 - Raphael Gross: Was tat meine Familie unter Hitler?
Millionen NSDAP-Akten sind seit einem halben Jahr frei zugänglich. Wer war in Hitlers Partei und was verraten die Akten? Historiker Raphael Gross zieht Bilanz: «Manchmal ist die Enttäuschung gross, wenn sich eine vermutete NS-Vergangenheit nicht bestätigen lässt.» Millionen Datensätze zu ehemaligen NSDAP-Mitgliedern sind seit einem halben Jahr mit wenigen Klicks abrufbar über das US-Nationalarchiv. Was früher aufwendige Archivarbeit war, geht heute bequem von zu Hause aus. Das sorgt für grosses Interesse, wirft aber auch Fragen auf. Historiker Raphael Gross ordnet diese neue Transparenz ein. Der Zürcher ist Präsident des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Wie erfolgreich ist das Tool? Was ist der Erkenntnisgewinn? Und wie steht dieser Recherche-Boom im Zusammenhang mit aktuellen politischen Entwicklungen? Raphael Gross ist zu Gast bei David Karasek.
Fri, 21 Aug 2026 - 2876 - Johann Wadephul: über Drohnen, Drohungen und die AfD
Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul (CDU) war zu politischen Gesprächen in der Schweiz. Im Tagesgespräch spricht er über die neuen Drohungen aus Moskau und die Stärke der AfD. Ausserdem: Wadephul begrüsst den Schweizer Beitrag zu Europas Verteidigung gegen Russland. Europa rüstet auf: Was erwartet der deutsche Aussenminister Johann Wadephul von der Schweiz? Wie hilft Berlin bei der Patriot-Beschaffung? Ausserdem: die Sprengstoff-Drohne von Leipzig und die Gefahr aus der Luft, die Stärke der AfD und warum Johann Wadephul ausgerechnet auf Instagram so erfolgreich ist. Der deutsche Aussenminister ist zu Gast bei David Karasek.
Thu, 20 Aug 2026 - 2875 - David Bittner: «Die Lage für die Fische ist katastrophal»
Die Trockenheit und Dürre der letzten Wochen beuteten für tausende Fische den Tod. Wie ist die Lage aktuell? Was bringen Umsiedelungen von Fischen? Und kann sich der Bestand wieder erholen? David Bittner, Geschäftsführer vom Schweizerischen Fischereiverband, ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die Bilder von tausenden toten Fischen sind ein trauriges Symbolbild des Sommers 2026. Die Kombination aus zu warmen Gewässern und ausgetrockneten Flüssen führte zu einer Lage, wie sie David Bittner noch nie erlebt hat. Die Situation sei katastrophal. Der Hitzesommer trifft die Fische in einer eh schon schwierigen Lage. Ihr Bestand ist in den letzten Jahren gesunken, 75% der Fischarten sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Was sind die Ursachen und was kann dagegen unternommen werden? David Bittner ist seit fünf Jahren Geschäftsführer des Schweizerischen Fischereiverbandes.
Wed, 19 Aug 2026 - 2874 - René Buholzer: «Wir befürchten weitere US-Massnahmen»
Die Pharmafirmen versuchen mit Deals mit den USA, die Zölle möglichst gering zu halten. Doch René Buholzer, Geschäftsführer von Interpharma, fürchtet weitere US-Massnahmen, vor allem für den Fall, dass politische Anliegen wie die neue Krankenversicherungsverordnung zustande kämen. Gemäss einer Untersuchung von Interpharma, dem Verband der forschenden Pharmaunternehmen in der Schweiz, hat die neue US-Politik zur Senkung der Medikamentenpreise in der Schweiz bereits Auswirkungen. Rund ein Drittel der innovativen Medikamente werde nicht mehr zur Vergütung durch Schweizer Krankenkassen eingereicht. Deswegen wehrt sich der Verband gegen weiteren Preisdruck auf die Medikamente. Spielen die Schweizer Preise bei der Berechnung des Most-Favored-Nation-Regimes der USA wirklich die zentrale Rolle? Wie soll die Arbeitsgruppe des Bundes den Lifesciences-Standort Schweiz stärken? Sind geheime Deals von Pharmakonzernen mit den USA dabei hilfreich? René Buholzer ist Geschäftsführer von Interpharma und zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Tue, 18 Aug 2026 - 2873 - Roger Schnegg: Schweizer Sport im Hoch?
Das Schweizer Team sorgte an der Leichtathletik-EM für Furore. Auch in anderen Sportarten holten Schweizerinnen und Schweizer in den letzten Wochen EM- und WM-Medaillen. Ist der Schweizer Sport erfolgreich wie nie? Roger Schnegg, Chef von Swiss Olympic, ist zu Gast bei Simone Hulliger. 14 Jahre war Roger Schnegg der oberste Sportfunktionär der Schweiz. In seiner Amtszeit haben sich die Gelder, die Swiss Olympic an die Verbände auszahlen konnte, verdoppelt. Bedeutet mehr Geld auch mehr Erfolg? Ende August gibt Schnegg sein Amt ab. Im «Tagesgespräch» schaut er zurück auf Highlights und Herausforderungen, etwa die aufgedeckten Missstände im Turnverband oder den «Fall Fischer», und er schaut voraus: Was hält er davon, dass seine Nachfolgerin keine beruflichen Erfahrungen aus der Sportwelt mitbringt?
Mon, 17 Aug 2026 - 2872 - Lassen Gewerkschaften das EU-Vertragspaket fallen, Herr Wüthrich?
Die Wirtschaftskommission des Ständerats hat diese Woche Teile des Paketes abgelehnt, das die Sozialpartner zum Schutz der Löhne im Vertragspaket mit der EU ausgehandelt haben. Gewerkschaftspräsident Adrian Wüthrich sagt, wie lange die Gewerkschaften noch bereit sind, die Verträge mitzutragen. Er steht seit elf Jahren an der Spitze des zweitgrössten Dachverbandes der Schweizer Gewerkschaften Travail.Suisse mit 130'000 Mitgliedern und ist in dieser Funktion bei sämtlichen Lohnschutzverhandlungen zum Vertragspaket mit der EU dabei gewesen. Was die Wirtschaftskommission des Ständerats nun beschlossen hat, kann Adrian Wüthrich «nicht nachvollziehen». Steigen die Gewerkschaften jetzt aus dem Kompromiss zum Lohnschutz aus? Oder müssten sie nicht auf ihre Maximalforderungen verzichten, um den Kompromiss zu retten? Zur Sprache in der «Samstagsrundschau» kommen auch der Lohnherbst und die diesbezüglichen Forderungen von Travail.Suisse, die «Familienzeit-Initiative», bei der die Unterschriftensammlung harzt, und die schwierige Finanzlage der AHV. Gewerkschaftspräsident Adrian Wüthrich stellt sich den Fragen von Philipp Burkhardt. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Sat, 15 Aug 2026 - 2871 - Jürg Grossen: Hat die Schweiz ein Wasserproblem?
Trockenheit in der Schweiz: Wasser wird zur kostbaren Ressource. GLP-Präsident Jürg Grossen fordert neue Speicher, wo Gletscher verschwinden, eine landesweite Erfassung des Wasserverbrauchs und eine nationale Kältestrategie. Was steckt hinter diesen Plänen? Der Hitzesommer 2026 beschäftigt die Menschen in der Schweiz. Was sind die Forderungen und Konsequenzen der Grünliberalen Partei? Welche kurzfristigen Massnahmen sind notwendig, um auf die aktuelle Situation zu reagieren? Ausserdem: Grün und wirtschaftsliberal, lange schien diese Kombination das Erfolgsrezept der GLP zu sein. Doch seit den Wahlen 2023 scheint die Partei Schwung eingebüsst zu haben, Sitze gingen verloren. Ist das nur die politische Grosswetterlage, oder wird der Spagat zwischen Ökologie und Wirtschaft zunehmend zum Problem? Der Präsident der GLP Schweiz, Jürg Grossen, ist zu Gast bei David Karasek.
Fri, 14 Aug 2026 - 2870 - Dagmar Rösler: «Integrative Schule - Lehrerschaft ist gespalten»
Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer LCH wollte wissen: Wie stehen die Lehr- und Fachpersonen zur integrativen Schule? Das Resultat ist brisant: Die Lehrerschaft ist gespalten, nur die Hälfte steht dem Modell positiv gegenüber. Die Präsidentin des LCH ist zu Gast bei Simone Hulliger. Dagmar Rösler war bewusst, dass sie mit dieser Umfrage ein heisses Eisen anfasst. Die Gespaltenheit der Lehrerschaft habe sie überrascht, dennoch sei sie froh zu wissen, wo Lehrpersonen stehen. Denn die Umfrage zeigt auch: Umstritten ist nicht in erster Linie das pädagogische Konzept, sondern deren Umsetzung. Dort, wo genügend Ressourcen zur Unterstützung bereitstehen, sei auch die Zufriedenheit höher, so Rösler. Was macht der LCH nun mit diesen Resultaten? Hat die integrative Schule eine Zukunft? Dagmar Rösler ist seit 2019 Präsidentin des Dachverbands der Lehrerinnen und Lehrer und arbeitet als Fachlehrperson ist der Primarschule Bellach.
Thu, 13 Aug 2026 - 2869 - Erich Fischer: «Die Dürre ist intensiver als die historische»
Es herrscht eine doppelte Dürre: Zur geringen Bodenfeuchtigkeit sinken auch die Abflussmengen in Flüssen. Hinzu kommen höhere Temperaturen. Wie sich diese Erwärmung auch auf Meeresströmungen auswirken kann, soll der neue Weltklimabericht zeigen. ETH-Klimatologe Erich Fischer ist einer der Autoren. Mit den schwindenden Gletscher sinken die Pegelstände der Flüsse, mit den höheren Temperaturen trocknen die Böden stärker aus als früher. Deshalb ist die aktuelle Trockenheit nur bedingt vergleichbar mit den historisch Dürren. Der Klimatologe der ETH Zürich forscht zu Extremereignissen und berechnet auch sogenannte Worst-Case-Szenarien – damit sich Gesellschaft, Politik und Wirtschaft für die Zukunft wappnen können. Wie kann die Umsetzung dieser Szenarien in Schutzmassnahmen funktionieren? Fischer ist einer der Hauptautoren des Weltklimaberichts. Der nächste wird sich auch mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Meeresströmungen beschäftigen. Welche Szenarien sind denkbar, wenn sich die Strömung des Golfstroms verändert? Und wie liesse sich die zunehmende Klimaerwärmung noch aufhalten? Erich Fischer ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Wed, 12 Aug 2026 - 2868 - Urs Furrer: Kampf um das Schweizerkreuz
Das Schweizerkreuz steht für Qualität und Swiss Made. Doch neue Regeln sorgen für Streit in der Wirtschaft. Seit Frühling gelten gelockerte Vorgaben für die Verwendung des Schweizerkreuzes. Gewerbeverbandsdirektor Urs Furrer kritisiert die Änderungen: Er warnt vor einer Verwässerung von Swiss Made. Der Schweizerische Gewerbeverband präsentiert heute eine repräsentative Umfrage zum Umgang mit dem Schweizerkreuz auf Produkten: Schweizer KMU betrachten Swissness und die Herkunftsbezeichnung Schweiz als wichtige Wettbewerbsfaktoren und lehnen eine Verwässerung des Schweizerkreuzes ab. Bislang mussten bei Industrieprodukten mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen, damit das Schweizerkreuz auf Produkten angebracht werden darf. Neu gilt: Wenn Produkte in der Schweiz entworfen oder entwickelt werden, darf das Schweizerkreuz unter gewissen Bedingungen verwendet werden. Urs Furrer, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv, ist zu Gast bei David Karasek.
Tue, 11 Aug 2026 - 2867 - Ernst Wandfluh: «Da bin ich mit Albert Rösti nicht einverstanden»
Als Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands kennt Ernst Wandfluh die Sorgen der Älplerinnen und Älpler im aktuellen Hitzesommer. Was wäre zu tun? Und was können die Bauern selbst gegen den Klimawandel unternehmen? Ernst Wandfluh ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die Trockenheit setzt den Bäuerinnen und Bauern auf den Alpen und im Flachland stark zu. Wandfluh fordert Massnahmen zur Unterstützung der Bauernschaft, denn die Landwirtschaft befinde sich in einer Notsituation. Fühlt er sich von seiner Partei, der SVP genügend unterstützt? Wo ist er nicht einig mit dem Umweltminister Albert Rösti? Und wo sind die Bäuerinnen und Bauern bereit, Massnahmen gegen den Klimawandel zu unterstützen? Wandfluh ist Nationalrat der SVP Kanton Bern und Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands.
Mon, 10 Aug 2026 - 2866 - Marco Solari «im Leben ist man immer allein»
Zum Abschluss der Sommerreihe blickt Marco Solari auf sein bewegtes Leben zurück. Er spricht über seine schwere Corona-Erkrankung, persönliche Krisen und die Erkenntnisse, die ihn bis heute begleiten. Marco Solari war Touristiker, Kulturmanager, Migros-Manager, Mitverleger und Veranstalter. Im Tagesgespräch mit Iwan Santoro zieht der heute 81-Jährige Bilanz. Er erzählt von den verschiedenen Stationen seiner beruflichen Laufbahn, davon, wie schnell öffentliche Anerkennung verschwinden kann, und von seiner schweren Corona-Erkrankung, die er nur knapp überlebt hat. Dabei spricht Solari auch über eine Erkenntnis, die ihn bis heute begleitet: Im Leben müsse jeder Mensch seinen Weg letztlich alleine gehen.
Fri, 07 Aug 2026 - 2865 - Marco Solari: «Ohne Grenzgänger wäre das Tessin gelähmt»
Die Beziehungen zwischen dem Tessin und Italien sorgen immer wieder für politische Diskussionen. Für Marco Solari ist klar: Ohne die Grenzgängerinnen und Grenzgänger würde das Tessin heute nicht funktionieren. Für den langjährigen Präsidenten des Locarno Film Festivals und früheren Tourismusdirektor sind enge Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien unverzichtbar. Am Beispiel der Katastrophe von Crans Montana zeigt Solari auf, wie unterschiedlich die Mentalitäten nördlich und südlich der Alpen sind. Man gehe in Italien oft anders mit Krisen, Katastrophen und gesellschaftlichen Herausforderungen um als in der Deutschschweiz. Auch die Medien funktionierten anders. Im Rahmen der Jubiläumsreihe «25 Jahre Tagesgespräch» ist Marco Solari Wochengast bei Iwan Santoro.
Thu, 06 Aug 2026 - 2864 - Marco Solari: «Die Südschweiz gehört immer in den Bundesrat»
Marco Solari setzte sich einst für die Wahl von Ignazio Cassis in den Bundesrat ein. Im Tagesgespräch plädiert er für einen ständigen Sitz der italienischen Schweiz in der Landesregierung. Für Marco Solari gibt es in Europa nur eine eigentliche Grenze: die Nord-Süd-Grenze. Auf beiden Seiten herrschten unterschiedliche Sprachen, Kulturen, Mentalitäten und Lebensweisen. Diese Grenze verlaufe mitten durch die Schweiz. Kein anderer Kanton sei so stark vom Rest des Landes getrennt wie das Tessin. Deshalb plädiert Solari für eine Erweiterung des Bundesrats auf neun Sitze. So könne die Vertretung der italienischen Schweiz dauerhaft gesichert werden. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» spricht Solari mit Iwan Santoro über seinen langjährigen Einsatz für das Tessin und dessen Stellung innerhalb der Schweiz.
Wed, 05 Aug 2026 - 2863 - Marco Solari: «Das Boccalinomonopol musste weg»
In der Deutschschweiz nennt man ihn oft «Mister Ticino». Im Tagesgespräch erzählt Marco Solari, wie er den Tourismus im Tessin modernisierte und das Image des Südkantons veränderte, ohne dessen mediterranen Charakter zu verlieren. Das Image des Tessins lag Marco Solari stets besonders am Herzen. Das Klischee vom Boccalino, von Mandolinen und Zoccoli sei ihm schon früh ein Dorn im Auge gewesen. Als Solari Anfang der 1970er-Jahre im Alter von 27 Jahren Tessiner Tourismusdirektor wurde, war für ihn klar: Das Tessin braucht ein moderneres Gesicht. Auch das paternalistische Verhalten der Deutschschweiz gegenüber dem lange isolierten Südkanton störte ihn. Im Tagesgespräch mit Iwan Santoro erzählt Solari, wie er den Tourismus neu positionierte und das Tessin moderner machte, ohne die Sehnsucht nach Süden und mediterranem Flair zu verlieren.
Tue, 04 Aug 2026 - 2862 - Marco Solari: «Die Magie des Filmfestivals ist die Piazza»
In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» steht das Tessin im Fokus. Zu Gast ist Marco Solari. Der langjährige Präsident des Locarno Film Festivals spricht über seine Zeit an der Spitze des Festivals und erklärt, weshalb er dem Anlass heute weitgehend fernbleibt. Marco Solari war vieles in seiner langen Karriere: Tessiner Tourismusdirektor und später Präsident von Ticino Turismo, Delegierter der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft, Mitglied der Generaldirektion der Migros und stellvertretender Konzernchef von Ringier. All diese Erfahrungen habe er in seine Aufgabe als Präsident des Locarno Film Festivals einbringen können, sagt Solari. Im Tagesgespräch mit Iwan Santoro blickt er auf die Höhepunkte seiner 23-jährigen Präsidentschaft zurück. Er erzählt, weshalb die Piazza Grande das Herz des Festivals bleibt und warum es richtig war, das Präsidium abzugeben, auch wenn ihm dieser Schritt nicht leichtfiel.
Mon, 03 Aug 2026 - 2861 - Charles Liebherr: «Der EU-Rat ist Europas Konsensmaschine»
In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» reisen wir mit EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Europa-Quartier in Brüssel. Heute sind wir im EU-Rat. Hier ringen 27 Staaten um Kompromisse. Warum die Fassade aus alten Fensterrahmen aus ganz Europa besteht und was sie über die EU erzählt. Der EU-Rat ist das Machtzentrum der Europäischen Union. Hier treffen sich die Staats- und Regierungschefs sowie die Ministerinnen und Minister der 27 Mitgliedstaaten, um über Europas wichtigste Entscheidungen zu beraten. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» führt EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Ratsgebäude in Brüssel, vorbei am berühmten roten Teppich und dem riesigen Medienzentrum. Er erklärt, wie die EU mit Kompromissen arbeitet, weshalb die Ratspräsidentschaft so wichtig ist und wie sich selbst die Schweiz in diesem Gebäude einbringt. Zudem zeigt er, weshalb die Fassade aus alten Fensterrahmen aus ganz Europa mehr ist als ein architektonisches Detail: Sie steht sinnbildlich für die Vielfalt und den Zusammenhalt der Europäischen Union. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die das «Tagesgespräch» über viele Jahre geprägt haben. Charles Liebherr ist zu Gast bei David Karasek.
Fri, 31 Jul 2026 - 2860 - Charles Liebherr: Die Beziehungen der Schweiz zu Europa
In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» reisen wir mit EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Europa-Quartier in Brüssel. Heute: Die Schweizer Botschaft. Ein Gespräch über schwierige Verhandlungen und darüber, weshalb die Zusammenarbeit mit Europa heute vielfältiger ist als je zuvor. Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union prägen die Schweizer Politik seit Jahrzehnten und sie bleiben komplex. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» blickt EU-Korrespondent Charles Liebherr zurück auf das Scheitern des Rahmenabkommens, erklärt die unterschiedlichen Verhandlungskulturen der Schweiz und der EU und zeigt, weshalb die Gespräche dennoch nie ganz abgerissen sind. Ausserdem spricht er über die besondere Rolle der Schweizer Botschaft in Brüssel, die Bedeutung informeller Kontakte im Europaquartier und darüber, wie sich Europas geopolitische Lage verändert hat. Warum gibt es heute mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der EU als nur die Mitgliedschaft? Und was bedeutet das für die Schweiz? In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die das «Tagesgespräch» über viele Jahre geprägt haben. Charles Liebherr ist zu Gast bei David Karasek.
Thu, 30 Jul 2026 - 2859 - Charles Liebherr: «Das EU-Parlament wird massiv unterschätzt.»
In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» reisen wir mit EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Europa-Quartier in Brüssel. Heute: Das EU-Parlament. Wie funktioniert Europas Machtzentrum? Charles Liebherr erklärt, weshalb das Parlament unterschätzt wird und was hinter den Kulissen passiert. Die Grünen in Frankreich ticken anders als die Grünen in Schweden. Genau das prägt die Arbeit im Europäischen Parlament. Wie gelingt es mehr als 700 Abgeordneten aus 27 Ländern trotzdem, Mehrheiten zu finden? In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» führt EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Parlament in Brüssel und erklärt, warum Europas Volksvertretung anders funktioniert als viele nationale Parlamente. Zudem spricht er über den umstrittenen «Wanderzirkus» zwischen Brüssel und Strassburg, den Einfluss von Lobbyisten und darüber, weshalb das EU-Parlament wohl das einzige der Welt mit eigenem Bahnhof ist. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die das «Tagesgespräch» über viele Jahre geprägt haben. Charles Liebherr ist zu Gast bei David Karasek.
Wed, 29 Jul 2026 - 2858 - Charles Liebherr: Im Jubelpark Belgien erleben
In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» reisen wir mit EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Europa-Quartier in Brüssel. Im Jubelpark zwitschern tausende Papageien aus Afrika. Kaum ein Ort erzählt so viel über Migration, Geschichte und Europa wie diese grüne Oase. Im Brüsseler Jubelpark leben Tausende frei fliegende Papageien. Für SRF-EU-Korrespondent Charles Liebherr stehen sie sinnbildlich für eine offene, internationale Stadt. Dieser Park ist zugleich die grüne Visitenkarte des Europaviertels und Spiegel der belgischen Geschichte. Hier werden auch die Widersprüche Europas sichtbar, von Migration und Zusammenleben bis zur kolonialen Vergangenheit Belgiens. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die das «Tagesgespräch» über viele Jahre geprägt haben. Charles Liebherr ist zu Gast bei David Karasek.
Tue, 28 Jul 2026 - 2857 - Charles Liebherr: «An Robert Schuman kommt man nicht vorbei.»
In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» reisen wir mit EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Europa-Quartier in Brüssel. Heute sind wir auf den Spuren von Robert Schuman, einem der Gründerväter der Europäischen Union. In unserer Sommerserie nimmt uns SRF-EU-Korrespondent Charles Liebherr mit auf einen besonderen Rundgang durch Brüssel, das politische Zentrum der Europäischen Union. Der Weg führt von der Statue des Gründervaters der EU, Robert Schuman, über den frisch renovierten Schuman-Kreisel bis hin zum symbolträchtigen Schuman-Stein. Liebherr erklärt, warum die europäische Friedensidee von 1950 auch koloniale Interessen widerspiegelte, wie die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg die Erwartungen an die EU grundlegend verändert haben und warum die mächtige EU-Kommission heute mehr denn je für den Schutz der Demokratie werben muss. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die das «Tagesgespräch» über viele Jahre geprägt haben. Charles Liebherr ist zu Gast bei David Karasek.
Mon, 27 Jul 2026 - 2856 - Evelyne Binsack, Albin Schelbert, Frank Senn: Coaching und Kajak
Während 25 Jahren waren Expeditionen auf die höchsten Berge oder an den Nord- und Südpol immer wieder Thema im «Tagesgespräch». Will Evelyne Binsack immer noch den Abenteuergeist wecken? Ist Albin Schelbert noch in der Wildnis unterwegs? Und was gibt es für Frank Senn noch zu dokumentieren? Mit dem Alter werde es immer schwieriger, fit genug zu bleiben, um extreme Klettertouren zu unternehmen. So erkundete Albin Schelbert zusammen mit seiner Frau Alaska oder Kanada auf wilden Flüssen, abgeschnitten von jeder Zivilisation. Mit dem Hundeschlitten ist Schelbert nicht nur Rennen gefahren, sondern auch auf 4000 Meter hohe Berge gestiegen. Evelyne Binsack ist Bergführerin, hält Referate und bietet Coachings an. Auf ihren Expeditionen an den Nord- und Südpol und auf den Everest hat Binsack gefunden, was sie suchte: Sie weiss, wer sie auch unter schwierigsten Bedingungen ist. Frank Senn hat 30 Jahre Berg-Dokumentarfilme gedreht. Das Interesse habe sich nun hin zu den Geschichten und Persönlichkeiten hinter den Expeditionen entwickelt. Eine extreme Expedition werde er nicht mehr begleiten. Evelyne Binsack, Albin Schelbert und Frank Senn sind zu Gast bei Karoline Arn.
Fri, 24 Jul 2026 - 2855 - Evelyne Binsack, Albin Schelbert, Frank Senn: Natur und ihr Preis
Die Natur bedeutet der Alpinistin Evelyne Binsack und dem Albin Schelbert viel, ebenso dem Berg-Dokumentarfilmer Frank Senn. Doch in der unberührten Natur hinterlassen Expeditionen Spuren. Seit dem Schuss eines Begleiters auf einen Eisbären macht Evelyne Binksack keine extremen Expeditionen mehr. Es ist das Erlebnis der Natur, welches viele Alpinistinnen und Alpinisten in die Berge zieht. Albin Schelbert habe 1960 noch von der «Gunst der frühen Geburt» profitiert und Berge angetroffen, wie es sie heute nicht mehr gebe, so Binsack. Der Mount Everest leidet unter den Massen, welche für viel Geld auf seinen Gipfel wollen. Aber auch das Wrak des Pilatus Porters von Schelberts Expedition wurde nie geborgen. Frank Senn titelte seine letzte Dokumentarfilmreihe «Wahnsinn am Everest», dieser Name sei erst während der Dreharbeiten entstanden. «Du würdest den Berg nicht mehr erkennen», sagt Senn zu Evelyne Binsack, welche 2001 als erste Schweizerin auf dem höchsten Berg der Welt stand. Für Binsack ist heute der Preis, welcher die Natur für ihre Abenteuer bezahlen musste, zu hoch. Sie hat beschlossen, keine extreme Expedition mehr zu unternehmen. Evelyne Binsack, Albin Schelbert und Frank Senn sind in der Sommerserie 25 Jahre Tagesgespräch zu Gast bei Karoline Arn.
Thu, 23 Jul 2026 - 2854 - Evelyne Binsack, Albin Schelbert, Frank Senn: Gefahr und Tod
Wer den Mount Everest oder den Dhaulagiri besteigt, begibt sich in Gefahr, kehrt im schlimmsten Fall nicht zurück. Der Tod ist überall präsent. Wie gehen Evelyne Binsack und Albin Schelbert damit um, und wie thematisiert Frank Senn den Tod in seinen Bergdokumentationen? In den 25 Jahren Tagesgespräch waren immer wieder Personen zu Gast, die extreme Touren gemacht, Berge erklommen und Abenteuer unternommen haben. Evelyne Binsack, als sie als erste Schweizerin auf dem Mount Everest war, Albin Schelbert, der erste Mensch auf dem Dhaulagiri, und Frank Senn, der die Expeditionen als Dokumentarfilmer begleitete. Auch Ueli Steck war zu Gast im Tagesgespräch, kurz bevor er zu seiner letzten Expedition aufbrach. Wie geht man mit der Todesgefahr um? Was löste der Tod von Ueli Steck aus? Evelyne Binsack, Albin Schelbert und Frank Senn sind zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Wed, 22 Jul 2026 - 2853 - Evelyne Binsack, Albin Schelbert, Frank Senn: Wille und Sturheit
Manchmal brauche es Sturheit, sagt Albin Schelbert. Willenskraft ist für Evelyne Binsack zentral. Frank Senn muss auf sein Team zählen können. Was braucht es, um erfolgreich Extremes zu leisten? Er habe immer Glück gehabt, auf allen seinen Touren, sagt Albin Schelbert. Denn seine Kollegen seien in den Bergen immer durch Unglücke wie Steinschläge oder Lawinen verletzt worden oder gestorben, nicht durch fehlendes Können oder falsches Verhalten. Für Evelyne Binsack ist die Vorbereitung zentral für eine geglückte Expedition. Einzelkämpfer seien in einem Drehteam am Berg nicht vorstellbar, sagt Frank Senn. Alle müssten sich in jeder Situation auf den anderen verlassen können. Auf die Frage, was sich verändere, wenn solche Extremleistungen gelingen, werden Binsack und Schelbert nachdenklich. Es sind sehr persönliche Erlebnisse. Sie faszinieren wie die Berge an sich, sagt der Filmer Frank Senn. Binsack, Schelbert und Senn sind diese Woche die Gäste in der Sommerserie 25 Jahre Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Tue, 21 Jul 2026 - 2852 - Evelyne Binsack, Albin Schelbert, Frank Senn: Berg und Pioniere
In 25 Jahren Tagesgespräch waren Expeditionen und Alpinismus wiederholt Thema. Für die Sommerserie treffen sich Evelyne Binsack, die die «drei Pole» der Welt aus eigener Kraft erreichte, Albin Schelbert, der Erstbesteiger des Dhaulagiri 1960, und Frank Senn, Bergdokumentarfilmer seit 30 Jahren. Max Eiselin stellte 1960 eine Truppe zusammen, die den 8000er im Himalaya, den Dhaulagiri, besteigen sollte. Es war der erste Berg, an dem sich Alpinisten versuchten, da man ihn zuerst für den höchsten der Welt hielt. Es sollte der letzte Gipfel sein, den jemand erreichte. Wie kam Albin Schelbert zu dieser Expedition? Warum nahmen sie einen Pilatus Porter mit? Und warum war Schelbert der erste Mensch auf dem Dhaulagiri? Evelyne Binsack reiste als Helikopterpilotin mit anderen Plänen zum Mount Everest, als ihn zu erklimmen. Warum war sie dennoch die erste Schweizerin auf dem Gipfel? Seit 30 Jahren verfolgt Frank Senn das Geschehen rund um die höchsten Gipfel und steilsten Wände als Dokumentarfilmer. Woher kommt diese Faszination? In der Sommerserie 25 Jahre Tagesgespräch treffen sich die ehemaligen Gäste zu einer gemeinsamen Runde. Binsack, Schelbert und Senn sind die Gäste in der Sommerserie 25 Jahre Tagesgespräch bei Karoline Arn.
Mon, 20 Jul 2026 - 2851 - Daniel de Roulet: «Ich bin immer noch wütend»
Reisen sind Grundlage vieler Bücher des Genfer Schriftstellers Daniel der Roulet. Er hat mehrmals die Schweiz durchwandert, ist zu allen 56 französischen Kernreaktoren und zu Dutzenden Grenzseen gereist. Im Tagesgespräch erzählt er, was er unterwegs über die Schweiz und über Grenzen gelernt hat. Zudem geht es im letzten von drei Gesprächen zum 25-Jahr-Jubiläum des Tagesgesprächs ums Älterwerden, ums Vorbereiten des eigenen Nachlasses und um die Wut, die für den 82-jährigen Schriftsteller nach wie vor eine wichtige Antriebsfeder ist. Daniel de Roulet ist zu Gast bei Roman Fillinger.
Fri, 17 Jul 2026 - 2850 - Daniel de Roulet: «Ich will Geschichte von unten schreiben»
Schweizer Söldner, die in der französischen Revolution ihr Leben lassen, jurassische Anarchistinnen, die nach Südamerika auswandern oder eine Familiensaga rund um die Atomtechnologie. Daniel de Roulets Romane haben oft einen historischen Hintergrund. Im Zentrum stehen dabei die wenig Privilegierten. Im zweiten von drei Gesprächen zum 25-Jahr-Jubiläum des Tagesgesprächs geht es um de Roulets Faszination für die Technik hinter der Atomkraft, um seinen Blick auf die Schweiz und darum, wieso Westschweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller weniger politisch sind als ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Deutschschweiz. Daniel de Roulet ist zu Gast bei Roman Fillinger.
Thu, 16 Jul 2026 - 2849 - Daniel de Roulet: «Schreiben soll engagiert, aber nicht militant
Der heute 82-jährige Westschweizer Schriftsteller hat erst mit über fünfzig Jahren angefangen zu schreiben und seither beinahe vierzig Bücher veröffentlicht. Viele davon haben politische Themen. Literatur ist für ihn kein Selbstzweck, sondern soll sich gesellschaftlich engagieren. Im ersten von drei Gesprächen zum 25-Jahr-Jubiläum des Tagesgesprächs geht es um die Rolle der Literatur in der Gesellschaft, um die Parallelen von Rennen und Schreiben sowie um den Brandanschlag, den Daniel de Roulet 1975 auf das Chalet des «Bild»-Verlegers Axel Springer in Rougemont verübt hat. Daniel de Roulet ist zu Gast bei Roman Fillinger.
Wed, 15 Jul 2026 - 2848 - Pascal Couchepin: «Wir sind keine Dynastie»
In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» spricht alt Bundesrat Pascal Couchepin über Politik als Familiensache, über die Rivalität zwischen Freisinnigen und der CVP, der heutigen Mitte-Partei, im Wallis, und er zeigt sich überzeugt, dass die Schweiz dem Rahmenabkommen mit der EU zustimmen wird. Die Familie Couchepin hat die Stadt Martigny geprägt – nicht zuletzt sie hat dafür gesorgt, dass sie seit 1848, der Gründung des Schweizer Bundesstaats, in freisinniger Hand ist. Pascal Couchepin war einst Stadtpräsident von Martigny, heute ist seine Tochter Anne-Laure Stadtpräsidentin. Von einer Familiendynastie will er dennoch nicht sprechen. Die Rivalität mit der CVP, der heutigen Mitte-Partei, aber auch das Verhältnis des frankophonen Unterwallis mit dem deutschsprachigen Oberwallis prägen Couchepin bis heute. Dass die SVP in der Deutschschweiz ihre Macht mit den Jahren ausbauen konnte, ist für ihn eine Herausforderung. Nach dem Nein an der Urne zur SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» prophezeit der Alt-Bundesrat, dass auch die Neutralitätsinitiative der SVP an der Urne chancenlos bleiben wird, und er geht davon aus, dass die Schweiz, gegen den Willen der SVP, dem EU-Rahmenabkommen zustimmen wird. Couchepin sagt: «Die Bürgerinnen und Bürger werden der Fortsetzung des bilateralen Wegs zustimmen, weil sie sehen, dass das Rahmenabkommen wirtschaftlich von Vorteil ist.» Um den Volkswillen möglichst unverfälscht abzubilden, plädiert er dafür, bei der Abstimmung über das EU-Rahmenabkommen auf das Ständemehr zu verzichten. Pascal Couchepin ist zu Gast bei Philippe Reichen.
Tue, 14 Jul 2026 - 2847 - Pascal Couchepin: «Erhöhung des Rentenalters unumgänglich»
In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» haben wir alt Bundesrat Pascal Couchepin bei sich in Martigny besucht. Der 84-Jährige verfolgt das politische Leben noch immer aktiv und interessiert sich nun auch dafür, wie die 13. AHV-Rente finanziert wird. Als Bundesrat hatte Pascal Couchepin vor der Einführung einer 13. AHV-Rente gewarnt. Die Altersvorsorge sei ein Schieflage, eine 13. Rente würde dies noch verschlimmern, betonte er 2003 als Innenminister. Nach dem Ja zur 13. AHV-Rente wird in diesem Jahr die zusätzliche Rente erstmals ausbezahlt. Pascal Couchepin sagt, er akzeptiere den demokratischen Entscheid, aber jetzt müsse man auch über eine Erhöhung des Rentenalters diskutieren. Als Innenminister hatte er einst vorgeschlagen, das Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre zu erhöhen, wofür der Walliser vor allem von der politischen Linken harsch kritisiert wurde. Sein Vorschlag sei nie eine Provokation gewesen, stellt er heute klar. Vielmehr sei eine Erhöhung des Rentenalters heute wohl eine realpolitische Notwendigkeit. Pascal Couchepin ist zu Gast bei Philippe Reichen
Mon, 13 Jul 2026 - 2846 - Kathrin Altwegg: «Der Urknall war ein Tag ohne gestern»
Das Universum bleibt ein Rätsel. Auch für die Weltraumphysikerin Kathrin Altwegg. Je mehr man weiss, umso mehr neue Fragen stellen sich. Was war vor dem Urknall? Und hat das Universum ein Ende? Altwegg ist zu Gast bei Simone Hulliger in der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch». Heute kommt die Forschung dem Urknall schon sehr nahe. Doch noch immer bleiben Fragen offen. Gemäss Einstein war der Urknall ein Tag ohne gestern. Was vorher war, beschäftigt auch Altwegg. Ob am Anfang ein Schöpfer stand, bleibt für sie eine Frage der Perspektive: „Die Naturwissenschaft fragt nach dem Wie, die Theologie nach dem Warum“. Das «Wie» sei einfacher, schmunzelt sie. Kathrin Altwegg ist emeritiere Professorin der Uni Bern.
Fri, 10 Jul 2026 - 2845 - Kathrin Altwegg: «Man sagte mir, geh doch Strümpfe verkaufen»
Die Weltraumphysikerin Kathrin Altwegg hat grosse Missionen auf fremde Himmelskörper geleitet. Doch im Studium wurde sie als Frau oft nicht ernst genommen. Haben es Frauen heute leichter? Altwegg ist zu Gast bei Simone Hulliger in der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch». Kathrin Altwegg hat in den 1970er Jahren Physik studiert, als einzige Frau in ihrem Jahrgang. Ein Professor habe ihr geraten, sie solle doch Strümpfe verkaufen gehen, ein anderer sagte ihr, er werde ihr in der Prüfung extra einfache Fragen stellen, da Frauen ja Mühe hätten mit Physik. Dennoch hat sie ihren Weg gemacht und rät den Frauen, stets an sich zu glauben. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die in all den Jahren mehrere Male zu Gast waren.
Thu, 09 Jul 2026 - 2844 - Kathrin Altwegg: «Bald fällt uns Weltraumschrott auf den Kopf»
Aktuell findet ein Wettlauf um die Vorherrschaft auf dem Mond statt. Die Astrophysikerin sieht das kritisch. Sie ist zu Gast bei Simone Hulliger in der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch». Bemannte Raumfahrt sei für die Forschung nicht zielführend, erklärt Altwegg. Menschliche Spuren würden das Terrain verändern, das könne die Resultate beeinflussen. Auch könnten irdische Mikroben mögliches Leben auf den Himmelskörpern vernichten. Es stelle sich die Frage, welches Leben mehr zähle – das auf der Erde oder das auf fremden Planeten? Kritisch sieht Altwegg auch die zahlreichen Satelliten in der Weltumlaufbahn. Die Forschung gehe davon aus, dass ab 2032 jedes Jahr ein Mensch stirbt, weil ihm Weltraumschrott auf den Kopf fällt.
Wed, 08 Jul 2026 - 2843 - Kathrin Altwegg: «Wir verstehen erst fünf Prozent des Universum
Die Weltraumphysikerin Kathrin Altwegg spricht in der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» über die grossen Meilensteine der Weltraumforschung der letzten Jahre und ist überzeugt: Dank KI werden wir spannende neue Erkenntnisse gewinnen. Die grossen Teleskope auf der Erde und im All gehören für Altwegg zu den Meilensteinen der letzten 25 Jahre Weltraumforschung. Sie liefern so viele Daten, dass es KI braucht, um sie zu bearbeiten. Gerade im Bereich «dunkle Materie» erwartet sie wichtige neue Erkenntnisse. Denn aktuell verstünden wir nur etwa fünf Prozent des Universums. Kathrin Altwegg ist emeritierte Professorin der Universität Bern, sie ist zu Gast bei Simone Hulliger.
Tue, 07 Jul 2026 - 2842 - Kathrin Altwegg: «Die Chance auf Leben im All ist gross»
In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» erzählt die Astrophysikerin Kathrin Altwegg von ihrem grössten beruflichen Erfolg: Ihr gelang es, mit der Rosetta-Mission Spuren von Leben auf Kometen nachzuweisen. Sie ist zu Gast bei Simone Hulliger. Als vor 22 Jahren die Rakete mit der Sonde Rosetta in Richtung Komet startete, habe sie vor Aufregung gezittert, erinnert sich Altwegg. Was ihr Messgerät dann an Daten auf die Erde brachte, hat ihre Erwartungen übertroffen. Noch heute ist sie daran, diese auszuwerten. Man wisse nun, dass es auf Kometen Bausteine des Lebens gibt, und darum sei die Chance, dass es anderswo auch Leben gibt, recht gross. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die in all den Jahren mehrere Male zu Gast waren. Sie hören zurück in alte Sendungen und spannen den Faden in die Gegenwart: Wie haben sie sich verändert, wie hat sich ihr Fachgebiet entwickelt?
Mon, 06 Jul 2026 - 2841 - Samstagsrundschau: Wann ist die Schweiz sicher, Herr Mäder?
Krieg in Europa, unbekannte Drohnen im Luftraum und eine Schweiz, die schlecht vorbereitet ist. Gibt die neue sicherheitspolitische Strategie die richtigen Antworten? Woher soll das Geld kommen und warum braucht’s ein Staatssekretariat für Sicherheitspolitik? Fragen an dessen Chef, Markus Mäder. Die neue Sicherheitspolitische Strategie des Bundes will für «umfassende Sicherheit» sorgen. Noch aber ortet sie gravierende Lücken bei der Widerstandsfähigkeit, beim Bevölkerungsschutz und auch bei der Verteidigungsfähigkeit. Wie genau soll die Schweizer Bevölkerung resilienter werden gegen Desinformation? Woher soll das Geld kommen für die vorgesehenen Aufrüstungsbemühungen? Und wie kann die angestrebte internationale Zusammenarbeit mit der Neutralität unter einen Hut gebracht werden? Eine Möglichkeit, mehr Geld für Rüstungsvorhaben frei zu spielen, wäre – aus Sicht der SVP – das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik, SEPOS, das erst 2024 geschaffen wurde, wieder zu streichen. Hat Markus Mäder den Sinn und Zweck seines Staatssekretariats zu wenig gut verkauft? Warum braucht’s das SEPOS wirklich? Und, das SEPOS hat Ende Juni zudem die Eckwerte des geplanten Katastrophenschutzes veröffentlicht. Zivilschutz und Zivildienst sollen künftig zusammengeführt werden, zum Katastrophenschutz. Was bringt das? Und, wird dadurch der Zivildienst kurz nach dem relativ knappen Jahr zur Zivildienstreform weiter eingeschränkt? Markus Mäder, der Staatssekretär für Sicherheitspolitik nimmt Stellung in der Samstagsrundschau bei Klaus Ammann. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
Sat, 04 Jul 2026
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